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SE COBRARA SU VALOR
INDOGERMANISCHE BIBLIOTHEK
HERAUSGEGEBEN VON
H. HIRT UND W. STREITBERG t
ERSTE ABTEILUNG
SAMMLUNG INDOGERMANISCHER LEHR-
UND HANDBÜCHER
II. REIHE: WÖRTERBÜCHER
DRITTER BAND
ETYMOLOGISCHES WÖRTERBUCH DER
EUROPÄISCHEN WÖRTER ORIENTALISCHEN
URSPRUNGS
VON
KARL LOKOTSCH
HEIDELBERG 1927
CARL WINTER'S UNIVERSITÄTSBUCHHANDLUNG
I
ETYMOLOGISCHES
WÖRTERBUCH
DER EUROPÄISCHEN (germanischen,
ROMANISCHEN UND SLAVISCHEN) WÖRTER
HEIDELBERG 1927
CARL WINTER'S UNIVERSITÄTSBUCHHANDLUNG
Verlags-Nr. 1988.
AUa Utobt«, beioDden dai Reolit der Oberaetzuug lo tremdi Spntoheo,
werden vorbehalteu
014139
Dem Ni'slor der ilciilsrlicii Orientalisten
Herrn Prof. Dr. Theodor Nöldeke
~ii seinem iieinr;iosten Gehurtsjcste
in (Idnklhirer Verehrnng
i^eiuidmet
2. M(U ~ 11)26.
Digitized by the Internet Archive
in 2014
/
https://archive.org/details/etymologischeOOIokoguat
Vorwort.
Das etymologische Wörterbuch der europäischen Wörter urieulaHschen
Ursprungs verdankt seine erste Anregung dem häufig ausgesprochenen
Wunsche meiner Hörer an der Kölner Handelshochschule und Universität,
die Hinweise auf das Weiterleben orientalischer Grundwörter in den ver-
schiedenen europäischen Sprachen, die ich in meinen Vorlesungen und
Übungen zahlreich zu geben pflegte, in einer gedruckten Zusammenstellung
wiederfinden und nachschlagen zu können. Wenn ich auf die Wörterbücher
der Einzelsprachen verwies, so mulste immer wieder festgestellt werden, daß
zahlreiche irrige Etymologien von Generation zu Generation weilergeschleppt
werden oder günstigen Falles das zugrunde liegende Etymon in seiner orien-
tahschen Grundform nicht zu erkennen ist, weil es zu sehr verunstaltet
wurde. Den Wörtern beigefügte kurze Hinweise, wie „arabischen oder per-
sischen Ursprungs", z. B. im allbekannten Oxford Dictionary, genügen erst
recht nicht, um das Wandern eines Wortes vom Orient bis zu seinem
letzten Erscheinen in irgendeiner abendländischen Sprache aufzuhellen.
Als mir nun im vergangenen Sommer einer der bedeutendsten Orientalisten
Deutschlands, der seine Lehrtätigkeit z. Zt. an einer süddeutschen Univer-
sität ausübt, schrieb, daß die Wörterbücher der verschiedenen europäisclien
Sprachen dringend einer Korrektur in Bezug auf die orientalischen Entlehnungen
erforderten, entschloß ich mich, mein inzwischen reicher gewordenes
Material zu sichten und zu ergänzen, um eine möglichst vollständige Dar-
stellung des Ubergangs orientalischer Wörter in die Sprachen des Abendlandes
in Form eines etymologisclien Wörterbuches in Druck zu geben.
Was die Ausgangssprachen angeht, so kommen in erster Linie die
Sprachen des islamischen Kulturkreises in Betracht, insbesondere das
Arabische, Persische und Türkische; daneben lieferten von den semitischen
Sprachen das Hebräische und das Aramäische, ferner das Sanskrit und
seine modernen Entwicklungen dem Abendlande manches neue Wort.
Weniger zahlreich sind die Entlehnungen aus den anderen indischen Sprachen
[Drawidasprachen], dem Chinesischen und Japanischen sowie dem Malay-
ischen. Gewöhnlich wird ein orientalicher Abkömmling nicht gleichzeitig
in alle europäischen Sprachen aufgenommen, vielmehr von einer Einzelsprache
ihrem nationalen Lautbestande angeglichen und so an die Nachbarsprachen
weitergegeben. Im Altertum sind es natürhch vorwiegend das Griechische
und Lateinische, die diese Durchgangsstation bilden. Ich konnte mir nicht
die Aufgabe stellen, alle griechisclien und lateinischen Wörter, die seit den
VUI
Vorwort.
ältesten Zeiten jemals dem Orient entlehnt wurden, aufzuzählen*; vielmehr
sind nur diejenigen Wörter hier verfolgt worden, die in den modernen in
Europa gesprochenen Sprachen des indogermanischen Sprachstammes, näm-
lich in den romanischen, germanischen und slavischen Sprachen, lebendig
sind; nur hier und da ist auf das gleichzeitige Vorkommen im Neugriechi-
schen oder in anderen, nicht indogermanischen Sprachen [z. B. im
Ungarischen] hingewiesen worden, wo entweder die besondere Form oder
die Art der Entlehnung eine solche Ausnahme nahelegte.
Betrachtet man die Form der dem Orient entlehnten Wörter^, so
fallt es auf, dals diese Entlehnungen zwar mehr oder weniger dem natio-
nalen Lautbestande der betreffenden Zeit angeglichen, die Lautgesetze aber,
wie sie für die ungestörte Entwicklung jeder Sprache, etwa für das Werden
der romanischen Sprachen aus den Formen des Vulgärlateins, beobachtet
und festgestellt sind, nur in seltenen Fällen beachtet werden. Hier wirken
Eigentümlichkeiten des eigenen und des fremden Lautbestandes, Neigung
zur vereinfachten oder bequemeren Aussprache, Assimilation und Dissimi-
lation, volkstümliche Anlehnung an bekanntere Wortformen und zahlreiche
fast willkürlich erscheinende Ursachen zusammen, ohne daß es möglich
wäre, eine allgemein gültige Gesetzmäßigkeit festzustellen. Als wichtigster
Umstand kommt noch hinzu, dafs. wie schon erwähnt, die orientahschen
Grundwörter meistens durch mehrere europäische Sprachen hindurchgehen
und in ihnen immer wieder aufs Neue jene lautlichen Änderungen erfahren,,
ehe sie in ihre heutige, endgültige Form angelangt sind. Als die wichtigste
Zäsur, welche die Zeiten größerer und geringerer Formänderung der Ent-
lehnungen trennt, muß die Erfindung der Buchdruckerkunst bezeichnet
werden; während bis dahin die soeben angedeuteten Ursachen im Munde
des Volkes ungehemmt wirken, üben der Buchdruck und die durch ihn
bewirkten oder auf ihm sich gründenden Kulturerscheinungen, unter denen
nur die Schule als bedeutsamste genannt werden soll, eine stark konser-
vierende Wirkung aus. Wörter, die in den letzten Jahrhunderten aus dem
Orient zu uns gekommen sind, stehen daher der ursprünglichen Grundform
so nahe, daß man ohne weiteres ihren fremden Ursprung hört und sieht,
während frühere Entlehnungen nur noch schwer zu durchschauen sind.
Neben der Änderung der Form geht in vielen Fällen eine Verschiebung
der Wortbedeutung vor sich, zumal wenn es sich nicht um Gegenstände
' Noch weniger durfte auf die Entlehnungen eingegangen werden, die die indo-
germanische Ursprache oder auch die frühe Gestalt des Griechischen orientalischen
Sprachen zu verdanken haben. Ebenso sind die zahlreichen dem Orient entlehnten
Eigennamen nicht erklärt worden: nur wo sie zu Gattungsnamen geworden sind,
haben sie Platz gefunden.
^ Ein Unterschied zwischen Lehn- und Fremdwörtern, deren theoretische
Definition als bekannt vorausgesetzt werden darf, konnte hier unmöglich gemacht
werden, da die Grenzen zwischen ihnen so verschwommen sind, daß in der Praxis
in den weitaus meisten Fällen der persönliche Geschmack oder die Willkür die
Entscheidung über die Zugehörigkeit eines Wortes zu der einen oder anderen
Klasse von Entlehnungen treffen müüite.
Vorwort.
IX
oder Verhältnisse handelt, die dem Morgenlands eigen sind; so werden z. B.
die Namen für die Kleidungsstücke, die ja im Morgen- und Abendiande
eine erhebliclie Verschiedenheit aufweisen, trotz der gleichen oder ähn-
lichen Wortgestalt eine sehr verschiedene Bedeutung haben können; statt
aller Einzelheiten sei als Beispiele auf die Geschichte der deutschen Wörter
'Schaube' und 'Mütze' verwiesen. Es ist daher hier versucht worden, die
Bedeutung der angegebenen Wörter der europäischen Sprachen möglichst
genau festzulegen, eingedenk der trefflichen Worte, die schon Hörne Tooke
in seinen "Euea irxepöevTa oder Diversions of Purley ausspricht: ,,It is a trifl-
ing etymology that barely refers us to some words in another language,
either the same or similar : unless the nieaning of the word and cause of its
composition can be discovered by such referencc." Es würde den Umfang
des Buches, das für den bequemen und praktischen Gebrauch bestimmt ist,
zu gewaltig haben anschwellen lassen, wenn bei jedem einzelnen Grund-
worte der genaue geschichtliche Gang der Entlehnung bis ins Einzelnste
dargelegt worden wäre. Statt eines etymologischen Wörterbuches hätte
dann ein Thesaurus von Wortgeschichten geschrieben werden müssen,
eine l^eistung, die die Kraft eines einzelnen Gelehrten bei weitem übersteigt.'
Doch sollen die hauptsächlichsten geschichtlichen Ereignisse und Umstände,
die zu Wortentlehnungen aus dem Orient führten, hier kurz dargelegt werden.
Die weitaus bedeutsamste Verbindung des Morgen- und Abendlandes
im Altertum wurde, wenn von einer Besprechung der Wirkung der Perser-
kriege in sprachlicher Hinsicht abgesehen werden darf, durch den Zug
Alexanders des Großen hervorgerufen. Bis auf diese Zeiten läßt sich der
erste reichlichere Abfluß orientalischer Begriffe und Wörter in die griechische
Sprache und in den darauf folgenden Jahrhunderten ins Latemische zurück-
führen; seitdem erstreckt sich die Wirkung in ununterbrochenem Flusse
bis auf die heutigen modernen Sprachen und Dialekte Europas. Das folgende
hellenistische Zeitalter begünstigte aus hier nicht zu erörternden Gründen
die Entlehnung orientalischen Sprachgutes in hervorragendem Maße: die
Verbreitung des Judentums und die Entstehung des Christentums gaben
Anlaß zur Übernahme vieler hebräischer und aramäischer Wörter ins
Griechische und Lateinische [besonders in die als Kichenlatein bezeichnete
Färbung]. Mit dem Mittelalter beginnt der Einfluß des Arabischen. Nach-
dem sich der Islam von den malayisclien Inseln bis zu den Gestaden des
Atlantischen Ozeans verbreitet hatte, war eine riesige Berührungslinie des
arabischen Sprachgebiets mit dem Abendlande geschaffen. Der Wortschatz
der Sprachen der Pyrenäenhalbinsel, des Spanischen, Portugiesischen und
Katalanischen, und in geringerem Umfange anch der des ProvenzaHschen,
Französischen und Italienischen werden mit arabischen Wörtern derart
' Um (Jen Leser, der sich in einzelnen Fällen eine solche Worlgeschichte
herzustellen wünscht, dazu in stand zu setzen, ist jedesmal die einsclilägige Literatur
angegeben worden, deren Einblick auch andere als hier angegebene Erklärungen
vor Augen führen wird. In bestimmten Fällen sind diese entgep-enstehenden
Ansichten auch hier bereits aufgeführt worden.
X
Voiwürl.
(iurchtränkt, daß B. das Spanische nach Ausscheidung der arabischen
Elemente nicht mehr fähig wäre, seine Funktion als moderne Sprache
auszuüben. Fast tausend Jahre arabisclier oder islamischer Herrschaft und
Kultur haben deren Stempel den Sprachen des westlichen Mittelmeerbeckens
unauslöschlich aufgeprägt. Dagegen setzt die Wirkung auf die Sprachen des
('istlichen Beckens des mittelländischen Meeres erst später ein; bis zum
Falle Konstantinopels schützt das griechische Sprachgebiet den Osten Euro-
pas vor orientalischer Sprachüberflutung. Nur die Inseln, besonders Malta,
Sizilien und Sardinien, wie aucli Unteritalien sind mehrere Jahrhunderte
hindurch arabischer Sprach- und Kulturwirkung ausgesetzt, deren Förde-
rung durch Friedrich II. und vielleicht schon durch seine Vorgänger aus
dem Geschlechte der Hohenstaufen nicht zu unterschätzen ist. Die Wirkung
der direkten Berührung der Abendländer mit dem Orient, wie sie im
vorhergehenden Zeitalter der Kreuzzüge vor sich gegangen war, wird auf
diese W^eise nachhaltig verstärkt; auch der Aufschwung der arabischen
Lehrtätigkeit in den südeuropäischen Zentren der Gelehrsamkeit ist nicht
ohne dauernden Einfluß auf die Gestaltung des Wortschatzes der romani-
schen Sprachen geblieben. Hervorgehoben sei besonders das damals ein-
gedrungene arabische Element im Wortschatz der Anatomie und Mathematik.
Bei der im Mittelalter noch größeren Freizügigkeit der Gelehrten und
Ungelehrten und praktischeren Internationalität der Wissenschaft, als wir
sie heute besitzen, verbreiteten sich die arabischen Elemente rasch bis in die
nordischen Länder gemanischer Zunge. Gewiß haben zu dieser schnellen
Verbreitung auch die Juden beigetragen, die seit dem frühen Mittelalter
sämtliche europäische Sprachen mit Wörtern ihrer Muttersprache oder des
verwandten Arabischen bereicherten. Besonders im Deutschen ist dieser
Einfluß sehr lebendig gewesen und hat ja zur Bildung eines weit ver-
breiteten Dialektes, des Jiddischen, geführt.
Mit dem epochalen Ereignisse des Jahres 1453 beginnt die starke
Wirkung des Türkischen auf die Sprachen der Balkanhalbinsel, die nunmehr
über vier Jahrhunderte lang unter der politischen Herrscijaft der Osmanen
stehen sollte; daher stammt die starke Vermischung des Rumänischen und
des Bulgarischen und Serbischen, sowie in weiterem Umkreise der übrigen
slavischeu Sprachen mit türkischen Lehn- und Fremdwörtern, die nur noch
selten ihr orientalisches Gewand abgelegt und eine uationalslavische Form
angenommen haben, da selbst hier in den Halbkulturländern des südöst-
lichen Europas die Wirkung der Buchdruckerkunst in gleichem Sinne wie
anderswo zu beobachten ist. Dazu scheinen überhaupt die Zeiten der ge-
waltigen Lautänderungen, wie sie sich vom 8. bis L5. Jahrhundert in ganz
Europa abspielten, endgültig vorbei zu sein, jedenfalls ein weit langsameres
Ausmaß der Entwicklung angenommen zu haben. Eine letzte Wirkung
der orientalischen Sprachen auf den Wortschatz des Abendlandes erzielen
die direkten Beziehungen kolonisatorischer und merkantiler Tätigkeit, welche
die Europäer mit den Völkern Süd- und Ostasiens in Berührung bringt.
Der Zustrom malayischer, hindustanischer, chinesischer und japanischer
Vorwort.
XI
Wörter zunächst ins Englische und Niederländisciie und weiter in die
übrigen europäischen Sprachen hat seil Beginn des 19. Jahrhunderts außer-
ordenthchen Umfang genommen ; bei dem beginnenden Aufstieg Asiens
ist anzunehmen, daß diese sprachhche Wirkung eher zu- als abnehmen wird.
Im etymologischen Wörterbuche sollen die jetzt noch lebendigen
Entlehnungen aus dem Orient erklärt werden, während von den bereits
wieder aufgegebenen orientahschen Lehnwörtern nur hier und da vergleichs-
weise die Rede sein soll; die Zahl der hierhin gehörigen wieder aus-
gestorbenen Wörter, wie z. B. im Mittelhochdeutschen, ist nicht gering;
auch für Lehnwörter gilt wie für so viele dem nationalen Stamme ent-
sprossene Wörter der Ausspruch des Horaz (De arte poetica 70/71):
Multa renascentur quae iam cecidere cadentque
Quae nunc sunt in honore vocahula, si volet usus.
, Manches gefallene Wort wird wiedergeboren, vergehn wird
Manches, das jetzt noch in Ehre dasteht, wenn so es der Brauch will."
Noch einige Bemerkungen über die Wiedergabe der orientalischen
und europäischen Wörter. Die Umsclirilt der orieri talischen Formen ist
entsprechend dem Gebrauche der Semitisten (Umschrift der DMG), der
Indologen und der Sinologen erfolgt; es schien mir dies praktischer zu sein,
als eine einheitliche Umschrift zu wählen und durcli/.uführen, wenn auch
derselbe oder ein ähnlicher Laut auf diese Weise verschiedene Umschrift
erfährt (s, s, sh). Bei den arabischen und persischen Wörtern ist die
klassische Form, also mit kurzem oder langem a, i, u angegeben, und nur,
wo es nötig schien, die vulgäre Form hinzugefügt. Da im Türkischen kein
Unterschied zwischen langen und kurzen Vokalen vorhanden ist, wurde
auch bei solchen Wörtern, die dem Türkischen aus dem Arabischen oder
Persischen zugekommen sind, von einer Angabe der Quantität abgesehen.
Dagegen sind durchweg die emphatischen Konsonanten auch bei rein tür-
kischen Wörtern bezeichnet worden, wenn sie hier auch nur geringfügige
lautliche Unterschiede bedingen (z. B. k und in kel und kara). Was die
Umschrift der Formen aus den europäischen Sprachen anlangt, so ist für
das Russische, Bulgarische und Serbische die übliche Umschrift * ohne die
bei den Slavisten gebräuchlichen Feinheiten benutzt worden; im übrigen
ist die nationale Orthographie angewandt worden, die nur bei älteren Aus-
drücken zu Schwierigkeiten führen kann (z. B. altspanisches x).
Daß ich bei keiner der vermerkten Etymologien die Priorität für mich
in Anspruch nehme, ist selbstverständlich ; es ist ja vielfach überhaupt sehr
schwierig, wenn nicht unmöglich, die erstmahge Angabe einer Etymologie
genau festzustellen, gehen doch manche gute Etymologien beispielsweise auf
Etienne und Menage zurück, die heutzutage wieder entdeckt werden. Der
' Dabei wurde der Einfachheit halber für den labialen Reibelaul wie im
Türkischen auch im Slavischen w gesetzt; wenn auch im Arabischen hiermit der
bilabiale Laut bezeichnet wird, so scheinen mir phonetische Fragen hier von ge-
ringerem Belange zu sein. Ebenso ist in den slavischen Wörtern h zur Umschrei-
bung von X gewählt worden.
XIl
Vorwort .
Kenner und Fachgelelu te wird übrigens an vielen Stellen merken, daß neue
Vorschläge und Erklärungen geboten werden. Bei nicht sicheren Etymo-
logien war icli bemüht, den Grad der Wahrscheinlichkeit durch entsprechende
Einschränkungen wie , vielleicht, möglicherweise, wahrscheinlich' anzudeuten.
Daß eine absolute Vollständigkeit in einem etymologischen Wörterbuche
niemals zu erreichen ist, bitte ich bei Benutzung und Beurteilung bedenken
zu wollen. Wer die Entwicklung der aufeinander folgenden Auflagen be-
kannter etymologischer Wörterbücher einmal verfolgt liat, wird die Beob-
achtung gemacht haben, daß relative Vollkommenheit einer solchen Arbeit
erst von Auflage zu Auflage, meist mit Hilfe anderer Fachgelehrter, deren
Rat ich mit größtem Danke entgegennehmen werde, zu erreichen ist. In
diesem Sinne schicke ich mein etymologisches Wörterbuch mit dem Spruche
in die Welt, der auf einem alten Gymnasium steht:
Praesens imperfectum,
Perfectum futurum.
Köln , Januiir 1927.
Dr, Karl Lokotsch.
Verzeichnis der Abkürzungen und Zeichen.
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Verzeichnis der Abkürzungen und Zeichen.
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Tatarisciien Volkes auf Grund sprachliclier Fursc-hungen erörtert. Leipzig 1879.
Vambery TktElWb = Hermann Vambery, Etymoloj^isches Vi^örterhuch der
turkotatarischen Sprachen. Ein Versuch zur Darstellung des Familienverhält-
nisses des turkütatarischen Wortschatzes. Leipzig 1878.
^Vartbur^i: FEtWb = Walther v. Wartburg, Französisches Etymologisches Wör-
terbuch. Eine Darstellung des galloromanischen Sprachschatzes. Bonn und
Leipzii? I'.ti'i2fr.
WuS — Wörter und Sachen. Kulturhistorisciie Zeitschrift für Sprach- und Sach-
forschung. Heideiberg.
WZKM — Wiener Zeitschrift für die Kunde des Morgenlandes. Wien.
ZAkkFW = Heinrieh Zimmern, Akkadische Fremdwörter als Beweis für baby-
lonischen lüilturt influß. Leipzig 1915. (Sonderdruck aus dem Renunziations-
progranim der Philosophischen Fakultät der Universität Leipzig tür 1913/14.)
ZDMG = Zeitschrift der deutschen Morgenländischeri Gesellschaft. Leipzig.
ZDFV = Zeitschrilt des deutschen Palästinavereins. Leipzig.
ZtAss = Zeitschrift für Assyriologie und vei wandte Gebiete. Straßburg.
ZfdWf = Zeitschrift für deutsche Wortforschung. Herausgegeben von Fr. Kluge.
Strafiburg.
ZfroniPh = Zeitschrift für romanische Philologie. Halle a. S.
ZtSem = Zeitschrilt für Semitistik und verwandte Gebiete. Leipzig.
ZKM = Zeitsciirift für die Kunde des Morgenlandes. Göttingen, Bonn. (Vor-
gängerin der ZDMG.)
2. Sprachen und Mundarten.
afrz. = altfranzösisch
äg. = ägyptisch (Sprache der Hiero-
glyphen)
ags. = angelsächsisch
ahd. = althochdeutsch
ait. = altitalienisch
angloind. = angloindisch
ai)g. = altportugiesisch
ar. = arabisch
arag. = aragonesiscli
aram. = aramäisch
asp. = altspanisch
ass. = assyrisch
äth. = äthiopisch
berb. = berberisch
bulg. bult^arisch
cag. = cagataisch (osttk.)
6ech. = Cechisch (böhmisch)
chin. = chinesiscli
dän. = dänisch
dtsch. = deutsch
engl. — englisch
linn. = finnisch
frz. = französisch
gen. = genuesisch
germ. = germanisch
gr. = griechisch (altgr.)
hebr. = hebräisch
hind. = hindustani
ind. = indisch
it. = italienisch
jap. = japanisch
jav. = javanisch
jid. =r jiddisch
jud.-dtsch. = .jüdisch-deutsch
kas. tat. = kazantatarisch
kirgis. = kirgisisch
klruss. = kleinrussisch (ruthenisch
oder ukrainisch)
kopt. = koptisch
lat = lateinisch
log. = logudoresisch (sardischer Dialekt)
mail. = mailändiscli
mal. = malayisch
mengl. = miltelenglisch
mgr. = mittelgriechisch
mhd. = mittelhochdeutsch
mlal. = mittellateinisch (Lateiu des
Mittelalters)
mong. = mongolisch
ndl. = niederländisch (holländisch)
nfrz. = neufranzösisch
ngr. = neugriechisch
nhd. = neuhochdeutsch
osm. = osmanisch-tk.
pers. = neup^rsisch
pg. = portugiesisch
phÖD. = phönizisch
piem. = piemontesisch
poln. = polnisch
prov. = provenzalisch
rom. = romanisch
rum. = rumänisch
russ. = russisch
sard. — sardisch
schwed. = schwedisch
semit. = semitisch
serb. = serbisch (serbokroatisch)
siz. = sizilianisch
slav. = slavisch
slov. = slovenisch
sp. = spanisch
Verzeichnis der Abicürzungen und Zeichen. XVII
sskr. = Sanskrit triest. = triestinisch (it. Dialekt)
sum. = sumerisch tk. = türkisch (osmanisch)
syr. = syrisch (altsyr.) ung. = ungarisch
tamul. = tamulisch valenc. = valencianisch
tat. = tk. -tatarisch venez. = venezianisch.
3. Andere Abkürzungen und Zeichen.
Abltg. = Ableitung
Adj. = Adjektiv
ähnl. = ähnhch
AT = Altes Testament
bes. — besonders
dass. = dasselbe (bedeu-
tend)
dem. = Deminutivum
dergl. = dergleichen
d. h. = das heißt
dial. = dialektisch
f. — und folgender ( e, -es)
fem. = femininum
tf. = und folgende
fig. = figürlich
Gdwrt. — Grundwort
(Etymon)
i. J. = im Jahre
Inf. = Infinitiv
Jhdt. = Jahrhundert
MA = Mittelalter
N. pr. = Nomen proprium
Nr. = Nummer
od. = oder
ph'. = pluralis
s. = siehe
S. = Seite
sc. = scilicet (nämlich)
Sgl. = singularis
sog. = sogenannt
Subst. = Substantiv
s. V. = sub verbo
u. = und
usw. = und so weiter
Vb. = Verb
vgl. = vergleiche
V. u. = von unten
vulg. = vulgär
Wt. = Wort
Z. = Zeile
z. B = zum Beispiel
z. T. = zum Teil
Exponenten (hochgestellte ZilTern) geben die Auflage an
* zeigt ein niclit belegtes, nur erschlossenes Wort an
<^ ist entstanden aus . . .
y ist geworden zu . . .
Lokotsch, Etymolog. Wörterbuch.
Inhaltsverzeichnis. g^it^
Vorwort VII
Verzeichnis der Abkürzungen und Zeichen XIII
Etymologisches Wörterbuch ... 1
Sacli- und Namensverzeichnis 175
Wortverzeichnisse
Arabisch (Klassisch und vulgär) 177
Assyrisch (oder akkadisch) 184
Bulgarisch 185
Deutsch 188
Englisch 192
Französisch 196
Griechisch 201
Hebräisch 203
Italienisch 203
Katalanisch 208
Kleinrussisch 209
Latein 210
JWalayiech 211
Niederländisch 212
Polnisch 213
Portugiesisch 215
Piovenzalisch . . 220
Rumänisch 221
Russisch 228
Serbisch 231
Skandinavisch (Dänisch und Schwedisch) • 235
Spanisch 235
Syrisch (nebst Aramäisch) 241
Tschechisch 241
Etymologisches Wörterbuch.
1. Syr. aßa:
[BrLexSyr la; allgemein-semitisch, vgl.
hebr. rtß, ar. abü, ass. abu, Del HWß 3 a]
'Vater'. Hieraus gr. äßßaq und seit dem
4. Jahrhundert im Kirchenlatein abbas
/abbätem, dbbätem] in der Bedeutung
'Vater, Mönch', woraus die Ableitungen
abbatia 'Abtei' und abbatissa 'Äbtissin'.
Die romanischen Formen sind: it. abate,
abhate; ahbadia, hadia, abaz'm; (a)ba-
dessa; prov. abas; abodia; abadesa; kat.
ubat; abadesa; sp. abad; abadesa, aba-
dia; pg. abbade; abbadia; abbadessa; frz.
abbd; abbesse; abbaye. In den germa-
nischen Sprachen: ags. abbod, engl. «6-
bot, ndl. abt, dtsch. Abt, Abtei, Äbtis-
sin. Daß das von ML S aufgeführte
sp. kat. abadejo, pg. badejo 'Stockfisch'
hierher gehört, darf doch wohl aus
semantischen Gründen bezweifelt wer-
den. Aus dem it. wurde russ. abbat,
abbatissa, abbatstwo; serb. abat, opat,
(5ech. poln. oimt, dagegen cech. je ptiäka
'Nonne' aus dem mhd. eppefisse 'Äb-
tissin'. [ML 8—10. Wartbg FEWb .S.
Kluge .5. Gorjajew 1. Bern SlEtWb 22.
2. Av. 'abä':
'Grober, dicker Wollstoff' [vgl. ZDMG IV,
392], 'Mantel daraus'. Im Tk. ebenso
und abagu 'Hersteller od. Verkäufer von
solchen Mänteln'. Hieraus rum. aba
'dicker Stoff für Mönchskutten', abayiü
'Verkäufer dieses Stoffes', abagerie
'Handel damit' und Ableitungen : abager,
abageresc, abäioarä, abälii^ä. — Russ.
aba 'grobes, weifäes Tuch'; bulg. aba
'dass.', 'Art Oberkleid der Bauern';
serb. aba 'grobes Tuch'; poln. haba,
chaba 'dass.'. [Sain 46. Gorjajew 1.
Bern SlEtWb 22.
3. Ar. abaufis:
[Das selbst aus gr. ^ßevoq, letzten Endes
phönizischen Ursprungs ist] 'Ebenholz'.
Hieraus prov. avenuts, sp. abenuz 'Eben-
holzbaum, Diospyrus ebenus' [neben
unmittelbar dem lat. ebenus entlehnten
e^ano wie die übrigen romanischen
Formen]. Ebenso rum. abanos 'Eben-
holz', fig. 'kräftig'. [Sain 46. DE 31.
ML 2816.
Lokotsch, Etymolog, Wörterbuch.
4. Ar. 'Abbäs:
N. pr. Nach dem pers. Schah 'ABBAS I.
[1586 — 1628] wurde eine Münze mit
seinem Bilde so genannt [vgl. Napoleon
d'or, Louis d'or]; hieraus russ. «6«^
'Münze von 20 Kopeken'. [Gorjajew 1.
5. Pers. abdär:
[Aus äb 'Wasser' od. 'Glanz' Hoi-n NpEt
S. 1, Nr. 2 und 3, und Stamm där-
'habend, haltend' ebda. S. 116, Nr. 527]
'wässerig, hell, glänzend' [von Stahl
od. Waffen gesagt]. Über das tk. hier-
aus rum. abitir 'besser, vortrefflicher';
russ. ob'jar 'Art Stoff'.
6. Ar. abjad :
'Weiß'. Hieraus fiz. abit 'Bleiweiß',
alter chemischer Terminus. Aus dem
ar. Subst. bajäd 'Weiße' wurde mit ar.
Art. sp. albayalde 'kohlensaures Blei-
salz', Vb. albayaldar. [Devic DEl 1.
7. Pers. äbkärl:
[Aus pers. äb s. hier Nr. 5 und kär
'Werk, Tat' Horn NpEt S. 185, Nr. 831;
dazu das T des AbstraktumsJ, ebenso
bind. 'Wasserarbeit'. Hieraus angloind.
abcaree, abkary ursprünglich 'die Arbeit,
Wasser zu destillieren und zu verkau-
fen', heutzutage 'die Steuer auf diesas
Geschäft'. Abkary-System ist also
das System der Besteuerung geistiger
Getränke in Britisch-Indien. [Hobson-
Jobson 2.
8. Hebr. Abraham:
N. pr. [ Volksetymologisch ' Vater der
Menge']. lu frz. Dialekten in der Be-
deutung 'Milchstraße', wallon. abe
d'Abraham [— arbre d'A.] sind fächer-
förmig vom Horizont aus sich über den
Abendhimmel ausbreitende Wolkenge-
bilde. [Wartbg FEWb 8.
9. Ar. abras:
Auch tk. 'Pferd mit weißen und schwar-
zen Füßen'. Hieraus rum. abra§ 'ge-
fleckt, buntscheckig', tig. 'Unheil ver-
kündend'; im walachischen Dialekt
iabrai^, iambra^ 'Pferd mit weißen
Flecken'.
10. Pers. äbresäui:
[Horn NpEt S. 16, Nr. 65] 'Seide', ent-
weder gehaspelte od, gedrehte, gezwirnte
1
Ar. ahn kirdäii.]
2
Ganzseide [auch ins Semitische über-
gegangen : syr. abräsom, ahr'isüm BrLex-
Syr ob; ar. ibnsam, ibrisum, schon
häufig mit der Bedeutung 'Seidenfaden,
Seidenzwirn', vgl. Joseph Karabacek,
Über einige Benennungen mittelallei'-
1 icher Gewebe I. Wien 1882. S. 21
bis 2'2.]. Ins Tk. übergegangen als ibri-
sim [offenbar mit Anlehnung an die
Wurzel ip, ib 'winden' Vämbeiy Tkt-
EtWb Nr. 37]. Aus dem Tk. wurde rum.
ibri^im, ibri^in 'Seidenfaden, Zwirn';
Ableitung ibri^inar.
11. Ar. abü kirdän:
[Wörtlich „Vater der Zecken", die ar.
kiräd, plr. kirdän heißen]. Der rein
weifae 'Kuhreiher', Ardea bubuleus Sa-
vigny, ein afrikanischer Vogel [die
Schreibung aboogerdan bei ML 36 wie
schon vorher bei Körting, Lateinisch-
romanisches Wörterbuch. 3. Aufl. Pader-
born 1907, s. V. ist englisch]. Durch
volksetymologische Neugestaltung hier-
aus vielleicht frz. bwuf-garde, garde-
bcfuf 'eine Art Silberreiher'. [FASS
in RomForsch III, 488. KURYLOWICZ
in Rocznik Orientalistyczny. Tom II.
Lwöw 1925. S. 252.
12. Ar. 'abar:
In der Zusammensetzung as-sirä al-
"abiir 'der [sc. auf der Milchstraße]
wandernde Sirius' [hierzu s. hier Nr. 1915]
vom ar. Stamme 'fcr 'wandern' [vgl.
hebr. "ibrl 'Hebräer', d. h. derjenige, der
gewandert ist od. überschritten hat sc.
den Euphrat od. Jordan]. Hieraus Alha-
bor, Alchabar als Name des Sirius a
Ganis majoris. [Devic DEt 40/41.
Ideler Sternn 237 und 246.
13. Ar. abü rag':
'Vater des Schweißes', hieraus lat. bor-
rago, eine Pflanze, die durch die ar.
Medizin im Mittelalter verbreitet wurde.
Die romanischen Formen sind: it. bor-
race, borragine, borrana; prov. borrage;
sp. borraja ; pg. borragem ; frz. hourrache.
Auch germanisch, z. B. engl, borage,
dtsch. Burrich, Bor( rjetsch. Wohl über
das Ngr. entstand rum. boranjä 'dass.'.
Trotz ML 1412 scheint diese Ableitung
noch immer die beste und wenig an-
fechtbar zu sein. [Kluge 64.
14. Ar. abü tilün:
[Vgl. Ihn Sinä, Kitäb al-känün fi't-tibb.
Romae. In typographia Medicea 1593.
S. 137] 'eine Zierpflanze' aus der Familie
der Malvaceen: Abutilon indicum. Hier-
aus frz. abutilon 'dass.', nämlich abutilon
striS Abutilon striatum Diks. (Sida striata
Hort.) und abutilon itendard A. vexilla-
rium Ed. Morrea (S. vexillaria Hort.).
[Devic DEt 3. Lammens Rem 3.
15. Pers. acär:
'Sauer', hieraus malay. a£ar [Pijn 237]
in der Bedeutung 'Eingemachtes, pickles'
und ebenso in allen Eingeborenen-
sprachen Indiens; daher angloind. achar
'dass.'; frz. achars 'Obst od. Gemüse,
das in Essig eingemacht ist', ein im
indischen Archipel, auf Mauritius usw.
sehr beliebtes Gericht. [Devic DEt 3/4.
Hobson-Jobson 3.
16. Ar. 'äda:
'Sitte, Gebrauch', ebenso Ik. adet 'dass.';
hieraus rum. adet 'Brauch, Sitte, Regel',
früher 'Steuer'. [Sain 46.
17. Malayälam adakka:
[Aus arfa/ 'enge Anordnung einer Traube'
und kay 'Nuß']. Hieraus pg. areca,
angloind. Areca, worunter man allge-
mein den Samen od. die Nuß der Palme,
Areca catechu L., versteht. [Hobson-
Jobson 35.
18. Ar. 'adäla:
[Aus ar. 'adl 'Gerechtigkeit'] 'Gerichts-
barkeit', in vulgärer Aussprache 'adälet,
woraus über das Hind. das angloind.
adawlut 'Gerichtshof wurde. — Aus-
führlich in Hobson-Jobson 4/6.
19. Hebr. Ädäm:
'Mensch', dann N. pr. für den Stamm-
vater des Menschengeschlechtes [vgl.
assyr. admu 'Kind, bes. junges Kind'
Del HWB 25 b], daraus bei den Ana-
tomen des Mittelalters hebr. iappü"h
ha-ädäm, wörtlich 'Apfel des Mannes',
zur Bezeichnung des Vorsprungs am
Kehlkopf des Mannes [gr. irpöXoßo;].
Da er nur am Halse des Mannes zu
sehen ist, ist der Name treffend ge-
wählt, dann aber durch mißverständ-
liche Übersetzung zu Pomum Adami
'Adamsapfel' geworden und die bekannte
Fabel entstanden, daß Adam den ihm
hingereichten Apfel nicht ganz habe
verschlucken können. Ii. morso d'Adamo,
frz. morceau d' Adam, pomme d'Adatn.
Engl. Ada7n's apple, schwed. adanis
aepple, dän. adams üble, ndl. adanis appel.
Poln. jabiko Adamowe, ßech. Adamavo
jahlko. Im Angloind. ist Adanis apple
die Frucht von Mimusops Elengi L.,
im It. joomo d'Adamo [od. pomo di para-
diso] eine Orangenart, Citrus decumana.
[Kluge 6. Hobson-Jobson 4. HArllebr-
An 164.
20. Ar. 'adan ;
Wörtlich 'dauernde Wohnung', Bezeich-
nung des Paradieses; daher dtsch. Eden
'Wonnegarten'. — Ebenso entstand
hieraus der Name der Stadt Aden in
Südwestarabien. — Von FORSKÄL
wurde der Name Adenia venenata für
3
[Hebr. adonaj.
ein kletterndes Gesträuch aus Arabien
eingeführt; frz. adine. [Devic DEt 4.
Lammens Rem 4.
21. Hebr. adonaj:
'Mein Herr', Bezeichnung Gottes, da
der Name Jahwe vermieden wurde.
Aus der Form be-adonaj Psalm 117, 26
entstand it. bndananai 'verworrenes Ge-
räusch, Lärm, Getöse'; pg. badanal,
plr. badanaes 'Unordnung, Wirrwarr'.
[WuS V, 128.
22. Berber, afarag:
'Umzäunung, eingezäunter Raum, Hof
eines Duar' [s. hier Nr. 502]. Hieraus
sp. alfanegue 'Zelt', worin also al nicht
ar. Art. ist! [DE 105/107.
23. Pers. äfärin :
[Zusammenhängend mit pers. äfrin
'Lob' Horn NpEt S. 10, Nr. 39, 2]; eben-
so ik. aferin, woraus rum. aferim 'aus-
gezeichnet! bravo!'.
24. Ar. 'äflja:
'Wohlbefinden, Verzeihung'. Hieraus
sp. alafia in der Redensart: pedir alafia
'um Pardon bitten'. — Sizil. lafia, [in
Verbindung mit romanischem 7mlle
'tausend'] millafia od. millaffia 'über-
triebene Liebkosung, Schmeichelei'.
[DE 53. GrSVociSic 239.
25. Ar. aflün :
[Selbst aus gr. öiriov entstanden] 'Opium',
ebenso tk. Hieraus rum. afion 'dass.';
bulg. afion, serb. afijun. Aus dem Ar.
entstand der alte pharmazeutische Aus-
druck: frz. affion, sp. afion 'Opiumlat-
werge'. Ferner ndl. amfioen; pg. anfiäo
'Opium'. [DE 191. Devic DEt 4.
Lammens Rem 4. Bern SiEtWb 24.
De Gids (1867) I, 428/9.
26. Berber, afüs:
'Handgriff eines Werkzeuges'. Aus dem
plr. ifässen wurde pg. alfeizar 'Griff
einer Säge'. Etymologie zweifelhaft.
[DE 112.
27. Bind, äg:
'Feuer'. Zusammensetzung: äg-gäri
[aus engl, car], wörtlich 'Feuerwagen',
d. h. 'Eisenbahnzug'. — Ebenso im
angloind. agun-boat 'Dampfer', in Bom-
bay ag-boat 'dass.'. — Mit dem pers.
Suffix -dän, das Behälter bezeichnet,
ergibt sich das angloind. agdaun 'ein
kleines Gefäß mit Feuer zum Anzünden
der Zigarren'. [Hobson-Jobson 8/9.
28. Tk. aga:
[Stamm ak 'weiß' Vämbery TktEtWb
Nr. 5]. Die ursprüngliche Bedeutung
ist offenbar, dem finnischen uko 'der
Alte', uha 'die Alte' entsprechend, die-
selbe wie pers. pir, ar. sai^, also 'Alter,
Greis' gewesen ; im älteren Osmanischen
kommt noch ahy als Ehrentitel für Ge-
lehrte vor [Fleischer in ZDMG XIX, 301].
Im späteren Osmanischen heißt aga
'der ältere Bruder', Wiepasa 'der jüngere
Bruder' ist. Diese Bedeutungen hat
das heutige Türkische ganz vergessen
und gebraucht das Wort in völlig an-
derem Sinne. Aga ist jetzt ein häufig
vorkommender Titel, besonders bei
niederen militärischen Chargen, wird
aber nur für Analphabeten benutzt,
während der des Schreibens Kundige
efendi [s. hier Nr. 557] genannt wird.
Als Fremdwort kommt Aga in allen
europäischen Sprachen vor, oft agha
geschrieben. Als Lehnwort hat das Rum.
aga, agha, agia 'ehemaliger Polizeiprä-
fekt'.
29. Ar. 'agam :
Einheitsnomen "agamt 'Barbar, Fremder,
Nichtaraber', besonders 'Perser'. Tk.
agemi; hieraus rum. agemiu, ageamiü
'unbewandert, Anfänger'; poln. (alt) ad-
ziamski 'persisch' in Verbindung mit
Substantiven wie 'Teppich, Kostüm,
Sattel'. — Altit. agemina, mittelfrz. aze-
mine 'Ziselierarbeit'. Das sp. aljamia,
lengua aljamiada, bezeichnet die Sprache
der Moriscos, zu deren Eigentümlich-
keiten es gehörte, daß in ihr viele
arabische Ausdrücke, z. T. mit spanischer
Endung, sowie Arabismen und alt-
spanische Wörter vorkommen, die sonst
schon außer Gebrauch gekommen waren.
Da diese Sprache mit arabischer Schrift
geschrieben wurde, sind textos aljamia-
dos also spanische Schriftstücke, die
arabisch geschrieben sind, z. B. das
Poema de Yosuf, vgl. Ad. Zauner, Alt-
spanisches Elementarbuch. ^ Heidel-
berg 1921. S. 155. [DE 145. ML 298.
ZromPh XXXIl, 41. XXXIII, 62. Kar-
lovvicz 435.
30. Mal. agar-agar:
[Pijn 9: Plocaria Candida]; hieraus an-
gloind. und engl, agar-agar, dtsch.
Agger-Agger 'verschiedene Arten See-
tang', z. U. Sphaerococcus lichenoides,
zu Suppen und Gelees verwendet. [Hob-
son-Jobson 8.
31. Tk. agyr:
[Stamm ak, aq 'Wert, Gewicht; schwer'
Vämbery TktEtWb S. 9, Nr. 8] 'schwer,
träge, ernst'; dazu das Subst. agyrlyk
'Schwere'. Hieraus rum. agärlic, an-
gärlic, argalic 'Bürde, Last'.
32. Tk. a^yr:
Agyr otu [A. Hindoglu, Dictionnaire
Turc-Fran(;ais. Vienne 1838. S. 49 b]
wohl aus lat. acorus, gr. ÖKopo«;, ÖKopov.
Hieraus altruss. aier und ir, russ. air;
iv 'Kalmus' = koren , Acorus calamus;
1*
Ar. fihir.]
4
klruss. ajer, ir 'dass.'. [Gorjajew 2.
Bern SlElWb 25.
33. Ar. äliir:
'Kiide'; ähir an-nahr 'das Ende des
Flusses' ist bei den Arabern ein glän-
zender Stern am äußersten Ende des
Sternbildes Eridanus, das ar. an-nahr
'dei- Fluß' wie schon bei Ptoleniaeus
"EaxuToq toö irotaiaoö heißt. Aus dem
Ar. wurde der heutige Name Acarnar,
Acheriiar , frz. achet-nar, akharnar, 'a
Eridani'. | Devic DEt 4. Lammens
Rem 3/4. Ideler Sternn 232/3.
34. Ar.-pers. Ähmadäbäd:
N. pr. [wörtlich 'Ahmeds Ort'], eine
Stadt in Guzerat in Ostindien. Hieraus
entstand über das im 16. bis 19. Jahr-
hundert belegte amadavat das heutige
angloind. avadavat zur Bezeichnung
eines kleinen, hübschen Stubenvogels
Estrelda amandava L., da er aus jener
Stadt zuerst nach Europa eingeführt
wurde. [Hobson-Jobson 41.
35. Ar. ahmak:
Ebenso tk. 'verrückt'; hieraus rum.
acmac 'unerfahren, ungeschickt'.
36. Fers, ähur:
[Horn NpEt S.' 4, Nr. 8] 'Stall', ebenso
tk. o/t//r 'Stall, Hürde'. Hieraus bulg.
ah^r 'Stall, Pferdestall', serb. ahar, har,
aar 'dass.'. [Bern SlEtWb 25.
37. Ar. 'ä'ida:
'Einkommen, Gewinn; Zoll', plr. 'awcCid,
ebenso tk. Hieraus rum. avaet 'Zins,
Steuer'.
38. Ar. 'aiii:
'Auge', plr. a'jän wörtlich 'Augen',
übertragen 'Vornehme'. Ebenso tk.
Hieraus rum. aian 'Vornehmer'. Frz.
ayan 'tk. Beamter, der für die öffent-
liche Sicherheit zu sorgen hat'. [Devic
DEt 52.
39. Tk. aiwa:
'Quitte Gidonia vulgaris'. Hieraus russ.
ailva, klruss. ajwa 'dass.'; serb. atvajlija
'eine Art Apfel'. [Gorjajew 2. Bern
SlEtWb 26.
40. Tk. a.igyr:
'Hengst'. Hieraus mit gleicher Bedeu-
tung bulg. ajg%r, serb. ajgir, klruss.
oger, poln. ogier. [Bern SlEtWb 26.
41. Ar. 'ajjük:
[Vielleicht aus gr. ai'S 'Ziege' verderbt]
der Stern a des Sternbildes Fuhrmann,
auch 'Ziege' genannt. Daraus Ayiih
od. Alhajoth, der auch Gapella 'Zicklein'
genannte Stern. [Devic DEt 19/20.
Lammens Rem 14. Ideler Sternn 92.
42. Hebr. äxal:
'Essen'. Hieraus judendtsch. und Gau-
nersprache acheln 'dass.'. Achelpiits
'das Essen im Gefängnis'. [Kluge 5.
43. Ar. 'akar:
'Grundbesitz, Immobilien', plr. 'akärät ;
ebenso tk. (A. Hindoglu, üictionnaire
Türe FranQais. Vienne 1838. S. 328b]
al-arat. Hieraus rum. acaret, acarefuri
'Liegenschaften'. [Sain 46.
44. Ar. 'akida:
'Rosenkonserve, Bonbon', plr. 'akiVid;
hieraus tk. akyde sekeri 'Karamel), Ger-
stenzucker' [Kelökian Kämos 855] od.
kurz akede [A. Hindoglu, Dictionnaire
Turc-Fran(;ais. Vienne 1838. S. 329].
Wohl aus dieser Form rum. acadea,
acadele 'dass.'.
45. Ar. 'akika:
'Cornalin', ein Edelstein, der nach IBN
BAITAR [gest. 1248 n. Chr. in Damas-
kus] den Blutlauf im Körper aufhält;
daraus sp. alaqueca, pg. laqueca mit
der heutigen Bedeutung: 'rot gefleckter
u. gesprenkelter Marmor', wie er sich
besonders in Südamerika in kleinen
Stücken findet [Dicc Gast 102b; Con-
stancio Dicc 648a]. [DE 56.
46. Ar. 'äkir karhä :
[Aus syr. 'akar kärhä ZDUG XLVI, 258]
eine Kamillenart Anthemis pyrethrum;
über das tk. wurde hieraus wohl runi.
cärcü, cäräu 'echter Bertram, Speichel-
wurzel'.
47. Ar. 'akrab:
'Skorpion'. Hieraus sp. alacran 'dass.'
[mit ar. Art. und Änderung des Schluß b
in einen anderen Konsonanten, vgl.
dazu z. B. Calatayud aus ar. KaVat
Ajjüh 'Hiobsburg'; Zocodover (Baedeker,
Spanien u. Portugal.* Leipzig 1912.
S. 135), Hauptplatz in Toledo, aus ar.
sük ad-dawib 'Tiermarkl'] ; pg. alacral,
alacräo, lacräo 'dass.'. [DE 53.
48. Tk. al:
[Vambery TklEtWb S. 11 , Nr. 10: al
'rot, golden, gelblich'] 'hochrot'; hieraus
russ. alyj, aloj, bulg. serb. al 'rot'. [Gor-
jajew 3. Bern SlEtWb 28.
49. Tk. alacnk:
Auch alaöyk [nicht osmanisch] 'Filz-
zelt, Rindenjurte'. Hieraus russ. laöuga
'elende Hütte', altruss. alaäuga. [Bern
SlEtWb 682.
50. Tk. alaga:
[Kelekian Kämos 31] 'gestreifte)', bunter
BaumwoUstofi' [auch ins Ar. überge-
gangen, vgl. SBKAW Wien CHI, 189: 'ge-
streifter Stoff aus Baumwolle u. Seide'];
hieraus rum. alagea 'feiner gedruckter
Kattun'.
51. Tk. alaj:
'Regiment, Prunk'; hieraus rum. alaiü
'Gefolge, Aufputz, Feierlichkeit'; bulg.
alaj 'Regiment, Gefolge, Prozession';
5
[Tk. alak-hulak.
serb. alaj 'Truppe Soldaten in Parade'.
[Bern SlEtWb 27.
52. Tk. alak-l)ulnk :
'Verwirrung', alaga-hulagn "As.ss.' ; hier-
aus vielleicht rum. alabadura, arahabura
'Unordnung, Gewirr, Durcheinander, Ge-
misch'.
53. Ar. 'alain:
'Zeichen, Flagge', ebenso tk. ahm 'dass.';
hieraus rum. alem 'Halbmond u. Slcrn'.
54. Mal. alang-alan^ :
[Pijn 10 u. 204] 'dünnes, langes Ried-
gras' Imperata arundinacea. Hieraus
engl, lalang. alang-alany 'eine Grasarl'.
[.JAOS XViH, 118.
55. Tk. alasa:
[Kelekian Kämas 32] 'Sattel- od. I'ack-
pferd, Wallach'. Hieraus russ. losad'
'Pferd' u. viele Ableitungen, klruss. losa
'Pferd', losak 'Maulesel', poln. loszak
'Pferd, kleines Tataren pferd'. [Gorjajew
192. Bern SlEtWb 734.
56. Ar. al-batta:
'Sicherlich' Adv., vulgär elhet; hieraus
rum. elbet 'dass.'.
57. Ar. 'alg::
'Ungläubiger u. Barbar, Abtrünniger',
vulgär "^elg. Hieraus sp. pg. eiche 'Apo-
stat, Renegat'. [DE 258. ML 2842.
58. Ar. 'alkani:
'Koloquinthe', Frucht von Citrullus V,o\o-
cynthis; hieraus sp.rt^c'am 'dass.'. [DE 81.
59. Ar. alläh:
'Gott'. In allen europäischen Sprachen
als Fremdwort, nur im Rum. als Lehn-
wort alah, allall, allach 'Gott'.
a) Mit wa, einer Beteuerungs- u.
Schvvurparlikel, ergibt sich ar. walläh
'bei Gott'. Diese Schwurformel [die
übrigens viel häufiger war als hilläh,
vgl. 24. Makäme Hariris I, 290 u. 291 j
liegt der sonst unerklärten Formel sp.
valgame Dios [alt vdlanic Dios im Cid
u. noch im Don Quijote, z. B. Anfang
des Prölogo zum 2. Teil, s. Colecciön
de autores espanoles IV. Leipzig 1891.
S. VII.], pg. valha-me Dios [alt valhamc
Dens] zugrunde, wobei also eine volks-
etymologische Angleichung eines ara-
bischen Wortes an ein spanisches ein-
getreten ist. Im andalusischen Dialekt:
ivärgamc Dios! [mit r, wofür die Volks-
sprache der südlichen Länder besondere
Vorliebe zeigt, vgl. Diez, Grammatik
der Romanischen Sprachen.^ I, 203
u. 401].
b) Ar. 'alä bäb alläh, wörtlich 'zum
Tore Gottes', d. h. 'unter Allahs Schulz
od. Obhut' [vgl. Dozy, Suppl. I, 125];
hieraus prov. alababala, a la babald
[Honorat, Dict. Proventjal-Frangais I, 70
u. 205] 'ohne Bedenken, unbesorgt'.
Ebendaher wohl auch rum. alabala
'Mischmasch, Neues' in der Redensart:
ce mai alabala? 'was gibt es Neues?'
c) Ar. in sä alläh oder genauer in
sa'lläh, vulgär insalläh, tk. insalla 'wenn
Gott will'; hieraus rum. ii^ala 'mit Gottes
Hilfe'. Statt in die Konjunktion tva
gesetzt, gibt ica sa'lläh das sp. pg.
oxalä, ojald 'o daß doch'. [So jetzt
ASIN PALACIOS in Boletin de la R.
Academia Espanola VII, cuaderno 33
(junio de 1920); besser als ML 2875,
DE 326, Eguilaz 466.]
d) Ar. lä iläh illaHläh 'es gibt keinen
Gott außer Alläh' [Kur'än, Sure 2, 256]
ist das islamische Bekenntnis zur Ein-
heit Gottes, der sog. tauhid, der als
Kriegs- u. Schlachtruf gedient haben
mag. Daraus wurde einerseits sp. leli-
lies 'der Ruf der Mauren, wenn sie den
Kampf beginnen' [bei Don Ouijote
II. Teil, 34. Kap., in der oben genannten
Ausgabe S. 189, letzte Zeile], anderer-
seits vielleicht sp. alarido 'Geschrei, Ge-
heul', wohl auch frz. hallali, dlsch.
Halali. [Rom Forsch IV, 374. ML 4974.
Löbel EITAP 56. ZDMG XL, 258, De-
vic DEt 135.
60. Ar. aliiias :
[Aus gr. dbdiuaq] 'Diamant', ebenso pers.
u. tk.; hieraus russ. almaz, klruss. al-
maz, hahnaz, bulg. serb. almaz 'dass.'.
[Gorjajew 3. Bern SlEtWb 27.
61. Tk. altyn:
'Gold' [Stamm al 'rot', s. hier Nr. 48],
auch altun. Hieraus bulg. altzn 'dass.',
serb. alduiii- in Zusammensetzungen
'Gold-', russ. altgn, früher '3-, jetzt
15-Kopekenstück' [man beachte die Ent-
wertung der ursprünglichen Bedeutung!],
klruss. altyyi '3-Kopekenstück'. — Aus
dem tk. Deminutiv altyngiß- wurde rum.
alfingic 'Kapuzinerkresse, Tropaeolum
malus' [wohl wegen der roten Blüten].
[Gorjajew 3. Bern SlEtWb 27/28.
62. Pers. alüca:
'Pflaume' [Berge DPersFr 39, Deminutiv
von ala 'dass.'] ; hieraus russ. alyca,
hjöa 'dass.', wohl über einen tat arischen
Dialekt. [Gorjajew 3/4.
63. Tk. alys-weris:
[Verbalsubstantive von al- 'nehmen,
d. h. kaufen', u. wer- 'geben, d. h. ver-
kaufen'] 'Handel'; hieraus rum. ali^veri^
'dass., Verkauf. [Sain 46. MSOÖ II,
122/3.
64. Ar. aiumä :
'Aber', tk. emma 'dass.'. Hieraus rum.
ama, ma 'was! wirklich!'; bulg. am, ami
'sondern, aber', serb. am<x 'allein, aber'.
[Bern SlEtWb 28.
I'ers. ämäilä.]
6
65. Perä. ämädä:
Part. pfct. des Vbs. ämiidän 'kommen'
(Horn NpEt S. 11, Nr. 48], also 'gekom-
men'. Über das tk. wurde rum. aman-
dea 'fertig, schnell'.
66. Ar. aniän:
'Gnade, Gunst', ebenso tk. Hieraus
rum. aman 'Gnade, Verzeihung', mit
dem ar. Art. aliman 'Not, Elend'. Frz.
aman in der Redensart demander T atnan
'um Schutz bitten'. — Die ar. Form
imäna, tk. emanet 'Sicherheil' wurde
mit amän kontaminiert, wobei sich
folgende Wörter ergaben : rum. amanet,
emanet 'Pfand, Sicherheit'; bulg. serb.
amanet 'Pfand', russ. amanat 'Geisel'.
[Sain 46. Devic DEt 30. Lammens
Rem 22. Bern SIEtWb 28. Gorjajew 4.
67. Ar. 'amära :
'Strick'. Davon it. alamari plr. 'Rock-
verschnürungen', sp. alamar 'mit Schnü-
ren verzierte Knöpfe zum Schmucke
od. zum Gebrauch' [Dicc Gast 101a],
pg. alnmar 'Schnüre od. Spangen aus
Seiden-, Gold- od. Silberfäden zur Zierde
am Anzüge' [Gonstancio Dicc 42 b]. —
Die Etymologie ist m. E. zweifelhaft;
vielleicht ist besser liamäla als Grdwt.
zu nehmen ; das vulg. ar. Wort 'amära
selbst aus herber, amrär 'Schnur'. [ML
397. DE 54/6. Caix, Studi di etimologia
italiana e romanza. Firenze 1878.
S. 145.
68. Hebr. amen:
'Wahrlich, gewiß, sicher'. Hieraus gr.
b.\xr\v, lat. amen; in alle europäischen
Sprachen übergegangen; mit diesem
Wort endigen die Jüdischen und christ-
lichen Gebete. Beachte besonders die
Formen: russ. amin , serb. aminati,
klruss. amin, dagegen cech. poln. amen
[besonders in der Redensart : jak amen
w pacierzu '(sicher) wie das Amen im
Gebete']. [Gorjajew 4. Mikl SIEtWb 3.
Karlowicz 415.
69. Ar. ainlr:
a) Vom Vb. amara 'befehlen', also:
'Befehlshaber, Fürst'. In der vulg. Form
emlr in alle europäischen Sprachen als
Fremdwort übergegangen, bemerke be-
sonders ndl. emier. — Mit ar-rahl
'Transport', d. h. die Transportflotte, die
dem Verkehr u. der Verbindung zwischen
Andalusien u. Nordafrika diente, wurde
amir verbunden zu amlr ar-rahl, dem
Titel für den Befehlshaber dieser Flotte.
Hieraus ergeben sich aus der Verkür-
zung der Form: pg. amiralh, prov.
amiralhs, atnirat, afrz. amiri, nfrz.
amiral [u. mit falscher etymologischer
Beziehung zu lat. admirari] admiral,
rum. amiral, it. ammiraglio [u. wie im
sp. pg. mit Verkennung des ar. Stammes
am ... als ar. Artikel] almiraglio, sp.
pg. almirante [mit volksetymologischer
Umbildung gemäß dem lat. partic. praes.],
afrz. aumirant, prov. amiran, it. almi-
rante. Die Bedeutung ist überall 'Ober-
befehlshaber der Flotte'. Ebenso mhd.
admirät [als Titel des Kalifen], dtsch.
Admiral, ndl. admiraal, engl, admiral.
— Daß die Worte aus amlr-al-bahr
'Befehlshaber der See, des Meeres' ent-
standen sein sollen, scheint wenig wahr-
scheinlich, wenn auch ein solcher Weg-
fall des arab. Wortes hahr an und für
sich möglich ist, vgl. z. B. Denebola [s.
hier Nr. 482], Abdul [wurde bei einem
tk. Schüler, der 'Abd-ul-hädl hieß, stets
als Name gebucht]. Dem Wunsche von
ML 423 nach einer Geschichte der Form
u. Bedeutung dieses Wortes muß zuge-
stimmt werden. Nur zum Teil ist dieser
Wunsch durch Christoph Gebhardt, Das
arabische Etymon einiger romanischer
Wörter. Programm des Slädt. Gymna-
siums mit Realschule zu Greiz. 1912.
S. 6 — 19 erfüllt worden. Der Verfasser
stellt als neues Etymon für die verschie-
denen Formen der Gruppe Admiral ar.
amir awival 'erster Emir, Oberemir'
auf, leider ohne diese Zusammenstellung
in arabischen Schriftstellern belegen zu
können. Den Formen prov. amiran,
amirant, sp. pg. it. almirante wird [a.
a. 0. S. 15] der Ausdruck anUr-amlrän
'Emir der Emire' zugrunde gelegt, doch
scheint die pers.-ar. hybride Form in
dieser Gestalt nicht bestanden zu haben,
auch scheint die notwendige Abkürzung
zu amiran zu merkwürdig zu sein [na-
türlich nach pers. u. arab. Sprachge-
brauche ist nur die Verkürzung mir-
mlrän]. Orientalische Entlehnungen
lassen sich nicht ohne weiteres nur mit
Beachtung der romanischen Lautgesetze
verfolgen, wie im Vorwort allgemein
bemerkt wurde. [Devic DEt 31/32.
Lammens Rem 23/24. DE 165. Dozy
Oost 5/6. Kluge 7. Rom Forsch IV,
368.
b) Mit pers. zädäl 'geboren, Sohn'
[Horn NpEt S. 143, Nr. 645] entstand
pers. ämirzädä od. verkürzt tnirzä, wört-
lich 'Fürstensohn'. Nachgesetzt, be-
zeichnet das Wort einen 'Prinzen von
Geblüt', z. B. ßäsid tnirzä 'Prinz R.'.
Vorgesetzt, ist das Wort der Titel eines
gebildeten, besonders eines schreibkun-
digen Mannes; am bekanntesten ist
Bodenstedts JVIIRZA SCHAFFT, pers.
mirzä säfi'. — Russ. mirza, murza
'tatarischer Großwürdenträger', vielleicl it
auch mit gerade gegenteiliger Bedeutung
7
[Ar. anirah.
nmrza 'Schmutzfink, Aschenbrödel'. —
Rum. )H jr^;ac 'TatarenhäupUing'. [Löbel
EITAP 64.
c) Mit ähur [s. hier Nr. 36] ergibt sich
pars, mlr ähur 'Stallmeister, Vorsteher
eines Marstalles', ebenso Ik., vulgär
ausgesprochen imrahor [A. Hindoglu,
Dictionnaire Franqais-Turc. Vienne 1831.
S. 201 a], hieraus rum. imhrohor 'Stall-
knecht'.
70. Ar. anirali :
[Mit gesprochenem, zum Stamme ge-
hörigen h; nicht amrä. wie ML 432
hat] 'weißlich'; hieraus mit romanischer
Endung sp. amarillo, pg. amarello 'gelb,
blaßgelb'.
71. Mal. äinnk:
[Pijn 13] 'Wut, wütend'. Zuerst in der
europäischen Literatur i. J. 1516 er-
wähnte Sitte, die im malayischen Ar-
chipel weit verbreitet ist: Derjenige,
der Amok läuft, stürzt sich gesenkten
Hauptes, den Kris [s. hier Nr. 1163] in
der Hand, auf alle, die er auf seinem
AVege trifft, ohne jemand zu verschonen.
Der Grund zu diesen Mordanfällen scheint
zu staiker Opiuragenuß od. auch Rach-
sucht zu sein. — Ndl. amok, Vb. amok-
ken, dtsch. Amock( laufen); sp. nmuco,
pg. amouco; angloind. engl, amuck,
amock, amok, als Vb. to run a-muck
[wie to run atilt, to turn aside aufge-
faßt], daraus wieder muck 'Wutanfall'.
— Das mal. Wort ist vielleicht zurück-
zuführen auf Malayälam amarhan
'Krieger' von amar 'Kampf, Krieg' ge-
mäß folgender alten Sitte: Wenn der
Zamorin von Malabar 12 Jahre regiert
hatte, wurde in Tirunäväyi eine Ver-
sammlung abgehalten, in welcher der
E'ürst in vollem Waffenschmuck, von
seinen Untertanen umgeben, Platz
nahm. Dann durfte jeder ihn angreifen,
und derjenige, der den Zamorin tötete,
wurde sein Nachfolger auf dem Thron.
Im J. 1 600 wurden 30 solcher Angreifer
bei ihrem Unternehmen getötet. Diese
Leute hießen amar-här, plr. von amar-
han. [Eingehend bei Hobson-Jobsonl8/23.
JAOS XVII, 108—112. MMM Nr. 2.
72. Ar. 'amüd':
'Säule', auch 'Eisenslange'; hieraus sp.
alanmd [mit ar. Art.] 'Riegel'. [DE 56.
73. Hind. äna:
Auch änah 'der 16. Teil einer Rupie'
[s. hier Nr. 1730]; hieraus angloind.
anna. [Hobson-Jobson 31/32.
74. Tamil änai-kondra:
[genauer änaik-k6n(j,a\ 'was einen Ele-
fanten tötete' soll das Grundwort für
Anaconda, den Namen einer Wasser-
riesenschlange, Boa A. oder Eunectes
niurinus Wagl., sein. [Hobson-Jobson
23/25.
75. Ar. 'aiiäk:
'Ziege', aber 'anäk al-ard wörtlich
'Erdziege' heißt der 'Dachs' od, ein
anderes ähnliches Tier. Hieraus [mit
Vertauschung der Nasalen] Alamac,
Amak ein Sternname: y Andromedae.
[Devic DEt 40. Ideler Sternn 126
bis 127.
76. Tk. Anadolu:
'Kleinasien' [vom gr. dvaxujXri 'Aufgang
sc. der Sonne', 'Osten' vom Vb. dvareWo)].
Zur Bezeichnung Kleinasiens in allen
europäischen Sprachen gebraucht, z. B.
dtsch. Anatolien. — Hieraus rum. ana-
dol 'eine Art tk. Pelzmantels'.
77. Pers. änbär:
'Schuppen', gesprochen ämbär [von
ämbästän 'anfüllen, anhäufen' Horn
NpEt S. 26, Nr. III], ebenso tk. ambar.
Hieraus rum. ambar, hambar 'Speicher,
Schuppen, Kornboden', Ableitung ham-
bara^; russ. bulg. serb. ambar 'Scheune,
Schuppen, Speicher', poln. ambar, im-
bar, kl russ. ambar 'Niederlage'. —
VÖLLERS in ZDMG LI, 299 Nr. 94
will jedoch anbär aus gr. ^lunöpiov ab-
leiten. [Gorjajew,4. Bern SlEtWb 28.
78. Ar. 'anbar:
Mit Assimilation 'ambar gesprochen;
hieraus it. ambra, frz. ambre, sp. pg.
ambar, [mit ar. Art.] alambar, alambre,
rum. ambrä, ambru; engl, ambre, ndl.
amber, dtsch. Amber; russ. ambra. —
Aniber ist eine ihrer Herkunft nach
zweifelhafte, ilirer Zusammensetzung
nach unvollständig bekannte, sehr teure,
dunkelgraue Masse, die in früheren
Zeiten in der Medizin hochgeschätzt
war, während sie heute fast nur noch
zur Herstellung von Parfümen benutzt
wird. In rundlichen oder kantigen
Stücken auf dem Meere schwimmend
oder am Strande angespült, wird die
Ambra im Indischen Ozean gefunden
und für feine Sorten je kg 5000 Mark
und mehr gezahlt. Vermutlich ist der
Amber die verhärtete Kotmasse des
Pottwals Catodon macrocephalus Lac.
— Dazu engl, yellow amber 'Bernstein'.
[DE 188/9. Eguilaz 258. ML 441.
Gorjajew 4.
79. Ar. anbik:
[Das selbst aus gr. äußiE; in der Aus-
sprache amblk] 'Destilliergefäß'. Hieraus
z. T. mit, z. T. ohne ar. Art. lat. alam-
bicum und die romanischen Formen:
it. lambicco, lambiccio, limbiccio 'Destil-
lierkolben', Vb. lambicare 'durch das
Reagenzglas gehen, genau prüfen', lam-
biccarsi od. beccarsi il cervello 'sich den
Ar. aiiilnl ]
8
Kopf zerbrechen'; prov. elamhic, frz.
tiliimbic, runi. alanibic, .sp. alambiqnc,
pg. lamhiqnc; en^'l. aleinhic. Vb. frz.
alamhiquer 'destillieren', auch figür-
licli. [DE r)(i. Devic DEl 5. ML ii±
Warlbg FEWb 57. GIBBS in American
Journal of Science and Arts XXXIII, 325.
80. Ar. audul :
(Auch haudrd; selbst aus dem pers.
und letzten Endes aus sanskr. himlöla,
andöla 'chinesische Sänfte', vgl. ZDMG
LI, «58; LH, i282; auch syrisch andül
BrLexSyr 28 a] 'Sänfte'. Hieraus viel-
leicht mit ar. Art. sp. lando 'leichter
mit Maultieren bespannter Wagen mit
4 Sitzen' [Dicc Gast 1240c, freilich mit
unrichtiger Etymologie], frz. londau,
engl, landau, dtsch. Landau, volksety-
mologisch umgestaltet zu Landauer. —
Der Vers in GOETHES 'Hermann und
Dorothea' I, 56: ,Im geöffneten Wagen
(er war in Landau verfertigt)" kann
natürlich nicht als Beweis für die*Ety-
mologie gelten, wonach die Wagen nach
ihrem Ursprungs- und Herstellungsorte,
der bayrischen Stadt Landau, benannt
sein sollen. Ebensowenig bewiesen
ist die Existenz eines angeblichen eng-
lischen Erfinders namens LANDOW.
[Kluge 273. [Dagegen wohl doch mit
Recht Jacob EMA 97.]
81. Ar. anf:
'Nase'. Anf al-faras [s. hier Nr. 586]
'die Nase des Pferdes' ist der ar. Name
eines im Maule des Sternbildes Pegasus
stehenden Sternes; hieraus Enif 'e
Pegasi'. [Devic DEt 109/110. Ideler
Sternn 117,
82. Mal. ang'grek:
[Pijn 7: standelkruit] 'eine Orchideenart'
in den Tropen, besonders Angrecum
fragrans Thou., deren Cumarin enthal-
tende Blätter den Bourbon- od. Faham-
tee liefern, und Angrecum sesquipedale
Thou., bei uns in Treibhäusern gehalten.
Aus dem mal. entstand zuerst frz. an-
grec, hieraus der botanische Name lat.
angraecim od. angrecum. [Rom
Forsch III, 492. Devic DEt 32.
83. Ar. 'ankabüt:
'Spinne'. Wegen der Ähnlichkeit der
sich kreuzenden Meridiane und Parallel-
kreise am Astrolabium hiefa ein Teil
desselben sp. alhancahit, frz. alancabuth.
[Devic DEt 5. Laramens Rem 4.
84. Ar. 'Antar:
Ein berühmter sagenhafter Held des ar.
Heidentums [s. z. B. C. Brockelmann,
Geschichte der arabischen Literatur.
Leipzig 1901. S. 23 f.]. Nach ihm ist
ein Kleidungsstück ar. '^antarl, tk. anteri
benannt; es ist ein Unterkleid, das
mei.sl von Seide und im Schnitte unseren
Schlafröcken ähnlich, doch etwas enger
ist [J.W. Redhouse, Turkish Dictionary^.
London 1880. S. 1324; tk. entari od.
anteri bei A. Hindoglu, Dictionnairc
Turc-Franqais. Vienne 1838. S. 71b].
Aus dem tk. wurde rum. anteriü, un-
teren 'langes Unterkleid der orientali-
schen Priester, Bauernrock'; bulg. serb.
anterija 'kurzes Untergewand mit Är-
meln'. [Sain 46. Bern SlEtWb 28.
85. Mal. antjar:
[Auch ancar] Name des Baumes Anti-
aris toxicaria, der das Upas-Gift liefert
[s. hier Nr. 2136]. Aus dem Mal. der
botanische Name und russ. anöar 'Gift-
baum'. [Gorjajew 5.
86. Ar. 'anzarüt:
[Selbst aus pers. änzärüt mit prähgiertem
'ain, vgl. ZfSem II, 221] 'Fleischleim,
Sarcocoil', ein Gummi von Astragalus
gummifer Dym. Hieraus altsp. azaro,
azarote, sp. azarote, anzarotes, altprov.
altcat. anzelot, pg. [mit ar. Art.] lan^arote
'dass.'. [DE 195. A. Thomas, Nouveaux
essais de philologie franqaise, Paris 1904.
S. 159. ML 511.
87. Ar. 'är:
'Scham'; mit tk. Suffix -siz 'ohne' er-
gibt sich tk. arsyz 'unverschämt, scham-
los' [Kelekian Kämüs 833], hieraus rum.
arsyz 'dass.'.
88. Tk. ara:
'Zwischen' [Stamm ar, or 'zwischen,
mitten' Vambery TktEtWb S 17, Nr. 19],
arali/k 'Zwischenraum'; hieraus rum.
aralic 'Platz, Zwischenraum'.
89. Ar. 'Arab:
Npr. 'die Araber', a) Schon im Ar. und
besonders im Tk. nahm das Wort die
Bedeutung 'Neger' an, daher rum. arab,
araj), harap 'Araber, Neger'; russ. arap,
bulg. serb. arapin, bulg. arap 'Neger'.
— b) In den romanischen Sprachen
wurde das AVort zur Bezeichnung einer
sittlichen Minderwertigkeit benutzt: frz.
arabe 'Wucherer, Beutelschneider', dial.
'habsüchtig, geizig', prov. arabe 'hab-
gierig, geizig', alabre 'gefräßig'. Die
ar. Adjektivform 'arabl 'arabisch' liegt
vor in sp. alarbe 'roher, ungebildeter
Mensch' [mit ar. Art.], pg. alarre 'dass.',
kat. alarb 'd:iss.'. — c) Bezeichnung
des arabischen Pferdes im engl, angloind.
arah [für an Arab horse], dtsch. Araber,
so schon bei Marco Polo: de bons des-
triers arrabins. Weitere Belege bei
Hobson-Jobson 33/34. — d) Mit roma-
nischer Endung -iscus wird it. arabeseo,
rabesco 'Schnörkelzeichnung nach arab.
Weise', frz. arabcsque, rum. aräpesc,
dtsch. Arabeske usw. — e) Zur Bezeich-
9
[Tk. araba.
nung des 'Mais' im bulg. arapka be-
nutzt [wie im ngr. äpaßöaTo;]. [DE 5(i
bis 57. ZromPh XXIX, 418. ML 58'.)
und 590. Roth ViFr 38.
90. Tk. araba:
[Mit falsrher arabisierender Schreibung
'araha] 'Wagen', urahagij 'Kutscher,
Fuhrmann'. Hieraus rum. araha, ha-
raba 'Leiterwagen', arabagiü, harahagiu
'Fuhrmann'; russ. arbn, lilruss. harha,
hu\g. serb. araba 'Wagen'. — ,üie
Arabas werden von Ochsen gezogen
und finden sich in der ganzen Berg-
landschaft des Kaukasus [in weilen
Teilen Vorderasiens und der Balkan-
halbinsel] wieder. Die beiden Räder
derselben, große plumpe Holzscheiben,
sitzen fest an der Achse und drehen
sich mit derselben herum. Auf der
Achse ruht, leicht und ohne anderen
Halt als den, welchen die oben liegende
Last des Wagens dem Zapfen gewährt,
das eigentliche Gestell. Mit diesem
höchst einfachen Fahrzcufre wird durch
Dick und Dünn, durch Täler und auf
Bergen, durch Flüsse und durch Moräste
gefahren, ohne daß je die Gefahr des
Umwerfens einträte." Heinrich Brugsch,
Reise der K. Preußischen Gesandtschaft
nach Persien 1860 und 1861. Leip-
zig 1862. I, 51. [Sain 16. Gorjajew 5.
Mikl SlEtWb 3.
91. Tk. aralas:
'Durcheinander' [Stamm ara, s. hier
Nr. 88], Vb. aralasdyrnmk 'mischen'.
Hieraus russ../e; «/«.s 'Kartenspiel, Whist'.
[Gorjajew 104.
92. Ar. 'arak :
'Schweiß', ^arak at-lamr 'Schweiß der
Datteln', d. h. Datlelsaft, ein berauschen-
des Getränk. In Ostindien heißt 'arak
ein starkes Getränk, das aus gegorenem
Reis, Zucker und Kokosnüssen zube-
reitet wird. Nach Europa ist das Wort
gekommen, nachdem im mal. Archipel
Kolonien errichtet waren. Daher haben
Italiener und Spanier, die dort keine
besaßen, das Wort auf anderem Wege
erhalten. Sp. arac, altsp. arrequi(n),
frz. arakj rack, pg. araquc, araca, rak,
engl, arrack, rack, ndl. arak, dtsch.
Arrak. Aus dem ar. Adjektiv 'araki
wohl das frz. Argot woit riquiqui
'Schnaps'. Die tk. Form ist ebenso raki,
woraus rum. rachiü 'Branntwein', rachier
'Branntweinbrenner', racliierie 'Brenne-
rei'. Russ. arak. [Kluge 22. Hobson-
Jobson 36/37. DE 196/197. Devic DEt
33/34. Gorjajew 5. — J. de Sousa, Vesli-
gios da lingua arabiga em Portugal. Col-
lecijäo etimologica das palavras e nomes
portugueses que tem origen arabiga. Lis-
boa^. 1830. S. 72 leitet alles auf ar.
härik 'brennend' zurück, nach dem
Obigen wohl zu Unrecht.
93. Ar. 'arata:
'Entfernen' [eigentlich: 'den Abwesen-
den verleumden']. Nach ML 599 [mit
Berufung auf de Gregorio in SlGlIt IV,
248] Grundwort zu siz. arrassu 'ent-
fernt', arrassari'sxch entfernen'; kalabr.
arrasnare 'dass.'.
94. Ar. 'ard:
Vollständiger 'ard al-gaii 'Heerschau'.
Hieraus mit dem ar. Art. sp. kat. alarc/c,
pg. alardo [Gonstancio Dicc 43 aj 'Heer-
schau, Praiilerei', die letztere Bedeutung
im Vb. sp. hacer alarde, pg. fazer alardo
'prahlen, sich brüsten'. [DE 57. Egui-
laz 92. ML 618a.
95. Ar. argal:
[Von rigl 'Fuß, Hinterhand der Vier-
füßer'] 'schwarzes Pferd mit weißen
Flecken an den Hinterfüßen'. Hieraus
sp. argel, pg. ar^cZ [Gonstancio Dicc 108a,
wo noch genaue Bedeutungsunterschiede
für argel travado, argel irastavado und
argel manalvo gegeben sind], frz. arzel
'dass.'. [DE 198. Devic DEt 38. Lammens
Rem 260.
96. Pcrs. ärgäli:
'Wildes Bergschaf' in Mittelasien: Ovis
ammon L. od. Ovis ArgaU ßodd. Hier-
aus frz. argali 'dass.'. [Devic DEt 34.
97. Pers. är^nwän :
[Auch ärguwän, ärguma»; vgl. hebr.
nrgämän, dieses aus assyr. argamamtu
'roter Purpur', DelHWB 129a, und
schließlich wohl aus ind.vgl.ZAkkFW37]
'Purpur, Purpurstoff, purpurfarben'
[nämlich 'dunkelviolett' nach P. HAUPT
in Verhandlungendes 13. Internationalen
Orientalistenkongresses Hamburg 1902.
Leiden 1904. S. 218[, ebenso tk. erge-
Iran [Kelekian Kamüs 68b] 'dass. und
Cercis siliquastrum'; hieraus rum. ior-
govan 'spanischer Flieder, Syringa vul-
garis'. Serb. jergoran 'dass.'. [Löbel
EITAP 56.
98. Tk. argymak :
[Nach Gorjajew 5 entsprechend dem ar.
riwäk, wozu vgl. KM II, 799: rainaka,
plr. rimäk 'schlechtes Pferd od. Stute,
die man bei den Füllen läßt, um diese
zu führen'; dies*s nach Völlers aus
pehlevi ramak ZDMG L, 641 Nr. 150];
hieraus russ. argamak, poln. rumak
'asiatisches Pferd; guter Renner' (poe-
tische Bezeichnung).
99. Ar. 'arif :
[Vom Vb. 'arafa 'wissen'] eigentlich
'Wissender', 'Baumeister, Architekt';
hieraus mit nr. Art. sp. alarife, valenc.
aarif, alarif 'dass.'. — Auch in dem
Ar. mir.]
10
Namen des Sommersitzes der granadi-
nisclien Könige in Granada, dem Gene-
ralife [s. Baedeker, Spanien und Portu-
RalA Leipzig 1912. S. 350; v. Schack,
Poesie und Kunst der Araber in Spanien
und Sicilien.2. Stuttgart 1877. II, 328
bis 333; Kurt Hielscher, Das unbekannte
Spanien. Berlin s. a. (1922). S. 17/22],
früher Ginalarife, d. h. gannai aVarlf
'Garten des Baumeisters'. [DE 57.
100. Ar. arlr:
[Infin. des Vbs. m'ra 'unverschämt
schreien"] 'Schreien, Geschrei'; hiervon
nach Diez, Körting und ML 647 sp. pg.
alarido 'Kriegsgeschrei'. Da aber in
der altfranzösischen Chanson d'Anti-
oche II, 122 den Sarazenen der Kriegs-
ruf ,«r{rfe.' aride .''^ beigelegt wird, paßt
die hier Nr. 59 d [am Schlüsse] gegebene
Ableitung semantisch besser. — Die
Ableitung aus lat. uhilatus ZromPh XVI,
520 ist abzulehnen.
101. Ar. 'aris:
'Weinlaube'. Hieraus sp. arije als Ad-
jektiv in der Verbindung uva arije 'rote
Edeltraube' [nach dem Dicc. de la Acad.
Gast, 'especie de uvas qua son del
lamano y hechura de las albillas, pero
muy rojas']. [DE 57/59.
102. Tk.-tat. arkan:
'Dicker Strick, Tau, Pferdeschlinge'
[vom Stamme ek 'wenden, drehen',
kausativ ögür > ör, z. B. cagat. örntek
'flechten, winden', arkam 'Seil' Vämbery
TktElWb S. 28, Nr. 31]. Hieraus russ.
poln. bulg. klruss. arkan 'Fangstrick,
Wurfschlinge zum Fange von Pferden';
rum. arcan 'dass.'. [Gorjajew 6. Bern
SiEtWb .30. Sain 16. Karlowicz 425.
103. Tk. arniagan:
'Geschenk'. Hieraus bulg. serb. arwa-
qan, serb. ormagan 'dass.'. [Mikl
SlEtWb 4.
104. Tk. arna'nt:
'Der Albanese' [wohl aus dem gr. 'A\ßa-
vixriq entstanden]. Hieraus rum. arnäut
'albanesisch, der Bediente' und Ablei-
tungen arnäutesc, arnaujinu, arnäu-
feascä. Bulg. arnautin, serb. arnautin
od. arnaut 'der Albanese', jedoch klruss.
arnaut(ka) 'eine Art Heidekorn'. Zur
Bezeichnung der Albanier in allen euro-
päischen Sprachen, z. B. dtsch. Arnaute.
105. Tk. arpa:
'Gerste'; mit Deminutivsuffix arpagyk
'Gerstenkorn, spanische Zwiebel'; hier-
aus rum. arpagic 'Schnittlauch, Scha-
lotte' [s. hier Nr. 119],
106. Ar. arrih:
Im Vulgärarabischen des Magrib [Nord-
westafrika] Interjektion zum Antreiben
der Tiere [JAs 1843, II, 216], vielleicht
auch vom Imperativ harrik 'bewege!'
abgeschwächt. Im prov. it. arri! von
den Maultiertreibern in gleichem Sinne
benutzt. Hieraus leitet DE 202/3 das
sp. arriero, pg. arrieiro 'Maultiertreiber'
ab.
107. Tk. arslan:
[Vgl. über Versuche zur Etymologie
dieses Wortes BANG in KSz XVII, 126 ff.]
'Löwe'. Hieraus bulg. serb. arslan und
mit Metathesis bulg. raslan 'dass.'.
Über magy. oroszldn wurde slov. oros-
lan. [Bern SlEtWb 31.
108. Tk. arsyn:
[Aus pers. ärs 'Elle' Horn NpEt S. 18,
Nr. 70] 'Elle' = 71,1 cm. Hieraus rum.
ar$in 'Elle, Docke (Wolle)' und russ.
bulg. serb. arsin, bulg. rbsin, poln.
arszyn 'Elle', 'der 1500. Teil einer
Werst (1,067 km)'. Ebenso dtsch. Ar-
schine, frz. archine 'russische Elle'. [Sain
46. Bern SlEtWb 31.
109. Ar. 'arta nltä:
[Wohl selbst fremden Ursprungs] 'Alpen-
veilchen'. Hieraus siz. kat. sp. artanita
'dass.'. [GrSVociSic 226. ML 683.
110. Tk. artyr-:
Artyrmak 'vermehren'; hieraus rum. ar-
tirisire 'steigern', atärdisi 'aufschlagen'.
111. Ar. 'arüs:
'Braut', hieraus siz. garrusu als Aus-
druck der Verachtung für junge Leute,
meist mit obszönem Nebensinne: 'Ky-
näde'. [GrSVociSic 238.
112. Sanskr. ärya:
'Edel'. Hieraus dtsch. Arier zur Be-
zeichnung derjenigen Völker, die dem
Sanskrit verwandte Sprachen sprechen.
Engl. Art/an, Vb. to aryanize; frz. arten.
113. Tk. aryk:
'Wassergraben, Kanal' [Stamm jar- 'zer-
spalten, zerklüften' Vämbery TktEtWb
S. 123, Nr. 133 II]; hieraus serb. klruss.
jarok 'Graben, Rinne, Bach'. Vgl. auch
ung. ärok 'Graben, Kanal'. [Bern Sl-
EtWb 446.
114. Ar. arza:
'Eine Fichtenart, pinus cedrus'. Hieraus
mit dem ar. Art. sp. alerce 'Lärche';
siz. arzanu 'Tanne'. Auffallend ist die
Ähnlichkeit mit lat. lärix, laricem, wor-
aus it. larice, pg. larico; dtsch. Lärche.
[GrSVociSic 227. ML 635. DE 98.
115. Ar. 'asä:
'Stock', doch auch schon 'Lanze'; hier-
aus val. aa^a 'Lanze'. [DE 31.
116. Ar. 'asära:
[Vom Vb. 'asara 'pressen'] 'der Saft,
der durch Pressen aus einer Pflanze
gewonnen wird' ; hieraus sp. frz. alizari
als Handelsausdruck für garance 'Fär-
berröte, Krapprot' und weiter der che-
11
[Tk. ascy.
mische Ausdruck Alizarin zur Bezeich-
nung bestimmter Farbstoffe; frz. alisa-
rine. Alizarintinte wurde i. J. 1855
zuerst in Dresden hergestellt. [Devic
DEt 23. Lammens Rem 15.
117. Tk. ascy:
[Aus as 'Suppe' und dem Suffix des
Berufes gi; nicht npers. äs 'Brühe,
Speise', wie Horn NpEt S. 8, Nr. 29 an-
gibt; vgl. auch MO XVll, 145] 'Koch';
in vulgärer Aussprache ahgy; hieraus
bulg. ahcija, serb. oscija 'Koch'. [Bern
SlEtWb 25.
118. Ar. asTr :
'Kriegsgefangener', ebenso tk. esir, vul-
gär jesir. Hieraus serb. (dial.) jesir
'Gefangener', klruss. jastjr 'dass.', poln.
ycfsfs)«/r 'Gefangenschaft bei den Türken',
russ. (nur alt u. dial.) jasyr, jesyr
'Sklave'. [Bern SlEtWb 449.
119. Hebr. Askelön:
Lat. Ascalon, n. pr., eine Stadt im süd-
lichen Palästina; danach wurde eine
Zwiebelart als cepa ascalonla bezeichnet;
hieraus unter Wegfall des Substantivums
[wie bei frz. fromage aus lat. lac for-
maticuni] aprov. escalonha, afrz. escha-
logne, it. scalogno, sp. escalona; mit Suf-
fixwechsel frz. Schalotte, pg. xalota;
dtsch. Schalotte, Aschlauch. In der
Vendee dial. Schalotte 'derbe Tracht
Prügel'. [Behrens Beiträge 87. ML 694.
120. Hebr. Askenaz:
In der sogen. Völkertafel Gen 10, 3 ge-
nanntes Volk, wahrscheinlich im nörd-
lichen Phrygien (Kleinasien). Später
bedeutete askenaz 'deutsch, der Deut-
sche, Deutschland', plr. askenazim 'die
Deutschen', allgemeiner die Juden mit
jüddischer Muttersprache, besonders im
Gegensatze zu den westlichen Sefardim
mit spagnolischer Sprache. Vgl. auch
den Familiennamen Aschkenasy. [Ave-L
IV, 330.
121. Ar. asraf:
Elativform von sarlf 'edel, berühmt'
[s. hier Nr. 1852], also 'sehr berühmt,
sehr edel', ergab mit pers. SufBx i äs-
räfi 'eine Goldmünze' [genau so ge-
bildet wie das synonyme äkbäri von
ar. akbar 'sehr grofa']. Hieraus pg.
xarafim, xerafim 'eine Münze aus Ost-
indien, die 300 Reis Wert hatte' [Con-
stancio Dicc 974 a] und sicherlich auch
frz. aigrefin [mit volksetymologischer
Umgestaltung] 'eine Münze, die früher
in Frankreich in Umlauf war' und mit
einem nicht seltenen Bedeutungswandel
'Schwindler, listiger Mensch' [besser als
die Ableitung von einem so nicht vor-
handenen al-hurüfi, das wieder in Zu-
sammenhang mit harif 'Bursche' ge-
bracht wird]. [Devic DEt 5.
122. Pers. ästär:
[Ob ursprünglich iranisch wie Horn
NpEt S. 7, Nr. 26 will, oder tk. ast
'unter', also 'Unterfutter' ZDMG XXIII,
272 u. Vämbery TktElWb S. 21, Nr. 23 1,
bleibe dahingestellt] 'Futter (eines Klei-
des)'. Hieraus über tk. astar 'dass.'
[Kelekian Kämüs 18a] rum. astar 'Fut-
ter, Seihtuch'.
123. Ar. 'asür:
'Der Zehnte' [von '«snr '10']; hieraus
frz. achour 'eine Steuer, welche die Ein-
geborenen Algeriens an die französische
Verwaltung zu zahlen hatten'. [Devic
DEt 4. Lammens Rem 4.
124. Tk. asyk:
'Knöchel, Knöchelchen (auch zum Spie-
len)'; hieraus mit adventivem r rum.
ar§ic 'Knöchelchen, Knöchelspiel'; Ab-
leitg. arqicar.
125. Tk. asm.i:
[Vom Stamme as- 'hängen'] 'Rebe';
hieraus rum. asmaciuc, asmafuc, asma-
pichm, 'Kerbel Anthriscus'.
126. Pers. äspänäh :
ar. isfänäg, isfinäg 'Spinat' [Vielleicht
kommen diese Formen selbst aus dem
Lateinischen, etwa spitia 'Dorn' oder
besser *spinax SBKAW Wien PhhKl
CXXXII, 362]; hieraus zunächst die ro-
manischen Formen afrz. espinoche, espi-
nard; frz. epinard, prov. espinar, kat.
espinac, sp. espinaca, pg. espinafre, it.
spinace, rum. spanac. Mit steter An-
lehnung an lat. spina auch im Germa-
nischen dtsch. Spinat, ndl. spinazie,
engl, spinage. Russ. spinal, bulg. spa-
nak, serb. spanac, äech. Spinat, poln.
szpinak. [Devic DEt 110/111. Eguilaz
391. ML 706.
127. Hebr. asirüt:
Moderner Ausdruck 'großer Reichtum'
[vgl. assyr. asäru 'Heil widerfahren las-
sen' Del HWB 148 a, hebr. *es^r im
Ps 1, 1: 'Glück']; hieraus mit vorgesetz-
tem n [wohl aus dem dtsch. Art.] das
jüdischdeulsche nesires in dem Aus-
druck : Da steckt e Nesires 'Da ist noch
Reichtum!' [Tendlau66. LenzEindrl7.
128. Tk. at:
[Vielleicht vom Stamme al 'fremd, wild'
Vämbery TktEtWb S. 14, Nr. 14] 'Pferd'.
Hieraus rum. hat 'Pferd' in der Volks-
poesie; bulg. serb. at 'Pferd, Hengst'.
Mit pers. pähn 'groß, weit, breit' [Horn
NpEt S. 76, Nr. 344] wird tk. pehn-at
'großes Pferd', woraus rum. bahntet
'edles tatarisches Roß' in den Volks-
liedern der Moldau, russ. klruss. poln.
bachmat 'dass.', Adj, (dial.) bachmatif
Ar. 'atnsa.]
12
'tölpelhaft, uiigeschickl'. |Sain 16. Bern
SlKt\VI):?3. Gorjajew 13. Karlowicz 4'i3.
li."J. Ar. 'atai^a:
'Dürsten, nach elw. gierige sein'. Hier-
aus siz. nttaciu 'riesiger Appetit, Gier,
Brunsf; attaciatii 'durstig, ängstlich'.
[GrSVociSic ^J^!7.
13(». Ar. atflja:
rir. atäfl 'Dreifuß'; hieraus mit dem
ar. Ari. sp. annafe, anafrc 'Kohlen-
hecken, kleiner tragharer Ofen'. In der
ar. Aussprache von Granada, wo die
Iniiila fä ^ ij sehr stark war, er-
gab sich atifl und hieraus sp. atifle
'irdener Dreifuß'. [DE 1S4 u. ^215.
131. Ar. atlas:
'Glatt, fein'. Von einem Manne, der
nicht viel taugte, sagte man, er sei
atlas; ebenso von Seide, sie sei atlas,
d. h. minderwertig; schheßlich blieb
das Adjektiv allein zur Bezeichnung des
Stofifes [wie z. B. im Romanischen, wo
aus lat. ieciir firatum frz. foie 'Leber',
aus lat. caseum fonnaticum frz. froinaffe
'Käse' wurde], und zwar des sog. Seiden-
satins [s. hier Nr. 2188]. Rum. atlas,
atlaz; russ. atlas, bulg. atlaz, serb. cech.
atlas, poln. atlas 'Satin'. Dtsch. Atlas,
ndl. atlas. [Joseph Karabacek, Über
einige Benennungen mittelalterlicher
Gewebe. Wien 188± S. llfT. Gorjajew
7. Hobson-Jobson 39/40. Kluge '25.
Dozy Oost 22.
132. Malediwisch atoln:
Verwandt mit singhalesich ätul 'Inne-
res'. Hieraus die europäische Form
engl, atoll, dtsch. Atoll. Darunter ver-
steht man eine Koralleninsel, die einen
Ring oder Kranz, manchmal von vielen
km im Durchmesser, bildet und in ihrem
Innern einen Raum mit brackigem
Wasser einschließt. Die Malediwen sind
typische Beispiele dieses Baus und
gaben daher das Wort zu ihrer Bezeich-
nung her. Wissenschaftlich gebraucht
wurde es zuerst von DARWIN in seiner
Abhandlung über The structure of Co-
ral Reefs 1842, S. 2, wo atoll als sy-
nonym mit lagoon-island definiert wird.
Ältere Belege, bis 1610 zurückgehend,
bei Hobson-Jobson 40.
133. Ar. 'Attäb:
Npr. Ein Urenkel von UMAIJJA, dem
Stammvater der Umaijjadendynastie,
gab einem Stadtviertel Bagdads den
Namen, also al-'aifäbija. In diesem
Viertel wurden die bunten StolTe aus
Seide und Baumwolle hergestellt, die
nach dem Ursprungsorte einfach 'Attäbl-
Stoffe genannt wurden. Hieraus mit
W eglassung des ar. Art. it. sp. pg. tabi,
frz. tabis [wozu das Vb. tabiser 'wäs-
sern, d. h. inoirieren' gehört]; engl.
tabby, ndl. tabijn, dtsch. Tabin 'schweres,
glattes, moiriertes Seidenzeug'. Poln.
tabin, tobin; klruss. polutabcnt mit An-
gabe eines weiteren Herkunftortes.
(DE 343/4. Mikl SlEtWb 346.
134. Ar. 'attär:
'Verkäufer von Parfümen und Drogen
[ar. 'är], Drogist'; hieraus mit dem ar.
Art. sp. alatar 'Drogist'. [DE 59.
135. Ar. au^:
'Höhe, Kulmination, Apogäum [Erdferne
als Fachausdruck der Astronomie]' als
technischer Ausdruck und in verall-
gemeinerter Bedeutung [z. B. höchste
Glückswonne] ins Romanische über-
gegangen: it. sp. kat. pg. anye, frz.
auge 'Apsiden'. Ableitung von lat.
awjerc, wie z. B. Constancio Dicc 140 b,
ist aus lautlichen Gründen abzulehnen.
Das ar. Grundwort ist möglicherweise
selbst fremden [persischen, indischen
oder griechischen] Ursprungs. [DE 217.
Devic DEt 48. Lammens Rem 29/30.
ML 782.
136. Kas. tat. unl:
Kirgis. ebenso, dass. wie Ik. agyl 'Tier-
park, Hof. Hieraus russ. aul 'Dorf bei
kirgisischen Völkern', bulg. ag^l 'Hürde'.
[Gorjajew 7. Mikl SlEtWb 2.
137. Tk. awly:
'Hof [aus dem gr. aüXr)]; hieraus rum.
avlie 'Park'.
138. Ar. 'aTVTVär:
Od. 'awär [von der Wurzel 'ära II 'ver-
derben'] 'Stäubchen, Fehler, Schaden'
ist wohl sicherlich Grundwort zu it.
araria 'Schaden an Schiff oder Ladung,
Hafensteuer', ein Wort, das zuerst von
den Genuesen und Pisanern benutzt
wurde und dann mit der it. Endung in
fast alle europäischen Sprachen über-
ging: frz. avarie; sp. averia, haberia ;
pg. avaria, Dtsch. Havarie, Haferei;
ndl. avarij, averij, haverij; engl, average
[offenbar ist h als Ersatz für das von
Europäern nicht sprechbare 'ain zu
denken; dann wäre der unmittelbare
Einfluß des ar. Grundworts bis hierhin
wirksam gewesen, wenn nicht etwa
Kontamination mit germ. Hafen oder
Volksetymologie anzunehmen ist]. Russ.
awarija, bulg. serb. awarija, Cech. ava-
rie 'Seeschaden'. [DE 217. Dozy Oost
22/23. Devic DEt 50/51. Kluge 195.
Gorjajew 1. Hobson Jobson 42.
139. Ind. äya:
Od. äyä in allen indischen Eingeborenen-
sprachen; selbst aus dem pg. aia 'Er-
zieherin, Amme' [wie aio 'Haushof-
meister, Erzieher eines jungen Adligen'
letzten Endes aus dem lat. adiuvare].
13
[Pers. äz3cl.
Hieraus die angloindische Form ayah
'eingeborenes Zimmermädchen oder
Amme'. [Hobson-Jobson 42.
140. Pers. äzäd:
[Horn NpEt S. 6, Nr. 19] 'frei' ergibt
mit pers. diräht 'Baum' [Horn NpEt
S. 121, Nr. 548] den Pflanzennamen
äzäddirüht, ebenso ar. azädimh oder
azdiraht, Melia azederach L. [vgl. J. F.
Gronov, Flora orientalis 52; Forskäl,
Flor. aeg. ar. p. LXVI, no. 127]. Hieraus
sp. acedaraque, frz. asedarac, dtsth.
Zedrach. [DE 32. Devic DEt 53.
141. Pers. äzärg-Qii:
Teuerfarben' (aus pers. äzär 'Feuer'
Horn NpEt S. 4, Nr. 9 und gün 'Farbe'
ebenda S. 211, Nr. 946]. Hieraus ar.
zarkün und weiter sp. azarcön 'Mennig',
pg. zarcäo, azarcäo; volksetymologisch
entstellt auch it. panni di sirico und
ähnl. [DE 225/226. Dicc Gast 296.
Karabacek (s. hier Nr. 131) S. 8 unten.
142. Pers. äzdiihä:
'Drache' [Horn NpEt S. 19, Nr. 76];
hieraus zunächst tk. azder 'dass.' und
dann bulg. serb. azder 'Schlange', az-
darlia 'Drache'. [Mikl SlEtWb 5. Bern
SlElWb 36.
143. Ar. 'aziz:
'Mächtig, herrlich'; mit dem ar. Art.
al-'aziz 'die Herrliche', Grundwort zu
la Zisa, dem Namen der noch jetzt vor-
handenen siz. Villa bei Olivuzza bei
Palermo. Eine eingehende Beschreibung
s. bei Schack, Poesie und Kunst der
Aiaber in Spanien und Sizilien. 2. Aufl.
II, 261—265.
144. Ar. 'azm al-hukk:
'Knochen des Oberarms oder des Hüft-
beins'. Hieraus prov. amaluc 'Hüfte'.
[ML 849. Memoires de la sociele de
iinguislique de Paris. Paris 1873. V, 40.
145. Hebr. ba'al:
'Herr', a) Mit hebr. bajib 'Haus' ergibt
sich in moderner Aussprache bal-bajis
'Herr des Hauses'; hieraus ndl. balle-
boos, baalhaboos. [Ave-L IV, 341. Dozy
Oost 24.
b) Mit dä^är 'Wort, Erkundigung'
ergibt sich modern bal-dowor 'Herr der
Erkundigung, Kundschafter'; hieraus in
der dtsch. Gaunersprache Baldower, Vb.
ausbaldowern 'die Gelegenheit zum Dieb-
stahl auskundschaften'.
c) Mit cfßitß 'Fliegen' ergab sich
Ba'^al-ze^ü^ 'Herr der Fliegen', ähnlich
wie Zeüi; öttöiliuio?, der 'Fliegenbewah-
rer', Name einer philistäischen Gottheit
[übrigens gr. wohl absichtlich zu BeeX-
SeßouX 'Herr des Mistes' verstümmelt].
Hieraus dtsch. Beelzebub, frz. belzibuth,
it. belzebu, wie schon im NT Bezeich-
nung des 'Fürsten der Hölle'.
d) Mit 'afälä 'Wagen' wurde über
ba al 'a-^älä "Herr des Wagens' schließ-
lich poln. balagula, baragola 'jüdischer
Fuhrmann'. [Karlowicz 417.
146. Tk. baba:
'Vater' ; hieraus rum. baba 'Vater, Greis',
babacä, babaie 'Vater', babalic 'aller
Mann'. Ebenso russ. baba, babai 'Groß-
vater'. Im Angloindischen wird das tk.
Wort sowohl von Europäern als Ein-
geboienen als Kosewort für Kinder be-
nutzt : bäba oder im Plural bäbälög [lög
'Leute' im Hind.]. [Bern SlEtWb 36.
Hobson-Jobson 42/43.
147. Ar. babagä:
[Selbst nicht arabischen, sondern viel-
leicht indischen Ursprungs, JAs 1862,
I, 93] 'Papagei'. Hieraus mit Anlehnung
an lat. gallus it. papagallo, afrz. pape-
gaut und in Anlehnung an lal. gains
'Häher' prov. papagai, afrz. papagai,
nfrz. papegai [jedoch mit geänderter
Bedeutung: 'Vogel aus Holz, nach dem
geschossen wird'], sp. papagayo; ferner
siz. varmiamii, it. barbagianni 'Nacht-
eule, fig. Tropf'. Dtsch. Papagai, ndl.
papegaai [als 'Pfaffenhäher' aufgefaüt],
engl, popingag, dän. papegoeie, schwed.
papegoja. Ebenso russ. popugai, klruss.
papnha, serb. poln. papuga, bulg. pa-
pagai. [DE 326. GrSVociSic 249. Gor-
jajew 274. Mikl SlEtWb 231. Suolahti,
Die deutschen Vogelnamcn. Straßburg
1909. S. 2/3.
148. Mal. babwTisa:
Zusammengesetzt ausmal.bä&j'Schweiii'
[Pijn 26] und rüsa 'Hirsch' [Pijn 124],
also wörthch 'Hirschschwein', Bezeich-
nung einer Art Schweine im indischen
Archipel, nämlich Porcus Babiiussa
Wagl. [also nicht 'Schweinehirsch', wie
Sachs-Villatte, Frz. Wb. s. v. übersetzt].
Hieraus engl, babirussa, babirusa, dtsch.
Babirussa, sp. babiruza, frz. babiroussa.
[Devic DEt 55/56. JAOS XVII, 112 bis
114.
149. Pers. bäbr:
(Horn NpEt S. 42, Nr. 180] 'Tiger'. Hier-
aus über tatai-. babr 'Leopard, Jaguar'
das russ. babr 'Tiger'. [Gorjajew 8.
1.50. Hiud. bäbü:
(Auch bengali, vgl. sskr. vupra 'Vater']
Ursprünglich ein Ausdruck der Ach-
tung, der dem Namen hinzugefügt wurde,
wird das Wort jetzt in Bengalen und
anderen Teilen Vorderindiens von den
Angloindern zur Bezeichnung eines ober-
flächlich gebildeten oder auch verweich-
lichten Bengali benutzt. Vielfach hat
es auch den Sinn eines 'eingeborenen
Pers. BailahsSn.]
14
Schreibers, der englisch schreiben kann'.
(Hobson Jobson 44.
151. Fers. Badahsäii:
N. pr. Name des nordöstlichen Teiles
des lieutigeii Afgänistän. Von hier be-
zot,' man in früheren Zeiten Edelsteine
[MP 12ü/lt241. Über das ar. balaM er-
^ab sich als Bezeichnunjj; iür eine Rubin-
art ndat. bahiscius, it. halascio, halasso,
sp. halaju, balaja, pg. balais, bedache,
kat. balaix, frz. prov. balais; dtsch.
Ballasrubin. [Devic DEt 57. DE S!33.
ML 891.
152. Mal. badak:
[Pijn 27a] 'Nashorn'; hieraus sp. pjr.
ahada 'Weibchen des Nashorns', auch
sp. bada [Dicc Gast 302 c] 'Nashorn'.
[Hobson-Jobson 1/2.
153. Ar. badala:
Vb. 'verändern'; hieraus bind, badall
'eine Person, die für jemand anders ge-
nommen wird, Stellvertreter' und anglo-
ind. budlee 'Stellvertreter in öffentlichem
oder privatem Dienste'. [Hobson-Jobson
122.
154. Pers. bädäin:
'Mandel' ; hieraus bind, badam ha daraht
'Mandelbaum' und schließlich frz. ba-
damier 'der indische Mandelbaum, Pru-
nus amygdalus'. Über tk. badem [Ke-
lekian Kämas 233 a] 'Mandel' wurde
bulg. badem, serb. badem 'dass.'. [Bern
SlEtWb 37. Mikl SlEtWb 6.
155. Ar. bndao:
'Gürtel od. Frauenmantel ohne Ärmel';
hieraus pg. bedeni 'maurischer Mantel,
Regenmantel aus Leder, Spartgras oder
Binsen [Constancio Dicc 167 b] und siz.
piddemia 'Frauenmantel aus Leinen od.
Baumwolle' [in scherzendem Tone od.
vei-ächtlichem Sinne gebraucht]. [GrS-
VociSic 243.
156. Tk. badana:
'Putzmörtel, Tünche zum Kalken oder
Weißen' [Kelekian KämOs 232b und
Hindoglu, Dictionnaire Turc-Franqais.
Vienne 1838. S. 99 a]; hieraus rum. bi-
dinea 'Weißbürste'. [Woher stammt frz.
badigeon 'Putzmörtel'?]
157. Pers. bädäwärd:
[Aus dem pers. bäd 'Wind' [Horn Np-
Et S. 35, Nr. 151] und ar. ward 'Rose'].
Eine Pflanze (Komposite) aus dpr Gat-
tung Echinops 'Kugeldistel'. Hieraus
frz. bidigar 'Schwamm, der auf den
Rosensträuchern durch den Stich eines
Insektes bewirkt wird'. [Devic DEt 63.
158. Pers. bädgir:
'Windfang' [aus pers. bäd s. hier Nr.
157 und glr Präsensstamm des Vbs.
giriftän 'ergreifen' Horn NpEt S. 202,
Nr. 909]; hieraus angloind. badgeer 'eine
Vorrichtung zur Lüftung eines Hauses',
wie sie in Persien u. Sind gebräuchlich
ist; es sind Lullzüge in Form von
Mauer-Schornsteinen, die dem Serdäb,
d. h. dem Kellergeschoß, von der Ter-
rasse des Hauses herab frische Luft
zuführen. [Hobson-Jobson 4(1.
159. Pers, bädjä:
'Weingefäß, Krug' [Horn NpEt S. 36,
Nr. 155]; hieraus zunächst tk. badja
'dass.' und daraus rum. bäduü 'Butter-
faß'; russ. badja, badjeika 'Brunnen-
eimer, Kübel', poln. (dial.) badja 'ein
Maß von bestimmter Größe bei der
Minenverwaltung'. [Gorjajevv 8. Bern
.SlEtWb 37.
160. Tk. badihewa:
'ümsonst, gratis' [Kelekian 233 b, wohl
aus ar. bädi-hawä 'Luft verursachend'] ;
hieraus bulg. badihawa, badlawa 'dass.',
serb. badawad 'dass.', slov. badava und
mit slav. Präposition zabadava 'verge-
bens, umsonst'. [Bern SlEtWb 37.
161. Pers. bädiugän:
Ebenso ar. bädingän 'Tollapfol, Solanum
melongena'. Hieraus zahlreiche ver-
schiedene romanische Formen: it. peton-
ciano, sp. pg. val. berengena, pg. berin-
gala, kat. alberginera, frz. aubergine,
melanghne, merangene, it. melangola,
marignano, melanzana, siz. milinciana.
Über vulg. tk. ■paüygan wurde rum.
pätlägea, demin. pätlägicä 'Tomate'.
Russ. badidzan, badarzan, batlamn,
baklazan. [DE 239. Eguilaz 344. De-
vic DEt 46/47. ML 876. Löbel EITAP 75.
162. Pers. bädjäu:
'Anis'. Hieraus sp. badian, badiana,
pg. badiana 'chinesischer Slernanis',
frz. bndiane 'ein Baum Ilicium anisatum
aus der Familie der Magnoliaceen'; aus
den Samenkapseln, dem sog. Sternanis,
werden das wohlriechende eau de bu-
diane u. verschiedene Liköre, z. B. die
anisette de Hollande, hergestellt. Russ.
poln. badjan 'Anis'. [Gorjajew 8/9.
Devic 56. MMM 5.
163. Pers. bädräii:
[Pers. bäd 'schlecht' Horn NpEt S. 44,
Nr. 187] 'Schurke'; hieraus rum. bädä-
ran 'Tölpel, Erzlümmel'.
164. Ar. badw:
'Wüste', das zugehörige Adj. badawt,
vulg. bedewi 'VVüstenbewohner' oder
wahrscheinlich der plr. badawijün, vulg.
bedewln ergibt frz. bidonin, sp. it. pg.
bednino, pg. beduin 'arab. VVüstenbe-
wohner', rum. bidiviu 'Pferd arabischer
15
[Pers. bäftä.
Rasse'; dtsch. Beduine, ndl. hedowijn,
engl, bedouin; russ. heduin 'Beduine',
poln. (alt) bedew, hadmcja 'gutes Renn-
pferd'. [DE 238. Devic DEl 63. Karlo-
wicz 421.
165. Pers. bäftä:
'Gewoben' [part. pass. von bäftän 'we-
ben' Horn NpEt S. 38, Nr. 168]; der
Name für eine Art Kaliko, die haupt-
säcblich in Baroch und Guzerat (Vorder-
indien) hergestellt wurde; daher anglo-
ind. bafta, bufta. Vielleicht hängt hier-
mit auch ndl. bef 'Chorrock der Präla-
ten, Halskragen', demih. beffken, dtsch.
Bäffchen 'viereckiges Kinnläppehen der
geistUchen Tracht' zusammen [vgl. z. B.
auch ar. bafta in der Bedeutung 'ein
ganzes Stück' SBKAW Wien phil. bist.
Gl. C HI (1883), 199]. — \mi\.pafta
hat das Wt. die Bedeutung 'Platte, Me-
tallplatte' angenommen [K61ekian Kämas
314a]; hieraus rum. pafta 'Schnalle,
Spange'. [Hobson-Jobson 47. MWiD
114, Löbel EtTAP 72.
166. Pers. bäg::
'Tribut' [Horn NpEt S. 34, Nr. 148],
auch tk. bag 'Abgabe, Durchgangszoll'
[K616kian Kämüs 232]; hieraus bulg. ba&
'Abgabe', serb. bazdar 'Aichmeister',
bazdarina 'Zoll'. [Mikl SlEtWb 6. Bern
SlElWb 37.
167. Tk. baga:
'Kamin'; hieraus rum. bageacä, bajacä
'Dachfenster, Fensterluke'.
168. Tk. baga:
'Schildkröle'; hieraus rum. baga 'Schild-
patt'. Sollte auch sp. galäpago 'Schild-
kröte' aus tk. kaplij baga [d. h. bedek-
kelte Kröte von \ap 'Deckel', s. hier
Nr. 1061] herzuleiten sein? [.Sain 47.
169. Pers. bä^cä:
'Garten' [aus bäg 'Garten' Horn NpEt
S. 39, Nr. 169], tk. ebenso bagce, balcie;
hieraus russ. bakda, bahia 'Gemüse-
garten', klruss. baksa 'dass.', serb. bas-
6a, bulg. baföa 'Garten (mit Melonen
und Gurken bepflanzt)'. [Gorjajew 9.
Mikl SlEtWb 6. Bern SlEtWb 39.
170. Pers. Ba^däd:
N. pr. Name einer am Tigris gelegenen
Stadt, aus altpers. baga [Sskr. bhaiif)]
'Gott' u. zend data 'gegeben, geschaffen',
also 'von den Göttern gegeben [9eö-
KTiaToq]', nicht 'mit Glück beschenkt'
das gegen die Quantität verstößt [zend
bägha 'Glück']. Aus dem Adj. bagdädi,
das schon ar. und tk. 'Zimmerdecke aus
Holzbalken' bedeutete, wurde rum. bag-
dadie 'Zimmerdecke'. — Das Subst.
wurde it. Baldacco, afrz. Baudas, dtsch.
Baldak [z. B. in Hauffs Märchen], engl.
BaJdacca und das Adj. entsprechend;
hieraus it. baldacchino 'ein in Bagdad
hergestellter, golddurchwirkter Seiden-
stoff", dann ein daraus hergestelltes
'Zelt, Thronhimmel'; frz. baudequin, bal-
daquin, sp. baldaquln, pg. baldequino.
Aus dem it. wurde dtsch. Baldachin
nur in der speziellen Bedeutung 'Thron-
himmel', ebenso ndl. haldakijn, aber
engl, baldachin, baldaquin 'Brokatstoff,
Traghimmel'. Russ. baldahm, bulg.
serb. baldahin, ßech. baldachyn, poln.
baldachin. "[DE 234. Devic DEt 58.
ML 881. Kluge 33. Gorjajew 10.
171. Ar. ba^Ija:
'Ehebrecherin, Hure'; hieraus mit Suffix-
wandel frz. bacasse, sp. bagasa, pg. ba-
gaxa, prov. bagassa, it. bagascia 'Vettel,
Hure', siz. bagascia 'dass.', gnajassa
'unerzogene gewöhnliche Frau, Schlam-
pe'. — Vielleicht liegt auch Kontami-
nation mit ar. bägiz, bäyiza 'zotig,
Lump' vor; für Ableitung aus hypothe-
tischem *bacassa liegt kein Grund vor.
[GrSVoci Sic 227.
172. Ar. bagla:
Name eines 'Schiffes' [wohl selbst in-
dischen Ursprungs ZDMG L, 651]; hier-
aus angloind. buggalow 'dass.'. [Hobson-
Jobson 94.
173. Tk. baglania:
'Das Binden' Inf. des Vbs. baglamak
'binden'; hieraus rum. balaiiia, balamale
'Türangel, Scharnier'.
174. Tk. ba^yr:
'Eingeweide'; hieraus runi. hairi, baere
'dass.'.
175. Pers. bähädur:
'Held' [nach Schiefner durch Dissimi-
lation der Konsonanten aus fagfür hier
Nr. 569 oder aus dessen Grundwort
bagha-piithfa entstanden; vgl. mongol.
bagatur, batur, woraus ung. bdtor 'kühn'
wurde]; ebenso tk. bahadyr 'Held'; hier-
aus russ. bogatyr' 'Held, Riese, Vor-
kämpfer' z. B. im AT in Bezug auf
Simson gebraucht; klruss. bohaiyr 'Held',
bahatyr 'reicher Mann'; poln. bohatyr
'Held'. Über bind, bahädur 'Held, Vor-
kämpfer' entstand angloind. bahaudur,
bahawder, behadoor, frz. bihadour: ein
Titel, der gewöhnlich dem Namen euro-
päischer Offiziere in indischen Schrift-
stücken angefügt wird, z. B. Jones ^dhih
Bahädur. Auch sind Bahaivdur und
Sirdar Bahaivdur die offiziellen Titel
der Inhaber der 2. und 1. Klasse des
Order of British India, der 1837 für
eingeborene Offiziere der Armee gestif-
tet wurde. Im gewöhnlichen Leben be-
zeichnet angloind. behawdur 'eine hoch-
mütige, wichtigtuende Persönlichkeit'. —
[Benfey, Orient und Occident I, 1H7
Pers. bähmän.]
16
führt das Wort auf sskr. bhagordhara
"glückbringend' zurück.] — Über tk.
hahadyr wurde rum. hahardlrcä 'alte
Kokelte, ydieinspröde'. [Hobson-Jobson
48/Ö0. Gorjajew !2-2. Bern SlEtWb Ü6.
176. Pers. bähuiäu:
Eine Pflanze, die verschieden bestimmt
wird, wahrscheinlich Centaurea beben,
aber ar. bahman 'eine Art Rettich".
Hieraus frz. hiJien, sp. behen, dtsch.
Behenuurzel; die Wurzel wird in der
Arzneikunde benutzt. — Das sog. Behen-
öl wird dagegen durch Pressen der Be-
hennüsse gewonnen, d. h. aus den Sa-
men der Pflanzen Moringa oleifera Lani.
und M. aptera Gaertn., die wie die be-
kanntere unsere Kapern [s. hier Nr. 978]
liefernde Capparis der Familie der Cap-
paridaceen (unseren Cruciferen verwandt)
angehören. [Devic DEt 63/C4.
177. Ar. bahrl:
Adj. zu ar. bahr 'See'; hieraus sp. ba-
hari, pg. hafari 'eine Art Falke'. [DE
232.
178. Pers. bähsis:
'Geschenk' [vom Vb. bühSldän 'schenken'
Horn NpEt S. 43, Nr."! 86]; ebenso tk.
baksis. Hieraus rum. ftacgis 'Trinkgeld';
engl, angloind. bucksheesh, huxees; frz.
bakchich; dtsch. Bakschisch 'Geschenk,
Trinkgeld'. Bulg. serb. bnksis 'dass.'.
[Devic DEt 57. Bern SlEtWb 40.
179. Ar. bahür:
'Weihrauch, Wohlgeruch'; hieraus mit
ar. Art. pg. albafar, albafor 'Parfüm
aus Benzoe, Lavendel und aromatischer
Cyperngraswurzel in starkem Essig;
wohlriechendes Cyperngras'. [Constan-
cio Dicc 43 b.] [DE 62.
180. Hebr. bäliür:
'Jüngling' [vgl. neuhebr. bähal 'reifen'
Dalman, Aramäisch-neuhebräisthesWör-
terbuch (1901), 49]; hieraus judendtsch.
Bocher 'dass., Schüler'; poln. bachur,
bachor 'jüd. Kind; junges Schwein'.
[Kluge 60. Karlowicz 417.
181. Tat. bajbak:
'Murmeltier'; hieraus russ. baibak, babak
'iVIurmeltier Arctomys marmota Scbreb.,
Faulenzer', bulg. bajbak, öech. bajbak,
babäk, poln. bobak; frz. boback; dtsch.
Boback 'asiatisches Murmeltier'. [Gor-
jajew 9.
182. Tk. bairak:
'Fahne', mit pers. Endung bairakdar
'Fahnenträger'; hieraus rum. bairac
'Fahne', 6aiV«cc?ar 'Fahnenträger'. Eben-
so bulg. bajrak, serb. barjak 'Fahne'.
Bei den Räuberorganisationen auf dem
Balkan ist der Bairaktar derjenige Ober-
räuber, der die Kasse führt und die
Verteilung der Beute vornimmt. [Mikl
SlEtWb 6. Bern SlEtWb 39.
183. Tk. bairam:
Name zweier Feiertage, nämlich 1. das
seket' bairamy 'Zuckerbairam', auch
großes Bairam, als Ende des Fasten-
monats Ramadän in den ersten Tagen
des Monats Sawvväl und 2. das korban
bairamy 'Opferbairam' am 10. Du'l-higge
zur Erinnerung an das Opfer der Pilger
in Mekka. Hieraus rum. bairam 'Fest,
Bairamfest'. Im angloind. beiramee,
byraniee, byrampaut 'ein feiner Woll-
stoff, der schon von IBN BATTÜTA
um 1343 erwähnt wird [IB 248]. [Hob-
son-Jobson 81/8:2.
184. Ar. baitär:
'Tierarzt' [das selbst möglicherweise aus
gr. iTnriaxpö? stammt, ZDMG LI, 29.o];
hieraus sp. albeitar, pg. alveitar 'dass.'.
[DE 70.
184 a. Hebr. bajiö:
'Haus' [ar. bait, assyr. bitu]; hieraus
gaunerdeulsch Bais, Bes, Bos 'dass.'.
Mit hebr. zönä 'Prostituierte' ergibt sich
Sonebos, Sonnenbos 'Bordell', mit hebr.
zebfl 'Mist' [s. hier Nr. 145 c] Sefelbos
'Abtritt'. S. auch hier Nr. 145a.
18.5. Mal. bäjü:
Besser bägü 'eine Art Überkleid, nia-
layische Jacke' [Pijn 27 a] ; hieraus anglo-
ind. badjoe, bajoo 'dass.'. [Hobson-Job-
son 46/47.
186. Ar. bakara:
'Kuh'; hieraus siz. bdcara 'eine Art
kleiner Wagen, kleinstes Gefährt in Si-
zilien'. [GrSVociSic 227.
187. Hebr. bakbük:
'Flasche' ; hieraus frz. bacbuc 'dass.' bei
Rabelais: la dioe Bacbuc 'die göttliche
Flasche!' [Devic DEt 56.
188. Ar. bakija:
'Rest, Überbleibsel'; hieraus mit ar. Art.
sp. albaquia 'der Rest einer Schuld, be-
sonders das, was bei der Entrichtung
des Zehnten sich nicht bequem teilen
ließ, z. B. sechs oder sieben Schafe'.
[DE 65. Dicc Gast 104 a.
189. Ar. bakkäl:
'Gemüsehändler, Händler mit Gemüse,
Obst, Pökelfleisch, Rindfleischwürsten
und anderen Gegenständen häufigen
(lebrauchs', ebenso tk.; hieraus rum.
bacal, bäcan 'Grünhändler', bäcänesä
'Gemüsehändlerin', bäcäliä, bäcämä 'Ge-
müsehandlung'; russ. bakalvja, bulg.
bakalija, serb. bakalski jespap, poln.
irt^'a/;>'Spezereien,Koloniaiwaren'. [Gor-
jajew 9.
190. Ar. bakkam:
'Farbholz zum Rotfärben' [vielleicht aus
17
[Tk. baklawa.
dem Pers., etwa pük Horn NpEt S. 75,
Nr. 339 '^Brennholz'], ebenso tk. bakam;
hieraus rum. bäcan 'Blauholz', russ.
bakan Tlorentinerlack'. Bakkam ist
dasselbe wie Fernambuk- oder Brasil-
holz, Caesalpinia echinata Lam., seit der
Entdeckung Amerikas unser gebräuch-
lichstes Rotholz, das die Portugiesen
1.540 in den südamerikanischen Wäldern
in großen Mengen fanden [wie Haema-
toxylon campechianum L. oder Cam-
pecheholz unser gebräuchlichstes Blau-
liolz ist]. Im angloind. sappanwood ist
wahrscheinlich tamul. shappu oder ma-
layäl. shappannani "rot' als Grundwort
anzusetzen. Der dritte bereits genannte
Name Brasil oder Brazil, schon im
Mittelalter gebraucht, ist noch nicht er-
klärt. [Hobson-Jobson 794.
191. Tk. baklawa:
'Kuchen aus Mandeln oder Rosinen mit
Honig und Zucker hergestellt' ; hieraus
rum. baclava 'Honigkuchen, Marzipan'.
192. Hind. baknä:
""Schwatzen' ; hieraus angloind. to buck
^plappern, viel und anhaltend schwatzen'.
[Hobson-Jobson 117.
193. Tk. bakyr:
'Kupfer'; hieraus serb. bakar 'dass.',
bulg. bakor 'Kupfer, Kupfergefäß'. [Mikl
SlEtWb 6. Bern SlEtWb 40.
194. Ar. balä':
'Unglück', tk. ebenso bela; hieraus rum.
bela, belea 'Mißgeschick, Not', beläleü
'schwach'.
195. Mal. baläcau:
^Vorspeise aus gesalzenen und dann ge-
stampften und getrockneten Fischchen
oder dergl.' [Pijn 38 a]; hieraus anglo-
ind. balachong, blachong, die charakte-
ristische Speise der indochinesischen und
malayischen Völker. [Dass. wie hier
Nr. 286.] [Hobson-Jobson 51.
196. Ar. balad:
'Land', Adj. dazu baladl 'ländlich, ein-
heimisch'; hieraus mit leicht verständ-
lichem Bedeutungswechsel sp. baladi
'wertlos, gering'. [DE 202/3.
197. Pers. bälähäuä:
[Aus pers. bälä 'hoch' Horn NpEt S. 39,
Nr. 171 und pers. hänä 'Haus' ebenda
S. 103, Nr. 465; also eigentlich 'Hoch-
haus'] 'ein oberes Zimmer, hervorstehen-
der Teil des Hauses, Erker, Balkon';
hieraus mit vielfachen Kontaminationen
ähnlich bedeutender Wörter und unter
volksetymologischen Einflüssen it. bar-
■bucane 'Brustwehr mit Schießscharten,
Stützmauer', prov. barbacana, frz. bar-
bacane 'Schießscharte', kat. barbacana
''Fensterdach, Dachvorsprung', sp. bar-
bacana und pg. barbacäa 'Außen werk
Lolcotsch, Etymolog. Wörterbuch.
einer Feslunii'. Wenn Löbel EITAP 11
diese Ableitung mit mehr als einem
Schein von Recht elimologia indoiosä
nennt, so sind die folgenden Wörter
aus semantischen Gründen unzweifel-
haft aus dem angegebenen Grundwort
abzuleiten und Annahme eines ahd.
palco 'Balken' als Grundwort abzuleh-
nen: it. balcotie, frz. balcon, rum. halcon,
sp. balcÖH, pg. balcäo; dtsch. Balkon,
engl, balconi/; russ. bulg. serb. poln.
balkon, 6ech. bulkön. — Auf direkterem
Wege, höchstens über tat. bälahane ist
russ. balagan 'Marktbude aus Brettern,
Schaubude' entstanden. — Andere Ab-
leitungen s. DE 60. Eguilaz 97. ZfromPh
V, 244; XXX, 557. [Gorjajew 9 u. 10.
ML 890.
198. Tat. balaliiika:
'Laute' ; hieraus russ. halalaika, klr.
balabaika, serb. balalajka, öech. bala-
lajka 'russische Zither oder Laute mit
zwei oder drei Saiten' ; frz. la balale'ika,
dtsch. Balalaika. [Gorjajew 10.
199. Mongrol. balamnt:
Hieraus russ. balamut, öech. balanmt,
poln. balamut 'Schwätzer, Klatsch er' ;
Tum. balamut 'dumm'. Dazu auch Verba:
russ. balamutit' , Cech. balamutiti, poln.
balamucic und mit Abstoßung der
ersten Silben: bulg. mUja, serb. mutiti
'verwirren, trüben'. [Gorjajew 10.
200. Ar. balät:
Einheitsnomen baläta 'glattes Pflaster,
breiter Stein zum Pflastern, Quader';
hieraus siz. balata 'die lastra, d. h. ein
harter, viereckiger Stein zum Einram-
men der Pflastersteine'.
201. Tk. balbaäy:
Aus tk. hal 'Honig' und bas 'Kopf,
eigentlich 'Honigkopf', hieraus rum.
balba^, baba§ 'Honigwasser'. — Aus tk.
balgy 'Honigverkäufer' wird rum. balgiü
'dass.'. — Tk. bal-jemez 'der nicht Honig
ißt oder frißt' ist Bezeichnung für ein
Geschütz großen Kalibers, vgl. v. Moltke,
Briefe über Zustände und Begebenheiten
in der Türkei.^ 1876. S. 260 im Briefe
vom 12. Mai 08. Hieraus rum. balimez,
baliemez 'großkalibriges Geschütz'. Hier-
von kommt sicherlich auch der luia.
Ausdruck a face talme§ bahiief 'krumm
und lahm schlagen'.
202. Tat. balda:
'Ring, Säbelgriff, Knauf, auch tat. bal-
dak, das kirgis. 'Krücke' ist; hieraus
russ. balda 'das dicke Ende eines Stockes,
ein großer Hammer'; mit slav. Präfix
und Endung russ. tiabaldasnik, nabal-
dasina 'Stockknopf'. [Gorjajew 10.
Bern SlEtWb 41.*
-i
Ar. Balkis.]
18
'2U3. Ar. Balkis:
X. pr., Name der sagenhaften Königin
von Saba, die zur Zeit Salomos lierrschte,
vgl. Koran Sure 27, wo der Name aller-
dings nicht genannt wird. Nach A. Rösch,
Die Königin von Saba als Königin Bil-
qls. Eine Studie. Leipzig 1890 ist das
ar. Wort vom gr. uaWaKiq 'Kebsweib'
abzuleiten [das gr. Wort mufs selbst wie
lat. pallaca vom hebr. oder phöniz. pi-
leges 'Kebsweib, Buhle' kommen; die
Benennungen unsittlicher Personen und
Verhcältnisse pflegen von dem niedriger
stehenden Volk aus dem Sprachschatz
des höher gebildeten übernommen zu
werden]. Nach Löbel EITAP 11 soll
mit Berufung auf Laurian §i Maxim,
Glosariu de vorbe sträine In limba ro-
mänä. Bucure§ti 1876, p. 50 das Wort
im Türkischen die Bedeutung 'dick und
groß' haben [fehlt aber bei Kelekian
Kämüs]. Hieraus rum. balciz, halcäz
'garstig, plump, stämmig'. — Die von
Löbel a. a. 0. gegebene Ableitung vom
gr. TTaXaid KüZiKoq 'Ruinen von Kyzikos
am Marmarameere' ist, weil semantisch
unzulässig, abzulehnen.
204. Ar. ballä'a:
'Hauskanal, Abzugsgraben,Kloake', eben-
so ar. ballü'a. Hieraus sp. arboUön,
ulbellön 'Abzugsgraben der Teiche und
Höfe', albanal, albaüar 'Kloake'; arag.
albellön, val. arbellö 'Abzugsgraben'.
Ebenso siz. biddaca 'dass., Abort'. [DE
65. Eguilaz 102. ML 908a (wo ar. balla
ungenau ist).
205. Ar. ballür:
'Kristall'; hieraus sp. abalorio 'kleine
Glasperle', pg. avelorios, avellorios 'Glas-
perlen, wertlose Kleinigkeiten'. [DE 31.
206. Ar. ballüt:
'Eichel, Kastanie', Einheitsnomen bal-
lüta; hieraus sp. bellota [woher hat ML
1025 die Form balota'^ Dies Wort ist
ja 'die Stimmkugel'], pg. belota, boleta,
bolota 'Eichel', it. ballotta 'gesottene
Kastanie'. [DE 239. Eguilaz 343.
207. Tk. balta:
[Stamm bal 'zerhauen, spalten' Vämbery
TktEtWb S. 197, Nr. 2071] 'Axt, Beil';
hieraus russ. balta 'schmales Beil', klruss.
poln. balta, bulg. serb. balta 'Beil'; rum.
bältac, bältag 'Streitaxt, Keule'. [Gorja-
jewlO. Mikl SlEtWb 7. Bern SlEtWb 41.
208. Tk. balyk:
'Fisch'; hieraus russ. balyk 'gedörrter
Stockfisch', serb. haluk 'Fischkörner,
Kockeiskörner' [z. B. zur Vertilgung des
Ungeziefers], poln. nur im Ausdrucke
na balyku 'auf allen Vieren, sehr un-
geschickt [wie ein Fisch auf dem Trock-
nen]'. [Bern SlEtWb 41/42.
209. Mal. bambn:
[Dessen letzte Quelle ist vielleicht kanar.
bänbü, das aus sskr. vanibha verderbt
zu sein scheint] 'eine Pflanze Südasiens',
besonders häutig werden Bambusa vul-
garis und B. arundinacea angebaut. Die-
Benennung, die in Sumatra und Java
heimisch ist, verbreitete sich in Europa
seit Ende des 16. Jahrhunderts zuerst
in der Form mambu, dann sp. pg.
bambu, it. bambü, frz. bambou, ndl. bam-
boe, bamboes, dtsch. Bambus, engl, bam-
boo [bambou-cane ist aber kein Spazier-
stock aus Bambus, sondern aus rattan,.
s. hier Nr. 1724], russ. bambuk. — Die
reiche Verwendungsfähigkeit des Bam-
bus schildert vorzüglich Ghamb AllJap
61/64. [Devic DEt 60. Kluge 35. Hob-
son-Jobson 54/5.
210. Ar. bämija:
'Eine Gemüsepflanze, Hibiscus esculen>-
tis, griechisches Korn', tk. ebenso ; hier-
aus rum. bamie, bamä, bambä 'Okra
(unreife Malvenf rucht) , GumbokapseP
[nach Ghijä Pop, Rumänisch-deutsches
Wörterbuch S. 44].
211. Ar. banän:
'Finger', Einheisnomen banäna; wahr-
scheinlich Grundwort zu der Bezeich-
nung Banane für die Frucht der Musa
paradisiaca L. oder Musa sapientum L.
[Musa übrigens aus ar. mauz, müz 'Baum,
und Frucht der Musa'], doch wurde der
Name zuerst im Kongogebiete gehört
[obwohl der Bantu-Name dafür bi-tebbe
oder ähnhch lautet] und um die Mitte
des 16. Jahrhunderts nach Europa ge-
bracht; sp. pg. banana, it. banano, rum.
bananä, frz. banane 'Pisangfrucht', ba-
nanier 'Pisangbaum', ndl. banaan, engl.
banana, dtsch. Banane, russ. banan. —
Nach einem Vorschlage von HÜMMEL,
soll Banane von babyl. banu 'süß schmek-
ken, gut sein' [wohl banu II, 1) bei Del
HWB 180 a] kommen, wovon auch über
*bana das ar. bala 'Dattel' abgeleitet
wird. [Kluge 35. Hobson-Jobson 56.
E. Werth, Zur Natur- u. Kulturgeschichte
der Bananen. In Festschrift zu Eduard
Hahns 60. Geburtstage. Stuttgart 1917..
S. 22—58. MWiD 130.
212. Pers. band:
'Band, Knoten' [Berge DPersFr 69, Prä-
sensstamm des Vbs. bästän 'binden'
Horn NpEt S. 50, Nr. 219]; hieraus wohl
unter Anlehnung an pers. bändär 'Ha-
fen' angloiud. bund 'jedes künstliche
Ufer, Werft, Damm'; auch in allen
anglochinesischen Häfen gebräuchlich,.
außer in Hoiig-Kong, wo pg. praia [aus
lat. plaga] benutzt wird. [Hobson-
Jobson 127.
213. Ar. bang:
[Aus pers. häng 'Bilsenkraut' Horn NpEt
S. 53, N. 232] 'Bilsenkraut, Hyoscyamus
niger, ein berauschendes Haiifpräparat';
hieraus bind, bliäng [vielleicht auch un-
mittelbar aus sskr. hhanga 'brechend,
Hanf] u. anglüind. bang, bhang, pg.
hangue [Gonst Dicc 158 b], sp. bango,
frz. bangue 'indischer Hanf. Die ge-
trockneten Blätter und Stengelchen von
Gannabis indica werden entweder ge-
raucht oder, mit einer Süßigkeit ge-
mischt, gegessen; die berauschende Wir-
kung ist ähnlich der des liasis [s. hier
Nr. 839]. — Wie hängt hiermit kopt.
ni-bang, woraus gr. vriuevdrig abzuleiten
ist, zusammen? [DE 375. Devic DEt
60/61. Hobson-Jobson 59/60.
214. Hind. bauglä:
Hieraus angloind. hungalow, die ge-
bräuchlichste Art Häuser, welche Euro-
päer im Innern Indiens bewohnen. Sie
bestehen nur aus einem Stockwerk und
sind mit einem pyramidalen Dach ver-
sehen, das gewöhnlich mit Stroh, manch-
mal mit Ziegeln gedeckt ist. Gegensatz
dazu puckahouse [s. hier Nr. 1614]. —
Mit hind. däk 'Post, Relais von Pferden
u. Leuten, auch Briefpost' verbunden,
ergibt sich angloind. daw-Oungalow, ein
Rasthaus zur Bequemlichkeit der Rei-
senden, das früher und z. T. auch jetzt
noch von der indischen Regierung unter-
halten wird. Einfach eingerichtet, ent-
halten sie doch alles Wesenthche für
die Bedürfnisse des Reisenden, auch
einen Diener, der für mäßigen Preis
Nahrung liefert. Sie sind entweder in
Abständen von 10 bis 15 engl. Meilen,
so daß ein Tagesmarsch ohne Mitnahme
eines Zeltes erfolgen kann, oder von
40 bis 50 Meilen angelegt, die in einer
Nacht von Palankinträgern durchlaufen
werden können. [Hobson-Jobson 128/1 29.
299/300.
215. Mal. bangsal:
'Lager, Magazin, Vorhalle' [Pijn 35b];
hieraus angloind. bankshall 'Warenhaus,
Büro eines Halenmeisters'. [Hobson-
Jobson 61/62.
216. Ar. bannä' :
'Baumeister'; hieraus mit Imäla/ä>e
> ü/ sp. albani, alba0l, albanir 'Polier',
pg. alvanel 'Maurer', Vb. sp. albanilear,
Adj. sp. albanilesco. [DE 65.
217. Mah Bantan:
N. pr. Die westlichste Residentschaft der
Insel Java. Hieraus engl, bantam 'Zwerg-
huhn' als Bezeichnung für alle ganz
19 [Ar. bang.
kleinen Hühnerrassen. Frz. coq oder
poiile bantam ; dtsch. Bantamhuhn.
218. Mal. bantiug:
'Rinderrasse vom Hochlande von Pa-
dang' [Pijn 41 ; ursprünglich javanesisch] ;
hieraus engl, banting, banteng 'das wilde
Rind, Bos banteng', auf Java, Borneo
und der Mdlayischen Halbinsel. [JAOS
XVH, 116/117.
219. Pers. bärä:
Od. bärrä 'Lamm' [Horn NpEt S. 49,
Nr. 211]; hieraus vielleicht über das
Kurdische russ. baran 'Hammel', öech.
heran, cech. (dial.), poln. baran 'dass.'.
[Gorjajew 11/12.
220. Syr. Bar-abba:
N. pr. Nach den Evangelien Mt 27 u.
Mc 15 ein jüdischer Verbrecher, den
die Juden am Passahfeste an Jesu Stelle
losbaten [aus syr. bar 'Sohn' und abba
'Vater', s. hier Nr. 1, also 'Sohn des
Vaters'; dagegen scheint die Deutung
bar rabbän 'Sohn ihres Herrn oder Leh-
rers' kaum wahrscheinlich]; gr. Bapaß-
ßa?, lat. Barabhas ; hieraus triest. baraba
'Taugenichts', genues. barbau, prov.
barban, barbau 'Schreckgespenst für
Kinder'. [ML 940.
221. Pers. bärk:
'Blatt' [Horn NpEt S. 47, Nr. 203] ; hier-
aus über die kaukasischen Sprachen
russ. burka 'runder, kurzer Filzmantel',
wie er bei den Kosaken und Kaukasiern
üblich ist. Poln. burka. [Gorjajew 34.
222. Ar. baraka:
'Segen (nämlich Gottes)', ebenso tk.
bereket 'dass., Fruchtbarkeit'; hieraus
rum. berechet 'Fülle, Fruchtbarkeit';
bulg. bereket 'Überfluß', serb. bericet
'Glück, Überfluß'. [Sain 47. Bern
SlEtWb 49.
223. Sskr. baranda:
[Vielleicht selbst vom pers. bär-äniädä
'heraufgekommen, d. h. mit einem Dach
versehen'], neuindisch varanda 'ein be-
deckter, nach vorne offener Vorraum,
Altan'; hieraus pg. varanda, sp. baranda,
harandilla, kat. barana, frz. veranda,
it. Veranda; dtsch. Veranda, engl, veran-
dah [jedoch amerikanische Schreibung
Veranda Herrigs Archiv CXLI. 195],
schwed. Veranda. [Hobson-Jobson 964 u.
965. ML 9151.
224. Ar. baras:
'Weißer Aussatz, Lepra'; hieraus mit
ar. Art. sp. albarazo, pg. alvaraz 'dass.',
frz. albara, albora. [DE 65. Devic
DEt 6. Lammens Rem 5.
225. Ar. baras:
'Bunte Flecken bei Pferden' [daher ar.
abras 'Schecke']; hieraus sp. barajado,
pg. baralho 'bunt' und als Verb sp.
2*
Ar. barTil.]
20
barajar, pp. baralhar 'misilieir, woraus
schließlich sp. baraja, pg.baralha 'Spiel',
vielleicht auch it. sbaraiß/o 'Zerspreu-
guiig\ Vb. sbaragliare sowie sbaraglino
'Pufispier.
iJ'it). Ar. bar'ät:
'Quittuiii;, Patent'; hieraus mit ar. Art.
sp. albula, albaran, pg. alvara 'dass.,
Diplom, Pafa'. Tk. ebenso berat 'Patent',
hieraus rum. berat 'dass.'. [DE 63/(>4.
2'i7. Ar. barbäris:
[Entstanden aus nnnr hüris über ambar
bäris, vgl. FLEISCHER in BSGW phil.
bist. Kl. 1881, XXXill, 9] 'eine Pflanze
Berberis vulgaris', deren Beeren zu Mar-
mel.ide, Sirup oder Eis verarbeitet wer-
den; die Apotheker benutzen ihre Wur-
zalrinde; zuerst wurde die Pflanze von
den Arabern verwertet. Frz. berberis,
engl, barberry [aber berberine 'die dar-
aus gewonnene Substanz zum Gelb-
färben'], dtsch. Berberize, Berberstaude,
Berberisbeere. Russ. barbaris 'Sauer-
dorn'.
228. Ar. barda'a:
[Nach I. I. Hess aus pers. pärdä 'Tep-
pich' mit infigiertem 'Ain ZfSein H, 221.
Allerdings kann das ar. Wort auch tk.
Ursprungs sein, da wenigstens im Dia-
lekte von Adärbaigän die Satteldecke
ähnlich heißt: burunduk von der Wurzel
bur, bör 'verhüllen, verdecken' Vämbery
TktEtWb S. 211, Nr. 228; vgl. ZDMG
XXIII, 270] 'Satteldecke, Sattelunterlage,
Piicksaltel'. Hieraus viele romanischen
Formen mit manchem Bedeutungs-
wechsel: it. barda 'Lederdecke für Brust,
Hals und Flanken des Pferdes', siz.
tarda, frz. barde 'Reitkissen', sp. pg.
barda 'Pferdeharnisch; Hecke', sp. pg.
albarda 'SaumsatteP; sp. bardo, frz.
6ar(?eaM 'Dachschindel', frz. &arrfo< 'Maul-
tier'. [DE 66. Devic DEt 62. ML 955.
229. Ar. bardag-:
'Erbeutete, gefangene Griechenmädchen,
weiße Sklavinnen' [KREMER in SBKAW
Wien phil. bist. Gl. CHI (1883), 195/196;
nach VÖLLERS in ZDMG L, 628 noch
jetzt im Namen Hös Barda', dem Sklaven-
hof von Kairo, erhalten] ; sie wurden
meist zu unzüchtigen Zwecken gehalten,
daher it. bardascia 'Knabe, der zur Un-
zucht gebraucht wird, Lotterbube' [aber
logud. mail. piem. 'Knabe' schlechthin],
afrz. hardaclie, sp. bardaja, bardaje
'Schandbube'. [Eguilaz 340. ML 956.
230. Tk. bardak:
'Glas, Becher': hieraus rum. bardac,
bardacä 'Krug, Tintengefäß', Ableitung
bärdäcufä. Bulg. serb. bardak 'dass.'.
[Mikl SlEtWb 7. Bern SlEtWb 44.
241. Ar. bardän:
'Kalt', vulgäre Form für kl. ar. bärid,
auch mit der Bedeutung 'töricht', daher
sp. mit ar. Art. albarddn 'Spaßmacher,
Spitzbube'. [DE_66.
242. Ar. bardi:
[Entlehnung aus dem Allägyptischen
ZDMGL, 653] 'Papyruspflanze Cyperus
papyrus'; hieraus mit ar. Art. val. al-
hardi, sp. albardin, frz. alvarde 'Pflanze
aus der Familie der Gramineen', dem
Sparlo ähnlich und wie dieser gebraucht.
[Devic DEt 29. Lammens Rem 21.
ML 1401.
243. Ar. barga:
'Haifa-Sandale, Hausschuh' [das Wort
ist selbst durch romanische Vermittelung
aus dem Baskischen zu den Arabern
gekommen ZDMG LI, 311; vgl. sp.
aharca, mlat. abärca 'Bauernschuli'] ;
hieraus mit dem ar. Art. pg. alparca,
murcianisch alborga, albolya ; aus dem
ar. plr. al-bargät wurde sp. pg. alpar-
gata 'Spartoschuh'. [ZfromPh XXXII,
43. ML 904.
244. Pers. barglr:
[Aus pers. bar 'Last' Horn NpEt S. 36,
Nr. 156 und gtr s. hier Nr. 158] 'Last-
pferd'. Hieraus bind, und daraus anglo-
ind. bargeer 'Soldat der irregulären
Kavallerie, der nicht Eigentümer seines
Pferdes und seiner Waffen ist, welche
vielmehr der Regierung gehören'. —
Im vulg. tk. verderbt zu bejgir oder
begir 'Lastpferd', hieraus rum. beghir
'Pferd'. [Hobson-Jobson 69.
245. Pers. bäri:
'Wenigstens' [aus pers. bär 'Mal' Horn
NpEt S. 36, Nr. 157 und i der Einheit,
also: 'ein Mal'], ebenso tk. barg und
bar gm; hieraus rum. barem, barim 'we-
nigstens', bulg. serb. bare 'wenigstens,
dennoch'. [Mikl SlEtWb 7. Bern SlEt-
Wb 44.
246. Hiud. bari-bibi:
[Aus bind, ban, fem. zu barä 'groß',
und hlbl 'Frau, Dame'] 'große Dame';
im angloind. ist das Wort zur Bezeich-
nung der Dame geworden, die bei einer
Gesellschaft den Vorsitz verlangt: hirra-
beebee. [Hobson-Jobson
247. Ar. barkfik:
[Aus dem lat. praecocium 'das F'rühreife'
über gr. rrpaiKÖKKiov, irpaiKÖKia, upeKÖK-
Kia, ß^piKOKKa, s. Lammens Färük S. 364
Anm.; das ar. Wort hat übrigens die
Bedeutung 'Pflaume' erhalten, während
die Aprikose mismas (s. hier Nr. 1471)
heißt]; hieraus sp. albaricoque, alber-
coque, pg. albricoqtie, alboquorque, prov.
aubricot, frz. abricot, it. albicocco, al-
bercocco, siz. varcoccu; engl, apricot.
21
[Ar. barnija.
ndl. abrikoos, dtsch. Aprikose, schwed.
aprikos; russ. abrikos, öech. aprikozn.
— Ferner infolge Betonung der ersten
Silbe mit romanischem Suffix sp. cilber-
chigo, it. albergese 'Art Pfirsich oder
Aprikose' [dagegen DEFREMERY in
JAs (1869) I, 531, wohl ohne Grund].
[Dozy Oost 1—4. DE 67/68. Hobson-
Jobson 33. Devic DEt 2/3. ML 6712.
Kluge 20.
248. Ar. barnija:
Topf, Krug aus Glas', auch burmja
[wohl aus pers. bärm 'Gefäß' Horn Np
S. 48, Nr. 209]. Hieraus die roinan.
Gefafsnamen sp. albornia, sp. p.tr. berne-
gal, kat. atbiirnia, siz. burnia, altit.
vernicato, venez. vernicale, genues rer-
nigau, brünia, prov. hernigau. [L)E 73.
GrSVociSic 229. Eguilaz 116. ML 1048
und 1222. ,
249. Ar. barräda:
'Gefäß mit 2 Henkeln, um darin Wasser
abzukühlen' [vom Vh. barrada 'kalt,
kühl machen' s. hier Nr. 241]; hieraus
mit ar. Art. sp. albarrada 'Wand aus
trockenen Steinen', pg. albarrada 'Vase
für Rosen oder andere Blumen' [in
dieser Bedeutung wohl Kontamination
mit ar. warräda aus ward 'Rose'],
'Mauer aus losen, also trockenen Steinen'
[Constancio Dicc 43 c]. [DE 68/69.
250. Ar. bnrrakäu:
'Grober Stoff oder Mantel daraus' [Wohl
aus Kamelhaar, vgl. Dozy DV 68 sq.);
hieraus mlat. barracänus, frz. harracan
'grober Stoff', bouracan, sp. kat. barra-
gan, sp. pg. barragana, it. baracane;
engl, huckram [mit Angleichung an buck,
das auch im Stotfnamen bucJtskin vor-
liegt], barchant, ndl. barkan, mhd. bar-
chät, dtsch. Barchent, Berkan; russ.
barham 'Samt', barakun, barkan 'Bar-
chent'; klr. barchat 'Samt', barakan
'Art Wollstoff'; poln. barakan, poln.
cech. barchan 'Barchent'. [Dozy Oost 24.
DE 237. ML 941. Kluge 38. Gorja-
jew 12. Bern SlETWb 44. Lammens
Rem 55/56.
251. Ar. barran:
'Außerhalb befindlich, ländlich' [adver-
bialer Akkusativ von ar. barr 'Land,
Wüste']; hieraus sp. albarrän 'der Aus-
wärtige, Nichtansässige', albarraneo
'Fremder, Ausländer', sp. pg. albarrana
'Zwiebel', sp. albarrana als Adj. in
torre albarrana, pg. albarran, albarrana,
albarräa 'Wachtturm'. — Siz. [in Mes-
sina gebräuchlich] fora a barra 'draußen
vor der Stadt'. [DE 69. StGlIt H, 230.
GrSVociSic 228.
252. Tk. barrjabaii:
[Aus ar. barr s. hier Nr. 251 und pers.
jäbö.n aus bijäbän 'Wüste' Horn NpEt
S. 57, Nr. 248; wahrscheinlich pers. be
'ohne' ebenda S. 56, Nr. 247 und äb
'Wasser' s. hier Nr. 5, also 'ohne Wasser,
wasserlos'] 'wüstes Land'; hieraus rum.
bärägan 'wüstes, unbebaute^ Land,
Heideland', n. pr. Bärägan 'die Donau-
tiefebene in Rumänien'.
253. Tk. bars:
'Tiger'; hieraus russ. bars 'Panther'.
[Gorjajew 12. W. Bang, Über die tk.
Namen einiger Großkatzen in KSz XVH,
besonders S. 112/119.
2.54. Tk. barsuk:
[BANG in KSz XVH, 136/137] 'Dachs
Meies taxus'; hieraus russ. (alt) borsnk,
barsuk, klr. poln. borsuk, bulg. barsuk
'dass.', rum. bursuc 'Dachs', b. de monte
'Murmeltier', Abltg. bursucä, bursucel.
[Gorjajew 12.
255. Syr. Bar-talmai :
N. pr., gr. BapöoXoiaaiog [aus aram. bar
s. hier Nr. 220 und talniai, ein Name,
z. B. im AT der Schwiegervater Davids
2 Sam 3, 3; 13, 37 oder bei Josephus
Antiquitates XIV, cap. 8, § 1 : GoXoiuaioq;
also 'Sohn des Tholomäus'. Der zweite
Bestandteil ergibt mit dem altägyptischen
Art. p den Namen Ptolemaeus], Name
eines der zwölf Apostel. Dtsch. zu
Barthel verkürzt, erscheint er volks-
etymologisch in dem Ausdruck: Er
weiß, wo Barthel den Most holt [Erklä-
rung s. hier Nr. 259]. Als Familienname
im dtsch. stark verstümmelt: Mieves,
Mevis, Mies u. ähnl.
256. Hebr. bärüx habbä':
Vollständig bärüx habbä,'' b'sem adonäj
'gesegnet, der da kommt im Namen des
Herrn'; mit dieser Formel wurde die
Gemeinde von den Leviten auf dem
Tempelberge begrüßt. Da die Worte
in hebr. Gebeten häufig vorkamen und
dem der Sprache T^nkundigen höchst
unverständliches Kauderwelsch schienen,
wurde daraus: it. baracundia, baraonda,
frz. barugouin 'Kauderwelsch', sp. bara-
hunda "Tumult', pg. barafunda, it. (dial.)
haruccabä 'Verwirrung, Wirrwarr', sicher-
lich auch frz. brouhaha 'Stimmengewirr'.
[Die Ableitung ML 1039 aus Berecyn-
thia, der Göttermutter, deren Feste in
orgiastischer Weise gefeiert wurden, ist
zwar lautlich z. T. ansprechender, se-
mantisch weniger beweiskräftig; die
Verstümmelungen fremder Formeln pfle-
gen nicht lautgesetzlich vorzugehen, wie
zahlreiche Volksetymologien in allen
Sprachen beweisen.] [Romania VIII,
619. ZfromPh XVU, 562. ML 968.
SPITZER in WuS. V, 126/128.
Ar. barak.]
22
257. Ar. barük:
[Vom Vb. baraka 'sejrnen': vulgär:]
'Geschenk'; hieraus mit dem ar. Art. sp.
alboroc, alboroque 'Maklergebühr, Trink-
geld' [Dicc Gast 107 a]. [DE 73/74.
Tk. barys:
'Friede, Versöhnung' [vom Stamme bar,
var 'gehen, wandeln' Vämbery S. 199,
Nr. 210: 'versöhnen' = 'machen, daß
einer zum andern geht']; hieraus russ.
barys 'Zugabe, Gewinn', klr. barys 'Ge-
winn, Maklerlohn', poln. borysz 'Bewir-
tung beim Abschluß eines Geschäftes',
borysznik 'Makler', (alt) barasnik, ba-
rasznik 'Kaufzeuge, Makler', bulg. ba-
rasik 'Bedingung, Verabredung'. [Gor-
jajew 13. Bern SlEtWb 45.
2.59. Hebr. barzel:
[Aram. ebenso, syr. parzelä, assyr. fjar-
sillu. wahrscheinüch, wie die Endung
■ill zeigt, aus dem nordöstlichen Klein-
asien, vgl. ZAkkFW 59] 'Eisen'; hieraus
gaunerdtsch. bartel 'Stemmeisen'; z. B.
in Schoberbariel [aus sahber 'brechen'
Ave-L. IV, 595] 'Brecheisen'; so entstand
die Redensart : Er weiß schon, ivo Bartel
den Most holt, d. h. wie man sich mit
dem Brecheisen Geld [s. hier Nr. 1477]
verschafft. Ndl. hij weet waar Abraham
den mosterd haalt, wo an Stelle des
scheinbaren Namens Bartel [s. hier
Nr. 255] Abraham getreten und gauner-
dtsch. mos zu ndl. mosterd 'Senf [vgl.
dtsch. Mostrich, frz. motitarde] erweitert
ist. [Gezwungener erscheint die Ablei-
tung aus dem Namen des berühmten
it. Rechtsgelehrten BARTOLE, der. 1313
in Sasso Ferrato in Umbrien geboren,
in Pisa und Perugia unter ungeheurem
Andränge lehrte und in letzterer Stadt
1356 starb; zu allen Teilen des römischen
Rechts hat er umfangreiche Kommen-
tare geliefert. Vgl. Biographie Univer-
selle. Bruxelles 1843/47. I, II sub
Bartole.] [DE GOEJE in Tijdschrift
voor Ned. Taal- en Letterkunde II (1882).
ZfdWf IX, 307.
260. Tk. bas:
[Vom Stamme baj, bat, bas 'hoch, er-
haben, Haupt' Vamböry TktEtWb S. 195,
Nr. 205 II] 'Kopf, Oberhaupt', besonders
auch in Titeln wie bas kjätib 'Ober-
sekretär', hekim basy 'Oberarzt'; hieraus
rum. ba^, ba§iü, ba^a 'Vorgesetzter',
bulg. bas 'Erster', serb. bas 'Schiffs-
vorderteil'. Aus dem Dativ tk. basa,
osttk. basga wurde russ. klr. baska
'Kopf, Fischkopf'. Mit dem tk. Suffix
lik, das Kleidungsstücke bezeichnet [s.
hier Nr. 704 und 924], ergibt sich tk.
baslyk; hieraus russ. baslyk 'Kopftuch',
verkürzt slyk 'Mütze, Haube', poln.
haszlyk 'Kopftuch'; dtsch. Baschlik
[MWiD 113] 'Kopftuch, das auch Nacken
und Schultern bedeckt', im Weltkriege
wieder aufgelebt als 'Kopfhaube, die die
Ohren vor Kälte schützt'. — [GORJA-
JEWS Ableitung von russ. basnja 'Turm'
aus tk. bas muß wohl zugunsten der
Entlehnung aus it. bastia 'Bastei' auf-
gegeben werden.] [Gorjajew 14. Bern
SlEtWb 45.
261. Tk. basdyima:
'Gedörrtes Fleisch' [von tk. basmak
'pressen' s. hier Nr. 264; kausativ has-
dyrmak], vulg. 2}<^styrma; hieraus rum.
2)astramaAaiSS., besonders Schaf-, Ziegen-
oder Rindfleisch', bulg. pastr^ma, serb.
pastrina 'geräuchertes Fleisch', klr.
2)ostroma, poln. bastramy 'gedörrtes
Hammelfleisch'. [Mikl SlEtWb 233.
ZDMG LIV, 679.
262. Ar. bäsilik :
Name einer Vene, die hiernach von
den lat. schreibenden Anatomen des
MA Vena Basilica genannt wurde.
[Eine cpAeij; ßaai\iKr| hatten die gr. Ana-
tomen nicht, so daß gr. Ursprung aus-
geschlossen ist.] Frz. veine basilique,
engl, basilican oder basilical vein [dann
fälschlich als rot/al vein übersetzt und
bezeichnet]. [HÄrHebrAn 74/77.
263. Tk. baska:
[Zu tk. bas s. hi'er Nr. 260, also eigent-
lich 'anfänglich, aufs neue, weder']
'ein anderer, außer'; hieraus rum. basca
'außerdem, etwas ganz anderes'.
264. Tk. basma:
[Vom Stamme bat, baj, bas 'niedrig,
unten, drücken' Vämbery TktEtWb
S. 200, Nr. 211, II] "Drucksache, ein
Stück bedruckter oder gefärbter Lein-
wand'; hieraus rum. &asma 'Taschentuch,
Kopftuch', Abltg. bäsmälufä ; bulg. serb.
basma 'Druck, bedruckte Leinwand'.
[Mikl SlEtWb 8.
265. Tk. basmak :
'Sandale, Schuh' [Kelekian Kämüs 240 a];
hieraus russ. klr. basmak 'Schuh', bas-
niacnik 'Schuhmacher', bulg. basmak,
serb. 2^^smag, poln. baczmag 'Schuh'.
[Gorjajew 14. Mikl SlEtWb 8. Bern
SlEtWb 45.
266. Tk. basy-boznk:
[Aus tk. bas s. hier Nr. 260 und boznk
'verdorben' vom Stamme bos, bot 'leer,
wüst, verdorben' Vämbery TktEtWb
S. 207, Nr. 222] 'irregulärer Soldat',
wegen seiner Plündereien berüchtigt, da-
her rum. ba^ibuzuc 'dass., Vagabund',
dtsch. Baschibosuk [MWiD 109], engl.
bashibazouk, frz. bachi-bouzwick.
267. Hebr. bat ah:
'Sicher sein, sorgenlos leben'; hierzu
23
[Tk. batakgy.
das Adj. bätWh 'sicher, Vertrauen ha-
bend'; Gdwt. zu jüd. dtsch. betucht 'ver-
dutzt'. Ein Betuecliter, Betiichter ist
ein wohlhabender, vermögender Mann,
der Vertrauen genießt und wegen seiner
Zahlungsfähigkeit sicher ist. [Kluge 49.
268. Tk. batakgy:
^Dieb, Schurke, Lump' [Kelekian Kämils
231a; von batal- 'Schlamm, Sumpf;
Stamm bat 'niedrig, gemein' s. hier
Nr. 264]; hieraus rum. bätaciu, bätälea§
'Betrüger'.
269. Ar. bätUa:
'Tiefe Schüssel, Getäfs, das oben weit,
unten enge ist'. Hieraus vielleicht pg.
batea 'Holzgefäß, in dem das Gold ge-
waschen wird', pg. batega 'Teller, Schüs-
sel'. [DE 238.
270. Mal. bätik:
[Pijn 26; aus dem javan. batih] 'ge-
sprenkelt', von Stoffen gesagt. Die
wahrscheinlich in Südindien heimische
und nach Java verpflanzte Batikkunst
hat das mal. Wort in alle europäischen
Sprachen gebracht, z. B. engl, battick,
batty, ndl. gebatikd 'auf ostindische Art
gesprenkelt', dtsch. Batik, Vb. batiken.
271. Ar. batil:
'Eitel, unnütz' ; hieraus [wohl aus dem
fem. bätila mit Metathesis tl ■< l<i] sp.
balda 'wertlose Sache', sp. pg. baldio
'unnütz, unangebaut, leer', pg. baldo
'arm'; sp. pg. en h'tlde. de halde 'um-
sonst [gratis und frustra]', kat. de bades,
en bades 'dass.' und zahlreiche Ablei-
tungen. — Auf dasselbe Grundwort geht
siz. ammatula 'vergebens' zurück [wäh-
rend Ableitung aus gr. ludxav, |LidTr|v
StGlIt 1, 126 gezwungen erscheint]. [DE
234/6. ML 991. ZfromPh XXXII, 465.
GrSVociSic 226.
272. Tk. batmau:
Gewichts- und Hohlmaß von lokal ver-
schiedenem Umfange, etwa 10 kg. Hier-
aus russ. batman 'Gewichtseinheit, die
variiert'; wahrscheinlich auch unter
volksetymologischem Einfluß russ. bez-
men, klruss. bezmin, poln. bezmian,
przezmian 'Schnellwage'. [Gorjajew 15.
Bern SlEtWb 46 (u. 53/54!).
273. Ar. batn:
'Inneres, Bauch'. Hieraus a) mit rotnan.
Suffix und Metiithesis sp. banduUo, ban-
dujo 'Wanst mit den Eingeweiden'.
b) Bätin, plr. bäta'in sind 'auswat-
tierte Kleider', hieraus möglicherweise
it. ovate, ovatta, frz. ouate, sp. bata
'Schlafrock', dtsch. Watte, engl, wad,
russ. tmtä [jedoch sp. pg. algodön und
algodäo s. hier Nr. 1272]. Allerdings
ist der Nachweis des Weges, auf dem
das Wort in Europa eingewandert ist,
noch nicht erbracht.
c) Aus batn und ar. kaitus [aus gr.
Kf|Toq 'Walfisch'] ergibt sich der Stern-
name Baten-Kaitos Z Baleni. [DE 236.
SEYBOLD in ZfdWf X, 222 ff'. Devic
DEt42. ZfromPh XXXII, 47. ML 9 170.
274. Ar. batrah:
Sing, zu batärih, butärih 'Rogen, Ka-
viar' [aus gr. rapixiov mit vorgesetztem
altäg. oder kopt. Art. p; ZDMG L, 654];
hieraus it. bottarga, siz. buttaraca, vut-
taraca 'Kaviar aus den Eiern der Meer-
äsche', frz. boutargue, botargue, pmitar-
gue 'Speise aus Eiern der Seebarbe, die
gesalzen und an der Sonne getrocknet
oder geräuchert werden'.
275. Tk. batrak:
[Nicht osm., sondern tat.] 'Arbeiter':
hieraus russ. batrak, batraöka 'Arbeiter,
Knecht; Arbeiterin, Magd'. [Gorjajew 13.
276. Ar. batta:
Einheitsnomen zu baft 'Enten' [aus pers.
bat 'Ente' Horn NpEt S. 51, Nr. 226] ;
hieraus sp. pg. pato, pata 'Ente', pg.
patinho 'junge Gans'; pg. pato 'leicht
zu betrügender Mensch' [Constancio
Dicc 752 b; schon npers. här-bäf 'Idiot'
Horn a. a. 0.].
277. Ar. bazaga:
'Sich rühmen'. Von diesem Stamme,
vielleicht von einem ar. Adj. *bazgän,
kommt siz. baggianu 'eitel, dünkelhaft'
und it. albagia 'Eigendünkel', Adj. al-
bagioso. [GrSVociSic 228.
'Markt' [Horn NpEt S. 38, Nr. 166]. Das
Wort wurde im 17. Jahrhundert durch
Reisende zunächst mit Bezug auf orien-
talisi-he Verhältnisse eingeführt und drang
dann, vor allem auch durch die Kennt-
nis von 1001 Nacht, in alle europäischen
Sprachen ein: frz. pg. sp. bazar, it. ba-
zar, bazzar, rum. bazar, basar; russ.
bazar, bulg. serb. pazar, cech. poln.
bazar; eng\. bazar, bazaar, ndl. bazaar,
dtsch. Bazar. Da das Grundwort stimm-
haftes s [z] hat, gehört sicherlich auch
it. bazzarare 'täuschen, betrügen', siz.
bazzariotu 'Betrüger' hierher [gegen
ML 1010]. [Gorjajew 9. Kluge 42. DE
GREGORIO in ZfromPh XXV, 747.
GrSVociSic 228.
279. Ar. bazrn-katünä:
Aus ar. bazr 'Samen' und katünä [wohl
pers. Ursprungs; ar. auch kasisa al-
bar gut, d. h. 'Flohkraut'] 'Flohkraut,
Plantago psyllium'. Hieraus sp. zara-
gatona, pg. zaragatoa, zaragota 'Fioh-
kraut'. [DE 365.
280. Ar. bazz:
'Feine Leinwand', ebenso tk. bazz, bez;
Ar. bazza.]
24
hieraus rum. b<i:ea, basea '^ekflperter
Barchent". Auch fiz. ba.nn 'ilass.' ge-
hört liierhin Iwährend es üblicherweise
als Verstümmelung aus boiiibasin, lat.
bombiicimcs aus lat. honibtjx betrachtet
wird). Poln. bezextan 'Murkt' [aus pers.
büzistän 'Stofflagcr' mit dem pers. Suf-
fix -stän zur Bezeichnung eines (Jrtes,
s. hier Nr. 332]. [Löbel EITAP 12.
Karlowicz 422.
281. Ar. bazza:
'Erbeuten, rauben, besiegen'; hieraus
it. bazza, kat. basa, sp. baza 'Stich im
Kartenspiel'. [Ableitungen vom mhd.
bazze 'Gewinn', it. bazza 'vorspringen-
des Kinn' oder bazzicare 'verkehren'
bei ML 1011 mit Begründung zurück-
gewiesen]. [ZfromPh XXV, 747.
282. Tk. beg:
Auch bej 'Herr, Baron' [Stamm baj s.
hier Nr. 260], eigentlich Titel des mu-
hammedanischen Feudaladels in der
Türkei, früher mit manchen eifersüchtig
gewahrten Vorrechten verknüpft ; heute
oft vom Träger des Titels sich selbst
verliehen und daher in der Bewertung
gesunken. In allen europäischen Spra-
chen als Fremdwort, z. B. dtsch. Bei/.
Als Lehnwort rum. öem; betlic 'die
Würde eines Begs' ; beizadea 'Sohn eines
Begs' [zu zaäea vgl. hier Nr. 69 b].
Bulg. serb. beg, bej 'Fürst, Herr'. —
Begier beji 'Herr der Herren' war der
Titel der Statthalter großer Provinzen;
dtsch. Beglerbeg, Beilerbet. — Eine be-
sonders schmackhafte Birne erhielt den
Namen beg armudy 'Herrenbirne' [wie
ja Zusätze wie königlich u. ähnl. bei
Naturgegenständen ihren Vorzug an
Pracht, Wert usw. gegenüber anderen
andeuten sollen, vgl. Basihcum 'Königs-
kraut', Königskerze (Verhascum), Kpivov
ßaaiXiKÖv (Litium candidum), tk. sultan
böreji (amaranthus)]. Hieraus mit fal-
scher Bezugnahme auf die Stadt Ber-
gamo it. bergamotta, trz. bergamote. sp.
pg. bergamota, rum. bergamot; ndl. engl.
bergamot, dtsch. Bergamotte [doch Ber-
gamottknöpfe mit Volksetymologie dial.
aus Perlmutterknöpfe Andresen D VE 41 ] ;
russ. bergamot. [POTT in ZKM VII,
107. Kluge 47. ZfromPh XXXII, 41.
XXXm, 62. ML 1019.
283. Hebr. behemä:
'Vieh'; potenzierender Plrl. behemöb.
Name eines Tieres, das Hiob XL, 1.5 — 24
als Ungeheuer beschrieben wird, wohl
'ein Flußpferd'. Zur Bezeichnung eines
übergroßen Tieres in allen europäischen
Sprachen, z. B. engl, behemoth, frz. be-
hemoth. Russ. Z^e^rmo^ 'Flußpferd' ; dtsch.
Behemoth. [Gorjajew 14. Devic DEt 232.
284. Tk. bekjar:
[Von ar. bikr 'Jungfrau'] 'Junggeselle';
hieraus rum. becher, bulg. beka> in, serb.
becar 'dass.'. [Bern SlEtWh 48.
285. Tk. bekri:
'Betrunken, dem Trünke ergeben'; hier-
aus rum. becriü 'liederlich, verlottert';
aus tk. bekrilik 'Trunkenheit' wurde
rum. becrilic 'dass*'.
286. Mal. beläcan:
[Pijn 38] 'Zuspeise aus gesalzenen und
dann gestampften und getrockneten
Fischchen oder dergl. Hieraus engl.
balachan, blachong 'ein Fischgewürz be-
stimmter Art'. [Dass. wie hier Nr. 195.]
[JAOS XVII, 114-116.
287. Hebr. Belijä'al:
[Aus hebr. beli 'ohne' und ja al 'Nutzen']
'unnütze, schädliche Sache, Nichtswür-
digkeit', im NT BeXiaX [u. BeXiapJ, wird
als Bezeichnung für den Teufel und
den Antichii-sten benutzt. In der ersten
Bedeutung frz. bttial, engl, belial. [Devic
DEt 64.
288. Tk. benek:
'Flecken' ; hieraus rum. benghiü 'Schön-
heitspflästerchen'.
289. Ind. Bengal:
N. pr., Provinz in Vorderindien ; hieraus
sp. albengala 'sehr feiner Leinenstoff,
mit dem die Mauren Spaniens ihren
Turban schmückten'. — Als Adj. kommt
das Wort in engl, betigal light, dlsch.
bengalisches Licht, bengalische Beleuch-
tung vor: Die indischen Fürsten pflegten
bei ihren Festen ihre Paläste und Gär-
ten durch eigenartige Brennstoffe in
glänzend bunte Beleuchtung zu setzen.
[DE 71.
290. Hind. ber:
[Sskr. badara, vadara]. einer der am
weitesten verbreiteten Charakterbäume
Indiens, Ficus indica oder bens^alensis.
Im Gebiete von Birma bis zum Pänd-
schäh heimisch, findet er sich jetzt von
Queensland und China bis nach Marokko
und Guinea angepflanzt. Angloind.
burr tree, engl, gewöhnlich banian-tree
[von französischen Reiseschriftstellern
oft falschlich bananier genannt] nach
der Bezeichnung der indischen Ein-
geborenen als Banianen [aus hind.
banyä 'Kaufmann, Händler']. [Hobson-
Johson 77.
291. Tk. ber bor:
Aus dem pers. bärbär] 'Barbier', dazu
tk. berberlik 'Stand und Eigentum eines
Barbiers' oder 'Rasiermantel' [mit tk.
SufBx -lik, das Kleidungsstücke bezeich-
net]; hieraus rum. berbelic 'Rasiertu'-h'.
[Löbel EITAP 13.
25
[Singh. beri.
292. Singli. beri:
'Schwäche'; hieraus durch Gemination
angloind. beriberi, die Beriberikrankheit
in den asiatischen Tropen ; ihrer wahren
Natur nach nicht genau erkannt, äußert
sie sich in einer Lähmung und Schwäche,
die von den unteren Gliedmaisen auf-
wärts steigen und mit wassersüchtigen
Symptomen verknüpft sind. In schweren
Fällen tritt der Tod in 6 bis 30 Stun-
den ein; die Krankheit kann sich aber
auch über Jahre hinschleppen. Sehr
beträchthch ist die holländische Lite-
ratur über Beriberi. [Hobson-Jobson 87.
293. Hebr. b§s§m:
'Balsamstaude, Balsam', eine Handels-
ware, welche die Griechen nebst dem
Namen von den Phöniziern erhielten.
Gr. ßd\aa|nov, lat. balsamum; hieraus it.
balsamo, balsimo, asp. blasmo, sp. pg.
balsamo, prov. balme, frz. bäume [aber
pikardisch bäm 'Minze'], rum. baisam;
dtsch. Balsam, ndl. balsem, engl, bahn;
russ. bal'sam, bulg. serb. poln. baisam,
cech. baisam, balzam. — Aus demselben
Grundwort mlat. bisamum, dtsch. Bisam,
cech. poln. pizmo 'Moschus'. — Vgl.
noch Balsamine, Impatiens Balsamina,
engl, halsamine, baisam. [Kluge 34 u.
54. G. Schvveinfurth, Über Balsam und
Myrrhe 1893.
294. Tk. besik:
'Wiege' [Stamm bal, bei 'hin- und her-
bewegen, schaukeln', vgl- cagat. beleih,
belsik 'Wiege, Schaukel' ; Vämbery
TktEtWb S. 198, Nr. 208]; hieraus bulg.
besik 'hölzerne Wiege', serb. besika
'Wiege'. [Bern SlEtWb .53.
295. Tk. bezir:
[Aus ar. bas?- s. hier Nr. 279, vulg. bezr,
mit Einschieben eines Stützvokals zur
Vermeidung der Doppelkonsonanz] 'Sa-
men', besonders 'Leinsamen, Semen
lini' von Linum usitatissimum ; hieraus
mit Übertragung auf eine andere Pflanze
und das fertige Erzeugnis rum. bizire
'Mohnöl. Oleum papaveris'. [Löbel
EITAP 14.
296. Hind. bhät:
Auch bhätä oder bhantä 'zinsloser Vor-
schuß an Bauern'; hieraus angloind.
batta 'ein besonderer Zuschuß', den man
früher Offizieren, Soldaten oder anderen
Beamten gab, wenn sie ins Feld zogen
oder andere ähnliche Gründe vorlagen.
Beim indischen Militär ist das batta zur
ständigen Erhöhung des üblichen Offi-
ziergehaltes geworden, also etwa 'Aus-
landszulage'. [Hobson-Jobson 72/73.
297. Hind. bhindi:
'Frucht der Pflanze Abelmoschus escu-
lentus' [s. hier Nr. 762] ; hieraus anglo-
ind. bendy, bindy und bandicoy [aus
tamul. vendai-khäi, d. h. 'unreife Frucht
des vendaP, tamul. Entsprechung zu hind.
bhindi]. [Hobson-Jobson 84/85.
298. Hind. bliQj:
[Auch in den drawidischen Sprachen,
z. B. Telugu, Kanaresisch, aus denen
das Wort wohl stammt] 'Träger', be-
sonders 'Palankinträger' [also synonym
mit den angloind. Ausdrücken kahär,
mahrä, liammäl, mutya, pälky-bardär
und dem aus engl, bearer 'Träger' ent-
standenen byrd\; hieraus haben in Vor-
derindien die Engländer volksetymolo-
gisch boy zur Bezeichnung ihres indischen
Dieners gemacht. Bei den Franzosen
der vorderindischen Kolonien wurde aus
dem hind. Grundwort boue, boe; jeu de
boes ist die für einen Palankin nötige
Zahl an Trägern.
299. Hind. bibi:
'Dame'; hieraus angloind. ieefcee. Wäh-
rend die Verkürzung bi zur Auszeich-
nung dem Namen muslimischer Damen
angefügt wird, ist das Wort im übrigen
völlig herabgekommen und wird höch-
stens noch auf europäische Dienstboten
oder englische Frauen ähnlichen Standes
angewandt ; ja es bedeutet vielfach nur
noch eine Prostituierte. [Hobson-Job-
son 78.
300. Tk. bigaui:
'Herrin, P'ürstin' [nicht osm., sondern
osttk., fem. zu beg s. hier Nr. 282, ge-
bildet wie hämim von hän s. hier Nr.
808]; hieraus angloind. beegum, begum
'Prinzessin, Dame von hohem Rang',
mit Bezug auf Muhammedanerinnen ge-
braucht. Frz. beygam [zu beyg]. [Hob-
son-Jobson 79.
301. Pers. bigär:
[Aus pers. be 'ohne' s. hier Nr. 252 und
gär, kär 'Werk, Tat' Horn NpEt S. 185,
Nr. 831 ; also wörtlich 'ohne Arbeit,
arbeitslos'] ; hieraus hind. begärt 'Zwangs-
arbeit' und angloind. begar, bigarry;
jeder 'zu einer öffentlichen Arbeit Heran-
gezogene' wird so genannt. [Hobson-
Jobson 79.
302. Hind. bighä:
Das gebräuchlichste Maß der Hindus für
Ländereien, das in den verschiedenen Tei-
len Indiens variiert; ungefähr 120 engl.
Quadratfuß [1 engl. Fuß = 30,479 cm],
also etwa 11,15 qm. Angloind. beegah.
Allmählich wird dieses Maß durch das
engl, acre verdrängt. [Hobson-Jobson 79.
303. Ind. bi^üri:
'Zitronat bäum, Citrus (medica) Bajoura';
hieraus fvz. bigarade 'bittere Pomeranze',
bigaradier 'bitterer Pomeranzenbaum';
aus seinen dickschaligen Früchten stellt
Propledad de la BIblIrteca
üniversidad Francisco Marroqufn
Pers. bihist.]
26
man das Zitronat und den Curacjaolikör
her. [Frz. auch cMratier, dtsch. Ce-
itrale.]
304. Pers. bihist:
[Durch Ang:leichung der Vokale aus ur-
sprünglichem bähist, s. Horn Nj)Et S. 5G,
Nr. "2iG\ 'Paradies', dazu bihistl 'para-
diesisch'. Hieraus angloind. bheesti/,
das allgemeinste Wort in Nordindien
für den Diener, der die Familie mit
Wasser veisorgt, das er wie der ent-
sprechende äg. sakkcV in einem über
den Rücken gelegten Ziegenfell trägt.
[Hobson-Jobson 92.
305. Tk. bil-:
[Stamm bil, bei 'wissen, kennen; Zei-
chen', Vämbery TktEtWb S. 202, Nr. 215]
'wissen', davon das negative Imperfekt
bilmez 'er weiß nicht' oder als Partizip
'derjenige, der nicht weiß' [zum Suffix
-mez vgl. hier Nr. 201]; hieraus klruss.
belmes 'Dummkopf, Tölpel', russ. bel'mes
'Dummheit'. Aus der entsprechenden
kirgis. Form bilbes entstand russ. balbes
'Dummkopf. — Mit dem Suffix -gii wird
tk. bilgi 'Wissen', Cagat. belgü 'Zeichen';
hieraus buig. beleg 'Zeichen', serb. biljeg
'Kennzeichen, Ziel' und Ableitungen.
[Bern SlEtWb 40 und 55.
30«. Tk. bilezik:
'Armband' [vom Stamme bil, bei 'der
dünne Teil des Körpers, Lende'; daher
osm. bei 'Lende'; Vämbery TktEtWb
S. 202, Nr. 214]; hieraus mit Metathesis
russ. biziliki 'Armbänder der Don-Ko-
saken', bulg. belezica 'Armband', serb.
bilenzuka 'dass., Handfessel'. [Bern
SlEtWb 48.
307. Tk. bin:
'Tausend'; mit bas [s. hier Nr. 260]
genetivisch verknüpft, wird hieraus tk.
himbasy mit Assimilation des nasalen
n z\x m vor einem Labial; wörtliche
Bedeutung 'Oberbefehlshaber von tau-
send Mann', also 'Major'. Hieraus rum.
bimbasa 'dass.'.
308! Tk. bin-:
Binmek 'reiten' [Stamm men 'oben, zu-
erst, vorwärtskommen' Vämbery Tkt-
ETWb S. 214, Nr. 233; zu dem Wechsel
zwischen den Labialen m und b vgl.
z. B. hier Nr. 305: kirg. -bez = osm.
-mez]; dazu btnigi 'Reiter'; hieraus rum.
binigiü 'Stallknecht'. — Aus tk. binis
'Art zu reiten', dann in früheren Zeiten
das 'Gewand, das bei feierlichen Ge-
legenheiten getragen wurde', wurde rum.
bini^ 'ein Kleidungsstück'.
309. Ar. binä':
'Bau. Gebäude', tk. ebenso; hieraus rum.
blna 'Gebäude, Mauerwerk', hinagiü
'Baumeister.
310. Pers. binäfsii:
Auch hänäfSä 'Veilchen' [Horn NpEt
S. 53, Nr. 231], hieraus mit Wechsel der
Labiale tk. menekse und rum. mic^miea
'Märzveilchen'. — Ob vom pers. Grund-
wort russ. wenisa 'Granate (Stein)' her-
kommt, wie Gorjajew 43 will, scheint
nicht ganz sicher, wenn auch möglich.
311. Tk. bir:
'Eins', birlik 'Einheit'; hieraus rum.
berlic 'As beim Kartenspiel'. Wohl auch
russ. birka 'Kerbstock' [wohl kaum aus
bir iki 'eins, zwei' Gorjajew 17 ; XXXVHI
mit ?].
312. Ar. birka:
'Teich'; hieraus mit ar. Art. sp. alberca,
pg. alverca 'dass.'. [DE 71.
313. Pers. birün:
Auch berün 'außen, heraus' [Horn
NpEt S. 58, Nr. 252] ; hieraus ein Adj.
mit ar. Endung blrünl 'draußen woh-
nend', mit ar. Art. al-blrünl 'der Vor-
städter'. Diesen Beinamen erhielt, weil
in einer Vorstadt von Huärizm [s. hier
Nr. 890] geboren, der berühmte Poly-
histor und fruchtbare Schriftsteller Aba
Raihän Muhammad ihn Ahmad al-Bi-
runi, ein Zeitgenosse Avicennas [973 bis
1048, vgl. C. Brockelmann, Geschichte
der ar. Literatur. Leipzig 1901. S. 166 u.
167, wo allerdings die überragende Be-
deutung des Mannes m. E. nicht genü-
gend gewürdigt ist; Alexander Baum-
gartner, Geschichte der Weltliteratur.
Freiburg 1901. I, 384]. Nach der an-
sprechenden Vermutung DEVICS ist
hieraus frz. alihoron zur Bezeichnung
eines fast wunderbaren Gelehrten und
Propheten, einer ganz hervorragenden
Persönlichkeit geworden; schließlich er-
hielt frz. aliboron die Bedeutung 'Esel'.
[Devic DEt 20/22. Lammens Rem 273/4.
314. Pers. bisäg:
Auch häsäg 'ein mit Mosaik und Fliesen
ausgestattetes Bade- und Spielhaus';
hieraus it. bisca 'Spielhölle'. [Giov.
Romani, Sinonimi italiani I, 251.
315. Ar. bisära:
'Gute Nachricht'; hieraus mit ar. Art.
sp. albricias 'Geschenk für eine gute
Nachricht', Vb. albriciar; pg. alvi^aras
'Trinkgeld, Botenlohn', alvigareiro 'an-
genehmer Bote; einer, der Trinkgeld
spenden will'. [DE 74. Eguilaz 118.
ML 970.
316. Ar. bitäna:
'Futter eines Kleides oder eines Stiefels'
[vgl. hier Nr. 273 b], in Ägypten mit
vulgärer Vokalisation butäna [A. Nallino,
L'arabo parlato in Egitto, S. 288]; hier-
aus siz. butana 'Rockfutter'. — Ferner
mit leichtem Bedeutungswandel sp. pg.
27
[Tk. bilir-.
hadana 'gegerbtes Schaf leder', pg. 'altes
mageres Schaf, it. hasana, baszana 'ge-
gerbtes Hammelfeir, kat. heana, prov.
hezana, frz. hasane 'dass.', Vb. afrz.
hasaner 'Leder schwärzen', nfrz. hasane
'gebräunt', hasanier 'Schuhmacher'. [DE
231/232. Eguilaz 329. Devic DEt 62.
ML 987.
317. Tk. bitir-:
Bitinnek 'beschließen', substantivischer
Infinitiv hitinne [Kausativ von bitmek
'beendigen', Stamm bot, biU 'binden,
schließen' Vämbery TktEtWb S. 212,
Nr. 229]; hieraus rum. heterme 'Einver-
ständnis, Abmachung'.
318. Tamnl. bitla-kodi:
'Die Pflanze Piper betel L. Betelpfetfer'
mit kleinen roten Blüten. Ihre Blätter
werden von den Europäern Betel ge-
nannt; in sie werden die Arekanüsse
[s. hier Nr. 17] mit Kalk eingewickelt
und so in ganz Südasien als Narkotikum,
ähnlich wie bei uns der Kautabak, viel
benutzt.
319. Ar. bittiha:
'Wassermelone', Demin. dazu huttaiha;
hieraus z. T. mit, z. T. ohne ar. Art.
kat. albudeca, pg. aibudega, pateca, sp.
pg. badea, aprov. albuesca, npr. aubieco,
frz. pastlqiie 'Wassermelone' [dies trotz
Wartbg FEWb 61 und 288; das dort
angegebene mal. bateka existiert wohl
kaum], [DE 74 und 232. Eguilaz 119.
Hobson-Jobson 684/685. ML 1136.
.320. Ar. bizzäf :
'Sehr', vulgärer Ausdruck im Magrib
[Algier, vgl. Ad. Wahrmund, Praktisches
Handbuch der neu-arabischen Sprache.
Gießen 1898. S. 214, Nr. 7*; Marokko,
vgl. G. Kampffmeyer, Marokkanisch-
arabische Gespräche. Berlin 1912. S. 17,
Z. 3 V. u.], mit Imäla gesprochen:
bizzef; hieraus it. a bizzeffe, siz. a biz-
zeffi 'reichlich', frz. (Argot) bizef 'dass.'.
[De Gregorio in Romania XXXI, 110 f.
GrSVociSic 228. ML 1143.
.321. Tk. bodrum:
[Aus gr. iTTTTobpoiuGi;] 'Keller'; hieraus
rum. podrom, podrum 'Keller' [wofür
gewöhnlich pivriifä gesagt wird]. [Löbel
EITAP 77.
322. Tk. bogaca:
'Art Kuchen, Käsekuchen'; hieraus rum.
bogacia, hogavtü 'Pastete'.
323. Tk. bogaz:
'Kanal' [Stamm bag, heg, bog 'Band,
gebunden, binden' Vämbery TktEtWb
S. 192, Nr. 204 I]; hieraus rum. bogaz,
hoaz 'Meerenge, Kanal'.
324. Tk. bogasy:
'Futterleinwand': hieraus rum. bogasiu,
Abltg. hogasier, hogasierie, sp. bocacin,
frz. houcassin, engl, huckskin [mit volks-
etymologischer Umgestaltung], dtsch.
Buxkin 'Futterbarchent'. [Sain 47.
ML 1188.
325. Tk. bogca:
'Bündel, Paket' [Stamm bag, bog s. hier
Nr. 323], hogcagy 'Trödler'; hieraus rum.
hoccea 'Ballen; viereckiges Umschlag-
tuch', boccealic 'Kopftuch', hoccegiü,
bocceangm 'Hausierer': Dem. boccelutä.
326. Tk. bo^yrtlak:
Auch bagi/rtlak 'Kehlkopf; hieraus rum.
beregatä 'dass., Kehle'.
327. Tk. boj:
[Stamm baj, boj s. hier Nr. 260] 'Ge-
stalt, Wuchs'; hieraus rum. boiü 'Aus-
sehen, Wuchs, Statur', bulg. serb. boj,
bojlija 'da.ss:. [Mikl SlEtWb 16 b. Bern
SlEtWb 68.
328. Tk. boja:
[Stamm boj, bot 'Farbe, Blut' Vämbery
TktEtWb S. 206, Nr. 220] 'Farbe'; hier-
aus rum. boia 'Farbe, Schminke', boi-
agiü, hoiangiü 'Färber', boiangerie 'Fär-
berei', bulg. serb. boja 'Farbe, Schminke'.
329. Tk. boklnk:
'Schmutz, Mist, Unrat' [von bok 'dass.'
vom Stamme boj s. hier Nr. 328] : hier-
aus rum. bocluc, bucluc 'Dünger, Durch-
einander', buclucgiü, bucluca^ 'schlechter
Zahler, Schwätzer'.
330. Tk. bol:
'Fülle'; durch Gemination wird Ver-
stärkung des Begriffs erzielt: bolbol 'im
Übermaß', hieraus rum. bolbol 'über-
mäßig'; Vb. bolohäni 'sich ballen'. —
Aus dem tk. Abstraktum boUuk 'Fülle'
wurde rum. buluc 'Haufe, Trupp, Menge'.
331. Jap. bonsö:
[Aus chiues. fan-seng 'religiöse Person,
Priester', jetzt meist ho- sang genannt]
'Mönch, buddhistischer Priester mit ge-
schorenem Kopfe'. Hieraus engl, honze,
frz. honze, dtsch. Bonze als Bezeichnung
für fanatische Geistliche jeder Religion,
dann übertragen 'ein hochtrabender,
stolzer Mensch', schließlich 'Fanatiker
seiner Überzeugung', z. B. Parteibonze.
[Birth ChinFW 200. Hobson-Jobson
105. Kluge 63.
332. Pers. böstän:
[Aus pers. bö 'Geruch', also 'Ort des
Duftes', Horn NpEt S. 54, Nr. 240]
'Garten', tk. ebenso; hieraus rum. hostan
'Kürbis, Melone', bostanerie 'Gemüse-
garten', hostangiü 'Gemüsegärtner': bulg.
serb. bostan, poln. klruss. basztan, russ.
hastan 'Gemüsegarten'. [Gorjajew 14.
Bern SlEtWb 77.
333. Tk. bozdogan:
[Nicht bei Kelekian Kämüs. dagegen bei
A. Hindoglu, Dictionnaire Turc-Fran^ais.
Tk. bozluk.]
28
Vienne 183S. S. 130b: B. topns]
'Keule' [wohl vom Stamme 6os, bot
'leer, wüst, zerstört.' Vamböry TktEtWb
S. '101, Nr. ^2-2-1 und tok, tog 'empor-
kommen, entstehen, erzeugen' ebenda
S. 18-J, Nr. 194; also wörtlich 'Zerstörung
bewirkend']; hieraus rum. buzdugan
'Streitkolben, Kommandostab', bulg. huz-
dogan, serb. biizdohan 'Keule', poln.
klruss. buzdt/ga>i, klruss. ozdygnn 'Sti eit-
kolben'. [iMikl SlEtWb 20a. Bern
SlElWb 105.
.1.34. Tk. boziiik:
'Eismasse' von tk. boz 'Eis' [Stamm
bor, mor, boz 'weißlich, grau' Vämböry
TktEtWb S. 20C., i\'r. 221]; hieraus russ.
iazhik, hazhjk 'dass.'. [Gorjajew 9.
335. Uiiid. brig:män:
In der Sprache üer Sepoys gebraucht,
wurde es korrumpiert (mit volksetymo-
logischer Anlehnung an engl, bridge
'Brücke') angloiiid. bridgeman 'Militär-
gefangener'. [Hobson-Jobson 114.
336. Mal. brüwang-:
'Malayischer Bär' [Fiju 34; aus dem
Verbalprähx ber- und rüang 'Höhle',
also eigentlich 'das Tier, das in einer
Höhle lebt'] ; hieraus engl, bruang 'der
mal. Bär, Ursus (Helarctos) malayanus',
der auch honey-bear oder sun-bear ge-
nannt wird. [JAOS XVII, 118/119.
337. Tk. bübrek:
'Niere (eines Schlachttieres)'; hieraus
bulg. bubreg, serb. poln. bubreh, russ.
bubrjäg 'dass.'. [Gorjajew 31. Bern
SlEtWb y(i.
338. Tk. budala:
'Durnm, Dummkopf [Stamm but 'runder
plumper Körper oder Körperteil', Väm-
bery TktEtWb S. 209, Nr. 225]; hieraus
bulg. budala 'dass.', serb. budala 'Tor,
Narr'; rum. bndulac 'einfach, ungesucht',
budulaf 'Tor, Dummkopf, budahalä,
buduhalä, 'Totengespenst'; auch venez.
budeld 'Dummheit'. [Bern SlEtWb 96.
L'Oriente I, 196.
339. Tk. biiga :
'Stier' [Stamm bug, bog Lautnachahmung
gewisser Tiere, also: 'blöken, brüllen',
Vämbery TktEtWb S. 208, Nr. 223];
hieraus rum. buham 'Stier, großer He-
bel'; russ. bugai 'Stier, Hebebaum',
klruss. poln. bugaj, buhaj, bulg. buga
'Stier'. [Gorjajew 31. Bern SlEtWb 97.
340. Ar. Bugäja:
N. pr., eine Stadt in Nordafrika, roma-
nisiert Bugia, jetzt Bougie; nach dieser
ehemals bedeutenden Handelsstadt (die
auch Ausgangspunkt der Einführung
unserer arabischen Zahlen und des mit
ihnen möglichen Bechensystems durch
LEONABDO Pl^ANO um 1200 wurde)
sind als nach ihrem Ausfuhrplatze die
'Kerzen' benannt: it. bugia, prov. hogia,
sp. bujia, bujera, pg. bujia, biigeira,
lumes de Bugia, frz. bougie. Pg. bugh
'eine Affenart, sehr lebhafte Meerkatze'
[Gonstancio Dicc 194 a], offenbar auch
nach dem Ausfuhrhafen bezeichnet.
[DEFREMEBY in JAs (1862) l, 93. DE
243. ML 1375.
341. Ar. bnliaira:
Demin. von ar. bahr 'See', also 'kleiner
See'; hieraus sp. albohera, ulbofera
'See', pg. albufeira 'Teich, Strandsee'.
Als Ortsname auf der Iberischen Halb-
insel häufig, vgl. Seybold, Zur spanisch-
arabischen Geographie. Die Provinz
Cädiz. (In Haupts Katalog 8) S. 40.
[DE 71.
342. Ar. Bnhärä:
N. pr., Stadt in Russisch-Turkestan,
daher tk. buliur coha 'eine Art Wollen-
zeug', hieraus rum. buhur 'Kaschmir';
ebenso afrz. bouqueraut, frz. bougran,
sp. bocarän, it. bucherame 'Steif leinwand'.
[ML 1366. (Anders ZfromPh V, 556).
343. Ar. bnhür:
'Weihrauch', ebenso tk. und pers., hier
mit pers. Suffix -dän, das den Behälter
angibt, buliürdün 'Weihrauchgefaß,
Räucherfaß'. Über das gleiche tk. Wort
wurde rum. buhurdan, hulmrdangiü
'dass.'. Ebenso pg. albafor 'Weihrauch,
Parfüm', frz. alboucor 'Likör aus dem
Weihrauchbaume'. [Devic DEt 7.
344. Tk. bujan:
'Süßholz, Glycyrrhiza glabra', bujan baly
[zu tk. bal s. hier Nr. 201] 'Süßholzsaft,
Lakritze', vulgär gesprochen mit Dissi-
milation der anlautenden Labiale mijan
baly, mijambaly; liieraus rum. tniambnl
'Lakritzwasser'. [Löbel EITAP 63.
345. Tk. bujrak:
'Kluff [nicht osm., Stamm bök, boj
'biegen, wenden' Vämbery TktEtWb
S. 210, Nr. 227]; hieraus russ. bugrak,
klruss. bairak 'Erdkluft'. [Gorjajew 32.
346. Tk. bujur-:
Bujurmak 'befehlen, geruhen', imper.
bujur, bujurua 'belieben Sie!', 'Bitte!'
Hieraus bulg. bujur 'Befehl', serb. btijur
'bitte!, nimm!', poln. bujurdun 'Todes-
urteil'. [Bern SlEtWb 98.
347. Ar. bük:
'Horn' [Aus lat. buccina, eigentlich bu-
cina aus *bovicina 'Kuhhorn, Hirtenhorn'
mit volksetymologischer Anlehnung an
bucca; Lammens Färük Nr. 1473]; hier-
aus mit ar. Art. sp. albogue 'Art Trom-
pete', pg. albogue, alboque 'Hirtenhorn'
[Gonstancio Dicc 44 a]; frz. bouquin,
cornet ä bouquins 'Lärmhorn des Chari-
vari des XV. Jahrhunderts', sie haben
[Türk. bük-.
sich für die Folgezeit nicht nur im
Charivari erhalten, sondern sind das
Lieblingsblasinstrument des Pariser Kai-
nevals der Straße geworden und bis
ins letzte Viertel des XIX. Jahrhunderts
geblieben [Driesen, Der Ursprung des
Harlekins. Berlin 1904, S. 122/123].
348. Tk. bük-:
Bükmek "^rollen, drehen', hüjri 'gewun-
den', hüjür 'Hügel' [vom Stamme hök
s. hier Nr. 345]; hieraus russ. bugar
'Hügel, Haufe', klruss. buhir 'Hügel;
Sturmwind', bulg. hajh; mit slav. En-
dung? cech. pahoi-ek, poln. pagörek
'Hügel, Hügelchen'. [Bern SlEtVVb 97.
349. Tk. bula:
[So bei A. Hindoglu, Diclionnaire Turc-
Franqais. Vienne 1838. S. 134 b; aber
bei Kelekian Kämüs 292 a: bola, altes
Wort] 'Tante, Frau des Oheims'; hieraus
bulg. bula 'Türkin' und mit verschiedenen
Übertragungen 'Mohn, wilde Schwalbe,
Wiesel', bulka 'Braut, Schwiegertochter;
Mohn', serb. hula 'Türkin', bulka 'Feld-
mohn'. [Bern SlEtWb 100.
350. Tk. bnlan- :
Bulaniiiak 'sich verfinstein, trübe wer-
den' [vom Stamme bug 'Dampf, Aus-
dünstung', vgl. tk. bulut 'Wolke', Väm-
bery TktEtWb S. 208, Xr. 224]; hieraus
russ. bulanyj, klruss. bulanyj, poln.
bulany 'falb, fahl (von Pferden)'. [Gor-
jajew 33. Bern SlEtWb 100.
351. Tk. Bulgär:
N. pr., das Königreich Bolgär an der
Wolga, das viele Jahrhunderte lang be-
stand und erst zu Beginn des XV. Jahr-
hunderts der Herrschaft Kazan weichen
mußte [Th. H. Pantenius, Geschichte
Rußlands. 2. Aufl. Leipzig s. a. (1917)
S. 11, 51 ff.]. Hier wurden Lederwaren
helgestellt und ausgeführt, die in ganz
Asien wie im Angioind. bulgar, bolgar
^russisches Leder' heißen; rum. bulgäriü
'Juchtenleder'. [Hobson-Jobson 125.
352. Tk. bulg nr:
Auch burgiil 'gekochtes und geschältes
Getreide'; hieraus rum. bulgur 'gerei-
nigtes Getreide', bulgär, bulgäre 'Erd-
scholle, Erdkloß'. [Sain 47.
353. Tk. bülük:
Auch höliXk 'Abteilung, Kompanie' [vom
ätamme bal, böl 'zerhauen, teilen, Teil',
also böläk 'abgeteilt', Vämbery TktEtWb
S. 197, Nr. 207. I.]; mit bas [s. hier
Nr. 260] ergibt sich tk. bölük-basy 'Kom-
paniechef, vor den Tanzimät Offizier
des tk. Heeres, der für die öffentliche
Sicherheit verantwoi'tlich war'; hieraus
rum. buluba^a, früher 'Gardehauptmann',
jetzt 'Zigeunerhauptmann'.
354. Tk. bancuk:
[Fehlt in Kelekian Kämüs, jedoch bei
A. Hindoglu, Dictionnaire Turc-Franqais.
Vienne 1838. S. 135b: bungiik 'falsche
oder Venezianer Glasperlen', also wohl
allgemeiner 'Schmuck']; hieraus russ.
bulg. buncuk, poln. bunczuk 'der Tug, d. h.
Stange mit Roßschweif' [Genaueres hier-
über s. ZDMG XI, 547/549], Adj. bun-
czuczmj 'prunkhaft'. Karlowicz 423 gibt
als Grundwort ein pers. mängük 'Gold-
knauf auf der Standarte' [vielleicht
unsere Nr. 1396 V] an.
355. Ar. bunduk:
[Aus gr. irovTiKÖv (Kcxpuov), lat. (nux)
pontica] 'Haselnuß'; hieraus sp. bodoque
'Kieselstein oder Bolzen für die Arm-
brust, Geschoß für die Muskete' [weil
von der Größe einer Haselnuß], pg.
bodoque 'dass.' [Constancio Dicc 178 b].
Rum. bondoc, bunduc 'untersetzt, dick
und fett'. — Die Ableitungen von frz.
ff yifZoi«7Ze 'Leberwurst', ka.t.tiiaiulonguilla,
sp. alböndiga von diesem Grundwort
scheinen begrifflich und formell sehr
fraglich zu sein [vgl. BAIST in ZfrumPh
V. 233. G. PARIS in Romania XI, 163.
DE 72. Eguilaz 115. ML 1205].
356. Ar. bürak:
[Aus pers. büräh] 'Borax, borsaures
Natron'; hieraus mit gleicher Bedeutung
sp. borraj, pg. borax [auch tincal], frz.
borax, it. borrace; ndl. engl, borax,
dtsch. Borax; russ. bulg. bura, serb.
poln. boraks. cech. borax. [DE 241.
Devic DEt 70.
357. Tk. biiran:
[Auch osm. buragan, vom Stamme bök,
kausativ bör, bür 'wenden, drehen,
schrauben', daher cag. btira, buragan
'Wirbelwind', Vämbery TktEtWb S. 210,
Nr. 227] 'heftiger Sturm, Wirbelwind';
liieraus russ. buran 'heftiger Sturm,
Schneegestöber', bulg. bura, Our ja 'dass.'.
358. Ar. büränija:
[Nach Bürän, der Gemahlin des Kalifen
al-Ma'mün 813 — 833 n. Chr.] 'eine Art
Speise'; hieraus sp. alboronia, moronia
'Speise aus Eieräpfeln, Kürbis, Tomaten
und Pfeffer' [Dicc Gast 107 a]. [DE 73.
360. Ar. burd:
'Gestreiftes Obergewand, dichter W'oJl-
stoff'; hieraus sp. burdo 'grob' [z. B.
pano burdo, lana burda], burdallo
'dass.'.
361. Tat. bnrda:
'Trübes Getränk', davon russ. burda
'unreines Getränk, zusammengegosseue
Flüssigkeiten'. [Gorjajew 34.
362. Ar. bürg::
'Turm, Taubenhaus' [aus lat. burgus
ZDMG LI, 312]; hieraus siz. burgiu
Tk. burgu.]
30
'Getreideschober, Haufen von Garben
oder Stroh". \Vej,'en der spärhchen
Ernte an Heu und um das Verstreuen
und Verfaulen des Futters zu verhindern,
werden diese Haufen sehr hoch in
Zyhnder- oder Kegeltorm hergestellt.
[GrSVociSic ±2S.
363. Tk. burgu:
'Bohrer' [vom Stamme bur 'schrauben,
drehen' s. hier Nr. 357]; hieraus rum.
burghiü 'dass.'. Vom subst. Infinitiv
hurma 'Drehung, Schraube' wurde buig.
hurma 'Schraube', serb. btirnin 'Ring,
Schraube'. [Bern SlEtWb 102.
364. Ar. burka:
'Schlechter Boden aus Sand, Lehm und
Steinen; unbebautes Gelände'; hieraus
pg. barroca 'unebenes Gelände, sandiger
Boden mit Lehm und Steinen', barroco
ein Kunstausdruck der pg. Perlenfischer
und -bändler für 'eine doppelkugelige,
höckerige, verwachsene Perle' [Con-
stancio Dicc 163 b], dann verallgemei-
nert: 'schiefrund, unregelmäßig', sp.
barroco 'unregelmäßig' (in der Baukunst
vom Herkömmlichen abweichend), frz.
baroque, it. barocco; dtsch. Barock, ba-
rock. [Ableitungen aus lat. bisverruca
'Doppelwarze', bisrocca 'Doppelstein', it.
barrochio <^ lat. bisrotulus 'Doppelrolle'
sind unbegründete Verlegenheitsetymo-
logien.]
365. Ar. burnns:
[Aus lat. burrus, birrus, gr. ßippoq mit
häufiger Spaltung des Doppel-r zu rn,
VÖLLERS in ZDMG LI, 3 Iii; Lammens
Farük Nr. 631] 'weiter Mantel mit Ka-
puze'; hieraus mit ar. Art. sp. albornoz
'dass., grobes Wollzeug', pg. albornoz,
albernoz. Frz. bournous, bumous, it.
bernusso, brenuzio, gen. brenusu; dtsch.
Burnus; russ. poin. burnus. [DE 73.
Eguilaz lOL Devic DEt 72. ML 1223.
Gorjajew 34. ZfromPh XXX, 202.
366. Tk. bürü:
'Wolf [nicht osm., nach KORSCH in
Thomsens Festschrift 199 aus iranisch
*bairaka- 'fürchterlich']; hieraus russ.
(dial.) birjuk 'dass.', birjucina 'Hart-
riegel; Kreuzdorn' und andere Ablei-
tungen. [Bern SlEtWb 57.
367. Tk. bnrungnk:
'Leichter, durchsichtiger Seiden- oder
Leinenstoff, Gaze' [aus tk. biirun 'Nase'
aus dem Stamme bar, var 'vorwärts
gehen, fortschreiten', Vämbery TktEtWb
S. 200, Nr. 210: also wohl eigentlich
'Nasenstoff, d. h. Stoff für Schleier];
hieraus rum. burungiuc 'Gaze', borangic
'ungezwirnte Rohseide'.
368. Ar. büs:
'Kuß' [das Wort ist allerdings auch im
Germ., Kelt. und Pers. vorhanden, vgl.
pers. bösldän 'küssen' Horn NpEl S. 54,
Nr. 235; trotzdem wohl das ar. Grund-
wort zu den folgenden]; hieraus sp.
b\iz 'Verneigung' [nämlich die Begrü-
ßung, die darin besteht, daß man die
Hände küßt und dann auf den Kopf
legtj, de buccs 'mit dem Gesicht auf
dem Boden', Vb. hacer el bus 'den
Handkuß [beso de reverencia] geben',
Bulg. biiza 'Wange'. [DE 376. ZfromPh
XXXII, 424. ML 1419. Bern SlEtWb
104.
369. Ar. büs :
Einheitsnomen büsa [Nallino, L'arabo
parlato in Egitto 242] 'Nadel'; hieraus
siz. busa 'Stricknadel', ursprünglich eine
Art Röhre zur Herstellung von Strümpfen.
[GrSVociSic 2_29.
370. Ar. büs:
'Kleiner Krug' [wahrscheinlich berbe-
rischen Ursprungs]; hieraus mit ar. Art.
sp. albuce, meistens plr. albuces 'die
Krüge an der Noria [s. hier Nr. 1561],
in denen das Wasser nach oben ge-
tragen wird' [also dass. wie arcaduces,
s. hier Nr. 98SJ. [DE 74.
371. Ar. bnsr:
'Nachgemachte Perlen, Glasperlen', Ein-
heitsnomen busra, tk. ebenso bäsre;
hieraus russ. busy, biser, klruss. buseV,
biser, bulg. serb. biser 'Glaskorallen,
Glasperlen'. [Gorjajew 17 und 35.
Bern SlEtWb 5S.
372. Tk. bat:
'Hüfte, Schenkel' [Stamm but s, hier
Nr. 338]; hieraus rum. but 'Keule',
vielleicht auch buturä 'ausgehöhlter
Baumstumpf, buturugä 'Stumpf, butu-
ros 'ausgehöhlf. Bulg. but 'Hinterteil
des Schenkels, Lendenstück', serb. but
'SchenkeP. [Löbel EITAP 19. Bern
SlEtWb 104.
373. Pers. batkädä:
'Götzentempel' [aus pers. but 'Götzen-
bild' Horn NpEt S. 42, Nr. 182 und
kädä 'Haus' ebenda S. 188, Nr. 844;
käd, kädä ist in Zusammensetzungen
der Ort, wo sich etwas dauernd befindet,
untergebracht oder aufbewahrt wird,
vgl. BARTHOLOMAE in ZfdWf VI, 354] ;
hieraus ergab sich durch Kontamination
mit präkrta bhagodi 'göttlich, heilig'
[aus sskr. bhaga-vatl, d. h. 'Gott-begabt',
also 'göttlich', vgl. Ascoli, Studi orien-
tali e linguistici S. 268/269, Nr. 5, wo
auch gesagt ist, daß zuerst die Münzen
mit dem Bilde der Pärvati, Sivas Gattin,
so hießen] der pg. Ausdruck pagoda,
eugl. pagoda, pagode, dtsch. Pagode, it.
pagodo, rum. pagoda, poln. pagoda.
Hierunter versteht man jetzt einen Tem-
31
[Ar, butum.
pel, besonders in China solche von ganz
bestimmtem Äußeren, für das der nun
zerstörte Porzellanturm von Nanking
als typisch angesehen werden kann;
zahlreiche vorzügliche Abbildungen von
Pagoden s. bei Ernst Boerschmann,
Baukunst und Landschaft in China.
Berlin s. a. (1923), z. ß. S. 7—9, 45. —
[Zahlreiche andere Ableitungen, wie
Verdrehung eines ind. Wortes dagoha
oder aus pg. pagäo aus lat. paganus
oder aus chines. pai-ku-td 'Turm der
weißen Knochen', sind weniger wahr-
scheinlich.] [Hobson-Jobson 652/657.
Hirth ChinFW 200.
374. Ar. bntnm:
Terebinthe Terebenthina veneta', dem.
butaini; hieraus mit ar. Art. der Aus-
druck der alten Pharmazie sp. alhotin,
frz. albotin Terebinthe und ihr Harz'.
[Devic DEt 6. Lammens Rem 6.
375. Ar. bntür:
Plr. von latr 'Ausschlag, Pustel'; hier-
aus it. buttero 'Blatternarbe', sard. but-
teriga 'Geschwür', sp. hotor 'Blattern'.
[DE 245. Eguilaz 349. ML 1237.
376. Pers. büzä:
'Hirse MiUum' aus der Familie der
Gramineen, tk. hüza, böza 'eine Art
Hirsenbier' [über die Bestandteile und
Bereitung s. Silv. de Sacy, Relation de
l'Egypte par Abd-Allatif S. 572]. Hier-
aus rum. bozan 'eine Art Bier'; russ.
serb. cech. poln. buza, bulg. boza 'dass.';
frz. hoiiza, bosan 'tk. Hirsentrank', dtsch.
Busa; sp. ps^. buza. [Bern SlEtWb 104.
DE 243/244. Devic DEt 70. ZDMG
XVni, 705, Anm. 2.
377. Tk. bycak:
'Messer' [vom Stamme bic 'schneiden'
Vämbery TktEtV^b S. 203, Nr. 217 mit
rückwärtiger Vokalharmonie]; hieraus
serb. (alt) blcak, poln. biczak 'dass.' —
Von demselben Stamme tk. büke 'Säge,
Messer'; hieraus bulg. serb. bickija
'Schustermesser, Ahle'. [Bern SlEtWb 56.
378. Tk. cabak:
[Kazäntat.; osm. capak aus pers. cäpag]
'flacher Fisch, Plötze Leuciscus rulilus
L.'; hieraus russ. cebak 'Barbe, Brachsen
Abramis brama L.' [Gorjajew 409.
379. Pers. cäbät:
[Auch tk. cabata] 'Bastschuhe zum Über-
ziehen'; hieraus russ. iebot 'hoher Schuh,
Stiefel'; cebotar' 'Schuhmacher', klruss.
cobot, poln. czobot 'Stiefel"; rum. ciobota,
it. ciabatta, frz. savate, sp. zapata 'Schuh'.
[Gorjajew 415. Bern SlEtWb 159.
ZfromPh XXXVIII, 195. ML 2448.
380. Pers. cädir:
'Schirm, Zelt', ebenso tk. cadyr, catyr
'Zelt'; hieraus rum. cead\r 'dass.'; aus
tk. öadyr jesili 'zeltgrün', d. h. grüne
Farbe an den Zeltwänden, wurde rum.
ceadiriü 'blaugrün, apfelgrün'. Russ.
sater, bulg. sadzr, salra, serb. cador,
sator, klr. sater, cech satr 'Zelt'; poln.
szatra 'Zigeunerzelt'; klruss. cadra
'Schleier der morgenländischen Frauen'.
[Gorjajew 419. Bern SlEtWb 133.
381. Pers. cähär-päi:
'Vierfüßig' [aus pers. cähär 'vier' Horn
NpEt S. 101, Nr. 452 und /J«, päi 'Fuß'
ebenda S. 63, Nr. 281], hieraus bind.
chärpäi und angloind. charpoy 'die ge-
wöhnliche ind. Bettstelle', oft aus loheni
Holze, vielfach aber auch geschmackvoll
gedrechselt und bemalt. Schon IBN
BATTÖTA [ungefähr 1350] hat das ind.
Bett genau beschrieben [IB 205]. [Hob-
son-Jobson 185.
382. Tat. cahyr:
'Wein'; hieraus russ. cihir 'junger Wein,
Most', serb. sira 'dass.'. [Gorjajew 415.
383. Tk. cajyr:
'Wiese, Weide'; hieraus russ. cedir
'Pferdeweide'.
384. Tk. cak-:
'Schlagen, hauen' [z. B. osm. caky 'Mes-
ser', cag. cakan 'Streitaxt' Vämbery
TktEtWb S. 73, Nr. 77 II] ; hieraus russ.
cakan 'Rohrkolben', öekan 'Stempel',
serb. zig 'dass.', klruss. cekan 'Präge-
stock, .Streitkolben', cech. cakan, poln.
czakan 'Morgenstern', bulg. 6ekan, serb.
cakanac 'Hammer'. [Bern SlElWb 134
u. 135.
385. Tk. caksyr:
[Kelekian Kämüs 461] 'kurze tk. Männer-
hosen', vorne und um das Kniegelenk
eng und anliegend, rückwärts aber sehr
weit und gefaltet. Hieraus rum. ceac-
^iri 'weite tk. Hose', russ. cikciry, serb.
caksire *'lange enge Hose der Husaren
oder Ulanen'. [Gorjajew 414.
386. Tk. cakyr:
[Vom Stamme jak, cak 'scheinen, glän-
zen, blitzen' Vämbery TktEtWb S. 113,
Nr. 124 II] 'hellblau'; hieraus rum.
ceacär 'mit verschiedenfarbigen Augen'
und mit merkwürdigem Bedeutungs-
wandel 'schielend'. — Tk. cakyr auch
'Lerchenfalke, Hypotriorchis aesalon',.
hieraus rum. cioc'irlan, cioc'irlie 'Lerche'.
Schon tk. ist cakyr kejf 'betrunken',,
daher rum. a prinde ciocirlanul de
coadä 'sich berauschen' [wo also ein
ähnlicher Gedankengang zugrunde liegt
wie in dtsch. 'eine Lerche schießen').
387. Tk. cal:
[Nicht osm., sondern tat., aderbeigänisch,
kumükiseh] 'grau, bunt'; hieraus russ.
calyj 'grau' [vom Pferde: ialaja losad']^
Tk. (5ul-.]
32
calko, serb. cilas 'Grauschirnmer, klruss.
ialijj 'scheckig, falb'. [Gorjajew 407.
Bern SlEtWb 135.
, 388. Tk. cal-:
Calmak 'uuistolien, umdrehen' [Stamm
saj, caj. cal Vämbery TktEtWb S. 138,
Nr. 149]; hieiaus russ. cal 'Tau, Strick
(zum Anbinden am Ufer)', Vb. calW,
caliwat' 'fe.stbinden, am Ufer anmachen'.
— Aus dem tk. subst. Infinitiv calma
{der tk. eine andere Bedeutung hat:
'das Stofsen', oder 'grob'] wurde rum.
cealma 'Turban, Turhantuch', russ. buig.
serb. calma, klruss. calma 'Turban'.
[Gorjajew 407. Bern SlEtWb 135.
389. Tk. cam:
^Fichte': hieraus rum. ceatn 'dass.'.
390. Mal. campäka:
'Ein Baum mit gelben, wohlriechenden
Blüten, Michelia champaca L.' [Pijn
100 a]; hieraus frz. champac, sampac.
[Devic DEt 91.
391. Tk. canak:
'Kessel, Schüssel' [vgl. Canak kaVasy
'Schüsselburg', d. h. die Dardanellen];
hieraus rum. ceanac, cenac 'große Schüs-
sel. Teller'.
39-2. Fers, cäng:
'Harfe, Laute', ar. nang 'pers. Harfe,
Leier' [KM II. 1161, 3]; hieraus mit ar.
Art. Asangue 'Sternbild der Leier, Lyra'.
[Devic DEt 41.
392 a. Pers. cäng'äl:
'Haken', tk. ebenso cengel; hieraus rum.
cinghiel 'Wandhaken'.
393. Np. cäiitä:
'Sack', besonders aus Leder oder Lein-
Avand; er hängt am Sattel, und in ihn
wird die Wasserpfeife hineingesteckt,
vkI. ZDMG XXXVIII, HO; ebenso tk.
■canta 'Reisesack, Tornister'; hieraus
rum. geantä 'Reisetasche, Patronen-
tasche', qentulija.
394. Tk. capgyn:
Vulg. öapkyn 'ein Mensch, der schnell
geht' oder 'ein schnell trabendes Pferd'
[vom Stamme sap, sap, cap 'hauen,
schneiden , eilen' ; vgl. osm. cahuk
'schnell' Vämbery TktEtWb S. 143,
Nr. 153 II], schließlich 'Schelm, Schlau-
kopf, unverschämt'; hieraus rum. ceap-
cin 'Traber; Schlaukopf; schlau, listig'.
Vom gleichen Stamme [vgl. tat. capul
'Einfall'] ist auch poln. czambul 'Einfall;
Galopp', in der Redensart u> czambul
■'in Massen, im ganzen'.
395. Tk. caprak:
'Sattel- oder Pferdedecke' [vom Stamme
jap, cap 'verhüllen, bedecken' Vämbery
TktEtWb S. 119, Nr. 130]; hieraus russ.
€ech. caprak, serb. sahraka, poln. cza-
p)rak; frz. chabraqiie, schahraque, engl.
shahraclc, ndl. scliuhrak, dtsch. Scha-
bracke 'Satteldecke', wohl über ung.
csdprdg. [Gorjajew 407. Bern SlEtWb
136. ML 8961.
396. Pers. cäpräst:
['Was von links nach rechts geht' von
pers. cäp 'link' Horn NpEt S. 97, Nr. 435
und rast 'recht' ebenda S. 134, Nr. 603],
tk. öapraz 'eine Metallbinde, welche die
UnterofiBziere bei den Janitscharen [s.
hier Nr. 954] als Abzeichen trugen';
hieraus rum. ceapraz 'Borte, Tresse',
ceaprazar 'Posamentier', ceaprazärie.
397. Tk. cardak:
[Aus pers. cähar 'vier' s. hier Nr. 381,
zu car verkürzt wie schon in pers. Zu-
sammensetzungen, und ar. fäk 'Bogen
(im architektonischen Sinne)'], 'Terrasse,
die auf vier Pfosten gestützt ist', oder
'kleines viereckiges Zimmer', das gewöhn-
lich auf dem flachen Dache des Hauses
erbaut ist und in dem man entweder
Wäsche trocknet oder die reine, frische
Luft genießt. Häufig werden dardak
auch die kleinen Sommerwohnungen
auf den Landgütern, in den Gärten oder
den Weinbergen der Reichen genannt,
die meist turmartig gebaut sind und
außer dem Erdgesciioß noch wenigstens
ein Stockwerk haben. Hieraus rum.
cerdac, ceardac 'Balkon', auf Pfählen
gebauter 'Altan'. Russ. cerdak 'Erker,
Speicher', certog 'Saal, Prunkgemach,
Halle', klruss. cerdak 'Erker', serb. car-
dak 'Söller, Obergemach', bulg. cerdak,
cardak, cerdak, corrfoA- 'Vorhalle'. [Gor-
jajew 410. Bern SlEtWb 171.
398. Pers. cärh :
'Bad' [Horn NpEt S. 97, Nr. 437], ebenso
tk. cerh, vulg. cark; davon das tk. Adj.
carklij 'mit Rädern versehen, sich dre-
hend' ; hieraus rum. cearcliu 'ausgezackt,
mit Schießschürten versehen'; [cerc
'Kreis, Reif natürlich vom lat. circm].
399. Pers. cär-jäk:
[Aus cär 'vier' s. hier Nr. 397 und jäk
'eins' Horn NpEt S. 252, Nr. 1128] 'ein
Viertel', ebenso tk. öejrek 'dass.'; hier-
aus rum. cerchiü 'alte Münze im Werte
von fünf Piastern' [nämlich ein Vierlel-
Megidije].
400. Pers. cär-pärii:
[Aus cär 'vier' s. hier Nr. 397 u. pärä
'Stück, Teil' Horn NpEt S. 62, Nr. 271]
'Musikinstrument, das aus vier Holz-
stücken besteht, welche der Spieler gegen-
einander schlägt', ebenso tk. 'Kasta-
gnette', vulg. calpara mit Dissimilation
und volksetymologischer Anlehnung an
tk. calmak [s. hier Nr. 388] 'spielen (auf
einem Musikinstrumente), tönen' ; hier-
33
[Tk. öaryk.
aus ram. geampai-a 'Tanzklapper, Kasta-
gnette; Triller', geamhnra.
401. Tk. caryk:
'Art leichten Schuhwerks der Hirten
und Landleute' [Kelekian Kämas4ö0a];
hieraus rum. cioarec, cioarecl Sveiß-
woUene Bauernhose'.
402. Pers. cäsmä:
^Quelle, Springbrunnen' [desselben Ur-
sprungs wie 5äsm 'Auge' Horn NpEt
S. 98, Nr. 440], vgl. ar. 'ain 'Auge' und
^Quelle, Brunnen', ebenso tk. cesme;
hieraus rum. cl§mea 'Brunnen, künst-
liche Quelle'; bulg. cesma, serb. cesma,
cesma 'dass.'. [Bern SlEtWb 151.
103. Tk. cat-pat:
Lautmalerische Verbindung, die das
Geräusch des Stoßens oder Brechens
nachahmen will, daher 'geräuschvoll,
selten, hierund da'; hieraus rum. ceat-
pat 'gelegentlich'.
404. Tk. caus:
[Vom Stamme ag, cag > cagir > öaiv,
cau 'schreien, laut rufen', also eigent-
lich cawiis, caus 'der Ausrufer, d. h.
Verkünder eines fürstlichen Befehles',
Vämbeiy TktEtWb S. 130, Nr. UUIl)]
^Feldwebel, Gerichtsdiener'; hieraus rum.
cian^ 'Türhüter, Unteroffizier der Poli-
zeiwache', Ableitung ciau§el, ciau§esc;
bulg. serb. öaus 'Hofwächter', klruss.
caus 'Kammerjunker, Höfling', poln.
czausz 'Kurier, Steuereinnehmer'. [Bern
SlEtWb 138.
405. Tk. cekmeg-e:
'Schublade' [vom Vb. cekmek 'ziehen'];
hieraus rum. cecmegea 'dass.'.
406. Tk. cekmeu:
'Tuch, gefütterter Rock' ; hieraus russ.
cekmen 'Kasaken- oder Bauernrock',
klruss. 6ehmen, cehman 'tatarisches Ober-
kleid', poln. czekman 'dass.'. — Aus der
ost- und nordtk. Entsprechung [cagat.
sükmän, cuwas. stihman] wurde rum.
sucman, suman 'Bauernkittel', russ. suk-
man 'Tuchrock, Kaftan', klruss. poln.
sukmana 'Bauernkittel aus Tuch'. [Gor-
jajew 409. Bern SlEtWb 139.
407. Tk. celebi:
'Herr, vornehmer Herr' [altlk. ceUp 'Herr,
Gott', jakut. calbnn 'Gott'; einsehender
vgl. VÖLLERS in ZDMG LI, 307/308] ;
hieraus rum. celebiü 'elegant, vornehm;
Stutzer'. Zum Begriffe des tk. Grund-
worts s. hier Nr. 781.
408. Tk. celik:
'Stahl'; hieraus rum. cilic 'dass., Stahl-
perlen'; bulg. serb. celik 'Stahl'.
409. Tk. cepkeii:
(Vom Stamme jap, cap s. hier Nr. 395]
'Kurzer Mantel mit langer, ausgeschnit-
Lokotsch, Etymolog. Wörterbuch.
tenen Ärmeln"; hieraus rum. cepchen
'Wams, Jacke'.
410. Tk. cerci:
'Kurzwaren; Kurzwarenhändler' [Kele-
kian Kämüs 469 a]; hieraus rum. cerce-
lar 'Hausierer'.
411. Tk. cerciwe:
'Rahmen, Einfassung, Fensterkreuz'
[wohl aus pers. cärcöbä; dieses zusam-
mengesetzt aus cär 'vier' s. hier Nr. 397
und cöb 'Holz' Horn NpEt S. 99, Nr. 448] ;
hieraus rum. cercevea 'Fensterrahmen,
Einfassung'.
412. Tk. cerge:
[Das Wort geht letzten Endes auf lat.
serica s. hier Nr. 1878 zurück] 'Kleines
Zelt auf zwei Pfählen'; hieraus rum.
cergä 'Bauernteppich ; Wagendecke,
Plane', bulg. cerga 'Zelt; dickes Gewebe',
serb. cerga 'Zelt, Sessel', klruss. dierha
'wollene Decke'. [Sain 49. Mikl SlEtWb
33a. Bern SlEt 145.
413. Tk. cerwis:
'Geschmolzenes Fett, Talg' [aus pers.
cärb 'fett', cärbls 'Fett' Horn NpEt
S. 97, Nr. 436] ; cerivis jagy 'Rinder-
schmalz'. Hieraus rum. cervi§, cerevi§
'Talg, Unschlitt, Rinderschmalz'.
414. Tk. cewre:
'Umkreis, Umfang; feine starke Musse-
line' [vom Stamme tek, tew > ceiv 'Kreis,
Runde' Vämbery TktEtWb S. 172,
Nr. 184]; hieraus rMm.. gevrea 'eine Art
Brokat'.
415. Chiu. cha:
'Tee'; cha-ye 'Teeblätter' [so ist die
Aussprache im Kuan-hoa, s. hier Nr. 1400,
und im Kantondialekt]; hieraus pg. chä,
sp. (selten) cha, russ. cai, bulg. caj, serb.
iaj, sej, öech. caj, poln. czajnik ('Tee-
kanne'), czaj. — Im Dialekt von Amoy,
von wo aus vermutlich die ersten Tee-
ladungen ausgegangen sind, wird etwa
te gesprochen, daher frz. the, sp. te, it.
U [seltener ciä], ndl. thee, dtsch. Tee,
engl, tea [früher wie im Deutschen aus-
gesprochen, vgl. die beweisenden Reime
in dem 1712 geschriebenen Rape of the
Lock von Alexander Pope, Canto I, 61
u. 62; III, 7/8; etwa in der Ausgabe
Pandora Nr. 11 (Inselverlag Leipzig),
S. 10 u. 2.3]. Übrigens hat das Neu-
griechische beide Aussprachen über-
nommen : TOai und Teiov. [Nichts mit
engl, tea zu tun hat erigl. tee-totaller
'Abstinenzler'; dies ist vielmehr die
Aussprache der Abkürzung T. total,
d. h. temperance total.] [Gorjajew 407.
Bern SlEtWb 134. Hirth ChinFW 201.
416. Kind, chhakra:
'Zweiräderiger Karren'; hieraus anglo-
ind. hackerij, die Bezeichnung für die
a
lliiid. chhampnä.]
34
gewöhnlichen Ochsenkarren der Ein-
geborenen zum langsamen Transport
von (iülern und Waren. [Hobson-Jobson
407/408.
417. Uiud. chbämpuä:
'Kneten und pressen (nämlich die Mus-
keln)'; der Imperativ chhämpö ist zu
angloind. Shampoo verderbt. Dieses
Wort bedeutet ursprünglich die Behand-
lung, wie sie bei den sogen, türkischen
Bädern üblich ist, heutzutage ist es so-
viel wie 'Kopfwaschen'; ebenso dtsch.
schamponieren 'kopfwaschen', neuer-
dings volksetymologisch umgestaltet zu
Schaumpun, schaumpunieren. [Hobson-
Jobson 821.
418. Hind. chhäp:
'Siegel, Stempel' [vom Vb. chhäpnä, das
heute 'drucken' heißt] ; hieraus anglo-
ind. chop 'dass.', nur noch gebräuchlich
in dem Ausdrucke first chop, d. h. 'von
erster Qualität, erstklassig' [z. B. silh
oder tea of the first-chop]. Zu amerikan.
chop suey s. Herrigs Archiv CXLI, 187.
[Hobson-Jobson 207/209.
419. Südind. chi:
Interjektion: 'pfui!' Hieraus angloind.
cheechee, ein verächtlicher Ausdruck zur
Bezeichnung des Halbbluts oder der
Eurasier [d. h. Nachkommen eines euro-
päischen Vaters und einer eingeborenen
Mutter, die aber für die englische Ver-
waltung Vorderindiens unentbehrlich
sind], also ganz dem Ausdruck Lip-Lap
der Holländer auf Java entsprechend.
420. Jap. chin:
Eine Hundeart, der jap. 'Mops'; gewöhn-
lich schwcirz und weiß, ist er so groß
wie eine Katze und hat hervortretende,
klotzige Augen und platte Nase. Von
den Japanern wird das Tier nicht als
Hund betrachtet, da sie von inu ya chin,
d. h. 'Hunden und Möpsen' reden. Dtsch.
oft Schinhündchen. [Chamb AllJap
386/387.
421. Chin. Chlnti:
N. pr. [über die Etymologie dieses Wortes
vgl. Hobson-Jobson 196/197J. In der
Bedeutung 'Porzellan' wird das Wort
in vielen asiatischen Sprachen und im
Englischen benutzt: engl, china, eigent-
lich Abkürzung für china-dish wie turkey
statt turkey-carpet, turquoise statt pne''>'e
turquoise [s. hier Nr. 2114]. [Hobson-
Jobson 198/199.
422. Chin. chin^-ching:
Im Dialekt von Peking Höflichkeitsphrase
als Antwort auf 'Danke!, Auf Wieder-
sehen!' Aus dem Pigeon-Englisch [aus
fcatsmess-English entstanden] ging der
Ausdruck in den Slang des Englischen
über und heißt soviel wie 'Gruß, Kom-
pliment'. [Hobson-Jobson 200/201.
423. Tk. cift:
[Wahrscheinlich aus pers.juft 'Genosse,
Gatte; Paar' Horn NpEt S. 95, Nr. 424]
'Paar', besonders 'ein Joch Ackerstiere',
daher tk. cißlik 'Landgut'. Hieraus
serb. cift 'Paar', bulg. cift 'Paar, Joch
Ochsen', ciftlik 'Landgut', öiftcija 'Guts-
besitzer, Bauer'. — [Daß russ. juft'
'Juchten' usw. hierhin gehöre, muß be-
zweifelt werden, vgl. vielmehr hier
Nr. 2128.] [Bern SlEtWb 156.
424. Tk. cifut:
Eine Korruption des ar. jahüd 'Jude'
[s. hier Nr. 949], dial. gehud, mit der
Bedeutung 'Ungläubiger'; das Wort wird
tk. als Spottname für die Juden benutzt.
Hieraus rum. ci^^fut 'Geizhals, Wucherer,
Jude', bulg. cifut, öifutin, serb. civutin
'Jude', it. (dial.) cifüt 'lästiger, unver-
schämter Junge; Judenjunge' (Monfer-
rate), cifü 'dass.' (Nizza), cifota 'schlech-
ter Wein' (Piemonte). — Ableitung aus
Joliannes und futuere 'coire' ML 3622
scheint nicht angängig trotz prov. jan-
foutre, piem. gianfütre. Lautlich und
semantisch ist die gegebene Etymologie
viel befriedigender. [ZfromPh XXXI,
272 (dagegen: ZfromPh XXXI, 659).
425. Pers. ciuär:
'Platane, Platanus orientalis'; hieraus
angloind. cheenar 'dass.' und russ. cinar
'dass., morgenländischer Ahorn'. [Gor-
jajew 414. Hobson-Jobson 187.
426. Tk. cirag:
[Wohl pers. Ursprungs], auch cyrak
'Diener, Lehrling'; hieraus rum. cirac
'Lehrling, Eingeweihter', ciraclic 'Lehre'.
427. Tk. ciris:
'Mehlpappe'; hieraus rum. ciri§ 'Brei^
Mehlpappe für Buchbinder u. Schreiner'.
428. Tk. cit:
Auch öyt 'buntes Tuch, gedruckter Zitz' ;
hieraus rum. cit 'feiner Kattun, gestreif-
ter Stoff'. — Tk. citary 'leichter Stoff
aus Seide und Wolle'; hieraus rum. ci-
tarea 'Kattun'.
429. Tk. cmid:
Auch ciwit gesprochen: 'Indigopflanze,
Indigofera tinctoria, indigofarben' ; hier-
aus rum. civit 'indigoblau'.
430. Pers. cTz:
'Etwas' [Horn NpEt S. 101, Nr. 457],
hieraus hind. chlz 'etwas, ein Ding' und
schließlich angloind. cheeze, ebenso im
engl. Slang, mit der Bedeutung 'etwas
Gutes, Echtes, Ausgezeichnetes oder Vor-
teilhaltes', z. B. 'my neiv arab is the
real cheeze'. [Hobson-Jobson 187.
431. Tk. cizme:
'Stiefel' [vom Vb. ciztnek 'ziehen, strei-
35
[Pers. cöb.
chen, liniieren', Stamm sil, sir, siz 'rei-
ben, streichen; Linie, Strich' Vdmbery
TktEtWb S. 147, Nr. 159 III]; hieraus
rum. cizmä 'dass.', bulg. ciz^m, cizma,
serb. cizma 'Stiefel', klruss. cyzmy
'Schuhe', poln. cizma, czyznia 'Halb-
stiefel'. [Bern SlEtWb 158.
432. Pers. cöb:
'Holz' [Horn NpEt S. 99, Nr. 448], ebenso
iV. cob 'Stück Holz, Stock, Sehmutz';
hieraus rum. ciob 'Scherbe, Topf, ciobesc.
433. Tk. coban:
'Hirt' [aus pers. subän 'Schäfer' Horn
NpEt S. 171, Nr. 776 aus päh 'Vieh'
ebenda S. JJ87, Nr. 153]; hieraus bulg.
serb. öoban, cobanin, russ. (dial.) klruss.
caban, poln. czuban 'Schäfer. Hirt'.
[Gorjajew 406. Bern SlEtWb 159.
434. Pors. cögän:
'Schlägel (im Ballspiel)' [Horn NpEt
S. 100, Nr. 449, wahrscheinlich aus
präkrta chaugäna 'vierfach', dem Namen
für den Polospielplatz]. Das Polo ge-
nannte Spiel scheint mediseh-persischen
Ursprungs zu sein. Während es jetzt
nur noch in einigen Berglandschaften
im Norden Indiens erhalten ist, wurde
es früher an allen mohammedanischen
Höfen Asiens gespielt; viele Fürsten
haben es mit Leidenschaft gespielt, z. B.
Kaiser Akbar der Große, Saladin u. a.
Vgl. K. Inostranzew, Zur Geschichte des
Polospieles. In Zapiski Vostocnago Ot-
djelenija Imp. russk. archeologiceskago
Obsßestva. St. Petersburg. Bd. XIV,
4. Lieferung. Nach Byzanz gelangt, hieß
das Spiel mgr. TluKdviov, Vb. tIukovi-
Ceiv, 'Spielplatz dafür' x^uKaviaTripiov,
und in Frankreich, wo es zu Fuß ge-
spielt wurde, chicane. Das frz. Wort
bedeutete dann, daß man in einem
Kampfe jeden möglichen Vorteil wahr-
nehmen durfte, und kam so zu seiner
heutigen Bedeutung frz. chicane 'Kniffe,
Schabernack, Rechtsverdrehung, Spitz-
findigkeit', eigentlich unübersetzbar, da
es eine wesentlich französische Charak-
tereigenschaft bedeutet. Dtsch. Schikane,
engl, chicane, chicanery. — Als Name
für ein Spiel kommt das Wort noch
vor: pg. choca [Constancio Dicc 255b,
freilich mit falscher Etymologie] 'ein
Kinderspiel mit Kugeln', frz. (Languedoc)
chicane 'LochbaU', mhd. schaggün. —
[Ältere Ableitungen von frz. chicoter
'sich herumzanken' entweder aus lat.
ciccum, KiKKoq 'Apfelkorb, nichtsnutziges
Ding', also 'Streit um eine Nichtigkeil'
oder sp. chico 'klein' sind unbegründet].
[DE 254. Devic DEt 93/94. Hobson-
Jobson 190/193.
435. Tk. coha:
'Tuch'; hieraus bulg. coha 'Tuch', serb.
öoha 'dass., Tuchkleid', russ. (alt) cuga
'enger langer Rock', klruss. cuha, öiihana
'Mantel, Oberkleid aus Wolle'. — Die
Zusammensetzung tk. Jo^arf«r 'Geschäfts-
träger, Agent' ergibt rum. ciohodar
'Diener'. [Bern SlEtWb 159.
436. Tk. cojan:
'Roheisen' [Kölekian Kämüs 482], kas.-
tat. cujyn; hieraus bulg. cugun, russ.
cugun, klruss. cugun, cagun, cawun,
caun, poln. czugtin 'Gußeisen'. [Gor-
jajew 416. Bern SlEtWb 161.
437. Tk. colak:
'Verkrüppelt, einarmig' [vom Stamme
sol, col 'link, ungeschickt, krüppelhaft'
Vämbery TktEtWb S. 153, Nr. 165];
hieraus rum. ciolac 'dass.' und mit
eigenartigem Bedeutungswandel russ.
ciilok, bulg. culka 'Strumpf. [Gorja-
jew 417.
438. Tk. comak:
'Keule, Knüppel' [Kelekian Kämüs 481,
vom Stamme jMm, Jmwi, öotn 'vereinigen,
fest, dicht, Körper von runder geschlos-
senei- Form' Vämbery TktEtWb S. 137,
Nr. 14711]; hieraus rum. ciomag 'dass.'
und Ableitungen ciomaga^, ciomägealä.
Nach seinem Werkzeuge in der Hand
ist benannt russ. cumak 'Fuhrmann
(besonders in Südrußland), Knecht'.
439. Tk. corab:
'Strumpf; hieraus rum. ciorap 'dass.'
und Ableitungen cioräpel, cioräpior;
bulg. corap, serb. carapa 'Strumpf.
440. Tk. corba:
'Suppe'; hieraus rum. ciorba 'Suppe',
ciorbalic 'Suppenschüssel', ciorbulifä;
bulg. serb. corba 'Suppe', poln. czorba
'Suppe, aufgeweichtes Brof , russ. (dial.)
scorba 'Fischsuppe'. — Zu Zeiten der
Janitscharen [s. hier Nr. 954] hießen die
Hauptleute od. Regimentskommandeure
tk. öorbagy, eigentlich 'Koch', hieraus
rum. ciorbagiü 'Herr'. [Bern SlEtWb
159/160.
441. Tk. cörek:
'Kuchen'; hieraus rum. ciurcchi 'eine
Art Kuchen'.
442. Tk. cotra:
[Nach Pu§cariu Et. Wb. der rum. Spr.382
aus it. ciotola 'Trinkgefäß' <^ lat.* cytola]
'Tragbares Holzgefäß für Wein oder
dergl.' [K6lekian Kämüs 477 mit Ab-
bildung]; hieraus rum. citurä, ciuturä
'Eimer, hölzerne Feldflasche; Mundstück
eines Pfeifenrohres'; bulg. cotra, ötitura
'Flasche, Holzflasche', serb. cutura 'dass.'.
[Bern SlEtWb 164.
443. Tk. culdar:
[Von tk. (hd 'Decke'] 'Decke, die man
3*
Tk. öuUama.]
36
auf den Pferdesattel legt ; Pferdedecke' ;
hieraus ruiii. cioltar 'Schabracke'.
444. Tk. cullama:
'Speise, die oben mit Teig bedeckt ist';
hieraus mit leicht erklärlichem Bedeu-
tungswandel[Bedeutungsverengung]rum.
ciulama 'ein gekochtes Huhn mit einer
dicken, breiigen Tunke gemischt'.
445. Tk. cuina:
'Pest' [nicht bei Kelekian, aber bei
Hindoglu, Dictiounaire Turc-Fran(^ais.
Vienne 1838. S. rJ2a, synonym mit
jumnigak Test' awsjumni 'rund, Beule' ;
vom Stamme^Mm, cum, s. hier Nr. 438];
hieraus rum. ciiiina, bulg. serb. klruss.
cutna. poln. dzuma 'Pest', russ. cuma
Test, Seuche'. [Die Zurückführung auf
lat. cijma, gr. KÜjua 'Sprofs' scheint doch
sehr zweifelhaft, da das Wort in den
romanischen Sprachen in der Bedeutung
'Pest' nicht allgemein vorkommt.] [Bern
SlEtWb 163.
446. Tk. cürük :
'Verfault' [vom Stamme tir, tiir, til, eil,
cur: cilrümek 'verfaulen' Vämber}' Tkt
EtWb S. 177, Nr. 190 IV]; hieraus rum.
ciuruc 'Abfälle, Gesindel'.
447. Tk. cybuk:
'Pfeife' [vom pers. cüh 'Stock', s. hier
Nr. 432]; hieraus rum. ciuhuc 'Pfeifen-
rohr; Gesimskranz', bulg. serb. cihuk,
russ. klruss. öubuk, poln. ci/buch, öech.
cibuk 'Pfeifenrohr, Pfeife, Mundstück'.
[Gorjajew 417. Bern SlElWb l.ö6.
448. Tk cykryk:
'Rad'; hieraus rum. cicric 'Rädchen,
Haspel'.
449. Tk. cykyu :
'Gruppe; Paket Gold- oder Silbergeld'
[Kelekian Kämüs 488 a]; hieraus rum.
ciochinä 'Sattelknopf. — Löbel EITAP
32 fragt nachdem Bedeutuugszusammen-
hang zwischen rum. ciochinä und tk.
cykyn. Dieses letztere war das Geld,
das die Großen der Hohen Pforte ver-
teilten, wenn bei einer Feuersbrunst
die Feuerwehrleute angespornt werden
sollten; es war also weggeworfenes Geld,
das man ebenso gut unnütz an den
Haken oder wie wir im Deutschen zu
sagen pflegen ,an den Nagel hängen"
konnte. Im Rumänischen sagt man
nun genau so a pnne la ciochinä im
Sinne von 'beiseite werfen'. Der Zu-
sammenhang mit der Bedeutung 'Schnal-
le, Haken, Sattelknopf wird so ziemlich
einleuchtend.
450. Tk. cyrpy:
'Gestrüpp, abgeschnittene Baumzweige,
Meßschnur' [Kelekian Kämüs 468 b];
hieraus rum. ciripie 'Meßschnur, geracle
Linie'.
451. Ar. dabarän:
[Vom Vb. dabara III. 'hinterherkommen,
folgen'.] Ad-dabarän, d. h. der den
Plejadeii 'folgende', ist bei den Arabern
die Bezeichnung für die Sterne a, d,
Y, b, e tauri [also nach unseren Be-
griffen Aldebaran und Hyaden]. Hier-
aus der Sternname Aldebaran mit nicht
assimiliertem ar. Art. sp. pg. aldebaran,
sp. addebaran, pg. aldebara, frz. alde-
baran, ndl. aldebaran [mit dem Ton
auf der vorletzten Silbe!]. [Devic DEt
14/15. Lammens Rem 8/9.
452. Ar. dabba:
'Sperreisen am Tor, Holzschloß' [s. Lane,
Manners and customs of the modern
Egyptians I, 25]; hieraus mit ar. Art.
sp. aldaba, pg. aldrava 'Türklopfer,
Türriegel' ; augment. sp. aldabön 'großer
Türklopfer', demin. aldabilla 'kleiner
Türriegel'. [DE 96. Eguilaz 147. ML
2455 a.
453. Ar. dabbäg:
'Gerber', ebenso tk. debbag; hieraus
rum. täbäcar 'Loh- oder Rotgerber',
täbäcärie 'Gerberei', täbäci 'gerben';
bulg. tabak 'Gerber'. Mit pers. hänä
'Haus' [s. hier Nr. 809] ergab sich bulg.
tabakhana, serb. tabakana 'Gerberei'.
454. Ar. dabt:
'Regierung, Verwaltung', ebenso tk. zabt
oder mit Hilfsvokal zur Vermeidung
der Doppelkonsonanz zabyt, hieran das
tk. Suffix -gi zur Bezeichnung des Be-
rufes: tk. zäbytgy, woraus rum. zapciü
'Unterpräfekl' wurde. [Löbel EITAP 100.
4.55. Tk. dady:
'Kindermädchen, Amme'; hieraus rum.
dadä, dadacä 'dass., ältere Schwester',
h\x\%.dada 'Kinderfrau; ältere Schwester',
s&vh.dada 'Mütterchen, ältere Schwester,
bulg. serb. dadija, serb. dadilja 'Kinder-
frau'. [Bern SlEtWb 176.
456. Ar. dafiiia:
[Vom Vb. dafana 'vergraben, begraben']
'zurückgezogene Frau' ; hieraus mit leicht
verständlichem BedeuLungswandel sp.
adefina, adafina, dafina 'ein bei den
Juden Spaniens früher gebräuchlicher
Ragout, der Freitags auf ein Kohlen-
becken gestellt und verdeckt wurde, um
Samstags gegessen zu werden', in er-
weiterter Bedeutung [oder Rückkehr
zur ursprünglichen] 'verborgene, geheime
Sache'. [DE 43/44.
457. Ar. dafira:
[Vom Vb. da'fara 'flechten'] 'Haarflechte,
Zopf; alles Geflochtene'; hieraus mit
ar. Art.pg. atafera [Constam io Dicc 132 b]
'Binsengeflechl als Henkel für die Körbe,
die den Lasttieren zu beiden Seiten
aufgebürdet werden'. [DE 2U8.
37
[Ar. dagag.
458. Ar. dagäg:
Einheitsnomen dagäga 'Henne, Huhn';
hieraus mit ar. Art. und Imäla [5 > e
^ t] frz. adigige, ad^gige zur Bezeich-
nung des Sternhildes des Schwans.
[Devic DEt 40.
459. Ar. dahhäla:
Vulg., eigenthch 'Vermittlerin' [vomVh.
dahal 'eintreten', H und IV 'einführen,
importieren']; hieraus mit ar. Art. sp.
adahala 'Trinkgeld, Geschenk üher den
vereinbarten Preis hinaus'. [DE 40.
460. Ar. dä'i:
Part. präs. des Vbs. dcVa 'rufen, zu-
rufen'; ad-dä'l war der Titel des Ge-
sandten, der die Gläubigen zum heiUgen
Kriege [Gihäd] aufzurufen hatte; ihn
führten auch die Beherrscher Algeriens,
aber im XVUI. Jahrhundert geriet der
eigentliche Ursprung des Titels so sehr
in Vergessenheit, daß man ihn mit dem
tk. dajy 'Oheim mütterlicherseits' ver-
wechselte. Frz. dey, ndl. deg, dtsch.
Dey. [Dozy Oost 33. Devic DEt 33.
MWiD 71 (umgekehrt dargestellt wie
hier!).
461. Ar. dai'a:
'Grundstück, Weiler, kleines DorP; hier-
aus mit ar. Art. ohne Assimilation kat.
sp. pg. aldea, pg. aldeia 'Dorf, Weiler';
frz. akUe 'Flecken oder Dorf in den
Besitzungen in Afrika und Indien'.
[DE 97. Eguilaz Uis. Devic DEt 15.
Lammens Rem 9/10. ML 2460.
462. Pers. däjä:
'Amme' [Horn NpEt S. 119, Nr. 539],
auch tk. daje-^ hieraus rum. claicä, doicä
'dass.'.
463. Ar. da'if :
'Schwach', tk. za^i.f; hieraus rum. zaif
'unwohl, schwach', zuiflic 'Schwäche'.
[Löbel EITAP 100.
464. Ar. dä'ira :
'Kreis' [vom Vb. dära 'rund herum-
gehen, umkreisen'], tk. da^ire; hieraus
rum. daerea 'Trommel', dairca 'Schellen-
trommel'.
465. Ar. dakal:
'Schlechte Dattelsorte' [syr. deklä, aram.
dikla BrLexSyr 164 a], hieraus mit volks-
etymologischer Umgestaltun.üT gr. bcxK-
TuXoc;; hieraus wohl über mlat. dactylus
die romanischen Formen it. dattero,
sp. dätü, frz. datte [aber rum. curmalä,
s. hier Nr.885 ; pg. tamara, s. hier Nr.201 3],
ferner in den germanischen Sprachen
engl, date [aus afrz. date], ndl. schvved.
dadel, dän. daddel, dtsch. Dattel und
im Slavischen poln. dal-tyl (u. drzeivo
daktylowe), Cech. daktyl, datle (u. datlov-
nik, daktylovnik) [aber russ. usw. finik].
466. Ar. dakika:
[Vom Vb. dakka 'kleinschlagen'] 'Augen-
blick, Minute', auch tk. ; hieraus rum.
dicä 'Augenbhck', adica 'nämlich, eigent-
lich'.
467. Tk. dal:
'Weide' [vom Stamme tal 'hin- und
herbewegen' Vambery TktEtWb S. 142,
Nr. 152 11]; hieraus russ. tal' 'dass.,
Salix arenaria'. [Gorjajew 360.
468. Hebr, (ial:
'Schlapp, schwach'; im neueren Sprach-
gebrauch 'leer, arm' [Ave-L. IV, 353];
dazu das Abstraktum dallü^ 'Armut',
hieraus judendtsch. Dalles 'Armut; Tage,
an denen man kein Geld hat', vgl. das
Sprichwort: Dalles macht paslus 'Armut
führt zu unrechten Handlungen'. — Im
jidd. mit Übergang vom Abstrakten zum
Konkreten: dallos 'Armer'. [Hirnbaum
HebrEl 54.
469. Tk. dalak:
'Milz'; hieraus rum. dalac 'Pestbeule,
Pustel, Milzbrand', bulg. dalak 'Milz,
Milzkrankheit', serb. dalak 'Milzverhär-
tung'. [Sain 51. Bern SlEtWb 177.
470. Tk. dalga:
[Vom Stamme tal, s. liier Nr. 467] 'Welle' ;
hieraus bulg. dalga, dzlga 'dass.'.
471. Ar. daiil:
'Führer, Wegweiser' [vom Vb. dalla
'führen, richtig weisen']; hieraus mit
ar. Art. sp. adalid [zum Wechsel zwischen
l und d vgl. Elisabeth ^ sp. Isabel],
val. adalil, pg. udail 'Heerführer'. [DE
40/41. Eguilaz 44. ML 2461.
472. Tk. dalkawiik:
'Schmarotzei'' [eigenllich 'leere Mütze'
MSOS 11, 120, Anm. 2, aus dem Stamme
tal 'nackt, blofj' Vambery TktEtWb
S. 164, Nr. 178 und kaivuk 'Mütze'];
hieraus rum. dalcauc 'dass., Tellerlecker'.
473. Ar. daHäl :
'Makler' [vom Vh. dalla, s. hier Nr. 471,
u. a. 'versteigern'], fem. dalläla: hieraus
pg. adelo 'Trödler', adela 'Frau, die auf
Jahrmärkten und auf Straßen alte Kleider
verkauft'. — Im Tk. ebenso tellal 'Mak-
ler"; hieraus rum. telal 'Trödler', tele-
leicä 'Trödlerin', telalic 'Trödelgeschäft,
Kramladen', feläläü 'Landstreicher, Va-
gabund'; serb. telal 'Lumpenhändler'.
[DE 44. Löbel EITAP 93.
474. Pei's. üamagäu:
N. pr., Name einer peis. Stadt [Jäküt II,
.539; Abulfedae Geogr. 432], nach der
ein Tongetäß ar. damagan [die Formen
damangäna und damgäna scheinen erst
neueren Ursprungs zu sein und sind
wohl den romanischen Sprachen wieder
zurückentlehnt] benannt worden sein
soll; hieraus it. damigiana, frz. dame-
Mal. däniar.]
38
jeanne [mit volkrielyinologischer Umge-
stalluug], sp. dainajuana, kat. damajana;
engl, demi-john 'Korbflasche'. Der ge-
naue Gang der gegenseitigen Entleh-
nungen ist noch nicht klargestellt, da-
her sind zahlreiche andere Etymologien
aufgestellt worden, die aber weit weniger
befriedigen [aus lat. dimidiana, aus
lat. domina und galbma > frz. dame
und jaune u. a. m.]. [Devic DEt 101/102.
Lammens Rem 94/95. RomForsch III,
497. ZfromPh II, 35i2.
475. Mal. (lämar:
'Baumharz, Fackel' [Pijn 107]; hieraus
engl, dammar 'Harz', frz. dammarine
'Harz', das aus dem Dämarbaume ge-
wonnen und für Fackeln gebraucht wird.
[MMM 16.
476. Ar. Damaskus:
Yerlateinte Form für Dhnisk as-Säm,
das neuestens als 'Blut aus der Wunde
des Unglücklichen' mit Beziehung auf
den Adoniskult gelesen wird [OLZ XXIII
(1923), 36]. Nach dieser Stadt sind
Stoffe, Schwerter und Pflaumen benannt :
a) Mlat. damascemis 'ein feines in D.
hergestelltes Gewebe', hieraus it. da-
masco, damasto, frz. damas, sp. damasco,
pg. damascado, damasquillo; engl, da-
mask, ndl. damast, dtsch. Damast; serb.
damaSka, bulg. damast, öech. damasek,
poln. adamaszek. Durch Metathesis ent-
stand aus dei- Form dimisk zunäclist
über *dimaks, *midaks ngr. indraSa,
mlat. mataxa [zu dieser Umstellung
vgl. ZDMG XXII, 117: Die 'Aneze, Su-
hür und andere Beduinen nennen die
Stadt Jerusalem dikis zur Erleichterung
der Aussprache des eigentlichen kids].
Hieraus rum. mätasä 'Seide'; it. matassa
'Strähne'; afrz. madisse, prov. madaisa,
kat. madeixa, sp. madeja, pg. madeixa
'Gebinde', siz. it. (dial.) matassaru 'Has-
pel'; frz. matasse 'Rohseide' [synonym
mit grlge, vgl. dazu Morin, Dictionnaire
6tymologique des mots fran(;ais derives
du grec. 2. ed. Paris 1809. II, 67].
Eingehender REDSLOB in ZDMG XVI,
733/742.
b) Das Verfahren, durch Ätzen die
Metallfaser der Klinge bloßzulegen, soll
zuerst in D. ausgeübt worden sein, da-
her die Veiba frz. damasser, damas-
quiner, ndl. damasceeren, dtsch. dam.as-
zieren; ferner it. damaschmo 'Damas-
zenerklinge', bulg. damaskina, serb.
damaskija, cech. damascenka, poln. da-
mascena 'dass.', poln. demeszek, serb.
demeskinja 'damasziertes Eisen'.
c) Mlat. prunum damascenum, ngr.
bandOKrivov, zur Bezeichnung einer
Pflaumensorte ergab it. amoscino, mos-
cino, frz. damoisine, demoisine, sp. ama-
cena, pg. ameixa [ameixial ameixiera,
umeixoal, ameixoeira 'Pflaumenbaum'];
engl, damask plum, damascene, ndl.
damastpruin. Über *damaskin, dniaskin,
diraskhi wurde dtsch. Zivef sehe, Quetsche.
Frz. (dial.) damas, damars 'Art Pflaume',
aber auch 'Art Kirsche'. Poln. damas-
cena, damaszka 'Damaszenerpflaume'.
[Nicht von diesem Grundwort ist ndl.
damast hloem 'weiße Levkoie' abzuleiten;
diese Blume heißt vielmehr frz. giroflie
des dames, woraus ndl. dames bloem,
schließlich damas bloem und heutzutage
damastbloein (oder mastbloem) wurde,
vgl. Dozy Oost 33.] [Devic DEt 101.
ML 2464 und 5403. Kluge 508/509.
Bern SlEtWb 183.
477. Pers. däindaiuä:
Auch bind, 'ein Hügel, Erdwall oder
erhöhte Batterie', als n. pr. in Bengalen
Namen einer militärischen Niederlassung,
4V2 engl. Meilen nordwestlich von Cal-
cutta, die 70 Jahre lang (1783—1853)
Hauptquartier des berühmten Korps der
bengalischen Artillerie war. Im dortigen
Arsenale wurden zuerst mit stumpfem
Vorderende versehene, daher stark zer-
reißende Geschosse liergestellt, die man
engl, dum-dum, dtsch. Dimidumgeschosse
nennt. [Hobson-Jobson 330.
478. Tk. damga:
'Stempel, Siegel' [vom Stamme tarn,
dam 'Tropfen, tröpfeln' Vämbery Tkt
EtWb S. 167, Nr. 180; aus 'Tropfen',
nämlich 'zur Bekräftigung oder Unter-
schrift eines gegenseitigen Vertrages auf
das Schriftstück fallen gelassener Tropfen'
wurde 'Siegel'; der Sinn des tk. Wortes
'Stammesabzeichen, Brandzeichen auf
dem Arme eines Verurteilten, Kontroll-
zeichen auf Gold, Silber, Wagen' ent-
spricht genau dem ar. wasm, d. h.
'Zeichen, das von den Beduinen den
Kamelen eingebrannt wird und durch
welches sich die einzelnen Stämme und
Unterabteilungen voneinander untei-
scheiden'l; rum. danga 'Brandzeichen,
Stempel'; rliss. tamga 'Stempel, Waren-
zoir, tamoznja 'Zollamt', bulg. damga
'Stempel, Zeichen', serb. danga, dagma
'Zeichen'. Wahrscheinlicli gehört hier-
hin auch russ. den'gi 'Geld' [vgl. C. M.
Fraehn, De origine vocahuli Rossici
den'gi. Gasani s. a. (1815)]. [Gorjajew
88 und 360. Mikl SlEtWb 39 b. Bern
SlEtWb 178.
479. Tk. damla:
'Tropfen' [Stamm dam 'tröpfeln', s. hier
Nr. 478], auch 'SchlaganfaU' ; hieraus
rum. dambla, damla 'dass.', damblagiü;
bulg. damla 'dass.'.
39
[Ar. dammüs.
480. Ar. (lauimüs :
^Decke' [Dozy Suppl I, 460]; hieraus
fdz. dammum 'dass.'. [GrSVociSic 233.
481. Ar. da'n:
''Hammel' in kollektivem Sinne; hierzu
ar. rabh ad-da'n 'Herr der Hammel';
hieraus sp. rahadän 'Oberschäfer' [DE
327], pg. rabadan, rahadäo 'Aufseher
einer Vieh- oder Schweineherde' [Con-
stancio Dicc 821 b].
482. Ar. (laiiab:
^Schwanz'; hieiaus a) danab al-asad
^Schwanz des Löwen', der Stern ß Leo-
nis, woraus Denebola entstanden ist [der
Stern hieß schon assy v.zibbat an 'Schwanz
des Löwen' ZDMG XLV, 611];
b) danab ad-dagäga [s. hier Nr. 458]
'Schwanz der Henne', der Stern a Cygni;
hieraus unter Weglassung des Bestim-
mungsnomens Denab. [Devic DEt 102.
483. Pers. dänbärä:
'Zither'; hieraus ar. tanbür 'dass.' und
dann die europäischen Formen it. tam-
buro, fr. tambour 'Trommel, Trommler,
tambourin 'Schellentrommel', tabouret
'Kutsche, lehnenloser Sessel', sp. tambor,
■atambor, tambot-il. tamborin, taburete,
pg. tambof, tamhoril, tamborim, tamborete,
rum. tobä 'Trommel', tobo§ar 'Tromm-
ler', taburel 'Fußbank, Trittbrett', russ.
dombra 'Maultrommel, Brummeisen',
tabwet, dtsch. Taburett. [Gorjajew 94
u. 359.
484. Pers. däug-:
Auch täng 'enge' [Horn NpEt S. 89,
Nr. 398], tk. tenk 'Pack, Ballen, Ware';
hieraus rum. teanc 'dass.', tencurel, bulg.
denk, serb. denjak 'dass.'. [Löbel EITAP
93. Sain 59.
485. Ar. darag-a:
'Stufe'; hieraus mit ar. Art. sp. adaraja,
adraja, kat. sp. pg. darga 'Verzahnung;
Stein, der aus der Mauer vorspringt'.
— Lammens Rem 95 will auch frz.
degri hierauf zurückführen, wohl zu
Unrecht. [DE 4L
486. Ar. daränagr:
Auch daranag, darünag 'eine Pflanze
aus der Familie der Seneeionen', also
eine Komposite; hieraus der botanische
Name lat. dwonicum, sp. doronica, pg.
doronico, frz. doronic. [Devic DEt 104.
Lammens Rem 99.
487. Ar. daraka:
'Ledersc-hild' ; hieraus mit ar. Art. sp.
adarga, pg. adarga 'dass.', frz. adargue
'ein kleiner Schild, der an einer kurzen
Lanze angebracht ist'. — [Dagegen ge-
hören frz. targe, sp. tarja usw. trotz
Lammens Rem 236/237 zu germanisch
targa]. [DE 41. Eguilaz 48 ML 2471.
488. Ar. darb:
'Weg, enger Weg'; hieraus mit ar. Art.
sp. adarve 'der Mauerkranz, auf dem
die Zimmer ruhen', pg. adarve [Con-
stancio Dicc 21 b] 'Befestigungsmauer,
enger Weg darauf mit Schießscharten'.
— [Ar. dirwa, das u. a. 'Schießscharte'
bedeutet, kommt wohl trotz asp. adarves
'dass.' nicht in Frage.] [DE 41/43.
Eguilaz 50. ML ■i47ü.
489. Ar. darb:
'Das Prägen' [subst. Infinitiv des Vbs.
daraba 'schlagen, prägen']; über das
tk. tarab wurde hieraus rum. tarabä
'Ladentisch', Ableitung täräboiü, tärä-
bufä. — Mit pers. hänä [s. hier Nr. 809]
ergibt sich pers. ar. darbhäna 'Präge-
stätte, Münze (als Gebäude)'; hieraus
rum. tarapana 'dass.'. [Löbel EITAP 92.
490. Pers. därbän:
'Türhüter' [von pers. dar 'Tür' Horn
NpEt S. 120, Nr. 545 und -bän 'Herr,
hütend' ebenda S. 41, Nr. 176]; hieraus
angloind. durwaun 'ein Hausdiener in
den größeren Häusern Kalkuttas, der
als Portier des Compound [s. hier Nr. 1045]
dient', rum. derebant, doroban^, trabant
[SBKAW Wien L, 591], it. sp. pg. tra-
bante, frz. drabant, trabant; ndl. tra-
bant, dtsch. Trabant 'Leibwächter', eben-
so poln. daraban, drab, klruss. grabant,
russ. drabant [Gorjajew XXXIX]. — Die
Ableitung aus böhni. drdb 'Fufsvolk',
wie sie Kluge 456 und Bern SlEtWb 219
geben, ist eine unbegründete Erschwe-
rung; es ist zu bedenken, daß schon
Mikl SIEtWb 49 richtig derban 'Tor-
wächter' als Grundwort angibt, nicht
wie Berneker ein osm.-peis. derbend
'leicht zu verteidigender Ort, Wacht-
posten". Was die Bedeutung angeht,
so liegt nicht die geringste Schwierig-
keit vor, da ja Übergang von 'Torwart'
zu 'Kriegsknecht' als Erweiterung des
Begriifs leicht anzunehmen ist. Auch
lautlich ist wegen des langen ä des
Grundworts der Übergang zu Trabant
mit Anlehnung an eine latinisierende
Endung -ant, ebenso it. trabante usw.
möglich. Hobson-Jobson 333. ML 8822.
[Dagegen A. KLÜYVER in ZfdWf IV,
1.53—160].
491. Pers. därbär:
[Aus pers. dar s. hier Nr. 490 und -bär
nur in Kompositis zur Bezeichnung
eines Ortes, Horn NpEt S. 36, Nr. 158];
hieraus angloind. engl, durbar 'Hof eines
indischen Fürsten' oder 'Empfang an
einem solchen Hofe, Staatsempfang beim
Vizekönig'. [Hobson-Jobson 331.
492. Pers. därbedär:
[Aus pers. dar 'Tür', s. hier Nr. 490, u.
I^ers. därd.]
40
be Präposition 'zu, bei, an', Horn NpEt
S. 33, Nr. 144] 'einer, der von Tür zu
Tür gellt; Bettler, Vagabund', ebenso
tk.; hieraus rum. derbedeü, derbeder
' Paugenichts, Vagabund, Bummler'.
49:^. Fers, därd:
'Schmerz' [Horn NpEt S. 12:2, Nr. 5.00],
ebenso \k.derd; hieraus serb.rfe?-^ 'Sorge',
bultr. det-t 'Sorge, Schmerz'. [Bern
SiEtWb 185.
494. Ar. dariuaka:
Auch darmaka 'Blütenmehl, VVeifsbrot
daraus' [KM H, 624]; hieraus mit ar.
Art. sp. adargama, aldargamn 'Blüten-
mehl; eine Art feinen Brotes'. [DE 41.
495. Ar. där-sinä'a:
[Aus ar. dar 'Haus', sinä'a 'Betriebsam-
keit, Handwerk, Industrie'] 'Fabrik', be-
sonders 'Waffenfabrik' und auch schon
ar. 'Schiffsbauhaus'; im Türkischen zu
tershäne korrumpiert, als wenn es von
pers. Jiänä [s. hier Nr. 809] käme. Hier-
aus it. darsena, siz. tirzanä 'iniiei'es
Hafenbecken', arzanä, arsenale, terzana
'Zeughaus'; frz. darse, darsine 'kleiner
Binnenhafen', arsenal; sp. atarazana,
atarazanal 'Schuppen', arsenal; pg.
taracena, tercena 'Schuppen', arsenal;
rum. arsenal, darsena. Dtsch. Arsenal,
ndl. arsenaal, engl, arsenal, russ. a?*-
senal. [Dozy Oost 16/18. DE 205/206.
Eguilaz 304. Gorjaiew 6. Kluge 23.
Devic DEt 35/36. ML 2474.
496. Pßrs« ilär^vGS •
'Bettler ; arm' [Horn NpEt S. 124, Nr. 559],
ebenso tk. derwis 'arm, Bettelmönch';
hieraus rum. dervi§, it. dervis [mit Be-
tonung der Pänultima], frz. derviche, sp.
derviche, pg. dervis, derviche; dtsch.
Derwisch, ndl. dervis, engl, dervish ; russ.
bulg. serb. derwis, cech. dervis, poln.
dervisz.
497. Ai". dasisa:
'Weizenbrei oder -brühe; Gerste, die zu
einem gewissen Grade ausgemahlen ist' ;
hieraus mit ar. Art. und Wechsel zwi-
schen d und l [s. hier Nr. 471] sp.
alejija 'dicker Brei oder eine Art Suppe
aus gerösteter und geschälter Gerste
bereitet und mit Sesam gewürzt' [Dicc
Gast 116a]. [DE 98/99.
498. Pers. däst:
'Hand' [Horn NpEt S. 126, Nr. 567],
dästä, tk. deste 'Paket, Bündel'; hieraus
rum. testea 'Buch Papier' [nach Sain 60
auch 'Dutzend'], bulg. teste, russ. dest'
'Buch Papier = 24 Bogen'. [Vgl. dazu
frz. une main de papier^ [Löbel EITAP
95. Gorjajew 90. Bern SlEtWb 187.
Jacob EMA 35.
499. Pers. dästgäh:
'Arbeitsstätte, Atelier' [aus däst, s. hier
Nr. 498, und gäh 'Ort' Hoin NpEt
S. 199, Nr. 899], tk. ebens« dest(jjah
'Ladentisch'; hieraus rum. tcjghea 'Zahl-
und Ladentisch', te^ghea 'dass.', tejghetar
'Kontorist' ; serb. tezga 'Ladentisch'.
[Löbel EITAP 9:J.
500. Pers. dästmäl:
'Handtuch' [aus däst, s. hier Nr. 498,
und niäl, Präsensstamm zu mälldün
'reiben', Horn NpEt S. 214, Nr. 962],
tk. zur Erleichterung der Aussprache
destimal; hieraus vam. testimal, testemal
'Kopf- oder Halstuch': Die verheirateten
Frauen über 30 Jahre tragen dieses
Tuch; es ist ein langer Gaze- od. Leinen-
schleier, der den Kopf bedeckt und hin-
ten bis üher die Hüften herabfällt
[Sain 69],
501. Ar. daur:
'Periode, periodische Wiederkehr der
Bewässerung' ; hieraus sp. ador 'die zur
Bewässerung bestimmte Zeit an den
Orten, wo das dazu benutzte Wasser
der Gemeinde gehört'. [DE 47.
502. Ar. dauwär:
Vulg., eigentlich 'kreisrund' [vom Vb.
dar 'im Kreise gehen'], 'Zeltlager der
Beduinen', wobei die Zelte kreisförmig
um die in der Mitte lagernden Herden
geordnet sind ; hieraus sp. aduar, frz.
douar, disch. Duar. [DE 47. Lammens
Rem '.);).
503. Hebr. David:
Lateinische Form des hebr. dawid; N.
pr., Name eines berühmten Königs von
Israel [das Wort bedeutet eigenthch
'Liebhng'i BAUER in ZDMG LXXI,
411]; hieraus afrz. davit, nfrz. davie,
davier 'Zahnzange' [Romania XXXIII,
344], frz. david Name des 'Schippen-
königs' im Kartenspiel. — Zu engl.
taffg verderbt, die Bezeichnung für den
Waliser [wie Paddy für den Iren, Saw-
neij für den Schotten; ersteres aus
Pafrick, letzteres aus Alexander]. [ML
2487.
504. Ar. däwa:
Oder daii [wohl aus dem Indischen, s.
VÖLLERS in ZDMG L, 651] 'ein kleines
Schiff', wie es im Persischen Meerbusen,
Roten Meere und Indischen Ozean ge-
bräuchhch ist [genauere Beschreibung
s. De Sacy ChrAr III, 345]; hieraus
angloind. dhou, engl, dhow, dtsch. Dan.
505. Ar. da'wa:
'Anklage, Prozeß', tk. ebenso da'wet;
hieraus jidd. dawnen 'beten' [nach
J. GOLDZIHER in Ben Chananja X
(1867) Nr. 12. Aufserordentliche Beilage;
also nicht indogermanischen Ursprungs,
wie wieder Birnbaum HebrEl 53 be-
hauptet]. — Von demselben Grundwort
41
[Türk. deli.
kommen rum. dever, dava 'Geschäffs-
angelegenheit ; Umsatz, Absatz', serb.
dawa, dawija, bulg. dawija 'Pi'ozeß',
bulg. datvadzija 'Kläger'. [Bern SlEtWb
180.
506. Tk. deli:
'Toi!, verrückt, wild, tapfer' [vom Stamme
jal,jil'^iü 'glänzen, funkeln, Strahl,
wärmen, toben, toll sein' Vämbery Tkt
ElWb S. 115, Nr. 126II1]; hieraus rum.
deliü 'kühn, mutig, wohlgebaut', bulg.
deli 'verwegen, toll, kühn', delija 'Held',
serb. deli 'kühn', delija 'leicht bewaff-
neter türk. Reiter [s. hier Nr. 507]'. [Bern
SlEtWb 183.
507. Tk. delibas:
[Aus deli, s. hier Nr. 506, und bas, s.
hier Nr. 260, also 'Tollkopf, Hitzkopf'];
hieraus russ. delibas, delibasi 'Abteilung
von 50 Soldaten' [Gorjajew 88]. — Die
Delibas oder üelibasy waren eine ir-
reguläre Reiterei. Ihre Kopfbedeckung
bestand aus einer fast 1 m hohen schwar-
zen Filzröhre ohne Krempe, die unten
mit einem Tuche umwunden war. Be-
waffnet waren sie mit Lanze, Schwert
und Gewehr oder Tromblon [Blunder-
büchse mit vorn erweiterter Öffnung].
'ABBÄS PASA führte sie wieder in
Ägypten ein, mußte die Truppe aber
infolge der Einsprache der Konsuln auf-
lösen, da sie sehr undiszipliniert war
und wegen ihres Fanatismus die Sicher-
heit der Europäer gefährdete. Vgl. über
sie Mouriez, Histoire de Mehemet Ali.
Paris 1855. I, 192.
508. Tk. demlr:
'Eisen' [vom Stamme tarn, tem, Um 'ver-
sammelt, fest' Vämbery TktEtWb S. 166,
Nr. 17911]; hieraus bulg. serb. demir
'Eisen, eisern'. — Die ältere noch im
Öagataischen lebendige Form timur
kommt im N. pr. Timur-Leng > TA-
MERLAN vor.
509. Pers. dev:
'Dämon, Teufel' [Horn NpEt S. 133,
Nr. 598], ebenso tk. diiv 'böser Geist';
hieraus bulg. serb. diw 'Riese', poln.
diiv 'Dämon'. — Aus dem zugehörigen
Adj. devänä 'verrückt' [Horn a. a. 0.]
wird zunächst tk. diwane und dann bulg.
divane 'Verrückter', serb. diivanija 'hal-
ber Narr'. [Bern SlEtWb 202.
510. Tk. dewe:
'Kamel' [vielleicht vom Stamme tok, tot
'dicht, fest, festmachen', vgl. cag. tüje'
mek 'aufladen', also tüje, cuwas. töve,
osm. dewe 'Kamel', eigentlich 'Lasttier',
Vämbery TktEtWb S. 180, Nr. 1 93 1 Ende] ;
hieraus serb. dewa 'dass.'.
511. Sskr. dhäln-garbha:
Pali dhätiigabbhu gibt singhal. dägaba
'Reliquienschrein'; hieraus angloind.
dagoba, d. i. jeder kuppeiförmige bud-
dhistische Schrein odur Tempel. [Hob-
son-Jobson 291.
512. Sskr. dhatlüra:
'Datura ;dba', eine Pflanze aus der Fa-
milie der Solanaceen ; hieraus der bota-
nische Namen Datura, von welcher Art
in ganz Europa D. stramonium 'Stech-
apfel' vorkommt, und angloind. duiry.
[Hobson-Jobson 298/299.
513. Ar. di'b:
'Schakal'; hieraus mit ar. Art. sp. adice,
adiva 'dass.', pg. adibe, adiba 'Schakal,
Gold wolf, figürlich auch 'Zwischenträger,
Ohrenbläser' [Constancio Dicc 23 a], frz.
adive 'Zwergwolf'. [DE 45/46. Eguilaz
56. ML 2626.
514. Hebr. dibber:
[Pi'el von da^är, vgl. hier Nr. 145 b]
'reden, sprechen'; hieraus jüd.-dtsch.
^dibbern\ 'reden', besonders 'leise reden'.
[Kluge 90.
515. Ar. diflä:
'Lorbeerbaum, Rhododendron' [wie das
gleichbedeutende dafna aus gr. bdqpvri,
eigentlich pobobd9vri ZDMG LI, 297 ;
die Araber haben den Oleander von den
Griechen Kleinasiens, speziell aus der
Pontusgegend erhalten]; hieraus mit ar.
Art. und Metathesis sp. pg. adelfa 'Ole-
ander'. [DE 44. Eguilaz 54. ML 2635.
516. Ar. dijäfa:
'Gastfreundschaft'; hieraus mit und ohne
ar. Art. sp. adiafa 'Geschenke und Er-
frischungen, die man dem im Hafen
ankommenden Schiffe gibt', pg. diafa
'das, was man den Arbeitern über ihien
Lohn gibt, wenn die Arbeit beendet ist'.
— Über das tk. zijafet 'Gastfreundschaft,
Gastmahr wurde rum. ziafet 'Gast-
mahl, Bankett', bulg. zijafet 'Gastmahl,
Schmaus'. [DE 44/45. Löbel EITAP 102.
517. Tk. dik-:
Dikmek 'nähen' [vom Stamme tük, tik
'stecken, aufstecken, nähen' Vämböry
TktEtWb S. 191, Nr. 20a], dazu subst.
Infinitiv dikis 'das Nähen'; hieraus rum.
dichis 'Zubehör, weiblicher Staat oder
Putz'.
518. Ar. dik:
'Enge', dlka 'Langeweile, Angst', hier-
aus siz. dica 'Langeweile, Unbehagen
[aus Hunger oder anderer Ursache]'.
[GrSVociSic 233
519. Pers. dilbiir:
'Schön, angenehm, reizend' [aus pers.
dil 'Herz' Horn NpEt S. 127, Nr. 571 u.
bär Präsensstamm des Vbs. hurdän
'tragen', ebenda S. 45, Nr. 196], tk.
Ar. di'ma.]
42
ebenso dlilber: liieraus bulg. serh.dilber
'schön'. IBern SIKtWb 200.
5iJü. Ar. di'nia :
'Säule, Balken (als Unterlage tür das
Dach]', hieraus mit ar. Art. sp. ademe
'Stütze, Stützbalken'. Der ar. plrl. des
Grundworts ist da'ä'im; hieraus mit ar.
Art. sp. andamio, pg. andaimo, andaime
'Baugerüst'. [DE 44 u. 190.
521. Tk. dimi:
'Barchent, dicker Wollstoff' [aus gr.
bi|uiiTOi;, nämlich bi 'zwei' u. laiToq 'Fa-
den', wie Samt aus gr. ^SoIilUtoi; 'sechs-
fadig']; dimije sind auch die tk. sehr
weiten Frauenbeinkleider, die bis über
dieKnöchel reichen, wo sie enge anliegen,
u. eigentlich mehr ein in der Mitte zu-
sammengenähter Rock sind. Hieraus
rum. dimie 'dicker Wollstoff', bulg. di-
mija 'weißer ungewalkter Stoff, breite
Hose daraus', serb. dimije 'lange, weite
Hose', poln. dyma 'tk. Baumwollstoff',
russ. mit slav. Endung dymka 'Krepp-
flor'. [Dtsch. Dimity 'geköperter Bar-
chent', engl, dimity, it. dimito unmittel-
bar aus dem Gr.] [Gorjajew 100. Bern
SlEtWb 200.
5-22. Tk. direk:
'Pfahl, Säule' [vom Stamme tir 'Stütze.
Lehne' Vämbery TktEtWb S. 178, Nr.
191]; hieraus rum. dric 'WagengesteU',
direchie 'Säulengang', bulg. direk 'Säule,
Pfosten', serb. direk 'Balken, Pflock'.
[Löbel EITAP. Bern SlEtWb 202.
523. Ar. dirham:
'Eine Silbermünze von wechselndem
Werte' [vgl. dazu MORITZ in AbhPr-
AW Berlin 1918, Nr. 4, S. 30, Anm. 2,
wo das Abwärtsgleiten des Dirhams für
die ersten tausend Jahre der Hedschra
bis auf den 50. Teil seines ursprünglichen
Wertes nachgewiesen wird], vulgär aus-
gesprochen dirhem [das ar. Wort kommt
selbst aus gr. bpaxMn ZDMG LI, 297,
das auf bpdTTU), bpäTTOiuai zurückgeführt
wird u. soviel wie 'eine Handvoll', sc.
von Spießen, bedeutet]; hieraus frz.
dirhem, sp. adereme, adarme, pg. adarme
'Gewicht od. Münze', pg. auch figürlich
'geringfügige Sache' [Gonstancio Dice
21b]; über das tk. drem wurde rum.
dram 'ein Quentchen, V^oo einer Okka
[s. hier Nr. 1.590]', also in der Walachei
3,370 g, in der Moldau 3,229 g. [DE
41. Devic DEt 103.
524. Ar. dis:
'Schilfrohr, Ginster', Einheitsnomen Äsa ;
hieraus siz. ddisa 'grasartige Pflanze',
aus der man Seile macht oder mit der
man Reben bindet u. dergl., sp. aldiza
'Ginster' [aciano menor]. [GrSVociSic233.
DE 97. Eguilaz 148. ML 2650.
525. Ar. disär:
'Starker Palm hast, Schnur daraus'; hier-
aus mit ar. Art. und häufigem Wechsel
von r zu l sp. adazal 'eine Angel mit
Sparto, die zum Fange des Tunfisches
benutzt wird'. [DE 44.
526. Pers. diwän:
[Letzten Endes von ^evs.dibir 'Schreiber'
Horn NpEtS. 119, Nr. 540] 'Amtszimmer,
Rat, Tribunal', hieraus wurde der Sitz
des Beamten, ein bequemer Sitz, ein
Ruhelager, andererseits aber auch Samm-
lung von Gedichten eines oder mehrerer
Dichter, jedoch nur auf den Orient be-
züglich. Im einzelnen hat man : sp. pg.
aduana 'Zollhaus', prov. doana, frz.
douane, it. doana, dogana [mit Konta-
mination von *ducana aus dux > doge]
'dass.'. Frz. divan 'Ruhebett', it. divano,
rum. divan, russ. bulg. diivan, öech. dy-
van, dtsch. Diwan, engl, divan, angloind.
dewaun 'Ruhebett, Gedichtsammlung'.
— Aus tat. duwan [Wechsel zwischen
u und i im Tk. häufig, vgl. z. B. osm.
diwar und duwar 'Wand'], duwan etmek
'richten' kommt russ. duwan 'Teilung
eines Gewinns', duwanit' 'eine Beute,
Gewinn teilen'. [DE 47. Eguilaz 61.
Devic DEt 104. ML 2707. Gorjajew 91
u. 98. Hobson-Jobson 309/311.
527. Tk. dizgiii:
'Zaum, Zügel' [vom Stamme tir, tiz, s.
hier Nr. 522] ; hieraus rum. diaghin,
desghin 'Kapriole (des Pferdes)', bulg.
serb. dizgin, serb. dizden 'Zügel'. [Bern
SlEtWb 203.
528. Tk. dojum:
'Großer Haufe' [vom Stamme tok, toj
'dicht, fest, volP Vämbery TktEtWb
S. 179, Nr. 1931]; hieraus rum. duium
'Haufe, großer Auflauf.
529. Pers. döläb:
'Schrank', ebenso ik.dolap; hieraus rum.
dulap 'Schrank, Schaukel' [das letztere
nach Sain 51], fig. 'Intrige' [nach Löbel
EITAP 40], Abltg. duläpärie, duläpior;
bulg. dulap 'Schrank'.
530. Tk. dolaina:
'Roter Tuchmantel, den die Janitscharen
als Paradeanzug trugen'; hieraus rum.
dulama 'langes Unterkleid, Damenober-
kleid', Abltg. dulämifä; bulg. dolama
'langes Oberkleid', serb. dolama 'langes
Unterkleid', russ. doloman, dolman, kl-
russ. doloman, poln. dolman 'kurzer
Husarenmantel', öech. doloman, dolman
'ungarischer Pelzrock'; dtsch. Dohna)},
frz. doliman, dolman 'Husarenjacke'.
[Gorjajew 104. Bern SlEtAVb 206. Devic
DEt 104.
531. Tk. doldur-:
Doldurmak 'füllen' ['voll machen', Kau-
43
[Tk. dory.
saliv zu dolu 'voll' vom Stamme tok usw.,
s.hier Nr.528], subst. Infinitiv doldurma;
hieraus rum. doldora 'voll, strotzend'.
.5312. Tk. dory:
'Braun' (vom Pferde) [Kelekian Kämüs
81()]; hieraus bulg. rforya, rfory esi 'dass.',
serb. dorin [und von tk. dory at 'braunes
Pferd', s. hier Nr. 128J, dorat 'Pferd von
brauner F'arbe'. [Bern SlEtWb 211.
533. Tk. dösek:
'Bett, Matratze' [vom Stamme töz, tos,
tös 'glatt, eben, glätten, ausstrecken'
Vämbery TktEtWb S. 190, Nr. 202];
hieraus bulg. serb. dusek 'Matratze', russ.
tjufjak 'Matratze, träger Mensch'.
534. Tk. döseme:
'Möbel, Tapezieruiig' [subst. Infinitiv,
vom gleichen Stamme wie Nr. 533];
hieraus rum. du^umea 'Fußboden'.
535. Ar. dubb:
'Bär', vollständig ad-dubb al-akbnr 'der
Große Bär'; hieraus der Sternname
Dubhe a ürsi maioris. [Ideler Sternn 23.
536. Tk. dndnk:
'Flöte' [vom gleichen Stamme wie dudak
'Lippe', eigentlich 'Erfasser', vom Stamme
tok usw. 'fassen', s. hier Nr. 528]; hieraus
bulg. serb. duduk 'Pfeife, Schalmei', russ.
dudka, dudak, dudocka 'Schalmei', ßech.
dudy 'Dudelsack'. Aus dem slav. wahr-
scheinlich dtsc-h. dudeln, Dudelsack.
[Gorjajew 98. Bern SlEtWb 233.
537. Ar. dnff:
'Trommel, Tamburin'; hieraus mit ar.
Art. sp. adufe 'dass.', pg. adufe 'Schellen-
trommel', arfi</"fc'8Vo [Constancio Dicc26c].
Wie die Kastagnette arabischer Herkunft.
[DE 50.
538. Ar. dnfifa:
'Platte', vulg. Form des kl. ar. daffa;
hieraus mit ar. Art. sp. pg. adufa bei
einer Miihle die 'Platte, die man in die
Mündung der Wasserzuleitung stellt,
damit das Wasser nicht zur Mühle ge-
langt'. [DE 48/50.
539. Ar. dahän:
'Rauch', duhän sariba 'rauchen', ebenso
tk. ; hieraus bulg. serb. duhan 'Rauch-
tabak', poln. duchan, klruss. dochan,
Cech. dohan 'dass.'.
540. Tk. düjme:
'Knopf [vom Stamme tok > ttij, tilj
'binden, befestigen', s. hier Nr. 528] ;
hieraus hul^.dugme 'dass., Knoten', serb.
dugme 'Knopf. [Bern SlEtWb 233.
541. Mal. düjoug:
[Pijn 113] 'Seekuh, Halicore Dujong' im
Indischen Ozean [über sie vgl. besonders
0. Finsch, Der Dujong. Zoologisch-
ethnologische Skizze einer untergehenden
Sirene. Hamburg 1901. Sammlung ge-
meinverständlicher wissenschaftlicher
Vorträge. NF XV, 359], auch H. taber-
naculi im Roten Meere, H. austrahs in
Australien, mit dem amerikanischen
Manati [nianatee] verwandt; hieraus frz.
dugong, dougong; dtsch. Dugong. [Devic
DEt 1U6/107. MMM 18. JAOS XVH,
135/137.
542. Ar. dnkkäu:
'Laden'; \k. ebenso dükjan; hieraus rum.
dughiana 'Kramladen'; bulg. dukan
'Laden', djukjan 'Werkstätte', serb. du-
can 'Laden, Werkstatt', doganja 'Kauf-
mannsladen", russ. duhan 'Schenke,
Bude', duhanscik. — Im westlichen
Afrika und Spanien sprach man mit
Imäla: dokkin; hieiaus mit ar. Art. sp.
adoquin 'viereckige Steinplatte', meist
als Pflaster verwandt, fig. 'Tölpel' [zu
der Bedeutungswandlung vgl. frz. tete
carrie]. [Gorjajew 99. Bern SlEtWb
237. DE 46/47.
543. Ar. düläb:
'Wasserrad, Bewässerungsmaschine' ;
hieraus vielleicht sp. alep 'Mühlrad'.
[Eguilaz 151.
544. Pers. dulbänd:
'Turban' [aus pers. dil 'Herz' Horn
NpEt S. 127, Nr. 571 und band, Präsens-
stamm von bästän 'binden' ebenda S. 50,
Nr. 219; also 'herzentzückend']; hieraus
l um.^M^pan'Musseline, Kopftuch daraus',
tulhent 'Brautschleier', turban 'Turban',
bulg. serb. turban, russ. tjtirban; afrz.
tolleban, frz. turban, it. twhante, sp. pg.
torbante 'Turban'; ndl. tulband, engl.
turban, dtsch. Turban. — Aus demselben
Grundwort ist der Name der Pflanze
Tulipa Gesneriana entstanden; i. J. 1554
sah sie der kaiserliche Gesandte BUS-
BECK in Adrianopel und nannte die weit
offen stehenden Blumen nach ihrer Ähn-
lichkeit mit dem tk.-pers. Worte für
'Turban' [die Perser und Türken nennen
die Tulpe übrigens nicht so, sondern
peTS.lälä, tk.lale]: rv\m. tuliiyan [= la-
lea], it. tulijxino, frz. tulipe, sp. pg. tu-
lipa, tulipan; dtsch. Tulpe, ndl. ftclp,
engl, tulip; russ. tjul'pan, öech. poln.
tulipan. — Ableitg. sp. torbandalo
'Hammerfisch'. [ML 8974. MWiD
11.5/116.
545. Tk. dutnan:
'Rauch' [aus pers. düd, düdmän Horn
NpEt S. 129, Nr. 579]; hieraus bulg.
poln. russ. tunian 'Nebel', bulg. fzma
'dass.'. [Gorjajew 380.
546. Tk. düuibelek:
Auch tiimbelek 'eine Art kleiner Kupfer-
trommel in Halbkugelform' [Kelekian
Kämüs 417b mit ."Abbildung]; hieraus
rum. timbelechiü 'Zimbel, Schallbecken',
timbeleg in.
Tk. dilmen.]
44
547. Tk. dümeu:
'Steuerruder [aus it. timone]; hieraus
bulp. serb. dumen, klruss. denien 'dass.'.
[Bern SlEtWl) i2öy.
548. Tk. dur-:
Durma subst. Intiiiiliv zu dtirmak 'blei-
ben, stehen' [vom Stamme tw 'vorne,
oben, stellen, stehen' Vämbery TklEtWh
S. 184, Nr. 11)711]; hieraus serb. durma
'unaufhörlich' [wohl vom negativen tk.
Stamme dur-ma- 'nicht stehen']. [Bern
SlEtWb 239.
549. Ar. dürawä:
'Getreidesplitter, Spreu, die beim Worfeln
des Getreides abstiebenden Hülsen';
hieraus Ober *dräwa, *dröwa die roma-
nischen Formen sp. it.di-oga, irz.drogue;
engl, drugs, dtsch. Droge. [Zahlreiche
andere Ableitungen sind vor allem be-
deutungsgeschichthch unhaltbar, so aus
pers. därü 'Arznei' Horn NpEt S. 116,
Nr. 523: pehl. därük; aus lat. irochiscus,
gr. TpoxiöKO^ 'Pille, Seifenkugel'; aus
ndl. droog 'trocken'; aus slav. doi-gz
'teuer' Bern SlEtWb 213; vgl. vor allem
BAIST in ZffrzSpr XXXII, 298/39 1.|
[Kluge 98. KLUYVER in ZfdWf XI, 7/10.
SEYBOLD in ZfdWf X, 218f. ZfdU XV,
335.
550. Mal. düri:
'Stachel, Dorn' [Pijn 112]; hieraus dü-
rlan 'ein Baum Ostindiens, Durio zibe-
thinus L.', der veegen seiner melonen-
artigen Früchte, die eine mit Stacheln
versehene Schale haben, so genannt wird.
Hieraus ndl. doerian, engl, durian, frz.
dourion, durion, it. duriano. [Devic DEt
107. MMM17. JAOSXYH, 137/139.
.551. Ar. durra:
'Moorhirse, Sorghum vulgare'; hieraus
it. sorgo, frz. sorgo, sorgho; dtsch. Sorg-
iveizen [mit volksetymologischer An-
lehnung an 'Sorge']. — [Nach SPITZER
in WuS IV, 140ff. allerdings eher aus
lat. *syricum, m. E. jedoch fraglich.]
552. Ar. durr uinfassal:
'Gesonderte Perlen' [aus durr 'Perlen,
Musiknoten' und »««(/"assa? Kunstausdruck
für die regelmäßige Ünterbrechung je
zweier Perlen der Perlenschnur], viel-
leicht mit pers. sog. Izäfät: dtirr-i-
nmfassal; aus diesem Grundwort sind
die Tonbezeichnungen der sog. Solmi-
sation do re mi fa so Z« entstanden, die
man gewöhnlich als von GUIDO VON
AREZZO [995—1050] erfunden erklärt;
offenbar hat er sie aber einem orienta-
talischen Notensystem entnommen. Der
angeblich von PAUL DIAKONUS stam-
mende bekannte Hymnus Ut queant
laxis Resonare fibris Mira gestorum
Famuli tuorum Solve polluti Labii
reatuni Sancte Johannes ist natürlich
erst später entstanden ; daher der übliche
[außer bei den Italienern] Anfang ut usw.
Der Laut so statt sa entsteht im Ara-
bischen auch sonst infolge der Emphasis
des vorhergehenden Konsonanten ; mi
aus mü ist tk. Aussprache des ar. mu.
553. Pers. diirük-kär:
'Zimmermann' [aus durük 'dünnes Holz'
Horn NpEt S. 116, Nr. 522 und kär
'Täter' ebenda S. 185, Nr. 832], hieraus
zunächst mit Dissimilation von r zu l
tk. dillger 'dass.' und dann rum. dulgher
'Zimmermaim', dulgherie 'dessen Hand-
werk', bulg. dulger, dulgerin, serb. dun-
der, dunderin 'Zimmermann'. [Bern
SlEtWb 259.
.554. Pers. dnsmäu:
'Feind' [aus dui, dus 'übel, böse' Horn
NpEt S. 126, Nr. 565 und män(is) ebenda
S. 222, Nr. 992], ebenso tk. dähnen;
hieraus rum. du§man 'dass.', Ableitung
du^mancä, du^mänie, du^manesc; bulg.
dusman, dusmanin, serb. dusman, dus-
manin 'Feind', klruss. dusman 'Wüiger,
Tyrann'. [Bern SlElWb 239.
555. Tk. düweiek:
'Kleine, noch grüne Melone oder andere
Frucht' [Kelekian Kämüs 591 b]; hieraus
rum. dovleac 'Kürbis', doviecel 'VValzen-
kürbis'.
5.56. Tk. ebnzine:
Auch buzine 'Affe' [aus ar. abü zina"
'Vater der Unzucht']; hieraus russ.
obez'jana, klruss. obezjana 'Affe' [vgl.
lit. bezdona].
557. Tk. efendi:
[Aus gl-, aiiöevxrii; 'Herr', s. Glotta III,
289 ff., moderne Aussprache aftendis,
und zwar Vokativ auö^vxri afMdi MSOS
I, 44, Anm. 2]; früher Ehrentitel [s. hier
Nr. 28], jetzt entsprechend unserer höf-
lichen Anrede „mein Herr, monsieur".
Frz. efendi, effendi, dtsch. Effendi usw.
[MWilJ 107.
558. Mal. egung :
Auch gong oder agong [Pijn 9; ursprüng-
lich javanisch; vgl. noch ZDMG XVI,
169); 'eine Eisen- oder Messingplatte',
auf der man mit einem hölzernen Ham-
mer die Zahl der Stunden schlägt, in
Ostindien früher die gewöhnliche Art
der Schlaguhr. Heutzutage wird eine
solche Scheibe aus dünnem Glocken-
metall mit einem Hammer oder Klöppel
überall in Europa und Amerika als Hotel-
und Tischglocke verwandt. Angloind.
engl. frz. gong, sp. gongo, ndl. gong,
gonggong, dtsch. Gong, schwed. gong,
gonggong, däti. gongon. [Hobson-Jobson
385/386. JA OS XVIIl, 1-9/54.
45
[Tk. ejalet.
559. Tk. ejalet:
[Aus ar. ijäla 'Regierung', Vb. äla "an
der Spitze stehen'] Trovinz', dasselbe
wie ein pasalik [frz. pachalilc]; hieraus
runi. olat 'Provinz', frz. Syalet. |Löbel
EITAP 71. Devic DEt 113.
ööO. Tk. ejleiige:
''BelustigungjÜnterhaltung' [vom Stamme
eJc, eg, ej 'neigen, beugen, wenden, dre-
hen' Vämbery TktEtWb S. !29, Nr. 31];
hieraus runi. eglinge, eglindi 'Erholung,
Pause', hulg. eglendze 'Unterhaltung,
Vergnügen', serb. eglen,jegl€n 'Gespräch,
Unterhaltung' [vom zugehörigen Verbal-
stamm tk. ejlen]. [Bern SlElWb 263.
561. Tk. olci:
Auch ilci 'Gesandter' [Stamm il, el
'schließen, binden', daher 'Volk, Eriede'
Vämbery TktEtWb S 39, Nr. 42] ; hier-
nus rum. elciü, bult?. ilcija, bulg. serb.
eläja Mass.'. [Born SIEtWb 263.
562. Tk. elnia:
'Apfel': hieraus rum. alma 'Schnitt-
lauch' (?).
563. Tk. engiuar:
'Gemüsepflanze, Cynara scolymus, d. h.
Artischocke'; hieraus rum. anghinarä
'dass.'.
564. Tk. erik:
'Apiikose' [Stamm ir, er 'fi-üh, früh sein
od. reifen' Vämbery TktEtWb S. 41,
Nr. 44; also 'Frühfrucht' genau wie
dtsch. Aprikose und Verwandte, s. hier
unter harkük Nr. 247]; hieraus russ.
orjuk [über den Wechsel von i und u
im Tk. s. hier Nr. 526 u. 552 Ende]
'trockene Aprikosen', urjuk 'gelbe Eier-
pOaume'. [Gorjajew 241.
565. Tk. esek:
'Esel', kas. tat. isak [nach PEDERSEN
ZDMG LVIl, 561 (nicht 567, wie Bern
SlELWb 438 steht) auf armen, es 'Esel'
zurückzuführen ; vgl. weiteres in IF XXII,
198]; hieraus russ. «Äafc 'Maulesel', serb.
esek 'Esel'. [Gorjajew 125.
566. Hebr. esöß:
'Pflanze Hyssopus ofScinalis', gr. (jöoiu-
TToq, lat. hysopum ; hieraus it. isope, frz.
ysope, hysope, yssope; dtsch. Ysop, Isop,
engl, hyssop; russ. issop, usop, bulg. serb.
isop, öech. poln. yzop, öech. izop. [Kluge
216. ABBE HEIDET in Das heilige
Land LIV, 60/76.
567. Enphorbns:
N. pr., der Leibarzt des Königs JUBA II.
(25 — 23 V. Chr.) ; nach ihm wurde eine
Pflanze Euphorbia ofBcinalis benannt
[Sprengel, Geschichte der Botanik 1, 133],
gr. eüqpöpßiov, in ar. Form ferfiün.
Hieraus ngr. qpapqpiövi, pers. u. tk. ferfin
und schließlich rum. ferfin, ferfin
'Amarantus blitum'. — Aus ar. al-fur-
bijün wurde pg. alforfiäo 'Euphorbie'.
[DE 116.
568. Ar. fagära:
'Ein Baum aus der Familie der Xantho-
xyleen, Sattelbaum, Fagaro' [vielleicht
letzten Endes aus mal. pagar 'Hecke'
Pijn 153, da der Baum aus den Ländern
des Indischen Ozeans stammt]; hieraus
fvz. fagar, f agare, fagarier 'dass.'. [Devic
DEt 114. Lammens Rem XXVII, Aum.l
u. 110.
569. Ar. fagfür:
Titel des Kaisers von China [die arabi-
sierte Form von pers. bagpür aus pers.
hag, haga 'Himmel, Gott', s. hier Nr. 170
u. Horn NpEt S. 269, Nr. 45, und pür
'Sohn', ebenda S. 70, Nr. 318 u. Anm. 1,
also die genaue Übersetzung des chine-
sischen Kaisertitels tien-tse 'Himmels-
sohn']; hieraus als N. pr. schon bei
Horaz und Martial lat. Pacorus, bei
Prokop gr. TTaKoupioq. Zur Bezeichnung
des aus China bezogenen Porzellans und
der Geschirre daraus russ. farfor, kl-
russ. fajfurka 'Porzellan', fajfurowyj
'porzellanen', bul^'. farfor, farforija
'dass.', poln. farfuru 'Porzellan, Stein-
gut', farfiirka 'Teller aus Steingut';
rum. farfwie 'Porzellan, Teller', far-
furisarä, farfuriutä 'Untertasse'. — S.
auch hier Nr. 175.' [Bern SIEtWb 279.
570. Ar. fahhär:
'Töpfer' [aus babyl. paJiäru, LIDZ-
BARSKI in ZDMG LXXH, 189; über das
aram. pahhärä, vgl. ZAkkFVVj 26]; aus
ar. dar al-falihär 'Haus, d. h. Werk-
stätte des Töpfers' entstand durch Ab-
fall des Grundworts sp. alfahar, alfaar,
alfar 'Töpferei' und hieraus wieder
alfarero 'Töpfer'. [DE 100. Eguilaz 154.
ML 3147.
571. Ar. fä'ida:
'Nutzen, Gewinn', tk. ebenso fajda;
hieraus bulg. serb. (ajda, seib. wajda
'dass.'. [Bern SIEtWb 278.
572. Ar. faklh:
'Gelehrter', der sich mit der Wissenschaft
des fikh, d. h. der Theologie und des
Rechtes, wie sie im Koran und im hadit
[Tradition] niedergelegt sind, beschäftigt;
hieraus mit ar. Art. sp. pg. alfaqui
'maurischer Priester, Rechtsgelehrter'.
[DE 108. Constancio Dicc 49 b.
573. Ar. fakir:
'Arm'; in alle europäischen Sprachen
zur Bezeichnung des Bettelmönches über-
gegangen und mit Derwisch [s. liier
Nr. 496] und Jogi [s. hier Nr, 2169] ver-
wechselt. Dtsch. Fakir, frz. fakir, fa-
quir, it. fachiro, engl, fakir, fakeer usw.
— Vielleicht ist hieraus mit W^echsel
von r zu n auch geworden : it. facchinu,
Ar. fakka.]
46
frz. faquin 'Gepäckträger', sp. faqtun,
pg. faquino 'Kirchendiener am Dome'.
ö74. Ar. fakka:
Name eines Sternes, woraus mit ar.Art.
und häutigem Wechsel von k zu t der
Sternname Älpheta a Coronae borealis
geworden ist. [Üevic DEt 41.
575. Ar. fakkäk:
'Loskäufer, Befreier' [vom Vb. fakka
'befreien, loskaufen'); hieraus mit ar.
kv\. und unter EinfluFs der Imäla sp.
pg. alfaqneque 'derjenige, der Gefangene
loskauft oder befreit', sp. auch 'das Schiff
für diesen Zweck'. (DE 107/108. Con-
stancio Dicc 49 b.
576. Ar. fakküs:
'Kürbis'; hieraus mit ar. Art. sp. a/^cos,
alpicoz 'dass.'. [DE 113.
577. Ar. falaka:
'Spalten' ; hieraus pg. falquear 'viereckig
behauen' ; [Ableilg. von lat. falx, falcem
ist weniger wahrscheinlich;] dazu falca
'so behauenes Holz' [Constancio Dicc
546 b]. [DE 263. ML 3141.
578. Ar. falaka:
'Keil; Klotz oder Stock als Marter-
instrument zur Bastonnade' [Beschrei-
bung von CHERBONNEAU in JAs 1849,
I, 546] ; hieraus kat. span. falca 'Keil',
pg. fälaca 'Bank zur Bastonnade', rum.
/'a/aH^'a 'Stockschläge auf die Fußsohlen';
poln. falagi plrl. in der Redensart zadac
komu t^gie falagi 'jmd. verprügeln'.
[DE 262. Devic DEt 114. ML 3164 u.
315L Karlowicz 420/421.
579. Ar. lälig:
'Lähmung auf einer Seite': hieraus mit
ar. Art. sp. alferiche, alferecia 'Epilepsie,
Fallsucht (besonders bei Kindern)'; die
Bedeutungsänderung erklärt DE 115 da-
mit, daß im Känün von AVICENNA dem
Kapitel über die 'Konvulsionen bei den
Kindern tasannug'' das von der 'ein-
seitigen Lähmung fälig'' handelnde vor-
ausgeht; möglicherweise ist bei einer
Übersetzung irrtümhch der Titel des
folgenden Kapitels weggelassen worden,
so daß es schien, als ob die Fallsucht
im Kapitel al fälig behandelt wäre.
580. Ar. falläh:
[Vom Vb. falaha 'spalten', nämlich die
Erde, d. h. 'ackern, pflügen'; wohl ein
uralles Kulturwort, s. Möller, Semitisch
und Indogermanisch 37 f.] 'Pflüger', all-
gemein 'Bauer'. In Ägypten und anders-
wo ist das Wort die Bezeichnmig des
Landbewohners: dtsch. Fellach, frz.
fellah. [Devic DEt 117.
581. Ar. fals:
Plrl. fulüs [aus gr. (pöUi; ZDMG XXI,
672/674] 'kleine Silber- od. Kupfermünze' ;
hieraus sp. foluz, pg. fuluz [Constancio
Dicc 578 b] 'dass.', siz. u. it. (dial. Li-
vorno) filussi, it. (dial. Florenz) pilosso
'Geld, Münze'. [DE 270. GSAI III, 145.
582. Ar. laiiak:
'Wüstentuchs, Fenek'; hieraus sp. alfa-
negue 'Art Pelzwerk'. — Der zur Jagd
auf den Fenek benutzte Falke hieß häz
al-fanak 'Falke des F.' ; durch Abfall des
Grundworts [s. z. B. hier Nr. 570] blieb
sp. pg. alfanegue 'Falke mit schwarzem
Gefieder', kat. alfanet, frz. alphanette,
alphanesse 'dass.'. [Möglich wäre auch
die schon von SOUSA gegebene Etymo-
logie: al-hanik 'der Würger'.] [DE 102
bis 105. Devic DEt 26. Lammens Rem 19.
583. Ar. fänid:
'Zuckerwerk' [aus pers. pänid, Vb. fänl-
dän' den Zucker rafSnieren', s. SCHWARZ
in ZDMG LXXIV, 238 u. 245]; hieraus
mit ar. Art. und häufigem Wechsel von
t und k sp. alfenique, pg. alfenim 'Teig
aus Zucker und süßem Mandelöl', frz.
alphenic 'Kandiszucker, Teig aus Mandeln
und Zucker'; frz. penid 'sucre tors'; in
der alten Pharmazie saccharum peni-
dium. [DE 112. Devic DEt 27.
584. Ar. fauika:
'Großer Sack' ; hieraus sp. fanega, frz.
fanhgue 'ein Getreidemaß von 55 1'; aus
der ar. Form fanka wurde pg. fanga
'dass., Maß von 20Mudd [s. hier Nr. 1490]'.
[DE 266. Devic DEt 115.
585. Ar. fära:
'Sprudeln' [vgl. fawicära 'Wassersprudel,
Quelle' Dozy Suppl II, 235] ; hieraus siz.
fara 'warme, stickige Luft', affarari 'an-
brennen'. [GrSVociSic 233.
586. Ar. faras:
'Pferd'; hieraus frz. haras 'Stuterei'
[wohl über das sp., wo f und h wech-
seln, vgl. lat. facere > sp. hacer]; mit
ar. Art. sp. pg. alfaraz 'leichtes Pferd
der maurischen Reiterei'; der Sternname
Alpheraz, Alpheraih a Pegasi; afrz. au-
fage 'Pferd', auferrant, prov. alferan
'grau' [mit lat.Suffix ant und Anlehnung
an fer 'Eisen', ferrant 'eisenfarbig, grau] ;
hieraus wohl afrz. ferrant, prov. ferran
'Pferd von grauer Farbe' ; ganz unkennt-
lich geworden ist altit. alfana 'Reittier'.
[DE 108. Eguilaz 161. Devic DEt 41.
ML 3189.
587. Ar. fard:
'Einzig', davon ar. fard as-su^ä' 'der
einzige der Hydra', ein Stern 2. Größe
im Sternbilde der Hydra, der einzige
heller leuchtende Stern dieses Bildes, da
die übrigen 4. Größe und darunter sind ;
hieraus der Sternname .4ZpÄarrfaHydrae.
[Devic DEt 26/27. Lammens Rem 20.
588. Ar fard:
'Kerbe, Einschnitt; Zahlung, Löhnung;
47
[Ar. farfara.
Tuch, Kleidung'; hieraus it. fardo Tack,
Bündel', fardaggio 'Gepäck des Soldaten',
prov. fardel 'Reisesack' [demin. wie das
folgende:] frz. fardeau 'Last, Bürde',
sp. pg. fardo 'Packen', fardel 'Ranzen',
sp. fardillo 'Päckchen', sp. pg. farda,
sp. alfarda 'Kerbe im Pfeil, Wasser-
steuer', sp. fardago, pg. fardagem 'Reise-
gepäck'. — Aus dem ar. Plr. firäd wurde
mit ar. Art. sp. alefris, pg. alefriz
'Zapfenloch'. [DE 108/109 u. 98. Eguilaz
160. DevicDEt 115/116, ML 3193.
589. Ar. farfara:
'Viel und verworren schwatzen'; dazu
Adj.farfär 'schwatzhaft, flüchtig, über-
eilt'; pers. färfär 'Spielball', färfärä
'Papierwindmühle' ; lk./'a/-^ra'Schwätzer,
Windbeutel' [vgl. zu diesem Stamme im
Romanischen, besonders zu it. farfalla
'Schmetterling', SPITZER in Herrigs
Archiv GXLI, 146/149]. Hieraus zahl-
reiche romanischen Formen: rum. far-
fara, it. fanfano, frz. fanfaron, sp. fan-
farrön 'Schwätzer, Prahlhans', pg. fan-
farräo, kat. fanfard, it. fanfarone,
farfaro; siz. farfareddu 'törichter
Meusch', farfanti 'Lügner', farfaru
'Spitzbube' ; Vb. it. farfogliare 'stottern',
frz. (dial.) farfouUer, sp. farfullar.
[ZromPh XXVIII, 738. XXX, 676. GrS
VociSic 233/234. ML 3194.
590. Ar. fargija:
'Riß in der Mauer, Dachbalken'; hieraus
mit ar. Art. sp. alfarjia, alfajia 'Brett
aus Tannenholz', 7 Fuß lang, 5 Finger
dick und 7 Finger breit, für Türen und
Fenster. [DE 114. Eguilaz 162. ML 3302.
591. Ar. färis:
'Reiter, Ritter' [zu ar. faras s. hier
Nr. 586]; hieraus mit ar. Art. sp. pg.
alfSrez 'Fähndrich', it. alfiere 'dass.,
Läufer (im Schachspiel)' [vgl. jedoch
hier Nr. 605], frz. alfier 'Fahnenträger';
russ. faris, poln. farys 'Beduinenhäupt-
ling', serb. (alt und selten) fariz 'Pferd'
[über mgr. qpdprii;]; mhd. väris, färis
'Roß'. [DE 113. Devic DEt 17. ML
3199. Gorjajew391. Bern SlEtWb 279.
Karlowicz 421.
592. Ar. färis-al-fäl:
[Aus färis s. hier Nr. 591, und fäl 'gute
Vorbedeutung, Los'] 'Ritter des Loses',
d. h. 'Gralsritter' [s. hier Nr. 731]; Grund-
wort zum N. pr. Parsifal, Parzioal,
engl. frz. Percival; vielleicht ist die
Form färisu ^l-fäl oder mit pers. Genitiv-
weThmdangfäris-i-fal zugrunde zu legen.
Vgl. KAMPENS in Mitteilungen der
Schlesischen Gesellschaft für Volkskunde.
Breslau 1917. S. XIX und III. [Die
anderen bisherigen Ableitungen sind
nicht mehr haltbar, nämhch a) von
GÜRRES und RICHARD WAGNER:
parseh fal oder fal parsi soll heißen
'reiner Tor', 'der reine oder arme Dumme';
b) BERGMANN und HERTZsche Parzi val-
ausgabe: pers./ßHs-i/ärder unwissende
Ritter'; c) JULES OPPERT: pärsi-vil
oder -füll 'Persiens Blume' ; d) afrz.
perce-val 'dring durchs Tal'. — Vgl. meine
Darstellung in KZ 1925, Nr. 360.
593. Ar. farkad:
'Kalb', dazu dual, farkadän, obliq. far-
kadain 'die beiden Kälber'; hieraus mit
Metathesis der Sternname Facardin ß
und Y des Kleinen Bären. [Idler Sternn
12. Devic DEt 44.
594. Pers. färinän:
[Horn NpEt S. 182, Nr. 820; Vb. fär-
müdän 'befehlen'] 'Befehl, königliche
Verfügung', jede Verordnung, die aus der
Hand des pers. Schahs oder des tk. Sul-
tans geht; so oder in der tk. Form firman
in alle europ. Sprachen übergegangen,
z. B. frz. firman, rum. ferman, dtsch.
Ferman, ndl. firman, poln. firman usw.
[Devic DEt 120.
595. Pers. färz:
'Feldherr, Vezier' [zu pers. färzänä
'weise, gelehrt' Horn NpEt S. 1 81 , Nr. 8 1 ö];
da im orientalischen Schach neben dem
König [säh s. hier Nr. 1762] nicht die
Königin, sondern der Wesir die Haupt-
figur war, wurde hieraus afrz. ferce,
fierge, nfrz. vierge [mit volksetymolo-
gischer Umdeutung zur „Dame"], prov.
fersa ; bulg. serb. ferz, russ. ferz' 'Dame
oder Königin (im Schachspiel)'. [Mikl
SlEtWb 58a. Bern SlEtWb 280/281.
ML 3266.
596. Ar. Fäs:
N. pr., Hauptstadt von Marokko: hieraus
die Bezeichnung der Kopfbedeckung der
Muslimen ; über tk. fes wurde rum. fes,
iTZ.fez; fiel, pheci {— kepi\, dtsch. Fez
usw. — ,Die heute in Europa allgemein
gebräuchliche Bezeichnung Fez für die
in den verschiedensten Formen vor-
kommende, fast in der ganzen muham-
medanischen Welt übliche rote Kopf-
bedeckung hat mit Fes, der Hauptstadt
von Marokko, nichts mehr zu tun, wenn
auch der Name auf Fes als dem ursprüng-
lichen Fabrikationsort hindeuten mag.
Die heutigen Fese stammen fast durch-
weg aus Europa, insbesondere aus Öster-
reich. In der Stadt Fes werden nur
spitz zulaufende Tarbusche aus grobem,
rotem Filz mit kleiner blauer Seiden-
quaste hergestellt, welche hauptsächlich
von den marokkanischen Soldaten unter
einem großen weißen Turban getragen
werden. " Max Freiherr von Oppenheim,
Ar. fa's.]
48
Vom Milteluieer zum Persischen Golf.
Berlin 18'.t9. 1,2 Anm. 2.
597. Ar. fa's:
'Beil, Axt'; hieraus mit ar. Art. pg. al
ferce 'Hacke,Spaten, Doppelkarst'; alfega
'Eisen, mit dern tiie Schmiede die Ösen
oder Löcher der Äxte, Hämmer usw.
ötl'nen-. [Gonstancio Dice 49 b und c.
Dl-: 112.
59S. Ar. fasfasu:
'Luzerne Medicag-o sativa L.', auch fis-
fifa; hieraus sp. alfalfa, alfafe 'dass.,
spanischer Klee, foenum Burgundiacum',
engl, amerik. alfalfa. [DE 100/101.
Eguilaz 156. ML 4002 Anm.
599. Ar. fasha:
'Leerer, weiter Raum'; hieraus mit ar.
Art. sp. alfeiza 'Tür- oder Fenster-
öffnung'. [DE 112.
600. Ar. falil:
'Gedreht; Docht', ebenso ik.fitil 'Docht':
hieraus rum. fitil 'dass., Aufreizung'
[vgl. auch ngr. 9utijX, Jannarakis,
Deutsch - Neugriechisches Handwörter-
buch. Hannover 1883. S. 129a]; bulg.
serh. ßtilj, russ. fitil' 'Docht, Lunte'.
[Bern SlEtWb 282.
601. Ar. fatläta:
'Stückchen Brot, Brosame' [vom Vb.
/a«a 'zerbröckeln']; hieraus infolge Imäla
und Unterdrückung des intervokahschen
t pg. fatia 'dünne und lange Schnitte'
besonders Brot oder Käse. Vgl. den
Ausdruck: fez em f alias os niembros do
martyr. [Gonstancio Dicc 550c.] [DE
267/268.
602. Ar. fatwä:
{Vom Vb. fatä 'eine gesetzmäßige Ent-
scheidung auf Grund von Koran und
Tradition fällen'] 'Gutachten einesRechts-
gelehrten^ [faklh s. hier Nr. 572, oder
tnuftt von derselben W^urzel wie fatwä,
s. hier Nr. 1493], tk. fettvo; hieraus frz.
fetva, fetfa, dtscli. Fetwah, engl, fetwa.
[Devic DEt 120.
603. Tk. ferege:
[Wie ar. farüga vielleicht aus gr. qpo-
peaia] 'StraßenmnnteP, einfarbiger Man-
tel mit langen Ärmeln, den die vor-
nehmen muslimischen Damen auf der
Straße tragen; dieser Anzug wird noch
durch den jasmak 'Kopfschleier', der über
das Gesicht gezogen wird, vervollstän-
digt. Aus dem tk. Grundwort kommt
rum. feregea 'ärmelloser Mantel, Frauen-
mantel'; bulg. feredze, feredza 'Ober-
gewand der Braut', serb. feredza, wc-
redza 'tk. Obergewand', russ. ferez,
ferejaz 'langes Unterkleid russischer
Frauen; langer Männerrock ohne Taille
und Kragen'. [Mikl SIEtWb 58 a.
604. Tk. fermena:
Vulg. auch fermene 'kurzes westenartiges
Kleidungsstück; aus filzartigem, weichem
Stoff'e verfertigtes, ärmelloses Oberkleid' ;
hieraus rum. fermenea 'Jacke od. Weste',
die mit Tressen und Knöpfen besetzt ist.
605. Ar. fll:
'Elefant' [aus pers. fil; wohl durch
ägyptische Zwischenhändler aus einer
hamitischen Spiache, vgl. in der Sprache
der Tuareg, dem Temasirt, elu 'Elefant',
wozu der ägypt. Art. p (worüber hier
Nr. 274) kam ; aus demselben Grund-
wort gr. SXeqpa?, lat. elephantus]; hier-
aus über tk. fil bulg. fil 'Elefant', serb.
filj als Adj. 'elefanten-'; auf unmittel-
barem Wege durch den Elfenbeinhandel
wurde altisl. fill, dän. fil 'Elefant', fils-
bein u. filsben 'Elfenbein'. — Aus näb
ul-fll 'Zahn des Elefanten' entstand sp.
marfil, pg. marßm [mit Wechsel der an-
lautenden Nasale unter Einfluß des b
und gleichzeitiger Dissimilation des ersten
/]. BATST in RomForsch I, 130; DE-
FREMhJRY in JAs 5. serie t. XIX, 90 sq.
— In den romanischen Sprachen ist
fll als Benennung der dem Könige und
ilem Wesir [d. h. der Dame oder Kö-
nigin] nächststehenden Schachfigur mit
alfäris^sp. alferez usw. [s. hier Nr. 591]
vermengt worden [vgl. ähnlich russ.
usw. slon 'Elefant' und 'Läufer im
Schachspiel', MSISI 774/775]; die Folge
hiervon war eine Änderung in der Auf-
fassung der betr. Figur: der Kriegselefant
wurde zum Fahnenträger, Läufer, frz.
sogar durch volksetymologische Um-
deutung zum Hofnarren [die somit frei-
gewordene Rolle des Elefanten wurde
auf den Turm übertragen]. Im einzel-
nen ist it. alfido, alfino, sp. alfil, arfil,
pg. alfil, alfir, alfim, prov. alfi, fol, afrz.
aufin, frz. fou 'Läufer'. — [Das vom
Kalifen HARUN AR-RAS1d Karl dem
Großen geschenkte Schachspiel im kai-
serlichen Schatz zu Nürnberg enthält
noch Elefanten!] [DE 113/114 u. 302.
Eguilaz 167. ML 3291. Bern SIEtWb
281.
606. Ar. filäll:
Adj. zu Tafilet, Taßalet, N. pr., Name
einer Stadt in Marokko, wo feine Leder-
waren und Gewebe hergestellt wurden.
Hieraus sp. tafilete 'Maroquinleder', frz.
filali 'Lederarbeit' und sp. fileli 'Art
feinen Gewebes', rum. filalin 'starker,
feiner Seidenstoff'. [DEFREMERY in
JAs 1861, 1, 90. DE 268. Devic DEt
1 20.
607. Tk. Aldis:
'Elfenbein' [aus ar. fil 'Elefant', s. hier
49
[Ar. fingän.
Nr. 605, und tk. dis 'Zahn']; hieraus
rum. filde§, bulg. fildis 'Elfenbein', serb.
fildis Mass., elfenbeinen'.
608. Ar. flugäu:
'Porzellan, Tasse daraus', tic. ebenso,
vulg. ßlgan [mit Dissimilation] 'kleine
Tasse'; hieraus rum. filigean '^Tasse',
(Walachei) filingen 'Kaffeescliale', bulg.
serh.fildian, serh.findzaii, klvuss. findza,
poln. filizanka, fliianka 'Tasse', klruss.
fyndzan 'Becher'. [Bern SlEtWb 280.
609. Ar. flrüza:
'Ein Edelstein, Türkis' [aus pers. pirözä
Horn NpEt S. 78, Nr. 354 aus peröz
'siegreich'], ebenso tk. ; hieraus rum.
peruzea, bulg. birjuza, serb. pirtiz, russ.
birjuza 'dass.'. — Türkise werden be-
kanntlich besonders in Persien gefunden
und dort nach Größe, Farbe und Rein-
heit sehr hoch geschätzt.
610. Tk. fisenk:
'Patrone, Rakete', vulg. fisek; hieraus
serb. fi^ek 'Patrone', rum. fi^ec, fi§ic
'dass., Geldrolle'.
611. Ar. fltna:
'Uneinigkeit, Intrige', ebenso tk. fitne,
fit; hieraus rum. fit in dem Ausdruck:
a trage la fit 'jmd. hintergehen, aus
der Schule schwatzen'.
612. Tk. frenk:
'Franke' [aus diesem oder einem an-
deren europäischen Worte entlehnt];
hierzu frenk ileti [aus ar. Hlla 'Krank-
heit'] eigentlich 'fränkische Krankheit',
d. h. Syphilis; hieraus rum. franpa,
sfranjia 'dass.'. — Tk. frengi seraser
■'Brokat, Seide mit Gold und Silber durch-
wirkt' ergibt rum. fretighie 'Brokat'.
E. LlTTiVIANN in Festschrift für Kuhn.
München 1916. S. 241/242.
613. Ar. fudül:
]Plr. von fadl 'Trefflichkeit, Überlegen-
heit, Gunst'] ; hierzu Adj. fudüll 'zu-
dringlich, großsprecherisch; müßiger
Schwätzer'; beides auch tk. [s. Kelekian
Kämüs 904: fodul 'stolz']; hieraus rum.
fiidul 'stolz, hochmütig', fudulache 'Laffe,
Fant', fudulie 'Prahlerei, Aufgeblasen-
heit'; hvX^. fodul, fudul, fodiilin, fudiiUn
'Stutzer', klruss. fudtilija 'Hoffart, Über-
mut'. [Bern SlEtVVb 282.
614. Ar. fuläa:
'Irgendeiner, N. N.'; hieraus sp. fulano
in dem Doppelausdruck fulano y zutano
'dass.' [der zweite Bestandteil soll nach
Mahn, Etymologische üntersuchungen 6.3
auf dtsch. „i-o (/rfan" zurückgehen], sard.
fulanu, pg. fulano, ftiäo, siz. filano,
volkselymologisch als Eigenname auf-
gefaßt in Tiziu e Filanu 'der und ein
anderer' oder in den Volksfabeln Tiziu,
filanu e Martino; kat. fulano als An-
Lokotsch, Etymolog. Wörterbuch.
rede an ein Kind: 'Kerlchen', sp. fula-
nilla, fulanita 'eine unbedeutend aus-
sehende Kleine'. [DE 271. Eguilaz401.
GrSVociSic 234. ML 3411. SPITZER
in WuS VI, 208.
615. Ar. fuui al-hut:
'Mund des Fisches', ein Stern erster
Größe im Sternbilde des südlichen Fi-
sches; hieraus sp. fomahant, famahante,
frz. fomalhaut a Piscis australis. [DE
270. Devic DEt 121.
616. Ar. fuuduk:
'Magazin, Lager, Wirtshaus' [seit Golius
bereits auf gr. iravboxeiov zurückgeführt;
besser irdvboxoq] ; hieraus rum. fundac
'Heuschober', it. fondaco. venez. (alt)
fonteco, (modern) fontego, afrz. fondique,
sp. alhöndiga, fundago, pg. alhondega,
alfandega 'Zollhaus' ; siz. f 'Wirts-
haus niederster Sorte', wo sicii die Fuhr-
leute usw. mit ihren Pferden und Maul-
tieren erholen, funnacaru 'Wirt'. Rück-
gebildet ist sp. fo7ida 'Hotel, Wirtshaus'.
[DE 139 u. 270. Eguilaz 192. Devic
DEt 121. ML .3424.
617. Ar. fimdnk:
'Haselnuß' [ebenso wie hunduk aus lat.
nux pontica, s. hier Nr. 355]; hieraus
rum. funduc 'altes Geldstück'.
618. Ar. furga:
'Spalt, Zwischenraum'; hieraus mit ar.
Art. pg. alfurje, alfuja, alfujera 'Gäß-
chen zwischen den Häusern', wohin
deren Bewohner den Unrat zu werfen
pflegen. [DE 117.
619. Ar. fursa:
'Gelegenheit, günstige Gelegenheit', eben-
so tk. fursat, vulg. fyrsant; hieraus
rum. fiirsant 'dass.'.
620. Ar. fustnk:
'Pistazie, Pistazienbaum' [aus pers. fistik,
woraus auch gr. iriaTciKiov] ; hieraus
rum. fistic, sp. alföstigo, alföcigo, al-
fönsigo, pg. alfostico 'dass.'. [DE 115.
621. Ar. Fiistät:
Auch Fostät, FÖss'ät [aus gr. qpoffaäTov,
lat. fossätuin 'Lager, Graben, Heer'],
N. pr., eine Vorstadt von Kairo, nach
der hier angefertigte Gewebe benannt
wurden: sp. fustan, pg. (alt) fustä, (neu
mit Suffixwechsel) fustäo, prov. fustani,
afrz. fustaigne, frz. futaine, it. fustagno,
frustagno 'eine Art Barchent'. Über
Italien und Griechenland [fustanella,
ngr. qpouaTdvi, 'der Männerrock', dass.
wie der schottische kilt] wanderte das
Wort zu den Türken: fistan; hieraus
bulg. serb. fistan, fustan 'Weiberrock'.
622. Ar. füta:
'Handtuch, Badeschürze' [Dozy Vetem
342] ; hieraus pg. fota 'eme Art Turban'
[so auch Constancio Dice 571c; dagegen
1
Ar. futr.]
50
DE 270: 'feines gestreiftes Leinen'], frz.
foutah 'irgendein Stoflf'. Über das tk.
Wort ftita wunle rum. foia 'Schürze der
Bäuerinnen', fotilä, bulg. fnta, huta,
serb. fitta 'Schürze', poln. (dial.) fnta,
klruss. fofa 'Schusterschiirz', poln. klruss.
foika 'Schürze'. [Devic DEt 122. Bern
SlEtWb 287.
623. Ar. futr:
'Großer Pilz, Champignon', auch fupir;
hieraus prov. putaro, bntareu, potrel,
frz. j)oHron 'gemeiner Kürbis, Cucurbita
pepo', courge potivon 'eine Art Kürbis'.
[ZfromPh XXVIII, 156. ML 3621.
624. Tk. fylar:
'Stiefel', den die Janitscharen [s. hier
Nr. 954] trugen [Kelekian Kämüs 908 bj;
hieraus rum. filert 'eine Art Schuhe'.
625. Tk. gaba:
'Umsonst, unentgeltlich'; hieraus rum.
ffeabä, degeabä, bulg. badzewa 'dass.'.
626. Ar. ga'ba:
'Köcher'; hieraus sp. aljaba, pg. aJjava
'dass.'. (ML 3939 aljaveira usw. gehört
nicht hierhin, sondern zu ar. gaib, s.
hier Nr. 641.]
627. Ar. gaball :
Adj. zu ar. gabal 'Berg', vollständig
hinzir gabali 'Berg-, Wildschwein'; hier-
aus sp. jabali 'Eber', in Südamerika
Pekari Dicotyles torquatus Cuv., jaba-
li na 'wilde Sau', jabato 'Eberferkel', pg.
javali, frz. javari, javaris 'amerikani-
scher Eber'. [DE 288. Eguilaz 425.
ML 3940.
628. Ar. gabbäu:
Mit Imäla gabbin 'Käse'; hieraus siz.
zabbina, zarbinata 'was man von der
Buttermilch abschäumt'.
629. Ar. gabbär:
'Riese' ; hieraus der Sternname Algebar,
frz. elgebar 'das Sternbild Orion'.
630. Ar. gäbija:
'Großer Wasserbehälter' [z. B. zum
Tränken von Kamelen]; hieraus siz.
gebbia 'Teich, Bassin'. [GrSVociSic 238.
631. Ar. gabr:
'Wiederherstellung', vollständig ist al-
§abr ivaH-mukabala der Titel eines al-
gebraischen Lehrbuches von MUHAM-
MAD IBN MÜSÄ AL HWARIZMl, um
820 n. Chr. geschrieben [s. auch hier
Nr. 890], wörtlich: 'Wiederherstellung
und Gegenüberstellung restauratio et
Opposition worunter man die Herstellung
der normalen Gleichungsform ohne ne-
gative Glieder verstand [Cantor, Vor-
lesungen über Geschichte der Mathe-
matik F, 719; Schirmer WortschdMath
3/4J. Hieraus als Bezeichnung für eine
bestimmte Rechnungsart sp. pg. älgebra,
frz. algkbre, it. algebra; engl, algebra,
dtsch. Algebra usw. — In der ursprüng-
lichen Bedeutung des ar. Vbs. gabara
'wiederherstellen, einrichten' ist noch
sp. algebrista 'Chirurg' [Dicc Cast 121b;
vgl. ähnlich engl, bone-setter] erhalten;
pg. algebrista, algebista 'dass ', algebra
'dessen Kunst' [Gonstancio Dicc 50 c].
[DE 123. Eguilaz 179. ML 3941.
632. Pers. gäbr:
'Feueranbeter' [wohl aus ar. käfir
'Ungläubiger', s. hier Nr. 997, nach
RÜGKERT in ZDMG X, 133]; erst hier-
aus [und nicht unmittelbar aus dem ar.
Grundwort] tk. gjawr, gjaur, womit die
Türken jeden Nichtmuslimen bezeich-
neten; hieraus it. giaurro, frz. engl.
giaour, dtsch. Giaur ; poln. giaur. Da-
gegen frz. guebre, engl, gueber, guebre,
dtsch. Geber 'der Feueranbeter [Parsi]^
unmittelbar aus dem pers. Grundwort.
[Devic DEt 128 u. 134.
633. Ar. Gadänias:
N. pr., eine Stadt in TripoUs (Nordafrika),
dazu das Adj. gadämasi zur Bezeichnung
des hier hergestellten Leders ; hieraus
sp. pg. guadameci, pg. guadamecim, afrz.
godemetin 'gepreßtes oder vergoldetes
Leder'; sp. gorromazos 'große Reiter-
stiefel' [weil ursprünglich aus solchem
Leder], prov. garamacha, frz. (dial.) ga-
ramaches 'dass.', frz. gamaches [veraltet,
jetzt guetres] 'knöpf bare Überstrümpfe',
dlsch. Gamaschen. — [Ableitung aus
lat. *gambacea aus gamba 'Bein' erklärt
nicht alle vorkommenden Formen. [DE
280/281. Eguüaz 414. Devic DEt 124.
ML 3751.
6.34. Ar. gadd:
'Großvater', ik.gedd; aus dem Ausdruck
gedd bigedd 'seit Urzeiten' wurde rum.
get-beget 'echt, unverfälscht'.
635. Ar. gadi:
'Ziege'; bei den Arabern Name für das
Sternbild des Steinbocks [oder genauer:
das 10. Zeichen des Zodiakus] ; hieraus
der Sternname Algedi y Capricorni.
636. lud. gäekwär:
'Kuhhirt'; hieraus angloind. guicowar,
Titel der Mahrattenkönige von Guzerat,
die im zweiten Viertel des 18. Jahr-
hunderts zu großer Bedeutung gelangten
und in den Kolonialkriegen dieses Jahr-
hunderts eine wichtige Rolle spielten.
[Hobson-Jobson 401.
637. Ar. gaflfäfa:
[Vom Vb. gaffa II 'tiocknen', also eigent-
lich 'die Trocknerin'] 'Wischlappen,
Schwamm'; hieraus mit ar. Art. und
51
[Ar. gäfi.
Imäla [ä > e > s. z. B. hier Nr. 628]
sp. aljofifa 'Wischlappen', Vb. aljofifar
'abwischen, scheuern'. [DE 145/146.
638. Ar. gäfi:
'Grob, plump; ungebildet'; hieraus sp.
zafio, pg. safio 'dass.'. [DE 359. Egui-
laz 518. ML 3942.
639. Tk. gagatäi:
Auch öagatäi; N. pr., Name der tk.
Völker in Mittelasien und ihrer Sprache;
hieraus der Name für das dort heimische
Huftier (Equide) Equus hemionus Fall. :
russ. dzigitai, dtsch. Dschiggetai.
640. Ar. ^ahäz:
'Gerät, Kamelsattel, Pferdegeschirr', vulg.
mit Imäla [s. hier Nr. 637] gahlz ge-
sprochen ; hieraus apg. ajaez, sp. pg.
jaez 'Pferdegeschirr', fig. 'Eigenart',
z. B. pg. d'este jaez ; Vb. sp. enjaezar
'schirren', pg. ajaezar 'schirren, schmük-
ken'. [DE 290.
641. Ar. gaib:
a) 'Tasche, Beutel, Sack', auch tk.
gejb ; hieraus bulg. dzeh, dzoh, serb.
dzep, klruss. zeb, russ. (dial.) zep 'Tasche'.
Aus dem vulgär gesprochenen gib wurde
mlat. giba 'Tasche', frz. giberne, it. gi-
berna 'Patronentasche', pg. algibeira
'Rocktasche, Geldtasche' [woraus wieder
ar. al-geblra, in Nordafrika 'ein Leder-
sack', den die Reiter an den Sattelknopf
oder -bogen hängen, also 'Satteltasche',
wurde], sp. aljabera, pg. aljaveira 'Brief-
tasche' [aus einer Aussprache ^abb statt
gib entstanden]. [Bern SlEtVVb 242.
DE 125/127.
b) Da der Sinus eines Zentriwinkels
das Verhältnis der halben Sehne des
doppelten Bogens zum Radius ist, nann-
ten ihn die Inder 'Halbsehne' oder kurz
'Sehne jiva^; die Araber, die diesen
Ausdruck entlehnten, schrieben ihn ohne
kurzen Vokal gjb und lasen dieses Wort
irrtümlich, als wenn es ein arabisches
wäre: ^aib 'Bausch, Busen'; die mittel-
alterlichen Übersetzer gebrauchten nun
für diesen terminus die wörtliche latei-
nische Wiedergabe sinus; dieser Aus-
druck ist seitdem in der Mathematik
immer benutzt worden. Die Etymologie
stammt von MÜNK, s. WOEPCKE in
JAs 1863, I, 478. [Cantor, Vorlesungen
über Geschichte der Mathematik I 737.
RÜSKA in Z. f. Math. u. Phys. XL, hist.-
lit. Abtlg. 126 ff. Schirmer Wortschd
Math 67.
642. Ar. gaida:
'Dickicht, Wald'; hieraus mit Suffix des
Ortes *mugaida, woraus sp. moheda
'Korkeichenwaid'. [DE 316/317.
643. Tk. gajda:
'Dudelsack' [Kelekian Kämüs 868; hier-
aus ar. gaita (nicht klassisch) DE 380];
hieraus bulg. gajda, serb. gajde 'Dudel-
sack', poln. gajda, klruss. gajda 'Hirten-
flöte', plr. 'Dudelsack'. Über das ar.
wurde sp. pg. gaita 'Hirlenpfeife, Dudel-
sack', sp. gaitero, kat. gayter 'Dudel-
sackpfeifer'. [Bern SlEtWb 291. ML
3752. Vgl. auch SEYBOLD in Grund-
riß der Romanischen Philologie I, 521.
644. Tk. gajtau:
'Schnui', Tresse, Franse' [angeblich über
ngr. YOtiTdvi, ya'ieTavöv aus mlat. gaita-
nuni 'Gürtel', nach der Stadt Gaeta be-
nannt; aber wahrscheinhcher Umgestal-
tung von ar. Ißtän, plr. von ^ait 'Faden'];
hieraus rum.p'ät^a/t 'Borte, Tresse', bulg.
serb. gajtan 'Schnur', russ. gaitan 'Schnur
(besonders für das Taufkreuz)', klruss.
hajtan 'Güitel'. [Bern SlEtWb 291.
645. Tk. galebelik:
Auch kalabalyk 'Menschengewühl, Lärm'
[Kelekian Kämtis 876]; hieraus rum.
calahalic 'Gepäck, Lärm, Durcheinander',
bulg. kalabahk, serb. kalabaluk 'Gepäck,
Menge' und Ableitungen. [Sain 48.
Bern SlEtWb 470.
646. Ar. gäliba:
Nach DE 118: 'wilder Wein, Vitis sil-
vestt is' [bei IBN BAITAR, f 1 248 n. Chr.] ;
hieraus mit ar. Art. sp. algalaba 'dass.'.
647. Ar. gälija:
'Parfüm aus Moschus und Ambra'; hier-
aus sp. algalia, pg. algälia 'dass.'; mlat.
galia muscata, sp. pg. gato de algalia
[Constancio Dicc 50 b] 'Zibetkatze, Vi-
verra civetta Schreb.'.
648. Ar. galläb:
'Händler, der Waren oder Vieh einführt'
[vom Vb. galaba 'Gewinn ziehen ; ein-
führen'], tk. gellab 'ein neu Angekom-
mener, Fremder'; hieraus rum. gelep
'dass.'.
649. Ar. galläd:
'Schinder, Henker' [vom Vb. galada
'abhäuten, schinden' aus gild 'Haut'],
tk. gellad; hieraus rum. gelat 'Henker;
Fliegenschnäpper Muscicapa L.'.
650. Pers. gäm:
'Glas, Becher' [HornNpEtS.92,Nr.411],
ebenso tk. ; hieraus rum. geam 'Fenster-
scheibe', geamlic 'Gang mit Fenstern',
geamgiü 'Glaser' ; bulg. serb. dzam 'Glas'.
651. Ar. gamä'a:
'Vereinigung' [von Menschen, vgl. gämf,
hier Nr. 655]; hieraus mit ar. Art. sp.
aljama 'Judenquartier, Maurenviertel' in
den spanischen Städten [ursprünglich die
Vereinigung der Stadträte, insbesondere
der jüdischen, d. h. der Sanhedrin], pg.
aljama 'Maurenquartier' in Portugal
[Constancio Dicc 53 c]. [DE 144/145.
4»
Peis. gämädan.]
52
652. Pers. g:aii>ä(iaii :
'Kleiderbeliälter, Kotier' [aus pers. (/tfwä
'Tuch, Kleid' Horn NpEl S. 93, Nr. 412,
und Suffix -dän 'Behälter' ebenda
S. 118, Nr. 533], ebenso Ik. gamedan,
öamedan; hieraus runi. ö'eawan^an 'Fell-
eisen, Handkoffer', bulg. zemadan, ce-
madan, russ. cemodan 'dass.'. [Gor-
jajew 410.
ö53. Ar. gaiual:
'Kamel' [aus der Wurzel (jamala 'sam-
meln', also 'Haufen, Höcker', vielleicht
urverwandt mit hammäl 'Lastträger', s.
hier Nr. 806, SCHOTT in ZDMG XXXIH,
54:-!]; aus dieser oder einer anderen
semitischen Form gr. Ka|nriXo;, lat. cä-
7nelus, *cämellus\ hieraus it. cammello,
siz. camiddu, \n-ov. camels, Irz. chameau,
kat. camell, sp. cameUo, pg. camelo;
dtsch. Kamel, engl, caniel; [aus gr. ko-
|a»iXiov] russ. (alt) hamil', bulg. kamila,
serb. kamila, kamilj. — Vielleicht nur
volksetymologisch hängt mit diesem
Grundwort lat. camelinum, camelötum,
gr. KaiwiriXuuTri zur Bezeichnung eines
'langhaarigen, plüschartigen Stoffes' zu-
sammen; hieraus altit. cammellino,
canibellotto, it. cammellotto, sp. camelote,
frz. camelot, dtsch. Kamelot, Kamelott
[früher: Schamlott, Zamlott], Kamelhaut,
russ. kamlot, ßech. kamelot, poln. kamlot.
— Aus dem tk. gamal 'Hanswurst,
läeherhcher Kerl' wurde rum. geamalä
'Riese, Ungetüm'. — Vielleicht ist aus
dem semitischen Grundwort auch ge-
worden gr. KaßäWri«;, lat. caballus;
hieraus zahlreiche romanischen Formen
und schließlich auch dtsch. 'GauV. —
Auf denselben semitischen Stamm geht
wahrscheinlich der Eigenname Kam eil
zurück; nach dem Brünner Jesuiten
JOSEF KAMELL ist die Kamelie Thea
japouica, frz. camüia, benannt, da er
sie i. J. 1738 zuerst in zwei Exemplaren
von Japan nach London brachte. [Kluge
223. ML 1544. Gorjajew 130. BernSlLlt-
Wb477. GSAJin, 144.
654. Mal. gambu:
[Pijn 87 b] 'Eßbare Frucht eines Baumes
Eugenia jambosa'; hieraus frz. jambose,
jambosier, jambolier. Mit frz. rose er-
gab das mal. Grundwort frz. jamrosade,
eine besondere, auf S. Domingo wach-
sende Art des Baumes, wegen des Rosen-
duftes ihrer pommier-rose genannten
Früchte so bezeichnet. Die Namen
jambolane auf S. Domingo und jambo-
longue, jamlonge auf Ile de France sind
durch mal. gambelan [Pijn 87] 'eine
Frucht Syzygium Orientale' beeinflußt.
[Devic DEt 142/143.
655. Ar. gäini':
Part, praes. act. vom Vb. gamda 'ver-
einigen', also 'der vereinigende (Ort)',
Bezeichnung für die Moschee, die die
Muslime zum Freitagsgebete vereinigt;
ihr Kennzeichen ist es, daß hier die sog.
hnfba, das rituelle Gebet am Freitag,
von einem besonderen Prediger hätib
gesprochen [im Gegensatz zum masgid,
s. hier Nr. 1435]; hieraus rum. geamiä,
geamie 'Moschee.'
656. Ar. gami':
'Alles' [vom gleichen Stamme wie
Nr. 655]; hieraus sp. algemifao [wört-
lich: 'einer, der alles verkauft'] 'Klein-
händler, Hausierer'. [DE 124.
657. Ar. gäini'a:
[Fem. zu Nr. 655, also 'die vereinigende',
d. h.] 'Handfesseln'; hieraus mit ar. Art.
sp. algema, meist im plr. algemas 'Hand-
fesseln, -schellen'. [DE 124. Constancio
Dicc 50 c (hier von ar. lagama 'fest-
halten' abgeleitet).
658. Ar. gainll:
'Schön, hübsch'; hieraus mit ar. Art.
und ähnlicher Erweiterung wie algemifao
[s. hier Nr. 656] sp. algimifrado 'ge-
schmückt, geschminkt'. [DE 127.
659. Hebr. gänaß:
'Stehlen' ; hieraus die gaunersprachlichen
Ausdrücke dtsch. Gannef 'der Dieb',
ganfen 'stehlen, wegstibitzen', ndl. ganf,
gannef 'Dieb', genff'en 'stehlen', engl.
gonoff 'junger Dieb'; it. (dial.) galufa
'stehlen' [mit Vi^echsel von n zu l wie
Bononia > Bologna], it. gaglioffo 'Be-
trüger' [mit Anlehnung an gagliardo mit
ähnlicher Bedeutung], 'Schelm' ; hieraus
die slav. Gruppe goljuf 'Betrüger' [Bern
SlEtWb 321, wo es heißt: ,Die Herkunft
des Wortes ist unbekannt"]. — Jiddisch
kes'ngan'w 'Taschendieb' [aus hebr. kis,
s. hier Nr. 1185]. [Kluge 155. KZ II,
83; Vlll, 394. Birnbaum HebrEl 52.
ZfSem IV, 260.
660. Pers. ganbaz:
'Seiltänzer' [aus gän 'Leben, Seele' Horn
NpEt S. 93, Nr. 413, und bäz, Präsens-
stamm zu bähtän 'spielen', also eigent-
lich ,der mit dem Leben spielt"], tk.
gambaz 'dass., Pferdehändler'; hieraus
rum. geambaf 'Roßkamm, -täuscher;
Halunke', bulg. djengubez 'Schelm, Spitz-
bube'.
661. Ar. ganbi:
'Seitlich', Adj. zu ganba oder ganl 'Seite' ;
hieraus sp. gambito, dtsch. Gambit im
Brettspiel [gewöhnlich wird allerdings
ar. {/ zu sp. ^1].
662. Ar. ganbija:
'Dolch' [FISCHER in MSOS II, 234
Anm. 5]; hieraus sp. jambete, ganibete
53
[Ar. gandur.
[vielleicht canivete, wenn dieses nicht
eher Femin. zu canif ist], frz. japibette
'Taschenmesser'. [DEFREMERY in JAs
1862 (janv.); DE 290; Lani mens Rem 137.
6(13. Ar. gandür:
'Stutzer, eitler Geck', der Vertreter des
südeuropäischen dolce far niente [Dozy
Vetem 98] ; hieraus sp. Ijat. galiz. gandul
'Müßiggänger, Tagedieb', gandulera
'Kokette', gandulear 'bummeln', pg.
gandaia 'Strolcherei, Lumpenhandel',
sp. gandaya 'Müfdiggang', kat. gandullo,
sp. gandaya 'Haube', nprov. gandun
'Landstreicher', gandaio 'Dirne'. [DE
272/4. Eguilaz4Ü7. ZfromPh XXXVIII,
135. ML 3671.
664. Ar. ganib:
'Seitenpferd, Handpferd' [zu ar. yanb
'Seite', s. hier Nr. 661]; hieraus der
Sternname Älgenih y Pegasi, der an der
Seite des Pferdes gelegen ist. [Devic
DEt 17/18. Idekr Sternn 116.
66.'!). Ar. ^aiiTiun:
'Beute, Gewinn'; hieraus sp. galima
'Beute' [alt; neue Bedeutung:] 'häufitrer
kleiner Diebstahl'. [DE 272. Eguilaz
408. ML 3674.
666. Ar. ^aniiäm:
'Hirt' [von ganam 'Kleinvieh']; hieraus
sp. gaüan 'Schäferknecht', pg. ganhäo
'Landarbeiter; gewöhnhcher Mensch'
[Constancio Dicc 584c]; mit ar. Art.
alganame 'Oberschäfer, Hirt einer Vieh-
herde' [ebenda 50b]. [DE 119. Eguilaz
175. ML 3675.
667. Ar. gär:
'Höhle'; hieraus mit ar. Art. sp. algar
'Höhle, Keller'.
668. Tk. gar:
'Schleier, Tuch' [aus pers. cädir, s. hier
Nr. 380; zu der Verkürzung vgl. pers.
gärsäb, tk. carsaf, hier Nr. 691]; hieraus
rum. gear 'Sclial'.
669. Ar. gära:
'Streif- und Raubzug auf feindliches
Gebiet'; hieraus mit ar. Art. sp.algara
'Streifzug, Haufe berittener Parteigänger',
Vb. algarear 'Kriegsgeschrei erheben'
[man denke an den Brauch der Araber,
wie die homerischen Helden den Angriff
mit lautem Geschrei zu beginnen und
zu begleiten], algarada 'Kriegsgeschrei';
pg. algara 'Gefecht, Kampf, Slreifzug'
(Constancio Dicc 50b]; frz. algarade
'Kriegsgeschrei'. [V. HAMMER-PURG-
STALL in ZDMG V, 192 Anm. DE 119.
Eguilaz 176. Devic DEt 17. Lammens
Rem 12. ML 3679.
670. Ar. garad:
'Geschwulst', insbesondere eine knochen-
harte Anschwellung am hinteren Rande
des Sprunggelenks der Hinterbeine des
Pferdes [Hasenhacke oder Hasenspat,
vgl. Theodor Heinze, Pferd und Reiter.
6. Aufl. Leipzig 18S9. S. 75]; hieraus
it. ginrda, zarda, zerda, frz. jarde,
jardon 'dsLSS.\ [DevicDEL143. ML3943.
671. Ar. garänia:
'Steuer' ; hieraus sp. pg. garrama 'Steuer,
Abgabe, Raub, Erpressung'. [DE 275.
Eguilaz 410. ML 3680.
672. Ar. garas:
'Glocke, Klingel'; hieraus mit ar. Art.
sp. aljaraz. (dial.) nljarges, aljorses.
[DE 145. Eguilaz 203. ML 3943 a.
673. Ar. garbäl:
Klassisch-ar. girbäl 'Sieh' [dem lat. cri-
öeZZtw merkwürdig ähnlich] ; hieraus siz.
garhula 'Sieb, Kasten der Trommel', it.
garhellare 'durchsieben' (z. B. die klein-
sten Stücke einer Droge), gavhellatura
'die kleineren Stücke einer Ware, die
durch das Sieb hindurchfallen', ebenso
frz. grabeler, graheaii, sp. garhillo 'Sieb'.
— Aus mit Imäla gesprochenem garbel
ergab sich sp. arel 'großes Sieb'.
[GrSVociSic 238. DE 188. 198. 274.
Devic DEt 132. ZtVlWf XI, 9/10.
674. Ar. garbi:
'Westlich'; hieraus il.garbino, frz. garbin
'Südwestwind' auf dem Mittelmeere,
prov. garbin, sp. garbino 'Süd- oder
Westwind', sp. pg. algarve 'fruchtbar',
pg. garabia 'Westen'. Aus dem It.
wurde serb. garbin 'Südwind'. Jeden-
falls mit Kontamination von al- arabija
'die arabische Sprache' entstand pg. al-
garabia, pg. algravia, frz. charabia 'un-
verständliches Zeug, Kauderwelsch', frz.
insbesondere 'Dialekt der Auvergne'. —
Aus demselben Stamme ar. garaba
'untergehen (Sonne)' ist mit präfigiertem
ma- zur Angabe des Ortes magrib ge-
bildet; der Magreb ist Nordwestafrika
von Tunis bis Marokko; ms al-magribl
'der Bewohner des M.' wurde irz.
maugrebin 'dass.'. — Auch der Name
der pg. Provinz Algarve ist ar. garb
'Westen', daher sp. algarabio, algarabia,
pg. algaravio 'Bewohner von Algarve'.
[DE 119. 241. Eguilaz 178. Devic DEt
125. ML 3683. Bern SlEtWb 295.
675. Pers. gärdän:
'Hals, Nacken' [Horn NpEt S. 201 , Nr. 903],
ebenso tk. gerden 'dass., Halsband';
hieraus rum. gherden, ghiordan 'Hals-
band, Perlenschnur', bulg. gerdan, serb.
dierdan 'Halsband', kliuss. garda
'Schmuck, Zierat'.
676. Ar. garf:
'Fülle des Grases; trockenes Kraut';
hieraus siz. gerfa 'hoch geschossene
Pflanze'. [GrSVociSic 238.
Pers. gäigängä.]
54
677. Pcrs. g::irgäii^ä:
'Mulier eoilu iiisaliabilis'"; hieraus an-
geblich l'rz. ffoiirgandine 'feile Dirne'.
[Etymologie von PIHAN.] [Devic DEt
132.
678. Ar. ^arl:
'Jugendlich; schön, artig'; hieraus sp.
pg. garrido 'zierlich, schön, artig, rei-
zend'. [ML 3087.
(579. Hiud. gravi:
'Karre, Wagen' ; hieraus angloind. garry,
gharry 'dass.'. [Hobson Jobson 3(55.
ü80. Ar. garlb:
'Fremd, seltsam' ; hieraus mit ar. Art.
sp. algarivo 'ein Fremder, schlecht'
[nach DE l!21 „pas dans les dictionnai-
res", Vgl. jedoch Dicc Gast 121 a].
681. Ar. garid:
'Pdlmzvveig ohne Blätter, Speer', ebenso
tk. gerid, girit; hieraus rum. gerid
'Wurfspieß', serb. dzilit 'Wurfstab', poln.
dziryt 'kurzer Spieß'. — [Über das
Geridspiel bei Arabern und Türken vgl.
Max Freiherr v. Oppenheim, Vom Mittel-
meer zum persischen Golf. Berlin 1900.
II, 38/39 und H. D. Mordtmann, Ana-
tolien. Skizzen und Reisebriefe aus
Kleinasien. Eingeleitet von Franz Ba-
binger. Hannover 192.5. S. 484.]
682. Ar. garim:
'Schuldner', plr. guramä^, tk. gurema
als sglr. gebraucht; hieraus imn.cwama
'Zeche'.
683. Ar. garima:
'Verbrechen; Strafe dafür', ebenso tk.
geriin ; hieraus rum. geremea 'Strafe'.
684. Tk. gärmsnd:
Vulg. gemesit [aus pers. gärni 'Avarm'
Horn NpEt S. 203, Nr. 911, und süd
'Nutzen, Vorteil' ebenda S. 166, Nr. 751]
'eine Art Stoff' ; hieraus rum. ghermesit
'Art Atlas'.
685. Ar. garnait:
'Zibetkatze' [CHERBONNEAU in JAs
1849, I, 541]; hieraus frz. genette, sp.
pg. gineta 'Zibet- oder Risamkatze, Vi-
verra genetta L.'. — [*(.fa)gmetta ist
schon von DIEZ als Grundwort zurück-
gewiesen worden.] [DE 276. Eguilaz
413. Devic DEt 127. ML 3949.
686. Berb. garulu:
'Distel'; hieraus mit berb. Präfix ta-
sp. tagarnina 'eine Art Distel; sehr
schlechte Zigarre, Stinkadores' [DiccCast
1804 b]. — [Besteht ein Zusammenhang
mit gr. äxapva 'Distel', woraus frz.
acarne, sp. acarna'^]
687. Ar. garra:
Vb. 'ziehen, durch Ziehen mitschleppen',
schon von Ibn Battuta IV, 247 als Fach-
ausdruck der Schiffahrt benutzt: 'Schlep-
pen, remorquer'; hieraus sp. navejar
oder llevar a jorro, pg. levar a zorros
'schleppen', sp. jorro 'Schlepptau' ; ndl.
sjorren, opsjorren [wozu noch sjorklamp,
sjorring, sjortouw]. Pg. päo de jorro,
jorräo 'Karren ohne Räder zum Ab-
flachen der Erde oder zum Schleppen
schwerer Lasten' [Constancio Dicc 640].
[DE 291/292.
688. Ar. garra:
'Wassergefäß, Krug'; hieraus it. giara
'Krug mit zwei Henkeln', siz. giarra
'Olkrug', prov. /arra, üz.jarre, sp.jarra,
pg. zarra, jarra 'Krug'. BAISF in Zf
romPh. V,242 führt sp. charro 'mit ge-
schmacklosen Zieraten überladen; Lüm-
mel' auf dieses Grundwort zurück. [DE
290. Eguilaz 431. ML 3944.
689. Ar. garräfa:
'Weitbauchige Flasche' [vom Vb. garafa
'schöpfen'; das Subst. ist nicht klassisch-
ar., sondern scheint nur vulgär imMagrib,
s. hier Nr. 674, gebräuchlich zu sein] ;
hieraus sp. pg. garrafa, frz. caraffe,
carafe, it. caraffa, siz. carrabba 'Wasser-
flasche, Flasche für Wein od. ähnl.';
dtsch. Karaffe, Karaffine, ndl. karaf,
engl, caraffe; russ. grafin, poln. karafka,
ßech. karafina, bulg. karafa. — [Ab-
leitung aus ar. kar'a 'Kürbis, Kürbis-
flasche' geht für kat. carbassa, sp. cala-
baza, pg. cabaga 'Flasche' ebensowenig
wie die Gruppe caraffe aus angeblichem
ar. karä'a ML 4676 u. 6900]. — [DE
274. Dozy Oost 48/50. Hobson-Jobson
160. Gorjajew 78.
690. Ar. garräli:
'Wundarzt, Chirurg'; hieraus rum. gerac
'dass.'.
691. Pers. gärsäb:
'Stoffdecke, Tischtuch' [aus pers. cädir,
s. hier Nr. 380, und sab 'Nacht' Horn
NpEt S. 171, Nr. 775]; tk. carsaf^ 'Lein-
tuch, Art Staubmantel, in den sich die
tk. Damen beim Ausgehen hüllen';
hieraus rum. cearceaf, cearsaf 'dass.'.
692. Ar. gäsija:
'Satteldecke' [vom Vb. gasä, Part, praes.
act. fem., also eigentlich 'die Bedeckende'];
hieraus mit ar. Art. sp. algagias 'Aus-
rüstung eines reitenden Soldaten' [so
nach Engelmann; dagegen will Dozy
Jiawa'ig, plr. von Jßga, s. hier Nr. 775,
also 'die Kleider', als Grundwort auf-
stellen. Lautlich bietet die erste Ety-
mologie weniger Schwierigkeiten ; seman-
tisch ist der Übergang von 'Satteldecke'
zur 'Gesamtausrüslung des Reiters' eine
Regriffserweiterung, wie sie sehr häufig
ist]. Vgl. hier Nr. 755. [DE 117.
693. Sskr. gat:
Od. jata, bind, jhuta, jhuto 'kraus'.
55
[Ar. gauhar.
Hieraus ist der Name der Jutepflanze
Gorchorus capsularis L. oder C. olitorius
L. entstanden, da ihre Wurzel stark ge-
wellt oder kraus ist. Die Pflanze, die
in Indien, besonders in Bengalen, hei-
misch ist, ähnelt dem Hanfe sehr, ist
aber kleiner und gedeiht in feuchtheißem
Klima. Nach Europa gelangle die Jute
{früher dtsch. Dschute gesprochen],
engl, jute, zu Anfang des 18. Jahr-
hunderts durch Vermittlung eines engl.
Kaufmanns in Kalkutta. Der Hauptein-
fuhrhafen für ganz Europa ist Liverpool
geworden; die erste Spinnerei für Jute
wurde i. J. 183!2 in Dundee errichtet.
[Hobson-Jobson 474.
694. Ar. ganimr:
'Edelstein, Juwele' [ursprünglich pers.
göhär 'Edelstein' Horn NpEt S. 211,
Nr. 948] ; hieraus mit ar. Art. sp. aljöfar
'schief und unregelmäßig gebildete,
kleine, echte Perle; Samenperle', pg.
aljofre. Aus dem ar. plr. gatmhir wurde
tk. gewahir als Sgl. gebraucht, gewahirgi
Juwelier'; hieraus Tum. giuvaer ^ix\.vi&\,
Kleinod', giuvaericä 'Geschmeide,
Schmucksache', giuvaergiü 'Juwelier,
Juwelenhändler'. [DE 145. Eguilaz203.
ML 3945.
095. Ar. g:auzä':
'Zwillinge', aber auch Bezeichnung für
<3as 'Sternbild des Orion'. Aus ras al-g.
'der Kopf des Orion' [zu räs, s. hier
Nr. 1701] wurde Easalgeuse ß Orionis;
aus ibt al-g. oder verkürztem plr. bät
ol-g., mit Imäla het al-g., wurde der
Sternname Beteigeuze a Orionis. [Ab-
leitung aus hait al-g. Devic DEt67 'Haus
der Zwillinge' ist nicht annehmbar.]
[Ideler Sternn 151 u. 223.
()9ö. Tk. gawga:
'Zank, Streit', vulg. auch kawga [Kele-
kian Kämüs 878]; hieraus bulg. serb.
kawga 'Streit, Zank'. Bern SlEtWb 495.
697. Ar. gazä'ir:
Plr. von gazlra 'Insel'; N. pr., Name
einer nordafrikanischen Stadt, Algier.
Dazu das Adj. gazä^irl; hieraus it.
ghiazzerino 'Panzerhemd' [ursprünglich
in Algier hergestellt], prov. jazeran,
jazerenc, afrz. jazerant, sp. jazarina,
pg. jazerina, jazeräo. — [Ableitung aus
lat. *acennus bei Körting, Lateinisch-
romanisches Wörterbuch, oder *jaco-
zarad, d. h. frz. jaque und garad 'Ring'
DE 289 sind unhaltbar.] [Eguilaz 427.
ML 3947.
698. Ar. gazal:
'Liebesgedicht', das nicht weniger als 7
und nicht mehr als 17 oder 18 Verse
zählen darf [in letzterem Falle liegt eine
Kasida vor]; hieraus z. B. frz. gJiazel,
dtsch. Gasel (PLATEN). [Devic DEt
128.
699. Ar. gazäl:
'Gazelle, Antilope dorcas Lieht.'; die nord-
afrikanische Aussprache hat Imäla, also
gazel; hieraus sp. gacela, pg. gazella,
frz. gazelle, it. gazzella, rum. gazelä;
engl, gazelle, ndl. gazel, dtsch. Gazelle,
siihviQä. gasell; luss. gazel'. [DE 5!71.
700. Ar. gazära:
'Fülle von Milch und Wasser; Stimmen-
gewirr'; hieraus it. gazzarra 'Lärm',
gazzurro 'Freude, der man durcii
Kanonenschüsse oder militärische Musik
Ausdruck gibt', sp. algazara, pg. alga-
zarra 'Kampfgeschrei'.
701. Ar. gazwa:
'Kriegszug' gegea andere Beduinen-
stämme; hieraus pg. gazua, gaziva
[Constancio Dicc 587 b] 'militärische
Expedition; Raub und Erpressung', frz.
razzia, vvma.razzia, dtsch. Razzia 'Streif-
zug' (z. B. der Polizei). [DE 275.
702. Ar. (iazza:
Hebr. '^Azzäh; gr. Vdta, N. pr., Name
der südlichsten Stadt an der Küste Pa-
lästinas [vgl. ZDPV VII, 1/14]; hiernach
soll die Gaze, frz. gaze, 'ein durchsich-
tiger, feiner Stoff', benannt sein. Da
aber bis jetzt keine Textilindustrie in
älteren Zeiten hier nachgewiesen ist,
muß die Etymologie als rein willkürlich
angezweifelt werden; die Ableitung aus
kazz [s. hier Nr. 1147] ist unbedingt
vorzuziehen.
703. Mal. gedong:
'Großes Haus, besonders der Europäer;
Faktorei, Warenlager' [aus telugu gi-
dahgi, giddangi; tamil kidangu 'ein
Platz, wo Waren liegen', von hidu 'lie-
gen']; hieraus angloind. godoivn, frz.
gotidon 'Faktorei' der handeltreibenden
Völker Europas im malay ischen Archipel ;
auch 'Warenhaus, Laden' in allen chi-
nesischen Häfen. In Japan, wo mangels
jeder anderen Möglichkeit alles, was eine
Familie an Schätzen besitzt, in einem
benachbarten Hause aufbewahrt wird,
bedeutet godown im lokalen Dialekte
dieses feuersichere mit Erd- oder Lehm-
mauern versehene Lagerhaus. [Hobson-
Jobson 381/382. Chamb AllJap 43.
MMM 22.
704. Tk. gegelik:
'Nachtgewand, Nachtmütze' [aus gege
'Nacht' vom Stamme ket, kec 'wegziehen,
vorübergehen, spät. Abend' Vämbeiy
TktEtWb S. 99/100, Nr. 10711 und Suffix
•lik zur Angabe des Kleidungsstückes,
s. z. B. hier Nr. 260] ; hieraus mm. ghi-
gilic 'Nachtmütze'.
Hebr. Gghinnöm.]
56
705. Hebr. (jehiiinöin:
Eiijeiitlich <jc ben Hinttöm 'Garten des
Sohnes Hinnonis', N. pr., ein Ort in der
Nähe von Jerusalem, an dem in einem
Tempel dem Moloch Menschenopfer dar-
gebracht wurden. Diesen Greueln machte
König Josias ein Ende, indem er den
Platz zu einer Abfuhrslätte für Schutt
und Müll machte. So wurde das übel-
riechende Gehinnom mit 'Hölle' synonym.
Hieraus gr. ye^wa, lat. gehenna, frz.
geheime, engl, gehenna, dtsch. Gehenna,
russ. bulg. geenna 'Höhle', daneben in
übertragener Bedeutung afrz. gehene
'Folter, Qual, Zwang', frz. gene 'Qual,
Zwang', Vb. ghie)- 'belästigen', dtsch.
genieren 'dass., stören'; poln. zena
'Zwang', Vb. zenowad 'genieren''. [Devic
DEt 126. Karlowicz 415.
706. Jap. geisa:
'Berufsmäßige Sängerin und Tänzerin ;
Tanzmädchen'; hieraus in allen euro-
päischen Sprachen Geischa, meist engl.
geisha. [Chamb AllJap 467/468.
707. .Mal. gekok:
Name einer Eidechsenart, vermutlich
wegen ihres Rufes, also onomatopoetisch
[Pijn 202j; hieraus mit Abfall von fc
[vgl. bruk >>eugl. bfuh 'eine Fapageien-
art', batak batta] engl, gekko, gecco,
gecko, ndl. gekko, dtsch. Gecko, frz. gecko,
sp. geco 'Ascalobotes'. [Devic DEt 126.
JAOS XVII, 139/14^2.
708. Tk. gelniek:
'Kommen' [Stamm kel, gel 'nahen,
kommen' Vämbery TktEtWb S. 96, Nr.
102], dazu 3. Fers. sgl. praes. gelir 'er
kommt' oder als part. 'das, Avas kommt;
der Gewinn'; hieraus rum. gheli?-' Ge-
winn'.
709. Tk. gemi:
'Schiff'; hieraus rum.^ÄJWi/e'Schaluppe';
hu\g. gemtja, serb. zemija, Wvass.hemija,
pohi. komi^ga, kom§ga, russ. konijaga
'Kahn, Boot'. [Gorjajew 154. Bern Sl
EtWb 300.
710. Hiud. gendhäua:
'Ballhaus' [zu Mna, s. hier Nr. 809];
hieraus mit Anlehnung an gym, die
übliche Abkürzung für gymnasHcs, anglo-
ind. gymkhatia, auch allgemein seit 1861
in England gebräuchlich: 'Art Sportplatz',
auf dem alle Arten Sport, z. B. Athletik,
Rennen, Lawn-Tennis, gepflegt werden
können. [Hobson-Jobson 407.
711. Berb. gergit :
'Lanze' [von der Wurzel get- 'werfen'],
hieraus sp. gorguz, pg. gorgnz, gurguz
'kurze Lanze, eine Art Pfeil'. [DE 279.
712. Mal. getali:
'Pflanzensaft, Baumharz' [Pijn 194] ; dazu
mal. pSrcah 'eine Baumart, Isonandra
gutta Hooker'; gStah-percah ist also der
gummiartige Saft des Pertschabaumes,
der zuerst in den Wäldern von Singapur
den Malayen bekannt wurde und .sich
.^eit dem Jahre 1843 über ganz Europa
und Amerika in den Industrien verbreitet
hat. Engl. gufia-percha, hz. guita-percha,
sp. giUapercha, pg. guftapet-cha, it. gutta
perca; dtsch. Guttapercha, ndl. schw.
glitta-percha, dän. gutta-perka; russ.
gutta-perca, gutaper ca. — Im frz. gomnie-
gutte ist also der zweite Bestandteil
nichts anderes als die Übersetzung des
ersten Teiles. [Devic DEt 134. MMM
23/24. 25. JAOS XVHI, 54/58.
713. Hebr. gezera:
[Modernes Wort] 'Erregtes Gespräch,
Behauptung'; hieraus gaunerdtsch. jü-
dischdtsch. Geseier, Geseires 'weitläufiges
Gerede'.
714. Hind. ghariyäl:
Hieraus Gavial, Gavialis gangeticus, eine
Art Krokodil; engl, gavial. [Hobson-
Jobson 366/367.
715. Ar. gi'är:
'Schnur'; hieraus siz. (Messina) ciaera
'Hanfseil' [dagegen in Palermo : curina].
716. Ar. gibs:
'Gips' [aus gr. yü^oq, lat. gypsum];
hieraus it. gesso, pg. gesso, sp. yeso, algez
[woraus dann wieder ar. gass, vulg. gess
nach dem Orient zurückgewandert ist].
Die übrigen europäischen Formen des
Wortes sind unmittelbar aus dem Lat.,
z. B. frz. gypse [gewöhnlich pMtre],
dtsch. Gyps, Gips. [Doch i.st es nicht
unwahrscheinhch, daß das gr.-lat. Grund-
wort selbst wieder aus dem Orient
stammt, vgl. hebr. gä^ls 'Kristall' Hiob
28, 18; ZDMG XXV, 542 f. In der Tat
deuten der alte Gebrauch des Gipses bei
den Ägyptern und in Äthiopien (vgl.
Herodot 3, 24 u. 7, 69) sowie die Her-
kunft der besten Sorten aus Syrien
(vgl. Plinius 36, 59) auf orientalischen
Ursprung auch des Namens.] Übrigens
ist auch tk. alcy 'Gips' eine verderbte
Form für ar. al-gibs.
717. Ar. gidär:
'Irdene Schüssel'; hieraus mit ar. Art.
pg. alguidar 'irdenes Gefäß, das sich
vom Grunde nach den Rändern hin ver-
breitert und in dem man Sachen aus-
wäscht' [Constancio Dicc 51b; DE 1 32].
718. Tk. gidi:
Eigentlich git-di, gitti 'er ist gegangen'
[vom Vb. gitmek 'gehen', Stamm ket,
kit 'wegziehen, abgehen, gehen' Vämbery
TktEtWb S. 99, Nr. 1071]; hieraus rum.
ghidi Interj. 'ei! sieh da!', nach Löbel
EITAP 47 auch „exclamation de me-
iiace". Eine Erweiterung des Grundworts
57
[Tk. giger.
ist rum. ghidu^ 'Spafamacher, Seiltänzer',
ghidu^ie Tosse, Schelmenhaftigkeit'.
719. Tk. giger:
'Eingeweide, Leber oder Lunge' [aus
pers. gigär 'Leber' Horn NpEt S. 95,
Nr. 425] ; man unterscheidet ak g. 'weiße
Eingeweide, d. h. Lunge' und kara g.
'schwarze E., d.h. Leber'; hieraus ent-
sprechend l)ulg. dziger: hei dziger
'Lunge', ceren dz. 'Leber', serb. diige-
rica: iijela dz. 'Lunge', crna dz. 'Leber'.
[Bern SlEtWb 242.
720. Ar. gilnf:
'Scheide, Futteral, Schachtel, Büchse',
ebenso Ik. kylyf 'dass.'; hieraus rum.
cäläf 'Behälter', cäläfat 'Deckel'.
721. Hebr. gim§l:
Der dritte Buchstabe des hebr. Alpha-
bets, er bedeutet auch die Zahl 'drei';
hieraus dtsch. KiimmelhUittchen, also
eigentlich „ Dreiblättchen ein Spiel mit
drei verdeckten Karten, von denen eine
zu suchen ist. [Kluge 2ö7.
722. Mal. giuggang:
'Art Stoff' [Pijn 195b, vollständig käin
ginggmxg 'gestreiftes Baumwollenzeug',
wohl ursprünglich javanesisch 'ver-
bleichend, vergänglich']; hieraus anglo-
ind. engl, gingham 'Baumwollstoff aus
gefärbtem Garn, gestreift, kariert oder
in anderen Mustern', familiär auch
'Sonnenschirm', ndl. gingam, gingang,
dtsch. Bchwed. dän. gingang, dtsch. Ging-
gang, Ginghati ; frz. guinyan, guinganip,
sp. gingen, pg. giiingäo, it. guingano,
ghingano. — [Französische Etymologen
führen den Namen auf die trz. Stadt
Guingamp [Dep. Cötes du Nord] zurück,
wo tatsächlich Textilindustrie betrieben
wird.] [JAOS XVII, 142/144.
723. Ar. giuu:
'Dämon, Gespenst' [Lammens Farük
1209], ebenso tk.; hieraus rum. grm 'Ge-
spenst'. — [Das ar. Grundwort ist nur
zufäüig dem lat. genius so ähnlich.]
724. Pers. girdäb:
' Wassersti udel, Abgrund' [aus gird 'rund'
Horn NpEt S. 201, Nr. 901 und äb
'Wasser', s. hier Nr. 5], ebenso tk. ger-
dab; hieraus rum. gherdap 'Strudel,
Wasserwirbel', insbesondere der Strudel
beim Eisernen Tore der Donau.
725. Tk. göcmek:
'Herumziehen' [Stamm köt, köc, göc
'aufheben, aufbrechen, reisen' Vämbery
TktEtWb S. 104, Nr. 1140]; hieraus
russ. koöewat' 'nomadisieren', poln ko-
czowac, Cech. koöocati, Subst. russ. ko-
cewoi 'Nomade', poln. koczujqcy, öech.
koöovny. — [S. auch hier Nr. 1209.]
[Gorjajew 164.
726. Tk. güdeu:
'Wurst'; hieraus rum. ghiuden 'dass.',
besonders 'flach gepreßte Trockenwurst'.
727. Hebr. göf§r:
'Harz' [vgl. assyr. kupru 'Erdpech' Del
HWB 348a]; hieraus gr. KutTdpiöaoc;,
lat. cupressus 'Zypresse', ahd. ciqjfer-
houm und schheßlich dtsch. Kiefer Pi-
nus L. [vgl. auch assyr. giparu 'eine
Baumart' ZAkkFW 53, wo allerdings
die Zugehörigkeit des gr. Wortes an-
gezweifelt wii'd].
728. Hebr. göj:
'Volk, heidnisches Volk', vulg. goje
'christliche Dienerin'; hieraus prov.
gougeo 'Magd', frz. «/ow^'t; 'Dirne', goujat
'Troßbube, Trainsoldat'. Jidd. sabbesgoj
ist derjenige Nichtjude, der dem Juden
das am Sabbat verbotene Feuer- und
Lichtmaclien besorgt [Birnbaum Hebr
El 5ü].
729. Tk. göi:
'See' [Stamm öl, köl 'naß, feucht; Meer,
See' Vämbery TktEtWb S. 54, Nr. 61];
hieraus gemäß der vulg. tk. Ausspraclie
gjöl rum. ghiol, ghiole 'See, Teich'.
730. Fers, gölä:
'Kugel' [Horn NpEt S. 207, Nr. 928],
ebenso tk. kuUe, gülle 'Kanonenkugel';
hieraus rum. ghiulea 'dass., Bombe',
bulg. gulle, serb. zulle 'Kugel zum
Schießen'. [Sain.ö2. Bern SlEtWb 375.
731. Hebr. göräl:
'Los, Losstein', die Übersetzung des ar.
fäl, d. h, der Kunst vorherzusagen, be-
sonders auch aus Steinen; im mittel-
alterlichen Spanien sind zahlreiche Los-
bücher in arabischer Sprache verfaßt
und in hebräischer Sprache als sef^r
görälöQ weit durch das christliche Eu-
ropa verbreitet worden ; so entstand für
den geheimnisvollen Stein, der die Zu-
kunft vorhersehen ließ [s. Parzival, Aus-
gabe von Lachmann 483, 20 ff.], der
Name Gral, frz. Graal, Gr^al, engl.
Grail. — [Andere nicht mehr haltbare
Etymologien sind a) gradalis 'weite
Prunkschüssel, worin stufenweise, d. h.
gradatim, reiche Delikatessen abgeteilt
lagen'; dafür HERTZ in seinf^r Parzival-
ausgabe. 5. Aufl. Stuttgart 1911. S. 41 9 f.
b) mlai. garalis 'Behältnis für Getränke',
im 9. und 10. Jahrhundert in England
und Italien belegt; dafür Gröber, Grund-
riß der romauischen Philologie. II, 1.
Straßburg 1902. S. .502; Dietz, Etymo-
logisches Wörterbuch der romaiuschen
Sprachen. ^ Bonn 1887. S. 601. c) lat,
turris oder mons gradalis 'stufenförmig
sich aufbauender Palast' als Ort der
Abgeschiedenen, vgl. F. Kampens, Das
Lichfland der Seelen und der heilige
Pers. gOsä.]
58
Gral. Köln 1916. S. 101. d) frz. grS
und engl, all, so Tieck, s. Horrigs Ar-
chiv CXXXVIII, 77. e) Ar. gär 'Höhle'
und Art. al geschraubt - mystisch "].
Vgl. KAIMPENS in Mitteilungen der
Schlesischen Gesellschaft für Volkskunde.
Breslau 1917. S. XIX, 109/111. Die hier
gegebene Etymologie stammt von Pasch-
niann. Vgl meine Zusammenfassung in
KZ 1925, Nr. 504 Beilage.
732. Pers. gösä:
'Winkel, Ecke' [Horn NpEt S. 211, Nr. 945],
tk. zu kjosk, kjöSk Talast, Villa, Pavillon'
geworden; hieraus bulg. kosk 'Garten-
haus', serb. cosak 'Söller', poln. kiosk,
russ. kiosk; it. chiosco, frz. kiosque, sp.
Jciosco, rum. chiosc 'Verkaufsbude',
c/t/oscar 'Zeitungsverkäufer'; dtsch. iiiosÄ;,
ndl. engl, kiosk 'dass.'. Die pers. Form
zeigen noch bulg. kose, kuse 'Winkel',
serb. cose 'dass.'. [Devic DEt 149. Bern
SlEtWb 680.
733. Tk. götiirme:
Subst.lnfin. Aes'^hs. götürmek 'aufheben,
aufbürden' [Stamm göc, köc, s. hier
Nr. 725] ; hieraus russ. ktäer'ma 'Schnee-
gestöber, Wirrwarr'.
734. Tk. götürü:
'Vollständig, im großen und ganzen'
[vom tk. götürniek, s. hier Nr. 733] ; hier-
aus rum. CM ghioturä 'in Bausch und
Bogen, en gros'.
735. Tk. Gozz:
N. pr., ein tk. Stamm, dessen Angehörige
von den Almohaden in Marokko und
Spanien (1 130—1269) zu Henkersdiensten
gebraucht wurden ; hieraus mit ar. Art.
pg. algoz, sp. algoce 'Henker, Scharf-
richter', sp. pg. algozaria 'Grausamkeit,
grausame Handlung'. [DE 128/129.
Eguilaz 182. ML 3826 a.
736. Ar. gubb:
'Brunnen', auch mit häufigem Wechsel
von ti zu i ar. gihh; hieraus mit ar.
Art. kat. aljub, anxuh 'Gefängnis', ara-
gon. alehup 'Zisterne', pg. aljube 'Ge-
fängnis', enxotna 'unterirdisches Verließ' ;
sp. algibe 'Zisterne; Gefängnis', pg.
algive 'Brunnen', valenc. algip, siz.
gebbia 'Zisterne'. [DE 125. Eguilaz
181. ML 3950.
737. Ar. gubba:
'Baumwollenes Unterkleid' [Dozy V6tem
i07ff.\; hieraus mit verschiedenartiger
Bedeutungsentwicklung : it. giuppa (alt),
giubba 'Jacke, Wams', frz. jupe, jupon
'Frauenrock, Unterrock', demin. it. giu-
betto, gitibetta, augm. it. giuppone, siz.
jippuni; prov. jubo, kat. gipö, sp.jubön,
pg. jubäo, gibäo, rum. giubca 'langes
Oberkleid der Bauern', ^ubea, sp. aljuba,
chupa; mhd. schuhe, nhd. Schnube
'Frauenrock, Frauenmantel', disch.Joppe.
Über das tk. zybun entstand rum. zibun,
russ. znpan, zipun, bulg. zupan, zabun,
öech. zupan, aber auch russ,. jubka, jupka
'Unterrock', bulg. jupka, poln. jupa,
serb. dzuhe. [DE 147. Eguilaz 204.
GrSVociSic 239. Kluge 219 und 386.
Goijajew 117 und 432. Bern SlEtWb
459/460.
738. Tk. giigutmek:
'Versüßen, liebkosen' [vgl. giigük 'süß'
vom Stamme süz, süc, cic 'süß, lieb,
schön' VämberyXktEt Wh S. 156, Nr. 171];
hieraus rum. giugiuU 'liebkosen' und
Ableitungen.
739. ir. gnhä:
Der orientalische Eulenspiegel, in Nord-
afrika Si Goha [vgl. S. Moulieras, Les
Fourberies de Si Djeha. Paris 1892], bei
den Türken als Nasr ed-din Hoga [vgl.
Albert Wesselski, Der HodschaNasreddin.
I. II. Weimar 1911] bezeichnet; hier-
aus rum. ciuhä 'Scheuche, Popanz', russ.
coha, cuha 'albernes Zeug', bulg. serb.
coha, hieraus verkürzt cus, cuz 'Un-
sinn, dummes Zeug', it. (dial. siz.) giiicco
'dumm, Dummkopf, giucca, giufä 'ko-
mischer Kauz'. — Schon bei den Arabern
ist Guhä wegen seiner Dummheit sprich-
wörtlich geworden [ahmak min guhä
'dummer als G.' in G. W. Freytag,
Arabum Proverbia I, 403. Nr. 175].
Vgl. FR. SCHWALLY in ZDMG LVI,
237/238 und ARTHUR CHRISTENSEN
in Browne Festschr 129/136.
740. Per^. gul:
'Rose' [Horn NpEt S. 206, Nr. 927], tk.
gill ; hieraus bulg. gul, serb. dzul 'Rose'.
741. Ar. gül:
Ein Wüstengeist, die Mitte zwischen
Mensch und Ginn [s. hier Nr. 723] hal-
tend, mit menschlicher Gestalt und
Eselsbeinen, doch häufig seine Gestalt
wechselnd [Lammens Farük 870] ; hier-
aus frz. la goule 'ein Ungeheuer'; aus
dem ar. plr. gailän ergab sich frz.
gailan 'dass.'. — Gtil ist auch die Be-
zeichnung der Meduse; räs al-gül 'Me-
dusenhaupt' wurde wegen des Wechsels
seiner Lichtstärke der Stern ß Persei
genannt; hieraus der Sternname Algol.
[Lammens Rem 127/128. Ideler Sternu
88. Devic DEt 18.
742. Pers. guläb:
'Rosenwasser' [aus pers. gul 'Rose', s.
hier Nr. 740, und ab 'Wasser', s. hier
Nr. 5], ebenso ar. guläb, vulg. guleb;
hieraus m\2L\.. jidapium 'eine Art Sirup,
Kühltrank', li.giulebbe, giulebbo,giuleppo,
59
[Hebr. gulgolQd.
prov. frz. julep, sp. julepe, pg. julepo.
Dagegen in der uisprüngliclien Bedeu-
tung russ. guljaf 'Hundsrose', guljafnaja
u'oda 'Rosenwasser'. [DE 293. Eguilaz
434. Devic DEt 146. ML 395"2. Gor-
jajew 84.
743. Hebr. gulgöl§ö:
'Schädel', aram. gulgalQ-ä; hieraus gr.
foXyoQä, das in den Evangelien als
TÖiToq Kpaviou 'Schädelstätte' erklärt
wird; wahrscheinlich hieß der Ort so
nach den zahlreichen Schädeln der Hin-
gerichteten, da er die Richtstätte bei
Jerusalem ist. In der übertragenen Be-
deutung 'Leidensstätte, Leidensweg' ist
das hebr.-aram. Wort in alle europä-
ischen Sprachen übergegangen : frz. engl.
golgoiha, dtsch. Golgatha usw. [Devic
DEt 130.
744. Ar. grnlgnläu ;
Auch gungulän 'Sesam'; hieraus z. T.
mit ar. Art. und mit häutigem Über-
gange der Vokale ä> e>z: sp. aljon-
joU, ajonjoU, pg. gergelim, zirgelim, Irz.
jugeoline, gengili. Da aus dem Samen
des Sesams eine rötliche Farbe her-
gestellt wurde, ergab sich noch sp.
dnzolino, frz. zinzolin 'rötlich-violett'.
[DE 146/147. Devic DEt 127/128 und
230.
745. Pers. gnigunä:
'Rosenfarben' [aus pers. gul, s. hier Nr.
740, und gün 'Farbe' Horn NpEt S. 211,
Nr. 946], tk. giilgüne; hieraus rum. ghiul-
ghhiliü, ghiurghiuliü 'rosa'.
746. Ar. gnU:
'Großer Eisenring, Halseisen'; hieraus
pg. gola, golilha 'kreisförmiger Ring'
[Constancio Dicc 591 c] und mit ar. Art.
und folgender Dissimilation sp. argolla
'Halseisen', pg. argola 'dass., Schmuck-
reif aus Metall für die Ohren', argolao
'Halseisen', Vb. argolar 'Halseisen an-
legen', jogo da argolinha 'Ringspiel',
bei dem derjenige gewinnt, der mit der
Lanze durch ehien von einer Schnur
herabhängenden Ring stößt [Constancio
Dicc 108 b].
747. Ar. güiii:
Vulgäre Aussprache des klass.-ar. kaum
'Truppe, Schar', im Magrib [s. hier
Nr. 674] gebräuchlich; hieraus frz. goum
'Raubkarawane', nach Devic DEt 131
auch jContingent militaire des tribus
alg^riennes".
748. Ar. gnm'a:
'Vereinigung', besonders am Freitag zum
rituellen Gebete, daher geradezu 'Frei-
tag', ebenso tk. gumat, gümet ; hieraus
rum. jumet 'Menge, Volkshaufeii'. —
[Ableitung aus ar. gami^a, tk. ^erntet
Löbel EITAP 57 wegen der weniger
passenden Vokalisation unwahrschein-
lich.]
749. Ar. gniuaisä':
'Weinende' oder 'diejenige, die Schmerz
in den Augen hat' [vom Vb. gamisa
'von schmutzigem Flusse triefen' (vom
Auge gesagt)]. Die Araber nannten
Sirius undProcyon'die beiden Schwestern
des Ganopus'. Da Procyon sich erst über
den Horizont erhebt, wenn der Sirius
verschwindet, sagte man, Procyon weine
über die Entfernung ihres Bruders, da-
her der Name al-gimaisä'' ; hieraus der
Sternname Algomeiza 'Procyon'. [Devic
DEt 40.
750. Ar. gainl:
'Schiffstau, Seil'; hieraus mit partieller
Assimilation der Liquida l ait. gumina,
it. gomena, sp. pg. gümena, frz. goumhne,
gumhie 'Ankerlau'. — [Die Form ar.
gainal ML 3666 paßt wegen der Voka-
lisation lautlich nicht.]
751. Tk. gümrük:
'Zoll' [aus gr. KO|U|u^pKiov, lat. commer-
cium] ; hieraus bulg. gumruk 'dass., Zoll-
haus', serb. dzumruk 'Zoll'.
752. Pers. ^nnhis:
'Bewegung' [aus pers. gän 'Richtung,
Seite' Horn S. 95, Nr. 426], tk. vulg.
giimbüs 'Unterhaltung, Zeitvertreib';
hieraus rum. giumbu§ 'Vergnügen'.
753. Mal. güng:
'Großes Schiff', auch egung, agung [Pijn
90b; gfmg verhält sich zu agüng wie
gong zu egong, s. hier Nr. 558] ; hieraus
engl, jimk 'ein großes Schiff', besonders
ein chinesisches im östlichen Asien, ndl.
jonk, dtsch. Dschunke, schwed. jonk,
([ä.n. jonke; v\xss. zonka; frz. jonque, it.
giunco, giunca, sp. pg. junco, kat. jonch.
— [Ableitung aus chin. chwan, sün
'Schiff, Boot' Eguilaz 434 ist lautlich
schwierig und abzulehnen.] [JAOS
XVlll, 58/63.
7.Ö4. Ar. g uräb :
'Rabe' [wohl nur zufällig dem lat. cormis,
gr. KÖpaE so ähnlich !] ; hieraus mit ar.
Art. der Sternname Algorah y Corvi.
[Devic DEt 40.
755. Ar. gnsja:
'Schleier' [vom Vb. gasä 'bedecken', s.
hier Nr. 692], tk. gysa 'Pferdedecke';
hieraus rum. «rga 'Schabracke, Sattel-
decke' [wenn das rum. Wort nicht besser
zu Nr. 692 zu stellen ist], frz. housse
'dass.', Ableitung houspiller 'herum-
zausen, ausschimpfen'. [ML 3753.
756. Tk. güweg:
Auch gilgeg 'Kochtopf [K61ekian Kämüs
1056a]; hieraus rum. ^Ä/ve«« 'Blumen-
topf, Bratpfanne'.
Tk. güwez.]
60
. 7h7. Tk. jrüwe/:
Auch ffü(/ez 'tiefblau (nach rol hin),
violett' [Kelekian Käiuüs 10.57a]; hier-
aus rum. ghiriziu 'braun'.
758. Pers. g^n/däii:
'Brieftasche' [aus ar. guz' 'Teil, Band,
Kapitel, Heft' und pers. Suffix -dän zur
Bezeichnung eines Behälters, Horn NpEt
S. 118, Nr. .033], ebenso tk. güzdan 'dass.,
Portefeuille' ; hieraus rum. . ^/ii^f/ßn'dass.',
ghiozdiin '.Schultasche'. [Sain hl.
759. Tk. 8:yiibys:
Auch vulg. gemhez 'kleines Eisenwerk-
zeug in Form einer Zange, mit dem
man die Haare erfaßt und aus dem
Barte rupft' ; hieraus in romanisierter
Form rum. cimbisträ, jimhisträ 'Pin-
zette, Haarzängelcheii' [aus dieser Form
ist offenbar das gleiclibedeutende tk.
gynhystra Kelekian Kämüs 44-7 a ent-
standen und zurückgewandert].
760. Tk. gyrah:
'Ein sehr kleines Maß, etwa V20 cm'
[ngr. Ypoixo?]! hieraus mit leicht ver-
ständhchem Bedeutungswandel russ.
goroh 'Erbsen', kli uss. goroh, oroh, bulg.
grah, serb. grasah 'Bohnen, Fasolen',
cech. hrach. poln. groch, dtsch. Giersch.
[Gorjajew 76. Bern SlEtWb 331/332
(hiernach alles idg. Ursprungs; unwahr-
scheinlich).
761. Ar. habak:
Eine Labiate, die nicht genau definiert
ist: 'Basihkkraut, Majoran, Kamille,
AVasserminze' ; hieraus sp. alfabega, al-
habega, alabega, albaheca, kat. alfäbrega,
frz. fabregue 'Basilikenkraut' [mit ad-
ventivem r wie in sp. pg, marlota, hier
Nr. 1380, sp. alferce, hier Nr. 597, und
öfter]. [Devic DEt 113/4. Lammens
Rem 109/110.
762. Ar. habb:
Korn, Körnchen'; hieraus über tk. hap
auch rum. hap 'Pille'.
a) Mit ar. r-äs 'Kopf [s. hier Nr. 1701]
wird ar. habb ar-räs Delphinium staphi-
sagria, eine Ranunculacee, der Päonie
verwandt; hieraus sp. abarraz, albarraz
'scharfer Rittersporn ; Läusekraut' ; pg.
paparaz, peparrds 'Samen vom Läuse-
kraut' [Constancio Dicc 742 b] ; vgl.
DE 31.
b) Mit ar. musk 'Moschus' [s. hier
Nr. 1701] wird ar. habb al-niusk 'Hibis-
cus abelmos( hus L.' ; hieraus sp. abel-
mosco, pg. abehnosco, abelmoscho [Con-
stancio Dicc 4a: 'ambarina'], frz. abel-
mosc, abelmosch, ndl. abelmosch. Da der
Duft ihrer Blüten wie der von Ambra
und Moschus zusammen ist, heißt sie
auch frz. ambrette, ndl. amberbloem [zu
Ambra, s. hier Nr. 78]; vgl. DE 51.
Dozy Oost 51. Devic DEt 1.
c) Mit ar. zalam ergibt sich habb uz-
zdlam, der Name einer Cyperacee ; hier-
aus frz. habelzelin, habalzelin, habzeli
'dass.'; Devic DEt 134/5.
d) Das Einheitsnomen zu habb ist
habba 'ein Korn, kleiner Teil einer Sache' ;
hieraus sp. alfaba, alhaba 'kleines Flä-
chenmaß'; DE 911.
e) Mit ar. bannt 'unbebautes Land,
Brachland' wird ar. habba baura; hier-
aus mit dem häufigen Wechsel der
Labiale b^m und der Liquiden r^l
sp. amapvla 'Feldmohn'; DE 284.
f) Mit ar. halwa 'Süßigkeit' wird ar.
habbat halwa 'Anis' ; hieraus sard. ma-
tafaliiga, kat. matafuluga, s\).hatafahiga,
batafalua, matafaluga, pg. niatalahuga,
matalauva 'Anis' ; DE 238. Eguilaz
342. ML 3957.
763. Ar. habar :
'Nachricht, Mitteilung', ebenso tk. haber;
hieraus rum. habar, haber 'Sorge' ; bulg.
serb. haber, serb. habar 'Nachricht', russ.
(dial.) habar 'Gewinn, Vorteil', habarcij
'Bote, Eilbote' [mit tk. Suffix -cl, -gi
zur Angabe des Berufes], klruss. chabar
'Sportelii'. poln. chabar 'Geldgeschenk,
Bestechung'. [Bern SlEtWb 380.
764. Hebr. Mßar:
'Verbunden sein' [v^l. aeth. habdra 'se
adiunxit'] ; dazu hä^er 'Genosse'; hier-
aus jüd.-dtsch. Chawer 'Freund, Genosse'.
Mit der aram. Endung des Abstraktums
-MÖä ergibt sich jüd.-dtsch. Chatverüse
'Gesellschaft' oder Chahrus 'eine Ver-
einigung von Geldmenschen zur Erwer-
bung von Grundbesitz' behufs Ausübung
des damit verbundenen Wahlrechts, also
zu einem wirtschaftlich-politischen Zweck
[um 1870 in Böhmen aufgekommen].
Ebenso poln. (dial.) chawrus 'Handels-
streik', chawrusnik 'Teilnehmer daran'.
[Lenz Eindr 19. Karlowicz 417.
765. Ar. Iiabasi:
Ein Bewohner von Habas, d. h. Abes-
sinien, 'Abessinier' ; hieraus angloind.
htcbshee 'ein Äthiopier, Neger'. Auch
dtsch. Abessinten, Abessinier und die
anderen entsprechenden europäischen
Formen gehen auf die semitischen Grund-
wörter zurück. [Hobson-Jobson 428/429.
766. Ar. habl:
'Stil' ; hieraus mlat. capulum 'Fangseil',
frz. cäble, sp. cablo 'Ankertau', engl.
cable, ndl. kabel, dtsch. Kabel [schon im
Gudrunliede heißt es : ankersail von
Arabe, wozu Flachs kaitän benutzt
Avurde.]
767. Ar. hadda:
Vb. II haddadä 'schütteln, schwenken',
61
[Ar. hadid.
Infin. hadda 'Rütteln, Schütteln'; hier-
aus sp. alfada 'Schwanken' [Fachaus-
druck der Seeschiffahrt]. Aus ar. Vb. III
Jiädda "in Tausch geben' stammt die
andere sp. Bedeutung 'Loskauf, Befrei-
ung, Erlösung' [Dicc Gast 118 a]; vgl.
ML 1854.
768. Ar. hadid:
'Eisen' ; hieraus die alchemistischen Aus-
drücke frz. edic, edich, adid, hadid ' EÄse.vi' ,
ferner frz. harderic 'Eisensulfat', sp.
alhadida 'Kupferoxyd' [Dicc Gast 123].
[DE 32. Devic DEt 11, Nr. 38. ML 3968.
769. Ar. liadija:
'Geschenk'; hieraus pg. odid 'dass.'
[Constancio Dicc 725c] und mit ar. Art.
alfadia 'Bestechung', alhadia 'kleine
Schmucksachen'. [DE 99 u. 325.
770. Ar. hafala:
'Polieren, glätten'; hieraus vielleicht sp.
alifar 'dass.'. [DE 141. Eguilaz 198.
ML 3980.
771. Ar. Iiafakän:
'Herzschlag'; hieraus mit ar, Ait. sp.
algafacän 'dass.' [nach DE 117 „pas
dans les dictionnaires". Jedoch Dicc Gast
120c: palpataciön de corazön].
772. Ar. haflfäf:
'Schuhmacher' [zu ar. Jiuff 'kurzer Stie-
fel'], tk. vulgär kawaf; hieraus rum.
cavaf 'dass., Schuhhändler', caväfie
'Schusterei'. [Sain 49.
773. Ar. hafif:
'Leicht', tk. ebenso 'leicht, mittellos';
hieraus rum. afif 'arm, armer Schlucker'.
774. Pers. häftäu:
Ebenso ar. und tk. kaftän 'ein Gewand'
aus Seide oder Brokat, das die Orien-
talen über den anderen Kleidungsstücken
tragen; es wird mit einem Gürtel ge-
halten; die Ärmel sind meistens länger
als die Arme [Dozy Vetem 162/168];
hieraus russ. klruss. serb. öech. poln.
haftan 'langschößigerRock' ; vnm.caftan,
sp. pg. caftan, it. caffetano, frz. caftan,
cafetan; engl, caftan, kaftan, ndl. caf-
tan, dtsch. Kaftan. [DE 245. Gorjajew
137. Bern SlEtWb 468.
775. Ar. liä^a:
'Nötige Sachen, Kleider, Möbel u. dergl.';
hieraus mit ar. Art. sp. pg. alhaja, al-
faja, gewöhnlich pir. alhajas 'Gerät,
Schmuck, Kleinod'. [DE 133. Eguilaz
155. ML 3987.
776. Ar. hä^g:
Eine Pflanze aus der Familie der Legu-
minosen, aus dem Orient nach Frank-
reich gebracht und als sainfoin alhagi,
Alhagi maurorum, im Jahre 1537 von
RAUWOLF beschrieben; die ganze Fa-
milie heißt frz. alhagees. [Devic DEt
19. Lammens Rem 14.
777. Ar. liägg:
[Vgl. hehr, hägag 'hin und hergehen,
tanzen, feiern'] 'Pilger', und zwar nach
Mekka, Medina oder Jerusalem. Eine
verlängerte Form ist häggi, besonders
pers. und tk., sie wird als Ehrentitel für
jeden, der Mekka besucht hat, benutzt;
hieraus rum. agiü, agia 'Pilger', agiaUc
'Pilgerfahrt nach Jerusalem', bulg.
hadzija, serh. hacija 'Pilger'; engl, anglo-
ind. hajß, hadgee, dlsch. Hadschi; frz.
hadji 'Mekkapilger', afrz. aufage, asp.
a^/^ay'e 'Sarazenenführer'. [Hobson-Jobson
408/4U9. Devic DEl 135. E£,niilaz 155.
ML 3988.
778. Ar. haggäin:
'Barbier'; hieraus mit ar. Art. und Imäla
[ä ^ e] sp. alfageme 'dass.', pg. alfa-
geme 'dass., Schwerlfeger'.
779. Tk. haida:
Auch haide [Stamm ait, lutit 'rufen,
schreien, antreiben' Vämbery TktEtWb
S. 2, Nr. 2], Interjektion der Autmuute-
rung: 'wohlan; auf!'; hieraus rum. ai,
aida, aideni, aideft 'auf, munter!'; russ.
hajdej, hajda, poln. hajda, hajde, hejdesz,
serb. hajd, aid, hajde, hajdemo, bulg.
hajda, hajdate; it. (nordöstl. dial.) aida.
[Gorjajew 2. Bern SlEtVVb 381. ML 3993.
780. Tk. haidamak:
'Vagabund, Taugenichts' (diejenigen Ko
saken, mit denen Polen Krieg führte,
und die Ukrainer, die sich gegen ihre
Herren empörten, wurden von den Türken
so genannt, Löbel EITAP 4) [wahrschein-
lich eine Weiterlüldung des ung. haidu
'Räuber', s. hier Nr. 781]; hieraus rum.
aidamac, haidamac 'Straßenräuber;
Keule'; poln. hajdamak, klruss. hajda-
maka Straßen räuber, Schurke', russ.
gaidamak 'dass.'. [Gorjajew 64. Bern
SlEtWb 375.
781. Tk. haidüd:
'Räuber'; hieraus bulg. hajdut 'Straßen-
räuber'. [Dagegen sind aus dem ver-
wandten ung. haidu 'Räuber', dessen
l)\v\.haidük als sglr. aufgefaßt und über-
nommen wurde, abzuleiten: serh. hajduk,
poln. hajduk, russ. gaiduk 'Diener in
ungarischer Tracht' ; frz. heiduque 'Lakai
in Livree', rum. haiduc 'Räuber, Grenz-
soldat', dtsch. Haiduck.] Genaueres über
die Haiduken des Balkans vgl. bei Georg
Rosen, Die Balkan-Haiduken. Leipzig
1878. Man unterscheidet den Tschelebi,
Chyrsyz [s. hier Nr. 407 und 891] und
Haiduk im engeren Sinne. Der Balkan-
celebi ist der ,Edle vom Walde', der
gewöhnlich aus guter türkischer Familie
stammt und durch irgendeine Ungerech-
tigkeit der Behörden zum Raubritter ge-
worden ist. Er plündert besonders i eiche
Ar. haima.]
62
Armenier oder Griechen aus, ist meist
allein und greift zur SchußwatTe nur,
wenn man sie gegen ihn erhebt. Der
Hyrsyz entspricht dem gewöhnlichen
Briganlen, wie er auch in anderen
Ländern der Halbkultur vorkommt. Der
Haiduk ist der Bandit mit nationaler
Färbung, eine Spezialität des Balkans,
heutzutage häufig Komitadschi [<tk.
komita == comite und Suffix -gi zur An-
gabe des Berufes, also ,dem Komite
Angehöriger", d.h. dem Komite zur Be-
freiung Mazedoniens von jeglicher nicht-
mazedonischer oder -bulgarischer Herr-
schaft] genannt: frz. comitadji.
782. Ar. haima:
'Zelt'; hieraus mit ar. Art. pg. alhaima,
alxaima 'Zeltlager der Beduinen, das
auch ihre Herden umfaßt' [Constancio
Dicc 51c u. 63 bc].
783. Ar. haimäii:
'Tollheit', auch tk. hajmana 'scheu, wild,
ungebildet'; hieraus rum. haimana
'Pflastertreter, Bummler, Vagabund',
haimäni 'bummeln'.
784. Ar. hä'in:
'Veixäter' [Part, praes. act. des Vbs. fiäna
'betrügen, verraten'], ebenso tk. Jiajn;
hieraus rum. hain 'hinterlistig, rach-
süchtig', hainie 'Verräterei'.
785 Ar. liair:
'Hürde für das Vieh, Umfriedung, Pferch';
hieraus mit ar. Art. pg. alfeire 'dass.
besonders für Schweine', 'Schafherde'
[Constancio Dicc 49 b].
786. Ar. hajjät:
'Schneider' [von hait 'Faden']; hieraus
mit ar. Art. pg. alfajate 'Damen- oder
Herrenschneider', alfajata 'Schneiderin,
Schneidersfrau' [Constancio Dicc 49 a].
787. Pers. häk:
'Staub, Erde', dazu das Adj. häkl 'staub-
oder erdfarben', ebenso bind, khäkl;
hieraus engl, khakee, kharki, kharkee,
die Farbe der Uniform, welche zum
ersten Male einige Pangäb-Regimenter
bei der Belagerung von Delhi i. J. 1857
trugen; heutzutage ist das Wort zur
Bezeichnung der hellen Tropenuniform
in alle europäisihen Sprachen über-
gegangen: Aisch. Khaki. [Hobson-Jobson
478/479.
788. Hebr. haxäm:
'Weise'; hieraus rum. ^ia^am, M.cacamme
'Oberrabbiner' ; ndl. u. jüd.-dtsch. kochem,
gochem 'weise, verständig, erfahren;
Gauner', dazu jüd.-dtsch. kochemer lösen
[aus hebr. lä§ön, modern ausgesprochen
löson, löSen 'Zunge, Sprache'] 'Gauner-
sprache'. [DozyOostSO. Ave-LIV,530.
789. Ar. hakk:
«Recht'; hieraus über tk. hak rum. hac
'Lohn, Entgelt', bulg. serb. hak 'dass.',
klruss. hak 'das 30. Schaf als Lohn für
den Hirten, ein Dreißigstel'. [Bern Sl
EtWb 383.
790. Ar. häl:
'Zustand, Lage', ebenso tk. hal; hieraus
rum. hal 'bejammernswerter Zustand
oder Lage'.
791. Tk. hala:
'Abort' [Kelekian Kämüs 547; aus ar.
Jialü 'leer; Einöde']; hieraus hnlg. hale,
serb. hala 'dass.'. [Bern SlEtWb 383.
792. Ar. Halab:
N. pr., Stadt im nördlichen Syrien:
Aleppo, dazu das Adj. halabt 'aus Aleppo,
aleppinisch'; hieraus die Bezeichnung
für einen 'Seiden- und Wollstoff': sp.
alepl, alepin, frz. aUpine, dtsch, Aleppin.
[Devic DEt 15. Lammens Rem 10.
793. Hebr. hälal:
'Preisen', davon pi'el hillel, imper 2.
plr. hallelü 'preiset!', dazu hebr. jäh,
die übliche Kurzform für den Gottesnamen
JahH'§ [Jehova], also hallelüjäh, gr. dWr)-
Xoü'ia 'preiset Gott!'. In viele Sprachen
übergegangen: lat. alleluia, frz. alleluia;
dtsch. Alleluja, ndl. halleluja, engl.
alleluia, alleluiah, halleluiah; russ. al-
lihija, poln. aleluja und zahlreiche dial.
Ableitungen; bulg. aleluija 'Unsinn' [zu
dieser pejorativen Bedeutung von Wort-
verbindungen der christlichen Liturgie
vgl. WuS V, 127 Anm. 3].
794. Ar. haläl:
'Erlaubt', ebenso tk. halal 'dass., er-
laubter Gewinn, Segen' ; aus der tk. Gruß-
formel halal olsun! 'möge dir Heil
blühen!' nahm man rum. halal 'Heil,
Segen', besonders in der Redensart:
halal sä-ft fiel
795. Ar. halang^än:
'Eine dem Ingwer verwandte Pflanze,
Galanga' aus Indien und China, die im
MA im Orient und Okzident als Arznei-
kraut benutzt wurde; hieraus mgr. yc-
XcIyt«, mlat. galanga, it. galanga, afrz.
galange, garingal, frz. le galanga, sp.
pg. galanga; mengl. galingale, galger
['lebhaft sein'], engl, galingale, dtsch.
Galgant{'w\xvzQ\); russ. bulg. kalgan, serb.
galgan, cech. galgän, poln. galgan,
'galgant. [Nach Hirth ChinFW 201/203
ist ar. halangän auf chin. ko-Uung-
kiung, d. h. milder Ingwer von Kao-
tschau-fu, einem Regierungsbezirke, aus
dem die Galgantwurzel besonders be-
zogen wird, zurückzuführen. In der Tat
wird der Galgant von IBN HURDADBA
um 875 als chinesisches Erzeugnis er-
wähnt; er muß vor dem 12. Jahrhundert
durch Vermittlung der Araber bis nach
63
[Ar. halfä'.
Deutschland gekommen sein, da schon
die heilige HILDEGARD von Bingen
t 1179 eine Abhandlung über ,die
medizinischen Vorzüge des Galgant "
geschrieben hat.] [DE 271. Eguilaz404.
ML 1856.
796. Ar. halfä':
Stipa tenacissima oder arundo epigeios,
eine Pflanze aus der Familie der Gra-
mineen [sp. esparto 'Spartogras'], aus
der man Malten, Hüte, Schnüre, Seile
für Ziehbrunnen, Säcke u. ähnl. macht;
hieraus mit ar. Art. prov. aufo, frz. (alt)
auffS, (neu) alfa 'Spartgras', auch papier
alfa\ prov. aufiS 'Schlafmütze'; dtsch.
Halfa^vas. [Devic DEt 47/48. DE 100.
ML 4002.
797. Tk. hali:
'Teppich'; hieraus bulg. halija 'dass.',
halina 'langes Oberkleid', serb. haljina
'Kleid', ßech. halina 'Bauernkittel'.
[Bern SlEtWb 383.
798. Ar. halifa:
Eigentlich 'Nachfolger, Stellvertreter',
insbesondere Bezeichnung der politischen
und religiösen Nachfolger des Propheten
Muhammad; dieses Wort ist in alle
europäischen Sprachen übergegangen,
z. B. rum. calif, it. califfo, frz. calife,
sp. pg. calif a; engl, caliph, ndl. kalief,
dtsch. Kalif ; russ. kalif. Im Tk. wurde
das ar. Grundwort zu kalfa korrumpiert
und erhielt die Bedeutung 'Geselle';
hieraus mm. calfa 'Handwerker, Geselle';
bulg. serb. kalfa 'Geselle'; angloind.
caleefa 'Schneider, Koch'. [Hobson-
Jobson 146/147.
799. Ar. hallg:
'Kanal' ; hieraus siz. galiggi 'Gießbach'
[GrSVociSic 238].
800. Tk. Halirn:
N. pr. [eigentlich ar. hallm]; ein Schrift-
steller aus der Krim hieß HALIM
GIRAI HÄN, seine viel gelesenen
Schriften wurden kurz als Jialima be-
zeichnet; hieraus rum. halima 'wunder-
bare Begebenheit', insbesondere 'Tausend
und eine Nacht' [nach Löbel EITAP 50
unter Berufung auf §äineanu Dicc 179].
801. Ar. halka:
'Umzäunung; Ring'; tk. ebenso 'Kreis,
Eisenring' [vom ar. Vb. ^alaka 'um-
geben']; hieraus rum. halca 'Ring', alca
'Haken, Krampe; türkisches Ringspiel',
bulg. halka 'Ring', serb. halka 'Eisen-
ring, Türring'; sp. pg. falca, it. falca,
frz. falque, fargue, fauque 'Setzbord'.
[DE 263. Eguilaz394. Bern SlEtWb 383.
802. Ar. hallaka:
'Schön formen, glatt machen, Lügen er-
finden' ; hieraus sp. halagar, valenc. fa-
lagar, kat. afalegar, pg. afagar 'lieb-
kosen, schmeicheln', Subst. pg. afago
'Liebkosung'. [RomForsch IV, 357. ML
1857 (wo andere unmögliche Ableitungen
angegeben sind).
803. Ar. halfiki:
Adj. zu ]ialük 'eine Art Wohlgeruch',
Galia muscata, aus Safran und anderen
Zutaten bestehend, von vorwiegend roter
Farbe, daher 'hellrot' [z. B. vom Weine
gesagt: nah'td Jialükl]; hieraus sp. aloyue
als Adj. und Subsl. 'hellrot, hellroter
Wein', aZo^Mero 'Weinhändler', aloqueria
'Weinlager oder -fabrik'. [DE 184.
Dicc Gast 135 c.
804. Ar. halwa:
'Süßigkeit', ebenso tk. hdwa 'Süßwerk;
aus Sesammehl, Honig und Zucker her-
gestelltes Gebäck'; hieraus rum. halva,
halvifä, alva, alvifä 'aus Eiweiß, Nüssen
und Zucker, mit Honig oft rotgelb ge-
machtes Zuckerwerk', alvagiü 'Zucker-
bäcker'; russ. gal'wa, hal'wa 'Zucker-
werk'; angloind. /imZj«;« 'aus Milch, Zucker,
Mandeln und mit Kardamome wohl-
riechend gemachtem ghee [aus gleich-
bedeutendem hind. Wort 'Butter aus
Büffelmilch, die in eine Art Öl verwandelt
ist'] ; mit ar. Art. pg. alfeloa 'Einmach-
zucker', alfeloeiro 'Zuckerbäcker'.
805. Hebr. HBiii:
N. pr., Sohn des Noe, der nach Gen 9,
22 als Urbild aller Schamlosigkeit galt;
hieraus Jiäänta, Jiänta, honta 'me-
retrix' [zum Über ^.'ang von tn zu n vor
dem Dental vgl. jontef <^ Jörn <öß]. —
OLZ XXI, 202.
806. Ar. hammäl:
'Träger', ebenso tk. ; hieraus rum. hamal
'Last- und Gepäckträger', auch mit Meta-
Ihesis mahal, dazu hatnallc ; bulg. ha-
mal, hamalin, serb. hamal, poln. hamal
'Lastträger' ; angloind. /mwwaMi 'Träger';
sp. (dial. in Andalusien) alhamel 'Last-
tier; dessen Führer', it. (dial. in Ligurien
und Kalabrien) camälo 'Gepäckträger',
gen. camalä 'tragen', prov. camdlo, frz.
t'awte/oi 'Händler, der seine Waren markt-
schreierisch anpreist', daher besonders
'Zeitungsjunge'. [DE 135. Eguilaz 187.
ML 4021. N ALLING in ZDMG LI, 534.
ZfromPh XXIII, 334. 422. RomForsch
IV, 366. Hobson-Jobson 429/430. Bern
SlEtWb 384.
807. Ar. hauisiu:
Vulg. 'fünfzig', Bezeichnung für einen
aus der Wüste wehenden Wind, der etwa
50 Tage anhält; hieraus u. a. engl.
kamsin, khamsin. — [Andere Ableitung
aus ostar. ham 'Glut', sin 'Wüste', also
'Glut der Wüste'.]
Tk. hüM.]
64
808. Tk. Iiän:
Aus liakän [das wohl selbst aus dem
Mongolischen stammt], ist I.Name der
türkischen und mongolischen Herrscher
Miltfl.isiens, etwa 'Kniser', '■2. eine Art
Adelsprädikat im heutigen Persien und
Transkaukasien; das Wort wird in dieser
Bedeutung nachgestellt, z. B. Jahjä Hän;
hieraus rum. han 'Tatarenfürst'; bulg.
serb. hau, cech. chär}, poln. klruss. chan,
russ. hnn, kagan, kogan 'Herrscher der
Chasaren'; frz. kan, khan; dtsch. Chan.
[Bern SIEtWb 468.
809. Pers. liäu:
Auel) hänä 'Haus' [Horn NpEt S. 103,
Nr. 4fi6 und ANDKEAS in Festgabe für
Tlieodor Nöldeke zum 80. Geburtstage.
Göttingen 1916. S. 4/6]; hieraus tk. han
'Herberge, Wirtshaus', rum. han 'Gast-
haus'.
810. Ar. Imiiaka:
'Halskette' [vom Vb. hnnaka 'mit einem
Stricke erwürgen'; das Subst. ist wie
hinaka 'Kragen' erst vulg. gebräuchlich,
vgl. 'Vatermörder'] ; hieraus siz. it. (dial.
im Süden) canacca 'dass.'. [ML 1860,
811. Ar. haubal:
Nicht klassisch, nur vulg. 'rotwollene
Bettdecke'; hieraus mit ar. Att. sp. al-
hamar 'dass.' [Dicc Gast 123 b], aramhel
'Fetzen am Kleide; Teppich od. Tapete'
[ebenda 218 b], pg. lambel, alambel
'Teppich oder Decke, um Bänke, Sitze
oder Tische damit zu bedecken' [Con-
stancio Dicc 42 b]. [DE 101/102. Eguilaz
156. BomForsch IV, 362. ML 4027.
812. Fers, häiidäk:
'Graben' [Horn NpEt'S. 194, Nr. 869 zu
kändän 'graben'], ebenso tk. hendek;
hieraus lum. hindic 'dass.'.
813. Ar. haufara:
'Durch Erkältung bewirktes Sprechen
durch die Nase' [Dozy Suppl I, 409];
hieraus siz. nanfara 'dass.', wo der An-
laut dem Einfluß des Wortes nuso zu-
zuschreiben ist. [GrSVociSic 242.
814. Ar. haugar:
'Dolch'; tk. hanger; hieraus bulg. serb.
handzar, poln. chandzinr, koncerz,
kindzal [allein noch gebräuchlich] 'dass.',
ßech. koncif 'Rapier, Stoßdegen', russ.
kinzal, klruss. cynhal 'Dolch', russ.
koncar, koncan 'Schwert mit schmaler
Klinge'; rum. hanget; it. cangiaro 'Dolch
mit sehr breiter Schneide und ge-
krümmtem Grift', siz. canciarru 'dass.',
frz. cangiar, khanjar, khandjar\ mit
ar. Art. sp. pg. alfange 'Säbel', frz. (seit
dem 17. Jahrhundert) alfange, sp. al-
fanjazo 'großer Säbel', pg. alfageme
'Dolch, kurzes Schwert'. [Gorjajew 140.
DE 106. Eguilaz 159. Devic DEt 16.
ML 1861a. Lammens Rem 11/12.
815. Ar. hauija:
'Großer Bogen, Gewölbe'; hieraus mit
ar. Art. sp. alhania 'Alkoven, Nische
zum Schlafen' [wie bereits in den ar.
Häusern Spaniens, vgl. Graf Schack,
Poesie und Kunst in Spanien und Sizilieu.
II, 324, wo allerdings das dort ge-
nannte Alhamia mit m ein Irrtum sein
muß]. — [DE 135.
816. Ar. hanzal:
'Koloquinte', Frucht von CitruUus colo-
cynlhis; hieraus mit ar. Art. sp. frz.
alhandal pharmazeutischer Name der
Koloquinte. [Devic DEt 20.
817. Ar. hauzlr:
'Schwein'; hieraus vielleicht siz. canzirri,
ganzirri 'ein Werkzeug, um Steine und
Felsbrocken auf den Rücken der Last-
tiere zu heben' [vgl. auch den Ortsnamen
Ganzirri, ein See bei Messina, und das
siz. N. pr. Ganzaria]. [GrSVociSic 231.
818. Jap. hara:
'Bauch', dazu kiri 'schneiden': harakiri
ist die Bezeichnung für die jap. Art des
Selbstmordes in Ehrensachen, die darin
besteht, daß der Selbstmörder sich selbst
den Bauch aufschlitzt und dann von
einem Diener den Kopf abschlagen läßt.
Im alten Japan gab es zwei Arten: das
obligatorische und das freiwilhge Hara-
kiri. Die erste Art, die jetzt erloschen
ist, wurde von Verbrechern der Samurai
[Adel] Klasse begangen; sie wurde ihnen
von der Regierung als Gunst gewährt,
damit sie so der Strafe entgingen. Die
zweite Art wird noch in schweren Sorgen,
vielfach auch als Protest gegen Unge-
rechtigkeit ausgeübt. In den europäi-
schen Sprachen auch ofl in übertragener
Bedeutung: Aisch. Harakiri. — [Die viel-
fach angegebene Übersetzung 'the happy
despatch', 'die glückliche Erledigung' ist
ganz grundlos] [Hobson-Jobson 411.
Chamb AllJap 243/246.
819. Ar. harüni:
'Verboten'; dasjenige, wozu der Zutritt
verboten ist, also der 'Frauenraum' und
schließlich 'die Frauen' selbst; ebenso
tk. harem ; hieraus rum. haretn, STp. Haren,
pg. frz. engl, harem, ndl. dtsch. Harem;
bulg. serb. hurem, öech. harim, poln.
harem, russ. gar^m. In der ursprüng-
lichen Bedeutung 'unerlaubt' ist aus dem
Tk. rum. haram 'nichtsnutzig, ungesetz-
lich' geworden.
820. Pers. häräiuzädä:
'Bastard, Hurensohn' [aus ar. haräm,
s. hier Nr. 819, und zädä 'geboren', s.
hier Nr. 69b]; hieraus angloind. haram-
zadeh, in Indien ein allgemein gebrauch-
65
[Ar. harätni.
lieber Ausdruck der Verachtung [Slang
Dictionary.^' 1864. S. 151].
821. Ar. haräml:
'Räuber' [vom gleichen Stamme wie
Nr. 819]; hierzu der plr. harämija; hier-
aus in singl. Bedeutung bulg. aramija
'Dieb', serb. klruss. harämija 'Dieb,
Straßenräuber'. — Aus Jj,arämt und tk.
bas, s. hier Nr. 260, wurde rum. ha-
rämbaf 'Räuberhauptmann', vielleicht
auch bulg. grabez 'Straßenraub'.
822. Tk. harar:
'Große Satteltasche aus Ziegenleder, die
man den Lasttieren aufladet' [Kölekian
Käniüs 534a]; hieraus rum. arar 'Plane,
Wagendecke'.
823. Ar. liarba:
'Lanze', aber auch die 'eiserne Lanzen-
spitze' an der etwa 4 m langen Be-
duinenlanze mizrak [s. hier Nr. 1476;
vgl. FISCHER in MSOS II, 233]; hier-
aus mit ar. Art. it. labarda, alabarda,
frz. hallebarde, sp. pg. alabardo 'Helle-
barde', pg. hallabarda, mhd. mit Volks-
etymologie helmbarte. Dazu siz. lapar-
deri 'Gauner, Erpresser, Betrüger', la-
parduni 'Drohne' [man war der Mei-
nung, die Hellebardiere lebten vom er-
preßten Gute anderer]. Mit vorgesetztem
mu des Partizips ergibt sich ar. *muharba,
hieraus sp. moharra 'Lanzenspitze'.
Über das Tk. wurde rum. arbiu 'Lade-
stock'. [DE 316 ML 4040.
824. Pers. härbuz:
"Melone' [aus 'här 'Esel' Horn NpEt
S. 104, Nr. 473 "und buz 'Ziege' ebenda
S. 49, Nr. 213, also 'Eselsziege', nicht
'Eselsgurke', wie Horn NpEt S. 105 hat;
die dort in Anm. 1) fehlende Band- und
Seitenzahl in Brugsch, Reise der K.
Preuß. Gesandtschaft nach Persien, ist:
Bd. I, S. 334/336. Übrigens scheint sich
BRUGSCH die dort erzählte „nicht sehr
geistreiche" Volksetymologie des Wts.
nicht haben aufbinden lassen, da
er sie selbst als eine „einfältige Ge-
schichte' bezeichnet]; ebenso Ik.karpiiz
[vgl. ngr. KapTTOüöia]; hieratis rum. car-
puz, carpus 'Melone, Cucurbita citrullus',
bulg. serb. karpuz, serb. karpuza, poln.
karbuz, garbuz, harbuz, arbuz, klruss.
garbuz, russ. arbuz 'Wassermelone'.
[Gorjajew 5. Bern SlEtWb 491.
825. Ar. harg:
'Bodenertrag, Einkommen, häusliche
Ausgaben', tk. ebenso; hieraus russ.
h,ar£ 'Lebensmittel, Kost', harcit' 'ver-
pflegen', serb. harsiti 'dass.', russ. har-
cewnja, serb. krcma 'Speisehaus, Gar-
küche', poln. haracz 'Tribut', karczma
'Schenke', karczmarz 'Wirt' [woraus
die dtsch. N. pr. Kretschmar, Kretschmer
Lokotscb, Etymolog. Wörterbuch.
entstanden sind]. — Aus tk. harec [das
wohl durch Kontamination mit ar. haräg
'Kopfsteuer der christlichen Untertanen
der Türkei und anderer muslimischer
Reiche' entstanden ist, vgl. Kelekian
Kehiüs 535] 'Strafe, die durch die Ge-
richte erhoben wird' wurde rum. areciü
'gerichtliche Zusprechung', arecinire 'zu-
sprechen'. [Gorjajew 395. Karlowicz421.
826. Pers. härgälä:
'Trupp Pferde, Maultiere oder dergl.'
[aus pers. här, s. hier Nr. 824, u. gälä
'Truppe']; ebenso tk. hergele; hieraus
rum. herghelie 'Pferdegestüt, Pferde-
hürde'.
827. Ar. harif:
'Herbst, Herbstregen'; hieraus siz. garifu
'zartes Kraut, das bei den ersten Herbst-
regen sprießt', jittdrisi a lu g. 'gierig
zu essen anfangen'. [GrSVoci Sic 238.
828. Ar. harita:
'Lederbeutel, Sack': hieraus russ. kalita
'Beutel, Tasche', klruss. kalyfa, poln.
kaleta 'Geldsäckel'; sp. ^ar«7a 'Schilder-
haus, kleines Zimmerchen für den Pfört-
ner eines Hauses', frz. guSrite 'Schilder-
haus', siz. garitta, qallitta 'hölzernes
Schilderhäuschen'. [DE 381. GrSVoci
Sic 238. Bern SlElWb 474.
829. Ar. harmal:
Eine Pflanze aus der Familie der Ruta-
ceen, Peganum harmala L. 'Harmelraute'
[von den Arabern zur Gewinnung eines
roten Farbstoffes, des sog. Harmalins
'Türkischrot' und eines Insektenpulvers
benutzt]; hieraus gr. äp|aa\a, lat. har-
mala, sp. alharma, harma, alfarma,
harmaga, alharmaga, amargaza, ga-
marza, pg. harmale, kat. annalä, frz.
harmale, it. armora. [DE III. Eguilaz
162. DevicDEt 137. ZfromPh V, 241.
RomForsch IV, 363. ML 4051.
830. Ar. harr:
'Hitze'; hieraus mit ar. Art. sp. alhorre
[bereits im Ar. wird a durch Einfluß
des Gutturals zu o: horr] 'Exkremente
der eben geborenen Kinder' [Dicc Gast
123 c], pg. alforra, alfora 'dass., eine
Art Grind oder Körnerkrankheit' [Con-
stancio Dicc 50a]. [DE 116.
831. Ar. Iiarräka:
'Brander'; hieraus sp. haloque 'kleines
Boot' [Dicc Gast 1104 a], falua, pg. falüa
'Segelschiff mit vier Rudern', auf dem
Tejo gebräuchlich [Gonstancio Dicc
548 a], frz. felotique, it. feluca, ßlucca
'kleines Ruderschiff' ; ndl. feloek, engl.
felucca, dtsch. Feluke; russ. fehika, fil-
juka 'kleines Schiff mit zwei lateinischen
Segeln, auf dem Meere gebräuchlich
gewesen'. — [Das Wort ist in der ro-
manischen Form wieder ins Arabische
5
Ar. harrnb.]
66
zurückfc'ekehrt : faJülca, ZDMG LI, 300;
vt-'l. aui h georj?. phihika ZDMG LI, 325].
— Wahrsclieinlich ist auch auf das ar.
Grundwort it. carraca 'Brander' zurück-
zuführen [A. V. Kremer, Gulturgeschichte
des Orients I, 251. Wenn dem Diez,
Etymol. Wb. der rom. Sprachen S. 88,
mit dem Bemerken widerspricht, daß
ar. h nie romanisches c würde, so sei
nur auf it. camälo, s. hier Nr. 806, hin-
gewiesen]. Neuestens auf einen plr.
fulük zurückgeführt von KURYLOWICZ
in Rocznik Orjentahstyczny. Tom II.
Lwöw 19:25. S. 253/254. [DE 264/266.
Dozy Oost 37/39. MWiD 37 (wo alles
über ar. fulüka auf gr. ^qpöXKiov zurück-
geführt wird).
832. Ar. harrüb:
[Aus aram. liärü^ä <[ assyr. harühu, vgl.
ZAkkFW 55] 'Johaimisbrot, Ceratonia
siliqua' ; hieraus lat. caruba, cartimba,
gr. xapoüßa, it. carruba 'Johannisbrot',
carrubo 'J.-Baum', frz. carotibe, carouge,
prov. garrova, sp. garroba(o), algarro-
ba(o), pg. alfarroba 'Johannisbrot', al-
farrobeiro 'J.-Baum'; sp. algarrobilla,
pg. algarroba 'eine Erbsenart, Ervum
monanthos'; engl, carob, dtsch. Karöbe,
Karube 'Johannisbrot'. [DE 121. Egui-
laz 178. RomForsch IV, 355. ML 1864
und 4680 (gehören natürlich zu einer
Nummer zusammen).
833. Ar. harsüf:
'Artischocke, Cynara scolymus'; hieraus
mit ar. Art. sp. alcarchofo, alcachofa,
pg. alcachofra, it. carciofo, articiocco,
frz. artichaut, prov. arqtiichaut, archi-
chaut; ndl. artisjoJc, engl, artichoke,
dtsch. Artischocke (Erdschocke); russ.
artisok, cech. articok, poln. karczoch,
klruss. karcocha. — [Andere Ableitungen,
wie aus gr. dpiuTiKci 'gewürzte, ein-
gemachte Dinge' oder aus einem an-
geblichen ar. ardl sauki, sind sprachlich
unhaltbar; freilich ist die letztere Form
sogar in ar. Nationalwörterbücher wie
den Mubit al-muhit übergegangen, ob-
wohl ihre Unrichtigkeit schon lange be-
wiesen war, s. Dozy Oost 18/22.] —
Vgl. auch hier Nr. 563. [DE 83. Kluge
23. Bern SlEtVVb 489. ML 1865 und
4060 (charsof und harsaf gehören
natürlich zu einer Nummer zusammen).
834. Ar. harüu :
'Störrisch' (vom Pferde gesagt) ; hieraus
sp. harön 'faul, Faulenzer', haronia
'Faulheit', haronear 'faul werden' [Dicc
Gast 1106 ab; woher stammen die For-
men mit anlautendem f bei ML 4053?],
pg. faronejar.
835. Ar. Hasan:
N. pr., Vorname [als Adj. hasan 'schön'];
dazu demin. Husain ebenfalls als häu-
figer Name gebraucht. Jä Hasan jä
Husain 'o Hasan, o Husain!' ist der
Klageruf der Schiiten ata 10. Muharram
zum Andenken an die Ermordung der
beiden Söhne 'Alis. Diese Wehklage
ist angloind. zu hobson-jobson verball-
hornt worden und ein für das Anglo-
indische geradezu typischer Ausdruck
geworden; daher gaben YüLE und
BURNELL ihrem Glossary of Anglo-
Indian Colloquial Words den
Namen HOBSON-JOBSON. Übrigens
nennt Chamb AllJap 43, Anm. 1) dieses
Werk mit Recht ,das entzückendste
aller Wörterbücher", und auch ENNO
LITTMANN nennt es in MWiD IX ,das
eigenartige englische Werk H.-J." [Hob-
son-Jobson 419/420.
836. Ar. hasira:
'Binsenmatte, Rohrgeflecht'; hieraus siz.
gassira, gassina 'dass.', besonders 'ein
Geflecht aus Binsen, das, vor den Fen-
stern angebracht, dazu dient, die Zim-
mer vor Licht und Wärme zu schützen' ;
'Geflecht, um die Füße warm zu halten,
Fußmatte'. Über tk. hasyr wurde bulg.
has^r, serb. hasura 'Strohmatte'. [Gr
SVociSic 238. Mikl SlEtWb 86 a.
837. Ar. hasira:
'Verlust haben, bankrott machen' ; dazu
das Subst. hasära 'Verlust, Schaden' ;
hieraus siz. cassara in dem Ausdrucke
fari cassara 'verschwenden'. [StGlIt
H, 230. GrSVociSic 231.
838. Ar. hasis:
Vulgäre Form für haSsäs [Imäla : ä ^
e ^ T] 'spitzes Instrument z. B. zum
Heumähen' ; hieraus sp. aciche 'Hand-
beil des Flickschusters'. [Dicc Gast
34 b.] [DE 37/38.
839. Ar. hasis:
'Gras, Heu', später beng [s. hier Nr. 213]
oder indischer Hanf, Cannabis indica
[Über den indischen Hanf (Haschisch)
und seine Verwendung als narkotisches
Genußmittel. In Ausland 1863, Nr. 30 j
Ed. Grimaux, Du hachich ou chanvre
Indien. Paris 1865]; in die europäischen
Sprachen ist das Wort fast unverändert
übergegangen: frz. hachiche, russ. gasiSf
dtsch. Haschisch. — „In Syrien steht
der Hasis, ein berauschendes Hanf- oder
Mohnpräparat, welches unvermengt ge-
nossen oder dem Tabak beigemengt
wird, bei den niederen Ständen in
Gunst. Das Schimpfwort hassäs ent-
spricht unserem 'Trunkenbold'. Keines-
wegs ist das Laster des Haschischrauchens
derart verbreitet wie bei uns der Ge-
nuß der Spirituosen. Weit mehr als in
Syrien und Mesopotamien ist das Hanf-
67
[Ar. hass.
rauchen in Ägypten verbreitet. In
Marokko wird der Hanf klf genannt,
klein geiiackt und mit Tabak vermischt
oder auch unvermengt in winzig kleinen
Tonköpfchen aus etwa 1 Fuß langen
Pfeifen sehr viel geraucht." Max Frei-
herr V. Oppenheim, Vom Mittelmeer zum
Persischen Golf I, 74. Genaueres über
die in Marokko benutzten Pfeifen und
die Art des Hanfrauchens sowie die ar.
Ausdrücke dafür vgl. MSOS H, 231
u. 232. — Auf das oben erwähnte
haMM hat SILVESTRE DE SAGY ein
weit verbreitetes romanisches Wort
zurückgeführt [de S., Memoire sur la
dynastie des Assassins et sur l'origine
de leur nom. Lu ä la seance publique
de l'Institut du 7 juillet 1809. Im Mo-
niteur no. 210, an 1809 und Lettre de
M. de S. au redacteur du Moniteur sur
I'etymologie du nom des Assassins.
Ebenda no. 359, an 1809]. Aus der Ge-
schichte der Kreuzzüge ist der ,AIte
vom Berge" bekannt, der das Haupt
einer Sekte war, deren neue Mitglieder,
durch den Hanfrausch fanatisiert, auf
Befehl ihrer Obern selbst Mordtaten
begingen; aus dem ar. Namen dieser
Sekte hassäsln entstand it. assassino
'Meuchelmörder', prov. asasi, ansesi,
frz. assassin, sp. asesino, pg. assassino,
rum. asasin und die dazugehörigen
Verba assassinare usw. und andere Ab-
leitungen. It. (dial. Parma) sasinä 'be-
raubt, elend; Weinbergschnecke'. —
Autiallend ist, daß in allen Formen die
beiden s verschwunden sind, daher
schlägt Lammens Rem 28 als Grund-
wort den Namen des Gründers jener
meuchelmörderischen Sekte, Hasan ihn
§abäh, vor; jedoch scheint diese An-
nahme nicht notwendig, da im MA
Namen, die über das Lateinische ver-
breitet wurden, allgemein das s durch
einfaches s ersetzten. [DE 207. Egui-
laz 293. ML 4074.
840. Ar. hass:
'Lattich' ; hieraus mit ar. Art. pg. alface,
alfaga 'dass.', demin. alfacinha, dieses
auch Spitznamen der Lissabonerinnen
[Constancio Dicc 48c, 49a. DE 99].
841. Tk. Hatai:
'Nordchina', bei MARCO POLO Cataia
MP 418. Mit dem Namen Kathay,
Kitai bezeichnete man vom 13. bis
15. Jahrhundert das nördliche China,
während man unter China, Sina die
mittleren und südlichen Provinzen ver-
stand. Der Name stammt von dem
wahrscheinlich tungusischen Stamme
der Khitai im Sungarigebiete, die Nord-
china zwei Jahrhunderte lang bis 1123
beherrschten. Aus dem tk. Grundwort
entstand: russ. Kitai 'China', kitaika
'BaumwüUstofif, Nanking [s. hier Nr.
1554]', poln. kitaj 'chin. I3aumwollen-
zeug oder Glanzleinwand', kitajha 'Taf-
fet', klruss. kytaj, kytajka 'Taflet, Seiden-
zeug', bulg. kitajka 'Nanking', serb.
Kitaj 'China', citajka 'baumwollener
Stoff'; rum. chitaiü 'Wollfutter'. [Hob-
son Jobson 274. Bern SlEtWb 505/506.
842. Ar. hätir:
'Gemüt' ; ebenso tk. hatyr 'Gemüt, Ver-
gnügen, Wohlbefinden'; hieraus rum.
liatlr 'Begünstigung, Gunst'.
843. Ar. hatt:
'Linie, Schritt', ebenso tk., insbesondere
Jiatt-i-serlf 'der ehrwürdige Schriftzug',
d. h. das Autogramm des Sultans, 'Hand-
schreiben desselben'; hieraus rum. hat
'Grenzrain, stein, kaiserliches Auto-
graph', hati^erif 'kaiserlicher Erlaß'.
844. Ar. hatlä:
'Bis'; hieraus asp, apg. ata, fata, und
durch Kontamination mit gleichbedeu-
tendem hacia wurde sp. fasta, hasta ;
pg. ati 'bis'. Über das türk. hatta 'bis,
sogar' entstand rum. hät 'sogar, selbst'.
[DE 286. Eguilaz 397. ML 4077.
Löbel EITAP 52,
845. Hebr. hattä':
'Sünder' [Ave-L IV, 529]; in der süd-
fränkischen Händlersprache sagt man
von einem Kaufmann, dessen Geschäft
schlecht steht, er gehöre zur Firma
Katesberger & Co.
846. Ar. haud:
'Wasserbecken, Teich'; hieraus mit ar.
Art. sp. pg. alfoz, sp. alhoz 'dass.'. Über
das tk. hatvtiz wurde rum. havuz 'Wasser-
becken, Zisterne', bulg. hawuz. [DE
116. Eguilaz 173. ML 4085.
847. Ar. Jiaudagr:
'Tragkorb auf einem Kamele, Kamel-
sänfle', ebenso bind, hauda 'Silz auf
einem Elefanten' ; hieraus angloind,
hotvdah, howder 'ein großer Sitz auf
einem Elefanten', für zwei und mehr
Personen eingerichtet, gewöhnlich noch
mit einem Schutzdach versehen. [Hob-
son-Jobson 4!27/428.
848. Ar. liaurä':
Fem. zu ahu 'ar 'schwarzäugig' besonders
von einer Gazelle, einem Jünglinge oder
einer Jungfrau gesagt; dazu plur. hür.
Dieses Wort betrachteten die Perser [und
gelegentlich auch schon die Araber, s.
BSGW Leipzig ph.-hist. Kl. 1881 . XXXIII,
31] als sglr. und fügten ein * der Ein-
heit an : hüri ; darunter versteht man
die Paradiesesjungfrauen, die man nach
Muhammads Verheißung im Paradiese
vorfinden soll ; hieraus zur Bezeichnung
5*
Ar. hauz.]
68
einer reizenden Frau sp. hitrl, frz. houri,
ndl. engl, houri, dtsch. Huri. [DE ;287.
Devic DEt 141.
849. Ar. liauz:
'Bezirk, Umgebung'; hieraus mit ar.
Art. sp. pg. alfoz 'Landschaft, Feldflur',
im MA der Bezirk, der seine eigene
Jurisdiktion hatte und nach einem be-
sonderen fuero regiert wurde, meistens
nur eine Pfarrei oder ein Schloßgebiet
umfassend. [DE 116/117.
850. Pers. hänagä:
Daraus ar. hawäga '^Herr, Kaufmann,
Europäer [ZDMG L, 640], vulg. unter
dem Einfluß des tk. koga 'Greis, Meister'
[vom Stamme koc 'stark, mächtig, groß'
Vämbery TktEtWb S. 91, Nr. 94] hoga,
tk. Jioga 'Gelehrter, Professor'; hieraus
rum. hoge 'dass.', bulg. serb. hodza 'tk.
Geistlicher', russ. hozjain 'Wirt, Herr',
hozjaika 'Wirtin', klruss. chazajin 'dass,'.
[Gorjajew 399. Bern SlEtWb 400.
851. Tk. hawjar:
'Kaviar'; hieraus ngr. Kaßidpiov, bulg.
hajwar, hajiver, serb. hajwar, poln.
kawiar, cech. kaviar; it. caviaro, caviale,
sp. cabial, pg. caoial, caviar, frz. caviar;
engl. ndl. caviar, dtsch. Kaviar, —
[JOEST in ZfEtbn 1890, 3 vermutet,
daß das abendländische Wort auf den
Namen des Hafens Kapha, d. h. Theo-
dosia, eines Hauplhandelsplatzes für die
Fischer des Schwarzen Meeres, zurück-
geht ; doch ist diese Ableitung sehr an-
zuzweifeln. KESSELING in Neophilo-
logus VI, 213/214 verfolgt das Wort
nur bis mgr. Kaßidpiv zurück. Übrigens
heißt der Kaviar russ. ikrd.] [Bern Sl
EtWb 382/383. ML 4086. Kluge 232.
852. Ar. hawwaa:
Vulg. 'Verräter' [vom Stamme häna
'verraten', s. hier Nr. 784]; hieraus it.
avania 'Plackerei, Mißhandlung', pg.
avania 'Erpressung' [Constancio Dicc
143 c]. [ML 4087.
853. Pers. hiizär:
'Tausend' [Horn NpEt S. 244, Nr. 1093],
tk. hezar [ung. ezer]; hieraus serh.jezero
'lausend'. [Bern SlEtWb 455.
854. Ar. hazin:
'Betrübt, traurig'; hieraus sp. hacino
'traurig, unglücklich; geizig'. [DE 282
u. 283. Eguilaz 417. ML 4089.
855. Ar. hazlua:
'Schatz', tk. hazna ; hieraus rum. hazna
'Schatzkammer, Abtritt', venez. casnd
'Haufen Geld' [L'Oriente I, 196]; russ.
kazna 'Krone, Staat, Vermögen, Pulver-
kammer', kaznaöei 'Rentmeister, Kas-
sierer' [letztere Bedeutung wohl durch
Einfluß von kasa 'Kasse' entstanden],
bulg. hazna 'viel Geld, Schatz', serb.
hazna, poln. kazna, klruss. haznd 'Kasse,
Schatz'. [Gorjajew 127. Bern SlEtWb
386.
856. Ar. hazz :
'Vergnügen', ebenso tk. ; hieraus ram.
haz 'Reiz, Gefallen', hazliü, hazo§.
857. Hebr. heßra:
'Gemeinschaft' [s. hier Nr. 764], hieraus
tk. havra 'Synagoge', rum. havrä 'dass.',
ebenso bulg. serb.
858. Hebr. liel§k:
'Teil' [Ave-L IV, o30], hieraus jüd.-
dtsch. Chelek 'Teil, Anteil an der Diebes-
beute', ndl. (Gaunerjargon) cheilek: Man
spricht von einem eh., wenn bei einem
Verkaufe oder einer Versteigerung sich
einige Personen ohne Wissen des Ver-
käufers heimlich verbinden, nicht gegen-
einander zu bieten, und später das Ge-
kaufte unter sich verteilen. [Dozy Oost 30.
859. Tk. hepjek:
'Doppelas' (beim Kartenspiel) [aus tk.
hep 'alles' und pers. jäk 'eins' Horn
NpEt S. 252, Nr. 1128]; hieraus rum.
epiec 'dass.'.
860. Pers. hic:
'Gar nichts', tk. ebenso hic: hieraus nim.
hici ; bulg. hic, ic, serb. hic, klruss. chyc,
ckyc 'gar nicht, ganz und gar nicht',
wie im Tk. zur Verstärkung der Ver-
neinung. [Bern SlEtWb 387.
861. Ar. hulina:
'Dienst', ik.'hizmet; hieraus vam.hiiz-
niet 'Abgabe, Unbrauchbares'.
862. Pers. hidmätkär:
'Diener' [aus ar. hidma, s. hier Nr. 861,
und pers. -kär 'Täter' Horn NpEt S. 185,
Nr. 832], bind, ebenso; hieraus anglo-
ind. und engl, kitmutgar, khitmutgar
'musHmischer Tafeldiener'. [Hobson-
Jobson 486/487.
863. Ar. higra:
[Vom ar. Vb. hagara 'verlassen, freund-
schaftliche Beziehungen abbrechen']
'Auswanderung, Abbruch der Beziehun-
gen', insbesondere der W^egzug des Pro-
pheten MUHAMMAD von Mekka nach
Medina, der nach der üblichen Rech-
nung am 16. Juli 622 n. Chr. stattfand;
die muhammedanische Zeitrechnung be-
ginnt mit dieser sog. „Flucht", die aber
gar keine Flucht war [s. auch C. H.
Becker, Islamstudien I: Vom Werden
und Wesen der islamischen W^elt. Leip-
zig 1924. S. 340]; hieraus rum. hegirä,
frz. hegire, it. egira, sp. hegira, pg. he-
jira; engl. ndl. hegira, dtsch. Hedschra ;
russ. gidzra
864. Ar. hil'a:
'Ehrengewand' [das von den orientali-
schen Herrschern ihren Günstlingen,
Künstlern, Dichtern zum Zeichen ihrer
69
[Ar. hiläl.
GuDst geschenkt wurde; ursprünglich
ein 'Kleidungsstück' ganz allgemein;
wahrscheinlich selbst, Entlehnung aus
dem Pers. oder Türk., da die Nisba
zwischen hWl und huVi sowie das Vb.
zwischen }iaWa und kaWa 'schenken'
schwanken], tk. halat; hieraus rum.
halat, russ. Jialat, serb. hahjna 'Schlaf-
rock', poln. klruss. cha/at 'Kaftan'; sp.
gala 'Kleiderpracht', it. gala, frz. habit
de gala, dtsch. Gala, engl. gala. Sp.
galano [eigentlich 'in Gala gekleidet']
'höfisch, artig', hieraus dtsch. Galan
[über den Wiener Hof, da das Wort im
Frz. fehlt] ; it. sp. galante 'zierlich und
modisch gekleidet', frz. galant, dtsch.
galant, dazu frz. galanterie 'Höflichkeit,
modisch feines \ieaehmen\ galanthot7ime,
it. galantuomo, dtsch. Galanter-ie(v^tivei\).
[Dagegen stammt elegant aus dem lat.
elegantem 'wählerisch'.] — • Die anderen
Ableitungen scheinen begrifflich weniger
einfach: a) gr. plur. KoXd 'schöne Dinge',
wobei k y g wie in KÖXTTog > Golf;
b) afrz. gnle 'das Ergötzen', so Kluge
154; c) ahd. geili 'Prunk, Üppigkeit,
Lustigkeit' nach Diez. [Gorjajew 394.
Bern SlEtWb 383.
865. Ar. hiläl:
'Bohrinstrument, Zahnstocher, Nadel'
[vom Vb. halla 'durchbohren'] ; mit ar.
Art. u. Imäla: al-hilel; hieraus sp.
alfilel und alfiler 'Stecknadel', pg. al-
finete. [DE 114. Eguilaz 168. ML 1873.
S66. Ar. himäla:
Pir. hamffil [vom Vb. hamila 'tragen',
vgl. hier Nr. 806] 'ein Tragband', das,
über der rechten Schulter hängend, dazu
dient, das Schwert zu tragen. Ebenso
wurde dann ein 'Amulett' genannt, das,
mit Koransprüchen oder Zauberformeln
beschrieben, mit einer Schnur am Halse
getragen wurde; hieraus vielleicht lat.
amuletiiin, it. amuleto, frz. anmlette,
anmlUe, sp. pg. amuleto; engl, amnlet,
dtsch. Amulett, ndl. amulet [GILDE-
MEISTER in ZDMG XXXVHI, 140 bis
142. HAUPT in Florilegium Melchior
de Vogüö 1909, S. 274. Dozy Oosl
13/14]. Es soll nicht verschwiegen
werden, daß gewichtige Gründe gegen
diese Etymologie sprechen: das Wort
kommt schon bei Plinius XXVIII, 38;
XXIX, 66; XXX, 138 vor; deshalb wird
es als lat. amolimentiim zu amoliri 'ab-
wenden, nämlich die Gefahren', gestellt
und als Ubersetzung von gr. qpuXaKxripiov
betrachtet [Kluge 16. OLBRICH in
Mitteilungen der Schles. Gesellschaft für
Volkslsunde. Breslau 1917. XIX, 145],
jedoch bemerke man wieder ngr. xai'iuaXi
'ein magisches Anhängsel gegen die Fas-
zination (puXaKTTipiov' MSOS XII, 192
Anm. 1). Vgl. auch ZOTENBERG in
Revue Critique ("10. 4. 1867), der beide
Ansichten zu vereinen sucht, und Fausto
LASINIO in GSAJ III (1889), 142.
867. Ar. hinnä':
'Pulver aus den Blättern der Lawsonia
inermis oder der Wurzel von Aleanna
tinctoria Tausch., mit dem sich die
Frauen des Orients Haare und Nägel
rot oder gelb färben' [ausführlich
J. LÖW in ZfSem I, 136/144]. Hieraus
mit ar. Art. sp. alhefia, it. alcanna, al-
chenna, alfena, mlat. alchanna, engl.
alkanet, sp. alcanna 'Hennapulver', frz.
(dial.) arcanne 'Rötel', prov. alquana
'Röte des Gesichtes'; frz. kenne. Über
tk. kgna wurde rum. cänä, cänealä
'Haarfärbemittel', bulg. kzna, serb. kna
'dass.', russ. hna 'Henna'. [DE 138.
DevicDEt 138/139. Lammens Rem 135.
ML 4135. Bern SlEtWb 530.
868. Ar. liiri:
Im Magrib haill; hieraus mit ar. Art.
sp. aleli, alheU 'Levkoje, Matthiola', pg.
alleli 'dass.' [Gonstancio Dicc 54 a]. —
DE 98.
869. Per*«. Mrmäii:
'Tenne', ebenso tk. harman [Abbildung
und Beschreibung s. Globus LXVIII,
60]; hieraus rum. arman 'dass., Ein-
friedigung, Kreis', bulg. harman 'Tenne'.
870. Ar. hisän :
'Rassepferd'; hieraus mit Spezialisierung
der Bedeutung und ar. Art. sp. alazan,
alazano, pg. alazäo 'braunrotes Pferd',
frz. alezan 'Falber'. DE 59/60 nennt
zwar die Etymologie verdächtig, aber
die sonstigen vorgeschlagenen Ablei-
tungen verdienen diesen Vermerk in
ungleich höherem Mafse, nämlich a) ar.
ahlas, fem. halsä\ Eguilaz 96. ML 299.
Aber das ar. Grundwort bedeutet 'colo-
rem nigrum indorso cum rubi o mixtum
habens ovis'! b) Ar. al-Jiasan 'der
Schöne', s. hier Nr. 835. c) Ar. al-atan
'der Rauch'; d) al-az'ar 'der Blonde',
Eguilaz. [Lammens Rem 10/11.
871. Ar. hizäna:
Vulg. hazena 'Apotheke, Zelle'; hieraus
mit ar. Art. sp. alacena, alhacena 'Büfett',
Wandschrank'. [DE 52^
872. Hebr. hösi'ännä:
Imper. 2. pers. Sgl. mit der Bittpartikel
nä, ein Hilfe- und Heilruf [vom Vb.
jäsa", Hif'il hösfa 'retten, helfen', also
wörtlich 'hilf!']; gr. ihaavvct, l&l. hosanna;
hieraus in alle europäischen Sprachen
übergegangen, z. B. frz. hosanna, Jiosan-
nah [vgl. Herrigs Archiv LXVHI, 123].
Zur Bezeichnung des 'Palmsonntages'
afrz osanne und des an diesem Tage
Pers. hab.]
70
geweihten 'Buchsbaumes' frz. (dial.)
osanue, osenaie 'Buchsbaumgehölz'.
[Devic DEt 139. ML 4196.
873. Pers. hüb:
'Gut, scliön' [Hörn NpEt S. III, Nr. 503],
ebenso tk. [Kelekian KämOs 554] ; hier-
aus bulg. serb. htibaw 'schön, gut', bulg.
hubost, serb. hiibawost 'Schönheit', russ.
(dial.) hupaw, klruss. chupavyj 'schön,
ordentlich'. [Bern SlEtWb 405.
S74. Ar. hubärä:
'Trappe, Otis', mit Imäla hobera; hier-
aus wegen der Farbe des Tieres sp.
hobero, overo [mit falscher Anlehnung
an lat. ovum 'Ei'], pg. fouveiro 'falb',
frz. atMre 'dass.'. [DE 286. Devic
DEt 45. Lammens Rem 29.
875. Ar. habäzä:
'Malve'; hieraus mit ar. Art. und Imäla
alboheza 'dass.'. — DE 71.
876. Pers. hndä:
'Gott' [Horn NpEt S. 104, Nr. 471], da-
von demin. nach der ar. Form fu'ail
[vgl. Hasan > Husain hier Nr. 835]
hudaiw 'kleiner Gott', vulg. Aussprache
hedlw, die frühere Bezeichnung des
Vizekönigs von Ägypten, der sich jetzt
wieder sultän 'Herrscher' oder meistens
malik 'König' nennt; hieraus in alle
europäischen Sprachen übergegangen:
frz. kMdive, engl, khedtve, dtsch. Chedive.
Daß die Auffassung als demin. die rich-
tige ist und auch von Orientalen so
empfunden wird, zeigt z. B, folgende
Stelle aus der Ägyptischen Korrespon-
denz. Organ der ägyptischen National-
partei in Deutschland. 2. Jahrg. 1922.
S. 192: „Das Geld war es auch, dem
Ismail den ihm von der Pforte auf
Grund von zwei Fermans (von 1866
und 1873) verliehenen Titel Chedive
(kleiner König) verdankte . . .".
877. Ar. Imdür:
Ebenso tk. huzur 'Gegenwart, Anwesen-
heit' ; hieraus rum. huzur 'Ruhe, Sorg-
losigkeit' [diese Bedeutung ist wohl mit
Rücksicht darauf aufgekommen, daß im
Ar. und Tk. das Wort fast immer in
Verbindung mit Namen hochgestellter,
sorglos lebender Persönlichkeiten ge-
braucht wird, z. B. tk. pasanyn huzu-
runda 'vor dem Pascha'].
878. Ar. liufra:
'Grube, kleiner Graben zur Bewässerung,
Rigole'; hieraus mit ar. Art. pg. alfobre,
alforbe, alfoufre 'kleiner Kanal zur Be-
wässerung der Gärten', siz. furra 'ein-
gegrabener Kanal zur Bewässerung der
Agrumen usw.', vielleicht auch it. forra
'Schlucht', welche die von den Bergen
herabstürzenden Wässer sich graben.
[DE 114/115. GrSVoclSic 234.
879. Ar. hnkka:
'Flasche, durch die zuerst der Rauch
geht, wenn man Tabak raucht', in Ge-
stalt eines runden Helmes; auch Name
der ganzen 'Wasserpfeife'; ebenso bind.
Hieraus angloind. hooka, frz. houka [für
die einfachste Form der Wasserpfeife
angloind. hubble-buhble , offenbar die
wallende Bewegung des Wassers laut-
malerisch wiedergebend]. [Devic DEt
140. Hobson-Jobson 428 u. 423/424.
880. Tk. hukkabaz:
'Taschenspieler' [aus ar. hnkka, s. hier
Nr. 879, und pers. bäz, Präsensstamm
von bähtän 'spielen' Horn NpEt S. 35,
Nr. 150]; hieraus mit Abfall der ersten,
nur schwachbetonten Silbe rum. cabaz
'Possenreißer', cabazlic 'Schnurre'.
881. Ar. hulba:
Eine Pflanze, Trigonella foenum grae-
cum; hieraus frz. helbe, hebbe, helbeh;
mit ar. Art. sp. alholva, kat. alfolbes, pg.
aforba, alforba, alfwvas, alforfas 'dass.',
'Bockskraut'. [DE 138. Eguilaz 192.
Devic DEt 138. ML 4167.
882. Ar. hnmra:
'Röte, Rotlauf [vom Stamme ahmar
'rot', aus dessen fem. hamra', mit ar.
Art. al-hamra' 'die Rote' der Namen
Alhambra jenes wunderbaren maurischen
Schlosses auf der Höhe von Granada
geworden ist] ; hieraus sp. alfombra,
gewöhnlich alfombrilla 'Masern' [Dicc
Gast 120 a]. — Vom gleichen Stamme
ist sp. alhamar 'rote Decke' [ebenda
123 b].
883. Ar. hamra:
'Kleiner Gebetsteppich' [vom Vb. hamara
'bedecken']; hieraus sp. alfombra 'Tep-
pich' [Dicc Gast 120 a], pg. alfombra
'dass.', alfambar 'grobe rote Bettdecke',
alfambareiro [Constancio Dicc 49 a].
[DE 115. Eguilaz 170. ML 1880.
884. Ar. hurg:
'Quersack, Satteltasche' ; hieraus mit ar.
Art. sp. alforja, pg. alforge, gewöhnlich
im plr. alforges 'dass.' [Constancio Dicc
50a], Vb. alforjar 'm die Sattel- oder
Reisetasche stecken', frz. (dial. Bearn)
forget, auforget, (Lyon) fargeite 'Tasche',
fargina 'Quersack'. [DE 116. Eguilaz
171. ML 1885.
885. Pers. hurmä:
'Dattel', ebenso tk. hurma [Kelekian
Kämüs 537 a]; hieraus rum. curmal
'dass.', curmalä 'Dattelpalme' ; bulg.
hurma, furnia, serb. hurma, urma 'Dattel',
russ. kurma 'dass., Dattelpalme'. [Bern
SlEtWb 406.
886. Ar. hurr:
'Frei', Subst. hiirrija 'Freiheit'; hieraus
sp. horro [schon ar. wird unter Einfluß
71
[Ar. huss.
des benachbarten Gutturals m > o] 'frei'
(von Steuern), 'unbelegt' (von der Stute
gesagt), Vb. afeorrar 'sparen, verschonen',
a?/brr/a 'Freiheit', pg.forro./brrar'dass.'.
[DE 287. Eguilaz 424. ML 4184.
887. Ar. huss:
'Hütte , Strohhütte', besonders im Wein-
berge; hieraus [über den Übergang von
M > 0 s. hier Nr. 886] sp. choza 'Hütte
aus Pfählen od. aus bloßen Steinen ohne
Mörtel u. mit Stroh bedeckt für Hirten
u. Feldarbeiter' [Dicc Gast 704 b], pg. cho-
ga, chogo 'Hütte, besonders für die Wäch-
ter der Weinberge' [Gonstancio Dicc
256 a]. — Ableitung von lat. plutea,
pluteum 'Schutzdach' ist wohl nicht nötig
und erklärt den sp. Anlaut ch nicht. —
DE 254.
888. Ar. hnttäf :
'Krampe od. Haken mit zurückgebogener
Spitze, Harpune' ; vulg. hattäf, mit Imäia:
hatfef; hieraus mit Metathesis pg. fatexa
'Ankerhaken, großer Angelhaken' [Gon-
stancio Dicc 550c.] — DE 267.
889. Ar. hnzäniä:
'Lavendel, Lavandula vera', mit Imäla u.
ar. Art. al - fyuzemä; hieraus sp. alhucema
'dass'. [Dicc Gast 124a: gevvön lieh espliego
<^ lat. spicuhm], pg. alfazema 'dass.'.
[DE 139.
890. Pers. Hwärizin:
"NTpr., eine Landschaft in Mittelasien [dem
heutigen Chanate Ghiva-HIwa entspre-
chend]; davon das ar. Adj. hnärizmi od.
härizmi 'aus Hwarizm stammend, der
Gharizmier', Beiname des Mathematikers
ABÜ GA'FAR MUHAMMAD IHN MÜSÄ
[s. hier Nr. 631]; durch sein Werk über
Algebra kam das dekadische Zahlensystem
und das Rechnen mit ar. Zahlen um das
Jahr 1200 nach Europa; daher wurde lat.
algorithmus, algorismus [mit Anlehnung
an gr. öpi&|ui6<;] die Bezeichnung für das
Rechnen mit ar. Ziffern u. schließlich für
Rechnungsverfahren überhaupt. Hieraus
afrz. algofisme,frz. algorithme,it.alguaris-
nio 'Rechenart, Arithmetik', sp. alguaris-
nio, guarismo 'Ziffer', engl, algorism,
algorithm 'Rechenart'. [DE 130/131.
WOEPGKE in JAs (1863) I, 519. Devic
DEt 18. Lammens Rem 13. Schirmer
WortschdMath 4/5.
891. Tk. hyrsyz:
'Schelm, Schurke' [aus ar. '^ird 'Ehre,
guter Ruf u. \k.-siz 'ohne' vom Stamme
Silz, siz 'trennen, los, ohne' Vämbery
TktEtWb S. 156, Nr. 170, also 'Ehrloser',
vgl. M. Horten, Kleine tk. Sprachlehre.
Heidelberg 1916, S. 11]; hieraus rum.
hursuz, urstiz 'mürrisch, unfreundlich'.
— [Doch ist auch die von Löbel EITAP
53 gegebene Ableitung aus tk. ogursuz
'unglücklich, ohne gute Vorbedeutung',
in der modernen Aussprache mit Unter-
drückung von g : uursuz y ursuz, recht
ansprechend]. Zum Begriffe des Grund-
worts fyijrsyz vgl. hier Nr. 781.
892. Ar. iblis:
[Vom gr. bidßoXo;], vulg. blls 'Teufel';
hieraus frz. iblis, iblis 'Dämon', pg. in
der Redensart: hS um belis 'das ist ein
umsichtiger Mann', aber auch 'ein Schur-
ke' [Gonstancio Dicc 168]. [DE 238/239.
Devic DEt 107.
893. Ar. Ibn Siiiä:
N. pr., berühmter ar. Philosoph und Po-
lyhistor (t 1037); bei den jüdischen
Spaniern Aben-Sina genannt, hieraus
die verlateinte Form Ävicenna. Ein
Baum der Mangrove- Vegetation, aus der
Familie der Verbenaceen, heißt lat.
Ävieennia, frz. avicenniee [verwandt mit
Tectonia grandis, s. hier säg Nr. 1766].
[Devic DEt 51. Lammens Rem 32.
894. Ar. ibrik:
'Wasserkrug', besonders für die vor-
geschriebenen Waschungen der Muslimen
gebraucht [aus dem Pers., doch kennt
man das pers. Grundwort noch nicht,
vgl. de Lagarde, Gesammelte Abhand-
lungen S. 7]; tk. ebenso; hieraus rum.
ibric 'Wasserkrug, Wasserkanne', it.
bricco 'Zinnkanne für Kaffee', bulg. serb.
ibrik 'Waschkanne, Krug', serb. imbrik,
Y)o]n.imb)yk, imhryczek 'Tee- oder Kaffee-
kanne', klruss. imbrycek 'dass.'. [ML
4253. Bern SlEtWb 419.
895. Tk. icoglany:
'Junger Diener, der so jung ist, daß er
die Frauengemächer noch betreten darf
[aus tk. ic 'Inneres' vom Stamme ic
'innen' Vämbery TktEtWb S. 35, Nr. 38 1
und oijlan, s. hier Nr. 1588]; hieraus
frz. icoglan 'großherrlicher Page', bulg.
serb. iöoglan, serb. idoglaniti 'dass.',
poln. iczoglan 'tk. Page'. [Devic DEt
141. Bern SlEtWb 419.
896. Ar. 'idäda:
'BewegUches Lineal am Astrolabium';
hieraus sp. alidada 'Diopterlineal', frz.
alidade 'dass.', auch 'Lineal', it. alidada,
dtsch. Alhidade physikalischer Fachaus-
druck zur Bezeichnung eines wesent-
lichen Teiles optischer Meßinstrumente.
Es kann vermutet werden, daß das bis-
her unerklärte Wort Theodolith auf
dieses Grundwort zurückgeht. [DE 140.
Devic DEt 22/23. Lammens Rem 15.
897. Ar. 'ifrlt:
[Aus pers. äfärid 'Geschöpf, pers. Vb.
äfridän 'schaffen' Horn NpEt S. 10,
Nr. 39; dazu präfigiertes 'Ain, vgl.
ZfSem II, 220] 'Kobold', besonders die
Ar. il'riz.]
72
mächtigen Geisler, welche Prinzessinnen
rauben und ähnliche Heldentaten ver-
richten, v^l. Koran Sure 27, 39 und
sehr häufig in 1001 Nacht, wo auch
derartige weibliche Kobolde [ar. 'ifrlta]
vorkommen. Der Name wurde in der
yulg. Form 'afrlf zuerst durch die erste
Übersetzung von 1001 Nacht von GAL-
LAND in Europa bekannt, z. B. frz.
afrite. [Devic DEt 5. Lammens Rem 5.
898. Ar. ifriz:
Tries' [aus ngr. Ziuqpöpoi; Jannarakis
Deutsch - Neugriechisches Wörterbuch
S. :251 b nach Dozy oder wohl besser
aus gr. öq)pu? nach Völlers in ZDMG
LI, 295] ; hieraus sp. pg. friso, frz. frise ;
engl, frieze, ndl. fries, dtsch. Fries [auch
it. (regio, freggial Dieses Wort wird
von MENAGE auf lat. fregium, von
PERRAULT auf Phryqia zurückgeführt].
— DE 270/271.
899. Ar. 'ijär:
'Eichmaß, Feingehalt des Goldes oder
Silbers, Pendel zum Regulieren einer
LTir', ebenso tk. ajar ; hieraus rum. aiar
'Eichmaß, Regulator'.
900. Tk. iki:
'Zwei'; hieraus vielleicht rum. ichm
'ßleiknöchel oder -würfel' beim Knöchel-
spiele.
901. Tk. ikindi:
'Die Stunde, die den Nachmittag in zwei
gleiche Teile teilt'; hieraus rum. chindie
'Vesper, Bauerntanz', den die Landleute
häufig nach dem Vesperbrote tanzen.
902. Ar. iklil:
'Krone'; a) iklil algahal, eigentlich
'Bergkrone', ist ein Pflanzenname, Ros-
marinus ofBcinalis; hieraus sp. pg. ale-
crim 'Rosmarin' [Gonstancio Dicc 47 c.
DE 97].
b) mit simäll, Adj. zu simäl 'Süden',
ergibt sich ar. al-iklil as-simäli, hieraus
Achleischemali, Name des Sternbildes
Corona borealis [Devic DEt 40].
903. Ar. iksir:
[Aus gr. Zr)piov 'das Trockene'] 'Stein
der Weisen', d. h. die besondere Sub-
stanz, die bewirken sollte, daß unedle
Metalle in edle verwandelt würden ; ins-
besondere sollte die Masse auch die
Kraft besitzen, den menschlichen Kör-
per zu gesunden, zu stärken und zu
verjüngen, also 'Lebenssaft' ; hieraus it.
elissire, elisire 'Heiltrank', frz. elixir,
sp. pg. rum. elixir, dtsch. Elixir, engl.
elixir. [DE 259/260. Devic 108/109.
Lammens Rem 104/105. Kluge III.
904. Ar. 'ilka:
[Vom Vb. 'alaka II 'aufhängen'] 'kost-
barer Besitz'; hieraus mit ar. Art. sp.
alahilca 'Wandbekleidung', besonders
Teppiche als Wandschmuck, Arazzi.
[DE 54.
905. Ar. iniäm:
[Vom Vb. amma 'vorhergehen'] 'Vor-
gesetzter, Vorsteher', insbesondere die-
jenige Person, die einer Versammlung
vorsieht, um das Zeremoniell bei den
öffenthchen Gebeten am Freitag und
an den Beiramsfesten zu leiten. Da dies
in den ersten Zeiten des Islams von den
Kalifen selbst geschah, so nahmen sie
den Titel imäm an; dieser Titel wurde
sodann auch erteilt 1. den Lehrern der
ersten islamischen Jahrhunderle als den
ersten Auslegern des Korans, 2. den
Rehgionsdienern, die an den Moscheen
die Obliegenheiten des Priestertums im
Namen des obersten Imäms ausübten.
Tk. ebenso iniam; hieraus rum. imam,
engl, imam, ungenau iman; ebenso frz.
iman, imam, dessen Funktionen imamat,
imanat heißen; russ. imam 'Ik. Schrift-
gelehrter'. [Devic DEt 142. Lammens
Rem 136.
906. Tk. imanie:
'Mundstück einer Pfeife'; hieraus rum.
imamea 'Bernsteinmundstück'.
907. Ar. intära:
'Befehl' [vom Vb. amara 'befehlen', s.
hier Nr. 69], 'Zeichen'; hieraus mit ar.
Art. sp. alimara [alter Ausdruck, jünger
ahumada <^ lat. adfumata] 'Feuersignal
von Wachttürmen und hohen Punkten
aus', das alte miUtärische Fernsignal,
das in den Zeiten der sog. reconquista
auf maurischer wie christlicher Seite
viel angewandt wurde [Dicc Gast 94 b;
DE 141/142].
908. Ar. 'imära :
'Öffentliches Gebäude, fromme Stiftung
[Moschee, Schule, Armenküche]' ; hieraus
frz. imaret nach der tk. Aussprache des
ar. Grundworts] 'eine Art tk. Gasthauses,
in dem die Schüler der verschiedenen
Schulen ihre Mahlzeiten einnehmen
können, Hospiz'. [Devic DEt 142. Lam-
mens Rem 136.
909. India:
N. pr., Halbinsel in Südasien [ursprüng-
lich ind. sindh, hieraus pers. hind mit
lautgesetzlichem Übergange von s zw h
und schließlich gr. 'Ivbia, Adj. 'IvbiKÖ?,
lat. India, indicus]. Bereits gr. ivbiKÖv
bezeichnete einen Farbstoff, den die
Spanier später aus Ostindien nach Europa
einführten: ein tiefes Blau, das aus
Pflanzenstoffen hergestellt wird, und
zwar aus einer Papilionacee Indigofera.
Aus lat. tndicum wurde dann sp. endico,
indigo, pg. indigo, it. indaco, afrz. iiide,
prov. inde, frz. indigo, dtsch. Endich,
Indiek, Indigo 'indischblau'. — Nach
73
[Tk. ingi.
Indien ist auch der Truthahn benannt,
der allerdings [wie der türkische Weizen]
gar nicht aus dem Orient, sondern aus
Nordamerika stammt : russ. indjuk, poln.
indyk, j^dyk, khuss. indyk 'Truthahn',
russ. indjuska, cech. indianka, serb. in-
dijun Truthenne'. Im Frz. wurde aus
coq d'Inde durch Abfall der ersten Silbe
dinde 'Truthuhn', dazu dindon 'Trut-
hahn'; kat. dindi [neben indiot], [Gor-
jajew 12a. Bern SlEtWb 430. ML 4377.
910. Tk. iug'i:
Terle', auch in nichtosmanischen Dia-
lekten inci, jinci [vom Stamme jeiii,
s. hier Nr. 954, vgl. Cag. inci 'Zierat,
kokettes Weib' Värabery TktEtWb S. 83] ;
hieraus vielleicht russ. zemcug, zemcu-
äina 'echte Perle'.
911. Tk. ing^ir:
'Feige'; hieraus russ. inzir (dial.) 'dass.'.
912. Ar. isfaiiärija:
'Pastinake' [lat. pastinaca, woraus wahr-
scheinlich auch das ar. Wort entstanden
istj, vulg. wie auch sanärija; hieraus
sp. zahanoria 'Mohrrübe, Karotte'. [DE
224.
913. Pers. iskänbä:
'Eingeweide, Kaldauuen', tk. iskembe
'dass.', dazu iSkembe corbasy 'Kaidaunen-
suppe'; hieraus rum. schimbea 'dass.'
[Löiiel EITAP 84].
914. Pers. iskängfä:
'Folter, Qual', tk. iskenge; hieraus rum.
schingiü 'dass.'.
915. Ar. isläm:
Eigentlich Infin. des Vbs. salama IV
'sich unterwerfen', nämlich dem Willen
Gottes, also 'Ergebung in Allahs Willen'.
Es ist der Name für die Religion Mu-
hammads geworden: dtsch. Islam, engl.
islam, islamism ; frz. islain, islamisme, it.
islaniismo; russ. islam [s. hier Nr. 1516 a].
916. Ar. istiftäh:
'Anfang, erster Verkauf eines Kaufmanns
am Tage' [Infin. des Vbs. fataha 'öff-
nen' VIII], ebenso tk. zu syftaii [Kele-
kian Kämus 680 b] vereinfacht ; hieraus
rum. seftea, saftea 'erste Einnahme,
glücklicher Beginn' [Löbel EITAP 80].
917. Ar. itbä':
'Gefolge, Dienerschaft' [Infin. des Vbs.
taWa 'folgen' IV], ebenso tk. etba;
hieraus rum. ecpaea 'Gefolge'.
918. Ar. itmid:
[Aus äg. kopt. stün, altäg. sdm, woraus
auch gr. oti|U|ui, lat. sfibium] 'Antimon';
hieraus mit starker Verstümmelung [viel-
leicht aus der ar. Vokalisation utmud
heraus] mlat. antimonium, frz. antinwine
[woraus die spafähafte Volksetymologie
von dem dtsch. Mönche entstanden, der
seinen Bi üdern statt eines Purgiermittels
Antimonium reichte, um sie zu vergiften :
anti < gr. üivti 'gegen', frz. moine
'Mönch'], sp. pg. it. anlimonio; engl.
antimony^ dtsch. Antimon. — Möglicher-
weise geht auch sp. bismuto, frz. bistnuth,
it. bisniutia; dtsch. Wismuth, engl, bis-
muth auf das ar. Grundwort zurück.
[RomForsch III, 493. Eguilaz 346. Devic
DEt 34. Lammens Rem 52/53 u. 260.
919. Ar. itrija:
'Nudeln in Sali, Maccheioni'; hieraus
mit ar. Art. sp. aletria 'eine Art Nu-
deln', siz. tria 'eine Art Gebäck, ähnlich
wie Nudeln'. [DE 98. GrSVoci Sic 228.
920. Pers. 'itr-i-sähi:
'Geranium' [aus ar. 'itr 'Parfüm, Duft'
und pers. sähl 'königlich' aus sah Horn
NpEt S. 170, Nr. 772, also eigentlich
'königliche Substanz'], tk. ebenso [Kele-
kian Kämüs 851b]; hieraus rum. en-
dri§aim, indri^aim, «««'»•/gai« 'Geranium'.
[Löbel ElTAP 42.
921. Tk. jaban:
'Wüste' [vom Stamme jab, jav 'eitel,
nichtig, fremd' Vämbery TktEtWb S. 108,
Nr. 119, oder vielleicht von pers. bijäbäu
'Wüste' Horn NpEt S. 57, Nr. 248 ?, so
auch KORSCH in Thomsen Festschrift
199: mpers. viyäpän < *vyäiMna; aus
vi und äp 'sich zu einem Punkte er-
strecken' wurde vyäpin 'sich weit er-
streckend, d. h. ein sich weit erstrecken-
des, unbebautes und unbewohntes Land';
im Türkischen soll dann die erste Silbe
"^by- 1> *bu- als echt tk. Wort 'dieser'
verkannt worden sein; vgl. auch kirgis.
gapan 'Wüste']; hierzu jabangy 'Frem-
der' ; hieraus rum. iabangiü 'Bummler'.
922. Pers. jäd:
'Erinnerung' [Horn NpEt S. 250, Nr.
1119]; dazu äst 'ist', ergibt sich jarf-äs<
'ich erinnere mich', d. h. 'Wette', ebenso
iV. jades; hieraus iwia. iade^ 'dass.'.
923. Tk.jagma:
'Raub, Kriegsbeute' [Kelekian Kämüs
1353 a, vom Stamme jot, jag 'feindlich,
kriegerisch' Vämbery TktEtWb S. 113,
Nr. 125], vulg. jawa; hieraus rum. iamä
'Plünderung', bulg. jama 'Raub', serb.
jagma 'Raub, Beute', russ. (alt) Jahna
'Raub'. [Bern SlEtVVb 443.
924. Tk. jagniur:
'Regen' [Stamm jag 'Regen' Vämbery
TktEtWb S. 109, Nr. 121], davon jag-
murluk 'Regenmantel' [mit dem Suftix
-lik, das Kleidungsstücke bezeichnet, s.
hier Nr. 704]; hieraus hu\g. jagmurluk,
jatnurluk 'dass., Mantel', klruss. Jar-
minka 'Kapuze', poln. jarmuluk 'doppel-
ter Barchent'; rum. imurluc, irmuluc,
iämurluc 'Regenmantel'; gUimber-
lucco, sp. chamerluco 'enganliegendes
Tk. jagyz.]
74
Überkleid der Frauen' ; aus dem Namen
des Kleidungsstückes, das zum Expo-
nenten des Türken, dann des Absonder-
lichen und Dummen überhaupt geworden
zu sein scheint, ist wahrscheinlich auch
kors. ghiamberluccUfjamberlticcu 'dumm,
Dummkopf geworden. [Bern SlEtWb
444/445. SAINEAN in ZfromPh XXX,
317; XXXIII, 60. BAIST in ZfromPh
XXXII, 42. SPITZER in Herrigs Ar-
chiv CXXXVIII, 109/110.
925. Tk. jagryz:
'Von leuchtendem Schwarz, braun oder
schwarzbraun' (besonders vom Pferde
gesagt); hieraus rum. oachie§ 'schwarz-
braun'. [Löbel EITAP 70.
926. Tk.jahny:
'Verschiedene Arten Speise aus gekoch-
tem Fleisch und allerlei Gemüse' [Kele-
kian Kämüs 1349 b]; hieraus rum.
iahnie 'Ragout', ihnelu^a.
927. Tk. jaka:
'Kragen' [Stamm jak, jan 'Seite, Ufer,
Rand' Vämbei-y TktEt Wb S. 1 12, Nr. 123] ;
hieraus rum. laca 'Halskragen'.
928. Hebr. jakkir:
'Kostbar, wertvoll'; hieraus oder wohl
besser aus einer Form jökä' in der jidd.
Handelssprache jnuker 'teuer'.
929. Hebr. Ja'aköß:
N. pr.,Tier dritte Patriarch [Gen 25, 26 tf.],
von einem semitischen Stamme '^kb 'auf
der Ferse folgen, überholen, übervor-
teilen', daher von E. KÖNIG als 'über-
listend', von TH. NÖLDEKE als 'er folgt'
übersetzt und erklärt. Lat. Jacob; von
einem Trätjer dieses Namens, JACQUES
VON BEAUVAIS ca. 1360, soll infolge
einer nicht näher bekannten Veranlas-
sung ein Kleidungsstück, ein Panzer-
hemd oder ein Kriegswams, seinen
Namen erhalten haben: hz. jaqiie, prov.
jaque, it. giaco, sp. T^g.jaco ; dtsch. Jacke,
engl, jacket. [Eine bessere, historisch
fester begründete Etymologie liegt nicht
vor.] Aus engl. Jack 'Jakob' ergibt sich
zur Bezeichnung eines 'Seemannes oder
Matrosen' scherzweise terjack, hieraus
mit Anlehnung an Jacke dtsch. Teer-
jacke [Zeitschrifl: des allg. dtsch. Sprach-
vereins. M^issensch. Beiheft IX, 135].
Da häufig Vögel in Gefangenschaft den
Namen Jakob erhalten, wurde frz. jaqtie
'Räber' , jaquette'^Elster^ ,jacasser 'schwat-
zen'. — Bekannt ist die Ableitung Ja-
kobiner, in der franz. Revolution ent-
standen und bald im Sinne eines 'ge-
walttätigen Fanatikers' gebraucht, dazu
bei Paul de LAGARDE das Vb. jako-
bienern. [ML 4567.
930 Ar. jaküt:
'Edelstein', nämlich 'Rubin oder Saphir'
[durch das Aram. aus gr. OdKivöoi;
ZDMG LI, 305]; hieraus russ. jahont
'Edelstein', bulg. sin jahont 'Saphir'.
931. Ar. Jaman:
N. pr., ar. Landschaft in der Südwest-
ecke Arabiens, dazu das Adj. jamant,
vulg. jemenl 'jemenisch', im Tk. 'eine
Art leichter bunter Musselin' oder 'rote
oder schwarze Maroquinschuhe, die von
Leuten niederer Stände getragen wer-
den' [Kelekian Kämüs 1359 b]; hieraus
rum. imineü 'mit Knöpfen versehener
Bauernpantoffel'.
932. Hebr. jänah:
'Niederschlagen, bedrücken (z. B. beim
Geschäfte)', daher neuhebr. jönö 'be-
trügen, übervorteilen'; hieraus gauner-
dtsch. junen, jonen 'dass.', Jotier 'ge-
werbsmäßiger Betrüger im Kartenspiel',
Jaimer 'heimatloser Strolch' und schließ-
lich Gauner (seit LESSING) 'Betrüger'
[die letzten Formen vom part. praes.
jöne; die Aussprache ati für 0 ist neu-
hebräisch wie in kaiiser, s. hier Nr. 1112].
[Kluge 160. WAGNER in Herrigs Ar-
chiv CXXXIII, 20.5.
933. Sskr. jaugala:
'Wüster unbebauter Boden', ebenso
bind. mal. pers. gängäl; hieraus engl.
jungle,irz. djungle,djengle, dtsch. Dschun-
gel 'ein Gelände, das mit Gebüsch be-
deckt ist', 'ein wilder und von wilden
Tieren bewohnter undurchdringlicher
Wald, Dickicht'. [Hobson-Jobson 470.
934. Tk.japyk:
'Pferdedecke' [vom Stamme jap 'ver-
hüllen, bedecken' Vämbery TktEtWb
S. 119, Nr. 1301], auch japunga, japyn-
gak 'Regendecke zum Schutz der Pferde'
[Kelekian Kämüs 1334]; hieraus rum.
ipingea 'Regenmantel', bulg. serb. ja-
pundze, bulg. jepanca, russ. jepanca,
japanca,japoncisca 'weiter langer Mantel
ohne Ärmer, poln. opöncza, klruss.
opanca 'Regenmantel'. [Gorjajew 103
und 436. Bern SlEtWb 445.
935. Tk. jar:
'Erdriß, steiles Ufer' [Stamm jar 'zer-
spalten, zerklüflen' Vämbery TktEtWb
S. 1 22, Nr. 1 33 1 ; Kelekian Kämüs 1 :^36 a :
'Abgrund'] ; hieraus bulg. jar 'steiles
Ufer', serh.jai-ak 'große Grube, Graben',
poln. jar 'Schlucht, Hohlweg', jaruga
'Niederung, sumpfige Ebene', russ. jar
'steiles oder zerklüftetes Ufer', jaruga
'Schlucht' [s. hier Nr. 938]. [Bern SlEtWb
445.
936. Ar. jarbü' :
Auch vulg.gerbü' [z.B.CHERBONNEAU;
vielleicht heißt diese Form aber 'Mur-
meltier'], ein Nagetier 'Springmaus",
Dipus aegyptiacus Lichtenst. oder Ja-
75
[Tk. jarlyk.
culus jaculus L., in Arabien und Noid-
afrika heimisch ; hieraus lat. gerboa^ frz.
gerbo, gerboise, sp. gerbo, gerbasia, engl.
jerboa, dtsch. Jerboa. [DE 128. Devic
DEt 128. Lammens Rem 124/126. ML
3948.
937. Tk. jarlyk:
'Kaiserlicher Befehl, fürstliches Send-
schreiben' [Stamm jig, jag^jar '^laut
rufen' Vämbery TktEtWb S. 130, Nr.
141 II] ; hieraus russ. jarlyk, vulg. jer-
lyk 'Etikette oder Zettel chen (auf Kisten,
Ballen, Säcken oder Arzneigläsern)',
poln. jarlyk, bulg. jarlik 'Quittung,
schriftliche Erlaubnis'. [Gorjajew 436.
Bern SlEtWb 446.
938. Tk. jaryk:
'Kluft, Spalte' [S'tamm jar, s. hier Nr.
935]; hieraus russ. jaruga 'Schlucht,
Hohlweg', serb. jaruga 'dass.' [s. hier
Nr. 935].
939. Tk. jasak:
'Gesetz, Verordnung; Verbot' [Kelekian
Kämüs 1338 und 1352; vom Stamme
jas 'Reihe, Regel, Gesetz' Vämbery
TktEtWb S. 123, Nr. 134. Die Ansicht
von Bern SlEtWb 448, das Wort sei
ar., ist ein Irrtum; umgekehrt ist das
tk. Wort mit dem Suffix des Berufes
als jasäkgl, jasakgi ins Arabische über-
gegangen: äg. Dialekt jasäkgl 'Kawaß'
ZDMG LL 310 und Dialekt von Damas-
kus jasäkgl 'Türhüter, Schließer' Halim
Dammüs, Kämas al-'awwäm. Damaskus
1923. S. 3Ö9]; hieraus h\x\%. jasak, jesak
'Verbot, Wache', serb. jasak 'Verbot',
russ. jasak 'Tribut, den die Stämme
Sibiriens in Form von Pelzwerk abzu-
liefern haben'.
940. Tk. jazdyk:
'Kissen' [vom Stamme jat, jas 'liegen,
ausstrecken, flach' Vämbery TktEtWb
S. 126, Nr. 138]; hieraus bulg. >s<iit
'Kopfkissen', serb. jastuk 'Kissen, Pol-
ster'. [Bern SlEtWb 449.
941. Ar. jasm:
'Grüner Jaspis' ; hieraus über tk. jesem
russ. serb. Jasma 'dass.'.
942. Pers. jäsämln:
'Jasmin' [at. jäsamün, gr. idcr|ur|]; hier-
aus mit Anlehnung an gelso 'Maulbeer-
baum' it. gehomino, gesmino, mlat. gel-
seminum, jesminium, prov. jaussemin,
jensemil, frz. sp. jasmin, pg. jasmim,
kat. gessami, rum. iasmin, iasomie, as-
monie [letztere Formen über ngr. fia-
aou|u{] ; dtsch. Gelsemin, Jelsomin, jas-
min, Schasmin, engl, jasmin, jasmine,
ndl. jasmijn; russ. bulg. serb. jasmin,
ßech. jasmin, poln. jasmin. [DE 291.
Eguilaz 432. Devic DEt 145. ML 4577.
Kluge 218.
943. Tk.-tat. jasanl:
'Bote' [vom Stamme jas, jaz 'Reihe,
Ordnung, Befehl' Vämbery TktEtWb
S. 123, Nr. 134; vgl. cag. jasaul 'Ord-
ner, Vollstrecker des Gesetzes'] ; hieraus
russ. jesaul, bulg. esaul, poln. asaul,
asawula, jesawut 'Kosakenhauptmann'.
944. Tk. jatagan:
'Langer, gebogener tk. Dolch, kurzer
und breiter Säbel' [vgl. FISCHER in
MSOS II, 229] ; hieraus bulg. serb. jata-
gan, tuss. jatagan, 6ech. poln. jntagan;
rum. iatagan, irz. yatagan; ndl. jatagan,
engl, yataghan 'tk. Dolch', dtsch. Ja^a^an
nach Jacob EMA 10 früher in Bayern
scherzweise für 'Seitengewehr' üblich.
[Devic DEt 226.
945. Tk. jatak:
'Bett' [Stamm jat 'liegen, strecken'
Vämbery TktEtWb S. 126, Nr. 138];
hieraus rum. iatac 'Schlafstube, Neben-
gemach', bulg. serh. jatak 'Bett, Lager,
Diebeshöhle', serb.^jo/aiafc 'Schlafgemach
für ein Ehepaar'. [Bern SlEtWb 450.
946. Tk. jawas:
'Sachte, laugsam' [Stamm jaw 'eitel,
nichtig, schlecht' Vämbery TktEtWb
S. 109, Nr. 119]; hieraus rum. iavaf
'sachte ; Gemächlichkeit'.
947. Tk. jawasa:
'Eisen- oder Holzkneife', die man dem
Pferde an die Nüstern steckt, wenn man
es beschlagen will [wohl zu jawas 'leise,
sachte'; Kel6kian Kämüs 1361]; hieraus
rum. iava^a, iaba§a 'Bremse, Kneife
(für widerspenstige Pferde)'.
948. Tk. jedek:
'Handpferd, Vorspann' [nur zufällig an
a.r. jad, jed 'Hand' anklingend?]; hier-
aus rum. jedec, edec 'Zubehör, Gepäck,
Zugseil', daher a trage la edec 'ein
Schiff treideln'.
949. Hebr. JehiUa:
Vierter Sohn des Patriarchen JAKOB,
danach Stamm und Königreich Juda
ibenannt: gr. 'loOba?, 'loOba [bab.-ass.
Ja'üdii 'der gelobt oder berühmt ist'];
hieraus lat. judaeus, afrz. juien, fem.
juive und danach ein neues masc. frz.
juif, prov. juzieu, k3it. juheu, sp.judio,
pg.judeu, it. (alt) giiulio [neu: ehreo],
engl, jeiv, dtsch. Jude; engl, yiddisch,
dtsch. jiddisch zur Bezeichnung der
dtsch. Sprache im Munde der Ostjuden;
russ. zid, 6ech. zid, poln. zyd [vgl. hier
Nr. 424].
950. Tk. jel:
'Wind, Lähmung,Rheumatismus' [Stamm
jil,jel 'Wind, windig' Vämbery TktEtWb
S. 131, Nr. 1421]; hieraus rum. tele, ele
'Lähmung, böse Fee'. [Löbel EITAP
55.
Tk. jelek.]
76
<I5I. Tk. jelek:
'Weste' [Dozy Vetcin 431]; hieraus ait.
giulecco, sp. gileco, joleco, chaleco, pg.
jaleco, prov. gileco, frz. gilet, it. giU
'\Vesle\ rum. ilic Manger Bauernmanter;
russ. zilef, bulg. serb. iilet, bulg. ziletka
'Weste'. — [Die alte von MENAGE her-
rfihrenJe Ableitung führte frz. gilet als
demin. auf den Eigennamen Gilles <
Aegidius zurück; hiermit sollte eine
komische Figur des Jahrmarkttheaters
bezeichnet worden sein, in deren Kostüm
die Weste eine ähnhche Rolle spielte,
wie die Hosen beim Pantalon, vgl. G. PA-
RIS in Romania X, 444. ZfromPh V,
100. XIV, 180. SBKAW Wien phil.-
hist. Kl. CXXXYIII, 1, S. 8.] [DE 291.
ML 9582.
952. Tk. jelkowan :
'Ein Vogel, Halcyon oder Porcellaria
yelcovan' [aus tk. jel, s. hier Nr. 950,
und tk. kowan, Part, praes. act. des Vbs.
kowmak 'jagen' vom Stamme kog^ kow
'jage», verfolgen' Vämbery TktEtWb
S. 91, Nr. 95; Kelekian KämOs 1355 b];
hieraus rum. elcovan 'Eisvogel, See-
schvvalbe'.
953. Tk. jenibahar:
'Spanischer Pfeffer, Capsicum annuum'
[aus ik.jeni 'neu' vom Stamme en, en,
jeü 'klein, jung, neu' Vämbery TktEtWb
S. 32, Nr. 35 II und ar. lahär 'Gewürz'];
hieraus rum. enibahar 'Paradieskörner,
Piment zum Würzen der Wurst'.
954. Tk. jeniceri:
[Aus tk. jeni, s. hier Nr. 953, und ceri
'Heer, Truppe' vom Stamme der, ter
'eng zusammenziehen, vereinigen' Väm-
bery TktEtWb S. 170, Nr. 182 II], Name
des stehenden tk. Heeres von 1330 bis
1826, in welchem Jahre Sultan MAH-
MÜD II. die Truppe auflöste [vgl. Th.
Menzel, Das Korps der Janitscharen. In
Beiträge zur Kenntnis des Orients. I.
(1902/03) und in der Beilage zur All-
gem. Zeitung 1903, Nr. 284/286]. Hier-
aus [und aus der älteren tk. Form ja-
nycary] bulg. janil^arni, serb. janicar^
klruss. janycar , jancar, necar, russ.
janicar, poln. janiczar, cech. janicar ;
dtsch. Janitschar, ndl. jaiiitsaar, engl.
janizary;iLgiannizzero, ivz.jannissaire,
sp. jemzaro, pg.janizaro, rum. ianicer,
ienicer. [Devic DEt 143. ML 4583.
Gorjajew 436. Bern SlEtWb 445.
9.55. Chili, jensheil :
[Aus jen 'Mensch' und shen 'die Wurzel
von Panax ginseng'] Name für die
Wurzel der Panax ginseng, die berühmte
Universalmedizin der Chinesen; die Vor-
setzung der Bestimmung jen ist wohl
erfolgt, weil die gabelförmige Wurzel
eine gewisse Ähnlichkeit mit der mensch-
lichen Gestalt zeigt. Hieraus dtsch.
Ginseng, engl, ginseng usw. [Hirth
ChinFW 209.
956. Jap. jinrikisha:
[Aus jin 'Mensch', s. hier Nr. 955, riki
'Kraft', sha 'Wagen', also 'Menschen-
kraftwagen'] 'ein leichtes, zweiräderiges
Holzwägelchen, das von einem Manne
gezogen wird'; hieraus engl, rickshaw,
aDgloinä.jennyrickshaw. Dieses Gefährt
ist übrigens erst seit ungefähr 1870 in
Gebrauch, hat sich aber in kürzester
Zeit über ganz Japan, die Häfen Chinas,
die malayischen Inseln und Indien ver-
breitet; neuerdings wird die Rickshaw
stellenweise durch die Strafsenbahn ver-
drängt. [Hobson-Jobson 459/460. Ghamb
AllJap 288/290.
957. Tk. jine:
'Nadel'; hieraus rum. iglija 'Häkelnadel'.
958. Tk. jlrmi:
'Zwanzig', mit dem Suffix -Hk zur Be-
zeichnung eines Geldstücks jirnii-lik
'Münze von 20 Para oder 20 tk. Pfund';
hieraus rum. irmilic 'alte Silbermünze
von 20 Piastern'.
959. Hebr. jößel:
'Blasinstrument, Widderhorn, Posaune';
hiermit blies man jedes 50. Jahr ein,
das nach mosaischem Gesetze ein Erlaß-
jahr war, daher 'Jubeljahr'; hieraus lat.
jubilaeuni, jubilare viud hz. jiihile; engl.
jubilee, dtsch. Jubel, Jubiläum, jubeln,
russ. jubilei, bulg. serb. jubilej, öech.
jiibileum, poln. jubileusz. [Ave-L IV,
380. Devic DEt 145/146. Gorjajew 432.
960. Tk. jogurt:
'Geronnene Milch'; hieraus rum. iaurt
'gegorene Schafsmilch', iaurgiü 'Sauer-
milchverkäufer', als Joghurt zur Bezeich-
nung einer nach bestimmten Verfahren
gesäuerten Milch in alle europäischen
Sprachen übergegangen.
961. Tk. jorgan:
Decke'; hieraus bulg. jurgan 'dass.',
rum. iorgan 'Bett- oder Steppdecke',
iorgangiü 'Polsterer'.
962. Tk. jufka:
'Eine Art feinen Gebäcks, Blätterteig'
[Kelekian KämOs 1365 b; \gl.tk. jufka
'dünn' vom Stamme ok, jog, juf 'reiben,
kneten, fein, dünn' Vämbery TktEtWb
S. 47, Nr. 49 IV]; hieraus rum. efca,
efcale 'eine Art Kuchen'.
963. Jap. jnjntsn:
Eine Art des Ringens, die in Japan ge-
übt wird [aus jap. jü 'zehn' und juts'
'Kunst,Kunstgrilf'], hieraus dtsch. Dschiu-
Dscliitsu. Der Grundgedanke ist dabei,
nicht Kraft mit Kraft zu überwinden,
77
[Tk.jük.
sondern der Kraft durch Gewandtheit
auszuweichen; dazu befähigen verschie-
dene Kunstgriffe, durch Druck einen
scheintodähnlichen Zustand hervorzu-
rufen, den Scheintoten wieder ins Leben
zurückzurufen, Beine zu stellen u. ähnl.
[Chamb AllJap 458/459.
964. Tk. jük:
■^Last' [Stamm jilk "hoch, oben, auf-
häufen, auflegen' Vämbery TktEtWb
S. 8, Nr. IV]; hieraus bulg. juh 'Last,
Ballen', russ. w'juk, tjuk 'Saumlast',
Pack, Ballen', poln. jxiki, klruss. 'vuk.
[Gorjajew 60. Bern SlEtWb 458/459.
965. Tk. jnlar:
'Halfter' [vom Stamme^/o? 'gehen, schrei-
ten, Weg', also jular 'Richtunggeber,
Lenker', Vämbery TktEtWb S. 134,
Nr. 1451]; hieraus bulg. serh. jular, serb.
ular 'dass., Leitseil'.
966. Tk. jiirt:
'Heimat, Dorf; hieraus x\i5s. jurt 'No-
madenlager', juHa 'Filzzelt der Nomaden'.
967. Tk. jürümek:
'Vorwärts marschieren' [vom Stamme
jol, jur, jilr 'gehen', s. hier Nr. 965],
dazu subst. Infin. jüriijüs 'Vormarsch,
Angriff, Sturm'; hieraus rum. iuru§, «Jt-
re^'dass.', hulg.jurjns, serb. jMns 'Sturm
(feindlich)'.
968. Tk. jüz :
'Hundert', mit dem Sufi'ix -lik [s. hier
Nr. 958] jttzlak 'Münze von 100 Para
oder 100 tk. Pfund' ; hieraus rum. iuzluc
'Geldstück von 100 Piastern'.
969. Tk. jylankawi:
'Zickzack, Spirale' [Kelekian Kämüs 1370 ;
aus jylan 'Schlange' und kawl 'spiralig'] ;
hieraus rum. mit Abfall der ersten Silbe
langavie 'Zickzack, Feston'.
970. Ar. kä'a:
'Hof, plr. ka^ät; sie waren nach AH-
MAD AL-MAKKARI (1591 — 1632) in An-
dalusien mit Azulejos [s. hier Nr. 1311]
gepflastert; daher sp. alicatado 'Tafel-
werk aus Fliesen' in den Höfen (patios)
oder Sälen. — DE 140.
971. Pers. käbä:
Ar. kaba' 'ein Oberkleid oder Mantel'
[Dozy Vetem 352/362], vulg. ar. kabäja;
hieraus pg. cahaya 'seidenes Oberkleid
der Orientalen', [mit rom. Suffix] sp.
cabaza 'langer Regenmantel', rum. cheha
'Bauernmantel aus weißem groben Woll-'
zeuge', cabani^a 'fürstlicher Pelzmantel',
sp. gabän, pg. gabbäo, frz. gahan, caban,
it. gabbano 'Regenmantel' ; serb. kaban,
bulg. kabanina, russ. o^aben 'weites är-
melloses Gewand, Mantel', ßech. kabanc
'Regenmantel, kurzer Bauernrock' ; [über
ngr. Kaßdbi oder ung. kabat] russ. kabat,
serb. kabad, öech. poln. kabat 'Bauern-
hemd' ; engl angloind. cabaya 'leichter
wollener Unterrock', von Männern wie
Frauen getragen ; ndl. kabaai 'Hauskleid,
Hausrock' [wohl unmittelbar aus Java,
wo die Kleidung der Eingeborenen aus
einem Sarong und einer kabaai besteht ;
vgl. Pijn 259: 'langes, weites Kleid', aus
dem pers. Grundwort mit t der Einheit].
[Dozy Oost 44/45. Hobson-Jobson 137 u.
138. Gorjajew 125. 243. Bern SlEtWb 464.
Devic DEt 73/74. DE 244. Eguilaz 351 .
ML 4648.
972. Ar. kabäb:
'Auf eiserne Spieße gesteckte, stark ge-
pfefferte und über einem Kohlenfeuer
gebratene, kleine Stücke Hammelfleisch'
[z. B. ßi ugsch, Reise nach Persien I, 143],
tk. kebab; hieraus rum. chebab 'Brat-
fleisch' ; bulg. kebap, serb. öebab, klruss.
kebab 'am Bratspieß gebratenes Fleisch',
russ. kebab, kabaw, kebaf 'gebratenes
Fleisch'. [Gorjajew 1 38. Bern SlEtWb 498.
973. Ar. kabäba:
Auch kubäba 'ein Klettergewächs der
malayischen Gebiete, Piper cubeba' [sein
Name kabäb chinl im Hind. zeigt, daß es
durch chinesische Kaufleute aus dem
Osten eingefühl t wurde] ; hieraus bereits
seit dem MA it. cubebe, prov. cubeba, frz.
cubhbe, sp. pg. cubeba ; engl, ctibeb, dtsch.
Kubebein^iefiei). [DE 257. Hobson-Job-
son 277. ML 4648 a. MWiD 84.
974. Ar. kabala:
'Steuer oder Taxe, die an den Fiskus zu
zahlen ist'; hieraus mlat. cahalla 'Steuer',
prov. sp. gabela, pg. gabella, frz. gabelle
'Warensteuer', it. gabella 'dass.', von
Neapel südwärts und siz. 'Miet- und
Pachtvertrag' [z. B. der Verlrag, durch
den die Schwefelminen Siziliens an einen
Unternehmer gabelloto verpachtet wer-
den: gewöhnlich gegen 20''/o vom Werte
des gewonnenen Schwefels, vgl. Globus
LXVII, 154], rum. havalea 'Abgabe,
Arbeitsdienst' [wohl durch Kontamination
mit ar. Jiawäla 'Auftrag, Bürgschalt,
Wechsel', s. auch Löbel EITAP 52] ; russ.
kabala 'Schuldbrief, Verschrei bung, be-
sonders zur Leibeigenschaft', klruss. Ä:«-
bala 'Verschreibung zum Leibeignen',
zakabalyty 'zu seinem Untertanen ma-
chen'. Mitar. Art. ergibt sich sp. alcabala
'Verkaufsgebühr', pg.alcai^ala 'Eingangs-
steuer'. Aus dem It. wurde serb. poln.
gabela'ZoU, Steuer'. — [Ableitung auslat.
gabulum <^ ags. gafol vom Vb. gifan,
wie Diez Wb der rom. Spr. 150 vorschlug,
ist abzulehnen, da lautlich fast unmög-
lich.] [DE GREGORIO in StGUtH. Mikl
SlEtWb 107. Bern SlEtWb 464. DE 74
u. 75. Eguilaz 121. RomForsch IV, 589.
XXII, 629. ML 6893.
Tk. kaban.]
78
975. Tk. kaban:
'Eber' [Stamm kab 'aufstehen, anschwel-
len, dick, rund', vgl. cag. kaban 'groß,
stark, hoch' Yämbery TktEtWb S. 64,
Nr. 711]; hieraus russ. kaban, poln. klruss.
kaban 'dass.' und Ableitungen, z. B. poln.
kabanina, (dial.) chabanina 'Schweine-
fleisch'. [Gorjajew 1 25. Bern SlEt Wb 464.
Karlowicz 426.
976. Tk. kabara:
'Schmucknagel mit großem, vergoldetem
Kopfe' [Kelekian Kämüs 943 a]; hieraus
rum. gahara 'Flitter, Paillette'.
977. Hebr. kabbäla:
'Geheimlehre', die man durch Über-
lieferung von den Älteren erhalten hat
[vgl. kä^al 'erhalten'], 'Intriguen'; hier-
aus it. cabala 'dass., Kunst der Prophe-
zeiung aus Zahlen', frz. cabale, sp. pg.
cabala; ndl. cabbala, cabaal, engl, cabale,
dtsch. Kabale; poln. kabafa, klruss. ka-
bala 'jüdische Geheimlehre, Intrigue'.
— [Nach anderer Annahme soll das Wort
wenigstens in seiner modernen Bedeu-
tung als Akrostichon aus den Namen der
im Jahre 1670 ernannten engl. Minister
Ciifford, Ashley, Buckingham, Arling-
ton und Landerdale gebildet sein; da-
gegen Mahn EtUnt 68 ff.; das dtsch.
Wort kommt schon seit dem 16. Jahr-
hundert vor. Vgl. Franz Gräffer, Histo-
rische Raritäten. Leipzig 1814. S. 5/6.]
[Devic DEt 73. ML 4659. Kluge 220.
Bern SlEtWb 464.
978. Ar. kabbär:
'Kapern', die jungen Blütenknospen von
Capparis spinosa [aus gr. Kdu-rrapiq], Ein-
heitsnomen kabbära; hieraus mit ar.
Art. sp. pg. alcaparra, it. caparra. Die
übrigen Formen kommen dagegen un-
mittelbar über lat. capimris üus dem gr.
Grundwort: it. cappari, frz. cctpi-es; engl.
capers, dtsch. Kapern, Kappern; russ.
kapersy, bulg. kapari, serb. kapre, ka-
jjra, ßech. kapary, kapa^-ky, poln. ka-
pary, kaparki [vgl. ngr. Kuircipf)].
979. Ar. kabila:
'Stamm' ; hieraus asp. cabila, alcavera,
sp. gabilla, apg. cabilla, cabilda, pg. al-
cdbella, alcavale 'Schar', frz. kabyle Be-
zeichnung der Berberstämme Algeriens
und Marokkos, la Kabylie ihre Heimat,
engl, kabyle, dtsch. Kabyle 'Angehöriger
dieser Stämme'. [DE 77. 244. 271.
Eguilaz 332. ML 6894.
980. Ar. kabila:
'Keil, Pflock', auch Bezeichnung des
Keilbeins, os sphenol'dale [von acpriv
'Keil']; hieraus pg. cavilha 'Pflock, Keil,
Bolzen', it. caviglia, cavicchia 'Pflock';
mlat. cavilla Ausdruck der Anatomen
für 'Keilbein, Sprungbein, Knöchel',
frz. chevilles 'Knöchel'. — [Lat. cavilla
heißt dagegen 'Stichelei, Neckerei'.]
[HArHebrAn 92/96.
981. Ar. kabir:
'Groß', tk. Äya&tr 'dass., mächtig'; hier-
aus rum. chiabur 'reich'.
982. Ar. kabül:
Subst. Inf. von kabala 'empfangen';
hieraus rum. cabul 'Nachlaß', cabuUpsi
'sich herablassen'.
983. Bind, kachchä:
'Roh, unreif, ungekocht'; hieraus anglo-
ind. cuicha, kutcha, in vielen Verbin-
dungen im Gegensatz zu pucka ge-
braucht, z. B. cutcha-road 'einfacher
Weg mit erdigem Grunde', pucka-7-oad
'Straße mit festem Grunde, makadami-
sierte Straße', also kurz : cutcha 'echt',
pucka 'unecht'. [Hobson-Jobson 287.
984. Ar. kädi:
'Richter', hieraus sp. alcalde 'Dorfvor-
stand', sp. pg. cadi 'muhammedanischer
Richter', kat. plr. cadisos, rum. cadi,
cadiü, frz. cadi, cadhy, kadi 'Richter',
alcade 'Dorfvorsteher' ; engl, cadi, (ältere
Form) cauzee, daneben angloind. cazee,
kajee 'ein ganz bestimmtes Amt mit
richterlicher Funktion in Britisch-Indien'
[vgl. im einzelnen Hobson-Jobson 177
bis 180], dtsch. Kadi, ndl. kadi; russ.
kadij, bulg. serb. kadija, poln. kadi,
kady 'Richter'. [DE 80. Eguilaz 127.
Devic DEt 74. Lammens Rem 63. ML
6897. Bern SlEtWb 466.
985. Ar. kadi:
Hieraus frz. cadie 'ein in Arabien hei-
mischer Strauch' [Lammens Rem 64].
986. Ar. kadim:
'Alt, antik' ; hieraus sp. cadin 'altertüm-
lich', pg. cadimo 'erfahren, geschickt'
[Constancio Dicc 202 c]. [DE 244. Egui-
laz 353. ML 4652.
987. Ar. kädir:
Ebenso tk. kadyr 'fähig, mächtig'; hier-
aus bulg. kadzr, serb. kader, fcat?ar 'fähig,
imstande'. [Bern SlEtWb 466.
988. Ar. kädüs:
'Krug' [aus gr. Koibo; 'Gefäß oder Eimer
für Wasser oder Wein', lat. cadus; diese
Wörter aus hebr. kad, vgl. assyr. kadü
'ein bestimmtes Tonbehältnis', Del HWB
581a; doch vergleiche man zu der fol-
genden Bedeutungsentwicklung 'Krug >
Vogel' das assyr. Wort kadü 'ein Vogel',
nach ZAkkFW 51 wohl eine 'Eulenart'];
hieraus nach KURYLOWICZ in Rocznik
Orjentalistyczny. Lwöw 1925. II, 252
die seltenen Wörter: sp. cadoso 'Untiefe
im Flusse, wo sich das Wasser noch
lange hält' [Dicc Gast 414 a], pg. cadoz
'versteckter Ort, Geheimplatz' [Constancio
202 c] ; zum Bedeutungswandel wird auf
79
[Tk. Ijadyn.
Bern SlEtWb 617 gewiesen: altslav.
krinica 'Topf, Krug' > poln. 'Brunnen',
slov. 'tiefe Stelle eines Wassers'. Aus
demselben ar. Grundworte entwickelten
sich meistens mit ar. Art. sp. aleaduz,
arcaduz 'Brunnenrohr, Schöpfeimer an
einer Bewässerungsanlage [Noria, s. hier
Nr. 1561]', pg. alcatruz, asturisch caduf,
cadufol, kat. caduf, cadufol, alcaduf,
catüfol, logud. caduffu, cadofnlu, siz.
catussu 'irdene Röhre zur Wasserfüh-
rung'. Aus dem pg. alcadroz entwickelte
sich angloind. albatross, engl, albatros,
albatross, frz. albatros, sp. alcatraz,
dtsch. Albatros 'Diomeda exulans L.',
ein großer Seevogel aus der Familie
der Sturmvögel, nach der Gestalt seines
Schnabels so benannt [dagegen : Eguilaz
225 und Lammens Rem 5]. — Der plr.
des ar. Grundworts ist kawädts 'Röhren';
hieraus mit ar. Art. sp. alcaraviz, pg.
alcribis 'Eisenrohr, mit dem die Schmiede
den Wind aus dem Blasbalge auf das
Feuer blasen' [nach DE 85]. [DE 78
u. 79. Devic DEt 6. ML 1456. GrS
VociSic 232. WAGNER in Herrigs
Archiv CXL, 243. Hobson-Jobson 10/11.
989. Tk. kadyn:
'Dame, Frau' [Stamm Icat 'anreihen,
hinzufügen; Gefährte, Weib' Vämbery
TktEtWb S. 85, Nr. 88]; hieraus bulg.
kadina 'Türkin; Mohn', serb. kaduna
'tk. Dame'; rum. cadlnä 'tk. Dame', frz.
kadine, dtsch. Kadine 'Gattin des Sul-
tans'.
990. Ar. kafä:
'Schädel, Hinterkopf, ebenso tk. ; hier-
aus rum. ceafä 'Nacken, Genick', viel-
leicht it. caffo 'ungerade Zahl' [wenn
nicht eher aus hebr. kaff 'Handfläche'
als Ausdruck des Ekels oder der Ab-
neigung in der Gebärdensprache der
Juden; diskutiert in ZfromPh XXVllI,
98; XXXII, 434; XXXHI, 84. ML 6896].
991. Ar. kafal:
'Hinterteil, Kruppe des Pferdes' ; hieraus
sp. pg. alcafar 'dass., Pferdedecke'. [DE
79. Eguilaz 125. ML 4654.
992. Hebr. käqpar:
[Oder köper, vgl. aram. kaprä, assyr.
kapru Del HWB 348 a] 'Dorf; hieraus
dtsch. 'Kaffer'' als Schimpfwort, ur-
sprünglich 'Dörfler' [vgl. das hieraus
entstandene Tölpel im gleichen Sinne],
jetzt 'ungebildeter, roher Mensch'. —
[Ableitung aus dem südafrikanischen
Stammesnamen Kaffer <^ ar. käfir 'un-
gläubig', s. hier Nr. 997, oder dial.
kaffen 'schreiben' Frühbier, Preußisches
Wörterbuch 1882 s. v. sind unbegründet].
— Hierhin gehört auch dtsch. Kaff 'Dorf,
elendes Nest' [durch Rückbildung aus
'Kaffer' entstanden]. [Tendlau 126.
Kluge 221.
993. Ar. kafas:
'Kätig' [über aram. kafsä aus gr. Kdipa,
lat. capsa], ebenso tk. kafes ; hieraus
rum. cafas 'Gitter', insbesondere 'Roll-
laden an den Haremsfenstern' und 'um-
gitterte Abteilung in einer Kirche' ; bulg.
serb. kafez 'Käfig, Gitter' ; sp. pg. alcahaz
'Käfig', ferner mlat. cabassium, cabacius,
cabacus 'Kiepe', frz. cabas, sp. capazo,
capacho, pg. cabaz 'aus Weidengeflecht
hergestellter Korb' ; engl, cabas 'Arbeits-
körbchen für Damen', ndl. kabas 'Binsen-
oder Strohkörbchen', dtsch. Kabaß 'ge-
flochtene Slrohtasche' [dial., z. B. köl-
nisch, s. König, Wörterbuch der Kölner
Mundart. Köln 1905. S. 85bj. [Devic
DEt 74. Bern SlEtWb 468.
994. Ar. kaffa:
'Wagschale; alles, was hohl und rund
ist' [auch 'innere Handfläche', vgl. hier
Nr. 990] ; hieraus siz. gaffa 'Eisenstange,
die an den beiden Enden zurückgebogen
ist, Krampe', sard. gaffa, kat. sp. gafa
'Haken', plr. 'Brillengestell', frz. gaffe,
pr. gaf 'Haken'. [GrSVociSic 237.
995. Ar. kaflfa:
'Ohrfeige' [eigentlich dasselbe Wort wie
hier Nr. 994], vulg. keffe, ebenso tk.,
dazu Vb. tk. kefelemek 'ohrfeigen'; hier-
aus rum. chelfäni 'durchprügeln', chel-
fänealä 'Prügelei'.
996. Ar. käflla:
'Reisegesellschaft, Karawane', hieraus
sp. pg. cufila 'dass., Haufen, Menge';
angloind. capla 'Geleitzug zur See'. [DE
244. Hobson-Jobson 142.
997. Ar. käflr:
Part, praes. act. des Vbs. kafara 'leug-
nen, ungläubig sein', also 'Ungläubiger';
hieraus sp. pg. cafre 'roh, grausam, un-
gebildet', frz. cafard 'scheinheilig' [mit
der pejorativen Endung a?-d; schon im
Ar, hatte das Wort den Sinn 'Hypokrit',
s. Dozy Suppl s. v. ; ausführlich GRÜN-
BAUM in ZDMG XL, 240]. — Aus dem-
selben Grundwort kommt der Name des
südafrikanischen Stammes der Kaffern;
sp. pg. cafre, engl, caffer, caffre, coffree
usw. — Wegen der Worte Giaur, giaour,
giaurro s. hier Nr. 632. [DE 245.
Eguilaz 354. ML 4655. Hobson-Jobson
140/142.
998. Ar. kaf iz :
Ein Hohlmaß, 'Scheffel' [aus gr. Kairiön.
aber wohl über pers. kaviz, kavlz ent-
lehnt, s. ZDMG L, 647; LI, 301 und
V. KREMER in SBKAW Wien CXX
(1889), III, 12: „In Babylonien lernten
die Araber das alte dort übliche Ge-
treidemaß Kauiöri kennen (Xenophon
Ar. kafr.]
80
Anab. I, 5, 6) und nahmen es in der
Form kafyz an"]; hieraus kat. cafiz,
sp. pg. cahiz, it. (dial. Calabrien) cavizzu,
siz. vafisu 'ein Ölmaß' [dem Dezimal-
system zum Trotz noch in ganz Sizilien
allgemein gebraucht]. [DE 244. Egui-
laz H54. ML 1478. GrSVociSic 229.
De Sacv ChrAr III, 498.
999. Ar. kafr:
Vollständig- kafr aljahüd 'Judenpech,
Asphalt'; hieraus sp. acafelar 'Tür oder
Fenster zumauern, eine Wand mit
Gips oder Kalk tünchen' [Dicc Gast 21a],
pg. acafelar 'mit Stein und Kalk zu-
mauern' [Constancio Dicc 9 c]. — DE
51/52.
1000. Hebr. käliäl:
'Versammlung, Gemeinde'; hieraus russ.
kagal 'Gemeinde bei den Juden, jüdi-
scher Gemeindevorstand'. — Gorjajew
126.
1001. Mal. kähau:
'Eine Art kleiner Affen mit langem
Schwänze von verschiedener Farbe'
[fehlt bei Pijn, aber Roorda van Eysinga,
Maleisch en Nederduitsch woordenboek.
Batavia 1825. S. 302; onomatopoetisch
nach seiner Stimme, vgl. dajak. kahau
'rufen'] ; hieraus engl, kahau 'ein lang-
nasiger Affe mit langem Schwänze aus
Borneo, Semnopithecus nasalis' [auch
prohoscis-monkey genannt]. [JAOS
XVIII, 63/64.
1002. Ar. kahba:
'Hure, Buhlerin, alte Frau' [vom Vb.
kaliaba 'husten' mit Anspielung auf
das Husten, dessen sich die Buhlerinnen
bedienen, um ihre Kunden anzulocken] ;
hieraus it. (dial. Neapel) guappa 'eine
kühne Frau; Maulheld', frz. (Argot)
gouape 'Zuhälter, Bummler', gaupe 'un-
gestaltes, schmutziges Weib, Zottel,
Schlampe, liederliche Person' [dagegen
Behrens Beiträge 110/111, wo das Wort
auf germ. walpa 'Kupplerin, dummes
Weib' zurückgeführt wird; dort auch
noch verschiedene andere Etymologien].
— La Cava wurde auch die Tochter
Julians, die eigentlich Florinda hieß,
genannt; ihre Entehrung durch König
Roderich soll die Veranlassung gewesen
sein, daß ihr Vater aus Rache die Ara-
ber herbeirief. Der Name wird aus ar.
kahba erklärt, vgl. Don Quijote I, cap.
XLI [Colecciön de autores espanoles.
Tomo HI. Leipzig 1891. S. 296, Z. 3
v. u.]: Cava en su lengua quiere decir
mujer mala. [Devic DEt 125. ZDMG
XXXIX, 575.
1003. Ar. kahkaha:
^Gelächter, Lachausbruch'; hieraus sp.
carcajada 'dass.'. — DE 249.
1004. Pers. käbrnbä:
'Bernstein' [aus pers. käh 'Stroh' Horn
NpEt S. 186, Nr. 840 und ruhä, Präsens-
stamm des Vbs. rubüdän 'rauben, weg-
nehmen' ebenda S. 135, Nr. 608, also
eigentlich 'Strohräuber', wozu die wört-
liche Übersetzung gr. TTTepuYo^öpoq,
frz. tire-jiaille, dtsch. Strohzieher vorliegt ;
für letzteres vgl. Martins, Grundriß der
Pharmakognosie. Erlangen 1832. S.370];
hieraus [außer mgr. Kepaß^, Kdpaiue und
ngr. KexpiUTidpi] über vulg. tk. kehribar,
kihlibar mit Dissimilation auch die slav.
Formen bulg. kehlibar, serb. hilibar;
ferner rum. chihlibar, chihlimbar, chih-
rimbar; m\at.carabe (im 13. Jahrhundert
belegt), sp. it. carabe, frz. carabe 'Bern-
stein'; dtsch. Karabe (1492 belegt), dän.
rav [dagegen scliwed. bärnsten wie auch
poln. bursztyn aus dem Deutschen, engl.
yelloiv amber, s. hier Nr. 78, und russ.
jatitar' aus dem Uralaltaischen, vgl.
ung. gyänta 'Harz', gyantdr 'Bernstein'].
— Als Kuriosum sei erwähnt, daß käh-
rubä von einem Gelehrten des 18. Jahr-
hunderts zum Arzte gemacht worden
ist; dieser ist bei Jo. Albertus Fabricius,
Bibliotheca graeca. Vol. XIII. Ham-
burgi 1746 im Elenchus medicorum
veterum S. 106 erwähnt, vgl. ZDMG
XLIII, 381. — Vgl. Jacob, Neue Bei-
träge zum Studium des kaspisch-balti-
sehen Handels im MA. I. Neue Studien
den Bernstein im Orient betreffend. In
ZDMG XLHI, 353/387, insbesondere
über „die Verbreitung des Wortes Käh-
ruba" ebenda 382 ff.
1005. Ar. kahwa:
'Wein' [doch stammt das Wort sicher-
lich wie die Sache selbst aus der Um-
gebung Abessiniens: die Landschaft
Kaffa ist die Heimat des Kaffeebaumes,
der von Saih aS-SÄDILI nach Süd-
arabien eingeführt wurde, wo der Haupt-
ausfuhrhafen Moha war; hieraus dtsch.
Mokka], tk. kahtve; hieraus um die
Wende des 16. und 17. Jahrhunderts in
Europa eingeführt als it. cahue [Pietro
della Valle, Viaggi (ediz. di Roma) I,
110], caffh, frz. sp. pg. cafS, rum. cafe,
cafea; engl, coffee, ndl. hoffie, dtsch.
Kaffee [1582 als chaube, 1663 cahwe
belegt] ; russ. kofe, kofej, klruss. kofij,
kava, Cech. käva, poln. kaiva, bulg.
kahwe, serb. kahwa, kafa [vgl. poln. ka-
pinaz, kafenauz <^ dtsch. Kaffeehaus].
— Die afrikanischen Stämme essen die
gerösteten Bohnen [ar. bunn, wodurch
unser dtsch. Wort beeinflußt ist] mit
Bulter; erst spät, etwa im 15. Jahr-
hundert wurde der Trank erfunden, um
die Derwische wachzuhalten, damit sie
81
[Ar. ka'id.
ihre Gebetsstunden nicht verschliefen.
Im Jahre 1459 kam der Kaffee [wie
oben angedeutet] nach Arabien und bald
nach Syrien: um 1550 wurden von
Damaskus und Aleppo aus die ersten
Kaffeehäuser in Konstantinopel einge-
richtet; um 1580 brachten die Venezianer
das Getränk nach dem übrigen Europa.
Die ersten Kaffeehäuser wurden 1650
zu Oxford, 1652 in London, 1679 in
Hamburg und 1721 in Berlin eröffnet.
— Aus tk. kahtve alty [wörtlich ,das
Untere des Kaffees' von alt 'unten'.
Stamm al 'nieder, unter' Vämbery Tkt
EtWb S. 13, Nr. 12], vulg. kahtvalty
'erstes Frühstück', wurde rum. cafaltlc
'dass.'. [Gorjajew 164. Bern SlEtWb
468/469. Kluge 220. Hobson-Jobson
232/233, JVlWiD 82. (Ar. Ansichten
über die Etymologie des Wortes s. de
Sacy ChrAr I, 180; II, 226/227).
1006. Ar. kä'id:
'Befehlshaber' [vom Vb. käda 'leiten,
regieren']; hieraus mit ar. Art. sp. al-
caide 'Kommandant einer Festung', pg.
'dass., Richter' [infolge Kontamination
mit al-kadiy s. hier Nr. 984], engl, al-
caide, alcalde 'Festungskommandeur,
höchster Zivilbeamter einer Stadt; Ge-
fängniswärter'; siz. caJiiM 'Rädelsführer'
[alt gaitu 'Richter'], kat. sp. cayado,
gayato, pg. cajado 'Hirten- oder Bischofs-
stab' [da der Hirle das Haupt oder der
Führer seiner Herde ist]. |DE 79.
Eguilaz 126. ML 6898. GrSVociSic
229. GIBBS in American Journal of
Science & Arts XXXIII, 324.
1007. Ar. kaif:
'Wie'i", tk. fcey/ 'Befinden, Wohlbefinden',
dessen Betätigung im Sinne des Orien-
talen vor allem träumerisches Nichtstun
beim Rauchen und Kaffeeirinken ist.
Hieraus rum. chef 'Lustigkeit, Wohl-
behagen', chefliü, chefo^ 'kreuzfidel',
bulg. kejf, kef 'Lust, gute Laune', serb.
Cef, ceif, ceip 'Lust', poln. kiejf 'Mittags-
ruhe'. [Bern SlEtWb 499. De Sacy
ChrAr II, 479.
1008. Tk. kajina:
'Saum, Umsäumung' [K61ekian Kämüs
941 : kajmak 'gleiten' vom Stamme taj
'glatt, gleiten' Vämbery TktEtWb S. 161,
Nr. 175]; hieraus russ. kaima 'Kante,
Saum', klruss. kajma 'Stickereisaum'.
[Bern SlEtWb 469.
1009. Tk. kajinak:
'Milch, Rahm' [Kölekian Kämüs 941];
hieraus rum. caimac 'Sahne, Rahm', cai-
maci 'entrahmen', bulg. serb. kajmak
*dass.', russ. kaimak 'dicke Sahne'.
[Bern SlEtWb 469.
Lokotscb, Etymolog. Wörterbuch.
1010. Ar. kä'iiumakäni :
'Orts- oder Distriktsvorsteher' [aus ar.
käHm part. praes. act. des Vbs. käma
'stehen' und makäni 'Ort', also etwa
'locum tenens'], tk. kajmakam ; hieraus
rum. caimacam 'Distriktsvorsteher', sp.
caimacän 'Leutnant' [DE 245].
1011. Ar. kaisärija:
'Ladenreihe, Bazar' (noch jetzt in Da-
maskus und Beirtit Bezeichnung der
großen Karawanserais, vom gr. Adj.
Kaiaapeia, d. h. der 'kaiserliche', sc.
Markt, vgl. Dozy Suppl II, 432] ; hieraus
sp. alcaiceria, alcaeceria, pg. alcaqarias,
kat. (alt) alcaceria 'die Waren, die im
Bazar verkauft werden' [DE 76].
1012. Tk. kaisy:
'Aprikose, Malum armeniacum'; hieraus
bulg. kajsij, serb. kajcija 'Aprikose, Apri-
kosenbaum'; rum. cais 'Aprikosenbaum',
cai'sa 'Aprikose', caisiü 'aprikosenfarben'.
[Bern SlEtWb 469.
1013. Ar. kajjäd:
'Fessel' [vom Vb. kajjada 'binden, fes-
seln'] ; hieraus mit ar. Art. sp. alcayata
'Wandhaken, Hakennagel' [DE 90].
1014. Tk. kajyk:
'Boot; langer, sehr spitz zulaufender und
von leichtem Holze gebauter pfeilschnel-
ler Kahn'; hieraus bulg. serb. kaik 'Kahn
für 10 Mann', poln. kaik, klruss. kajuk
'Flußboot', russ. kaik, kajuk 'Boot, Last-
schiff ; rum. caic 'Bai'ke', caicgiü 'Barkeii-
führer', it. caicco 'kleine Barke als Ret-
tungsboot, Schaluppe', siz. caiccu auch
'Kuppler', frz. culq, ca'ique, calc\ ndl.
kaick, engl, ca'ique 'Schaluppe, Boot auf
dem Bosporus und dem Schwarzen
Meere'. — [Hobson-Jobson 143 fragt mit
Recht, ob das Wort zufällig oder durch
tk. Sprachverwandtschaft hmdurch mit
dem grönländischen kajak gleichlautet].
[Gorjajew 158. Bern SlEtWb 469. Gr
SVociSic 229.
1015. Tk. kajys:
'Schmaler Riemen' [Kelekian Kämüs
940; vom Stamme kaj 'hart, fest; Stein,
Fels' Vämbery TktEtWb S. 83, Nr. 87;
vgl. Cag. kajrak 'Schleifstein'] ; hieraus
bulg. serb. kais 'Riemen'.
1016. Ar. kakang:
'Nachtschatten' [wohl pers. Ursprungs];
hieraus sp. alquequenge, pg. alkekengi,
frz. alkekenge, dtsch. Alkakandschi 'Ju-
denkirsche, Physalis alkekengi oder Ph.
pubecsens L.'. [DE 147. Devic DEt 24.
1017. Mal. kakatüiva:
'Ein Papagei des malayischen Archipels'
[entweder nur onomatopoetisch oder aus
kakak 'Bruder, Schwester', tuä 'alt', also
'alte Schwester, alte Dame', ein fami-
liärer Namen für den Vogel, ähnlich wie
6
Jap. kakemono.]
82
engl. PoUi/, dlsch. Lore]; hieraus sp. ca-
catua, pg. cacatou, catatua, frz. cacatohs,
cacatois [beides gleich ausgesprochen];
engl, cockatoo, ndl. kakatoe, kaketoe,
dtsch. Kakadu, schwed. kakadu, cacatu.
JAOS XVII, 128/130. Hobson-Jobson
227. MMM 27. Devic DEt 74. Kluge
222. Suohlati, Die dtsch. Vogelnamen.
Straßburg 1909. S. 3/4.
1018. Jap. kakemono:
'Bild' [zum Aufhängen ohne Rahmen in
Form einer Rolle, vgl. jap. kakeru 'auf-
hängen' und mono 'Ding']. Das Kake-
mono ist die gewöhnliche Gestalt des
jap. Gemäldes und nimmt den Platz des
gerahmten Bildes Europas ein. Nicht
benutzt, ist es fest zusammengerollt.
[Chamb AllJap 293/294.
1019. Pers. käkul:
'Haarlocke', besonders die beiden Schlä-
fenlocken [jüd. -dtsch. Peies], tk. kjakill;
hieraus bulg. kacul, kacula 'Haarschopf,
Kapuze', Cech. chodwl, russ.Tjo/joZ 'Schopf,
Büschel Haare' [und Ableitungen s. MSI
Sl 908/909]; rum. cäciulä 'Schopf der
Vögel' [ngr. KaraoöXa 'Mütze, Haube'],
'Pelzmütze'. Gorjajew 401. Bern SlEt
V\^b 466 [hier auch noch andere Ablei-
tungen]. Ableitung aus hypothetischem
lat. *catteulla *cattea 'Katze', wie
Pu§cariu Etym. Wörterbuch der rumän.
Sprache 248 ansetzt, ist unnötig.
1020. Tk. kakum:
'Hermelin'; hieraus rum. cacom. caciim
'dass., Hermelinpelz'.
1021. Ar. kal'a:
'Schloß, Burg' ; hieraus mit ar. Art. Äl-
calä, N. pr., Name vieler sp. Städte. Eben-
so, Kala, Qualah, hieß im Mittelalter der
Hauptstapelplatz für Zinn auf Malakka,
wo sich etwa im 9. Jahrhundert die Han-
delskarawanen aus Ost- und Westasien
trafen [QUATREMERE im Journal des
Savants 1846, S. 751 ; W. v. Heyd, Ge-
schichte des Levantehandels im MA I,
37] ; hieraus mal. kelang 'Zinn', pg. calah7i
'sehr feines ind. Zinn' [Constancio Dicc
205b; DE 245]. Über tk. kalaj [ngr.
Ka\di] wurde serb. kalaj 'Zinn', bulg.
ebenso; ferner rum. calangiü 'Verzinner'.
1022. Ar. kalafa:
'Ein Schiff kalfatern und teeren' [junges
Wort, wohl aus dem mgr. KaXaqpaxeiv
'dass.', KoXacpdTriq 'Schiffsarbeiter, der
die betr. Arbeit ausführt'; dieses kommt
sicherlich aus ar. kafr 'Asphalt', s. hier
Nr. 999; Ersatz von r durch l und Me-
tathesis sind häufig]; hieraus it. cala-
fatare 'ein leckes Schiff ausbessern', prov.
calefatar, frz. calafater, calefater, cal-
feutrer [mit Anlehnung an feutre 'Filz'
im Sinne von 'Werg'], sp. calafatear,
calafetar, pg. calafetar, rum. calfatare,
calfätui; ndl. kalfaten, kalefaten, dtsch.
kalfatern; bulg. kalafat, serb. kalavatiti,
russ. konopatit', konopat' 'Werg zum
Kalfatern' [durch Kontamination mit
konoplja 'Hanf']. — Hierher gehört auch
dtsch. Klabautermann 'Schiffskobold'
und ndl. klavaatshammer 'Kalfatham-
mer'. [ML 4663. Kluge 222 und 241.
Gorjajew 155. Bern SlEtWb 470. (Vgl.
auch ZfromPh XIV, 370.)
1023. Ar. kalam:
'Schreibfeder' [aus gr. KÖXaiuoi;], ebenso
tk. kalem; hieraus bulg. kalem 'Rohr-
feder', serb. kalem 'dass.', kalam 'Pfropf-
reis'; rum. calem 'Büro, Schreibstube',
calemgiü 'Schreiber'. [Bern SlEtWb 471 .
1024. Pers. käläntär:
'Islamischer Mönch', aus 1001 Nacht
wohlbekannt [aus pers. kälän 'groß',
ein altes, nur noch dial. gebrauchtes
Woi't; Komparativ: käläntär 'größer',
also wörtlich 'Major']; hieraus frz. ca-
lender, dtsch. Kalender, Kalenter 'isla-
mischer Bettelmönch', engl, calender.
[Devic DEt 78.
1025. Ar. kalb:
'Hund'; al-kalb al-asgar 'der kleine
Hund', ein Sternname im Gegensatz zum
k. akbar 'großer Hund', d. h. Sirius;
hieraus der Sternname Kalbelazguar a
Procyonis. — Vulg. ar. kelb ergibt tk.
kelb 'Hund'; hieraus rum. chelbe 'Grind,
Schorf, chelba§, chelbo§ 'grindiscli' [s.
kel, hier Nr. 1152]. — Devic DEt 42.
1026. Ar. kalb:
'Herz'; kalb al-asad 'Herz des Löwen',
hieraus der Sternname Kalbehasit 'Re-
gulu.s'. Aus kalb al-'akrab 'Herz des
Skorpions' wurde Kalbolacrab a Scor-
pionis, d. h. Antares. — Devic DEt 42.
1027. Tk. kalb:
'Nachgemacht, falsch' [K616kian Kämüs
968 a]; pers. kälbzän 'Fälscher' [von zän,
Präsensstamm zu zädän 'schlagen', also
'prägen' vgl. hier Nr. 489 ; Horn NpEt
S. 1 45, Nr. 653] , ebenso tk., tk. kalpazanlyk
'Fälschung'; hieraus rum. calp 'nichts-
nutzig, falsch [vom Gelde gesagt]'; cal-
puzan 'Falschmünzer, Betrüger', calpu-
panie, calpuzanlic 'Betrügerei, Falsch-
münzerei'; bulg. halpaw 'nachgemacht,
fälsch'
1028. Tk. kaldyrym:
'Pflaster' [vom Stamme kal 'anschwellen,
Menge, Berg', also k. 'erhöhter Weg,
Pflaster', Vämbery TktEtWb S. 67, Nr. 72] ;
hieraus bulg. kaldzrim, kaldhrma 'Pfla-
ster', serb. kaldrma 'Landstraße, ge-
pflasterte Straße'; rum. caldarim 'Stein-
pflaster', caldartmgiü 'Pflasterer'. [Bern
SlEtWb 472.
83
[Ar. kali.
1029. Ar. kali:
Tüttasche, Aschensalz'; mit ar. Art. in
alle europäischen Sprachen als Fach-
ausdruck der Chemie übergegangen: sp.
pg. alcali, frz. alcali, als alchemistischer
Ausdruck algali 'Salpeter', dial. (Süd-
frankreich) caliou 'Asche aus den Reb-
stöcken', engl, alhdi, dtsch. Alkali usw.
Auch der Namen des Elementes Kalium,
Calium gehört hierhin, [Devic DEt 7.
Lammens Rem 7.
1030. Ar. kälib:
'Leisten eines Schusters', ebenso tk.
kalyh, Icahjp 'Modell, Form'; hieraus
rum. calib, calip, calup 'Gießform, Mo-
dell, Leiste', calupciü 'Betrüger'; aus
dem Ar. unmittelbar sp. gälibo 'Schiffs-
modell', frz. gabarit; asp. calibo, sp.
calibre, frz. calibre 'Durchmesser der
Mündung eines Geschützes, Gewicht der
Kugel'; it. coUbro 'Maßinstrument, um
die Zusammengehörigkeit von Geschütz
und Geschoß zu bestimmen'; dtsch.
Kaliber, engl, calibre [amerikanische
Schreibung caliber, s. Herrigs Archiv
CXLI, 194], bei Shakespeare l.HenrylVth
IV, 2, 21. 2. Henry IVth III, 2, 292
und 295 caliver 'kleine Muskete' [wenn
nicht aus frz. coiileuvre <^ lat. coluber
'Schlange'] ; russ.Ä:«?«/^ 'Gießform, -löffel',
kaliber 'Geschützweite', bulg. kahp, serb.
kalup 'Gußform, Schuhleisten'. [Devic
DEt 79/80. Gorjajew 129. Sain 48.
SCHUCK ARDT in ZfromPh XXIV, 571.
A. KLUYVER in ZfdWf XI, 219/224.
1031. Uiud. köHködn:
'Hahnfestung', N. pr., Name einer Stadt
an der Westküste Ostindiens [ihr Name
wird durch eine Sage, die derjenigen
Didos ähnlich ist, erklärt: der Raum,
auf dem ein Hahnenschrei zu hören
war, wurde einst dem Zamorin gewährt],
von großer Bedeutung in der ersten
Entdeckungsgeschichte [hier landete am
20. Mai 1498 VASCO DA GAMA] und
als Herstellungsort von kattunenen
Stoffen; aus der späteren Form des
Namens Kalikati, Calicut wurde frz.
calicot 'Baumwollstoff von leinenartigem
Gewebe', engl. ndl. calico, dtsch. Kaliko;
bulg. serb. kaliko, ßech. kaliko, russ.
kalenkor, kolenkor. — Nach der Stadt
wurde früher auch der Truthahn [der
allerdings im Jahre 1524 aus Florida
nach Europa gebracht wurde] benannt:
dtsch. kalekutischer Hahn, der Kalekut,
ndl. kalkocnsche oder kalekntsche hen,
kalkoen; hieraus rviss.kalkun, poln.(dial.)
kalkun, kalkut [vgl. hier Nr. 909).
[Hobson Jobson 147/148. Gorjajew 150.
Bern SlEtWb 479.
1032. Ar. kalima:
'Wort', ebenso tk. kelimet; hieraus rum.
a face chelemet 'mit jmd. verkehren'.
1033. Tk. kaljan:
'Pers. Pfeife' [aus pers. galjän] ; hieraus
russ. kal'jan 'Wasserpfeife'; frz. kalian,
calioun 'dass.'. [Gorjajew 129. Devic
DEt 80.
1034. Tk. kalkaii:
'Schild' [Stamm kal 'anhäufen, schwel-
len; dick' Vämbery TktEtWb S. 67,
Nr. 721 ; vgl. Cag. kalkan 'Schirm, Schild',
eigentlich, was zur Abwehr in die Höhe
gehalten wird; ebenso kirgis. kaikam
und kalka 'Wetterdach']; hieraus serb.
kalkan 'Dach, Schild', bulg. kalkan 'ein-
hängiges Dach, Scholle (Fisch)', poln.
(alt) kalkan 'Buckelschild'. [Bern Sl
EtWb 474.
1035. Hebr. kallä:
'Braut [von källal 'einschließen', also
die den Bräutigam Einschließende, von
der sexuellen Seite hergenommen, vgl.
ZDMG XXHI, 680] ; hieraus jüd.-dtsch.
Kalle 'Liebste', auch in der Studenten-
sprache.
1036. Ar. kallä':
'Sichere Bucht, Ankerplatz' [vom Vb.
kald'a 'bewachen, behüten']; hieraus
sp. it. cala 'Bucht, Reede', frz. cale
'dass.'. [Vgl. Globus LXVII, 156: ,Cala
ist der kleine seichte Strand der alten
Hafenbucht in Palermo, der heute noch
den Fischerbooten dient".] [GrSVociSic
230. ZfromPh XXXII, 33. ML 4664.
1037. Ar. kalläl:
'Töpfer' [von ar. kulla 'Topf, Krug',
s. hier Nr. 1237]; hieraus unter Imäla
[ä > e] und mit ar. Art. sp. alcaller 'der
Töpfer, der Krüge herstellt' [DE 80/81].
1038. Mal. kälong:
'Eine große Fledermaus, fliegender Hund,
Pteropus edulis Geoffr.' [Pijn 172 b, aus
dem Jav.]; hieraus engl, kalong, dtsch.
Kalong 'dass.'.
1039. Tk. kalpak:
'Hohe Mütze' aus verschiedenem Ma-
terial (Ziegen- oder Lammfell, Leinen);
hieraus bulg. serb. kalpak 'Pelzmütze',
poln. kofpak 'hohe Pelzmütze, Husaren-
mütze', russ. kolpak 'Schlafmütze', klruss.
koupak 'Barett' ; rum. calpac 'Pelzmütze',
frz. kaipack, calpan; dtsch. Kalpak,
ndl. holbak 'Husarenmütze'. Mit Meta-
thesis entstanden serb. klobuk 'Mütze,
Hut', cech. poln. klobuk, kobluk 'Hut,
Helm', russ. klobnk 'Mönchskappe', klo-
hucok 'Falkenkappe'. Es müssen also
verschiedene Zeiten der Entlehnung an-
genommen werden, vgl. Bern SlEtWb
474/475. Gorjajew 144 und 151.
G*
Tk. kalyk.]
84
1040. Tk. kalyk:
'Armselig, krüppelliatl' [Kelekian Kämüs
935: 'Fehler, Mangel']; hieraus russ.
kaljäka 'Krüppel', klruss. kalika, poln.
kaleka 'dass.'; rum. calic 'armselig;
Krüppel', cäläciä 'Elend, Armut'. [Bern
SlElWb 473.
1041. Pers. kämär:
'Gürtel' [Horn NpEt S. 193, Nr. 866],
ebenso tk. keiner 'Gürtel', besonders zur
Aufbewahrung von Kleingeld, Messer
u. ähul. Hieraus rum. chimir 'dass.,
Geldkatze' [dieses Kleidungsstück wird
von Landleuten und Bewohnern der
Berge über dem Leinengürtel getragen;
es ist mit Knöpfen und Stickereien ge-
schmückt und besteht aus Leder] ; bulg.
kemer, serb. cemer 'Geldkatze'. — Aus
pers. kämärbänd [aus bänd, Präsens-
stamm zum Vb. hästän 'binden' Horn
NpEt S. 50, Nr. 219] 'Gürtel' wird über
das gleichlautende hind. Wort angloind.
cummerbund 'Gürtel', der in Indien ge-
wohnlich von Hausdienern und ähnlichen
Leuten getragen wird. — [Bulg. serb.
kernet; cemer 'Gewölbe' Bern SlEtWb
556, Reihe 6 gehört nicht hierher;
vielmehr sind hier zwei verschiedene
Worte klanglich zusammengefallen.]
1042. Tk. kanicy:
'Peitsche' [vom Stamme kom, kam 'rüh-
ren, bewegen, rütteln', also eigentlich:
'Berührer, Ansporner' Vämbery TktEtWb
S. 92, Nr. 96]; hieraus bulg. kamcik,
kamdzija, serb. kamcija, klruss. kancyk,
russ. kamci/k, poln. kanczuk, kanczug,
cech. kancuch; dtsch. Kantschu, (dial.
Preußen) Kautschuk, schwed. kantschu,
kantschuk 'Peitsche, Knute'. [Gorjajew
131. Bern SlEtWb 477.
1043. Pers. käinhä:
'Damast oder Brokat' [aus chin. kmisa,
kinsa, d.h. glatte haarlose Seidengewebe,
oft von satinartiger Textur, also 'Brokat',
häufig mit Gold durchwirkt, vgl. chin.
kin 'Gold', Karabacek, Über einige Be-
nennungen mittelalterlicher Gewebe.
Wien 1882, S. 11/12], tk. kemha; hier-
aus bulg. kamuha, serb. kamka, poln.
kamcha 'dass.', russ. kamka 'Damast',
kamcatka 'Damastleinwand, Tischzeug';
sp. camocän [daneben ungebräuchlich
geworden: camucdn 'orientahscher Bro-
kat' Dicc Gast 440], frz. camocan 'kost-
barer BrokatstofP, canque 'chin. Baum-
wolleinen'; angloind. kincob, kingcob
'Goldbrokat'. [Gorjajew 130. Bern SlEtWb
477. Devic 80/81. IB 246, Anm. 1.
1044. Ar. kaml:
'Laus', Einheitsnomen kamla; hieraus
it. (dial. Venedig) cdmola, siz. camula
'Insekt, das die Tücher zernagt', venez.
camolado 'wurmstichig'. [Dozy Suppl II,
407. GrSVociSic 230.
1045. Mal. kampong:
'Einfriedigung, abgeschlossener Distrikt,
Dorf [Pijn 182]; hieraus frz. kampong,
campon 'eingehegtes Dorf oder in Städten
'das abgeschlossene Viertel eines be-
stimmten Volkes', z. B. der Malayen oder
Chinesen, en^X.kampong, campong 'dass.',
angloind. Compound 'Einzäunung'. [JAOS
XVII, 123/125; 130/^131. MMM 28.
1046. Ar. kammüu:
[Vgl. aram. Är«mmön(J, assyr. kamünu Del
HWB 336 a, wahrscheinlich soviel wie
'Mäusekraut', da ass. kamünu vielleicht
auch 'Maus' heißt, vgl. ZAkkFW 57]
'Kümmel, Cuminum sativum', dazu kam-
münlja wahrscheinlich 'Verkaufsstelle
für Kümmel u. ähnl.'; hieraus mit ar.
Art. sp. alcamonias, pg. alcamonia, alca-
munia 'verschiedene Spezereien' [DE 83].
— Von der gleichen Wurzel ist das
hebr.Wort kammön; aus dem semitischen
Grundwort ist gr. KÜiaivov, lat. cuminum
abgeleitet ; hieraus dtsch. Kümmel Carum
carvi, engl, cumin, schwed. kuntmin,
dän. kummen, ndl. komijn; frz. ciimtn,
it. sp. Camino, pg. cominho, rum. chimion
[über tk. kimjon] ; russ. kmin, tmin, timon,
bulg. kimnon, serb. kirn, cech. kmin,
Tßoln.kmin, kniinek. [Gorjajew 146. Hern
SlEtWb 681.
1047. Tk. kamys:
'Schilf, Rohr' ; hieraus russ. kamys 'Schilf-
rohr', klruss. komys, poln. komysz, cech.
kamys, bulg. katms, kamis 'dass.', serb.
'Pfeifenrohr'. [Gorjajew 131. Bern
SlEtWb 478/479.
1048. Tk. kaiiad:
Auch kanat 'Flügel' [vielleicht vom
Stamme kar 'Arm, Hand, Spanne' Väm-
bery TktEtWb S. 81, Nr. 85]; hieraus
rum. canat 'Flügel einer Tür oder eines
Fensters'; bulg. serb. kanat 'Fenster-
oder Türflügel'.
1049. Pers. käuär:
'Ufer, Rand' [Horn NpEt S. 189, Nr. 846],
tk. ebenso kenar; hieraus rum. chenar
'Rand, Saum, Bordüre'.
1050. Hebr. känas:
Modernes Wort 'bestrafen' [aus gr. Kf|v-
ao<;, lat. censiis; denn den Juden der
Zeit Christi erschien der römische Cen-
sus als die schhmmste Strafe]; hieraus
jüd. -dtsch. Knast 'Geldstrafe', Vb. kiiassen
und schließlich verknaxen 'gerichtlich
bestrafen'.
1051. Ar. kandara:
'Stange' ; hieraus mit ar. Art. sp. alcän-
dara und alcändora 'Stange, auf welcher
die Falken und andere zur Jagd abge-
85
[Ar. kandi.
richtete Vögel sitzen', pg. alcandora
'Sitzstange des Falken', Vb. alcandorarse
[Gonstancio Dicc 45 ab]. — [Dtsch. Kan-
dare kommt zunächst von ung. kantär
'Zaum, Halfter'.] [DE 84. Eguilaz 130.
ML 4672.
105!2. Ar. kandl:
Adj. zu kand nach ar. Originalwörter-
büchern 'eingedickter Zuckerrohrsaft',
wahrscheinlich durch zweimaliges Ko-
chen erzielter 'Rohrzucker' [SCHWARZ
in ZDMG LXXIV, 244]; hieraus it. zuc-
chero candl, frz. sucre candi, sp. azücar
cando, pg. candil, dtsch. Kandiszucker,
ndl. kandij, engl, kandy, Jcandtj-sugar ;
dazu die Vb. it. candire, frz. candir 'über-
zuckern', kat. candir 'Früchte ein-
machen' ; dtsch. kandieren 'verzuckern',
Konditor 'Zuckerbäcker'. [DE 247.
Eguilaz 358. ML (3899.
1053. Ar. kandil:
'Leuchte, Laterne' [aus lat. candela, gr.
KttvbriXn ZDMG LI, 316]; hieraus sp.
candil 'dass.', mit ar. Art. alcandora
'Signalfeuer' [DE 84 u. 247].
1054. Berb. kandür:
Vollständig prä- und suffigiert takandürt
'Hemd'; hieraus zunächst vulg. ar. kan-
diir und dann sp. alcandora 'weißes
Kleidungsstück', z. B. 'Hemd' [Dicc Gast
110 b; DE 84].
1055. Tk. kaiidyk:
'Hundszahn, Erythronium dens canis'
[nicht osm.]; hieraus russ. kandyk, cech.
kandik 'dass.'. [Bern SlEtWb 481.
1056. Tk. kanga:
Auch kanca 'Haken, Hakenstock'; hier-
aus serb. bulg. kania, kansa 'Adlerkralle;
Haken', russ. kandeja 'Haken'; rum.
mnffe "Raken; Kralle, Klaue', iL gancio,
prov. ganche, sp. pg. gancho 'dass.' ; prov.
ganso, irz. ganse 'Schlinge, Tauschlinge',
Ableitung it. aggianciare 'zuhaken', sp.
enganchar 'anhäkeln, zum Kriegsdienste
werben', enganche 'Handgeld'. [Bern
SlEtWb 481. ML 4673.
1057. Ar. kantara:
'Brücke' [aus lät. clntra ZfAss VHI, 100 f.] ;
hieraus sp. cdcäntara 'dass.'. Alcäntara
ist in Spanien häufiger Ortsname in der
Nähe alter römischer Brücken. — DE 84.
1058. Tk. kantarma:
'HaHter,Anliängestric-k' [vgl. ung. kantär,
hier Nr. 1051J; hieraus ruiii. cataramä
'Schnalle, Spange'.
1059. Ar. kanz:
'Schatz' [aus pers.^r««^ ZDMG L, 647/648]
und kanzija 'dass.' ; liieraus sp. alcancla
'Sparbüchse', Vb. alcanzar 'erreichen',
siz. accanzari 'erlangen, nach und nach
erreichen', it. scansia 'Regal', dtsch.
Schanze. — Das pers. Grundwort wurde
schon früh lat. gaza 'Schatz'; hieraus
it. gazzetta, ursprünglich eine kleine
Münze, die man für ein Zeitungsblatt
hingab, dann 'Zeitung'[die ersten geschrie-
benen Zeitungen erschienen im Jahre
1560 in Venedig], frz. gazette, sp. gaceta,
pg.gazeta 'Zeitung' [Körting 4117 a leitet
dagegen vom Demin. von gazza 'Elster'
ab, weil die Zeitungsbiätter so schwatz-
haft seien wie dieser Vogel; noch merk-
würdiger ist die hier nur als Kuriosum
angeführte Etymologie in Gonstancio
Dicc 587 b aus dtsch. Ganz-zeit.']; engh
gazette, ndl. gazet; russ. bulg. poln. ga-
zeta 'Zeitung'. — Aus dem pers. Grund-
wort und pers. Suffix -bär 'Träger' [Horn
NpEt S. 36, Nr. 158] ergibt sich *gazbär
'Schatzträger, -meister' und hieraus Kas-
par, der König aus dem Morgenlande;
da er komisch wirkte, entstand die Figur
des Kasperle. Dagegen geht gauner-
deutsch kaspern 'betrügen' auf hehr.
käza^ 'lügen' zurück.
1060. Chin. kao-liug:
'Hoher Berg', N. pr., ein Berg, der we-
nige Meilen nordwestlich von der Stadt
King-te-chen (290 gg' n. Br., 1" 10' ö. L.
von Peking) liegt. Hier wurden große
Mengen einer besonderen Art Feldspats
als Rohmaterial für die Porzellanher-
stellung gewonnen. Eine Beschreibung
der grofäen Fabrikstadt K. gab zuerst
P. D'ENTRECOLLES, der sie im Jahre
1712 besuchte. Aus dem Namen des
Berges ^vurde frz. caolin, dtsch. Kaolin,
engl, kaolin 'Porzellanerde'. [Hirth Chin
FW 206/^07.
1061. Tk. kapak:
'Deckel' [Stamm kap 'zudecken, Hülle'
Vämbery TktEtWb S. 77, Nr. 81 I]; hier-
aus rum. capac 'dass.', bulg. kapak
'dass., Fensterladen, Türflügel', serb. ka-
imk 'dass., Augenhd' [so schon tk. göz
kapagy Kelekian Kämüs 945a].
1062. Tk. kapän:
'Falle; große Warenmenge' [zwei ver-
schiedene klanglich zusammengefallene
Wörter; ersteres vom Stamme kap 'er-
greifen, erfassen, bes. gewaltsam er-
greifen' Vämbery TktEtWb S. 75, Nr. 80;
letzteres vom Stamme kap 'zudecken,
verhüllen, umbinden', s. hier Nr. 1061,
vgl. ujgurisch kamnmk 'gebunden =
alle', kamukiuk 'Menge']; iiieraus rum.
capangä, capcanä [schon tk. kapkan
ältere und östhche Form: 'Falle'] 'Falle,
Hinterhalt'; ca/;«w 'Vorraisraum', capan-
liu 'Proviantmeister'; bulg. Ä-«2^an 'Falle'
1063. Sskr. kapi:
'Affe' [eigentlich 'gelb, rotbraun' = ka-
pila] ; hieraus gr. Kf|iToq, hehr, köf, äg.
gö'fe, kaf. Aus einer dieser Formen
Tk. kaplcan.]
86
soll durch Wegfall des k engl, ajye, dtsch.
Affe entstanden sein [MWiD 24/25; in
der Tat wird im vulg. Arabisch von
Kairo bis Damaskus vielfach A- als ' er-
leichtert gesprochen].
1064. Tk. kapkan:
Talle' [heute nicht mehr osm., s. hier
Nr. 1062]; hieraus rum. capcanä 'dass.',
russ. klruss. poln. kapkan Talle, Fuß-
eisen'. [Sain 16. Gorjajevv 139. Bern
SlEtWb 485.
1065. Tk. kaplamak:
Tüttern, polstern' [Stamm kaf 'zudecken,
verhüllen', s. hier Nr. 1061] ; aus diesem
Stamme rum. cäptup 'füttern', cäptu§e-
alä Tutter'.
1066. Tk. kaplaii:
'Tiger, Panther' [zum Stamme kap 'er-
greifen', s. hier Nr. 1062, zu stellen; vgl.
W. BANG in KSz XVII, 126 S.]; hieraus
bulg. kapilan 'Tiger', serb. kaplan 'Leo-
pard'. — Bern SlEtWb 485.
1067. Mal. käpok:
'Baumwollkattun' [Fijn 171; aus dem
Jav.] ; hieraus frz. capoc, der Baum capo-
qiiier; dtsch. Kap>ock 'eine Art seiden-
artiger Baumwolle' aus Ostindien, die
man nicht spinnt, sondern nach Art
der Watte verwendet. [Devic DEt 82.
1068. Hebr. kappära:
Neuere Aussprache kappöra [vom Vb.
kipp§r 'sühnen', pi'el von käpar, vgl.
ar. kafara 'bedecken'] 'Versöhnungs-
opfer'; da man dafür nicht immer das
Beste nahm, erhielt k. die Bedeutung
'verdorben', hieraus jüd. -dtsch. kapore
gehen 'zugrunde gehen', kapore machen
'verderben', schließlich kapores, ndl.
kapores, kax)oeres 'verdorben, vernichtet,
zerstört, zerschlagen'. — [Dtsch. kaput
Kluge 227, ndl. kapot scheint nicht orien-
talischen Ursprungs zu sein, vgl. Dozy
Oost 47/48.] [Kluge 227 s. v. Tend-
lau 67.
1069. Pers. kär:
'Werk, Tat' [Horn NpEt S. 185, Nr. 831],
ebenso tk. kjar; hieraus bulg. ä;'«?- 'Ge-
winn', serb. car 'Handel, Geschäft'. [Bern
SlEtWb 680.
1070. Tk. kara:
'Schwarz' [Stamm kar, kyr 'schwarz,
trocken' Vämbery TktEtWb S. 79, Nr. 84] ;
hieraus bulg. kara 'schwarz, schrecklich',
klruss. karyj 'schwarz, dunkel', russ.
Ära^vykastanienbraun, braun (vom Pferde
gesagt)', poln. kary 'dunkel (Pferd)'. —
Mit tk. ^ms [< dtsch. Groschen] 'Piaster'
ergibt sich serb. bulg. karagros 'Taler'.
— Tk. karalyk [mit Suffix -lik zur Be-
zeichnung des Abstraktums] 'Schwärze',
wegen der dunklen Farbe des Stahls
bei hoher Glut 'Stahl' ; hieraus russ. (alt)
hawalug 'dass.'. [Gorjajew 135. Bern
SlEtWb 385 u. 488.
1071. Ar. kära:
'Cistus humilis Andorn'; hieraus mit
ar. Art. Tpg. alcar 'dass.' [DE 85; Con-
staiicio Dicc 45b].
1072. Ar. kära:
'Einzelner Hiigel, Anhöhe', plur. kär;
hieraus mit ar. Art. sp. kat. alcor 'Hügel'.
[DE 92. Eguilaz 140. ML 6901.
1073. Mal. kära:
Auch kärah, käret 'Schale der Schild-
kröte, Schildpatt' [Pijn 171]; hieraus
sp. carey, frz. caret, ndl. karet, dtsch.
Karettschildkröte , Chelone imbricata
Schweigg., deren Schalen zur Herstel-
lung von Schildpatt dienen. [MMM 11/12.
1074. Pers. käräbä:
'Große lederne' Milchflasche' [offenbar
mit ar. kirba 'Schlauch' verwandt] ; hier-
aus engl, carboy 'große Glasflasche zum
Verschicken von Säuren und Explosiv-
stoffen' [Hobson-Jobson 162/163]. —
, Wenig appetithch ist der Anblick der
sauren Milch, die in einem Zeugbeutel
mitgeschleppt wird, der an dem Hinter-
schenkel des Pferdes herabhängt. Die
durchträufelnde Flüssigkeit gibt dem
Pferde einen sehr widerlichen Anbhck,
der vor dem Genüsse der so transpor-
tierten Milch abschreckt. Hat die Milch
in dieser Weise ein gut Stück Weges
hinter sich, so ist in dem Beutel eine
weiße käseartige Masse zurückgeblieben,
die von den Persern unter dem Namen
Mas zum Brote gegessen wird." Brugsch,
Reise der k. preußischen Gesandtschaft
nach Persien 1860 u. 1861. Leipzig
1862. I, 156.
1075. Sskr. karabha:
'KameP [eigentlich 'Schnelligkeit ha-
bend'], hieraus wahrscheinlich pers.
kärwän oder käricän 'Kamelzug, Reise-
gesellschaft', in alle europäischen Spra-
chen übergegangen: rum. caravanä,
chervanä, it. caravana, carovana, pg.
sp. caravana, frz. caravane; engl, cctra-
van, ndl. karavaan; dtsch. Karawane,
schwed. fcßj'afrtn; vxxss. karawan, bulg.
kerwan, serb. karawan, öech. karavana,
poln. karaivana. Mit pers. säräi 'Palast'
[Horn NpEt S. 161, Nr. 727] ergibt sich
die Bezeichnung für die Herbergen der
Karawanen : känvänsäräl. Hieraus rum.
cherväsärie 'Lagerhaus, Stapelplatz', it.
caravanserraglio, frz. caravanserail, pg.
caraicansarä ; dtsch. A'^rrtwanserai; russ.
karatvanseraj [vgl. Karl Müller, Die
Karawanserai im Vorderen Orient. Ber-
hn 1920]. [Klutre 227/228. FR. MÜL-
LER in WZKM V, 354.
87
[Tk. karadas,
1076. Tk. karadas:
'Schiefer [aus tk. kara 'schwarz', s. hier
Nr. 1070, und das, fas 'Stein'] ; hieraus
russ. karandas, bulg. karandas 'Bleislift'.
1077. Tk. karagan:
'Steppenfuchs'; hieraus russ. karagan
'dass.'.
1078. Tk. karagol:
Auch karakol, karawul, karaul 'Wache'
[vom Stamme kar 'Auge, sehen', z. B.
tk. kara 'Augapfel', Vämbery TktElWb
S. 78. Nr. 831]; hieraus rum. caraulä
'Wächter, Schildwache'; bulg. karaul,
karaimil, karakol 'Wache', serb. kara-
ula, karawula 'Wachtturm, Schilder-
häuschen', klruss. kalawur 'Wacht-
mann', russ. karaul 'Wache', karaulka
'Schilderhäuschen'. [Gorjajew 134.
Bern SlEtWb 489.
1079. Tk. karagöz:
Die lustige Figur des tk. Schattenspiels,
etwa 'Kasperle' [aus tk. kara 'schwarz'
und göz 'Auge' vom Stamme kar, kor,
kör, köz 'Auge, blicken' Vämbery Tkt
EtWb S. 79, Nr. 83 II]; hieraus rum.
caraghios 'Possenreißer, närrisch', ca-
raghioslic 'Possenhaftigkeit, Spaß' ; frz.
caragueiise 'Marionettenfigur'. [Ausführ-
liches über die Figur des Karagöz s.
Georg Jacob , Türkische Literaturge-
schichte in Einzeldarstellungen. Heft 1.
Das tk. Schattentheater. Berlin 1900.
S. 19 ff., sowie G. Jacob, Die tk. Volks-
lileratur. Berlin 1901. S. 33/34 ]
1080. Tk. karakol :
'Schwarze Hand, d. h. schlechte Hand-
schrift' [aus tk. ka7-a 'schwarz' und kol
'Arm, Hand' vom Stamme kar, kor,
kol 'Arm, Hand, Spanne', s. hier Nr. 1 1 94] ;
hieraus russ. karakulja 'Gekritzel, Krä-
henfüße', [nach MSISI 282] 'verkrüppel-
ter Baum'.
1081. Tk. karakolak:
'Schwarzohr' ist der Name eines kleinen
Raubtieres [pers. ebenso sijäh gns
'schwarzes Ohr' genannt]; hieraus dtsch.
Karakal, Felis caracal Gmelin 'persi-
scher Luchs'.
1082. Tk. karakns:
'Adler' [aus tk. kara 'schwarz' und kus
'Vogel' vom Stamme kog, kow 'jagen,
verfolgen', daher *kous > *kuu§ y kuS
'Jagd, Treibjagd, Jagdvogel' Vämbery
TktEtWb S."91, Nr. 95]; hieraus russ.
karagus Falco chrysaetos, serb. kara-
kosa. [Gorjajew 133. Mikl SlEtWb 112a.
1083. Ar. karam:
'Edelmut, Güte', tk. kerem; hieraus rum.
cheretn 'Laune, Gunst'.
1084. Mal. karauibil:
Ursprünglich die Frucht der Kokospalme
[Pijn 176/177: 'Kokosnuß'], dann die
Frucht eines ostindischen Baumes, Aver-
rhoa carambola und A. bilimbi [nach dem
ar.Philosophen MUHAMMAD IBN RUSD,
verlateint Averroes (1126/1198), be-
nannt, vgl. Brockelmann, Geschichte der
:ir. Literatur. Leipzig 1901. S. 184/185;
bilimbi aus mal. halimbang 'eine Frucht'] ;
hieraus frz. caramboUer, pg. carambola
(auf den kanarischen Inseln carabeli)
[Constancio Dicc 222 b]. [Devic DEt
83. MMM 13.
1085. Pers. käränfll:
'Gewürznelke' [wohl aus dem Sskr.],
hieraus mit volksetymologischer Um-
bildung gr. KapuöqpuXXov, aber mgr.
KapoüjaqpouX, Kapou|U(pi\; hieraus it.
garofano, siz. galofaru 'Nelke', frz.
giroße 'Nelke', giroflSe 'Levkoje', prov.
kat. sp. girofle, pg. girofre 'Nelke', rum.
garoufä, carofil, garofil; aus dem Frz.
wurde engl, gilliflower [mit Anlehnung
an flotver 'Blume', ja sogar weiter noch
JuUflower mit Verkennung und ganz
falscher Deutung des ersten Bestand-
teiles] 'Nelke'. Dtsch. in der Aachener
Mundart Groffelsnagel 'Gewürznelke'
[wie ja die Nelke wie die Gewürznelke
ihren Namen 'Nägel' wegen ihrer Ge-
stalt erhalten haben, z. B. engl, clove,
it. chiovo di garofano, frz. clou de girofle,
poln. gwozdzik von gwozdz 'Nagel', ndl.
nagelbloem und kruidnagel und 'Ge-
tvilrznägelcheri' im Deutschen]. Bulg.
kalamfir, karamfil, serb. karatnfil.
1086. Ar. karaTTän:
'Rotfüßiges Rebhuhn'; hieraus mit ar.
Art. sp. alcaravan [Dicc Gast III b],
pg. alcaraväo [Constancio Dicc 45 b]
'Rohrdommel, Botaurus stellaris Steph.'
[DE 85].
1087. Ar. karawijä':
'Feldkümmel, Carum carvi L.' [vielleicht
aus gr. Kdpov, lat. careiim] ; hieraus frz.
it. carvi 'Wiesenkümmel'; ndl. karwij,
engl, caraway 'Feldkümmel', dtsch.
Kurve, Karbe; sp. carvi, alcaravea, pg.
alcaravia. [Kluge 228.
1088. Pers. kärd:
'Messer' [Horn NpEt S. 185, Nr. 833];
hieraus Tnss.korda, A;orrfii- 'Hirschfänger',
öech. kord 'Säbel', pohi. kordelas 'Stutz-
säbel'.
1089. Tk. kardas:
Eigentlich karyndas [aus tk. karn, karyn
'Leib' und Suffix -das 'Gefährte'] 'Bru-
der'; hieraus rum. cärdä§ie 'Bande',
bulg. serb. kardas 'Bruder', poln. kar-
dasz 'Waffengefährte'.
1090. Tk. karga:
'Krähe' [nach der schwarzen Farbe, aus
kara 'schwarz' Vämböry TktEtWb S. SO,
Nr. 84]; hieraus russ. karga, korga
Pers. kärgäh.]
88
'Nebelkrähe, Hexe', bulg. garga 'Dohle'.
IMikl SlEtWb 11^2 a. Bern SlEtWb 490.
1091. Pers. kärgäh:
'Werkslätle, Atelier' [aus pers. kär 'Ar-
beil' Horn NpEt S. 185, Nr. 831, und
gäh 'Ort' ebenda S. 199, Nr. 889], tk.
zu gergef 'Stickrahmen' [Kelekian Kä-
müs 1021a] umgestaltet; hieraus rum.
gerghef 'dass.', bulg. gtrcetv, serb. dzer-
dzew 'Stickrahmen'.
1092. Pers. kärgir:
Ebenso tk. kjargir 'Gebäude'; hieraus
rum. ghei-ghir 'Rumpelkammer, gewölb-
ter Raum'.
1093. Tamnl. kari:
'Tunke'; hieraus angloind. curry, eine
Speise, die aus Fleisch, Fisch, Obst oder
Gemüse besteht und mit gequetschter
Gelbwurz und andern Gewürzen ge-
kocht wird. Regelmäfsig wird eine
Kleinigkeit davon dem Reis zugesetzt,
der sonst zu wenig schmackhaft ist
[also eine ähnliche Speise wie kuskus
und piläw, s. hier Nr. 1267 und 1656].
[Hobson-Job.son 281/283.
1094. Ar. karija:
Namen einer AVüstenpflanze ; hieraus
mit ar. Art. pg. alcaria 'eine auf san-
digem Boden wachsende Pflanze, deren
Blätter denen des Veilchens ähneln'.
[DE 86. Constancio Dicc 45 c.
1095. Ar. kariwija:
'Merk, Zuckerwurzel, Sium sisarum',
eine Umbellifere ; hieraus sp. chirivid,
pg. cherivia, alquirivia, prov. escaravi,
afrz. escherviz, frz. chervis, chiroui;
mlat. cervüla. [DE 254. Eguilaz 374.
ML 1697 a.
1096. Ar. karja:
'Dorf ; hieraus mit ar. Art. sp. alcaria,
alqueria 'Meierhof ', pg.a^jtteWa'Scheune,
Haus zum Aufbewahren der landwirt-
schaftlichen Geräte' [Constancio Dicc
59 a].
1096 a. Ar. karkal:
'Weiberhemd' soll das Grundwort zu
mlat. *ca>-cannum, prov. carcan, afrz.
charchan, chercant, frz. carcan 'Hals-
eisen' sein; vgl. G. Meyer, Etymologi-
sches Wörterbuch der albanesischen
Sprache. Straßburg 1891. S. 178.
1097. Tk. karman:
'Tasche' [nicht osm.]; hieraus russ.
karman 'dass.', klruss. karman 'dass.',
poln. (alt) korman 'Kleiderdecke gegen
den Regen', weißruss. kormannik 'Dieb'.
— [Nach Bern SlEtWb 490 soll das tk.
Grundwort selbst aus dem Russischen
entlehnt sein, doch scheint die hier an-
gegebene Richtung der Entlehnung ohne
Schwierigkeit möglich zu sein; vgl.
Mikl SlEtWb 112 b. Gorjajew 1.35.]
1098. Ar. kam:
'Horn'; hieraus sp. carne, beim Taba-
spiele [s. hier Nr. 1962] die Seite des
Knöchels, die etwas konkav ist und
ungefähr die Form eines lat. S hat.
Dicc Gast 475 b [lautlich mit sp. carne
<^ lat. carnem 'Fleisch' zusammenfal-
lend].
1099. Hind. karor:
Geldbetrag von lOÖ Lakhs [s. hier
Nr. 1295], also 10 Millionen; hieraus
angloind. crore. Eine Crore Rupien
war viele Jahrzehnte lang der genaue
Gegenwert einer Million Pfund Sterling;
engl, a crore of rupees. [Hobson-Jobson
276.
1100. Sskr. karpfira:
Ein Baum, Ginnamonum Camphora, aus
Formosa stammend; schon präkrit mit
Assimilation kai)püra; hieraus ar. käfür,
Grundwort für die europäischen Ent-
sprechungen: mlat. camjjhora, rum.
camfora, it. (alt) cafura, (neu) cänfora,
frz. caynphre, sp. pg. cänfora, alcanfor;
ndl. kamfer, mhd. gaffer [ohne ein-
geschobenes m oder w!], r\\i<Msch. Kam-
pfer, engl, camphor; luss.kamfora, bulg.
kamfora, serb. kamfor, poln. kamfora,
kanfora, t&ch.kafr. [Vgl. ngr. Kaqpoupd.j
[DE 84. Eguilaz 131. ML 4656. Kluge
224. Gorjajew 130/131. Bern SlEtWb 468.
1101. Ar. karräz:
'Krug mit engem Halse', also wohl ge-
eignet, das Wasser frisch zu halten
[vielleicht aus dem Pers. JA (8) I, 545;
Lammens Faruk 961]; hieraus mit ar.
Art. sp. pg. alcarraza 'irdener Krug,
Wasserkühlgefäß' [dass. wie albarrada,
s. hier Nr. 249; DE 86/87], prov. alca-
razas, frz. alcarraza. — „Diese werden
von Frauen [sc. Spaniens] besonders im
Zustande der Schwangerschaft gern zer-
brochen und gegessen ; der Genuß ihrer
Scherben soll gleichzeitig auch die Haut
weiß färben." Dtsch. Rundschau für
Geographie. Wien-Leipzig. XXVH, 126.
[Eguilaz 133. Devic DEt 7. Lammens
Rem 7/8. ML 4743.
1102. Sskr. karsa:
Ein Silber- oder Goldgewicht von '/400
Tulä; über tamul. oder konkani käsu
wurde zunächst pg. caixa 'Münze von
3 Reis' [Constancio Dicc 204 c] und
hieraus engl, cash, Bezeichnung für jede
kleine Münze in verschiedenen Teilen
Ostasiens; in China ist seit mehr als
zwei Jahrtausenden der runde, mit einer
zentralen viereckigen Durchbohrung ver-
sehene Käsch typisch. Über seine Ge-
schichte vgl. MÜLLER in MSOS XXH,
ostasiat. Abtlg. S. 10 ff. Hobson-Jobson
167/168.
[Ar. karsana.
1103. Ar. karsana:
Name einer Pflanze, entweder 'sciiwarze
Wicke, Vicia sativa' oder 'Erve, Ervum';
hieraus sp. alcarcena [= yero 'dass.'
Dice Gast 111b; DE 85].
1 104. A.r k3.rtfts •
Tapier' [aus gr. xäpTti? ZDMG LI, 301] ;
hieraus pg. cartaz 'Anschlag-, Theater-
zettel' [niclit 'Tüte', wie ML 1866 hat,
dies heißt viehnehr cartuxo], mit ar.
Art. sp. alcatraz, alcartaz 'Tüte'. —
DE 87. Eguilaz 134.
1105. Ar. ka's:
[Wahrscheinlich aus aram. käsä, dazu
vgl. ass. käsu 'Becher' ZAkkFW 34]
'Becher, Kelcli, Glas', ebenso pers. käsä;
hieraus rum. chisea 'Einmachglas' und
vielleicht russ. kosuha 'Becher' [Gorjajew
XXXIX].
1106. Ar. kas'a:
'Großer und tiefer Napf, Speiseschüssel
für zwei Personen', vulg. ausgesprochen
kafat; hieraus siz. cassala, eine Süfsig-
keit, deren Hauptbestandteile Butter-
milch und Sandkuchenteig sind, eine
Spezialität von Palermo. [GrSVociSic 232.
1107. Hebr. käsaß:
'Er hat abgeschnitten, zerstückelt'; hier-
aus gaunerdtsch. Katzoff [mit anschei-
neml sla vischer Endung, talsächlich durch
die neuhebräische Aussprache des aspi-
rierten h bewirkt], Spottname für Flei-
scher, Metzger. [Ave-L IV, 4.50.
1108. Ar. kasaba:
'Festung, Zitadelle' [vom Vb. kasaba,
dass. wie hier Nr. 1107; eigentlich also
'das von der Stadt Abgeschnittene, ab-
seits Gelegene']; hieraus sp. alcazaha,
pg. alcagova, frz. casbah, casba, casauba
'dass.' [bes. in Nordafrika, z. B. die be-
rühmte Kasba von Tunis, vgl. Bädeker,
Unteritalien.". (1906) S. 459]; angloind.
cnsbah 'Hauptplatz einer pergunnah'
[s. hier Nr. 1633]. [DE 90, Devic DEt
87. Lammens Rem 79.
1109. Ar. kasafa:
'Mit Geschrei herumspringen': von die-
sem Stamme ar. *knsaifa 'Ort der Aus-
schweifung'; hieraus mit ar. Art. pg.
alcoceifa 'Bordell; Stadtteil, wo sich
diese befinden', [mit Abfall der letzten
Silbe] pg. alcouce 'BordelP [Constancio
Dicc 46 c; 47 c].
1110. Ar. kasd:
'Absicht'; hierzu adverbialer Akkusativ
kasdan 'absichtlich', ebenso präpositio-
naier Ausdruck 'an kasdin 'absicht-
lich', tk. kasden, en kasden; hieraus
bulg. kästen, enkasten, enkast, serb.
käste, kästen 'absichtlich'. [Bern SlEt
Wh 492.
1111. Ar. kasdir:
'Zinn', hieraus gr. KaoaiTepoi; und die
slav. Benennungen des Zinns: bulg.
kositro, kositnn, serb. kositar, kositer;
auch rum. cositoriü (Walachei). [Bern
SlEtWb 581.
1112. Hebr. käser:
'Gerade, recht sein', hierzu part. praes.
act. köser 'rein, gerade', jüd.-dtsch.
koscher 'rein' gemäß den Speisegesetzen,
aber auch fig., z. B. 'das ist nit so ganz
koscher'' = 'da steckt etwas dahinter,
das ist nicht ganz richtig und ehrlich';
ndl. koscher, kauscher; poln. koszer(ny)
'rein', Vb.A-osseroj^'ac 'reinigen, waschen'.
1113. Hebr. käsiu :
'Richter, Führer' [wurzelverwandt mit
ar. kädi, s. hier Nr. 984], in moderner
Aussprache közin 'reicher Mann'; hier-
aus jüd.-dtsch. 'ein dicker, fetter Koze',
in Berlin : so'n Jroßkoz 'einer, der sich
viel auf sein Geld einbildet'.
.1114. Ar. kasis:
'Christlicher Priester' [wie der Begriff
aus dem syr. kasisa] ; hieraus pg. caciz
'dass.' [Constancio Dicc 201a; DE 244].
1115. Tk. kaskawal:
'Eine Art Käse' [Kelekian Kämüs 928b;
wohl aus it. caccio cavallo]; hieraus rum.
ca§caval 'Quarkkäse'.
1116. Sskr. käsmiras:
Kasmir ist eine Stadt und ein größeres
Gebiet im nordwestlichen Indien, wo
Schals in vorzüghcher Qualität her-
gestellt wurden. Hieraus engl, cashmere,
ndl. cachemir, dtsch. Kaschmir (früher
Kasimir); it. casimiro, sp. casimiro, pg.
Casimir a, frz. cachemire; russ. kazmir,
kasemir, poln. kazmirek, cech. kazimir.
[Bern SlEtWb 496.
1117. Ar. kasr:
'Schloß, Burg' [aus lat. Castrum, gr.
Kdaxpov ZDMG LI, 316]; hieraus mit
ar. Art. sp. pg. alcäznr 'dass., Kastell';
pg. cagarete 'Teil des Zugnetzes mit
Sack'(?); it. cdssero 'kleines Schloß', siz.
cässaru 'Hauptstraße'. [In Palermo und
in anderen Städten nennt das Volk den
Hauptkorso so]. [DE 90. Eguilaz 135.
ML 6895. ZfromPh XXV, 503. GrS
VociSic 232.
1118. Ar. kassäb :
'Metzger' [vom Vb. kasaba 'schneiden',
s. hier Nr. 1108], ebenso tk.; hieraus
rum. casap 'dass.', casapie 'Metzgerei',
bulg. kasap, kasapiii, kasab 'Metzger',
serb. kasap, kasapin 'dass.', bulg. serb.
kasapnica 'Schlachtbank'. [Bern SlEt
Wb 492.
1119. Mal. kasuwäri:
[Pijn 143: soewa7-i] 'Ein großer strauß-
ähnlicher VogeP, Casuarius galeatus,
Tk. kasyk.]
90
der auf den Inseln Ozeaniens heimisch
ist. Das Wort ist in alle europäischen
Sprachen übergegangen: engl. cassowari/,
schwed. dän. kasiiar, ndl. casnaris, ka-
suaris, dtsch. Kasuar (früher Kossebares) ;
sp. casoar, casiiel, pg. casicar, it. casua-
rio, frz. casoar; russ. kazuaru. — Wegen
der Ähnlichkeit seiner Blätter mit den
Federn des Kasuars heifst ein im ma-
layischen Archipel wachsender Baum
schon mal. pöhon kasuwärl 'Kasuar-
baum', ebenso lat. Casuarina L., engl.
casuarina. frz. casuarine. [Devic DEt
88. MMM 14. JAOS XVII, 125/128.
1120. Tk. kasyk:
'LöfleP [vom Stamme kas 'reiben, schar-
ren, graben' Vämbery TktEtWb S. 20,
Nr. 22 II]; hieraus serb. kasika 'dass.,
Holzlöffel'.
1121. Tk. kat:
'Lage, Stockwerk' [vom Stamme kat
'anreihen, hinzufügen' Vämbery TktEt
Wb S. 85, Nr. 88]; hieraus rum. cat
'Stockwerk', vielleicht aitä 'Falte'; bulg.
serb. kat 'Stockwerk'.
1122. Ar. katäm:
'Habicht'; hieraus mit ar. Art. sp. alco-
tän 'Lerchenfalke, Falco subbuteo L.'
[Dicc Gast 113 b; DE 94].
1123. Pers. käthudä:
Tk. Schreibung für kädhudä 'Ortsvor-
steher' [aus pers. käd 'Haus' Horn Np
Et S. 188, Nr. 844 und hudä 'Herr', s.
hier Nr. 876], tk. Aussprache kjaja, ke-
haja 'dass.'; hieraus lum. chihaiü 'dass.'.
1124. Ar. kati'a:
'Herde' ; hieraus mit ar. Art. pg. alcatda
'Meute (Hunde), Rudel (Wölfe), Schar
(Spitzbuben)', auch alcateia [Constancio
Dicc 45 c; DE 87].
1125. Ar. katifa:
'Samt, Teppich', tk. kadife; hieraus
bulg. kadife, serb. kadifa 'Samt, Plüsch';
rum. catifea, cafifehtjä 'Samt', mit ar.
Art. sp. alcatifa, pg. aJcatif, alcatifa
'Teppich'; hieraus angloind, alcatif'lang-
haariger Teppich'. — Ar. plr. kata'if
'Nußkonfekt, Nudeln', ebenso tk. kada'if
'verschiedene süße Speisen in Nudel-
oder Scheibenform' [über deren ver-
schiedene Arten s. SEIF in MO XVII,
142]; hieraus rum. cataif, carfat/" 'Mehl-
kuchen [mit Fadennudeln und Rahm]'.
[DE 88. Eguilaz 135. ML 4683. Bern
SlEtWb 466. Hobson-Jobson 11.
1126. Hebr. kätön:
'Klein' ; dieses Wort kommt in dem
ndl. Ausdruck houd je maar katoen
'halte dich mal ruhig oder stille!' vor.
1227. Ar. katrä:
'Stück (Fleisch, Fisch oder ähnl.)' ; hier-
aus mit ar. Art. pg. alcatra 'Hinterviertel
eines Ochsen'. Ar. plr. katrät; hieraus
pg. alcatraie 'Kielpflock (ein Teil des
Kiels am Schiffe)' [Constancio Dicc 45c;
DE 88/89].
1128. Ar. katrä :
'Teer' [vom Vb. katara 'tropfenweise
fließen', vgl. dazu aram. 'atränä 'Teer'
< ass. etränu 'dass.' ZAkkFW 60] ; hier-
aus z. T. über tk. katran 'dass.': rum.
catran 'Teer, Gift und Galle', cäträni
'teeren', it. catrame 'Schiffsteer', afrz.
cotran, nfrz. guitran, goudi-on, prov.
catran, sp. alqtiiträn, pg. alcaträo 'Schiffs-
teer'; bulg. serb. katran, serb. katram
'Schiffspech', russ. katran 'Erdpech'.
[DE 186. Eguilaz 251. ML 6902. Bern
SlEtWb 494.
1129. Zigeuu. katsTiua:
'Wirtshaus, Schenke' [Fink, Lehrbuch
des Dialekts der dtsch. Zigeuner. Mar-
burg 1903. Glossar s. v. Vgl. auch
Jesina, Romäüi Gib. ^. Leipzig 1886.
S. 84 b: Iröma < öech., s. MSISI 278] ;
hieraus gaunerdtsch. Kaschemme 'ge-
wöhnliche Kneipe', katschänme [Ave-L
IV, 554].
1130. Ar. kattära:
'Destillierkolben' [vom Vb. kattara
'destillieren', II. Form von katara s. hier
Nr. 1128]; hieraus mit ar. Art. sp. alqui-
tara 'Destilliergefäß' [= alatnbiqne, s. hier
Nr. 79. Dicc Gast 137 a. DE 186].
1131. Tk. katyr:
'Maultier'; hieraus rum. cat'ir 'dass.',
catirä 'Mauleselin'; bulg. katzr, serb.
katura, russ. (dial.) katjer 'Maultier'.
[Sain48. Gorjajewl36. Bern SlEtWb 495.
1132. Ar. kaukab:
'Stern', eigentlich k. simäli 'Nordstern',
d. h. Polarstern. Der Name wurde durch
Verwechselung auf den Stern ß über-
tragen, der jetzt Kochab heißt. [Ideler
Stern n 14.
1133. Hind. kauri:
Od. kaiidl [aus sskr. kaparda] 'eine
kleine weiße Muschel Cypraea moneta',
die in einem großen Teil Asiens und
Afrikas als Geld in Umlauf ist. Ihr
Wert ist Schwankungen unterworfen,
z. B. werden bei den Haussa 11 bis 18,
an der Togoküste 40 und an der Gold-
küste 20 Stück gleich einem Pfennige
gerechnet [vgl. Globus LXIX, 374 Anm. 2].
Hieraus engl.cowry, dtsch. Kaurimuschel,
frz. cauris, sp. cauris, pg. cauril, caiirim,
coril [Constancio Dicc 237 c]. [Hobson-
Jobson 269/271. John E. Hertz, Über
Verwendung und Verbreitung der Kau-
rimuschel. In Mitteilungen der Geo-
graphischen Gesellschaft in Hamburg
1880/81.
91
[Tk. kawaV.
1134. Tk. kawak:
'Pappel' [vom Stamme kab, kav 'auf-
stehen, aufheben, gewölbt, stolz' Väm-
b6ry TktEtWb S. 64, Nr. 71 I]; hieraus
bulg. kawak 'dass.', ditv kawak 'Espe',
lioln.kawak 'it.Fappel'. [Bern SlEtWb 495.
1135. Tk. kawal:
'Flöte'; hieraus rum. caval 'Schalmei,
Hirtenflöte', bulg. kawal 'dass'., serb.
kawal 'kurze Flinte, Stutzen' [sicherlich
unter Einwirkung von Kavallerie, Ka-
vallerist entstanden, da diese Karabiner
tragen]. [Bern SlEtVVb 495.
1136. Tk. kawata:
'Rundes, hohles Holzgefäfs' [aus frz. cu-
vette]; hieraus rum. covatä, covafä, co-
bejä 'Backtrog, Backmulde'.
1137. Tk. kawuk:
'Mütze' [vom Stamme kah, kaw 'an-
schwellen, hohl' Vämbery TktEtWb S.65,
Nr. 71 I]; hieraus rum. cauc 'Mütze,
Samthut', caucgiü 'Hut- und Mützen-
fabrikant'.
1138. Tk. kawun:
'Melone' [vom gleichen Stamme wie
Nr. 1 137]; hieraus klruss. kavun 'Wasser-
melone', Y>o\n. kau'on, ßech. kavon 'dass.'.
[Bern SlElWb 495. Gorjajew 126.
1139. Ar. kaTvwäd:
'Zuhälter, Kuppler' [vom Vb. käda 'füh-
ren' s. hier Nr. 1006, II. Form kawwada
'zuführen']; hieraus prov. alcaot, alcavot,
arcabot, kat. alcabot, arcabot, sp. alca-
huete, pg. alcoveto, alcoviteiro 'Kuppler,
Bordellwirt', pg. alcayote [Constancio
Dicc 46 a] 'dass.', Vb. sp. alcahuetar,
pg. alcovitar, alcayotar 'verkuppeln'.
[DE 79. Eguilaz 126. ML 6903 (wo
qawwadKvL^'p&\Q \ irrtümlich stellt; schon
Körting s. v. al-kanväd hat richtig
'Kuppler').] Christoph Gebhardt, Das
arabische Etymon einiger romanischer
Wörter. Progr. Gymn. Greiz 1912. S.9/10.
1140. Tk. kawwas:
'Türhüter, Diener der Gesandtschaften
in der Türkei' [vom ar. kaus 'Bogen',
Berufsnamen kawwäs eigentlich 'Bogen-
schütze'] ; hieraus bulg. sei'b. kawaz, bulg.
kavazin 'Polizeidiener; dtsch. Kaimß,
frz. cavasse 'Konsulatswächter'.
1141. Mal. käyulängit:
'Ein Schatten spendender Baum, Ailantus
glandulosa Desf.' [aus mal. käyu 'Baum'
Pijn 173 und längit 'Himmel, Firma-
ment, Baldachin' Pijn 203]; hieraus
unter Abfall des anlautenden k [vgl.
hier Nr. 1063] der botanische Name,
engl, ailantus, ailanthus, frz. ailante
oder langit, ailanthe [in europäischen,
bes. französischen und deutschen, sowie
amerikanischen Städten als Schattenbaum
häufig gepflanzt]. [JAOS XVII, 105/180.
1142. 3IaI. käyupfitih:
Ein Strauch aus der Familie der Myr-
taceen, Melaleuca leucadendron [auch
schon mal. 'weißer Baum', da er wie
die Birke weiße Rinde zeigt] ; aus seinen
Blättern und Zweigen zieht man durch
Destillation ein flüchtiges Öl von durch-
dringendem Gerüche: frz. htiile de caje-
piit, auch kurz cajeput, pg. cajeput, engl.
cajeput, cajuput 'Kajeputöl'. Es wird
in der Medizin gegen Wechselfieber und
in der Industrie zur Herstellung von
Firnis gebraucht. [MMM 9. Devic DEt
76. JAOS XVII, 120/123.
1143. Tk. kazak:
'Landstreicher, Vagabund, Nomade' [in
diesem Sinne veraltet, vom Stamme kaz
'umherirren' Vambery TktEtWb S. 22,
Nr. 23 ; jetzt nur noch in weicher Form
gezmek 'spazieren gehen'] ; hieraus russ.
kazak, kozak, bulg. kazak, poln. kosak,
dtsch. Kosak, Bezeichnung für die süd-
russischen Steppen- und Reitervölker;
engl, cossack, angloind. mit der Bedeu-
tung 'Freibeuter, plündernder Reiter',
rum. cazac 'Kosak', cazachiu 'russ.
Weinhändler, Kosakenmütze'. Hieraus
auch die Kleidernamen: russ. kazakin
'Art Halbrock', öech. hazuka 'Mönchs-
kutte, Oberkleid, Decke', poln. hazuka
'Frauengewand'; mhd. kasugele, kusuckel
'Mefjgewand', kasacke 'kurzer Reiserock',
nhd. Ä'rtsacfcCjacke in der Damenmode),
engl, cassock 'langer Priesterrock, Sou-
tane'; nlat. cazaca, it. casacca, hz.casa-
qne, sp. pg. casaca 'lange Überjacke'.
[Gorjajew 127. Bern SlEtWb 377 und
496. Hobson-Jobson 262.
1144. Tk. kazau:
'Kessel' [vom Stamme kas, km 'reiben,
scharren, graben' Vamberv TktEtWb
S. 20, Nr. 22 II; eigentlich 'Vertiefung'];
hieraus russ. kazan 'dass., bes. Brannt-
weinkessel', klruss. bulg. serb. poln. (dial.)
kazan 'Kessel, Bassin'. Auch die russ.
Stadt Kasan a. d. Wolga hat ihren Na-
men wegen ihrer Lage hierher. Rum.
cazan 'Kochkessel', cäzänärie.
1145. Tk. kazma:
'Hacke' [vom gleichen Stamme wie hier
Nr. 1144]; hieraus rum. cazma 'Spaten,
Doppelhacke'.
1146. Tk. kazyk:
'Pfahl' [Kelfekian Kämüs 927, vom glei-
chen Stamme wie Nr. 1144 und 1145,
vgl. öag. kazik, kazuk 'Pflock', eigentlich
'das Eingegrabene'] ; hieraus bulg. Ä;azU',
serb. kaziik 'Pfahl'. [Bern SlEtWb 496.
1147. Ar. kazz:
'Robseide, Flockseide' [aus pers. käz,
gäz ZDMG L, 640]; hieraus sp. gasa
'durchsichtiges feines Leinen- od. Seiden-
Tk. keCe.]
92
gewebe', frz. gaze, dtsch. Gaze 'dass.',
rum. hasa [über das Tk.] 'Kaliko'. —
[Die ältere Etymologie, s. hier Nr. 702,
so auch noch ML 3710]. — MWiD 94.
114S. Tk. kece:
Tilz, Teppich' [Kölekian Kämüs 1015] ;
hieraus serb. ceca Tilz', keca 'wollenes
Obergewand der Berghirten zum Schutze
gegen Regen', poln. (dial.) kieca, kiecz
'Frauengewand, Soldatenmantel' [wohl
über uug. kecse 'Art Mantel'] und an-
dere Ableitungen. [Bern SlEtWb 498.
1149. Hebr. k^d^ui:
'Osten' ; hieraus gr. Kabjuia, Kobiaei'a zur
Bezeichnung des Zinkerzes [vgl. Edmun-
dus Ries, Quae res et vocabula a gentis
semiticis in Graeciam pervenerint, quae-
stiones selectae. Vratislaviae 1890. S. 6];
mit Wechsel von d zu l [wie gr. äbd-
|naq > ar. almäs ZDMG LI, 295; gr.
bciKpu > lat. lacrima; lat. Elisabeth >
sp. Ysabel] mlat. calamina; Grundwort
zu it. calaminaria 'kieselhaltiges Zinkerz',
afrz. chalemme, nfrz. calamine, it. gella-
mina, sp. pg. calamina; engl, calaniin,
mhd. kalemine, dtsch. Galmei 'Kiesel-
zinkspat'. [Romania XXXIII, 605;
XXXVIII, 371. ML 1453.
1150. Syr. kefal:
'Aufdecken, abdecken, ziehen'; hieraus
wohl mit Anlehnung an niederdtsch.
fillen 'das Fell abziehen' [von vel 'Fell']
gaunerdtsch. Kafiller 'Schinder'. [Seiler
DKiL IV, 490.
1152. Tk. kel:
'Kahl; Flechte, Grind' [vom Stamme il
'glänzen, strahlen' Vämbery TktEtWb
S. 119, Nr. 126 All]; hieraus bulg. kel
'Grind, Räude', serb. cela 'Glatze, Kahl-
kopf; rum. chel 'kahl', chelie 'Glatze,
Kahlköpfigkeit' [wegen chelbas s. hier
Nr. 1023]. [Bern SlEtWb 499.
1153. MaL kelädi:
'Eine Art Aronstab mit eßbarer Wurzel,
Colocasia Vera' [Pijn 179 a]; hieraus der
botanische Name lat. caladium, engl.
caladiiim, frz. caladion, sp. caladio
'Pflanze, die in den feuchten Land-
strichen Südamerikas wächst' [Dicc Gast
418 c]. [Devic DEt 77.
1154. Hebr. kelaf:
'Rinde, Schale', hieraus [oder aus dem
plr. kelaf ö^] schon im Rotwelsch des XV.
und XIV. Jahrhunderts klaffot 'Kleid';
jetzt gaunerdtsch. Kluft 'Anzug', auch
in der Studentensprache und dial. weit
verbreitet. [Kluge 246 s. v. Kluft 2.
Ave-L IV, 556.
1155. Mal. kelenibak:
'Ein Baum Ostindiens mit wohlriechen-
dem Holze, Aquilaria' [Pijn 180 u. 201];
hieraus frz. calambac, calambart. Über
tk. kalembek [Kelekian Kämüs 969, wo
der Name auf die Bezeichnung einer
Insel des ind. Archipels zurückgeführt
wird] ergibt sich rum. calembec 'dass.'.
Der Baum heißt auch frz. garo [aus mal.
gahäru oder gärü], hieraus vielleicht
frz. garou 'Rinde einer Art Lorbeerbaums,
Daphne gnidium, rispiger Seidelbast',
die man als blasenziehendes Mittel ver-
wendet [andere Ableitung aus mlat.
tvargus]. [Devic DEt 77.
1156. Tk. kelepir:
'Zu billigem Preise gekauft' [Kelekian
Kämüs 1033 a; ursprünglich kelebir
'Finderlohn' < cag. telebir, tülebir 'dass.'
vom Stamme töl, tül 'entgegen, Ersatz,
Lösegeld' Vämbery TktEtVVb S. 187,
Nr. 200]; hieraus rum. chilipir 'Gelegen-
heitskauf, chilipirgiü 'Glücksritter'.
1157. ig:, kenii:
Od. klmt, kopt. kemi 'schwarz' war die
Bezeichnung des Landes Ägypten [dar-
aus auch der Name des dritten Nach-
kommen Noas, Harn 'der Schwarze',
hebr. allerdings in 'der Heiße' umge-
deutet] ; hieraus entstand ar. ktmija'
zunächst zur Bezeichnung des 'Steins
der Weisen' [also im Sinne von ikslr,
s. hier Nr. 903, gebraucht, vgl. GILDE-
MEISTER in ZDMG XXX, 534/538],
dann 'Scheidekunst, Chemie'. Aus dem
Ar. kommt: it. alchimia 'Goldmacher-
kunst' [fast synonym zu inganno 'Be-
trug'], alchimia 'ein aus Messing, Kupfer
und Erz zusammengesetztes Metall',
modern chimica, arte chimica 'Chemie',
frz. alnhimie, chimie, sp. pg. alqtdmia;
dtsch. Alchimie [für Alchimisterei heißt
es bei Schuppius zur Verspottung dieser
Afterwissenschaft ungemein treffend :
'Allkühmisterei', vgl. Andresen DVE 34],
Chemie, ndl. alchimie, engl, alchemy, al-
chimij, Vb. to alchemise, chimistry. —
[Die ar. Lexikographen leiten ar. kimija'
vom Vb. kamä 'verbergen' ab, also im
Sinne von 'verborgener Kunst'.] [POTT
in ZDMG XXX, 6/20. Mahn EtUnt 81/85.
Devic DEt 7. Kluge 10.
1158. Tk. kep :
'Form, Figur' [nicht osm. Vämbery Tkt
EtWb S. 95, Nr. 101, nur altosm. gib
'Ebenbild, Bild, Ähnlichkeit', Vämbery
Altosmanische Studien 169, und jaku-
tisch, ujgurisch, mongolisch, ung. usw.,
s. Gombocz, Die bulg.-tk. Lehnwörter in
der ung. Sprache. In Memoires de la
Societe Finno-Ougrienne XXX, 93 f.];
hieraus altsl. kjäp 'Bild', serb. kip 'Zei-
chen, Figur', poln. kep 'dass.', russ. ka-
pisce 'Götzentempel' ; rum. capi§te 'dass.'.
[Gorjajew 132. Bern SlEtWb 486.
WuS 143/144.
93
[Tk. kepeneg.
1159. Tk. kepeneg:
'Regenmantel, Kapuze' [fehlt bei Kele-
kian Kämas, aber bei A. Hindoglu, Dic-
tionnaire Turc-Franqais. Vienne 1838.
S. 383 b; vom Stamme kap, kep 'zu-
decken, verhüllen, Kleid' Vämbery Tkt
EtWb S. 77, Nr. 811]; hieraus rum.
chepeneag 'Mantel' ; bulg. kepeneg 'dass.',
russ. kobenjak 'Kapuze, Tasche, Sack',
klruss. kepenak, kepen 'ung. Rock', serb.
kepen 'Mantel', poln. kopeniak 'ärmel-
loser Mantel'; dtsch. Köpernick 'Art
Hemd' [bayr. Dial. Gebenek], [Bern
SlEtWb 500.
1160. Tk. kepeng:
'Innerer Fensterladen' [K61ekian Kämüs
1010 b; vom gleichen Stamme wie Nr.
1159]; hieraus rum. chepeng 'Falltür'.
1161. Mal. keramunting:
'Ein Baum, dessen rotschwarze, runde
und süße Früchte gegessen werden:
Adhatoda', eine Akanthacee [Pijn 177];
hieraus frz. carmantine, carmentine [auch
noyer des Indes, n. du Ceylan genannt],
Adhatoda vasica Nees. (Justicia Adha-
toda L.); der Strauch wird zu Hecken
und zur Maskierung von Mauern ver-
wandt. [Devic DEt 86.
1162. Tk. kereste:
'Bauholz' [Kölekian Kämtis 1020 b];
hieraus rum. cherestea 'dass., Gebälk',
cherestegiü 'Holzhändler'.
1163. Mal. kens:
'Eine Art Dolch' [Pijn 177], dessen
Schneide etwa 10 bis 15 Zoll lang, am
Griffe breit ist und spitz ausläuft; der
Kris ist zweischneidig, entweder grade
oder mehrfach gekrümmt und manch-
mal vergiftet; sein Griff ist aus feinem
Holze oder Knochen gemacht und ge-
wöhnlich geschnitzt, z. B. als Schlangen-
kopf; die Malayen tragen ihn an der
rechten Hüfte. Das Wort ist in die
meisten europäischen Sprachen überge-
gangen: ndl. kris, kirris 'Schwert',
angloind. crease, cris, engl, creese, Vb.
to crease 'erdolchen', dtsch. X?7s,schwed.
kris; sp. pg. cris [z. B. Camoes Os Lu-
siadas X, 44, Vers 6], pg. crisada, cri-
zada 'Stich mit dem Kris' [Constancio
Dicc 331 c], frz. kriss, criss. [MMM 30.
Hobson-Jobson 274/275. JAOS XVIII,
67/70.
1164. Tk. kertik:
'Einschnitt' [Kelekian Kämüs 1019b;
vom Stamme kir, ker 'hineingehen,
hineinpassen', Kausativ kert-, Vämbery
TktEtWb S. 100, Nr. 108]; hieraus rum.
chertic 'Einschnitt, Kerbe'.
1165. Hebr. kerüß:
Plr. kerü^im, Bezeichnung von Engeln
mit flammenden Schwertern [nach König
HWB 188 a von einem Stamme *karuha,
parallel dem ar. karuma 'edelmütig sein',
also 'Glanzerscheinung' als Repräsentant
undVermittler derWeltgegenwart Gottes] ;
in alle europäischen Sprachen überge-
gangen: engl. Cherub 'Engel, hübsches
Kind' [plr. in der letzteren Bedeutung:
Cherubs], dtsch. Cherub, Cherubin; frz.
cherubin; russ. heruwim.
1166. Hebr. kesil:
'Dumm, töricht' [ursprünglich 'dick,
fett']. Als Teekessel ist das Wort in
der dtsch. Studentensprache gebräuch-
lich; im XVIII. Jahrhundert hießen in
Halle die dem eigentlichen Burschen-
leben fernbleibenden Studenten Mucker
oder Teekessel [Kluge, Studentensprache
10], als Schülerausdruck für Lehrer ist
Kessel noch heute verbreitet, bes. in der
Provinz Sachsen [ZfdWf I, 44]; vielleicht
hängt auch der Name Teekessel für ein
Ratespiel hiermit zusammen. — Die
Bedeutung 'Teekessel' = 'fade, weich-
lich' ist wahrscheinlich in Anlehnung
an das Schimpfwort 'Teigesel' entstanden.
[GÖTZE iu ZfdWf VHI, 101/102.
1167. Tk. keskek:
'Grütze, die mit in Stücken geschnittenem
Fleisch gekocht ist' [Kelekian Kämüs
1029 a] ; hieraus rum. che^chet 'Art Suppe'.
1168. Hebr. ke&Ißä:
Aram. Partizipialform des Vbs. käba^
'schreiben', also 'Geschriebenes', in jüd.
Aussprache keslwö und mit dtsch. En-
dung gaunerdtsch. Kassiber 'heimliche
Mitteilung eines Gefangenen an die
Außenwelt oder umgekehrt'.
1169. Hind. khoprä:
[Verwandt mit khapnä 'trocknen'] ; hier-
aus malayälam koppara, angloind. cop-
rali 'der getrocknete Kern der Kokos-
nuß', dtsch. Kopra. — [Ableitung aus
sskr. kharpara 'Schädel' ist weniger
gut.] [Hobson-Jobson 253/254.
1170. Chili, kiän-kien:
Soll nach Jacob EMA 97 Grundwort
für dtsch. Kokon 'Seidein-aupengespinst',
engl, cocoon, frz. cocon sein. — [Gewöhn-
lich auf frz. coque <^ lat. concha zurück-
geführt]
1171. Ar. kibrit:
'Schwefel' [Fremdwort aus dem aram.
kehribä <^ ass. kuprltu 'Schwefel', dieses
möglicherweise aus kupru, s. hier Nr. 727,
vgl. ZAkkF W 60] ; hieraus mit ar. Art.
sp. alcrebite 'dass.'; in der Bedeutung
'Schwefel-, Streichhölzchen' tk. kibrit;
hieraus rum. chibrit 'dass.', chibritelnifa.
— DE 95.
1172. Ar. kifäl:
Name einer Vene [möglicherweise ein
Fremdwort, aber jedenfalls nicht aus
Ar. kijät'a.]
94
gr. K€9a\iKr| von KcqpaXr) 'Kopf, da
dieses Wort bei gr. Autoren in anato-
mischem Sinne nicht vorkommt] ; hier-
aus wurde von den schreibenden
Analomen des MA Vena cephalica ge-
macht, was um so näher lag, als bei
Kopf leiden aus dieser Ader Blut gelassen
wurde. [HArHebrAn 96/98.
1173. Ar. kijäfa:
Ebenso tk. kijafet 'Kleidung, Gewand,
Tracht' [eigentlich 'das Wie, die Wie-
heit' aus kaif 'wie', s. hier Nr. 1007];
iiieraus rum. caifet 'Gestalt, Kleidung'.
1174. Ar. kijäs:
'JMali' [vom V'b. käsa 'messen']; hieraus
mit ar. Art. sp. alqiiez 'Weinmaß von
12 cäntaras' [Dicc Gast 136 c], pg. al-
quies 'Maf3 der Gerber, ein Stock, mit
dem sie die zu verkaufende Sohle ab-
messen' [Constancio Dicc 59 b]. — DE 185.
1174 a. Ar. kil:
Od. ^-«17 'Maß', bes. für Getreide [vom
Vb. käla 'messen'], tk. ebenso kile; hier-
aus rum. chilä 'Getreidemaß', in der
Walachei 680 1, in der Moldau 430 1.
Aus dem Ar. unmittelbar mit ar. Art.
und Wechsel der Liquiden l r wurde
pg. alqueire 'Getreidemaß', Ve ^^^^
^l^^moto [Constancio Dicc 59a]. — DE 184.
1175. Tk. kil:
'Ton' [aus pers. gil 'Schmutz, Lehm'
Horn NpEt S. 207, Nr. 927 bis] ; tk. kil
evmeni 'fetthaltige Tonerde' [pharma-
zeutisch benutzt: Bolus armeniaca] ; hier-
aus rum. chilermenea 'dass.'.
1176. Tk. kilim:
'Teppich'; hieraus rum. chilim 'dass.';
bulg. kilim, kelim, serb. kilim, cilim,
poln. kilim, klruss. kilim 'Teppich', russ.
kilim, kelim 'zu Hause gewebter Teppich' ;
dtsch. Kelim 'teppichartiger Vorhang,
Tischdecke'. [Gorjajew 140. BernSlEtWb
503/504.
1177. Jap. kimono:
'Gewand', das durch einen breiten Gür-
tel, obi, zusammengehalten wird und
das in Japan Damen und Herren tragen.
Als Kimono ist das mit weiten Ärmeln
versehene Kleid bei den Damen Europas
als Morgenrock beliebt. [MWiD 135.
1178. Ar. kintär:
Ein Gewicht von 100 Ratl [s. hier Nr. 1 708 ;
aus lat. centenarius, ngr. Kevxrivdpi >
mlat. qiiintale]; hieraus it. cantaro, siz.
cantaiu 'Gewicht von 100 rotuli', qiiin-
tale 'Zentner', frz. prov. sp. pg. quintal
'dass.'; über tk. kantar, das die Bedeu-
tung 'Wage' angenommen hat, wurde
rum. c'mtar 'Sehnellwage', cintargiu
'Wiegemeister'. [Mahn EtUnt 126. DE
327. Eguilaz 425.
1179. Tk. kipciik:
'Rauchtabaksbeutel' [nicht osm., vgl.
cag. kapöak, kipöak 'hohl, leer' vom
Stamme kab 'aufstehen, anschwellen'
Vämbery TktEtWb S. 64, Nr. 71 I], auch
kas.-tat. kapcyk; hieraus russ. kapsuk
'dass.'. [Gorjajew 133.
1180. Tk. kir:
'Schmutz', dazu Adj. kirli 'schmutzig'
[vom Stamme kir 'schmieren, Farbe,
Schmutz' Vämbery TktEtWb S. 89,
Nr. 92]; hieraus bulg. kir 'Sehmutz am
Körper', kirliiv 'schmutzig', russ. kir
'mit Naphtha getränkte Erde'. [Bern
SlEtWb 505.
1181. Ar. kirä':
'Miete, Mietpreis' [Vb. karä 'mieten, ver-
mieten'] ; hieraus mit ar. Art. und Imäla
[ä > e] sp. alquile, alquiler, pg. alquile,
alquiler 'Miete', Vb. sp. pg. alqutlar
'vermieten' [pg. nur bei Tieren gesagt,
sonst alugar <^ lat. adlocare]; über tk.
kira wurde rum. chiriä 'Miete', chirigiü
'Fuhrmann', bulg. kirija 'Fuhrlohn,
Fracht, Miete', kiradzija 'Fuhrmann,
Mieter', serb. kirija 'Miete, Fracht',
kiridzija 'Fuhrmann'. — [ML 4692 sp.
alqueire gehört nicht hierher, s. hier
Nr. 1174a.] [DE 186. Eguilaz 250.
Bern SlEtWb 505.
1182. Ar. kirät:
'Für Gold und Diamanten gebrauchtes
Gewicht' [aus gr. Kepdxiov, dieses nach
der Form der Früchte des Johannisbrot-
baumes, Ceratonia siliqua, eigentlich
'Hörnchen', benannt]; hieraus sp. qui-
late, pg. quirate, quilate; mlat. (bei den
Alchemisten) carrätus, it. carato, frz.
carat, rum. carat; dtsch. Karat, engl.
carat; russ. karat. — [Eine andere Ab-
leitung, die zwar der ursprünglichen
Schreibung Garat besser gerecht wird,
aber dennoch mit Rücksicht auf die
anderen europäischen Formen abgelehnt
werden muß, gibt aus dem Jüd.-Dtsch.
Ave-L IV, 302.] [DE 327. Eguilaz 474.
Devic DEt 85. ML 6906. Kluge 227.
1183. Tk. kireg:
'Kalk' [Kelekian Kämüs 1066] ; hieraus
bulg. kirec, serb. krec 'dass.'.
1184. Pers. kirpic:
Ebenso tk. 'Ungebrannter Ziegel' [Kele-
kian Kämüs 1019]; hieraus russ. Hr^jc
'Ziegel', klruss. kyrpyö, bulg. kerpic,
kirpic, serb. cerpic, cerpic 'ungebramiter
Ziegel'. [Gorjajew 140. Bern SlEtWb 501.
1185. Ar. kis:
[Aus dem aram. kisä <^ ass. kisu 'Geld-
beutel', vgl. ZAkkFW 20] 'Beutel', vulg.
tk. kise, kese 'Börse, Säckchen, Geld-
beutel'; hieraus bulg. kesija 'Beutel,
Börse', serb. kesa 'Beutel, Patrontasche',
95
[Ar. kisä'.
russ. kisa 'Beutel, Mantelsack', kiset
'Tabaksbeutel', klruss. kt/sa, poln. kiesa
'Geldbeutel'. Aus dem entsprechenden
hebr. Wort kis 'Beutel' wurde gauner-
dtsch. Kies 'Geld'. [Gorjajew 140. Bern
SlEtWb 503.
1186. Ar. kisä':
'LeinenstofP und alles, was daraus her-
gestellt ist, bes. 'Mantel'; hieraus asp.
quiza, sp. alquicel, alquicer 'maurischer
Bauernmantel'. [DE 185/186.
1187. Ar. kisma:
'Anteil' [vom Vb. kasama 'teilen'], tk.
kismet; hieraus dtsch. Kismet, engl, kis-
met 'unabwendbares Schicksal'.
1188. Tk. kisinis:
'Kleine getrockneteWeinbeere ohne Kern'
[Kelekian Kämüs 1029; vom Stamme
kis 'drücken, pressen' Vämbery TktEtWb
S. 84, Nr. 87 III] ; hieraus russ. kismiS
'Trauben oder Rosinen ohne Kerne',
poln. kiszniisz 'dass.'. [Bern SlEtWb 505.
1189. Tk. kisui§:
'Koriander' [Kelekian Kämtis 1029; bei
Hindoglu, Dictionnaire Turc-Franqais.
Vienne 1838. S. 391 b auch: kisnig];
hieraus russ. kisnec, klruss. Äryswec 'dass.'.
[Bern SlEtWb 505.
1190. Hebr. kisse:
'Sessel, Thron' [gleich dem ar. kwsl
'Sessel, Stuhl', für welches die ar. Lexi-
kographen eine höchst lächerliche Ety-
mologie geben: aus ar. kirs 'Viehmist',
also 'der Mistige' mit späterer Verdun-
kelung von i zu M, um den Ursprung
zu verdunkeln; vgl. FLEISCHER in
BKSGW phil. bist. Kl. XVIII, 316; in
Wirklichkeit kommt das ar. Wort aus
dem Aramäischen, und das aram. und
hebr. Wort aus ass. kussü 'Thron' <^
sumerisch gnza, vgl. ZAkkFW 8]. Schon
bei den Rabbinen wuder hait ha-kisse
'Haus des Sitzes' als 'Abort' benutzt;
so ist das Wort immer mehr herabge-
kommen, schließlich dtsch. Kitt 'Behau-
sung, Herberge, Bordell, Gefängnis', in
letzterem Sinne vor allem als demin.
/sTiY^c/iew weit verbreitet [Etymologie nach
Ave-L IV, 558; immer noch hesser als
neuere Vorschläge, z. B. von GÜNTHER
in KZ 1925, Nr. 28]; ndl. kit 'Bordell'.
1191. Ar. kit'a:
'Teil, Stück, Portion' [Vb. kata'^a 'schnei-
den'], tk. kyta 'dass.' ; hieraus rum. chitä
'Bündel, Büschel, Portion'.
1192. Tk. kocan:
'Gemüsestrunk' [vom Stamme koc 'stark,
mächtig, groß' Vämbery TktEtWb S. 90,
Nr. 94] ; hieraus rum. cocean 'Mais- oder
Kohlstrunk'; serb. kocen, poln. kaczan,
klruss. kacan, russ. kaöan, kocan 'Kohl-
kopf. [Gorjajew 164.
1193. Tk. koga:
'Groß, alt' [vom Stamme koc, s. hier
Nr. 1192], dazu koskoga 'steinalt, riesig'
[über diese Reduphkation s. Gotthold
Weil, Grammatik der osm.-tk. Sprache.
BerUn 1917. S. 54. Anm. 54]; hieraus
rum. cogeamite, co^cogea'ungehener groß,
pyramidal!'.
1194. Tk. kol:
'Arm' [vom Stamme kar, kor, kol 'Arm,
Hand', Vämbery TktEtWb S. 81, Nr. 85;
vgl. ßuwasisch kol und kul 'Arm']; hier-
aus russ. kulak 'Faust, Faustschlag',
poln. klruss. kulak 'dass.'. — Gorjajew
174. [M. E. ist estnisch kulak erst aus
dem Russ. oder Poln. übernommen und
nicht, wie Mikl SlEtWb 146 und danach
Bern SlEtWb 641 haben, Grundwort.]
1194 a. Hebr. köl:
'Stimme'; hieraus gaunerdtsch. Kohl
'dummes, unwahres Geschwätz', Vb. ver-
kolen 'etwas vorschwatzen, blauen Dunst
vormachen'. [Ave-L IV, 561.
1195. Tk. kolan:
'Gurt, Gürtel'* [Kel6kian Kämüs 987];
hieraus bulg. serb. kolan 'Sattelgurt,
Gürtel'; rum. colan 'Gurt, Frauengürtel'.
[Bern SlEtWb 542.
1196. Tk. kolcak:
'Art Handschuhe, die mit Eisenstreifen
bedeckt sind, Armschienen des Panzers,
wollener Fausthandschuh' [Kelekian Kä-
müs 988 ; von kol 'Arm', s. hier Nr. 1194];
hieraus rum. colceag 'Hülse, Muff'; bulg.
kolcak 'Auflage auf Ellbogen und Knien',
serb. Ä;o?cafc 'Muff, Arm- und Kniewärmer',
russ. kolcak 'Armschienen eines Panzers',
dazu Ableitung kolculia 'Ringpanzer,
Waff'enhemd'. [Gorjajew 152. Mikl
SlEtWb 123. Bern SlEtWb 543.
1197. Tk. kolcan:
'Köcher' [nicht osm.] ; hieraus russ. kol-
can, klruss. koiican, poln. koIczan'Köcher^ .
[Bern SlEtWb 543.
1198. Ind. Koli:
N. pr., Name einer Rasse oder Kaste in
den West Ghats im westlichen Indien,
deren Angehörige sich oft als Arbeiter
verdingten. Hieraus entstand der Name
angloind. engl, coolg, dtsch. Kuli 'Ge-
mieteter Arbeiter oder Lastträger', bes.
diejenigen Arbeiter, die aus Indien oder
China in überseeische Pflanzungen ver-
schickt wurden. Allerdings verstand
man in Westindien nicht chines. Ein-
wanderer darunter, sondern die india-
nischen Arbeiter, die in den Zucker-
pflanzungen die Stelle des Negersklaven
annahmen [vgl. E. G. Bowra, Notes and
Queries on China and Japan 1867. S. 77].
Frz. cooU, couli; dtsch. auch fig. Tinten-
kiili 'journalistischer Lohnschreiber'
Tk. koltuk.]
96
[ZfdWf VIII, 2"2/-23]. Das älteste euro-
päische Zeugnis für das Wort stammt
aus dem Jahre 1548 [es ist auch ins Ar.
übertregangen: htili, vgl. ZDMG L, 65:2].
— [Es soll nicht verschwiegen werden,
dafs im Tamul und Kanaresischen ein
Wort küli 'Miete, Pacht' vorkommt, das
Grundwort zu cooly sein könnte. Auch
im Tk. ist ein Wort kul 'Sklave' vor-
handen, vgl. Vämbeiy TktEtWb S. 95,
Nr. 99: Stamm kul 'Gehör, Ohr', dazu
vgl. slav. sluga 'Diener' und sluh 'Gehör',
dtsch. Höriger und hören!]. [Hobson-
Jobson 249/:251. Hirth Chin FW 198/199.
MWiD 120.
1199. Tk. koltuk:
'Armhöhle' '[Vämbö'nr TktEtWb S. 81,
Nr. 8.5]; hieraus rum. coltuc 'Ellenbogen,
Koptkissen'.
1200. Tk. kömiir:
'Kohle, Holzkohle' [Stamm k'dj 'brennen,
glühen, Glut, Brand', also *küjmiir
'Brennmaterial', Vämbery TktEtWb
S. 105, Nr. 116]; hieraus bulg. k'iimur.,
k'imur 'Kohle', kiimurica 'Kohlenmeiler',
serb. cumur 'Kohle'. [Bern SiEtWb 681.
1201. Tk. komsn:
'Nachbar' [vom Stamme kot, koj 'unten,
tief >> 'niederlegen, niederlassen', re-
flexive Bildung *koju7i >• kon 'sich
niederlassen', hiervon reziproke Form
kon-ns 'sich gegenseitig niederlassen',
d. h. 'nebenan oder gegenüber wohnen',
Subst. konsu > komsu]; hieraus bulg.
komm, komsija, serh. komsija, komusija
'Nachbar'. [Mikl SlEtWb 126 b. Bern
SlEtWb 556.
1202. Tk. konak:
'Palast, Schloß, Hotel' [von konmak
'sich niedei'lassen', s. hier Nr. 1201];
hieraus bulg. konak 'Herberge, Schloß',
serb. konak 'Wohnung, Gemach, Her-
berge, Palast'; der Konak in Belgrad
[Baedeker, Konstantinopel und das west-
liche Kleinasien. Leipzig 1905. S. 22]
'königliches Palais'; rum. conac 'Her-
berge, Gasthaus, Poststalion', Ableitung
conäcar, conäcärie. [Bern SlElWb 557.
1203. Tk. kopca:
'Agraffe, Haken und Öse daran' [Kelekian
Kämüs 975; vom Stamme kah, koh 'an-
schwellen, dick, rund', Vämbery TktEtWb
S. 66, Nr. 71]; hieraus bulg. serb. kopca
'Häkchen, Heftel'; rum. copceä 'Agraffe'.
[Der tk. Urspruns: kann nicht bezweifelt
werden.] [Mikl SlEtWb 129. Bern
SlEtWb 564.
1204. Tk. köpek:
'Hund', osttk. ßag. kopek. Zur Zeit
TIMURS war Dlnär köpejl eine Münze,
die wahrscheinlich aus demselben Grunde
so benannt wurde wie z. B. der frühere
äg. ahä kalb 'Vater des Hundes', der
holländische Löweiitaler, nach dem auf-
geprägten Löwen oder 'Hunde'. Hieraus
wurde russ. kopeika, dtsch. Kopeke.
[Hobson-Jobson 253. Bern SlEtWb 566.
1205. Tk. köprü:
'Brücke' [vom Stamme kab, kob, köb
'aufstehen, anschwellen, rund, gewölbt',
Vämbery TktEtWb S. 66, Nr. 71 III;
also keinenfalls gr. y^qpupov]; hieraus
bulg. k'uprija, serb. cuprija 'Brücke'.
1206. Tk. kopnz:
'Eine Art Zither in Birnenform mit
einer einzigen, sehr dicken Saite' [vom
Stamme kob 'anschwellen, dick und rund',
s. hier Nr. 1203 und 1205] ; hieraus rum.
cobuz, cobzä 'Mandoline, kleine Schal-
mei'; russ. kobza 'Saiteninstrument mit
acht Saiten' (in Kleinrußland), klruss.
kobza 'dass.. Laute', kobzar 'Sänger zur
Laute', poln. cech. kobza 'Laute'. [Gor-
jajew 147. Bern SlEtWb 534.
1207. Tk. kör:
'Blind', vulg. Aussprache kjör; hieraus
rum. chior 'einäugig'; bulg. k'or 'blind',
serb. cor 'auf einem Auge blind' und
Ableitungen.
1208. Tk. korban:
'Opfer' [aus ar. kurbän; zum Teil hat
auch hebr. korbän mitgewirkt]; hieraus
rum. curban 'dass.'; bulg. serb. kurban
'Opfer, Schlachtopfer', russ. korwana
'Armenstock, Opferstock' [durch Ein-
wirkung von gr. Kopßaväg 'Gotteskasten',
vgl. Jannarakis, Deutsch-Neugriechisches
Handwörterbuch. Hannover 1883.
S. 318 b; aus der Form ei? Kopßaväv
wurde das folgende Wort oder durch
volksetymologische Einwirkung von
sÄ"ari 'Schatz':], "poXn. skarbonka 'dass.',
karbona 'Almosenbflchse' [und durch
weitere Angleichung an dtsch. Spar-
büchse^ skarbuszka, ßech. karban 'Glücks-
spiel, Lotterie'. [Gorjajew 157. Bern
SlEtWb 489 und 647 [gehören eigentlich
zusammen]. — Kailowicz 416.
1209. Tk. kos:
'Wagenburg' [vom Stamme kap 'er-
greifen, erfassen', wobei kabiis > kavus
y kauS y- i-os wurde: 'vereinigt. Paar';
zahlreiche Beispiele Vämbery TktEtWb
S. 75/76, Nr. 80, z. B. ujgurisch koos
'Gesinde, Heer, Truppe'; mit diesem
Stamme trifft sich lautlich und in der
Bedeutung sehr häufig der Stamm köt,
köc, göc 'aufheben, aufbrechen, reisen'
ebenda S. 104, Nr. 114 II; aus beiden
ergibt sich:] klruss. kos 'Kosakenlager',
koseivoj 'Schirrmeister', poln. kosz 'Ta-
taren- oder Kosakenlager'; russ. kosdej
[im Igorliede] 'Gefangener, Sklave, Die-
ner': die Sklaven tk. Herkunft scheinen
97
[Tk. köse.
vorzüglich als Pferdeknechte und Fuhr-
leute verwendet worden zu sein, daher
wohl auch letzten Endes dtsch. Kutscher
{Ableitung aus der un^. Stadt Köczi
dürfte geschichtlich noch nicht erwiesen
sein]; russ. kocewoj "^Nomade', kocewat'
'nomadisieren', poln. koczujqcy, koczo-
wac, öech. kocrony, kocovati 'dass.'.
[Gorjajew 1 64/1 Ö5. Bern SlEtWb 585/586.
l^ilü. Tk. köse:
'Mit schwachem Bartwuchse oder bart-
los' [Kelekian KämOs 1054]; hieraus
bulg. k'ose, serb. cosaw 'bartlos', Subst.
Cosa.
1411. Tk. köstek:
'Kette, bes. Spannkette für Pferde'; hier-
aus rum. chiostec 'Fußfessel der Pferde',
bulg. kustek, kostek, serb. custek 'dass.'.
1412. Tk. kotas:
Auch hopz 'Art Frisur der Frauen,
Frauenniütze' [Kelekian Kämüs 555];
hieiaus russ. fci«<as 'Troddelquaste, Schnur
am Tschako', poln. klruss. kutas 'Quaste'.
[Bern SlEtWb 653.
1213. Tk. kötek:
'Stock, Rute, Stockschläge oder Baston-
nade' [vom Stamme küc, küt 'Macht,
Gewalt' Vämbery TktEtWb S. 104,
Nr. 115]; hieraus bulg. k'otek, serb. cotek
'Schläge, Prügel'.
1214. Chiu. k'o-t'ou:
[Wörtlich 'Abschlagen des Kopfes'] 'Die
Begrüßung, die man in China dem Kaiser
darbrachte, indem man sich eine be-
stimmte Anzahl von Malen auf den Boden
warf, bekanntlich eine altorientalische
Sitte [vgl. gr. iTpoaKÜvr|ai<;, Beschreibung
schon bei Herodot Vll, 136]. Das chin.
Wort wird zur Bezeichnung einer
schmeichlerischen und kriecherischen
Begrüßung benutzt: angloind. kotow,
engl, kow-tow [in Amerika im Jahre 1848
belegt, s. Herrigs Archiv GXLI, 187],
dtsch. Kotau. [Hobson-Jobson 492/494.
MWiD 132.
1215. Tk. kötüri:
'In Bausch und Bogen, im ganzen'
[Kelekian Kämüs 1046b: gjötüri; vom
Stamme göt, küt 'aufheben' Vämbery
TktElWb S. 103, Nr. 114a]; hieraus rum.
ghiotura im Ausdruck: cu ghiotura 'in
Bausch und Bogen, en bloc'. [Sain 52.
1216. Tk.-tat. kowyr:
'Braun'; hieraus russ. kauryj 'hellbraun'
(von Pferden gesagt), kaurka [synonym
zu fuks] 'hellrotes Pferd, Fuchs (Pferd)'.
[Gorjajew 187.
1217. Tk. koz:
'Trumpf im Kartenspiel' [nicht bei Ke-
lekian Kämüs, aber bei Hindoglu, Dic-
tionnaire Turc-Fran9ais. Vienne 1838.
S. 374b]; hieraus rum. coz 'Trumpf;
Lokotscb, Etymolog. Wörterbuch.
russ. kozyr, klruss. kozyr, cech. kozyf,
poln. kozyr, kozera 'Tiumpf. — [Da-
gegen scheinen russ. kozyrjok 'Mützen-
schirm' und viele andere Ableitungen
bei Bern SlEtWb 597 nicht hierhin zu
gehören, sondern bedürfen eines anderen
noch nicht aufgefundenen Grundworts.]
1218. Hebr. Kreöl:
Eigentlich ha-kere&l we ha-pelebi 'der
Kreter und der Philister', Bezeichnung
des AT für die Leibwache des Königs
David [2 Sam 8, 18; 15, 18]; hieraus
seit dem 18. Jahrhundert dtsch. Krethi
und Flethi 'zusammengewürfeltes Ge-
sindel' [Kluge 261 ; über das Grundwort
vgl. Ed. König, Geschichte des Reiches
Gottes bis auf Jesus Christus. Berlin
1908. S. 207].
1219. Sskr: krmip:
'Wurmerzeugt' [aus sskr. krmi 'Wurm',
vgl. pers. kirnt 'dass.' Horn NpEl S. 190,
Nr. 850], ein Insekt, das, getrocknet und
zu Puder gestampft, die rote Farbe gibt,
die mit den aus diesem Grundwort sich
ergebenden Wörtern bezeichnet wird:
Über das betr. Insekt, die Cochenille
oder Schildlaus, vgl. Ed. Wiepen, Die
geographische Verbreitung der Coche-
nillezucht. Köln 1890. Zunächst ergab
sich ar. kinnizi ZDMG L, 650 und hier-
aus: it. carmesino, cremisino, carminio,
frz. cramoisi, carmin, sp. carmesi, car-
mtn, quernies, pg. carmesim, carmim,
rum. cänniz [wobei die Formen auf in
durch Kontamination mit lat. minium
zu erklären sind]; ndl. karmezijn, kar-
mozijn, karmijn, engl, carmine, dtsch.
karmin ; russ. karmin, karmazin, poln.
karmazyn 'scharlachrot', kiermes, al-
kiermes 'Kermes, Cochenille', cech. kar-
mazin, klruss. karmazyn, serb. grimiz
'purpurrot', bulg. k^rm^z. [Dozy Oost 8.
DE 185. Eguilaz 248. Devic DEt 24.
ML 6907/8. Gorjajew 131 und 135.
Bern SlEtWb 491.
1220. Ar. Krümlr:
N. pr., vulg. Aussprache von 'humair,
einer berüchtigten Mischbevölkerung an
der Grenze von Tunesien und Algerien,
teils Araber, teils Berber. Ihre Züge
über die Grenze Algeriens waren be-
kanntlich für die Franzosen der Vor wand,
im März 1881 eine Expedition nach
Tunesien vorzunehmen und dieses Land
besetzt zu halten [vgl. Rudolf Fitzner,
Die Regentschaft Tunis. Berlin 1895.
S. 349]. Hieraus ergibt sich frz. kroumir
'roher Kerl, Pfuscher, Streikbrecher',
it. crumiro 'Streikbrecher'.
1221. Ar. kubba:
'Gewölbe', jedes gewölbte Gebäude, also
'Zelt, Nebenzimmer, Grabkapelle [bes.
7
Ar. kubti.]
98
in Nordafrika, mit dem Grabe eines
Heiligen, frz. irrtümlicli marabout, s. hier
Nr. 141U, genannt]'; hieraus zum Teil
mit ar. Art. sp. alcoba, pg. alcova 'Schlaf-
kabinett', kat. alcova, prov. alcuba 'Zelt',
afrz. aucnbe 'dass.', frz. alcdve 'kleines
Nebenzimmer', rum. alcove; siz. cnbba
'Wasserturm', sp. alcubilla 'dass.'; mit
romanischer Demin.-Endung it. ctipola,
frz. coiipole. Dtsch. Alkoven, Ktqypel,
mhd. ekub 'Zelt' [bei WOLFRAM VON
ESCHENBACH], ndl. alkoof, engl, alcove
'Zimmervvinkei für Sitz oder Bett' [m
einem Zimmer oder einer Bibliothek]..
Bulg. kube, serb. kube, kuba 'Kuppel,
Gewölbe', russ. alkow 'Alkoven'; über
vulg. ar. kiibbat, kas.-tat. kibbet, kirgis.
kibü wurde russ. kibitka 'Verdeck über
einem russ. Wagen, halbverdecktes russ.
Fuhrwerk'. — Auf die vulg. Form ar.
kubbäja 'Glas zum Trinken' geht viel-
leicht siz. ciibbäita 'Art Mandelkuchen
aus geriebenen Apfelsinenschalen, Honig,
Karamel!' usw. zurück [wegen der zylin-
drischen Form; vielleicht auch vom ar.
kubbait 'Mandelkuchen', vgl. Dozy Suppl
s. V. kubbat]. Als Eigenname hat sich
in Palermo für ein sarazenisches Gebäude
der Name La Ctiba erhalten [vgl. Schack,
Poesie und Kunst der Araber in Spanien
und Sizilien. ^. II, 266/269]. — [Mög-
licherweise geht das ar. Grundwort selbst
auf pers. gunbäd zurück, ZDMG L, 646.]
[Kluge 11. DE 90/91. 95. Eguilaz 131.
Devic DEt 14. Lammens Rem 8. ML
6909. Hobson-Jobson 11/12. Gorjajew
4 und 139. Bern SlEtWb 635. GrS
VociSic 232/233.
1222. Ar. kubtl:
'Koptisch, ägyptisch', fem. kubtlja; hier-
aus sp. alcabtea 'sehr feine Leinwand'
[DE 78]. — Auf das or. Grund wort geht
natürlich der Landesname Aegyptus mit
seinen Ableitungen zurück, z. B. Adj.
aegyptus; hieraus it. ghetto 'Judenviertel'
[freilich durch Kontamination mit *jec-
tns 'Gießerei' <; *jectare < jactare,
weil sich in Venedig, wo im Jahre 1516
das erste Ghetto eingerichtet wurde, an
dieser Stelle vorher Gießereien befunden
hatten, vgl. SPITZER in WuS VI, 204/205
und VII, 205]. Auf aegyptius ist zurück-
zuführen: frz. igyptien 'Zigeuner' [statt
des gewöhnlicheren boMmien; im The-
aterargot von Paris 'schlechter Schau-
spieler'], engl.gipsy, sp.güano [die beiden
letzteren auch in derBedeutung'Schmied',
da das Gewerbe des Kaltschmiedes sehr
häufig von Zigeunern ausgeübt wird]. [ML
236. Roth Vi Fr 4 1/42. Warth FEt Wh 43.
1223. Tk. kiibiir:
'Röhre, Futteral für die Pistolen' [Kele-
kian Kämas 975; vom Stamme kab, kob
'anschwellen, dick, rund und hohl' Väm-
bery TktEtWb S. 64, Nr. 71. L]; hieraus
rum. cobur 'Pistolenhalfter'; bulg. kubur,
serb. knbura 'kleine Pistole, Futteral da-
für', klruss. kubur, kobur, russ. kubura,
kobura 'Lederfutleral, Halfter'. [Gorja-
jew 147. Bern SlEtWb 636.
1224. Ar. kudäf:
'Schüssel, irdener Topf; hieraus mit ar.
Art. und Imäla [ä > e] pg. alcadefe
'irdener Topf, über den die zu messenden
Flüssigkeiten, wie Wein, Öl oder dergl.,
gehalten werden, damit das Überfließende
hinein tröpfelt', kat. cadaf [DE 78; Con-
stancio Dicc 44 b].
1225. Ar. kufifa:
'Tiefer Korb, Tragkorb' [aus gr. KÖqpivoq,
lat. cophinus <C lat. cuppa, vgl. Lammens
Farak Nr. 1037]; hieraus nach der vulg.
Aussprache mit o nach einem empha-
tischen Laute sp. cofa, cofe, it. coffa
'Mastkorb', pg. alcofa 'Korb', cofo 'Kü-
bel', siz. coffa 'Marktkorb', [mit rom. En-
dung] it. cöfano, sp. cuibano; rum. cofä
'Eimer, Holzkanne'. Afrz. cofre, frz.
coffre, engl, coffer, dtsch. Koffer [mit
Anfügung eines -r wie in Kaliber, s. hier
Nr. 1030, und Kassiber, hier Nr. 1168].
Serb. kofa 'Korb, Mastkorb', kofan 'Tru-
he', öech. kufr, poln. kufr, klruss. kufer
'Koffer'. [DE 94. Eguilaz 140. StGlIt
n,281. GrSVociSic 232. ML 2207 u. 4730.
1226. Per^^. küftäi:
'Gehackt' [part. pass. von küftän, vgl.
köftän 'stoßen, treten' Horn NpEt S. 288,
Nr. 159], hieraus Ik. köfte zur Bezeich-
nung eines Fleischgerichtes 'Fleisch-
klößchen' [Kelekian Kämus 1055 b], rum.
chiftea, chiftelufa 'dass.', bulg. kufte,
serb. cufteta 'Fleischkloß'.
1227. Ar. knhl:
[Über aram. kuhlä vielleicht aus ass.
guhlu ZAkkFW" 61] 'Spießglanzpulver
(Schwefelblei) zum Färben der Augen-
brauen, Wimpern und Lider' [über den
Gebrauch und die Zusammensetzung der
orientalischen Augenschminke vgl.HlLLE
in ZDMG V, 236/242]; noch im 16.
Jahrhundert ist das hieraus entstandene
Wort Alcohol in der Alchemie der ge-
läufige Ausdruck für 'trockenes, feines
Pulver', erst später wurde es zur Be-
zeichnung des Weingeistes benutzt. Die
einzelnen Formen sind: sp. pg. alquifol,
alcofol, alcofor, alcohol, kat. alcofoll,
frz. alquifoux, coheul, alcohol, it. alcool,
rum. alcool; ndl. alkohol, engl, alcohol,
dtsch. Alkohol; russ. alkogoV. — [Pers.
und tk. heißt die Augenschminke übrigens
sürme, subst. Inf. des tk. Vbs. siirmek
'glätten' vom Slamme seb, sit<>, süp 'glatt,
99
[Tk. kujruk.
rein, glätten', Causativ süpür silr,
Vämbery TktEtWb S. 148, Nr. 160.]
[Mahn EtUnt 107. DE 42. Eguilaz 140.
Devic DEt 13. 28/29. Lammens Rem
20/21. RomForsch IV, 364. ML 4732.
Kluge 11.
1228. Tk. kujruk:
'Schwanz' [vom Stamme koj 'hart, dicht,
lest' Vämböiy TktElWb S. 83, Nr. 87 II] ;
hieraus russ. kurdjuk Tettschwanz' (der
kirgis. Schilfe), horugiv' 'Kirchenfahne,
Banner', cech. korouheo, poln. chorqgiew,
bulg. heruywica, heruglica 'dass.'. [Gor-
jajevv 176 und 401.
1229. Pers, küka:
Ebenso tk. koka 'Filzmütze mit Feder-
busch, die die Fürsten und die Komman-
danten der Janitscharen trugen' [Kel6kian
Kämüs 986 a]; hieraus rum. cuca 'fürst-
liche Mütze'.
1230. Tk. kukurnz:
'Mais, Zea Mais'; hieraus dtsch. Kuku-
rutz; russ. kuhiruza, serb. ktikuruz,
üech. kukurice, poln. kukurydza 'Mais'.
1231. Tk. kula:
'Fahl, isabellfarben'; hieraus serb. knlas,
kulin, bulg. kulist 'mausfarbenes Pferd'.
1232. Pers. kuläh:
'Mütze' [Horn NpEt S. 192, Nr. 863 und
KZ XXXII, 582], tk. kälah 'Derwisch-
mütze'; hieraus rum. chiulaf 'Mütze';
bulg. gugla(7).
1233. Tk. knlau:
'Wildesel, Equus onager Schreb.' [von
kula 'gelbgrau, fahl', s. hier Nr. 1231
und KSz XVII, 131]; hieraus russ. kulan,
poln. kutan 'Steppenesel' ; dtsch. Kulan,
engl, kulan [nahe verwandt mit dem
Dschiggelai, s. hier Nr. 639].
1234. Tk. külhau:
'Ofen' [das Hypokauston eines orien-
talischen Bades; zusammengesetzt aus
tk. gül 'Asche' und pers. hän 'Haus',
s. hier Nr. 809]; hieraus rum. chiulhan
'Gelage, Gastmahl'. — , Solche Külhäns
sind die Zufluchts- und Schlafstätte aller-
hand armen Volkes, auch wohl lieder-
lichen Gesindels und heimatloser Herum-
treiber, namentlich in der kälteren Jahres-
zeit, weil sie da warm liegen. Daher
nennt man auch ein gemeines Bordell
kjillchän und einen Menschen, der sich
an solchen Orten herumtreibt kjiilchäni
oder kjiili^ POTT in ZDMG VII, 399.
1235. Mal. külitkäjü:
[Aus mal. külit 'Rinde' Pijn 188 und
käjü 'Baum, Holz', s. hier Nr. 1141];
hieraus frz. coulicoy, engl, coolicoy 'Rinde
zu pharmazeutischem Gebrauche'. [MMM
15. Devic DEt 99.
1236. Ar. knlkntär:
'Vitriolum flavum, chalcitis' [aus gr.
XoiXKavöo?, xa^Kdvöri verderbt]; hieraus
sp. colcotar, pg. frz. engl, colcothar, dtsch.
Kolkothar 'Eisenoxyd (Ferrioxyd)', zum
Polieren von Glas und ähnl. benutzt.
[DE 2ö7. Devic DEt 97.
1237. Ar. kulia:
[Aus aram. kulhbä 'Weinkrug', das viel-
leicht auf assyr. gullatu 'ein Gefäß' zu-
rückgeht, vgl. ZAkkFW 33] 'Großer
Krug'; hiei-aus mit ar. Art. sp. alcolla
'dass.'. [Vgl. lat. culullus bei Horaz.]
[DE 92.
1238. Ar. knlla:
'Turm', ebenso tk. kulle; hieraus rum.
culä 'Turm, Gewölbe, Verlies', bulg.
serb. kula 'Turm, Schloß, Berg' [wohl
mit kaVa, s. hier Nr. 1021, zusammen-
gefallen]. [Bern SlElWb 641.
1239. Tk. kulluk:
'Wache, Gardecorps' [von kxd 'Sklave'] ;
hieraus rum. culuc 'dass.'.
1240. Ar. kumäs:
'Kleiderstoff, Zeug', tk. und kas.-tat. ku-
mas; hieraus russ. kumac 'bucharisctier
roter oder blauer Baumwollstoff, bulg.
kumaS 'Stoff', serb. kttmaS 'Seidenzeug,
Atlas', ßech. kumaö 'Baum wollsl off';
rum. comas, cumas 'Seidenstoff'. [Bern
SlEtWb 643.
1241. Ar. kuiuDiijä:
Vulg., bes. in Marokko kummlja, 'ein
Dolch', etwa 38 cm lang und 2 bis 3 cm
breit, nach auswärts gekrümmt, den der
gewöhnliche Marokkaner, Städter wie
Beduine, stets trägt [FISCHER in MSOS
II, 224/227]; hieraus sp. gumia, cumia,
pg. gomia, agomia, agumia 'Art Üolch'.
— [Als andere Grundwörter werden lat.
acumen und guvia 'Meißel' genannt,
Eguilaz 416; eine ganz lächerliche Ab-
leitung gibt Schapiro Revel 41.] [Dozy
Suppl II, 487. DE 282.
1242. Tk. kuraiz:
'Gegorene Stutenmilch', ebenso kas.-tat.
kymyz; hieraus russ. kumys, klruss. ku-
myz, komyz, poln. (alt) komiz, kumyz
'dass.'. Dtsch. (in Reisebeschreibungen)
Kumys, engl, kumiss. [Gorjajew 67.
Bern SlEtWb 644.
1243. Ar. kumknm:
'Gefäß mit sehr langem Halse', meistens
aus Metall, dazu bestimmt, wohlriechende
Flüssigkeiten aufzunehmen; hieraus siz.
cüncumo 'Kupfergefäß zum Wasser-
kochen' [GrSVociSic 233].
1244. Tk. kuiibara:
Vulg. kumbara 'Granate, Bombe' [aus
dem Pers.; fehlt bei Kelekian Kämns,
jedoch bei A. Hindoglu, Dictiotmaire
Turc-Francais. Vienne 1838. S. 370];
hieraus bulg. serb'. kumbara 'dass.'.
[Mikl SlEtWb 147 a.]
7'
Tk. kundura.]
100
1545. Tk. kuudtira:
'Sliefer [aus fjr. Kouvboöpa Byzantinische
Zeitschritt II, 304 f., dagegen G.Meyer,
Tiiriii^che Studien I, 53]; hieraus rum.
coiidur 'Stiefel, leichter Schuh, Tanz-
schuh'.
1246. Ar. knuja:
'Beiname', meistens mit ibn ['Sohn des
N. N.'] oder abü ['Vater des N. N.'] ge-
bildet; hieraus mit ar. Art. sp. alcnfla
'Geschlecht', olcuno 'Geschlechfsname',
pg. alcunha 'Spottname', kat. vai. alcunya
'Geschlecht'. — [Ableitung aus ahd. adal
Tcuni 'edles Geschlecht' ist nicht nötig.]
[DE 95/96. Eguilaz 147. ML 4793.
1247. S^skr. kuhknma:
Hieraus zunächst ar. kiirlmm [das viel-
leicht erst über gr. lat. crocum entstanden
ist] und dann it. siz. sp. curcuma 'in-
discher Safran', ndl. curcuma 'dass.'.
[DE 257. Dozy Oost 32. GrSVociSic 233.
1248. Ar. kuiiuab:
'Hanf, Cannabis sativa' [aus gr. Kawaßig,
lat. cannabis ZDMG LI, 30:i], dazu Adj.
kunnabl; hieraus pg. alcaneve, alcanavy
'Hanf [Gonstancio Üicc44c, 45 b]. über
tk. kijnneb entstand : serb. kanab, konop
'Hanfstrick', bulg. konop. [DE 83. Mikl
SlEtWb 127 b.
1249. Tk. küp:
Vulg. kjilp 'großes irdenes Gefäß, in
welchem man Wasser oder Öl aufbe-
wahrt' [Kelekian Känms 1046 b]; hier-
aus rum. chiub 'großer irdener Topf.
1250. Ar. kur'än:
'Lesung, Vortrag' [vomVb. kara'a 'lesen,
rezitieren', vgl. Tb. Nöldeke, Geschichte
des Qoräns. 2. Aufl. v. Fr. Schwally.
Leipzig 1909. I, 31/34]; Name der
Sammlung von 114 Suren, Aussprüchen
oder Offenbarungen des Propheten Mu-
hammad. Das Wort ist zur Bezeichnung
dieses islamischen Religionsbuches in
alle europäischen Sprachen überge-
gangen, z. B. sp. alcordn, pg. alcorao,
frz. alcoran, jetzt: le Coran; engl, alko-
ran, the Koran; dtsch. Koran [früher:
der Alkorati] usw. [DE 95. Devic DEt
14. MWiD 61.
1251. Sin^hales. kürawa:
'Elefantengestüt' [vielleicht aus sskr. kari
'Elefant'], Grundwort zu frz. cornac
'Elefantenführer' [gleichbedeutend mit
mahout, s. hier Nr. 1352; er sitzt auf
dem Halse des Elefanten und lenkt ihn
mit seiner Stimme und einem Stäbchen],
sp. pg. cornaca 'Elefantenführer und
-Wärter' [Dicc Gast 632 b; Gonstancio
Dice 316 b], angloind. cornac, carnac.
[Hobson-Jobson 256.
liöi. Ar. karbä:
'Verwandtschaft, Nachbarschaft' [vom
Vb. karuba 'nahe sein'], im Dial. von
Algerien kurbi y gurbi [vgl. güm <^
kaum, hier Nr. 747] ; hieraus frz. gourbi,
(/ojtrö/rHütte, Zeltdort', scherzhaft 'Woh-
nung' [wie etwa im Dtsch. das india-
nische Wort Wigwam benutzt wird].
[Devic DEt 132.
1253. Cag. küren:
'Wagenburg, Lager, Haufe' [vom Stamme
kar, kor, kür 'umringen, umfassen, um-
zäunen'VämberyTktEtWb S.82, Nr.8611] ;
hieraus russ. kuren, kurin' 'Kosaken-
dorf, klruss. kuren 'Doif und Abteilung
der Zaporoger Kosaken, Strohhütte', poln.
kuren 'Erd- oder Holzhütte'. [Gorjajew
176. Mikl SlEtWb 1 48 a. Bern SlEtWb 648.
1254. Tk. knrg'au:
[Nicht osm., sondern kumanisch] 'Be-
festigte Anhöhe' [vielleicht aus pers.
gürhänä aus gür 'Grab', hänä 'Haus'];
hieraus russ. kurgan, klruss. poln. kur-
han 'vorgeschichtlicher Grabhügel', häu-
fig z. B. an der Wolga oder Kama zu
finden. [Gorjajew 176. Mikl SlEtWb
148. Bern SiElWb 648.
12-55. Tk. kürk:
'Pelz'; hieraus bulg. kurka 'Mantel',
serb. curak 'pelzgefütterter Umhang'.
12.56. Ar. kurma:
'Baumstrunk, 'Klotz, Block' [aus gr. Kop-
laöq ZDMG LI, 301]; hieraus sp. corma
'Fußklotz' für Menschen oder Tiere, aus
zwei Brettern bestehend [Dicc Gast 632 b].
[RomForsch XIX, 638. ML 4742.
1257. Ar. kurra:
'Kugel'; hieraus sp. alcora 'dass.', bes.
in astronomischem Sinne. [DE 93.
1258. Ar. kursa:
Ursprünglich * 'etwas Rundes', dann
'rundes Brot' [kurna al-haläwl 'Marzi-
pan' nach Berggreen, Guide fran^ais-
arabe vulgaire. ^Upsal 1844. S. 266];
hieraus sp. alcorza, pg. alcorce, alcorga
'sehr heller Zuckerteig, aus dem man
allerhand Figuren macht' [DE 94].
1259. Tk. kursun:
'Blei' [Vämliery Prim Kultur 175]; hier-
aus bulg. korsum, serb. kursum 'Kugel,
Flintenkugel'. [Mikl SlEtWb 148 b.
1260. Ar. kurt:
'Ohrring', plr. akrät; hieraus mit ar.
Art. sp. arracadas 'dass., Ohrgehänge',
pg. algarradas 'Ohrläppchen' [? nach
DE 86].
1261. Tk. kürtek:
'Kurze Jacke' [wohl nur zufällig mit
lat. curtus zusammenklingend]; hieraus
russ. kurta, kurtka, poln. öech. kurtka
'Jacke'. [Gorjajew 176. Mikl SlEtWb
148 b.
1262. Ar. kurtnm:
'Safflor, Garlhamus tinctoria L.' [aus
101
[Sskr. kuruvinda.
aram. kurfemä von der Wurzel kirfem,
Par'Sl von katam 'abkappen', da man
zu Beginn des Welkens die Blüten aus
den Blütenkörbchen herauszuplt, um sie
als Farbstoff zu verwenden, vgl. J. LOW
in ZfSem I, III; nach VÖLLERS in
ZDMG L, 650 indische Entlehnung] ; hier-
aus mlat. (der Botaniker) carthamus,
sp. pg. cartamo, cartama, frz. carthame.
[Devic DEt 87.
1263. Sskr. kuruvinda:
'Rubin', bind, zu kurand, kurund zu-
sammengezogen; hieraus engl, corun-
dum, dtsch. Korund, frz. corindon, sp.
corindön, corundo, härtester Edelstein
nach dem Diamant; zu den Korunden
zählt man u. a. Rubin, Saphir, Amethyst.
1264 Hebr. küs:
'Ekel empfinden', nach neuhebr. Aus-
sprache kuiz; hieraus jüd. -dtsch. Äroteen,
ndl. kotsen. — [Nach Kluge 257 dagegen
Intensivum zu dtsch. ^•o/;^eH 'ausrülpsen' ;
weniger wahrscheinlich als die von Ave-
L IV, 447 gegebene Erklärung.]
1265. Tk. kusak:
'Gurt' [vgl. ßag. kursak 'Gürtel', kur
'Wache, Schutz', vom Stamme kar, kor
'umringen, beschützen, wehren', Väm-
bery TktEtWb S. 81, Nr. 86 I]; hieraus
bulg. kusak, kosak, serb. kusak, poln.
kusak, russ. kusak, kusaöek 'Gurt, Leib-
binde'. [Gorjajew 178. Mikl SlEtWb
149 b. Bern SlEtWb 652.
1266. Tk. kuskuu:
'Schwanzriemen' [Kelekian Kämüs 982];
hieraus bulg. serb. kuskun 'Schwanz-
riemen am Pferdesattel'. [Mikl SlEtWb
149 a. Bern SlEtWb 652.
1267. Berb. kuskus:
Ein Gericht aus Mehl und Fleisch, bei
armen Leuten aus Mehl und Wasser,
das in einem Teile Nordafrikas fast als
Nationalspeise gelten kann [daß es je-
doch keineswegs im ganzen Magrib
bekannt oder gebräuchhch ist, zeigt
KAMPFFMEYER in MSOS VIII, 229,
Anm. 6]; hieraus sp. alcuzcuz, alcuzcü,
coscucho, frz. couscous, auf St. Domingo:
coussecouche, siz. cüscusu 'Gries', als
Interjektion oh cuscusti 'potztausend!';
ndl. koeskoes 'Ragout, Gemengsei', auch
in übertragenem Sinne. [Dozy Oost 53/54.
ZfromPh XXX, 465. DE 96. Devic
DEt 99. ML 4796.
1268. Ar. kusilr:
'Fehler, Rest, Auslassung', tk. ebenso;
hieraus rum. cusur 'Fehler, Rest, Mangel',
bulg. kusur 'dass.', serb. kusur 'Rück-
stand'. Mikl SlEtWb 149 b. [Bern SlEt
Wb 652.
1269. Ar. kutr:
'Gegend, Landstück, Acker', ebenso tk.
fcutyr; hieraus russ. htitor, kutor 'Land-
gut, Vorwerk, Meierei'.
1270. Ar. knttä'a:
Eigentlich katfä'a [vom Vb. kata'a
'schneiden'] 'spitzes und schneidendes
Werkzeug für Maurer zum Behauen der
Steine'; hieraus mit ar. Art sp. alcotana
'Maurerhammer' [Dicc Gast 1 13 b ; DE 94].
1271. Tk. kntii:
Auch kupj 'Knsten, Schachtel, Dose';
hieraus bulg. kntija 'Büchse, Schnupf-
tabaksdose, Armenbüchse', serb. kutija
'Schachtel' ; rum. cutie, cutiufä, cutivarä
'Schachtel, Büchse'.
1272. 4r. kutnn:
'Baumwolle', vulg. koton [selbst Fremd-
wort, wohl äg. oder ind. ZDMG L, 633;
vgl. hebr. kuttöne^, woraus gr. x'^div;
hieraus wahrscheinlich dtsch. Kittel];
hieraus it. cotone, sp. algodön, pg. algo-
däo, frz. coton 'Baumwolle'; pg. cotäo
'Panzerhemd mit großen Maschen', prov.
alcoto 'Wams, das die Ritter unter der
Rüstung trugen und das innen mit Kattun
gefüttert war', afrz. auqueton, nfrz. ho-
queton 'gestepptes Wams aus BaumwoU-
zeug'; mndl. acotoen 'dass.', ndl. katoen,
dtsch. Kattun, Katun 'Baumwollstoff,
engl, cotfon; poln. katun, cech. kartoun.
— Aus dem ar. Adj. kutiini 'baumwollen'
wurde tk. ktdny 'Halbzeug von Satin
und Baumwolle' [Kelekian Kämüs 965 b] ;
hieraus russ. kutnja 'asiatisches halb-
seidenes Zeug'. [DE 127. Eguilaz 162.
ML 6910. Lammens Rem 264. Bern
SlEtWb 653. MWiD 94.
1273. Ar. knwwa:
'Kraft, Stärke, Macht', tk. kuimvet 'dass.';
hieraus bulg. serb. kuwet, bulg. koivet
'dass.'.
1274. Ar. küza:
'Gehenkelter Wasserkrug mit engem
Halse ohne Ausguß' [aus pers. hüzä
'Topf Horn NpEt S. 194, Nr. 872;
ZDMG L, 648] ; hieraus mit ar. Art. sp.
alcuza 'Ölkrug' [= aceitei-a]. — DE 96.
1275. Tk. kyl.abdan:
'Flittergold' [Kelekian Kämüs 967 : Metall-
faden aus Silber und Kupfer als Nach-
ahmung eines Goldfadens]; hieraus bulg.
kalahadan, serb. klobodan 'dass.'.
1276. Tk. kylaguz:
'Führer, Lotse', vulg. kylauz [Kel6kiau
Kämüs 986: kulaguz, vom Stamme kol
'Arm, Hand', Vämbery TktEtWb S. 91,
Nr. 85; vgl. Gag. Ä-o/rfa^'i«? 'Helfer, Leiter',
ujgurisch kolakuz 'Wegweiser']; hieraus
bulg. serb. kulanz, bulg. kalawuz, poln.
kalauz 'Führer, Wegweiser'; rum, cäläuz
'Führer, Vorläufer, Wegweiser'. [Sain
48. Bern SlEtWb 472.
Tk. kyr.]
102
1277. Tk. kyr:
'Grau' [vom Slanune kar, kyr 'schwarz,
trocken' Vuml)ery TktEiWb S. 79, Nr. 84;
vgl. C;ig. kir 'l'ecli, duiikelgrau'] ; hieraus
puln. /.•//•, klruss. Av/r 'schwarzes Tuch,
Trauerflor', russ. kireja 'Fuchspelz mit
Tuch üherzosren'. [Bern SlKtWb .504/505.
1278. Tk. kjr:
Infin. kyrmnk 'brechen' [Stamm kir, kil
'zerbrechen' Vämbery TklEtWb S. 88,
Nr. 91 I]; hieraus rura. curma 'unter-
brechen, abschneiden, spalten'.
1279. Tk. kyrbac:
'Meistens aus* iVilpferdhaut hergestellte
Peitsche, Ochsenziemer'; hieraus bulg.
kot-baö 'Peitsche aus Leder(riemen)', serb.
korobac, poln. korbacz, karbacz, kara-
bacz, russ. (dial.) karbuc, klruss. karbac,
öech. karabaö; dtscli. Karbatsche 'Hetz-
peitsche', dän. krabask, schwed. karbas
'Rute', ndl. karbats, karwats, Vb. kar-
batsen; runi. girhaciü 'Peitsche, Geißel',
cärbäciü 'Stock für die Bastonnade', sp.
corbacho, frz. cravache 'Reitpeitsche'.
[ML 4691. Kluge 228. Bern SlEtWb 568.
1280. Tk. kyik ajak:
'Tausendfüßler, Scolopendra' [aus tk.
kyrk 'vierzig' und ajak 'Fuß'J; hieraus
rum. cärcäiac 'Assel'.
1281. Tk. kysla:
'Kaserne' [aus kys 'Winter' vom Stamme
kar, kir 'Schnee, Reif, Winter', also
'Zeit des Schnees und Schneegestöbers',
vgl. slav. zima 'kalt' und 'Winter', sskr.
hima 'Schnee' und lat. Iiiems 'Winter';
dazu das Suffix -Ja zur Bezeichnung
eines Ortes, demgemäß kysla eigentlich
'Winterquartier']; hieraus rum. cä^lä
'Rammel- oder Schafherde', cä§lärie
'Gutshof'.
1282. Tk. kywrak:
'Krumm, gewunden, gekrümmt' [vom
Stamme kij 'bieeen. neigen, krümmen'
Vämbery TktEt.Wb S. 68, Nr. 73] ; hier-
aus bulg. kowrig 'kleiner Kuchen', russ.
kowriga 'dass., rundes Brot', rum. covrig
'Brezel', covrigar 'Brezelbäcker', Vb.
covriga 'winden, krümmen' ; dän. norweg.
kavring 'Zwieback'. — Vom gleichen
Stamme kommt tk. kytvryk 'gekräuselt,
Locke'; hieraus serb. kowrcica 'Haar-
löckchen', koivrciti 'kräuseln'.
1283. Tk. kyzyl:
'Rot' [vom Stamme kis, kiz 'Feuer,
Wärme, Röte' Vämbery TktEtWb S. 89,
Nr. 93 ; mit dem Suffix -gik tk. kyzylgyk
'Kornelkirsche' K616kian KämOs 999 a];
hieraus russ. kizil 'Mispel, Kornelkirsche',
kiziljotvka 'Likör daraus'. [Gorjajew 139.
1284. Tk. labada:
'Ampfer, Rumex obtusifolius' [Kelekian
Kämüs 1070 b]; hieraus rum. lobadä,
lobodä 'Melde, Ghenopodium oder Atri"
plex'; bulg. seih, loboda, russ. lebeda,
lebedka, klruss. loboda, poln. loboda,
lebioda, öech. loboda, lebeda 'Melde'.
[Mikl SlEtWb 172 b.
1285. Ar. labh:
'Eine Art Acacia', bis zu 15 m hohe
Bäume, mit denen z. B. die schattigen
Piomenaden und Alleen Kairos bepflanzt
sind ; hieraus frz. lebbeck 'Mimosa leb-
beck Hasselqu.', z. B. auf der Insel R6-
union. — [Der Name eines am Kap der
Guten Hoffnung wachsenden Strauches
Lebeckia, frz. lebeckie, kommt dagegen
wohl von einem Eigennamen her?]
[Devic DEt 151. Lammens Rem 145/146.
128(i. Ar. lädaii:
'Harziger Gummi' [aus pers. lädän
'Strauch'; vgl. gr. Xdbavov Herod. III,
112, lat. ladanuni]; hieraus frz. Udanon,
ladanuni; engl, ladanum; russ. ladan
'Weihrauch, wohlriechendes Harz', la-
donka 'Riechkißchen', (dial.) ladan mor-
skoj 'Bernstein', klruss. ladan 'Weih-
rauch', poln. eech. ladan 'Ladanum-
strauch'. [Mikl SlEtWb 159 a. Bern
SlEtWb 682.
1287. Pers. läf;
'Prahlerei' [Horn NpEt S. 212, Nr. 952],
ebenso tk. tefRede, müßiges Geschwätz' ;
hieraus rum. laf 'leeres Geschwätz', la-
fagiü 'Schwätzer' ; bulg. laf 'Wort', serb.
laf 'Gespräch'. [Mikl SlEtWb 159 a.
Bern SlEtWb 683.
1288. Tk. lagym:
'Unterirdischer Kanal; Mine, Torpedo'
[Kelekian 1079a; wohl aus gr. XaYibv
'Höhlung' ZDMG LI, 303; aus dem Tk.
wieder ngr. Xa^ouiui 'Mine'] ; hieraus rum.
lagäm 'Kanal, Mine', serb. lagwn, bulg.
laghm 'Mine'.
1289. Ar. la'ib:
'Spiel'; hieraus sp. naipe 'Spielkarte'
[ZDMG LIII, 349/350], jedenfalls auch
rum. naibä 'Teufel' [offenbar durch Zi-
geuner samt dem Kartenspiel eingefühi't ;
Löbel EirAP 68 führt das rum. Wort
freilich auf ar. na'iba 'Wechselfälle des
Glücks, Glück oder Unglück' zurück].
1290. Ar. lakan:
Auch lakan 'Schale' [aus gr. XaKÖvr)
ZDMG LI, 303], ebenso tk. ;eÄ;m 'Wasch-
schüssel'; hieraus rum. lighian 'Wasch-
becken', serb. ledjen 'Becken', h\i]g.lihen,
lejen, klruss. lochann, russ. lohan 'dass.';
öech. lihanec 'Art Kuchen' [wegen der
Form]. [Mikl SlEtWb 163 b und 168 b.
1291. Ar. lakk:
'Fleisch'; hieraus pg. lacäo 'Schinken'
[Gonstancio Dicc 644 b], sp. (dial. As-
turien) llacön, (Galizien) lac6n 'dass.'
[ML 4858].
103
[Pers. läkkä.
1292. Pers. läkkä:
'Flecken' [Berge Dictionnaire Persan-
Francais. Leipzig-Hamburg 1920. Sp.
305], tk. leke 'dass.'; hieraus rum. lichea
'dass., durchtriebener Schurke'; bulg.
?eÄ;eTleck',Vb.»aZ«ca/^am 'beschmutzen',
serb. lece 'Sommersprosse'. [Mikl SlEt
Wb 164 a.
1293. Ar. lakkät:
'Zange' [vom Vb. lakat 'fassen, auf-
heben']; hieraus mit ar. Art. sp. alicates,
alicantes 'Biegzange', frz. alicate 'kleine
Zange, Heren sich die Klempner bedienen'.
[DEFREMERY in JAs 1862, I, 92. DE
140. DevicDEt22. Lammens Rem 14/15.
1294. Ar. laklak:
'Storch' [onomatopoetische Bildung nach
dem Klappern des Schnabels, ebenso wie
ass. lakalaka Del HWB 885 a], ebenso
tk. leklek, vulg. lejlek [mit Erweichung
des Gutturals wie in Beg > bej, s. hier
Nr. 282] 'Storch, Kranich'; hieraus rum.
liliac 'Fledermaus'; serb. lelek, lilak,
Cech. lelek, klruss. lelek, russ. leklek
'Storch'. [Gorjajew 184.
1295. Sskr. läksä:
'Marke, Fleck; hunderttausend', [und
nach den 100000, d.h. unzähligen In-
sekten Cocca ilicis, welche durch ihren
Stich auf quercus coccifera die harzige
Absonderung bewirken] 'Lack'; hieraus
in der urspiünglichen Bedeutung bind.
läkh '100000', engl, lack 'dass., bes.
100000 Rupien' und ferner: sp. pg. laca
'Lack', ZßCT-e 'Siegellack', frz Jag?«e 'Lack',
it. lacca 'Lack, Siegellack', rum. lac;
engl, lac, ndl. lak, dtsch. Lack und engl.
shellac [eigentlich 'Schalenlack', da er
zu kleinen, dünnen Täfelchen geformt
wird], ndl. schellak, dtsch. Schellack;
russ. lak, Vb. lakirowat', bulg. serb. lak,
Vb. serb. lakowati, Cech. lak, Vb. lako-
vaü, poln. lakier, Vb. lakierowac. [Hob-
son-Jobson 499/501. Dozy Oost 57/59.
Kluge 274. DE 295/296. Devic DEt
150/151. Gorjajew 180.
1296. Tk. laksa:
'Nudeln, kleine l'eigstücke, die in Brühe
gekocht werden' [nicht osm., nordtk.];
hieraus russ. lapsa 'Nudeln, Faden-
nudeln', klruss. lapsa, loksa 'dass.'.
[MiklSlEtWb 160b. Bern SlEtWb 690/691.
1297. Tk. lakyrdy:
'Gespräch, Plauderei, Wort' [ob verwandt
mit lat. loquor, nach Walde, Lateinisches
Etymologisches Wörterbuch. Heidelberg
1906/10. S. 348 aus Zrt^Mor?]; hieraus
bulg. lak^rdija 'Wort, Unterhaltung',
serb. lakrdija 'Wort, Tändelei, Scherz'.
[Mikl SlEtWb 160 a. Bern SlEtWb 687.
1298. Pers. läl:
'Hochrot', dazu tat. lalä 'Rubin'; hier-
aus serb. lal 'rot', russ. lal 'Rubin'.
[Gorjajew 180. Mikl SlEtWb 160 a.
Bern SlEtWb 687.
1299. Pers. lälä:
'Haus- und Hofmeister', tk. ebenso lala
'Diener, Hofmeister' [Kölekian Kämüs
1072]; hieraus rum. (dial.) lalä 'Onkel';
serb. lala 'tk. Würdenträger, Hofmann',
bulg. lala 'Gouverneur', lalo 'älterer
Bruder'. [Mikl SlEtWb 160 a. Bern
SlEtWb 688.
1300. Pers. lälä:
'Tulpe, Tulipa persica' [s. auch hier
Nr. 544], ebenso tk. lale; hieraus rum.
lalea 'dass.'; serb. lale 'dass.', bulg. lale
'dass., Mohn'. [Mikl SlEtWb 160 a.
Bern SlEtWb 688.
1301. Tk. lalanga:
'Backwerk aus geschlagenen Eiern und
Mehl' [Kelekian Kämüs 1072]; hieraus
rum. lalanghifä 'dass.'.
1302. Tibet, laiua:
'Buddhistischer Mönch' [eigentlich bLa-
ma, jedoch mit stummem 6]; hieraus
engl, lama und ebenso in anderen euro-
päischen Sprachen [Hobson-Jobson 502];
mit moi\%. dalai 'Gott', eigentlich: 'Meer'
ergibt sich dalai-lania, Bezeichnung
eines der beiden höchsten Lamas in
Tibet und der Mongolei ['Meer-Lama'
genannt, weil seine Macht so unendlich
ist wie das Meer]. [MWiD 127.
1303. Tk. laniba:
'Gezähntes Gesims um die Zimmerdecke
herum' [Kelekian Kämüs 1073 a]; hier-
aus rum. lambä 'Strick an der Wagen-
achse; Einschnitt, Falz'.
1304. Ar. läml:
'Art Weihrauch aus Amyris Zeylanica'
[spätes Wort der Vulgärsprache] ; hieraus
mit Imäla [ä > e] sp. elemi, pg. gumi
lerne, frz. dlemi, dtsch. Elemih^rz oder
-gummi [darüber vgl. die Konversations-
lexika]. [DE 259. Devic DEt 108,
Lammens Rem 263.
1305. Ar. lamt:
Einheitsnomen lamta 'Art Antilope' in
den afrikanischen Wüsten; hieraus sp.
ante [mit Verkennung des anlautenden
l als Artikel und Weglassung desselben],
dante [aus einem Ausdrucke wie pelle
d'ante oder dergl. entstanden] 'Wild-
leder', pg. anta, dante 'dass.' [jedoch in
Brasilien auch 'Tapir', Constancio Dicc
82c], it. dante 'Damhirsch'; Ableitung
sp. anteado 'blaßgelb' [in ähnlicher Be-
deutung wird der it. Eigenname Dante
entstanden sein]. [DE 195. Gaix Studi
di etimologiaitaliana e romanza. Firenze
1878. S. 303. ML 4874.
1306. Pers. läs:
'Leichnam', ebenso tk. /es 'Leiche, Aas';
Pers. läJkär.]
104
hieraus rum. le§ 'dass.', le§iu 'Ohn-
macht', le^-ina 'ohnmäclitig werden';
bul^'. serb. les 'Leiche, Aas', serb. lesinar
'Aasgeier'. [Mikl SlEtWb 166 a. Bern
SlEtWb 70^2.
1307. Pers. läskär:
'Heer, Feldlager' [verwandt mit ar. 'as-
kar, byzantinisch-gr. dEdpKr|TOv, lat. e.xe)--
citus, von denen das lat. Wort wohl
das ursprüngliche Grundwort ist; doch
sind die Entlehnungsverhällnisse der
übri^'en Formen noch ungeklärt, vgl.
z. B. VÖLLERS in ZDMG L, 64G, der
das ar. Wort aus dem Pers. entlehnen
will; neuerdings wird ar. 'askar auf gr.
äöKctpioq 'Schlauch-, Wasserträger' zu-
rückgeführt, vgl. Streitberg-Festgabe.
Leipzig 1924. S. 233]; hieraus engl,
angloind. /«scar 'Seemann'.der zu Fahrten
auf den tropischen Meeren angeheuert
wird, da Europäer in der doppelten
Gluthitze der Tropensonne und des
Kesselraums nicht arbeiten könnten.
Man unterscheidet den sea-lascar 'Ma-
trose' vom gun-lascar 'Hilfsmann bei
der Artillerie' und dem tent-lascar 'Zelt-
aufschläger'. Ebenso frz. lascar; dtsch.
Laskare; pg. lascar, lascar im, liscarim
[Constancio Dicc648c]. [Hobson-Jobson
.507/509. Devic DEt 1.51. Lammens
Rem 145. Eguilaz 436.
1308. Ar. la'ük:
Medizinischer Fachausdruck, eigentlich
'was man aufleckt', d. h. in kleiner Dosis
nimmt [vom Vb. la'aka 'lecken'], syno-
nym zu ralat. eclegma und linctus; hier-
aus pg. looch [mit k gesprochen, Con-
stancio Dicc 662 b], lohoc 'Julep, Lat-
werge', afrz. lohoc, frz. looch, lok, phar-
mazeutischer Ausdruck für eine Art
Latwerge. [SANGUINETTl in JAs 1866.
I, 323. DE 298. Devic DEt 152.
Lammens Rem 147/148. Eguilaz 439,
1309. Ar. lauza:
'Mandel', vulg. löza ; hieraus mit ar. Art.
sp. alloza 'wilder Mandelbaum' [Dicc
Gast 144 b], pg. arzolla 'grüne Mandel'
[Constancio Dicc 122 b]. [DE 147.
1310. Lazarus:
N. pr., jedenfalls aram. Name, im NT in
der Parabel vom reichen Prasser Luc
XVI, 20 und der vom Tode auferweckte
Bruder der Maria und Martha von Be-
thanien Joh XI, 1 sq., XII, 1 sq. [gleich
hebr. ]^li'ez§r Gen XV, 2 'Gott ist Hilfe'].
Hieraus it. lazzarone 'Bettler', lazzaretto
'Krankenhaus' [ursprünglich 'Pestspital,
Leproserie'; nach SPITZER in WuS VI,
201/204 aus dem Namen einer solchen
Anstalt Santa Maria di Nazaret ent-
standen, wobei erst eine sekundäre Ein-
mischung von Lazarus oder S. Lazaro
stattfand und aus *Nazaretum dann
lazzaretto wurde; vgl. auch Herrigs Ar-
chiv CXXXVII, 225]; prov. frz. ladre
'aussätzig', dial. (Picardie) lasaire 'arm,
elend', lazaret 'Krankenhaus', sp. lazaro
'Bettler, aussätzig', pg. lazarino 'aus-
sätzig', sp. laceria, pg. lazeira 'Armut',
Vb. sp. lazdrar 'Mühsal und Elend er-
leiden', sp. pg. lazareto 'Krankenhaus';
dtsch. Lazarett, engl, lazaret, lazaretto
'Krankenhaus', lazar-house 'dass.', lazar-
ly, lazarlike 'elend, aussätzig', ndl. la-
zartis 'aussätzig', lazarij 'Aussatz', la-
zarushuis 'Leproserie', lazaret 'Kranken-
haus', schwed. lasarett 'Hospital', dän.
lazaret 'dass.'; russ. lazar 'Bettler', Vb.
lazarit' 'betteln', öech. lazar 'Aussätzi-
ger', poln. tazarz 'Kranker, Armseliger
Bettler'. [ML 4958. Kluge 277. Bern'
SlEtWb 696.
JJJJ^_ Pers. läzwärd :
'Lasurstein, lasurfarben', also 'blau'
[vielleicht aus sskr. rägävarta, aus rägä
'König', s. hier Nr. 1692, und ävarta
'Locke, gekräuseltes Haar', also 'Königs-
locke', d. h. Haarschmuck des Königs ;
doch wird das Wort auch als 'Quirl-
edelstein' gedeutet], ar. läzwardi 'lazur-
ähnlich'; hieraus mit Abfall des als
Artikel betrachteten l it. azzurro, azzuolo
'dunkelblau', lapis lazzuli 'Lasurstein',
prov. frz. azur, kat. sp. pg. azul, rum.
azur 'blau', azuriü 'hinnnelblau', mlat.
lazulum [woraus mgr. XaZ:oüp;ov, \dla-
poc]; dtsch. azur, Lasur, lasurblau,
ndl, azuur, lazuur, engl, azure; russ.
lazur , bulg. lazur, poln. Cech. lazur
'das Himmelblau'. [DE 229. Eguilaz
326. ML 4959. Gorjajew 180.
1312. Hebr. leß:
'Herz'; hieraus Lehen in jüd.-dtsch.
Zusammensetzungen wie Vaterleben,
Sarahleben oder in der jüd. Koseform
mein Leben 'Herzchen!'.
1313. Ar. lebek:
Vulg. [Aus gr. Xißöq 'der regnerische
Südostwind', z. B. Herod. II, 25] 'Süd-
wind'; hieraus it. libeccio, afrz. lebeche,
prov. labech, kat. llebeig, sp. lebeche 'Süd-
westwind' [Dicc Gast 1 248 a]. — ML 5016.
1314. Mal. lempüjaiig:
'Zingiber cassumunar' [Pijn 210a; viel-
leicht aus lampü 'übermäßig' mit Hin-
weis auf die Stärke des Gewürzes];
hieraus frz. lampoujane 'Art Ingwer'.
[Devic DEt 150.
1315. Hebr. lewai:
Interjektion des Wunsches, utinam! Da
die Juden, wenn sie mit ihrer gewohnten
Lebhaftigkeit und ihrem Eifer sprachen,
dieses Wort häufig im Munde halten,
entstand hieraus ndl. lawaai 'Lärm, Ge-
105
[Tk. lewand.
rausch' in den Ausdrücken: er is groot
latvaai und hij maakt veel latcaai.
1316. Tk. lewand:
'Freiwillig sich stellender Soldat, kühn'
[aus it. levantino, vgl. Oriente 1, 195];
hieraus rum. levcnt 'tapfer', sp. levante
'Soldat' [in Verbindung mit genizaro
bei Cervantes, Don Quijote I. Teil. Kap.
39, in Coleeciön de autores espanoles III.
Leipzig 1891. S. 274, Z. 2 v, u.]; bulg.
lewen, lewent 'junger starker Mann',
serb. lewenta 'tk. Seemann, Stutzer, Held',
klruss. levened 'hochgewachsener rüstiger
Mann', l^gin 'wackerer Bursche, Jüng-
ling', russ. (dial.) leivenec 'dass.'. [Eguilaz
438. Mikl SlEtWb 166 a. Bern SlEt
Wb 704.
1317. Tk. libade:
'Kurze wattierte Weste, Wollmanter
[Kel6kiun Kämüs 1074 b]; hieraus rum.
libadea 'Rock'.
1318. Ar. llf:
Einheitsnomen Ufa 'Palmenbast' und
'Seil daraus'; hieraus siz. leff'a 'foglia
delicata del ciafaglione', sp. hfe 'Art
Fangseil' [Dicc Gast 1280 a]. [GrSVociSic
239. Eguilaz 437 [mit anderer Erklärung].
1319. Ar. lilak:
Auch lailak [aus pers. llläg, niläg, s. hier
Nr. 1568] 'Syringa vulgaris, spanischer
Flieder', dessen lilafarbene Blütensträuße
zwar keinen Farbstoff liefern, aber einem
bestimmten Blau seinen Namen gegeben
haben ; daher hieraus rum. liliac 'P'lieder',
Uliachiü 'lila', lulachiu 'Indigo', it. sp.
lilac, frz. lilas; hu\g. Iii' ak,lulak'^Fl\edev\
Cech. poln. lilak 'dass.'; dtsch. lila 'bläu-
lich', engl, lilac 'Flieder'. [Ngr. XouXctKi
'bläuliche Farbe oder Tinte'.] [DE 297.
Eguilaz 439. Mikl SlEtWb 169 b.
1320. Ar. Ilm:
Einheitsnonien l'inia 'kleine Zitrone von
sehr süßem Geschmack' ; hieraus sp. pg.
lima, frz. Urne, Urne hergamote 'Citrus
bergamia vulgaris Risso'. [DE 297/298.
Eguilaz 439. Devic DEt 152.
1321. Tk. limaii:
'Hafen' [aus gr. Xi|ar)v; ngr. \i|Lidvi];
hieraus rum. liman 'Hafen, Zufluchtsort' ;
russ. liman 'Meerbusen', klruss. Igman,
lymen, poln. bulg. liman 'Hafen'.
1322. Pers. liiuüu:
'Zitrone, Citrus limonum', ebenso ar.
laimün und tk. limon 'Zitrone' und
'Zitronenbaum'; hieraus it. limone, siz.
limuni, prov. limon, frz. limon, limoniev,
kat. llimö, sp. limdn, pg. limäo, Umoeiro,
rum. lämte 'Zitrone', lamuH 'Zitronen-
baum'; engl, lemon, ndl. lemoen, lamoen,
dtsch. Limone (selten), liieraus Limonade
'süßes Getränk'; russ. limon, klruss. ly-
mon, bulg. öech. limon, serb. limun.
poln. limona. [DE 298. Eguilaz 439
ML 5057. Kluge 287. MWiD 81. 83
Mikl SlEtWb 170 a. Bern SlEtWb 72 1/722 .
1323. Sskr. liiiga:
Ebenso tamul. Ungarn 'membrum virile',
das buddhistische Emblem des Mahä,
Deva (Siva), das sich als Kegel aus
schwarzem Stein in den Pagoden dieser
Gottheit findet. In den Reisebeschrei-
bungen über Indien häufig als Lingam,
engl, lingam erwähnt.
1324. Tk. lipkaii:
'Name eines Kosakenstammes' ; hieraus
rum. lipcan 'Tatare, Ritter'.
1325. Hebr. Imjädäu:
Eigentlich 'gewundenes oder windungs-
reiches Tier', nämlich 'Walfisch' Psalm
CIV, 20 oder 'Krokodil' Hiob XL.
Hieraus frz. leviathun 'Ungeheuer', engl.
leviathan 'Seeungeheuer', dtsch. Levia-
than 'dass.', sp. leviätan. [MWiD 29.
Eguilaz 438.
1326. Ar. liziua:
'Tribut, Steuer' [vom Vb. ?«s»na 'müssen,
obligatorisch sein']; hieraus frz. lisme
'Gebühr für die Korallenfischerei', die
an die Barbareskenstaaten zu zahlen war.
[Devic DEt 152. Lammens Rem 147.
1327. Tk. lobut:
'Kurzer, dicker Stock' [Kelekian Kämüs
1082 b]; hieraus serb. lobud 'Keule',
bulg. lohnt, liibut 'Prügel, Schläge'. [Bern
SlEtWb 726.
1328. Tk. löküu:
'Art Zement zum Brunnenbau' [Kelekian
Kämüs 1084 a]; hieraus rurn. lichium,
luchium, serb. lucum 'dass.'. [Mikl Sl
EtWb 175.
1329. Tk. longa:
'Vereinigung ehrbarer Spießbürger' [Ke-
lekian Kamüs 1084 b; aus \t. loggia <^
ahd. loubja 'Laube'] ; hieraus serb. lond£a
'Terrasse'. [Mikl SlEtWb 173 b.
1330. 3Ial. lontar:
'Palmyrapalme, Borassus flabelliformis'
[Pijn 210 b]; hieraus frz. lantavd 'ein
Baum, aus dem man den toddi genannten
Palmwein zieht'. [Devic DEt 150.
1331. Ar. Inbän:
'Weihrauch' [hebr. le^önä, woraus gr.
Xißavoq]; hieraus mit ar. Art. mlat. oli-
bamim, frz. oliban, olibane, it. sp. pg.
olibano, pharmazeutischer Ausdruck für
'Weihrauch'. Ferner russ. bulg. serb.
liwan 'dass.'. Nach FAUSTO LASINIO,
Di alcune voci italiane credute di ori-
gine Orientale. In GSAI III, 145/6
diiekt aus dem gr. 6 Xißavoq, für die
slavischen Formen freilich das Wahr-
scheinlichste. [Devic DEt 179. Lammens
Rem 185/186. Eguilaz 466. Gorjajew
186.
Ar. lubäii gäwi.]
106
1332. Ar. Inbän gäwi:
'Javanischer Weihraucli' [s. hier Nr. 1331 ;
obwohl er aus Sumatra stammt], mit
Imiila [ä >> e] luben gäwi; hieraus mit
Abtall der er.sten Silbe it. henju\, belgiu),
gebräuchlicher: belgioina, henzoino, frz.
boijoin, kat. benjugi, sp. benjul, menjid,
pg. beijoim, beijuim 'Benzoegummi';
ei\\x\.benjamin, benjoin, chemischer Fach-
ausdruck, und Aisdh.. Benzoe; russ. benzoi,
poln. benzoes. Hieraus weiter it. belztiino,
frz. benzin, dtsch. Benzin, Benzol, russ.
benzin, poln. (dial.) b^dzivim usw. [Hob-
son-Jobson 86/87. DE !239. Eguilaz 344.
Devic DEt 66. Lammens Rem 186/187.
Gorjajew 15. MWiD 86.
lo33. Ar. lübijä':
'Bohne, Phaseolus vukaris' [durch das
Aram. aus gr. Xößoq, ZDMG LI, 303];
hieraus val. Hub!, mit ar. Art. sp. aliibia
'dass.'. [DE 187. Eguilaz 252.
lo33a. Arab. luf:
'Eine Arumart, Arum arisarum', Einheits-
nomen lüfa; hieraus mit Übertragung
auf eine ähnliche Pflanze sp. lufa [Dicc
Gast 1284 a] zur Bezeichnung einer den
Cucurbitaceen zugehörigen Pflanze, Luffa
cylindrica, aus deren trockenem Faser-
gewebe der Früchte der sog. vegeta-
bilische Schwamm hergestellt wird,
welcher als Schwamm, Einlegesohle oder
zu ähnlichen Zwecken benutzt wird.
Engl, loofah, dtsch. L?i/^rt(kürbis und
-schwamm). — [Ableitung aus ar. luffäh
'eine Art Eierpflanze' scheint weniger
zu passen, auch existiert das in MWiD
84 angeführte pg. lufa wohl nicht.]
1334. Ar. Inkät:
'Nachlese, Abfälle, Wertloses', mit Imäla
[ä > e] Itilcet ; hieraus sp. luquete 'Stück
Zitronen- oder Apfelsinenschale, das man
in den Wein tut, um ihm diesen Ge-
schmack zu geben' [Dicc Gast 1286 a;
DE 298].
1335. Ar. Inkiua:
'Bissen, Fetzen', tk. lokma; hieraus rum.
locma 'Leckerbissen'; serb. lokma, lokioa
'Bissen, Stück (Fleisch)', russ. lohmoty
(veraltet) 'Lumpen, Fetzen'. [Gorjajew
192. Mikl SlEtWb 173a. Bern SlEt
Wb 729.
1336. Pers. lülä:
'Pfeife, Pfeifenrohr', ebenso tk. lüle;
hieraus rum. lulea 'Tabakspfeife', bulg.
lula 'Tabakspfeife, Pfeifenkopf', serb.
lula 'Pfeife, Pfeifenröhre', poln. cech.
lulka, klruss. l'ul'ka, russ. ljul'ka 'Pfeife'.
[Gorjajew 198. Mikl SlEtWb 176 a.
'Bern SlEtWb 745.
1337. Mal. liirl:
'Art Papagei', bes. auf den Molukken,
seit dem XIV. Jahrhundert in Südindien
und seit dem XVI. Jahrhundert in Eu-
ropa eingeführt, auch nüri [Pijn 212];
hieraus frz. lauri, loury, sp. loro, pg.
louro, nore, it. nuro; engl, lory, loory,
(all) 7iory, nury, ndl. noeri, dtsch. Lori
[und hiernach häuhg Lora], [MMM 23.
Devic DEt 152. JAOS XVIII, 71/72
und 84/86 MWiD 28.
13.38. Hiud. lüt:
'Raub, Plünderung' [aus sskr. lotra] ;
hieraus angloind. engl, loot 'dass.' [vgl.
Jesperson, Growth and structure of the
English language. Leipzig 1923.
S. 150], dazu looty 'Plünderer, Räuber'
[pers. lüti, vgl. Brugsch, Reise nach
Persien I, 224/225]. [Hobson-Jobson
519/521.
1338 a. Chin. ma:
'Sperling' [Rüdenberg, Chinesisch-deut-
sches Wörterbuch S. 377 c, Nr. 3771];
mit chin. djung 'Spiel' verbunden, ergibt
sich der Name für ein chinesisches, dem
Domino ähnliches Spiel mit verwickelten
Spielregeln, das seit kurzem in Amerika
und weniger in Europa Eingang gefunden
hat; also eigentlich 'Spatzenspiel', engl.
mah-djong, dtsch. Mah-Jong.
1339. Ar. mabrüni:
'Seil' [Part. pass. von barama 'ein Seil
drehen', also 'gedreht']; hieraus sp. pg.
kat. maroma 'Seil, dicker Hanfstrick', val.
plr. varomes 'dass.'. [DE 304. Eguilaz
446 (wo als Grundwort fälschUch ar.
harim 'Schnur, Seil' angegeben wird).
1340. lad. macao:
'Art Papagei'; hieraus ivz. macao 'dass.',
Ableitung macareux 'Papageitaucher,
Mormon arctica III.' [na^h ML 5195
mit Berufung auf Behrens, Beitr 372].
1341. Ar. ma'dan:
'Bergwerk' ; hieraus sp. alinadSn 'Berg-
werk, Metallmine'; über Ik.maden wurde
rum. madem 'Bergwerk, Metall'; bulg.
madem 'Bergwerk'. [DE 148. Eguilaz
207. ML5Ü15. Löbel EITAP 59. Mikl
SlEtWb 179.
1342. Ar. inädda:
'Materie, Stoff, Gegenstand' [vgl. auch
Dozy Suppl II, 574]; hieraus siz. maddu,
maddiu 'Haarwulst'. [GrSVociSic 24u.
1342 a. Teliign Mädhavayya-pälemn:
'Befestigter Ort von Mädhava', schon
indisch zu Mädhavapalam verkürzt, N. pr.,
Name eines Ortes am südlichen Delta-
ufer des Godavery an der Ostküste Vorder-
indiens. Hieraus ist die Bezeichnung
eines besonderen Baumwollstoffes ent-
standen: angloind. engl. madapoUam
'ein Mittelding zwischen Kaliko und
Musseline', frz. madapolam, madapolame
'geköperter Kattun, starker Kaliko', dtsch.
107
[Ar. ma'dija.
Madapolam. [Hobson-Jobson 531/532.
MWiÜ 125.
1343. Ar. ma'dija:
'Fähre oder Floß' zum Überschreiten
eines Flusses [vom Vb. "adä "über-
schreiten']; hieraus mit ar. Art. sp. pg.
almadia, armadia, frz. almadie, armadie
Tiroge oder Floß'. [DE 148. Devic
DEt 24/2.5. Lammens Rem 16/17.
1344. Ar. madraba:
'Netz zum Tunfisdifange' [DEFREMERY
in JAs 1869, I, 538; vom Vb. daraba
'schlagen', sc. 'Pfähle einrammen, um
das Netz festzumachen', wahrscheinUch
kontaminiert mit matraba 'Umzäunung
mit Netzen' von tarb 'Netz', s. hier
Nr. 2030; so DE 149/151]; hieraus sp.
almadraba, pg. almadrava [Constancio
Dicc 55 b] 'Tunfischnetz', prov. frz. ma-
drague 'Tunfischfang' und 'Netz dazu',
d. h. 'eine Absperrung im Meere, die aus
einzelnen Abteilungen besteht, in die
die Fische der Reihe nach gejagt werden'.
— Vom gleichen Grundwort madraba
'Ziegelei' [vom Vb. daraba at-tüb 'Ziegel
schlagen', d. h. herstellen] kommt sp.
(alt) almadraba 'Ziegelei' [= tejar, Dicc
Gast 129b]. [DE 148/151. Eguilaz 207.
ML 5218. Devic DEt 154.
1345. Ar. inadrasa:
'Hochschule' [vom Vb. darasa 'studieren'
mit Präfix ma- des Ortes], als N. pr.
Name der Stadt Madras an der mittleren
Ostküste Vorderindiens. Hieraus die
Bezeichnung für einen dort verfertigten
hellen Stoff mit seidenen Quer- und
baumwollenen Längsfäden: engl, (ver-
altet) madras, frz. madras 'halbseidenes
Zeug'. (Hobson-Jobson .532/534.
1346. Ar. mag:arra:
'Balken, Hebel'; hieraus pg. almanjarra
'Balken einer Mühle oder Wasserkraft-
maschine, an den man das Tier bindet,
das drehen soll', siz. minciarrn 'Arm
der Ölpresse und anderer von Pferden
betriebener Maschinen'. [DE 156. Gon-
stancio Dicc 55 c. GrSVociSic 241.
1347. Ar. magga:
'Auswerfen, speien' ; hieraus kat. sp. pg.
almeja 'Miesmuschel', pg. ameja, ameija,
ameijoa. — [Etymologie rou DE 162/163
zweifelhaft ; Eguilaz 2 1 9 gibt eine andere :
<[ lat. mitulus, die ebenfalls Bedenken
erregen muß, da sie den Anlaut al-, a-
nicht erklärt.]
1348. Ar. mag:lstl:
Arabische Bezeichnung des Hauptwerkes
des CLAUDIUS PTOLEMAEUS i\ ^€Td^n
öüvTaEiq, das zu ineYiöTri gesteigert
wurde; mit dem ar. Art. wurde hieraus
al-magistl [bereits unter dem Kalifen
AL-MA'MUN 813—833 ins Arabische
übersetzt]; hieraus im Latein der mittel-
alterlichen Übersetzer Almagestum, it.
almagesto, frz. almageste, sp. almagesto,
dtsch. Älmagest. [DE 152. Devic DEt 25.
1.349. Ar. luagra:
'Rote Erde, Rötel' ; hieraus mit ar. Art.
sp. pg. almagra, almagre 'Rötel, roter
Ocker', frz. almagra 'Indisch- oder
Persischrot' [Ausdruck der Malerei]. Ohne
ar. Art. it. (dial. Aquileja) macra 'Ocker,
Zinnober' [bei ML 5210 auf ein „orien-
talisches macir 'rote Baumrinde aus
Indien'" zurückgeführt; gehört natürlich
zu ML 5234]; russ. bagor 'Purpurfarbe'
[mit häufigem Wechsel von m und b,
daher wohl durch das Tk. vermittelt],
bagrec 'Purpur', bulg. (alt) bag^rh 'Pur-
pur', bagr 'Farbe', bagranica 'Purpur',
klruss. bahor 'Purpur' [Bern SlEtWb 38
nennt die slav. Gruppe „fremd" und
ihren Ursprung „dunkel"]. — „Zu Heil-
zwecken wurde schon im Altertum aus
Iberien, dem heutigenSpanien, bestimmte
Erde herbeigeholt. Dies war wohl die
heutige Almagra oder Ton von Estre-
moz, welcher, mit Piment (Capsicum
annuum) vermengt, auch in der Gegen-
wart von Damen der sp. und pg. Aristo-
kratie als Delikatesse genossen wird".
Dtsch. Rundschau für GeographieXXXVII,
125. [DE 152. Eguilaz 209. Devic
DEt 25. ZfSem IV, 258/9.
1350. Ar. mahaUa:
'Vorstadt, Stadtviertel'; tk. ebenso; hier-
aus rum. tnahala; bulg. serb. mahala
'Stadlviertel'; rum. mahalagiü 'Vor-
städter'. [Löbel EITAP 60. Mikl SlEt
Wb 180.
1351. Ar. inahärig:
'Ausgaben, Unkosten' [plr. von ar. mah-
rag] ; hieraus russ. magaryc, klruss. mo-
goryc, mohryc 'Bewirtung beim Abschluß
eines Geschäftes', Vb. mohorycytij 'be-
wirten'. Vgl. mlat. magarisium 'tributi
genus'. [Mikl SlEtWb 199.
1352. Hiud. mahäwat:
'Hoher Offizier' [aus sskr. mahä-niätra
'großes Maß', vgl. schon Hesychius s. v.:
MafidTpai, oi örpatriYol nap' 'Ivboöi;];
hieraus engl, mahout 'Treiber und Lenker
eines Elefanten' [der auf dessen Halse
sitzt und ihn mit Worten und einem
Stäbchen leitet]. [Hobson-Jobson 536.
1353. Ar. mahdar:
'Ort, an dem Leute zugegen sind' [aus
hadara 'anwesend sein'], ^&znmuhädara
'Unterhaltung'; hieraus siz. macadaru
'Sammelplatz, der zur Unterhaltung und
zum Vergnügen bestimmt ist'. [GrS
VociSic 239.
1354. Ar. maltgrara:
'Steiniger Ort' [von hagar 'Steine' mit
Ar. mahjas.]
108
Präfix ma- des Ortes]; hieraus siz. >nu-
sciani in der Redensari a musciaru
'haufenweise, ungeordnet'. [GrSVoci
Sic !242.
1355 Ar. lualijas:
'Prahlerei' [modern und sehr selten,
vgl. Dozy Suppl II, 62^]; hieraus viel-
leicht siz. Diafia. Adj. mafiusu, von einem
Manne, der sofort bereit ist, zu den
Waffen zu greifen, um irgendeine Be-
leidigung zu rächen, und dabei Blut
zu vergießen. Im Anfange des XIX.
Jahrhunderts in Faieniio und Umgebung
entstanden, ging das Wort bald ins lt.
über: maffia, maffioso, bes. zur Bezeich-
nung einer verbrecheri.schen Geheim-
geseilscliaft [entsprechend der napole-
tanischen Camorra]. Die Etymologie
kann nicht als sicher gelten. [GrSVoci
Sic 24U.
1356. Ar. mahlab:
'Weichselkirschbaum, Prunus mahaleb';
hieraus sp. mahaleb [Dicc Gast 13U0a],
frz. mahaleb, mahalep, maguelet; unter
diesem Namen importierte man früher
aus Syrien nach Europa eine kleine
Frucht, die man in der Medizin brauchte
und jetzt noch in der Parfümerie ver-
wendet. Frz. hois de mahaleb 'Weichsel-
holz' [vulgär hois de Ste. Lucie genannt].
[Devic DEt 154. Eguilaz 441/442. ML5240
1357. Ar. mahlük:
'Geschaffen' [part. pass. von ^alaka 'er-
schaffen']; hieraus siz. macaluco Matte
di pollo', d. h. in den Kaffee geschlagenes
El. [GrSVociSi.: 239 (mit Hinweis auf
Corrado Avolio, Introduzione allo studio
del dialetto siciiiano. Noto 1882. S. 44].
1358. Ar. iiiahiüt:
Wörtlich 'gemischt', Bezeichnung einer
Speise aus Linsen und Weizen oder Reis
[auch als hurgul bekannt, s. hier Nr. 352];
hieraus siz. maccu 'eine Art Suppe'.
[GrSVociSic 239.
1359. Ar. mahmür:
[Part. pass. I zu hamr 'Wein'] 'betrun-
ken', tk. ebenso; hieraus rum. mahmur
'halh betrunken', mahmurie 'Katzen-
jammer'; bulg. iitahmuren, serb. mamu-
ran 'nach einem Rausche an Kopfweh
leidend'. [Löbel EITAP 60. Mikl Sl
EtWb 180.
1360. Ar. Mahr:
N. pr., Stammvater eines ar. Stammes,
nach welchem schnell laufende Kamele
in Nordafrika als mahrija, pl. mahärt
bezeichnet werden; hieraus frz. mahari,
sp. mahari [Dicc Gast 13U0a] 'Laufkamel,
Dromedar' in Nordafrika. [Devic DEt 155.
1361. Ar. niahrauia:
'Heiliges, Verbotenes, Weib' [s. hier
Nr. 819], ebenso tk., hieraus rum. ma-
ramä, (Moldau) näframä 'Schleier der
jung verheirateten Frauen'; bulg. serb.
mahrama, russ. bahroma 'Tüchlein' [mit
Wechsel von m und b wie z. B. hier
Nr. 1349]. [Sain 55. Mikl SlElWb 180.
1362. Ar. mahzan:
'Warenniedei läge, Scheune, Zeughaus',
plr. mahäzin; hieraus it. tnagazzino,
sai'd. magasinu, camasinu [mit Meta-
thesis], SIZ. magasenu, maasemi, mala-
senu, malase, frz. ntagasin, sp. magacSn,
almagacen, alniacen, pg. almazem, ar-
mazem, almacen, rum. magaza, magazin;
dtsch. Magazin, ndl. magazijn, engl, ma-
gazi)ie ; russ. magazyn, (dial ) gamazeja
[Metathesis wie im Sard. !], klruss. ma-
gazyn, kamazej, bulg. serb. magaza,
magazin 'Warenniederlage, Zeughaus'.
[Lasii.io 8. DE 147. Eguilaz 205. ML
5447 (wo als Grundwort mayzen 'Scheune'
gegeben wird!). Gorjajew 199. Mikl
SIElWb 180.
1363. Ar. mai'a:
'HarzbalsMmstrauch Storax'; hieraus sp.
almea 'Rinde des Storax, Storax'. [DE
161. Eguilaz 218. ML 5241.
1364. Ar. maidäu:
'Platz', Ik. ebenso mejdan ; hieraus rum.
maidan, meidan 'dass., freie Zeit, Ge-
legenheit'; bulg. megdan, serb. mejdan,
poln.klruss. wiajf/aw, russ. maidan 'Platz',
Vb. maidanit' 'gaunern'. — [Sp. alameda
'Platz, Promenade' gehört nicht hierher,
DE 370; vielmehr < ulamo 'Pappel'].
[Löbel EITAP 60. Gorjajew XXXIX.
Mikl SlEtVvb 186. _
13fi5. Ar. luaimuu:
'Affe' [eigentlich 'glücklich, glückbrin-
gend' genau wie das andere Wort für
Affe: ar. su'dän, si'dän; Euphemismus,
da der Alle als Teufel gilt. Vgl. Nöldeke,
Neue Beiträge zur semitischen Sprach-
wissenschaft. S. 89. Zusammenhang
mit gl', m^d» ist also abzulehnen]; hier-
aus it. mammone 'Meerkatze', maimone
[Oriente I, 195], afrz. prov. maimon,
kat. maymon 'heuchlerisch, faul', sp. pg.
mono, mona, frz. maimon, mona, Ablei-
tung mimonet, momine, rum. malmu^ä,
momi^ä [mit Sulfixwechsel]; ferner [mit
Wechsel von m zu b] it. babuino; engl.
haboon 'Affe'; bulg. majmima, serb.
majmun, poln. munia. [ML 5242. Devic
DEt 155 (auf pers. m. zurückgeführt).
Mikl SiElWb ISO.
1366. Ar. mais:
[Wohl aus aram. maisä, das aus ass.
mesu <; sumerisch mes entlehnt ist,
ZAkkF W 53] 'Zürgel-, Nesselbaum, Geltis
australis L.'; hieraus mit ar. Art. sp.
almez, almezo, Irz. alizier 'dass.'. [DE
163/164. Eguilaz 221. ML 5243.
109
[Pers. mäjä.
1367. Pers. majä:
'Stoff, Substanz' [Horn NpEt S. 217,
Nr. 970J, auch 'Sauerteig, Hefe', eben
tk. maje; hieraus vxxm.maia 'Sauerteig';
serb. maja 'dass.'. [Löbel EITAP 60.
Mikl SlElWb 180.
1368. Tk. majasyl:
'Hämorrhoiden' [Kelekian Kätnüs 1097 ;
ar. niä jasihi 'das, was flieliit' vom Vb.
säla 'üießen']; hieraus bulg. majas^l,
serb. mojasin 'Art Aussatz'. [Mikl Sl
EtVVb 199.
1369. Pers. mäjhanä:
'Weinbaus, Schenke' [aus mäj 'Wein'
Horn NpEt S. "Ith, Nr. 1U03 und Mnä
'Haus', s. hier Nr. 809], tk. ebenso
mejhane; hieraus bulg. serb. niehana
'Schenke'. [Mikl SlEtVVb 186.
1370. Ar. iiiak'ad:
'Ort, wo man sich setzt' [vom Vb,
ka'ada 'sich setzen, niederkauern' und
Präfix ma- des Ortes], ebenso tk. niakad
'Ort, wo man sich niederlegt; Stoff,
der das Sofa bedeckt'; hieraus rum.
tnacat 'Steppdecke, Betlbehang'. [Sain
54. Löbel EITAP 59.
1371. Tk. makara:
'Flaschenzug' [wohl aus ar. hakra 'Rolle
am Flaschenzug' mit häufigem Wechsel
von b und »«]; hieraus rum. niacara
'Windezeug'.
1372. Ar. makbara:
'Grab, Friedhof [aus ar. kabr 'Grab'
mit Präfix des Ortes ma-], plr. makäbir;
hieraus p^.almocävar 'Friedhof [DE 168]
sowie sp. macabro, frz. datise macabre
und mit falscher Volksetymologie miat.
Chorea Machabaeorum 'Totentanz' [Egui-
laz 441 und Lammens Rem 149].
1373 Ar. iiiiikila:
'Maßgefäß' [s. hier Nr. 1174 a]; hieraus
sp. kat. inaquila, sp. mäquia 'Mahluietze;
Mahlgeld, mit dem der Müller bezahlt
wird'. — [Mtkjäl ist lautlich nicht als
Grundwort zu gebrauchen.] [DE 300.
Eguilaz 443.
1374. Arain. makkasitä:
'Schwefelkies' [vielleicht wegen der Spren-
kelung nach syr. kessä 'Spreu' so ge-
nannt; im übrigen ist das Wort noch
nicht erklärt], hieraus ar. markasitä
Bezeichimng der 'Kiese' mit Ausnahme
derer von Antimon und Wismuth [vgl.
kulil, hier Nr. 1227, und itmld, hier
Nr. 918] und ferner sp. kat. marcasita,
marquesita, pg. marcasita, marquezita
[Constancio Dice 677 c], frz. marcassite,
it. marcassita; engl, marcasite, dtsch.
Markasit 'rhombische Modifikation des
Eisenkieses'. (Devic DEt 157. Eguilaz
444. A. Sadebeck, Über den Namen
, Markasit". Im Neuen Jahrbuch für
Mineralogie, Geologie und Paläontologie.
Stuttgart 1878.
1375. Hebr. iiiakk^b^d:
'Hammer'; hieraus Eiyenname Macca-
baeus 'Makkabäer' und mit verschieden-
artigem Bedeutungswandel it. (dial.
Abruzzen) maccabe 'Dmumkopf, Tauge-
nichts', frz. machabee im Pariser Argot :
'Jude; Leiche eines Ertrunkenen'. —
ML 5253 [wo auch fälschlich macabre
hierauf zurückgeführt, s. dagegen hier
Nr. 1372].
1376. Ar. maklfib:
'Umgewendet, umgekehrt' [part. pass.
von kalaba 'umwenden']; hieraus it.
macaluba, siz. niacalubi(a}, Bezeichnung
der Schlammvulkane in Sizilien zwischen
Catania und Sciacca, die schuii den Alten
bekannt waren [vgl. Strabo, Solinus V, 24].
— Bädeker, Untentalien. Leipzig 1906.
S. 341 : Le Maccalube bei Girgenli und
bes. W, Decke, Über die sizilianischen
Schlammvulkane. In Globus LX.X1, 69/71.
1377. Kas.-tat. malahai:
Hieraus mit gleicher Bedeutung russ.
malahai 'große Fellmütze' [Gorjajew 200].
1378. Ar. malgaiu:
'Erweichende Salbe' [aus gr. |id\aY|ua
mit Metathesis]; hieraus sp. pg. kat.
amalgama, frz. amalgame; engl, aniaf-
gam, Vb. amalgamate, dtsch. Amalgam,
Vb. amalgamieren; russ. amal'gama
[und über tk. melhem, ebenso tat.] mal -
han, bulg. mehlem, serb. meiern 'Saloe'.
— [Devic DEt 29/30 und Eguilaz 256/257
geben andere unhaltbare Ableitungen,
Lammens Rem 21/22 spricht schon
Zweifel daran aus; die hier gegebene
Etymologie deutetschonGorjajew201 an].
1379. Araiii. itialka:
'König' ; hieraus gr. Md\xo?. lat. Malchus
['der Königliche', aUo synonym fuit
BaaiXeioi;), als N. pr. Name des Kriegs-
kneihtes, dem PETRUS das eine Ohr
abhieb ; daher pg. mouco 'schwerhörig',
frz. (dial. Lüttich) malcuss 'einohrig'
(von Tieren gesagt) [Behrens ßeitr 302|,
it. (dial. Verona) malco 'ungezogen',
averge le mani dl Malco 'schwt-re Hände
hüben'. — Das entsprechende hebr.
Wort mel§x 'König' ist Grundwort zum
Namen der Melkiten, fiz. melchites,
eigentlich also „Royalisten", Bezeich-
nung der syrischen orthodoxen Katho-
liken, da ihre Lehre von den Kaisern
gegen die der Eutychianer begünstigt
worden ist. — Aus dem phönizischen
Woit mölek 'Herr, König', einem Gotte
der Ammoniter im AT, wurde zunächst
gr. Mo\öx, das als Moloch in alle euro-
päischen Sprachen zur Bezeichnung eines,
blutdürstigen Abgottes überging: frz.
Ar. iiiallnta.]
110
tnoloch, sp. molok; dlsch. Moloch, engl.
moloch, Vb. niotochize 'wie dem Moloch
opfern', d. h. 'über Leichen gehen'.
[Devic DEt lü2. 167. Eguilaz 457.
ML ö;25<).
13SU. Ar. mallüta:
'Übermantel' [Dozy Vetem 87. 412; aus
gr. laaWiUTr) oder furiXiuxr) ZDMG LI,
304]; hieraus sp. pg. kat. val. tnarlota,
sp. molota 'maurischer Talar', mlat. me-
lota; über das Tk. entstand rum. malo-
tea 'Frauen man teP. [DE 3Ü3/304. Egui-
laz 446. Löbel EITAP 60.
1381. Ind. malnial:
'Stoff aus feiner, weißer Baumwolle',
der Musseline ähnlich; hieraus engl.
muhmil und durch Verkürzung auf eine
Silbe engl. muH, dtsch. Mull.
1382. Hebr. malsin:
'Bösewicht'; hieraus sp. ma/s/w 'Angeber,
Auflietzer' [Dicc Gast 1305 a], pg. mal-
sim 'Angeber, Verräter beim Schmuggel'
[Constancio Dicc 671 b], Vb. sp. pg. mal-
sinar 'verleumden'. — [Etymologie von
DE LAGARDE; vgl, auch ML 5269.]
1383. Ar. uial'üu:
'Verflucht' [part. pass. von la'ana 'ver-
fluchen'], tk. ebenso melun 'dass.'; hier-
aus serb. melun 'Teufel'. [Mikl SlEt
EtWb 187 b.
1384. Ar. niauilük:
'Kaufsklave, Höriger' [part. pass. von
malaka 'besitzen']; hieraus it. mamma-
lucco, siz. mammaluccu 'dumm, stumpf-
sinnig', sp. pg. ntanieluco 'dumm', pg.
in Brasilien der Sohn eines Europäers
und einer eingeborenen Amerikanerin,
frz. mamlouk, vielleicht auch malamoque
'Albatros mit schwarzem Schnabel',
rum. mameluc; ndl. mameluk, engl.
mamlouk, mamaluke, mameluke, dtsch.
Mamluk. — „Mamluken wurden die
weißen Soldtruppen genannt, welche
sowohl von den letzten Fatimiden als
auch von den Eijubiden in großer Zahl
angeworben oder auch gekauft wurden.
Sie rekrutierten sich besonders aus Tür-
ken und in der Folge aus Mingreliern,
Zirkassiern und anderen kaukasischen
Stämmen. Die genannten Fürsten stützten
ihre Macht hauptsächlich auf diese Söld-
ner. Der Name Mamluk wurde auch
auf die Nachkommen dieser in Ägypten
seßhaft gewordenen Ausländer über-
tragen und verblieb ihnen, als sie die
Herren des Landes wurden. In den
folgenden Jahrhunderten hat der Name
Mamluk seine ursprüngliche Anrüchig-
keit vollständig abgestreift " v. Oppen-
heim, Vom Mittelmeer zum persischen
Golf I, 52. Ausführlich ebenda 53/54.
[DE 299. Devic DEt 156. Eguilaz 442.
1385. Jaknt. mamma:
Auch tungusisch 'Land'; hieraus russ.
mamont, cech. poln. mamut; frz. mam-
mouth; engl, mammoth, dtsch. Mam-
mut. Der Ausdruck ist im Jahre I69G
von LUDLOFF in die wissenschaftliche
Sprache eingeführt worden ; die Jakuten
hatten den ausgestorbenen Riesenele-
fanten mamojit genannt, weil sie glaub-
ten, er wühle unter der Erde wie ein
Maulwurf.
1386. Aram. uiämöuä:
Auch mammön [letzten Endes mög-
licherweise ass. memeni 'irgend etwas'
> 'Besitz, Habe', vgl. ZAkkFW 20];
hieraus gr. |.xa|U|uujvä, |ia|nuiväq, got.
mammöna und im Anschluß an das NT
seil Luther nhd. Mammon, früher mit
'Scbatzteufel, Gutsteufel' übersetzt, die
mythische Personifikation des Fieichtums ;
engl, mammon: russ. mamona usw.
1387. Ar. luamtar:
'Regenmantel' [aus ar. matar 'Regen'
mit präflgieitem m des Werkzeuges];
hieraus siz. mantarru [aber Avohl kaum
it. mantazzo] 'Regenmantel der Bauern'.
[GrSVociSic 240.
1388. Hebr. luamzer:
'Bastard' [im AT zweimal: Deut 23, 2];
hieraus mgr. luavZirip als geläufiges
Schimpfwort [so wurde JOHANNES
DA MASGENUS von CONST ANTIN VI.
statt mit seinem Ehrennamen Mansür
als tAa\Zr\pöc, bezeichnet], durch den
Verkehr mit jüd. Rabbinern sp. mancer
'Hurenkind' [Dicc Gast 1307 b: 'hijo de
la mujer publica'] und poln. (alt) mam-
zer, mamzer 'Neugetaufler'. Vgl. GRÜN-
BAUM in ZDMG XL, 264.
1389. Ar. maiiäh:
'Ort, wo man die Kamele niederknien
läßt' [von näha 'niederknien', II. Form
nawwaha 'niederknien lassen' mit Prä-
fix des Ortes ma-], hieraus 'Erzählung',
die man an diesem Orte hört, schließ-
lich 'Kalender' [in dieser Bedeutung
z. B. bei PEDRO DE ALGALÄ]. Grund-
wort tür sp. ahnanaque, kat. pg. alma-
nach, frz. almanac, prov. armana, it.
almanacco; engl, almanac, dtsch. Al-
manach; russ. (tlmanah. Gewöhnlich
werden diese Formen auf gr. (i\|nevixiaKd
'Kalender', das beim Kirchenvater EU-
SEBIUS belegt ist, zurückgeführt; doch
ist nicht einzusehen, wie dieses seltene
Wort durch die ganze romanische Gruppe
verbreitet werden konnte. Wenn auch
im Ar. das gewöhnliche Wort für 'Ka-
lender' takwJtn [s. hier Nr. 1999] ist. so
deuten doch alle europäischen Formen
zu unverkennbar auf das angegebene
ar. Grundwort. Vgl. Mahn EtUnl 129/134.
III
[Tk. mandar.
DE 154. Eguilaz 211. ML 5281.
Herrigs Archiv LVi, 422.
139U. Tk. uiaiidar:
'Lukeiiiiegel, Drehkreuz' |Kel6kian Kä-
mtls 1095 b]; hieraus rum. mandanea
'Billardbande' [Löbel EITAP 61].
1391. Ar. mandil:
'Tuch, Hülle' [aus gr. )aavbr|\iov, lat.
mantile ZDMG LI, 317; Dozy Vßtem
414 f.]; hieraus sp. pg. kat. mandil
"Schürze'. — [Unmittelbar aus dem lat.
mantile kommen mantel 'Tischtuch' und
mantilla]. [DE 2^i9/3üÜ. Eguilaz 443.
1392. Tk. niangal:
'Kohlenbecken zum Heizen'; hieraus
rum. mangal: bulg. serb. mangal, russ.
mangal 'Kohlenbecken'. — ,Man läßt
über Nacht auf dem Dache des Hauses
ein mit glühenden Holzkohlen angefülltes
und mit Asche bedecktes Metallbecken,
Mangal genannt, ausglimmen und stellt
es in die Mitte des Zimmers. Ein
kleiner, etwa l'/a Fufa hoher Tisch wird
darüber gesetzt und über den Tisch
eine grofie Decke ausgebreitet, die mit
ihren Enden allenthalben den Eidboden
oder richtiger gesagt den Teppich be-
rührt. Die Familie kriecht nun, um
sich zu wärmen, etwa bis zur Brusthöhe
von den Fülien an unter die Decke,
und so haben bisweilen zwölt Personen
hinreichend Platz und Gelegenheit, von
unten herauf warm zu werden." Hein-
rich Brugsch, Reise der K. Preuß. Ge-
sandtschaft nach Persien 18öO und 1861.
I. Bd. Leipzig 1862. S. 7/8.
1393. Mal. uiaiig:g-a:
'Ein Baum, Mangilera indica' [Pijn 220a] ;
hieraus ndl. mango (boom), dtsch.3/«w^o-
(baum und -fruchl), engl, mango, mango-
fish 'ein Fisch des Ganges' [weil er so
gelb aussieht wie die reife Mangofrucht];
frz. mangiie 'Frucht' des manguier.
1394. Mal. mauggi-niaug'gi:
'Wurzelbauni, Rhizophora' [Pijn 220 aj;
hieraus angloind. mangle, frz. manglier
(synonym tmipaUtuvier), engl.niangrove,
dtsch. Mangrove 'Baum oder Strauch
mit Stelzwurzeln'. [Devic DEt 156.
1395. Mal. nianggis:
Auch manggista [so Pijn 220 a] 'Frucht
eines ind. Baumes aus der Familie der
Guttiferen', von der Größe einer Apfel-
.sine und vom gleichen Geschmacke wie
eine Erdbeere: Garcinia mangostana;
hieraus engl, mangis, mangusUn, man-
gosieen, frz. mangoustan, dtsch. Man-
gmte. [MMM 34. Devic DEt 156.
1396. Pers. mäugös:
[Aus pers. lynin 'Gewicht' Horn NpEt
S. 222, Nr. 991 bis und göh 'Ohr' eben-
da S. 210, Nr. 943], ebenso tk. mefigßts
'Ohrgehänge' [Kelekian Kämüs 1238 a];
hieiaus bulg. mengusi, serb. mendsuse
'Ohrringe'. [Mikl SlEtWb 189.
1397. Mani:
N. pr., Name des im Jahre 276 in Per-
sien getöteten Gründers der Sekte der
Manichäer. Im MA waren die mani-
chaei als Urbild der Ketzer verhaßt;
aus diesem entstand mit Rücksicht auf
den Anklang an dtsch. mahnen die in
Studentenkreisen seit 1 728 oft bezeugte
Bezeichnung Manichäer für den 'Gläu-
biger'; ebenso poln. manich 'Gauner'.
[Mikl SlEtWb 182. Kluge Studenten-
sprache 56.
1398. Hebr. uianä:
Gewöhnlich als man hü 'was ist das?'
gedeutet; die Aussonderung der Manna
arabica. Hieraus gr. )udvva und in den
europäischen Sprachen : it. manna, frz.
manne, sp. pg. kat. manä, pg. mannä,
v\xm..manä', vxx&s. manna; en^X. manna,
got. ahd. manna, nlid. Manna, übersetzt
als 'Himmelsbi ot' und übertragen 'Herz-
stärkung'. In anderer Bedeutung it.
(dial. Abruzzen) manne 'Getreidebrand,
Pilzkrankheit der Reben'. [Eguilaz 442.
ML 53ü7.
1399. Ar. mausür:
'Siegreich'; hieraus afrz. aumasor, prov.
almasor, it. (alt) almansore 'Feldherr'.
Als N. pr. kommt al-Matisür in der
Geschichte des Orients häufig vor. —
ML :>317.
1400. Hind. inantri:
Sskr. mantrin 'Ratgeber, Staatsminister'
in der voriiiohammedanischen Zeit in
Indien; hieraus pg. mandarim [Gon-
stancio Dicc 673 a; mit volksetymolo-
gischer Einwirkung von mandar 'be-
fehlen'], Bezeichnung für einen höheren
chinesischen Beamten, angloind. mun-
free, engl, mandarin, dtsch. Mandarin,
(alt) Mandarin. Das Wort kommt übri-
gens bei den Chinesen selbst nicht
vor, sie heißen bei ihnen vielmehr knan
'Beamter', und zwar tcen-kuan 'Civil-
beamter', wtikuan 'Militärmandarin'.
Vgl. Arendt, Handbuch der nordchine-
sischen Umgangssprache. \. Teil. Berlin
1891. S. 346/347. Unter Mandarin-
Sprache versteht man die in China bei
den offiziellen und literarischen Klassen
gesprochene Sprache im Gegensatz zu
den Lokaldialekten ; sie heißt kuan-hua
'Beamten spräche' und darf nicht etwa
mit dem literarischen Stil der Rücher
verwechselt werden, vgl. ausführlich
Arendt a. a. 0. S. 343/349 und 357/369.
Die obige Etymologie gab zuerst SCHOTT
im Entwurf einer Beschreibung der
chinesischen Literatur. Berlin 1854.
Ar. nianzil.]
112
S. 57. — Das ind. Grundwort liegt auch
in russ. arhimandryt 'Arcliimandrit'
vor. [Hobson-Jobson 550/552. 598/599.
Hirlh Chiiil<^W 197/198.
1401. Ar. manzil:
'Ab.-teigequartier, Wirtshaus' [vom Vb.
nazala 'absteigen' und Präfix ma- des
Ortes], tk. ebenso memil; hieraus rum.
inizil, inezil, nienzil 'Poststation', serb.
niezil Tost'. [Löbel EITAP 64. Mikl
SJEtWb 94.
140^. Hebr. uiä'ös:
'Verächtliches, Gebrechen, Fehler',
rihebr. mpis Sviderhch, widerwärtig,
veräciitlich' ; hieraus jüd.-dtsch. mies,
Vb. vermiesen, Miesmacher 'Flaumacher',
[mit der slav. Endung -nik\ Mießnik
'fauler Kopf. [ Ave-L I V, 574. MWil) 47/48.
1403. Ar. inar'a:
[S. hier Nr. 169c, dazu präfigiertes ma
des Ortes wie z. B. hier Nr. 1401]
'Weide', ebenso tk. mera; hieraus rum.
miiiRfe 'Stoppelfeld'
1404. Ar. itiarad:
'Kiankheit', ebenso tk. maraz; hieraus
rum. maraz 'geistige oder seelische Ver-
stimmung oder Krankheit' ; serb. maraz
'Krankheit'.
1405. Ar. maräkk:
Plr. 'die zarten und empfindlichen Teile
des Leibes'; hieraus pjj. mirac 'Bauch,
Leib'. [DE 314. Eguilaz 453. Constan-
cio Dicc 696 a.
1406. Ar. Maräkiis:
Jetzt Marrähes, die frühere südliche
Hauptstadt Marokkos; hiernach wird das
Ziegenleder genannt, das in Marokko
hergestellt und jetzt in Europa imitiert
wird: pg. marroquim [Gonstancio Dicc
679 c], frz. maroquin, ndl. marohijn,
dtsch. Maroquin; engl, morocco 'feines
dünnes marokkanisches Leder'. — [Frz.
maroquin 'Tau, welches vom Topp des
Fockmastes zum Topp des grofsen Mastes
geht und dazu dient, eine Ladetakel
daranzuhängen, um vermittelst der-
selben Güter aus- und einzuladen', also
dtsch. 'Toppreep', fi'z. surpente, ist wohl
mit ndl. marren 'festbinden' in Zusam-
menhang zu bringen, vgl. Behrens ßeitr.
373/374].
1407. Ar. maraninia:
'Ausbesserung', tk. meremet; hieraus
rum. meremet 'dass', Vb. meremetisi
'ausbessern'.
1408. Ar. niaras:
'Schnur'; hieraus [mit häufigem Wechsel
von m und b] pg. kat. barago 'Schnur',
pg. barafa, baraza 'Strick an der
Schlinge, mit der man wilde Tiere
fängt'. [DE 236. Eguilaz 3-^9.
1409. Ar. innrassi:
Auch mirassa 'Gießkanne"'; hieraus siz.
marascia 'Ölkrug' oder 'anderes Gefäß
in dieser Form'. [GrSVociSic 240.
1410. Ar. marliüt:
'Gebunden' [pari. pass. von rahata
'binden, fromm sein']; hieraus frz.
marabout 'Einsiedler', ein heiligmäßiger
Mann, der nach seinem Tode in einer
Kapelle begraben wird und dort Ver-
ehrung findet; das Wort wird auch
fälschlich auf diese Grabkapelle selbst
bezogen ; sp. morabito, pg. marabuto,
rum. marabut 'Einsiedler', siz. mura-
bitu 'Abstinenzler'; engl, maraboot;
ferner wegen des ernsthatten Aussehens
des Vogels sp. marabA 'Riesenstorch
vom Senes^al oder aus Indien, Lepto-
ptilus argaia Gray.', dtsch. Marabu, engl.
marabou. — Dagegen muß sp. morabito
'Seemann' auf ar. muräkibi 'dass.' zu-
rückgehen. [Devic DEt 157. Eguilaz 443.
GrSVociSic 242.
1411. Ar. mardakiis:
'Majoran' [wohl selbst fremden Ur-
sprungs, etwa lat. amaracutn], vulg.
Aussprache mardadüs; hieraus sp. al-
moraduj, almoradux [worin früher x
wie s gesprochen wurde], kat. moradux
'Majoran.' [DE 174. Eguilaz 236.
1412. Hebr. mar'e:
'Schein'; hiei'aus mit roman. Endung
sp. wrtnvjHo'chrisIlicli gewordener Jude' :
man nahm an, daß die Marranos nur
zum Schein übergetreten seien; pg.
marrano, marräo. [Andere Ableitung
ZDMG XXIII, 637 ]
1413. Ar. uiarfaka:
'Kissen'; hieraus sp. marfaga. märaga,
almarrega, pg. almäfega 'grobe Woll-
decke' [früher als Zeichen der Trauer
getragen, Gonstancio Dicc 55 b], kat.
marfega 'Slrohsack', Ableitung marfe-
gassa 'Schlampe', prov. marrego 'Stroh-
sack'. [DE 158. Eguilaz 215/216. ML
5350.
1414. Ar. iiiarfüd:
'Zurückgewiesen' [part. pass. von rafa-
da]\ hieraus sp. pg. marfuz 'gemein,
werllos' [z. B. Don Quijote I, cap. XL,
in der Collecciön de autores espanoles III.
Leipzig. S. 283 Mitte] ; kat. marfus, it.
(alt) malfusso, (dial. Neapel) maj-fuso,
sard. (log.) marfusu 'verworfen, schur-
kisch'. [DE 391/392. WAGNER in Herrigs
Archiv CXL, 243.
1415. Ar. marg:
'Wiese, Sumpf; hieraus siz. margiu
'sumpfiger Ort, Sumpf, früher 'Wald-
land' ; sp. ahnarcha, armajal, pg.
almarge, almargem 'Stadt in flachem
Lande'. [Eguilaz 214. GrSVociSic 240.
113
[Ar. margan.
1416. Ar. niargän:
'Koralle' [aus gr. laapTapiTr^q ZDMG LI,
304], tk. mergan 'dass.'; hieraus rura.
märgean, mnrgicä; bulg. merdzan 'Ko-
ralle'. Mit ar. Art. und Imäla [ä > e]
«rgab sich der alte pharmazeutische
Ausdruck frz. almargen: poudre d^al-
margen 'gepulverte iioralle', die früher
in der Medizin benutzt wurde. — Als
Fraueiiname ist Morgiane in der Ge-
schichte von 'ALI BABÄ und den vierzig
Räubern in 1001 Nacht zuerst durch
GALLAND bekannt geworden. Er steckt
auch in it. fata morgana 'Fee Morgana',
dann 'Luftspiegelung in der Wüste',
schon in Eschenbachs Parzival 56, 18
mhd. Fämurgän, Feimurgan. — Man
hat auch versucht, auf das ar. Grund-
wort margän das dtsch. Meerschaum
zurückzuführen, zuerst A. Vambery in
Magyar Nyelvör 1899, S. 537 ; vgl.
ZfdWf I, 361. II, 345/346. VII, 79^/796.
Da aber der tatsächlich auf tk. Boden
bei Eskisehir in Kleinasien gewonnene
Meerschaum tk. liile tisy oder dehiz
köjmjil 'Pfeifenstein' oder 'Meeres-,
schäum', niemals aber margan heißt,
muß Meerschaum [engl, meerschaum,
ndl. meerschuim, frz. Racine de mer]
deutsch erklärt werden, was um so
leichler möglich ist, als auch die vier
Sorten in Eskisehir an Ort und Stelle
mit dtsch Namen „Lager, Kasten, Groß-
baumwolle, Kleinbaumwoile" bezeichnet
werden; vgl. Hugo Grothe, Auf tk. Erde.
Reisebilder und Studien. ^ Berlin 1903.
S. 380, wo sich auch eine Schilderung
der Gewinnung des Meerschaums findet:
S. 277/281. Ferner vgl. Joseph Grunze),
Die wirtschaftlichen Verhältnisse Klein-
asiens. Wien 1897. S. 34/44; Dernburg,
Auf dtsch. Bahn in Kleinasien. Berlin
1892. S. 51 ff. „Die Sladt des Meer-
schaums*. — Der Kuriosität halber sei
noch die Etymologie : dtsch. Meerschaum
< ar. morsüm [soll heißen marsüm]
'gesiegelt' erwähnt, s. J. G. Kochs,
Vergleichungen mineralogischer Benen-
nungen des Deutschen mit arabischen
Wörtern. Leipzig 1795. S.40. [Kluge 304.
Devic DEt 2.Ö/26. Lammens Rem 18.
1417. Hebr. Maria:
Eigentlich Mirjam und Marjam 'Die
Bittere' oder 'ßittermeer'; hieraus über
die Koseform Marion frz. marionnette,
it. marionetta eigentlich 'Mariechen',
dann 'Püppchen', ursprünglich wohl die
Bezeichnung des mit einem Puppen-
kopf geschmückten Narrenzepters, dazu
frz. marotte 'Spielzeug, Steckenpferd,
Narrheit'. — Sp. mariquita, kat. viari-
etta, dtsch. Marienkä/er. Sp, marica
Lokotsch, Etymolog. Wörlerbuch.
'Elster; Mannweib'. — Aus Maria* posa
'Maria, setze dich' wurde kat. sp. pg.
mariposa 'Schmetterling' [mit einer
Volksetymologie, die auch in germ.
Sprac hen ähnlich vorkommt, vgl. Ro-
mania V, 180].
1418. Ar. ina'rif.a:
'Wissen, Kunst', ebenso tk. marifd;
hieraus rum. tnarafet 'Vermittlung,
Kunstkniff'.
1419. Ar. inarih:
'Vergnügt'; hieraus siz. mmaria 'Witz'.
1420. Ar. uiarkab:
'Jede Art von Fahrzeugen, Sattel'; hier-
aus entstand als passende Bezeichnung
für den Stern a Pegasi der Name Mar-
kab. [Ideler Sternn 117.
1421. Ar. markät:
'Stufe, Treppe'; hieraus mit sp. Aug-
mentativsuftix malecön 'Flußdamm', eine
Anzahl erhöhter Stuten, um die Stadt
vor Überscliwemmungen durch den Fluß
zu schützen, bes. in Sevilla am Ufer des
Guadalquivir. [DE 299. Eguilaz 442.
1422. Sskr. inarkata:
'Affe'; hieraus vielleicht dtsch. Meer-
katze, Cercopithecus [als ob das Tier zu
uns über das Meer gekommen wäre; wie
die Katze hat es einen langen Schwanz;
vergleicht man daneben aber dtsch.
Meerkalb, Meerschweinchen sowie die
älteren Formen ahd. merikazza, mnd.
merkatte, so scheint die Etymologie doch
recht zweifelhaft]. [MWiD 25/26. Ander-
sen DVEt 6.
1423. Ar. markaz:
'Mittelpunkt', ebenso tk. merkez; hieraus
lum. merchez 'Schliche, schwache Seite'
[nach Löbel E1TAP63 auch 'Mittelpunkt'].
1424. Ar. inartiiara:
'Zornig sein'; hieraus nach GrSVoci
240 siz. marmaruca 'Zorn, Ärger'.
1425. Tk. marpyc:
[Aus pers. märpüs aus mär 'Schlange'
Horn NpEt S. 219, Nr. 977 und püs, s.
hier Nr. 162.Ö] 'Das Holzrohr oder der
lange gewundene Lederschlauch', durch
den man den abgekühlten Rauch der
pers. Wasserpfeife kaljän oder kaljün
[s. hier Nr. 1033] in sich hineinzieht;
hieraus rum. marpiciu 'Rohr der Nar-
gile'-
1426 Ar. marra:
'Mal', gewöhnlich als adverbialer Akku-
sativ gebraucht: marratan 'einmal';
hieraus kat. sp. marras 'einst'. [DE 304.
Eguilaz 446. MLü37l.
1427. Ar. marsam:
'Siegeleisen, Marke' [vom Vb. rasama
'bezeichnen']; hieraus sp. tnarchamo
'Zollsiegel', Vb. marchamar und mar-
chamero. [DE 301/302. Eguilaz 444.
8
Ar. marsam.]
114
1428. Ar. mnrsüiii:
'Befehl, Erlaß", plr. maräsim; hieraus
sp. kat. orancel, sp. alancel, pg. aranzel
'Erlaß, durch den der Preis einer Ware
festgesetzt wird; offizieller Tarif; Zoll-
tarif.' [DE l'J7. Eguilaz 271/!27!2 (wo als
Grundwort ar. si'r, plr. as'är 'Preis'
angegeben wird).
1429. Ar. Diartaba:
'Grad', ebenso tk. mertebe; hieraus rum.
mertepea 'Anfang, Ursprung'. Unmittel-
bar ergab sich val. martava 'Reihen-
folge'. [Löbel EITAP Ü3. DE 304. Egui-
laz 446.
1430. Tk. marnl:
'Lattich, Lactuca sativa' [Kelekian Kämüs
1091 b]; hieraus rum. marulä, marola
'Lattich'.
1431. Tk. masad:
'Wetzstahl' [Kelekian Kämüs 1177];
hieraus serb. masat, klruss. nmsat, russ.
»iusai 'Feuerstahr. [Gorjajew 219. Mikl.
SlEtWb 184 a.
1432. Ar. mas'ala:
'Fackel', tk. ebenso masala; hieraus
serb. masala; rum. masala, masala
'dass.', masalagiü.
1433. Ar. uiä sä'-lläh:
Wörtlich 'was Gott will', Ausruf der
Bewunderung, ebenso tk. masalla; hier-
aus rum. masala 'wunderbar! Gott
schütze dich! [sc. vor den bösen Blik-
ken]'. — Löbel EITAP 62.
1434. Ar. nia'sara:
'Mühlstein, Mühle' [Vb. 'asara 'pressen'];
hieraus sp. almazara 'Ölmühle', siz.
mäzzara 'Stein, der als Gewicht oder
Gegengewicht dient'. [DE 161. Eguilaz
218. GrSVociSic 241.
1435. Ar. masgid:
'Gebetshaus', eigentlich 'Ort, wo man
sich niederwirft' [Präfix ma- des Ortes
u. Vb. sagadu 'sich niederwerfen, irpoa-
Kuveiv']; hieraus sp. mezquita, pg. mes-
quita, it. meschita, moschea, afrz. mos-
quete, frz. niosqiiee, rum. mo^ea; ndl.
moskee, engl, mosk, nwsque, dtsch.
Moschee; die slav. Formen sind über
das tk. mesged entstanden: serb. mecet,
bulg. medzit, öech. mesita, poln. meczet,
russ. medef und auch rum. mecet
'Moschee, tk. Friedhof bei Bukarest'.
[Eguilaz 451/452.
1436. Ar. niashara:
'Verspottung, Possenreifser' , hieraus it.
mäschera, sp. pg. mäscara, mit rom.
Endung sp. mascarada, frz. mascarade
und hieraus durch Abfall der letzten
Silben [die als Endung betrachtet wur-
den] frz. masque; dtsch. Maske, ndl.
masker, maskerade, engl, niask, masque,
dän. maske, schwed. mask; russ. maska.
maskarad, ßech. poln. maskarada, serb.
maska, maskara. Mit wenig geänderter
Bedeutung rum. mäscara 'Schimpf,
aber mascaralic, n.äscäriciü 'Possen-
reifser'. Dazu die Vb. siz. ammascari
'großtun', it. (dial. Mailand) mascarä
'vermummen'; sp. kat. amoscarse 'zor-
nig werden'. — [Diese Etymologie, die
lautlich und begrifflich keine Schwieiig-
keiten bietet, wird vielfach abgelehnt;
statt dessen wird bes. langobard. masca
'Netz' als Grundwort empfohlen, vgl.
KARPF in WuS V, 120/124.] [Dozy
Oost 61/63. DE 304/309. Mahn EtUnt
60/61. Kluge 301. GrSVociSic 226.
ML 5394. Anglia XIII, 106 ff. 517 ff.
Wiener Beiträge zur engl. Philologie
XV, 119.
1437. Hebr. Masi'ah:
'Der Gesalbte', gr. luieaaiaq, zur Bezeich-
nung Jesu Christi in alle europäischen
Sprachen übergegangen, z. B. dtsch.
Messias, engl. Messiah; frz. Messie\
russ. Messija, poln. Mesiasz. Außerdem
hieraus pg. macio 'sanft, weich, glatt'
[Constancio Dicc 667 a]. [DE 298. ML
5209. Eguilaz 440 [wo noch ar. maslh
'geschmeidig' als Grundwort angegebea
ist].
1438. Tk. maslak:
Auch maslyk 'Datura stramonium' [aus^
ar. maslük]; hieraus rum maslag 'dass.';
cech. maslak, maslok, poln. maslok
'betäubender Saft', mastocznik 'wüten-
der Narr. [Mikl SIEtWb 184 a, Karlo-
wicz 422.
1439. Ar. masraba:
'Trinkgefäß' [vom Vb. sariha 'trinken'],,
erst moderne Aussprache für misraba
'dass., kleiner Krug'; hieraus mit ar.
Art. sp. almojarra 'kleiner Krug'; über
tk. masrapa wurde rum. nästräpa
'Trinkglas', nästräpioara; bulg. mas-
trapa, serb. mastraf a 'Becher'. [DE 179.
Eguilaz 238. M kl SIEtWb 184 b.
1440. Ar. massa:
'Betasten'; hieraus frz. masser, dtsch.
massieren. [ML 5395. MWiD 102 (wo
als mögliches Grundwort auch auf gr.
Udoauj 'kneten' hingewiesen ist).
1441. Hebr. massa:
'Ungesäuerte Brcdfladen', modern matzo
gesprochen; hieraus dtsch Matze 'lüili-
scher Osterkuchen'. Über gr. \xdLa,
]xd.Za [das sicherlich zum Teil semiti-
schen Ursprungs ist] it. (dial. Kalabri( n)
maza 'Art Brot'. [Kluge 302. ML 5396.
1442. Ar. ma'.snra :
'Weberschiffchen' [vom Vb. asara 'bin-
den']: hieraus in Verbindung mit germ.
rocco [vgl. dtsch. Spinnrocken, sp. rueca,
pg. roca, it. rocca] sp, mazorca, pg.
115
[Ar. mät{a).
magaroca, eigentlich 'Spindelvoll', dann
wegen derselben Gestalt 'Maiskolben'.
Über tk. masure, masra wurde rum.
mosor, demin, mosoras 'Spule, Rolle'.
[DE 312/313. Eguilaz 449. Löbel
EITAP 65.
1443. Ar. inät(a):
'Er ist gestorben, tot'; als Fachausdruck
der Schsichspieler säh mät vom pers.
sah 'König' [Horn NpEtS. 170, Nr. 772]:
'Der König ist tot' ; hieraus ist mit dem
Schachspiele selbst der Ausdruck inter-
nal ional geworden, vor allem it. scacco
matto 'schachmatt', prov. mat, frz. Schee
et mat, sp. jaque y mate, jaqiii mute, pg.
chaque i mate, rum. mat; dtsch. schach-
matt, engl; checkmate; russ. sahmaty
'Schachfiguren', hulg. suhmatna igra
'Schachfigur', sahmatna (izska 'Schach-
brett'. Aus dem Schachspiel wurde
volksctymologisch parodierend it. matto
'verrückt' genommen. Dazu die Vb. it.
mattare, frz. mater, prov. kat. sp. pg.
matar 'matlsetzen, überwinden, besiegen'
und schiiefälich sp. pg. matar 'töten'
[und nicht etwa <^ lat. mactari, worin
et y ch geworden wäre wie factum >
hecho], — [Henii Estienne, Traicte de
la confnrmite du langage franqais avec le
grec, Paris 1569, führt trz. mat auf it.
matto und dieses auf gr. judiTaioc; zurück!]
[Kluge 302. ML .5401. SPITZER in
Herrigs Archiv CXLI, 264. ZDMG
XX Vi II, 696.
1444. Ar. matniti>a:
'Erdgrube für Getreide, Keller'; hieraus
kat. sp. pg. mazniorra, pg. masmorra,
matumorra [mit Anlehnung an matai-
'töten'] 'unterirdischer Kerker, Verlies,
Gelaß'. [DE 312. Eguilaz 448/449.
ML ■■^41 4.
144.5. Tk. iiüttrabaz:
'Fechtmeister, Händler, Schurke, Betrü-
ger' [aus ar. motr, matra 'Öl -oder
Wasserschlauch' und pers. häz, Präsens-
stamm von bähtän 'spielen' Horn NpEt
S. 35, Nr. 150), matrabazlyk 'Handel';
hieraus rum. matrapazlic 'Schacher,
Hinterlist'. — Löbel ELTAP 62.
1446. Ar. matralt:
'Ort, wohin etwas geworfen oder gelegt
wird ; Kissen' ; hieraus it. materasso,
materassa 'Matratze', denn diese war
ursprünglich ein Netz, das man auswarf,
wo man sich hinlegen wollte; prov. al-
mairac, frz. materas, matelas, kat. alma-
trach, matalds, sp. py. almadraque 'Ma-
tratze', pg. dem. ahnadraguexa, verkürzt
almntrixa 'Pferdedecke', pg. madrago
'Faulenzer': engl, maitress, ndl. mafras,
disch. Matratze, russ. matrac, poln. ma-
terac, öech. matrace. [Dozy Oost 63 ff.
DE 152. Eguilaz 207. RomForsch IV,
360. ML 5415. Kluge 302.
1447. Ar. ma'taf:
'Geneigt', ebenso tk. [Kelekian KämUs
1194 b] ; hieraus rum. matuf 'schmutzig,
nachlässig', bes. in den Kleidern. —
Löbel EITAP 62.
1448. Ar. niaulä:
'Mohammedanischer Geistlicher oder
Lehrer' [über dieses Amt und den of-
fiziellen Rang eines Mulla in der Türkei
vgl. NO III, 62]; hieraus angloind. moo-
lah 'dass.', in Indien 'Scliulmeister',
engl, molla 'ein höherer Richter in is-
lamischen Ländern'; rnm. mola 'moham-
medanischer Geistlicher', dtsch. Mölln.
— Mit dem Suffix 1. pers. sgl. ergibt sich
ar. matiläja 'mein Herr', woraus sp.
muley in zusammengesetzten Eigen-
namen, bes. aus den marokkanischen
Wirren bekannt. [Hobson Jobson 579.
Eguilaz 460. MWiD 64.
1449. Ar. iiia'üii:
'Gefäß', ebenso tk., sowie ma^una 'Schiff
(Kelekian Kämüs 1093 a]; hieraus it.
maona 'tk. Galeere', frz. mahone, maho-
ne, kat. sp. mahona 'dass.'. [DE 299.
Devic DEt 155. Eguilaz 442.
1450. Ar. ma'zal:
'Abgesetzt' [part. pass. von '^azala], eben-
so \k.ma''zul [Kelekian Kämas 1193b];
hieraus rum. mazil 'abgesetzter Bojar',
Vb. mazili 'absetzen', mazilie 'Abset-
zung'.
1451. Ar. iiiausim:
'Jahreszeil', z. B. für die jährliche Pil-
gerfahrt nach Mekka, auch schon bei
den ar. Seeleuten zur Bezeichnung der
Zeit «ebräui hlicb, die günstig war, um
mit dem Winde, den wir heutzutage
Westmousun nennen, nach Indien zu
gelangen; hieraus pg. mongäo, mougäo,
sp. monzon, frz. mousson, it. monsone,
mussone; engl, monsoon, ndl. monsoen,
dtsch Monsun. [DE 317/319. Eguilaz
458 ML 5439.
14.52. Ar. maiitabän:
'Einer, bes. ein König, der ruhig sitzt'
[vom Vb. wataha 'sitzen'], Bezeichnung
einer Münze, die während der Zeit der
Kreuzzüge in der Levante im Umlauf
war; auf ihr war eine sitzende Christus-
figur dargestellt, nach der sie benannt
war. Um das Jahr 1193 führten die
Venezianer eine dieser byzantinischen
Münze ähnliche aus dem Oriente ein,
die sie matapan nannten. Hiermit
wurde dann in Famagusta auf Cypern
eine lO^oige Abjjabe und endlich eine
Schachtel oder Kiste, die */io moggio
enthielt, bezeichnet: venez. niarzapane
[mit Einfügung eines »•!], noch im XIII.
8*
Pers. mäzä.]
116
Jahrhundert ist siz. marzapane, neapol.
marzapane belegt. Im XIV. Jahrhun-
dert wurde mit diesem Wort der Inhalt
der genannten Kiste, nämlich ein aus
Zucker, Mandeln und Rosenwasser her-
gestelltes Zuckerwerk bezeichnet: it.
marzapane, frz. marsepain, massepain,
sp. mazapän, pg. massapäo [mit offen-
barer Anlehnung an pane, pain, pao
<^ lat. panis 'Brot']; vgl. noch prov.
massapan 'Schachtel'. Engl, marchpane
[in Anlehnung an March], dtsch. Mar-
zipan, ndl. marsepein, schwed. marsi-
pan; russ. marcipan. — [Blarci panis
'Markusbrot' ist nur Volksetymologie;
die vorliegende Ableitung stammt von
A. KLUYVER in ZfdWt VI, 59/68 ] [ML
5440. MWiD 86.
1453. Pers. mäzä:
'Wohlgeschmack' [Horn NpEt S. 219,
Nr. 979], tk. vulg. mezelik 'Vorspeise'
[von Seb. BECK sehr treffend mit
'Appetitshappen' wiedergegeben : NO III,
56] ; hieraus serb. bulg. meze, bulg.
mezelik 'Dessert', rum. mezelic, mezea
'dass'. — Löbel EITAP 63. Mikl SlEt-
Wb 194 a.
1454. Ar. niazäd:
'Versteigerung', ebenso tk., vulg. mezat
ausgesprochen; hieraus rum. mezat;
bulg. mezat 'dass.'.
1455. Hebr. mazzäl:
'Stern, Schicksal' [eigentlich 'Stern-
station' entsprechend ar, manzil s. hier
Nr. 1401]; hieraus sp. desmazalado 'un-
glücklich', bei Cervantes 'kleinmütig'
[Dicc Gast 773 a]. — [ML 5448.
1456. Pers. tk. meger:
'Wenn auch' [aus pers. mä 'nicht' und
ägär 'wenn' Horn NpEt S. 221, Nr. 988;
auch > ngr. liaYcipi]; hieraus rum.
macar 'obwohl, wenn auch'.
1456 a. Aram. mene:
Mene mene tekel iKparsin ist die von
Daniel, Kap. 5, Vers 25 mitgeteilte rätsel-
hafte Inschrift, die der Sohn des letzten
Königs von Babylon, der sog. König
BELSAZAR [assyr. Belsar-usur 'Bei,
schirme den König', s. ZDMG Vm, 598;
XXVI, 128], während eines Gastmahls
von geheimnisvollen Händen an die
Wand des Speisesaals schreiben sah.
Daniel deutete sie auf den Übergang
der Herrschaft an die Perser, der tat-
sächlich bald eintrat; von ihm stammt
die Deutung: , Gezählt, gewogen, zu
schwer [nämlich befunden], und die
Perser!" Man liest sie jetzt: Mene 'eine
Mine' [s. hier Nr. 1462 a; aus assyr.
manü 'Mine' von manü 'zählen' Del
HWB 416 und 417 b], mene tekel 'eine
Mine Sekel' [assyr. siklu 'Sekel' von
sakälu 'wägen' Del HWB 685 b, s. hier
Nr. 1880], u-parsin 'und zwei Halb-
minen' [assyr. parsu 'Halbmine' von
paräsu 'teilen' Del HWB 542 b; zu
allen drei Ausdrücken vgl. ZAkkFW
21]. Der erste Teil der Inschrift ist
als Menetekel 'grauenhafte Warnung
oder Mahnung' ins Deutsche überge-
gangen.
1457. Ag. mer:
'Pyramide'. Das äg. Wort, dessen Vo-
kalisation mangels einer kopt. Entspre-
chung unbekannt ist, ergab mit dem
altägyptischen Art. p umi der aus gr.
TTupaiLiiq zu erschließenden Vokalisierung
*piniar oder mit Metathesis, für die
beim Übergang aus dem Äg. z. B. ins
Semitische viele Belege vorhanden sind
[vgl. ZDMG XL VI, 112 ff.], *pirani. Da
einerseits die Ableitungen von irupaiii?
aus rein gr. Grundwort, besonders Tröp
'Feuer' und uupö; 'Weizen', sehr ge-
künstelt und schwerfällig erscheinen und
sich andererseits aus m-r und dem se-
mitischen Art. ha mit folgender Meta-
thesis das aus dem Semitischen allein
nicht erklärbare ar. haram 'Pyramide'
ableiten läßt, ist die gegebene Deutung
außerordentlich befriedigend, um so
mehr als a priori anzunehmen ist, daß
die Bezeichnung für ein Ägypten so
eigenes Bauwerk wie die Pyramiden
auch äg. Ursprungs ist. Diese Etymo-
logie stammt von Karl LANG im An-
thropos XVni/XIX, 551/553. Aus gr.
TTupaiaic;, -rrupaiaibDq, lat. pyramis, pijra-
midis haben sich alle europäischen For-
men ergeben: \t.piranude, trz. pyramide,
sp. pirdmide, pg. pyramide; engl, j^yra-
mid, dtsch. Pyramide.
1458. Tk. mertek:
'Viereckiger Balken'; hieraus rum. mar-
tac 'dicker PfahP.
1459. Tk. mest:
'Filzüberschuhe, absatzlose Stiefelchen
in Maroquinleder' [Kelekian Kämüs
1159]; hieraus rum. mest, mesii, mep
'dass.', serb. mestwa, poln. meszty,
klruss. mesty 'Art Fußbekleidung'. [Lö-
bel EITAP 63. Mikl SlEtWb 193.
1460. Ar. mibrat:
'Zucker' [nach DE 164]; hieraus sp. kat.
almibar 'Sirup', almibarar 'mit Zucker-
seim überziehen, süße Worte geben',
almibarado 'süßtuender Mensch'. —
[Eguilaz 222 hat als Grundwort miba.'
1460a bis 1469a folgen nach
1469!
1461. Ar. midakka:
'Instrument zum Klopfen, Stampfer,
117
[Ar. mi'dai).
Stößel' [Dozy Suppl I, 451]; hieraus siz.
mataccu, mataffu 'großer Holzklotz' mit
einer Achse als Handgrift, mit dem
man Steine in den Boden rammt, um
zu pflastern. [GrSVociSic 241.
1462. Ar. mi'dan:
'Spitzhammer zum Zertrümmern von
Gestein'; hieraus mit ar. Art. sp. alnia-
dena, ahnadina, almadana 'großer
eiserner Steinhammer'. [DE 148. Egui-
laz 206/207 (mit anderer Ableitung).
1463. Ar. iiiigfar:
'Stahlhaube, aus Eisenringen verfertigter
Helm' ; hieraus mit ar. Art. sp. almofar,
almofre 'der über den Kopf reichende
Teil des Panzers', pg. aZwafra. [DE 170.
Eguilaz 232. ML 5566.
1464. Ar. mihadda:
Auch mu^adda [von ar. ^ladd 'Wange']
'Kopflsissen' ; hieraus mit ar. Art. sp.
almohada, pg. almofada, almofala [Con-
stancio Dicc 57 a; letzte Form nur bei
Eguilaz 233] 'dass.'. - DE 172.
1465. Ar. miliassa:
Vulg. muhassa 'S'triegel' [vom Vb. Jf,assa
'striegeln']; hieraus mit ar. Art sp. al-
mohaza, pg. abnofafa 'dass.'. [DE 172.
Eguilaz 234.
1466. Ar. milifar:
'Hacke' [vom Vb. hafara 'graben'], plr.
mahäfir; hieraus mit ar. Art. sp. almo-
cafre, armocafre, almocafe 'Jäthacke'.
[DE 167. Eguilaz 228.
1467. Ar. luihräs:
'Mörser' [vom Vb. harasa 'zermalmen,
ganz zerstampfen'], plr. mahäris; aus
dem Sgl. mit Imäla [ä > e] sp. almirez,
pg. almires [Constancio Dicc 57 a], aus
dem Plr. pg. nlmofariz, (all) almafariz
'Mörser für Drogen und Medikamente'.
— DE 165.
1468. Jap. mikado:
[Aus mi 'erhaben' und kado 'Tor', also
'erhabene Pforte', ähnlich 'hohe Pforte'
als Bezeichnung der tk. Regierung und
äg-. pr-a^a > Pharao 'hohes Haus']
Titel, unter dem der Kaiser von Japan
im Auslande bekannt ist. In Japan
selbst wird er heute nicht mehr ver-
wandt, ausgenommen in der Poesie und
bei bes. feierlichen Anlässen; in den
offiziellen Stücken wird der Herrscher
Japans als emperor bezeichnet. [Chamb
AllJap 366/368.
1469. Hebr. Mixäel:
N. pr. ['wer ist wie Gott?'], Nsme eines
Erzengels; hieraus it. michelaccio ur-
sprünglich 'Michaelwallfahrer', dann
'Landstreicher', frz. miquelet 'Räuber',
sp. miquelito, mtcatele früher eine 'Foli-
zeitruppe in Katalonien', jetzi 'bewaff-
neter Räuber'.
1460 a. Tamil, uiiläya-tauulr:
'Pfeff'erwasser' ; hieraus angloind. mulli-
gatawny, engl, ebenso und muUagatawny
'Art Currysuppe' in Indien. Die Ab-
kürzung mull ist zum Spottnamen der
Mitglieder der Regierung von Madras
geworden [übrigens schon zur Zeit Sir
John MAUNDEVILLES belegt]. [Hobson-
Jobson 595.
1461a. Ar. mimbar:
Aussprache für ursprüngliches minbar
[von ar. nabara 'erheben'; minbar aXso
ursprünglich die Erhebung, auf die man
sieh setzt oder stellt, Untergestell, s.
BECKER in Orient. Studien (Festschrift
für Nöldeke) I, S. 338; letzten Endes
aus dem Äthiop., s. Nöldeke, Neue Bei-
träge, S. 49] 'Kanzel', und zwar im
Gegensatz zur Predigtkanzel kurst die-
jenige Kanzel in der Moschee, auf der
an jedem Freitag die Jiutba, d. h. das
Gebet für den obersten Herrscher der
Gläubigen, gehalten wird. Hieraus jüd.-
dtsch. Almemor, die inmitten der Syna-
goge betindliche, zum Verlesen der
Tliora bestimmte Erhöhung [die in jüd.
Schriften als bema oder mifdal bezeich-
net wird], vgl. z. B. in Heinrich Heines
, Prinzessin Sabbath": 'Stolz aufflackern
auch die Kerzen / Auf der Brüstung
des Almemors'.
1462 a. Ar. iiiinä:
[Aus gr. pi\ä 'Mine', lat. tnina 'Pfund-
gewicht', letzten Endes aus assyr. manü,
vgl. ZAkkFW 21] Gewicht, das bei den
spanischen Arabern doppelt so groß wie
im Altertum war; hieraus mit ar. Art.
sp. almena, frz. ahnene 'Gewicht von
fast 2 Pfund', etwas weniger als 1 kg.
[Devic DEt 26. Eguilaz 220.
1463 a. Ar. miiiära:
Eigentlich manäi-a 'der Platz, wo Feuer
oder Licht, ar. när, ist'; das minära
ist der Turm einer Moschee, von dessen
Brüstung aus der Gebetrufer niu'addin
fünfmal täglich die Gläubigen zum Ge-
bete aufruft; pers. und tk. minaret;
hieraus frz. minaret, rum. minarea,
minaret; engl. ndl. minaret, dtsch. Mi'
narelt; sp. almenar 'Eisenfuß, auf dem
man die Fackeln stellt', sp. pg. almenara
'dass., Leuchte in den Leuchttürmen'.
1464a. Tk. minder:
[Kelekian Kämüs 1231] 'Sofakissen,
Strohsack, Matratze', eigentlich im tk.
Hause eine hölzerne, niedrige, an der
Wand befestigte, also unbewegliche, mit
Teppichen belegte Bank, die ringsum
im Zimmer die AVände entlang läuft.
In reichen Häusern ist der minder oft
mit kostbaren Seidenkissen gepolstert;
auf ihm wird auch, und zwar ganz
Ar. mingal.]
118
bekleidet, gesdilafen. Aus dem ti£.
Grundwort wurde bulg. mender, serb.
minder 'Kissen', rum. mindir 'Matratze,
Strohsack', mindirUjiu 'Strohsackfabri-
kant'. [Löttel EITAP 64. Mikl SlEtWb 197.
1465 a. Ar. iiiiiig^al:
'Sichel, Fleischermesser'; hieraus pg.
tnanchü 'Messer, Fleischermesser'. [DE
299. Eguilaz 443.
1466 a. Ar. inirassa:
'Glasgefaß zum Begießen' [vom Vb.
'begie&en'J; hieraus mit ar. Art. sp. al-
marraja, alinart-asa, kat. almarraixa,
pg. alinarracha 'Gießkanne'. DE 158.
Eguilaz 215.
1467a. Ar. rairät;
'Erbschaft', tk. miras 'dass.'; hieraus
rum. miraz 'Erbteil', mirazenie, serb.
miraz 'Erbschaft' (vgl. ngr. noipdöiov].
1468 a. Ar. rairbat:
'Zettel', eigentlich 'Schnur zum Anheften'
[vom Vb. rabata 'anheften, binden', s.
hier Nr. I410I, vulg. marbat; hieraus
sp. marbete Treiszettel'. DE 301. Egui-
laz 444.
1469 a. Pers. niis:
'Schaf, Widder' [Horn NpEl S 226, Nr.
1008: mSs], Adj. dazu mlsin, ebenso tk.
meSin 'gegerbtes Schafleder' [Kelekian
Kämtls 1117a]; hieraus rum. nf^inä
'braunes Schafieder, Bauernhose' [Löbel
EITAP 63 und Sain 55].
1470. Ar. iiiiskiu:
[Aus aram. mesklnä 'arm', das selbst
Entlehnung aus dem ass. muskenu 'arm',
nämlich zwischen dem freien Volksbür-
ger und dem Sklaven in der Mitte stehend,
aus Sukennu 'niederfallen', irpoaKuveiv;
vgl. ZAkkFW 47] 'arm, elend'; hieraus
it. meschino, prov. kat. mesqui, sp. mes-
quino, mezqnino, pg. mesquinho, mez-
quinho, rum. nieschin, f'Z. mesquin
'armselig', afrz. tueschin 'Bursche', me-
schine 'Mädchen'. [DE 314. Eguilaz
450/451. ML 5539.
1471. Ar. uiisuias:
Gewöhnlich 'Aprikose', doch auch 'Pflau-
me' [Lammens Faruk Nr. 1284]; hieraus
mit ar. Art. und folijender Assimilation
pg. ameixa, amexa 'PHaume', it. amos-
cino, [mit häufigem Wechsel von m und
b] abostno 'Pflaumenbaum'. [DE 189.
Eguilaz 258 (jedoch aus lat. myxa, gr.
\i\)la abgeleitet!).
1472. Ar. niiskal:
'Instrument, z. B*. eine Muschel, zum
Glätten von Metallen' [vom Vb. sakala
'glätten, polieren'], auch miskala, eben-
so tk. vulg. moskala; hieraus rum.
mu§rhia 'Glättholz, Fummelbolz'.
1473. Ar. luisr:
'Ägypten' [vgl. hebr. mismjim 'dass.'j.
tk. mysyr; hieraus bulg. mesirjak, serb.
misirka 'Truthahn'. — [Der Truthahn
scheint überall das Schicksal zu haben,
nach fremden Ländern bezeichnet zu
werden, vgl. hier Nr. 909 und 1031.]
1474. Ar. raitraka:
'Hammer', vulg. mafraka; hieraus it.
matraca, kat. sp. pg. matraca 'Klapper,
bes. Karfreitagsklapper', in der Kar-
woche statt der Schelle benutzt. [DE 310.
Eguilaz 448. ML 5615.
1475. Ar. mitras:
'Brustwehr', plr. matäris, ebenso tk.
meteris, jedoch als Sgl. betrachtet; hier-
aus bulg. meteris, serb. meteriz 'Wall,
Schanze'; rum. meterez 'Festungswall,
Scliutzwehr'. [Löbel EITAP 63. Mikl
SlEtWb 194.
1476. Ar. mizrak:
'Wurfspeer', der bei den heutigen Be-
duinen bis zu 5 m lang wird [vgl. auch
MSOS H, 233/234], ebenso tk. ; hieraus
bulg. muzrak, serb. mizdrak 'Lanze';
lum. mazdrac 'Lanze, Streitkolben', it.
(alt) mugavero, afrz. muzerat, migerat
'Lanze'.
1477. Hebr. raö'a:
Moderne Aussprache für biblisches mä'ä
Jes 48, 19 'Sandkörnchen, Steinchen', in
der Misna 'kleine Münze im ungefähren
Betrage eines Pfennigs, plr. mä'öb, mo-
dern ausgesprochen maus, moos; hieraus
jüd.-dtsch. Moos 'Geld'; „Moos haben"
wurde scherzhaft erweitert zu „Moses
und die Propheten haben* unter Anleh-
nung an Luk 16, 29. [Ave-L IV, 405.
Kluge 314 s. V. Moos 2.
1478. Mahratti modachi:
Auch mödshl, ebenso konkani [über
diese Sprache und ihre Literatur vgl.
Baumgartner, Geschichte der Weltlite-
ratur. Bd. II. W Freiburg 1902. S. 329
bis 335 und Gust, A sketch of the
modern languages of the East-Indies.
London 1878. S^ 59/60] 'Cholera' [vom
Vb. modnen 'zusammenbrechen, sinken'] ;
hieraus pg. mordexim, morexim [Con-
stancio Dicc 703 c] 'gefährliche Cholera',
woraus die Franzosen mit merkwürdiger
Volksetymologie frz. mort-de-chien mach-
ten, unter welchem Namen die Cholera
bis zu Ende des XVIII. Jahrhunderts
bekannt war. Angloind. mordisheen,
mordechi. [Hobson-Jobson 586/589.
1479. Hebr. raoral:
Alt mäyal 'mit der Sichel maggäl
schneiden'; jüd.-dlsch. mogeln 'betrü-
gen', ursprünglich durch Beschneiden
und Einkneifen der Karten; das Wort
kommt seit Ende des XVIII. Jahrhun-
derts auf [Kluge Studentensprache 61].
119
[Jap. mogusa.
1480. Jap. inogasa:
'Eine Pflanze mugwort' [aus moe-kusa
'brennendes Kraut']; hieraus engl, moxa,
ein Universallieiliiiittel im Osten Asiens:
man drelit aus Teilen der Pflanze einen
kleinen Kegel, setzt ihn auf den Körper
und zündet ihn auf der Haut an ; moxi-
hnstion ist die Kauterisation mittelst
einer moxa. [Chamb AllJap 389/390.
1481. Tk. moloz:
'Kleine Steine, die zum Bauen benutzt
werden' [Kelekian Kämüs 1249 a]; hier-
aus rum. moloz 'Abraum, Schutt; Kies'.
[Sain 55. Löbel EITAP 64.
1482. Tk. mor:
'Violett'; hieraus bulg. serb. mor 'dun-
kelblau', wohl auch rum. mormaviü
'blaßrot, hellrot'. — [It. moro <^ lat.
morus, maurtis klingt wohl nur zufällig
an tk. mar an, doch will Aug. v. Ed-
linger, Alte Beziehungen der tk. Spra-
chen zu den indogermanischen. I. Bam-
berg, s. a. (1922). S. 17, Urverwandtschaft
zwischen jenen Wörtern annehmen;
dann würde hierhin noch russ. moroska
'Brombeere' gehören.] — Das von JVlikl
SlEtWb 202 angegebene mormenevis ist
ist nicht Grundwort, sondern selbst Zu-
sammensetzung aus mor und menevis
'Reflex eines moirierten Stoffes', wenn
nicht, was m. E. wahrscheinlicher ist
Verwechselung mit menekse, benefie <^
pers. bänäfsä 'Veilchen' [Horn NpEt S.
53, Nr. 231] vorliegt.
1483. Hebr. Mos?:
'Moses' [< äg. nis(w) 'Kind', sicherlich
als Kurzform eines zusammengesetzten
Vollnamens; früher erklärte man das äg.
Wort, als ,aus dem Wasser gezogen*],
moderne Ausspraclie: Mause: hieraus
jüd. - dtsch. mauscheln 'wie ein Jude
reden oder handeln'. — Kluge 303.
1484. Ar. Mösul:
Klassische Form: Mausil [Suffix »na-des
Ortes und Vb. wasala 'vereinigen', also
eigentlich: 'Ort, wo etwas vereinigt wird',
nämlich Vereinigungsstelle der Wege aus
dem oberen Mesopotamien und dem
'Irak], früher Fabrikort eines feinen,
weißen baumwollenen Gewebes [den die
Araber heute säs nennen, s. WETZ-
STEIN in ZUMG XXII, 161]. Hieraus
it mussolo, mussolina 'Nesseltuch', frz.
mousseline, sp. muselina, pg. musselina,
murselina, rum. muselina ; dtsch. Mus-
seline, ndl. mousselien, engl, muslin;
bulg. muselina, serb. muselin, öech.
muselin, poln. muslin. Heutzutage gibt
es sowohl Woll- wie Ba um wo II-
musseline. [DE 325. Eguilaz 491. ML
5700. Hobson-Jobson 600/601.
1485. Ar. tnn'addin:
'Gebetsausrufer', der von der Galerie des
Minaretts [s. hier Nr. 1463a] aus den Ge-
betsruf adän hören läßt, tk. muezzin;
hieraus rum. muezin, frz. muSzzin, sp.
almuecin, almuedano; engl, mueddin,
muezzin, dtsch. Muezzin. [DE 150.
Eguilaz 240/241. MWiD ö2.
1486. Ar. mn'ajjau:
'Rhombus', d. h. gleichseitiges Parallelo-
gramm; hieraus (lisch. Elmuahin in den
Schriften des XV. Jhdts. infolge der Über-
setzung der Euklidischen Elemente durch
Gampanus im XIII. Jhdt. aus dem Ar.
durcli das Lat. eingeführt. [Schirmer
WortschdM 63.
1487. Ar. lun'ämila:
'Handel', ebenso tk. muamele 'dass.',
mit Suffix -gi des Berufes muamelegi
'Händler'; hieraus rum. mamelegiü
'Hausierer, Händler'.
1488. Ar. mn'arrif:
'Trapez', d. h. Viereck mit zwei paral-
lelen Seiten ; hieraus dtsch. Elmuharifa,
in den Übersetzungen des XV. Jhdts.
gebräuchlich. [Schirmer WortschdM
72/73.
1489. Ar. mudaggiu:
[Part, praes. act. des Vbs. dagana 'woh-
nen, bleiben', II. 'wohnen lassen', also
'einer, der wohnen bleibt od. eigentlich
wohnen läßt', auch wenn das Land in
die Hände der Feinde fällt]. So, im Plr.
mudagginlti, wurden die Araber genannt,
die nach der sog. Reconquista der
Iberischen Halbinsel durch die Spanier
unter den Christen wohnen blieben; aus
dem ar. Gdvvl. wurde sp. inudejar. [DE
321/322. Eguilaz 460 (wo mudaggin
sehr frei als 'tributarius' erklärt wird).
1490. Ar. mndd:
'Getreidemaß' [Lammens Fartlk Nr. 1242 ;
im 'Irak 2 1, im Higäz l'/s 1, sonst 1,76 1
fassend; aus lat. medium, gr. liobiö?,
die beide semitischen Ursprungs sind,
vgl. hebr. mad 'Maß']; hieraus mit ar.
Art. sp. almud, kat. alrnut, pg. almude,
frz. almoude, almude 'dass.'. [DE 180.
Eguilaz 239. Devic DEt 26. ML 5625.
Lammens Rem. 18.
1491. Ar. luuflis:
'ßankrottierer' [part. praes. act. vom
Vb. falasa IV 'bankrott machen', dies
von ar. fals, plr. fulüs 'Geldstück'
gr. qpöUic ZDMG LI, 300]: hieraus rum.
mofluz 'dass.', mofluzi 'bankrott machen',
mo^M2;Zjc 'Bankrott', vielleicht auch bulg.
mihljuzni 'Bankrott'.
1492. Pers. niuft:
'Unbedeutend, umsonst erhältlich' [Horn
NpEtWb S. 221, Nr. 987] u. pers. ^r,
Präsensstamm zu hurdän 'essen, trinken'
Ar, muflL]
120
f ebenda S. 112, Nr. 507] ergeben pers.
viufthär, tk. müfthär 'Schmaiotzer'
[wörtlich 'einer, der umsonst ißt und
trinkt']; hieraus serb. mtifte, muhte 'um-
sonst', Vb. muktariti 'schmarotzen',
klruss. muhte '^'ratis'; rum. moft 'Flau-
sen', moftangiü 'Zieraffe', moftangioarcä
'Zierpuppe'. [Mikl SlEtWb 204. Löbel
EITAP 20 1.
1493. Ar. mnfti:
'Erklärer des mohammedanischen Rech-
tes', so genannt, weil er das fatwa,
d. h. rechtliche Gutachten [s. hier 602],
verfaßt; hieraus sp. pg. mofti, mufti,
kat. »ms^i', frz. mufti, rum. muftiü ; engl.
mufti, mufty, iL\.SQh.. Mufti 'muslimischer
Richter'. [DE 315. Eguilaz 455/456.
Hobson-Jobson 593/594.
1494. Pers. Magäl :
Name der Angehörigen der großen
Nomadenrasse der Mongolen [also ur-
sprünglich Gattungsname , Mongole"].
In Indien wurde der Ausdruck Bezeich-
nung aller fremden Mohammedaner,
insbesondere ist engl. Great Mogul, frz.
grand mogol, dtsch. Großmogul, engl,
auch oft nur the Mogul genannt, der
Titel, mit dem die Könige von Delhi
aus dem Hause Timur bezeichnet
wurden : zuerst pg. o gräo Mogor, dann
in alle europäischen Sprachen über-
gegangen. Im Frz. auch als Länder-
namen : le Mogol bei Lafontaine, Fahles
VII, 12, vers63. [Hobson-Jobson 570/572.
1495. Ar. mngatta:
Part. pass. II des Vbs. gatä 'bedecken';
hieraus sp. mogate 'Glasur'. [DE 315.
Eguilaz 456.
1496. Ar. niDgäTvir:
Part, praes. III des Vbs. gära [s. hier
669] 'einen kriegerischen Zug machen,
eine gära veranstalten', also 'Krieger';
hieraus mit ar. Art. sp. pg. almogävar
'leicht bewaffneter Krieger, leichte Rei-
terei', kat. almogaver. Dazu ar. mugä-
wara 'Kriegszug' ; hieraus asp. almogava
'kriegerischer Zug'. [DE 172. Eguilaz 233.
1497. Ar. muhajjar:
'Stoff aus Ziegenhaar'; hieraus zur Be-
zeichnung von allerlei Stoffen it. moca-
jardo, mocajarro, camojardo, frz. mouca-
yarde; russ. muhnjar, poln. muchair;
hieraus dtsch. Macheier. Engl, mohair,
frz. moiri, it. amuerre, sp. muer, muarS,
dtsch. Mohär, Moir^, Mohr. Vb. frz.
moirer 'einen Stoff moirieren'. [Kluge
293. Mikl SIEtWb 204a. ML 5635 u.
5640. ZfromPh X, 575. MWiD 95.
1498. Ar. muhakk:
'Probierstein für Edelmetalle', tk. mehak,
mehek [Kelekian Kärnüs 1130aJ, vulg.
mehenk [ebenda 1254a] 'dass.'; hieraus
rum. mehenghiü 'Probierstein; durch-
trieben, schlau'.
1499. Ar. uiiiharrania:
'Verbotenes' [part. pass. II fem. des Vbs.
harama, s. hier Nr. 819]; hieraus sp.
(dial. Andalusien) muharrana 'frische
Speckseite', sp. marrano 'Schweine-
fleisch', marrana 'frisches Schweine-
fleisch', pg. marrao 'ganz kleines
Schwein', marra 'frisches Fleisch davon'.
— [Dagegen muß warrano'übergetretener
Jude' anderen Ursprungs tein, s. hier
Nr. 1412.] [Eguilaz 446. ML 5636.
1500. Ar. muharrig:
'Spaßmacher' [von haraga 'sprechen,
plaudern', harräg 'Spaß', vgl. darüber
Carlo Gi af v. Landsberg, Jeder tut, was
ihm paßt, denn reden werden die Leute
immer. Festgabe zu seinem 40jährigen
Jubiläum als Orientalist. Leiden 1909.
S.27/29]; hieraus sp. moharrache 'dass.';
Begriff u. Wt. ist jedenfalls von den
Damaszener Umajjaden nach Spanien
mitgebracht worden. — ,In Damask ist
harg der Spaß, und fann at tahrlg ist
die Kunst, eine drastische Erzählung so
vorzutragen, daß die Zuhörer belustigt
werden. Dies geschieht durch eine maß-
lose Übertreibung bei Darstellung der
Gefühle, verbunden mit einer karikatur-
artigen Mimik und Gestikulation. Das
Tahrig gehört neben Musik, Tanz,
Taschen- und Schattenspiel zu den Be-
lustigungen einer größeren Damaszener
Abendgesellschaft. — Der Meister Mo-
harrig, oft ein ganz vortreff licher Ko-
miker, ist jedenfalls eine weit erquick-
lichereErscheinung als unser langweiliger
Deklamator im schwarzen Frack und
weißen Handschuhen. Bei öffentlichen
Aufzügen ist er der Harlekin, phan-
tastisch gekleidet, mit geschwärztem Ge-
sicht und den Fuchsschwänzen auf dem
spitzen Filzhut. " WETZSTEIN in ZDMG
XXII, 132. — [DE 307/308.
1501. Ar. luuhätara:
'Gefahr, Risiko' [vom Vb. hatara III
'wagen, riskieren'], eigentlich bai^ mu-
hätara 'ein gewagter Kauf, d. h. einer,
bei dem man ein Risiko eingeht. Hieraus
sp. mohatra, pg. mofatra 'wucherischer
Verlrag'. [DE 316. Eguilaz 456.
1502. Ar. muhräz:
Auch »nVirS? 'Schusterahle'; hieraus mit
ar. Art. u. Imäla [ä > e] pg. almofrez
'dass.' [Constancio Dicc 57 b], wohl auch
sp. almarada 'Ahle des Halfasohlen-
schusters, Stilett'; jedoch kann pg. al-
mofate 'Ahle' [Constancio Dicc 57 a]
nicht, wie DE 170/171 meint, durch
vielfache Änderung, hieraus entstanden
sein, sondern muß mit Eguilaz 232 auf
121
[Ar. mulitasib.
ar. tnihjat 'Nadel' [Präfix mi- des Werk-
zeugs und hait 'Faden', s. hier Nr. 78(>]
zurückgeführt werden.
1503. Ar. niuhtasib:
'Eichmeister'; hieraus sp. almotacen, pg.
almotacel 'Marktpolizeimeister', auch
aveiiez. matasej) 'justiciarius, Markt-
nieister'. [DE 177. Eguilaz 237.
1504. Ar. miikaddam :
'Befehiihaber', bes. eines Schiffes; hier-
aus asp. almocaden, apg. almocadem,
p|r. mocadäo [nicht mocadao, wie Eguilaz
455 hat; s. Constancio Dicc 697c], kat.
almogaden 'Patron einer Barke'. [DE
315. Eguilaz 'H'llß'lS.
1505. Ar. inukallid:
'Spaßmacher ' [Part, praes. act. des Vbs.
kalada II 'nachalimen, iiachäffen'] ; hier-
aus rum. mucalit 'dass., Hofnarr', auch
als Adj., mucalitUc 'Possenhaftigkeit'.
15GÖ. Ar. imikautura:
Astronomischer Fachausdruck zur Be-
zeichnung der Himnielskreise, die dem
Horizont parallel laufen [von kantara
'Brücke', s. hier Nr. 1057], plr. mukan-
farät; hieraus mit ar. Art. sp. almocan-
tarat, almicanturad, pg. ahnicantarat ,
frz. ahnucantarat, almicantarat 'dass.'.
[Eguilaz 2-22. Devic DEt 26.
1507. Ar. liiuhäri:
'Maullieitreiber', der Maultiere, aber
auch Pferde, Est], Kamele zu vei mieten
hat [vom Vh. karä 'mieten', s. hier
Nr. 1181, pait. praes. act. III]; hieraus
apg. ahnoqueire, sp. almocrebe, pg. al-
mocreve, frz. moucre, dtsch. (gelegentlich
in Reisebeschreibui^gen) Muker 'Tier-
verleiher'. [DE 169. Eguilaz 230/231.
Devic DEl 169.
1508. Ar. iiiitka^wä:
'PappdickiP [eit;eiithch 'gestärkl.', da
pari. pass. II von kawt 'siark, kräftig'],
tk. ebenso; hieraus hw\^. mokawa ; rum.
mucava 'dass.'.
löOSa bis 1517a folgen nach
1517.
1509. Ar. mulk:
'Grundstück, Liegenschaft', ebenso tk.
niiilk, mülük; hieraus r\im.nuieag'd3iSS.\
1510. Pcrg. uifini:
'Wachs', ebenso tk. niiim 'dass., Kerze',
hieraus serb. nium 'Kerze', [über tk.
tnumgi/] rum. mungiü, munger 'Kerzen-
fabrikaiit', m!<H.9?/7f 'Keizenfabrik', kat.
sp. nioniia 'Pech und Asphalt', apg.
muminha 'Mischung vou Pech und
Quecksilber', bes. die harzige Masse, die
aus den der Sonne ausgesetzten Mumien
floß und als heilkräftig galt. — Ar.
mümija 'einbalsamierter Leichnam' ist
in dieser Bedeutung in alle europäischen
Sprachen übergegangen: it. mummia,
fvz. motnie, mimiie, sp. momia, pg.mumia,
Adj. sp. momio 'abgemagert', vam.mumie
'Mumie', momie, nioniue 'Vogelscheuche,
Popanz'; engl, tmunrny, ndl. mummie,
dtsch. Mumie; russ. murniju. [Eguilaz
457. ML 5743. Kluge 317.
151 1. Ar. iiiunädija:
'Versteigerung' [vom Vb. nadä 'rufen'
III, eigentlich munäda 'Ort, wo man
veisteigeit', also synonym zu sük];
hieraus sp.almoneda, pg- «^woec?« 'dass.'.
[DE 172/174. EguÜHZ 236. ML 5655.
1512. Ar. iitiui§T:
'Briefschreiber, Korrespondent' [part.
praes. act. des Vbs. nasa'a IV 'erziehen,
Briefe und Dokumente aufsetzen'], ebenso
hind. munnhi 'Interpret, Schreiber, Se-
kretär'; hieraus anglomd. engl. moonshee
'eingeborener Sprachlehrer', bes. für
Arabisch, Persisch und Urdu. In kauf-
männischen Geschäften hat man meistens
einen moonshi zur Entzifferung der oft
Schwei- lesbaien Hiindschriflen in orien-
talisch geschriebenen Briefen. [Hobson-
Jobson 581.
1513. Ar. miinti«:
'Stinkend, faulend'; hieraus siz. »HmiiM«
'stinkendes Wasser, das aus den Schwefel-
quellen herausflie.ßl'. [GrSVociSic 241.
1514. Per.»^. uiiir:
'Glasur, Email'; hieraus russ. mur
'Glasurmasse', murawa 'Glasur'.
1515. Ar. 'niuräbiti:
Adj. zum Namen der Dynastie der
murribitin 'Almoraviden' iniVIiirokko und
Spanien (1056 — 1147), Bezeichnung für
eine kleine Münze, die ur spi ünglit h aus
Gold, dann meist aus feilber und Kupfer
bestand [R. P. A. Dozy, Recherches sur
rhistoire politique et litlei'aire de l'Es-
pagne pendant le moyen-äge. I. Leyde
1849. S.47Ü1'.]; h\era.us prov. warabotin,
kat. morabatl. kat. sp. pg. muravedi, pg.
maravedim 'eine iVlünze'. [DE 30!.
Eguilaz 444.
1516. Perfi. mnrdär:
'Leichnam' [Horn NpEtS.218, Nr.973],
ebenso tk. 'unrein, unflätig'; hieraus
serb. niurdnr 'unrein', rum. mtirdar
'dass.', »i?(/-rfr5;7' 'beschmutzen, besudeln',
murdarie 'Unrat', murdarUc 'dass.'.
[Löbel EITAP 6(). Mikl SlElWb 204b.
1517. Tk. miirekkcb:
'Tinte' [<^ ar. murakkab 'zusammen-
gesetzt']; hieiaus bulg. murekep, serb.
murecef 'dass.'.
150Sa. Ar. inurtadd:
'Renegat', tk. muitad; hieraus serb.
murtat 'Verräter'.
Ar. musädara.]
122
lö09a. Ar. innsädara:
'Beschlajrnaliuie', ebenso tk. tnüsadere;
hieraus ruin. satara 'gewaltsame Steuer-
eiiitreibunp'.
ir)lüa. Ar. iiinsäßr:
'Reisender, Gast', ebenso tk. miisafir;
hieraus rum. musaßr 'Gast, Einge-
ladener'.
l")! 1 a. Ar. musallä:
'Gebetsteppicli'; hieraus mit ar. Art. sp.
ahnozata, almocela, almozalla, pg. al-
mocdla 'wollene Bettdecke'. [DE 169.
Eguilaz 229/230.
1512 a. Ar. musammn':
'Gewachst' [part. pass. des Vbs. sama'
II von s«'»' 'Wachs'J, ebenso tk. mu-
semma, vulg. musamba 'Wachstuch';
hieraus rum. mu^ama 'Wachsleinwand,
Wachstuch', hn\g. mosama, sevh. musema
'Art Wachsleinwand'.
1513a. Ar. uuishaf:
'Buch'; hieraus pg. mogafo, mosefo
[Constancio Dicc (j98a] 'der Koran'.
[DE 815. Eguilaz 455.
1514 a. Ar. müsikär:
'Musikinstrument, Musiker' [aus it. mu-
sicale], ebenso tk. niusikar 'Art Pfeile'
[Kelekian Kämtis 1246 a]; hieraus rum.
museal 'Hirtenflöte, Schalmei' [nur zu-
fällig gleichlautend mit museal 'Mosko-
witer', daher: 'Mietskutscher iiiBukarest'J.
1515 a. Pers. musk:
'Moschus' [aus sskr. mnshkas 'Hode'
wegen der Ähnlichkeit einer solchen mit
dem Beutel des Moschustieres], ar. musk,
misk, tk. misk; hieraus mlat. museum
'Bisam, Moschus', it. musco, musehio,
prov. mtisc, frz. musc, kat. almesc, pg.
almiscre, alniiscar, sp. musco, musca,
amusco, als Adj. 'moschus-, d.h. dunkel-
farbig', sp. altnizele, kat. musc 'braun',
sp. pg. mosquita 'Moschusrose', frz.
muscadin 'Stutzer' [Behrens Beitr. 376;
wahrscheinlich nach dem Moschus, mit
dem die Stutzer sich partümierten], rum.
mosc'MoschusLier', moseu§or; engl. musk,
dtsch. Müsch, später Moschus; russ.
muskus 'Moschus', moskot' 'Drogen'. —
Eine Abltg. hiervon ist lat. muscatus
> engl, muskate, dtsch. Muskat [Samen-
kerne von Myristica fragrans]. [DE 166.
Gorjajew 319. ML 5775.
1516 a. Ar. muslim:
Part, praes. act. IV: 'derjenige, der dem
Islam [s. hier Nr. 915] ergeben ist oder
anhängt', tk. müslim; hieraus engl.
moslem, dtsch. Moslem, Muslim. Mit
roman. Endung pg. moslemäa, verkürzt
mollita 'Renegat' [der vom Christentum
zum Islam übergetreten ist]. Im Pers.
wurde die Pluralendung angefügt: mus-
Z«wän,'^und diese von den Türken als
Sgl. übernommen und verbreitet; hieraus
rum. musulman, frz. musulman; engl.
musUman, musulman, plr. musulmen
[mit volksetymologischer Auffassung als
engl, man, ebenso wie im Dtsch.:]
Muselmann; russ. musuV manin; huzur-
man, basurman, beserman, besermen
'Ungläubiger' [im Gegensatz zu den
Rechtgläubigen, daher Schimpfwort],
klruss. busloman, poln. bisurman, muzul-
manin. [DE 320. Gorjajew 34/35. Mikl
SlElWb 205a.
1517a. Tk. mnslnk:
'Spund, Hahn' [Kel'ekiän KäniQs 1246 b];
hieraus rum. muslue 'dass.'.
1518. Tk. musruula:
'Mispel, Mespilus germanica' [Kelekian
Kämüs 1216b]; hieraus rum. moqmol
'Mispelbaum', mo^tnoalä 'Mispel',
1519. Ar. mnsrif:
'Aufseher'; hieraus mit ar. Art. sp. al-
mojarife 'Einnehmer desZolls', den man
an den Toren der Städte und am Ein-
gang der Häfen zu zahlen hat, kat. al-
moixerif, pg. almoxafife 'Rentmeister'.
[DE 179. Eguilaz 23.5. ML 5701.
1520. Pers. mustä:
[Aus must 'Faust' Horn NpEt S. 220,
Nr. 982; ebenso gebildet wie dästä 'Griff,
Bündel, Strauß', d. h. alles, was in die
Hand däst hineingeht; also wörtlich:
'alles, was in die Faust hineingeht']
'Pelzmantel mit langen Ärmeln, weiter
Rock'. Aus der älteren Form, pehlewi
niustak, entstand ar. mustaka 'dass.';
hieraus mit ar. Art. mlat. almutium,
afiz. auntusse, sp. almucio 'prunkvoller
Pelzmantel der Domherren und Stifts-
damen, der über den Arm herabhängt',
afrz. aumucelle, sp. almucella 'kleine
Kapuze, Kragenkappe', sp. muceta 'Pilger
kragen', pg. murga de pelles 'Chorpelz
der Domherren'; eng\.amice 'Mantel der
Chorherren und Pilger', ndl. muts, disch.
Mütze 'eine Kopfbedeckung', (dial.) Motze
'Oberjacke der Frauen (oder Männer)'.
Eingehend behandelt von Justi, Mütze
und Verwantes [sie!] in Zeitschrift für
deutsches Altertum u. deutsche Literatur.
Berhn 1891. XLV, 420/426. — Auf das
ar.Gdwt. m«<s<«A; geht auch trz.mousquet,
it. moschetto ; engl, musket, dtsch. Muskete
zurück [nach DE GOEJE, s. Wiedemann,
Beiträge zur Geschichte der Naturwissen-
schaften VI. Erlangen 1906. S. 38].
1521. Ar. mnstakT:
'Krug'; hieraus siz.mMsiic« 'Wasserkrug'.
[GrSVociSic 242.
1522. Ar. mnstari:
'Käufer' [pa;t. praes. act. des Vbs. VIII
istira' 'kaufen'], tk. ebenso muUeri;
hieraus rum. musferiü 'Kunde, Käufer' ;
123
[Ar. musta'rib.
balg nijusterija, serb. niusterija 'Käufer'.
[LöbelElTAPey. Mikl SlEtWb 205a.
15i23. Ar. musta'rib:
'Arabisiert' [so bezeichneten die Araber
die fremden Stämme, die unter ihnen
wohnten und die ar. Sprache ange-
nommen hatten] ; hieraus bp, pg. mozd-
rabe, muzärabe, pg. iiat. niosärahe. Auf
der Iberischen Halbinsel hießen Moz-
araber die Christen, die mitten unter
Arabern wohnten, bes. in Toledo, wo
noch heute Gottesdienst in arabischer
Sprache nach sog. mozarabischem Ritus
stattfindet [vgl. dazu Otto Maas 0. ¥M.,
Spanien. Eine Studienreise während des
Weltkrieges. Münster i. W. 1921.
S. 453/455]. [DE 321. Eguilaz 460.
ML 5699.
1524. Hebr. iiiüö:
'Sterben' ; hieraus vielleicht dtsch. mause-
tot^ mausstill ['mäuschenstill'], eigentlich
also 'tolstille', da man sagte: er ist mos,
später: er \si mausetot. Vgl. Lenz Eindr
9/10, aber auch ZfdWflV, 318.
1-525. Ar. iiintawa^g:ih :
'Maskierter' [eigentlich 'ein sich Mas-
kierender', pait. act. V von tvagh 'Ge-
sicht' = 'Maske'], plr. mutawaggihln;
hieraus sp. matachin, kat. matutxi, frz.
ma tassin, it. mattaceino, pg. muchachim
[allerdings wegen des fehlenden t aus
ar. muwaggah, part. pass. II] 'maskierte
Person in Harlekingewand'; 4, 6 od. 8
von ihnen führen den Tanz auf, den
man los matachines, les matassins nennt,
wobei sie sich gegenseitig mit Holz-
schwertern und mit luftgelüUten Blasen
schlagen [letztere Sitte scheint in ähn-
licher Form noch jetzt im spanischen
Amerika auf Karneval zu herrschen,
vifl. Der Ta!<. 15. 3. 1925. 2. Beiblatt,
2.Spalte]. [DE 309/310. Eguilaz 447/448.
1526. Ar. müz:
'Banane Musa paradisiaca L.', Einheits-
nomen müza 'Banane'; hieraus der bo-
tanische Name und siz. musa 'Banane'.
[Das ar. Grundwort muß selbst aus dem
Ind. stammen, ZDMG L, 6.50]. — GrS
VociSic 242.
152Ba. Ar. muzawwir:
'Fälscher, Lügner', ebenso tk. müzewwir;
hieraus russ. muzawer, bulg. mjuzewirin
'Betrüger'. [Mikl SlEtWb 205 b.
1527. Pers. muzdä:
'Frohe Botschaft' [Horn NpEt S. 219,
Nr. 978], tk. ebenso müMe [Kelekian
Kämüs 1157 a] 'gute oder erfreuliche
Nachricht', dazu müidelik 'Geschenk bei
einer guten Nachricht'; hieraus bulg.
muzde, serb. mustuluk 'gute Nachricht',
sowie bulg. tmzda, öech. mzda.rnss. mzda
'Lohn'. [Mikl SlEtWb 205b;
1528. Ar. na'äma:
Auch na'ima 'Strauß (Vogel)'; hieraus
pg. ema 'dass.' [Constancio Dicc 442 b],
der Name des südamerikanischen Strau-
ßes Emu Rhea americana Lath. —
[DE 260.
1529. Ar. nabika:
'Frucht der Brustbeere Zizyphus lotus'
[ar. sidr] ; hieraus mit ar. Art., der dem
n assimiliert wird, pg. anafega 'Brust-
beere (Baum und Frucht)'. [DE 190.
Eguilaz 261/262.
1530. Hiud. nach:
'Tanzmädchen' in Ostindien [aus sskr.
nrtya 'Tanz- und Bühnenspiel' über
TpräkT.nachcha]: hieraus angloind. waw^c/?.
'Ballett, das von Frauen aufgeführt wird',
dann jede 'ßühnenunterhaltung, euro-
päischer Ball'; engl, nautch-yirl 'Tän-
zerin', dtsch. Natsch 'Tanzdirne' [s. Ab-
bildung usw. in Globus LXXV, 338]. —
In Europa werden diese Tänzerinnen
gewöhnlich Bajaderen [aus pg. hailadera
'Tänzerin'] genannt. [Hobson-Jobson
620.
1531. Pers. näfä:
'Nabel' [Horn NpEt S. 228, Nr. 1020],
tk. ebenso; hieraus rum. nafea 'Bauch-
fell'.
1.532. Ar. nafaka:
'Geldausgaben, Ausgabe für Nahrung',
ebenso tk. ; hieraus rum. nacafa 'Schick-
salsanteil'.
1.533. Ar. uafar:
'Person', tk. nefer 'dass.', bes. 'gewöhn-
licher Soldat'; hieraus rutn. nefer 'Sol-
dat, Mannschaft'.
1534. Ar. nafäta:
'Pustel' [Vb. nafata 'mit Blasen oder
Pusteln bedeckt sein']; hieraus siz.
naffata 'eine Rinderkrankheit'. (GrSVoci
Sic. 242.
1535. Ar. uafha:
'Duft, Geruch', hieraus sp. nafa, nefa,
frz. naffe, it. lanfa; mit lat. aqua ver-
bunden ergab sich: it. acqua nanfa, siz.
acqua nanßa, frz. m« de naffe 'Wasser
mit Apfelsinenduft', sp. aguanafa 'Rosen-
was.ser'. [DE 323. DEFREMERY in
JAs 1863, I, 93. Eguilaz 69/70 u. 462.
ML 5808. GrSVociSic 242.
1536. Ar. uäfl':
'Nützlich', vollständig näß' li-^s-sadr 'für
die Brust nützlich'; hieraus ndl. nafe
'ein Brustmittel'. (Dozy Oost 70.
1537. Ar. uafTr:
'Eherne Trompete' meistens aus Kupfer
[Lammens Farok, Nr. 1473]; hieraus mit
ar. Alt. kat. anafil, prov. anafil, lanafil,
sanafil, fiz. anafin, sp. anafil, anafil,
pg. anafil, anafim, danafil 'kleine mau-
rische Trompete'. [DE 196. Devic DEt
Pers. näft.]
124
3-2. Egiiilaz Lammens Rem
24/25. ML 5S09.
1538. Fers, näft:
'Erdpech, Naplitha' (Horn NpEt S. 23'2,
Nr. 103Ö], ar. naft [der Wurzel nafata
'sieden, wallen' anfrepaßl; nachZAkkFW
(iO jedoch ülier aram. napfä aus ass.
naptu 'Erdöl'], Ik. na/t, neft; hieraus
gr. vctqpöa [ngr. tö vd9Ti], lat. naphtha
und sp. nafta, frz. naphte, rum. 7iafta,
naft; luss. neft'; dtsch. Naphtha 'Erd-
pech, Petroleum'. [Gorjajew 228. Löbel
EITAP 68. Eguilaz 462.
1539. Tk. iia^ak:
'Große Hacke' [Kelekian KämOs 1259];
hieraus .serb. bulg. nadzak 'kleine Keule',
poln. nadziak 'Art Waffe'. [Mikl SlEt
Wb 210.
1540. Ar. iiähija:
'Gebiet, Bezirk', tk. ebenso nahije; hier-
aus rum. nahiea 'dass.'.
1541. Pers. näi:
'Schilf, näi 'Flöte' [Horn NpEt S. 237,
Nr. 1060], ebenso tk. nej 'Flöte', ins-
besondere diejenige, deren sich die
Mewlewi- Derwische ['heulende oder
drehendeDerwische',derftcÄfs/oMrneMrs]
bei ihrem religiösen Tanze, dem dikr
[vulgäre Aussprache zikr] bedienen;
hieraus rum. naiü, neiü 'Panflöte',
naingiü 'Flötenbläser'.
1542. Ar. nä'ib:
'Stellvertreter, Regent, Fürst'; da diese
Fürsten im mohammedanischen Indien
gewöhnlich sehr reich sind, wurde jeder
Engländer, der im Osten einen hohen
Posten bekleidet und sich hierdurch oder
durch Handel ein bedeutendes Vermögen
erworben halte, scherzhaft oder mit einer
gewissen spöttischen Nebenbedeutung
engl, nabob <^ plr. nuwwäb genannt.
Ebenso ndl. nabob, dtsch. Nabob [ZfdWf
IX, 28.3. X, 238] 'steinreicher Mann,
Krösus'; frz. nabab, sp. nabab, sp. pg.
nababo, rum. nabab, nababia 'dass.', pg.
nnbabo 'Gouverneur einer Provinz in den
ostindischen Kolonien'. — Das Wort
wurde zuerst sprichwörtlich durch Sa-
muel FOOTE's Lustspiel ,The Nabob'
i. J. 1772, worin ein in Indien kolossal
reich gewordener Engländer so genannt
wurde, und besonders verbreitet durch
den i. J. 1877 erschienenen Roman
Alph. DAÜDET's ,Le Nabab", wo ein
reicher, im Luxus lebender, verschwen-
derischer Ausländer .'^o bezeichnet wird.
[Hobson-Jobson GlO/613. Eguilaz 461.
ML 5812. Devic DEt 172.
1543. Kas.-tat. najaii:
Hieraus russ. najan, najanliwyj 'zu-
dringlicher, frecher Kerl'. [Gorjajew 227.
1544. Ar. nakd:
'Kleingeld', ebenso tk. nakd und nakyd',
hieraus rum. naht 'bares Geld'.
1545. Ar. nakkäl :
'Träger' [vom V'b. nakal 'tragen, trans-
portieren' gebildet wie hammäl von ha-
mila, s. hier Nr. 806]; hieraus mit ar.
Art. sp. anacal, aüacal, anacalo 'Bäcker-
junge, der das Brot austrägt' und mit
Imäla [ä e] sp. anaquel 'Fach', ana-
qneleria 'Ladeneinrichtung'. [DE 189
und 190. Eguilaz 261 und 262.
1546. Ar. nakkära:
'Kleine Kesseltromniel oder Pauke' [vgl
nakir Lammens FarOk Nr. 1484] ; hieraus
mgr. dvdKapa; it. nacchera, gnacchero,
naccaro 'Pauke'; im Plr. 'Klapper',
afrz. nacaire, nfiz. nacre 'Perlmutter',
sp. ndcara, näcar, pg. ndcar [Constancio
Dicc 711b], VMva.nacaradä 'Pauke'; vgl.
auch frz. gtiacare [bei Moliere]. — [Das
auch von ML 5814 gebrachte Etymon
kurdisch nakera ist ein schon von KÖR-
TING und DIEZ verübter Unfug, der im
Anschluß an POTTS ,KurdischeStudien*
in ZKM entstanden ist; wie sollte gerade
ein kurdisches Wort im Romanischen
Boden gefaßt haben?]. — Über das Tk.
oder Tat. wurde russ. nakry 'Trommel',
dazu serb. nakara 'Klapper'. [Gorjajew
225. Mikl SlEtWb 211. Eguilaz 462.
1547. Ar. na'I:
'Huf, dual, na'län, obliquus na'lain^
hieraus tk. nalejn, nalijn [Kelekian
Kämüs 1280] 'Holzschuhe'; hieraus bulg.
nahn 'Pantoffel', fierh. nalune 'Art Stelz-
schuhe'. [Mikl SlEtWb 211.
1548. Sskr. naladä:
'Duftgebend ; eine Pflanze Andropogon
muricatuni' [nala 'Dufr <C nala 'Rohr
arundo' nach Ascoli, Studi orientali e
linguistici, S. 76*; dazu dä 'gebend'],
hieraus pers. närdln, Adj. durch Ersatz
des l durch r, auch hehr, nerd, aram.
nirda, gr. vdpboq. Hieraus in die euro-
päischen Sprachen zur Bezeichnung eines
sehr feinen Parfüms übergegangen, z.B.
engl. nard [wozu dasRhizom der Pflanze
Nardostachys Jatamansi D. C. vom nie-
deren Himalaya benutzt wird], dtsch.
Nardc. [Hobson-Jobson 617/618.
1.549. Pers. nälbänd:
'Hufschmied' [aus ar. na'I 'Huf, s. hier
Nr. 1547 und pers. band. Präsensstamm
zu bäsiän 'binden' Horn NpEt S. 50,
Nr. 219], tk. ebenso nalbend; hieraus
rum. nälban, bulg. nalbantin, serb. nal-
ba}'ta, nalbatin 'dass.'. [Löbel EITAP
68. Mikl SlEtWb 211.
1550. Pers. iiäni:
'Namen' [Horn NpEt S. 229, Nr. 1022);
aus bä-näin 'im Namen' wurde bind.
125
[Pers. nämä.
benämi 'anonym' und dann angloind.
henamee, ein Ausdruck, der bes. auf
Schriftstücke angewandt wird, in denen
der Name des einen Unterzeichners nicht
der des wirkUch Interessierten ist, also
etwa 'Strohmann'; solche Handlungen
und Verträge sind in Indien aus den
verschiedensten Gründen ziemlich häufig.
[Hobson-Jobson 83.
1551. Pers. nämä:
'Buch' [z. B. Schahname <^ pers. sah
nämä 'Königsbuch' des FIRDOUSf], dazu
ar. "ahd 'Vertrag', ergibt tk. ahdname
'Kontrakt'; hieraus rum. namea, ahti-
namea 'Vertrag'.
1552. Pers. iiäinäz:
'Gebet' [Horn NpEt S. 233, Nr. 1040],
ebenso tk. nemaz 'Gebet' [das rituelle
Gebet der Muslimen]; hieraus rum. na-
mas 'dass.'; sp. namaz, namazi [Dicc
Gast 1406 c].
1553. Pers. nänii:
'Mutter' [Horn NpEt .S. 234, Nr. 1044],
ebenso tk. nene; hieraus rum. neneacä
'dass.', nene und demin. wen/for 'Trauter'
als Anrede an den älteren Bruder oder
Verwandten.
1554. Chili. Nau-kiiis::
N. pr., große Stadt am Unterlauf des
Jang-tse-kjang, wörtlich 'südlicher Hof,
d. h. Hauptstadt des Südens [wie Peking
'Hauptstadt des Nordens']; nach dieser
Stadt wurde ein baumwollener Stoff von
bräunlich-gelber Farbe mit meist ka-
riertem Muster benannt, da er hier ur-
sprünglich ausgeführt wurde Engl.
7iankin,narikeen, disch. Nanking, Nankin,
ndl. nanking; frz. nankin; poln. serb.
nankin, 6e 'h. nankyn, aber russ. nanka
'chines. Leinwand'. [Hobson Jobson 6 16.
Hirth ChinFW 209.
1555. Pers. iiäräng::
'Aptelsine' [vielleicht aus •s.sVr .ndgarant^a
'Elefantenneigung', d. h. Lieblingsfrucht
der Elefanten, vgl. Lassen, Indische Alter-
tumskunde I, 247]; hieraus über das
gleichlautende ar. Wort sp. naranja,
pg. laranja, kat. naronja, rum. näranfä,
it. arancia 'Apfelsine', Adj. rancio
'orangegelb', [mit Anlehnung an or mit
Bezug auf die goldgelbe Farbe] frz.
orange; dtsch. Orange, ndl. oranje,
oranjeappel, -boom, engl, orange, poln.
or«»^i; aus mlat. pomarancia <^ it. pomo
'Apfel' und arancia wurde dtsch. Pome-
ranze. [DE 324. Eguilaz4(;3. ML 5822.
Hobson-Jobson 642/643. Kluge 332. 349.
1556. Pers. iiärgilä:
'Wasserpfeife' [angeblich aus sskr. nä-
rikera 'Kokosnuß']; hieraus engl, nar-
gula, nargileh, narghile; frz. narguiU,
kat. nargili, sp. narguile, rum. narghilea
'dass.'; poln. nargile. [Eguilaz 463.
ML 5823a. Hobson-Jobson 618.
lf)57. Pers. närh:
'Preis, Wert' [Horn NpEl S. 230. Nr. 1027],
ebenso tk. nark 'Preis, feste Taxe';
hieraus rum. nart 'Taxe, Steuersatz'.
1558. Ar. na's:
'Sarg', ar. Name der vier Sterne, die das
Viereck am Großen Bären bilden, voll-
ständiger: wa's la^zär 'Sarg des Lazarus'.
Die drei den Srhweif bildenden Sterne
heißen 'die Töchter des Na's', ar. banäl
na's; hieraus derSlernname Benetnaschr\
Ursi Majoris. [Devic DEt 65.
1559. Ar. iias^:
'Gewebe' [vom Vb. nasaga 'weben'];
hieraus sp. nesga 'Zwickel an einem
Hemde; dreieckige Spitze an einem
Kleide, um ihm größere Weite zu geben'.
[DE 324/325. Eguilaz 464.
1560 Ar. uauba:
'Wiederkehrende Zeitfolge, Wachposten,'
plr. nauhät 'Trommeln, die vor den Woh-
nungen der Großen geschlagen werden;
Musik'; tk. ebenso newbet, nöbet; hier-
aus russ. nabat 'Sturmläuten, Lärmglok
ke'. [Mikl SlEtWb 21U.
1561. Ar. na'flr;):
'Wasserschöptwerk' ; hieraus sp. frz. siz.
noria, pg. nora 'Wasserschöpfrad'. —
„Die Nä'üra .sind unseren Baggerma-
snhinen ähnlich, mit einem in dem
Fluß befindlichen Rade, das von der
Strömung selbst getrieben wird. Die
an dem Rade befestigten Tongefäße
entleeren sich in eine Rinne, welche das
Wasser landeinwärts führt. Um den
Wasserdruck zu verstärken, ist gewöhn-
lich ein Steindamm stromaufwärts in
den Fluß hineingebaut .... Obgleich
der größte Teil des Wassers bei den
Umdrehungen dieser primitiven Schöpf-
werke verloren geht, bevor es sich in
die Rinnen entleert, ist ihre Leistung
eine ziemlich beträchtliche. Sie stehen
gewöhnlich Tag und Nacht in Betrieb,
haben aber den großen Übelstand,
daß sie zu arbeiten aufhören, sobald
das Niveau des Flusses unter die Peri-
pherie des Rades fällt. Mit der Erbau-
ung dieser Schöpfwerke beschäftigt sich
eine eigene Klasse von Einwohnern,
deren Kunst sich vom Vater auf den
Sohn vererbt." Max Freih. v. Oppen-
heim, Vom Mittelmeer zum persischen
Golf. I. Berlin 1899. S. 338/334 mit
einer guten Abbildung. Vgl. auch eine
Abbildung „Schöpfrad im Kyzvl Irmak'
im Globus LXVIII, 62. [DE 195. Egui-
laz 465. ML 5856.
Ar. nawäla.]
1562. Ar iianäla:
'Hütte'; hieraus mit Imäla [ä > e] asp.
nagnela 'Hütte, armseliKS Bude'; lat.
mai>äUa, magälia 'Hütten' geht auf dass.
semitsdie VVt. zurück, hieraus pgr. mal-
ha 'Schäterhütte' [Cnnstancio Dicc 670 c].
[DE 323. Eguilaz 462/463. ML 5223.
1563. Pers. näz:
'Vergnügen, Freude' [Horn NpEt S. 228,
Nr. 1017], tk. ebenso 'Ziererei'; hieraus
rum. 7iaz, naznri "A-dSs , Nasenrümpfen'.
1564. Ar. iiazar:
'Anblick ; Wohlwollen, Gunst', ebenso
tk. ; hieraus rum. nazar 'Gewogenheit',
1565. Ar uazTr:
'Ähnlich, entgegengesetzt gelegen', nazlr
as-sanit 'dem Zenit entgegengesetzt';
hieraus kat. sp. pg. frz. rum. nadir 'Fuß-
punkt'; M.nadiro; dtsch. Nadir, engl.wa-
dir 'dem Zenit entgegengesetzter Punkt'.
[DE 323. Eguilaz 462. Devic DEt 174.
1566 Ar. nazzär:
'Inspektor; Admiral, Hauptmann, An-
führer' [vom Vb. nazara 'anblicken',
s. hier Nr. 1564]; hieraus mit ar. Art.
und Imäla [ä > e] sp. anadel 'Haupt-
mann', pg. annodem, anadel [Gonstan-
cio Dicc 75 a] 'Hauptmann der Bogen-
schützen', siz. (alt) annadaru, nadaru
'öffentlicher Eichmeister', Nh.anadarari
'Gewichte und Maße prüfen'. [DE 189.
Eguilaz 461. Gr S Voci Sic 242.
1567. Hebr. neOer:
'Natron' [Prov. 25,20; Jer 2.22; wohl
wie aram. niträ aus äg. ntrj.], hieraus
gr. vixpov, lat. nitrum und mit lat. sal
zusammengesetzt: it. salnitro, pg. sp.
salitre, rum, ^alitru; dtsch. Salniter,
(dial.) Saliter; cech. sahii/tr, sanytr, poln.
saletra, russ. stlitra, serb. saliira 'Sal-
peter'. Aus ar. natrün ergab sich frz.
engl. 7iatron, dtsch. Natron und mit ar.
Art. sp. anatron.
1568. Sskr. nilas:
'Schwarz', [aus der Zusammenstellung
'schwarz wie die Nacht' wurde 'schwärz-
lich' und schließlich] 'bläulich' [titlas <^
*nihlas *nihras, also dasselbe Wort
wie lat. nigtr <^ *niher <^ *nihrus],
ebenso Tpers. mlä 'Indigo', ar. nila 'dass.';
hieraus mit ar. Art., der dem folgenden
n assimiliert wird, sp. anil, anir, kat.
antßl, pg. anil, frz. anil; ndl. anijl, engl.
anile, neel 'Indigo'; dtsch. Anilin, ein
Farbstoff, der i. J. 182i6 bei der Destil-
lation von Indigo entdeckt und i. J. 1884
aus dem Steinkohlenteer hergestellt
%vurde. — Vgl. noch angloind. neelwalla
'Indigopflanzor', neel-kothee 'Indigo-
pflanzung'. [DE 196. Eguilaz 269. ML
5923, Hobson-Jobson 31.
1569. Pers. nilgävv:
Eine Antilope Portax pictus Pallas mit
schieferblauem Kleide, die in Persien
und Nordindien vorkommt [aus pers.
nll 'blau', s. hier Nr. 1568, und gätv
'Kuh, Rind' Horn NpEt S. 1 98, Nr. 888] ;
hieraus frz. nilgant, nylghaut; dtsch.
Nilgau, engl, nilghau, nylghau. [Devic
DEt 176.
1570. Pers. nTlflfär:
Eine Wasserpflanze Nymphaea alba 'See-
rose' [aus pers. m/ 'blau', s. hier Nr. 1568,
und nüfär 'Seerose', woraus der botn-
nische Namen Nuphar luteum], ar. nai-
nüfar, vulg. nenüfar; hieraus sp. kat.
it. nenufar, frz. nenufar, rum. nenufär,
nufär 'Wasserrose'. Das Wort wurde
zuerst i. J. 1534 durch den Botaniker
Otto BRUNFELS ins Frz. eingeführt.
[DE824. Eguilaz464. DevicDEt 175/176,
Lammens Rem 181/182.
1571. Pers. nlmtäii:
[Aus pers. new 'Hälfte, halb' Horn
NpEtS. 239, Nr. 1069, und tän 'Körper,
Leib' ebenda S. 88, Nr. 393], tk. mit
Metalhesis tninian 'wattierte Weste mit
Ärmeln' ; hieraus rum. mintean 'wat-
tiertes Wams'.
1572. Mal. nipa:
'Art Palmbaum, Nipa fructicans' auf den
Sundainseln [Pi.jn 226b]; hieraus frz.
nifa 'dass.', der botanische Familien-
name Nipaceen und t-ngl. nipadifes 'aus-
gestorbene Kokospalme'.
1573. Sskr. iiirväna:
'Ausgeblasen' wie eine Kerze. In der
Philosophie der Buddhisten ist dieses
Wort der technische Ausdruck für den
Zustand geworden, nach dem sie als die
Krone und das Ziel aller Tugenden
streben: das Aufhören der sinnhchen
Existenz. Mit dem wachsenden Interesse
für den Buddhismus i.st der Ausdruck
in Europa, bes. durch Schopenhauer,
überall verbreitet worden, z. B. engl.
nirvana, dtsch. Nirtvana.
1574. Pers. nisän:
'Zeichen', ebenso tk.; hieraus russ. mi-
sen 'Zielscheibe, Ziel'; frz. nichan,
dtsch. Nischan 'tk. Orden'. [Gorj^ijew
211. Devic DEt 176.
1575. Ar. nisr:
'Adler'. An-nisr at-fä^ir 'der fliegende
Adler' ist einer der fünf Sterne des
Sternbildes des Adlers im Gegensatz zu
an-nisr al-uäjcf 'der fallende Adler';
hieraus die Sternuamen Allair, Atair a
Aquilae und Wega a Lyrae [letzteres
mit Imäla des ar. Grundworts ä ^ e
und Erweichung des emphatischen k wie
in kaum > güm, s. hier Nr. 747], —
Sollte dtsch. Kaiseradler durch ar. käsir
127
[Pers. nistär.
'Adler Aquila imperialis' [vom Vb. ka-
sara 'die Flüg'el einziehen, um sich zu
senken'] beeinflußt sein? [Devic DEt 28
und 226. Lammens Rem 249/250.
1576. Pers. nistär:
'Lanzetie' [Berge Dictionnaire persan-
franqais. Hamburg 1920. ^. 467], tk. ebenso
nister; hieraus rum. ni^ter 'dass.'.
1577. Pers. iiuhüd:
'Kichererbse, Cicer arietinum', ebenso
tk. nohut; hieraus rum. näut, nähut,
nohot 'dass.'.
1578. Ar. nukä'a:
'Wasser, in dem etwas zerrissen wird'
[Vb. naka'a 'zerreißen']; hieraus sp.
noque 'Gerbergrube', in der die Gerber
ihr Leder weichen lassen. Aus dem
gleichen Stamme, Form manäki" [mit
Präfix ma- des Ortes], ist abzuleiten siz.
bunaca 'Gerbergrube' [mit Wechsel der
Labialen m >ö], siz. (dial. Palermo) naca
'Wiege'. [DE 325. Eguilaz 465 (mit
fälschlicher Ableituna; aus ar. nukra
'Grube').
1579. Ar. nnkra:
'Nackengrube, Hinterhauptsloch, scrobis'
in occipitis inferiori parte"; hieraus ent-
stand durch Übersetzung der ar. Ana-
tomen lat. nucha 'Nacken', it. prov. nuca,
frz. nuque, sp. pg. nuca 'Nacken' [pg.
mica 'Nachen' bei ML 5991 ist wohl
Druckfehler?]. — Das lat. Wort ist also
nicht klassisch und hat auch nichts mit
lat. nucha 'Rückenmark, medulla spi-
nalis' zu tun, das vielmehr aus ar. nuhä'
entstanden ist, aber nur bis zum
XVI. Jhdt. benutzt wurde. [RomForsch
IV, 3.54. XIV, 354. DEFREMERY in
JAS1867,1I, 182. Eguilaz 465. ML 5991.
HArHebrAn 188/193.
1580. Ar. nur:
'Licht', ebenso tk , dazu Adj. nurly
'leuchtend'; hitraus rum. nur 'Reiz,
Zauber, Aimiut', nurliü 'reizend, an-
mutig'. [Löbel EITAP 70.
1581. Ar. nnsaüir:
'Ammoniaksalz', hieraus mit ar. Art. sp.
almojatre, almocrate, pg. almoxatre,
nochatro; über das tk. nesadyr, tat. ni-
sadyr wurde russ. nasatyr', klruss. na-
satyr , bulg. nisatir, serb. nisador sowie
it. iisciardo 'Salmiak, Ammoniak'. [DE
172. Eguilaz 230 u 235. Gorjajew 226.
1582. Ar. nnwwär:
'Blüten, Blumen', Einheit'nomen nuw-
wära; hieraus siz. nuara 'Kürbisstaude,
mit Kürbi.'isen bepflanztes Land'. GrS
VociSic 243.
1583. Ar. nnzlia:
'Unterhaltung', dem. nnzaiha; hieraus
mit ar. Art. sp. anazea, afiacea 'Ver-
gnügen, Unterhaltung', Vb. sp. (dial.
Asturien) aflaciar. [DE 195. Eguilaz
262. ML 5814.
1584. Tk. Oda:
'Zimmer' [vom Stamme oj, öj, ot 'graben,
Grube, Wohnung' Vämbery TktEtWb
S. 43, Nr. 47 III]; hieraus rum. odae,
dem. odäi^ä 'Zimmer', odäia§ 'Zimmer-,
Bureaudiener', odäjdii 'Meßgewänder';
bulg. serb. odaja, poln. oda 'Zimmer'.
1585. Tk. öd agagy:
'Wohlriechendes Holz' [von öd 'Galle'
vom Stamme ol, ög 'Zorn, Eifer' <^
'Feuer, brennen' in flg. Bedeutuug,
Vämbery TktEtWb S. 51, S. 56, und agag
'Baum' in genitivischer Verbindung];
hieraus rum. odogacm 'Seifenkraut, Aloe-
holz'. — [Es liegt wohl schon im tk.
Grundwort Kontamination mit ar. 'üd,
s. hier Nr. 2127, vor.]
1586. Tk. odalyk:
[Aus oda 'Zimmer', s. hier Nr. 1581, und
Suffix lik, also wörtlich 'Frauenzimmer'
wie im Dtsch.] 'Sklavin der Harems-
damen'; hieraus in wesentlich gleicher
Bedeutung serb. odalika; frz. odalique
und mit Verkennung der Endung oda-
lisque, it. odalisca, rum. odaliscä, sp.
odalisca; ndl. odalisk, engl, odalisk,
odalisque, dtsch. Odaliske.
1587. Tk. ograk:
'Herd, Feuerheni'; hieraus bulg. serb.
odzak, russ. ocak 'dass.'; rum. ogeac
'Raui hfang; Familie, Hausgenosse'.
1588. Tk. oglan:
'Knabe, Sklave' [vom Stamme ok, og
'Kind, Sprößling', Vämbery TktEtWb
S. 47, Nr. 50, vgl. ogul 'Sohn'; schon
im Tk. verschwindet der Laut g in der
Aussprache mehr und mehr]; hieraus
serb. ulan, oecli. ulän, poln. ulan, rus*.
ulan; dtsch. Ulan, engl, ulan, uhlan;
frz. uhlan, it. ulano, rum. mZo» 'leichl-
bewafl'neter Lanzenreiter'. Dazu dtsch.
Ulanka 'Waffenrock der Ulanen' <^
]M\n.uIanka. [Gorjajew 396/387. Oriente
I, 196. MWiD 109.
1589. Tk. ogiir:
'Glück' [wohl nur zufällig mit laf sm-
gurium in Bedeutung und Klang zu-
sammenfallend]; hieraus rum. ogur 'Vor-
hersage'.
1590. Tk. okka:
Altes, auf dem Balkan immer noch ge-
bräuchliches Maß: 128:i,945 g [aus ar.
ukija, das selbst durch das Aram. aus
ST. ouYKia, lat. uncia 'Unze' stammt,
ZDMG LI, 312]. Aus dem Tk. kommt
rum. oca 'Maß und Gewicht', in der
Moldau 1,52 1 oder 1291g, in der Wa-
lachei 1,28 1 oder 1272 g, ocäliiß; bulg.
serb. oka, poln. oko 'ein tk. Pfund'. Aus
dem ar. wuklja wurde mit ar. Art. sp.
Tarn. ölaL]
128
alguaquia 'Unze'. [DE 130. Eguilaz
183.
15<)1 Tiiiu. ölai:
'Palmblatt'., bes. das Blatt der Fahne
Borassus tlabellifornis,das zum Schreiben
benutzt wird; hieraus engl, ollah, frz.
olle Mass.'. [Hobson-Jobson 636.
\'b\)± Tk. oluk:
'Kanal, Rigole' [fehlt bei Kelekian Ka-
mOs, aber bei Hindoglu, Dictionnaire
Turc-FraiiQais. Vienne 1838. S. 86 a];
hieraus rum. uluc 'Falz, Rinne'.
1593. Mal. öi'ang:
'Menscii' [Pijn 19 a], dazu hütan, ge-
spro.'hen ütan 'Wald, wild' [Pijii 232a];
örang-ütan, also wörtlich 'Waldmensch'
[genau dass. wie frz. sauvage, engl, sa-
vage <^ lat. silvaticus sc. homo], ist der
Name des grotien i\IenschenatTen Simia
satyrus L., der in Sumatra und Borneo
heimisch ist [die Eingeborenen bezeich-
nen ihn freilich als mias]; hieraus engl.
orang-uian oder kurz orang, ndl. orang-
oetang, dt-ch. Orang-Utang; frz. orang-
oiitang, sp. orangutan, pg. ovang-otang.
[MMM 37. Devic DEt 180. Eguilaz 466.
JAOS XVIII, 86/89.
1594. Tk. ordu:
'Heerlager und -troß, Schar'; hieraus
angloind. oordoo 'Urdti oder Hindustani-
sprache'. Ferner bulg. serb. ordija
'Armee', klruss. russ. orda 'Heerscharen';
engl, horde, ndl. horde, dtsch. Horde;
frz. hoi-de [angeblich durch Voltaire ein-
geführt, in Wirklichkeit älter], it. orda,
sp. horda, ordo, rum. orda, oarda, ordie
'Heer, Laujer'. [Hobson-Jobson 639/640.
Mikl SlEtWb 225. Kluge 210. Dozy
Oost 42/43. Eguilaz 423 und 466. Löbel
EITAP 71.
1595. Tk. ormnn:
'Wald', kas.-tat. urman 'dass.'; hieraus
bulg. serb. orman, russ. urman, urema
'dass.'.
1596. Pers. Ormüz:
N. pr., Name einer auf einer Insel am
Eingang zum pers. Meerbusen gelegenen
blühenden Handelsstadt [bei den Alten
(Ptolemaeus) "ApiaouZa, Hormozia; vgl.
auch MP 99/104 und 504 sowie v. Oppen-
heim, Vom Miltelmeer zum pers. Golf
II, 320 und 336]; nach ihr wurde im
MA ein satinartiger, zu Vorhängen,
Fütterungen usw. dienender Seidenstoff
benannt: it. ormesino, ermesino, arme-
sino, mlat. ermisinus und schließlich frz.
armoisin, armoise, armosin 'taftartig;
dünner Taft' [jetzt in Lyon vom sog.
armoiseur hergestellt]. [ML 6102. Kara-
bacek. Über einige Benennungen mittel-
alterlicher Gewebe. Wien 1882. S. 14.
Anm. 61.
1597. Tk. orta:
'Milte; Regiment' [vom Stamme ar, or
'zwischen, gemeinsam, Gesellschaft',
Vämbery TktEtWb S. 18, Nr. 19]; hieraus
rum. orla 'Regiment'.
1598. Tk. ortak:
'Kamerad, Geführte' [vom gleichen
Stamme wie Nr. 1597]; hieraus rum.
ortac 'dass.', bulg. serb. ortak 'Handels-
gesellschafter'.
1599. Tk. ota^:
Auch ofak 'großes, wohl ausgestattetes
Zell' [Kelekian Kämüs 172a; vom glei-
chen Stamme wie hier Nr. 1584]; hieraus
rum. otac 'Feldlager, Viehhof, poln. otak
'Krämerbude'. [Löbel EITAP 71. Mikl
SlEtWb 228.
1600. Tk. otuz:
'Dreißig', dazu bir 'eins' [s. hier Nr. 311]:
otuz-bir 'einunddreißig', ein Kartenspiel
[Kelekian Kämiis 174 b]; hieraus rum.
otuzbir 'dass.'.
1601. Tk. paca:
'Unterer Teil des Beins bei den Tieren',
'Schaf füße und Gericht daraus' [Kelekian
Kämns310a]; hieraus rum. paeea 'Ra-
gout aus Schöpsentülaen'.
1602. Tk. pacawra:
'Lappen', sokak pacaurasy wörtlich
'Straßenlappen', 'Straßendirne' [Kelekian
Kämüs 310 a; vgl. vulg. av. sannüfa in
Ägypfen 'Lappen', in Syrien 'öffentliche
Dirne', Arab Sprachführer von M. Hart-
mann. S. 219]; hieraus rum. paciaurä
'Lappen, liederliches Weib', serb. jjaJaw«
'Lappen'. [Löbel EITAP 72. Mikl Sl
EtWb 229.
160s'. Bengal. pachapät:
Hind. des Dekkan pachoU, Handelsname
der getrockneten 'Blätter der Labiate
Pogoslemon patchouly Pelletier' [s. hier
Nr. 1591], die der Minze verwandt ist.
Sie werden als Zutat zum Rauchtabak
und in sonstiger ähnlicher Weise wie
bei uns Lawendel gebraucht. In flüssiger
Form kam das Parfüm i. J. 1844 nach
England und wurde bald weit verbreitet:
engl, patchouli, frz. patchouli, patchouly,
dtsch. PatschuH. — [Die Ableitung bei
Seiler DKiL III, 143, patchouli <^ patch
leaf 'Blatt des Patch' ist also ganz
richtig.] [Hobson Jobson 683/681.
1604. Pers. päilisäli:
'König' [aus pers. päd 'Schützer' Horn
NpEt S. 60, Nr. 265, und säh, s. hier
Nr. 1762, also eigentlich 'Beschülzer-
Konig'], Titel, der dem Sultan der Türkei
zukam: tk. padysah; hieraus rum. pa-
di§ah, padifach; dtsch. Padischa, poln.
padyszach usw.
160.5. Pers. pädzähr:
'Gegengift, Bezoar' [päzähr Horn NpEt
129
[Hind. päejäma.
S. 62, Nr. 273 oder 'Gift antreibend' aus
päd, s. hier Nr. 1604, und zähr 'Gift',
ebenda S. 150, Nr. 678]; man versteht
darunter hauptsächlich gewisse harte
Abscheidungen aus tierischen Körpern,
denen die Wiriiung von Gegengiften zu-
geschrieben wird, insbesondere aus dem
Magen einer Wildziege in der pers. Pro-
vinz Lar. Hieraus ar. bädizahr, bäzahr
und nach magribinischer Aussprache mit
Imäla [a > e] bezahr, woraus die Ärzte
des MA. die ihre Kunst den Westarabern
verdankten, mlat. bezoar machten: sp.
bezaar, sj). pg. kat. bezoar, frz. bezoar,
it. bezzoar, bezzoarre, belzuar; engl, be-
zonr, ndl. bezoar 'Ziegenstein im Magen
der Wiederkäuer', dtsch.£f2;oar'Gemsen-
kugel'. Im Russ. wurde bezar, bezuj
sowie daraus abgeleitet zaberzat Bezeich-
nung eines Edelsteins [vgl. Zapiski der
Oriental. Sektion der Kais. Russ. Ar-
chäol. Ges. XIV. 1. Lieferung: K. Ino-
strantzew, Über zwei allrussische Be-
zeichnungen für Edelstein]. [DE 239/240.
Dozy Oost 25/26. Eguilaz 345. Devic
DEt 68/69. Hobson-Jobson 40/41.
1606. Hind. päejäiua:
'Beinkleid', lose Hosen, die um die
Hüften geknüpft sind [aus pers. päi 'Fuß'
Horn NpEt S. 63, Nr. 291, und gämä
'Kleid, Gewand' ebenda S. 93, Nr. 412],
Diese Kleidung wird in Indien vielfach
von Frauen verschiedener Klassen und
von männlichen und weiblichen Mo-
hammedanern getragen. Von ihnen über-
nahmen die Europäer sie als Nacht- und
Schlafgewand: pyjamma, pyjamas
[amerikanische Schreibung pajamas
Herrigs Arch. CXL, 195], dtsch. Pyjama
'Schlafanzug'. [Hobson Jobson 748.
1607. Pers. pähläwän:
'Held' [Horn NpEt S. 76, Nr. 343], ebenso
tk. pehlewan; hieraus rum. pehlivan
'Gaukler, Schwindler, Spitzbube', pehli-
vanie; bulg. serb. pehliivan 'Ringer,
Held'. Hieraus auch tk. balaban in ver-
schiedenen Bedeutungen, bes. 'groß,
Trommel'; rum. baraban, barabanä
'Trommel', bolovan, bolohan 'Stein-
klumpen, Felsen', dazu Vb. bolohani
'anschwellen, sich ballen' [unter Einfluß
von tk. bol] ; russ. balaban 'Dummkopf,
Würgefalk, Fako lanarius', bolwan
'Dummkopf, Tölpel', klruss. balaban
'Jagdfalke, Schwätzer', serb. balaban
'_groß, Reiher, ardea stellaris', poln. ba-
laban 'Prahler, Tölpel', russ. baraban
'Trommel'. [Gorjajew 11.22. Bern
SlEtWb 40/41.
1608. Pfrs. päik:
'Bote, Fußgänger' [Horn NpEt S. 80,
Nr. 359], ebenso tk. pejk; hieraus rum.
Lokotscb, Etymolog. Wörterbuch.
paic 'Bote'; poln. pajok, pojuk 'Lauf-
bursche, Kammerdiener', serb. peik 'Eil-
bote'. [LöbelElTAP72. Mikl SlEtWb 230.
1609. Chili, pai-tnu-tzö:
'Weißer Quarz', eine Art Feldspat, die
in der Porzellantechnik ähnlich wie
Kaolin [s. hier Nr. 1060] gebraucht wird;
hieraus sp. petonce [Dicc Gast 1546 a],
frz. pitunsS, pitunz4, dtsch. Petuntze.
[Hirlh ChinFW 207.
1610. Tk. paj:
'Teil, Anteil' [Kelekian Kämüs 316a];
hieraus bulg, paj, poln. paj, klruss. pai,
paika, russ. pai 'Anteil'; pajok, gen.
paika 'Soldatenration an Mehl und
Grütze'. [Gorjajew 245. Mikl SlEtWb 230,
1611. Pers. päjändä:
'Stall' [eigentlich 'schützend' Horn NpEt
S. 63, Nr. 2S2J, tk. ebenso pajanda
'fest, Balken' [Kelekian Kamüs 316 b];
hieraus vnm.paianta 'Bund, Strebeholz'.
1612. Pers. päjwiind:
'Band' [part. praes. von päjwästän 'ver-
binden' Horn NpEt S. 81, Nr. 364], tk.
ebenso und pabend 'Band, Bindung';
hieraus bulg. serb. pajwan 'Strick', russ.
paiwa 'Korb aus Lindenbast'. [Gorjajew
245. Mikl SlEtWb 230.
1613. Chiu. pa-kio:
Kantonesisch pät-kok 'Achthorn'; Be-
zeichnung für den Sternanis, Illicium
anisatum, dessen Frucht mit einer
zackigen Schale mit meist acht Hörnern
versehen ist, von denen jedes einen Kern
enthält. Diese acht Kerne heißen chin.
pa-jen, kantonesisch pat-yan gespi ochen,
hieraus ar. bädjän, s. hier Nr. 162.
[Birth ChinFW 203/204.
1614. Hind. pakka:
'Reif, gekocht', dann auch 'beständig,
fest'; hieraus angloind. pucka zur Be-
zeichnung eines aus Ziegeln und Mörtel
gebauten Hauses im Gegensalz zu solchen
aus geringerem Material [s. hier Nr. 983].
[Hobson-Jobson 734.
1615. Tk. pala:
'Geivrümmter Türkensäbel mit breiter
Schneide' [Kelekian Kämtis 314 a mit
Abbildung, wahrscheinlich aus deralndo-
gerni., z. B. kurd. pola, npers. iniläd,
s. hier Nr. 1672, das aber sicher nicht,
wie Fr. MÜLLER in WZKM V, 186 meint,
gr. Lehnwort iroXirtraTaE sein kann];
hieraus bulg. pala, serb. cech. palos,
poln. patasz, palasik, russ. palas 'Schwert
der Reiter'; rum. pala 'Stutzsäbel', palo^
'Schwert, Dolch', it. palascio, frz. pa-
lache; engl, palache, dtsch. Pallasch
'Reitersäbel'.
1616. Tk. palaniar:
'Tau, Dampfertau' [Kelekian Kämas
314b]; hieraus serb. palamar, bulg,
9
Pers. pänbä.]
130
pzJimnr 'langer Strick'; rum. pälämar
'Ankertau', it. palamaro 'dass.'. [Löbel
EITAP 73. Mikl SIEtWb 230.
1617. Pers. piiiibä:
'Baumwolle', hieraus tk. pembe 'dass.,
rosafarben'; hieraus rum. pambria
'Schafwolle', jmnbeii 'blaßrot'. Aus der
pers. Form pänbäk ergaben sich tk.
pambuk 'Baumwolle' und gr. udiußaE,
■iraiißdKiov 'dass.'; hieraus rum. bumbac,
buig. bubak, serb. panmk 'Baumwolle',
FUSS, bumaga, klruss. buniaha, bamaha
'Papier' sowie mlat. bambaqium, it. bam-
bagin 'Baumwolle'; aus lat. bombacium
wurde frz. bombasin, engl, bombasine,
bombazine; dtsch. Bombasin, russ. bu-
mazeja 'Art Barchent'. [Bern SIEtWb
100/lül.
1618. Telugn paudi-kokkn:
'Schweine-Ratte' Mus melabaricus, eine
große Ratte, die über ganz Indien und
den malayischen Archipel bis nach
Queensland verbreitet ist und deren
Fleisch ein Lieblingsgericht der Kulis
ist; hieraus angloind. bandicoot, engl.
6aM(?tcoo;'pig-rat'.[Hobson-Jobson 58/59.
1619. Pers. päng:
'Fünf [Horn NpEt S. 73, Nr. 328; vgl.
päng-äb 'Pandschab', engl. Schreibung
Punjaub 'FOnfstromland'] ; hieraus engl.
punch, dtsch. Punsch, ein Getränk, das
aus fünf Zutaten hergestellt wird: Arrak,
Zucker, Zitronensaft, Wasser (oder Tee)
und Gewürz (Zimt) [SCHILLER läßt in
seinem Punschlied das letzte aus und
singt: ,Vier Elemente / Innig gesellt /
Bilden das Leben / Bauen die Welt."];
sp. ponche, rum. punciü, russ. punS.
[Ho'oson-Jobson 737/739. Kluge 353.
1620. Pers. pängä:
'Faust' [Horn wie hier Nr. 1619], tk.
pence 'Handfläche' ; hieraus rum. pingea
'Halbsohle', pingelui 'wieder besohlen' ;
bulg. pence, serb. pendze 'Sohle', [Löbel
EITAP 76. Mikl SIEtWb 238b.
1621. Tk. pangar:
'Rübe, Beta vulgaris' [Kelekian Kämüs
315b]; hieraus rum. pangea 'Runkel-
rübe, Mangold'.
1622. Hind. pankha:
'Fächer'; hieraus angloind. en^l.punkah
'Fächer aus den Blättern der Fächer-
palme Borassus flabelliformis', ins-
besondere ein fester, schwingender
Fächer, der an der Decke hängt, um die
Luft bei warmem Wetter in Bewegung
zu halten ; es ist also eine Art Ventilator,
der, brettartig, an mehreren Fäden von
der Decke des Zimmers herabhängt und
vermittelst eines durch die Wand ge-
zogenen Stricks von einem außerhalb
des Zimmers befindlichen Diener in un-
unterbrochene Bewegung gesetzt werden
kann. [Hobson-Jobson 742/744.
1623. Mal. pantfin:
'Gedicht' bestimmter Form [Pijn 162],
vierzeilig mit Reim abab, von Ad.
V. CHAMISSO in Deutschland nach-
gebildet; hieraus frz. pantomi, engl.
pantun 'ein solches Gedicht'. — Vgl.
Ed, Dulaurier, Le pantoun considerö
comme une des formes de la poesie
lyrique des Malays in Revue de Torient
(1859) X, 589/609. [MMM 41. JAOS
XVm, 122.
1624. Chili, pa-pi:
Im kantones. Dial. 'Lärm'; hieraus an-
geblich angloind. bobbery 'dass., Störung'.
[Hobson-Jobson 101,
1625. Pers. päpüs:
'Fußbekleidung' [aus pers. p& 'Fuß'
Horn NpEt S. 63, Nr. 281 und püs Prä-
sensstamm von püsldän 'bedecken'],
ebenso tk. papus, ar. bäbüs; hieraus it.
babbuccia, frz. babouche, sp. babuche,
Tum.papuci, papuc 'leichter Hausschuh',
siz. babbaluci 'verschiedene Arten
Schnecken' ; serb. papusa, poln, babusza,
öech. papuö, russ. babiisi 'Pantoffeln
ohne Hackenleder'; dtsch. Babusche,
(dial. Schlesien) Paputschen. [DE 231,
Eguilaz 328. ML 858 und 6216 (gehören
natürlich zusammen). GrSVociSic 227.
1626. Pers. pärä:
'Stück, Teil' [Horn Np EtS. 62, Nr. 271],
ebenso tk. para 'Stück, Geldstück, '/^<>
tk. Piaster'; hieraus bulg. para 'der
Para', serb. pari 'Geld', besparicen 'un-
entgeltlich'; rum. para 'Geldstück, Para';
vom Adj. paralij 'reich' kommt rum.
paraleü 'reich' [Gi^ä POP hat in seinem
Wörterbuch S. 325 paraleü 'mächtiger
Löwe']; A&m.pärälu^ä 'Gänseblümchen'.
[Löbel EITAP 74, Mikl SIEtWb 232.
1627. Tain, panai:
'Große Trommel', die bei gewissen Fest-
lichkeiten geschlagen wird , die erblichen
Trommelschläger heißen pasaiyan. plr,
paRaiijar 'Trommler'. Hieraus ist anglo-
ind. parriar, pariah zur Bezeichnung
einer niederen Hindukaste in Südindien
geworden, die stellenweise die zahl-
reichste Bevölkerung ausmacht. Jetzt
ist das Wort in den europäischen
Sprachen mit 'ausgestoßen, verachtet*^
synonym geworden: engl, pariah, frz.
paria, dtsch. Paria. — [Die Seiler DKiL
IV, 371 angegebene Erklärung tarn.
rajan, bind, paharija 'Gebirgsbewohner'
gibt also erst die sekundäre Bedeutung
wieder.] [Hobson Jobson 678/680.
1628. Pers. pärcä:
'Stückchen' [von pärä, s. hier Nr. 1626],
tk. ebenso paria; hieraus bulg. parca,
131
[Fers. päiSäm.
russ. paria 'Brokat, Stoß', serb. paröe
'Stück'. [Gorjajew 249. MiklSlEtWb232.
1629. Pers. pärcäm:
'Haarlocke', ebenso tk. periem 'Haar-
locke auf der Stirne'; hieraus bulg.
percem, peröiti, serb. per ein; rum. per-
ciun 'Schläfenlocke der Juden, Peies',
perciunat 'Jude'. [Löbel EITAP 75.
Mikl SlEtWb 241a.
1630. I'ers. pärdä:
'Vorhang', tk. ebenso perde; hieraus
bulg. perde 'Schleier; Geländer', serb.
perde 'Bettvorhang'; lum. perdea 'Vor-
hang, Gardine', perdelufä. Hieraus
wurde auch ar. barda'a, s. hier Nr. 228.
[Löbel EITAP 75. Mikl SlEtWb 241 b.
1631. Hebr. pardes:
'Paradies' ['Wonnegarten' aus altpers.
pairidaeza 'Umzäunung, Garten'], gr.
irapdbeiooq, lat. paradisum; hieraus frz.
paradis, sp. paraiso, it. paradiso, rum.
paradis; engl, paradise, dtsch. Paradies.
Lautgesetzlich entwickelt mit volks-
etymologischer Umgestaltung trz. parvis
'Vorhof der Kirche'. Nfrz. paradis war
bei den Mysterien bühnen im Gegensatz
zur im Vordergrunde gelegenen Hölle
ein Platz auf einer Anhöhe des Hinter-
grundes, jetzt der oberste Teil des Zu-
schauerraums auf der Galerie [sonst frz.
poulailler; vgl. dtsch. 'Himmelreich,
engl, up among the Gods]. Vgl. Otto
Driesen, Der Ursprung des Harlekin.
Berlin 1904. (Forschungen zur neueren
Literaturgeschichte, herausgegeben von
Muncker. XXV.) S. 83,
163iJ. Fers, pärgal:
'Leichtes Linnen oder Kleidungsstück
daraus'; hieraus sp. percal [Dicc Gast
1531 c] 'Baumwollstoff', weiß oder bunt,
mehr oder weniger fein, percalina 'ein-
farbiges percal', frz. percal, perkal, per-
caline 'weifses Baumwollenzeug'; dtsch.
Perkal.
1633. Hind. pargana:
'Bezirk' [vom sskr. pragari 'abrechnen',
vgl. pers. pärgänä 'Provinz, Distrikt'
Horn NpEt S. 67, Nr. 302]; hieraus
angloind. engl, pergunnah 'Unterbezirk',
der mehrere Dörfer umfaßt. [Hobson-
Jobson 698.
1634. Pers. pari:
'Guter Genius' [Horn NpEt S. 69, Nr. 310
im Gegensatz zu dlw, s. hier Nr. 509;
vielleicht Weiterbildung von pers. pärr
'Flügel' ebenda S. 65, Nr. 293, also etwa
'geflügelt']; hieraus sp. peri, frz. piri;
engl, peri [womit natürlich trotz der
gleichen Bedeutung fairy <^ frz. feerie
< lat. fatum nichts zu tun hat], dtsch.
Peri 'gute Fee'. [Eguilaz 470. Devic
DEt 185/186.
1635. Pers. pärkär:
'Zirkel' [aus fers, pär- 'herum' und k&r,
s. hier Nr. 1069], tk. perkjar, vulg. mit
Dissimilation pergel [Kdekian Kämüs
319b] 'Zirkel'; hieraus rum. perghel
'Zirkel, Gewölbe'; hn\^. pierigel 'Zirkel'.
1636. Tk. parmak:
'Finger' [vom Stamme bar, var 'vor-
wärts gehen' Vämbery TktEtWb S. 200,
Nr. 210] ; hieraus rum. palmac 'Daumen',
als Maß o cm; i^ormac 'Pfahl, Pfosten',
parmacUc 'Geländer'; bulg. parmakhk
'Geländer' [wie schon türk. parmaklyk
'dass.].
1637. Pers». pärtüw:
'Glanz' [Horn NpEt S. 66, Nr. 296], tk.
ebenso pertew [Kelekian Kämüs 318a];
hieraus rum. perdaf 'Glanz', tig. 'Er-
mahnung'.
1638. Pers. pärwäz:
'Rahmen' [Horn NpEt S. 68, Nr. 305
'Flug'], ebenso tk. 'Rahmen, Emfassung'
[Kelekian Kämüs 320b]; hieraus bulg.
perwaz 'Rand', serb. perivaz 'Ver-
brämung'; rum. pervaz 'Rahmen, Ge-
sims, Türeinfassung'. [Löbel EITAP 76.
Mikl SlEtWb 244a.
1639. Sskr. paryarika:
Auch palyanka 'Bett', Päli pälangki,
hind. pälki 'Sänfte', ein bedeckter Trag-
stuhl, der auf einem Pfähle hinten und
vorne von vier oder sechs Trägern auf
den Schultern getragen wird. Aus der
Telugu-Form pallakl entstand wohl zu-
erst pg. palanquim [Constancio Dicc
738b, mit nasaler Endung wie in wan-
darim <^ sskr. mantri]; sp. palanquin,
frz. palanquin; engl, palankeen, palan-
quin, angloind. palkee, dtsch. Palankin.
— Angloind. pcdkeegarry [aus engl, cor
'Wagen'] 'Palankinwagen', ein Gefährt
von der Form eines Palankins, in Indien
gebräuchlich. [Hobson-Jobson 659/661
und 664. Jacob EMA 97.
1640. Tk. pasa:
Tk. hoher Titel: 'Exzellenz' [s. liier
Nr. 28]; hieraus bulg. serb. pasa; frz.
pacha; ndl. pacha, engl, pasha, dtsch.
Pascha, früher Bassa.
1641. Uebr. päsah:
'Überschreiten' [sc. die Grenze mit ver-
botenen Waren]; hieraus dtsch. paschen
'schmuggeln', einpaschen, wegpaschen,
dazu Pascher 'Schmuggler'. — [Nach
Kluge 336 dagetren von frz. passer ab-
geleitet; doch ist der hebr. Ursprung
viel wahrscheinlicher, da die Wörter aus
der Sphäre des Betruges durchweg hebr.
sind, vgl. Gauner, Kümmelblättchen,
mogeln.]
1642. Tk. peksimet:
'Biskuit, Fladen' [Kelekian KämQs 323a];
9*
Hebr. peletä.]
132
hieraus bulg. peksimit, serb. peksimet,
peksimada; rum. pesmet 'Zwieback', il.
pasiimata 'pasta con zoflerano e cantucci
Cotta a pane, Zuckerbrot' [v^l. auch
TToEn^olbi, Jannarakis, Deulsch-Neugr.
Wörterbuch S. 1361b]. [Miki SlEtWb
236. ML 6319.
1643. Hebr. peletä:
'Errettung, Entkommen, Flucht'; hieraus
jüd.-dtscli. plete gehen "in die Flucht
gehen, sich auf die Flucht machen', in
dtsch. Vokalisation Pleite, also ursprüng-
lich die 'rettende Flucht' : i)leite machen
'bankrott machen', dazu Pleitegeier
[Geiher von gehen, vgl. Ave-L IV, 544].
Hierzu gehört dann noch die volks-
etymologisch umgestaltete Redensart
flöten gehen 'verloren gehen'. [Kluge
141. HAUPT in American Journal of
Philology XLHI. Baltimore 1922:
Biblical studies no. 4.
1644. Hebr. pelistin:
N. pr., Name eines Volkes, das an der
phönizischen Küste wohnte: dtsch. Phi-
lister. Seit 1700 kommt dieses Wort
in der Studentensprache zur Bezeichnung
eines spießischen oder mürrischen Stu-
denten oder eines Spießbürgers vor.
Vgl. Kluge, Studentensprache 13/14 und
bes. 56/58, wo der Bedeutungsursprung
des dtsch.Wortes auf eine Leichenpredigt
im Anschluß an Rieht 16, 9 , Philister
über dir, Simson!" zurückgeführt wird.
1645. Tk. pelte:
*Gelee' [Kel6kian Kämus324a; vielleicht
wie tk. paluze 'Gelee aus Stärke und
Zucker' aus pers. pälüdä 'Süßspeise aus
Honig und Mandeln']; hieraus rum.
peltea 'Obstgelee, eingekochter Frucht-
satt'.
1646. Tk. peltek:
'Stotternd' [Kelekian Kämiis 324]; hier-
aus Tum. peltic 'lispelnd'.
1647. Äg. Pelusium:
N.pr., Name einer Stadt in Unterägypten,
offenbar äg. Ursprungs [p wahrschein-
lich der bestimmte Art.] ; hier wurden
die mit Indigo blau gefärbten Kittel her-
gestellt, welche schon die Kreuzfahrer
über ihre Rüstungen zogen, daher mlat.
pelusia 'pelusisches Gewand'; hieraus
frz. blouse; engl, hlouze, dtsch. Bluse.
Vgl. BRUGSCH in der Voss. Zeitung
25. 1. 1891. Sonntagsbeilage.
1648. Tk. peugere:
'Fenster'; hieraus bulg. serb. pendzer
'dass.'.
1649. Mal. peng-göliug:
Name eines Säugetieres aus der Familie
der Edentaten, Manis javanicus [wörtlich
'Roller', da er sich in Gefahr wie ein
Igel aufrollt; von mal. güling 'rollen'
Pijn 201a mit denominativem Präfix
pe-, bzw. peng-]; hieraus engl, pangolin,
pengolin, dtsch. Pangolin, frz. pangolin.
[MMM 40. Devic DEt 181. JAOS XVIII,
89/91.
1650. Äg. per-a'a:
'Großes Haus' [vgl. kopt. pero 'Haus'
und W. Spiegelberg, Die Schrift und
Sprache der alten Ägypter. 1907. S. 26],
Name des altägyptischen Königs, gr.
q)apaüj; hieraus it. faraone, frz. pharaon;
engl, pharaoh, dtsch. Pharao, auch Name
eines Kartenspieles, verkürzt Pharo ge-
nannt, da der Herzkönig auch Pharao
hieß.
1651. Mal. peräha:
Auch prähü [Pijn 156; doch vgl. auch
malayäl. päru 'Boot'] 'Boot'; hieraus
angloind. parao, engl, prow, prau, proa,
bes. Malay prow 'kleines Schiff jeder
Art', bes. gerne von Seeräubern benutzt,
da sie damit schnell in die Flüsse hinauf-
fahren können, um sich der Verfolgung
zu entziehen; dtsch. Praue; sp. proa,
pg. 2>c"'cu, sp. pg. it. parao, frz. prao,
pro. [MMM 45. Devic DEt 186. Eguilaz
468. Hobson-Jobson 733. JAOS XVIII,
93/97.
1652. Hebr. pesah:
'Osteropfer, Osterfest', gr. udaxa, lat.
pascha,ki}.paschalis 'österlich'; hieraus
it. pasqiia, pasqiiale, sard. pasca, prov.
pasca, pasqua, frz. päque, plr. päqties
'christliche Ostern', kat. pasqua, sp.
pascua, pg. pascoa, rum. paqti; russ.
pasha, paska; engl. ndl. pasch, dtsch.
Passa. [Eguilaz 469. ML 6264.
1653. Tk. pic:
'Bastard, Junge' [Kelekian Kämüs 330a];
hieraus bulg. pic 'dass.', rum. pictü
'Knirps, Balg'.
1654. Tk. pide:
Auch pite 'Brot in flacher, Janger Band-
form' [> ngr. uriTtt]; hieraus ruvci. pita
'Brot', pitar 'Bäcker', pitärie; bulg. serb.
pita 'Kuchen', bul?. pitice 'Krapfen'.
[Löbel EITAP 77. Mikl SlEtWb 248a.
1655. Mal. piknl:
'Eine über der Schulter getragene Last'
[Pijn 168], 'Gewicht', dessen Höhe in
den verschiedenen mal. Ländern variiert,
z. B. in Sumatra 60 kg; hieraus frz.
pikoul, engl, pihul, picul, dtsch. Pikid.
[MMM 43.
1656. Tk. pilaw:
'Mit Fett abgekochter Reis'; hieraus in
derselben Bedeutung rum. pilaf, frz. pi-
laf, pilau; engl, pilau, pillau, pilaw,
pillaw; russ. jyilaw, plow.
1657. Pers. piring:
Auch hiring 'Kupfer' [Horn NpEt S. 48,
Nr. 208 bis]; hieraus mlat. bronzium, it.
133
[Pers. pis-ahäng.
hronzo, frz. sp. hronce, frz. bronze; ndl.
brons, engl, bronze, dtsch. Bronze,
Prinzmetall [mit vcjlksetymologischer
Umgestallung, POTT in ZKM IV, 264];
russ. hronza, klruss. bronza, öecli. poln.
bronz, serb. bronac; bulg. pernio, serb.
pirinac 'Messing'. — [Die anderen Ab-
leitungen sind weniger wahrscheinlich:
1. Ahd. *brunizzo 'bräunliches Metall'
-< dtsch. bruno 'braun', mlat. brunitius.
2. Mlat. obryzum sc. aurum = gr. XP'J"
afov ößpuCov 'Gold, das die Feuerprobe
bestanden hat'; also Bronze nach der
goldenen Farbe. 3. Mgr. ßpovxriaiov <
lat. aes brumlisium, da nach Plin. Hist.
nat. XXXIII, 9, 45; XXXIV, 17, 40 in
Brundisiuni, heute Brindisi, bronzene
Spiegel hergestellt wurden; Etymologie
von Berthelot, Sur le nom du bronze
chez les alchimistes grecs in Revue
archeologique 1888, S. 294. Übrigens
ist der Ortsname Brundisium, gr. Bpcv-
Tr)aiov, nach Strahns Geographie das
niessapische Woit für 'Hirschkopf'. In
der Tat springt die Ähnlichkeit der Ge-
stalt des Hafens mit dem Geweih eines
Hirsches in die Augen ; dazu weist Meyer,
Essays und Studien II, 311 auf das
albanesische Wort brin 'Geweih, Horn'
hin.] [DozyOost26. Kluge 70. ML 1113.
Bern SlEtWb 87.
1658. Pers. pis-äliäng:
'Führer, Zuhälter' [aus pers. pes 'zuerst'
Horn NpEt S. 79, Nr. 356 und ähäng.
Präsensstamm zu ahängldän 'ziehen'
ebenda S. 14, Nr. 58], tk. umgestaltet
zu pezeivenk 'dass.' [Kelekian Kämüs
321 b]; hieraus rum. pezeoenchm 'Kupp-
ler', pezevenche 'Kupplerin', pecevenclic
'Kuppelei'.
1659. Mal. pisau^:
'Banane, Musa paradisiaca' [Pijn 168];
hieraus zur Bezeichnung der Banane
dtsch. Pisang, ndl. dän. schwed. pisang;
frz. pisang (— bananier). — [Dtsch. Pi-
sang <^ frz. paysan, das im Kriege
1870/71 und ebenso im Weltkriege von
den deutschen Soldaten zur Bezeichnung
des frz. 'Bauern' benutzt wurde, hat
natürlich mit diesem mal. Grundwort
nichts zu tun.]
1660. Pers. pisglr:
'Handtuch' [aus pers. pes, s. hier
Nr. 1658, und gtr, Präsensstamm zu
giriftän 'ergreifen' Horn NpEt S. 202,
Nr. 909], ebenso tk. peskir [Kölekian
Kämüs 322b]; hieraus rum. pe^chir;
bulg. serb. p)eskir 'dass.'.
1661. Tk. pisik:
*Katze' [Kelekian Kämüs 322a]; hieraus
rum. pisicä 'dass.'.
1662. Pers. pisüi:
'Alt, früher' [Horn NpEt S. 79, Nr. 356],
tk. ebenso pesin 'im voraus bezahlt, in
bar'; hieraus rum. pe^in 'auf der Stelle,
sogleich', pe^im 'bar, bares Geld'.
1663. Pers. pTskäs:
Ebenso tk. peskeS [Kelekian Kämus
322 b] 'Geschenk, das man einem Hö-
heren oder seinesgleichen anbietet, Gast-
geschenk' [vgl. darüber Brugsch, Reise
der k. preuß. Gesandtschaft nach Per-
sien 1,160]; hieraus bulg. peskis, serb.
peSkes 'Trinkgeld'; rum. pe^che§ 'Ge-
schenk, Hochzeitsfjeschenk'. [Löbel El
TAP 76. Mikl SlEtWb 244b.
1664. Pers. pistä:
Ebenso tk. fystyk, ar. fistik, fustak
'Pistazie, Pistacia vera'; hieraus rum.
fistic 'Pistazien bäum', fistica 'Pistazie',
it. pistacchio, frz. pistache, sp. pistacho,
prov. festnc, pg. festuc; mit ar. Art. sp.
alfonstgo, alfostigo, wohl auch frz.
pasteque 'Melone'. [DE 115. Eguilaz
169. ML 6535.
1665. Tk. placka:
'Beute, Plünderung' [Kelekian Kämüs
323b; aus dem alb. 'Gepäck']; hieraus
rum. pla^ca 'herabwallender Mantel,
Betrug', j}lea^ca 'Plünderung'.
1666. Ind. polo:
In der Balti Sprache 'Ball' ; hieraus der
Name eines Ballspieles Polo, engl, polo
'Hockeyspiel zu Pferde'. Das Spiel wurde
das ganze MA hindurch von China bis
zur Provence unter dem Namen öögän
und daraus entstandenen Bezeichnungen
[s. hier Nr. 434] gespielt. S. über die
Geschichte seiner Wiedereinführung
Hobson-Jobson 720. — [Eine andere
Ableitung gibt Himly in ZDMG XLI, 478:
Nach chin. Quellen hiefä ein Spiel po-
lo-sai, das vielleicht aus sskr. prasäda
'Heiterkeit, Gunst, Gewogenheit' ent-
standen sein könnte.]
1667. Tk. postal:
'Schuhe', wie sie früher von den Janit-
scharen und Dienern zu Fuß getragen
wurden [Kelekian Kämüs 326 b]; hieraus
bulg. postal, bostal, serb. j^osto, postola,
ßech. postola 'Schuh', poln. postol, po-
s<ofj/, russ. (dial.)pos^o?(/' Art Bastschuhe'.
[Gorjajew 276.
1668. Tk. potur:
'Falte; Unterhose mit vielen Falten'
[Kelekian Kämüs 325b]; hieraus rum.
poturi 'unten enge, oben weite Bauern-
hosen' [so nach Löbel EITAP 77, da-
gegen nach Sain 69:] 'am Oberschenkel
sehr eng anliegende und sich gegen das
untere Ende erbreiternde Bauernhose,
die an den Seiten unter den Knien ge-
Mal. paah.]
134
schlitzt sind', sie werden von den Land-
leuten gewöhnlich im Winter getragen.
1669. Mal. püali:
Püah-püah 'geiiräusell' [Pijn 159 b], zu-
sammengezogen zu papüa 'Bewohner
von Neuguinea und der umliegenden
Inseln'; hieraus nd\. papoea, frz. pajwu,
ihr Land Papouasie, dtsch. Papua, engl.
papoua. Dazu noch frz. 2)apoic 'Apteno-
dytes papua, ein Pinguin'. [DevicDEt 183.
1670. Pers. pühti:
'Gelatine' [vom Vb. ])ü^tän 'kochen'
Horn NpEt S. ti4, Nr. 2S5], tk. pihti
'geronnenes Blut'; hieraus rum. piftie
'Fleisch- oder Fischsülze'.
1671. Tk. pul:
'Kleine Kupfermünze' [Kelekian Kämüs
328 a]; hieraus russ. (alt) pulo, pul
'dass.', poluska '^U Kopeke'.
1672. Pers. pilläd:
'Stahl' [Horn NpEt S. 75, Nr. 340; s.
auch hier Nr. 161.5], tk. hulat 'dass.';
hieraus poln. klruss. bulat 'dass.', russ.
bulat 'Damaszener Stahl, Dolch'. [Gor-
jajew 33. Bern SlEtWb 100.
1673. Pers. püst:
'Rücken' [Horn NpEt S. 71, Nr. 321],
tk. i)Hst 'Lotterbube, scortum sodomiti-
cum', als schlimmes Schimpfwort ge-
bräuchlich; hieraus rum. puq, pu§chtü
'Spitzbuhe, Schlingel', pu§läü 'Bummler'.
1674. Pers. pastmäl:
'Schürze' [aus püst, s. hier Nr. 1673,
und mäl. ' Präsensstamm zu mältdän
'reiben' Horn NpEt S. 214, Nr. 962 wie
in dästmäl, s. hier Nr. 500], ebenso tk.
pestimal 'dass.'; hieraus rum. pe^timan
'Schürze, Weiberrock ohne Taille'. [Löbel
EITAP 76.
1675. Ar. rabäb:
'Violine mit einer oder zwei Saiten'
[KM II, 714; Lammens Farük Nr. 1335;
Abbildung bei Lane, Manners & Customs
of the modern Egyptians II, 84] ; hieraus
it. ribeba 'Schäfergeige', ribeca, prov.
rabey, frz. rebec, Vb. rabacher 'herunter-
leiern, Unsinn schwatzen", afrz. rebelle,
sp. rabel 'dreisaitige Geige', pg. rabeca,
rebel, arrabil, kat.rabaguet 'kleine Geige'.
[DE 328. Devic DEt 191. Eguilaz 476.
ML 6978.
1676. Ar. rabad:
'Vorstadt'; hieraus mit ar. Art.in gleicher
Bedeutung kat. sp. pg. arrahal, pg. sp.
arrabalde, kat. arraval, pg. arravalde.
[DE 198. Eguilaz 280. ML 6977.
1677. Hebr. raßäli:
'Sich mehren', nhebr. rewah, rebah;
hieraus jüd.-dtsch. üebach "'Gewinn,
Zinsen', bes. auch plr. Rebochim; ebenso
Rebbes 'Vorteil, gutes Geschäft'.
1678. Hebr. rabb:
'Herr, Lehrer', als Anrede mit dem
Suffix der l.ps.sgl.ra&it 'mein Lehrer!';
hieraus gr. ^aßßi und die europäischen
Formen: kat. sp. rabf, pg. rabbi 'jüd.
Gelehrter', sp. rabi 'Hirt, Schäfer', frz.
rabbin; engl, rabbi, rabbin, ndl. rabbi,
rabbijn, dtsch. Rabbi, Rabbiner [über
dieEndung vgl. ZfdWf 1, 64] ; russ. rabbin,
(alt) rawwi, öech. rabin, poln. rabin.
1679. Hebr. raß-säkeh:
'Oberkommandierender' [aus assyr. rab-
sakü 'Obermundschenk', vgl. aber auch
sakä 'hoch, Offizier' DelHWB 685];
hieraus angeblich dtsch. Ruppsack [ähn-
lich empfunden wie die anders ent-
standenen Wörter Schubjack, Freßsack
mit poln. Endung jak ^ ak].
1680. Ar. radi':
'Säugling' ; hieraus siz. reticu 'jähzornig,
unruhig' [hauptsächlich von kleinen
Kindern gesagt]. [GrSVociSic 244.
1681. Ar. radil:
'Gemein, schändlich', ebenso tk. rezil,
dazu das Subst. rezillik; hieraus rum.
rizilic 'Verachtung'.
1682. Ar. ragif:
'Brötchen, Kuchen', Einheitsnomen ra-
gifa; hieraus pg. regaifa 'in den Öl-
mühlen ein Stein, auf den die mit Oliven
gefüllten Körbe abgestellt werden', re-
gueifa [Constancio Dicc 839 b] 'kleines
Brot in Ringform'. [DE 330. Eguilaz 481.
1683. Ar. räha:
'Handfläche' [Lammens Farük Nr. 1624];
hieraus mlat. racha 'Hand- oder Fuß-
wurzel', pg. rasqueta 'Handwurzel'
[Constancio Dicc 826 b, mit falscher
Etymologie], frz. rasquette,rachette 'dass.'
in der alten Anatomie, rasette in der
Chiromantie 'die Stelle, wo mehrere
Querlinien der Hand in der Nähe der
Handwurzel zusammenlaufen' [Einfluß
von ar. rusg 'Hand- und FußwurzeP ist
wohl nicht abzuweisen; Devic DEt 190].
— Aus der vulg. Aussprache rähat er-
gab sich it. racchetta 'das elastische
Schlagnetz', das seit dem XVI. Jhdt. im
Ballspiel eingeführt ist, 'Federball, Ra-
kete', frz. raquette 'Handfläche, Fuß-
sohle, Schneeschuh, Federball, Schlag-
netz', sp. pg. raqueta 'Federball, Ball-
netz'; engl, racket 'Schlagnetz im
TennisspieF, dtsch. RaTcett 'dass.' und
Rakete, hieraus engl, rocket, it. rocchetta.
— [Ableitung aus it. retichetta 'kleines
Netz' zu lat. retis 'Netz' ist zwar ver-
lockend, aber lautlich kaum möglich.)
[Devic DEt 189. RomForsch IV, 371.
ML 7013.
1684. Ar. raha:
'Ruhe, Annehmlichkeit', vulg. rähat.
135
[Ar. rahg al-gar.
dazu rähat hallfüm 'Erquickung des
Gaumeus', tk. korrumpiert zu rahat-
lokum, Name einer tk. Süisspeise, ge-
wöhnlich in Form einer Wurst, die, aus
Konstantinopel stammend, sich selbst in
europäische Delikateßhandlungen Ein-
gang verschafft hat; hieraus mit Unter-
drückung des ersten oder zweiten Be-
standteiles bulg. lokum 'Zuckerteig mit
Mandeln und Rosenöl', serb. lokuma
'Art harter Krapfen' ; rum. lucumä 'süße
Pastete' [wie ngr. \ouKOU)nac], rahat
'Zuckerteig', rahatlicnm 'dass.', rahagiü
'Zuckerwarenverkäufer', frz. locoum 'Süß-
speise'; dtsch. Rahatlukum. [Bern Sl
EtWb 730.
1685. Ar. rahgr al-gar:
'Rotes Schwefelarsenik' [eigentlich 'Höh-
lenpulver', aus ra%"'Pulver', ^är'Höhle',
weil man das Arsenik aus Minen ge-
wann]; hieraus s^.rejalgar, pg.resalgar,
rosalgar, it. risigallo, risogello, (alt) Pisa
risalgado; dtsch. Realgar 'Rauschgelb',
engl, realgar 'red orpiment' [<;^ frz. or-
piment <^ lat. auri piymentmn]. [DE
332/333. Eguilaz 482. ML 7011.
1686. Ar. rahls:
'Leicht, gelinde, billig'; hieraus sp.rafez,
»•«Ties 'leicht, gering, schlecht', pg.rafece,
rafez 'leicht', a refece 'billig', refe^ar,
arrafegar 'verbilligen, billig werden'
[Constancio Dicc 835]. [DE 329. Eguilaz
478. ML 7020.
1687. Ar. rahniän:
'Barmherzig', ebenso tk. ; hieraus oder
wohl eher aus dem entsprechenden hebr.
rahmänl russ. rahmannyj, poln. rach-
many (selten), häufiger rochmanny 'ge-
zähmt, sanft'.
1688. Ar. rahn:
'Pfand', plr. rahän, mit Imäla [ä > e]
rahen; hieraus sp. rehen, mit ar. Art.
arrehen 'Geisel, Bürge', pg. refem, ar-
refem. [DE 332. Eguilaz 481. ML 7181.
1689. Pers. räht:
'Möbel, Pferdegeschirr', ebenso tk. [Ke-
16kian Kämüs 618b]; hieraus rum. raft
'Pferdegeschirr'. Über tk. raf 'Eck-
brettchen' [Kelökian Kämüs 612 b] wurde
rum. raft 'Gestell, Bücherbrett'. Dagegen
ist sp. pg. arreo, it. arredo 'Gerät, Putz'
besser nicht hieraus abzuleiten, vielmehr
germanischen Ursprungs; vgl. Fauste
LASINIO in GSAJ III (1889), 142/3.
1690. Ar. raihän:
'Wohlgeruch', insbesondere raihän al-
kubür 'Duft der Gräber' = 'Myrte';
hieraus mit ar. Art. sp. arraihan, arrayan
'Myrte'. [DE 199. Eguilaz 281. 288.
1691. Ar. ra'Is:
'Kapitän' [verwandt mit ra's, s. hier
Nr. 1701; vgl. chef und capitaine <^ lat.
Caput] ; hieraus mit ar. Art. sp. arraez,
pg. arrais, kat. arraix 'Patron eines
Schiffes', frz. riis, rais 'Schiffskapitän',
siz. raisi 'Führer eiues Fischerfahrzeuges'
[eigentlich mit dem Suffix der 1. ps. Sgl.
'mein Ra'is', wie man jetzt im Hafen
von Palermo den Bootsführern zuruft].
[Devic DEt 192. Eguilaz 281. GrSVoci
Sic 244.
1692. Sskr. räjä:
'König' [urverwandt mit lat. rex, kelt.
rix z. B. in Vercingetorix], mahä-räjä
'großer König'. Beide Wörter sind in
verschiedenen Schreibungen in die euro-
päischen Sprachen übergegangen: engL
raja, rajah, tnaharajah, dtsch. Radscha,
Maharadscha, frz. radja, maharadja.
[Hobsou-Jobson 754.
1693. Ar. ra'ja:
Eigentlich ra'ija, plr. ra'äja 'Herde',
Bezeichnung der nichtmuslimischen
Untertanen muselmanischer Herrscher,
tk. ebenso; hieraus rum. raia, frz. rata,
dtsch. Raja 'unter tk. Druck lebende
Christen'; engl, ryott 'ind. Landleute'.
1694. Ar. rakania:
'Sticken, iroiKiWeiv' [hebr. räkarn] 'Strei-
fen in einen Stoff weben'; hieraus it.
ricamare 'sticken', Subst. ricamo 'Stik-
kerei', siz. raccatmi, arracamari, frz.
rScamer, sp. pg. recamar, recamo, sp.
(alt) margomar. [DE 329. Devic DEt
192. Eguilaz 480. ML 7066.
1695. Ar. rakOba:
'Zug von Reisenden auf Lasttieren';
hieraus kat. sp. ricua, pg. recova 'Koppel
Lasttiere', pg. recovar 'Tiere treiben',
recoveiro 'Mauleseltreiber' [Constancio
Dicc 833 a]. [DE 329. Eguilaz 480.
ML 7191.
1696. Mal. rambütan:
'Pflanze des mal. Archipels Nephelium
echinatum' [aus mal. rambut 'Haar'
Pijn 121a]; hieraus frz. ramhontan, rain-
postan 'dass.'. [Devic DEt 188.
1697. Mal. räini:
'Verschiedene Faserpflanzen' [Pijn 117],
z. B. Boehmeria nivea aus der Familie
der Urticaceen ; hieraus engl, ratni, ramie,
dtsch. Ramie. [JOAS XVHI, 123.
1698. Ar. raml:
'Sand', Einheitsnomeu ramla 'Sandflä-
che, Bett eines Wildbaches'; hieraus sp.
kat. rambla 'dass., Allee'; La Ramhla
die Hauptstraße in Barcelona, die dem
Laufe eines Wildbaches folgt, der die
Stadt durchschnitt. [DE 329. Eguilaz
478. ML 7030.
1699. Pers. rändä:
'Hobel' [vom Vb. rändidän 'schaben,
kratzen', Horn NpEt S. 138, Nt. 622]
•Pers. räng.]
136
Ik. rende 'dass.'; hieraus rum. rtndea
■Hobel'.
1700. Pers. riiiig:
'Farbe', Horn NpEl S. 138, Nr. 623], tk.
ebenso reng; hieraus rurn. renghiü, ren-
chiu Tossen, Streich'.
1701. Ar. ra's:
'Kopf, Ursprung', vulg. ras; hieraus sp.
res 'ein Stück Kleinvieh', pg. rez
'Schlachtvieh'. — Das ar. Wort .scheint
auch Grundwort zu sp. pg. raza, it. raz-
za, frz. race 'Geschlecht' zu sein ; eben-
so engl, race, dtsch. Rasse; russ. rasa
[und selbst ngr. pdxffa JF XXH, Anzei-
ger 38]. Die zahlreichen anderen Ab-
leitungen sind noch weniger begründet,
z. T. lautlich schwierig [1. < lat. gene-
ratio ML 3732; 2. ahd. reiza 'Linie,
Strich', Diez EtWb 265; 3. < slav. raz
'Schlag, Gattung'; 4. <^ )-ace, Subst. zu
racer 'Raubvögelzucht treiben, züchten'
<*lat. raptiare, Körting 7716]. [Rom
Forsch IV, 415. Kluge 359. DE 333.
Eguilaz 482. ML 7069.
1702. Ar. ra's al - gäti:
'Kopf des Niederknienden' [part. praes.
act. von gatä 'auf den Knien sitzen'],
Name eines Sternes ; hieraus der Stern-
name Rasalgethi, Razalageihi [mit Imala :
ä"^ e] a Herculis.
1703. Ar. a's ral-hawwä':
'Kopf des Schlangenfängers oder -trä-
gers', Name eines Sternes; hieraus der
Sternname Ras Alhague, Ras Alhagh,
Rasalague a Ophiuchi. [Devic DEt 43.
Ideler Sternn 102.
1704. Ar. rasif:
[Vom Vb. rasafa 'pflastern' aus dem
aram. resap 'dass.', dieses wohl aus ass.
rasäpu 'zusammenfügen', bes. als. bau-
technischer Ausdruck, vgl. ZAkkFW 26]
'Dammweg aus Stein an einem Flusse'
hieraus mit ar. Art. sp. arrecife, (alt)
arracife 'Dammweg, blinde Klippe', pg.
arreceife, (alt) arracif, recife 'Klippe',
frz. rMf 'Klippe'. Arrecife heißt z. B.
die Straße, die auf dem Cördoba gegen-
überHegenden Ufer von der Brücke nach
Esplritu Santo führt, also urspünglich
wohl ein erhöhter Dammweg durch das
Überschwemmungsgebiet des Flusses
war. — Sp. arrafiz 'Wegdistel' oder
cardo arracife entspricht genau dem lat.
Carduus vulgatissimus viarum. [DÜZY
in JAs 1844,1, 41.3. DE 198/199.
Eguilaz 280. Devic DEt 192. ML 6985.
1705. Pers. räsinä:
'Pferdegeschirr, -sattel', ebenso tk. res-
me 'Zügel und Kette' ; hieraus serb. re^-
ma 'Zügel', russ. resma 'Teil des Zau-
mes'.
1706. Ar. rassa'a:
'Auslegen', subst. Infin. dazu tarst 'Aus-
legearbeit, Inkrustierung'; hieraus it.
tarsia, Vb. tarsiare, iutarsiare, sp. tara-
cea, ataracea, Vh. taracear, ataracear,
dlsch. Intarsia 'eingelegte Arbeit', Aus-
drücke des Kunstgewerbes. [DE 212.
Eguilaz 304. ML 8571a.
1707. Ar. ratam:
'Ginster', Einheitsnomen ratama; hier-
aus sp. pg. retama 'dass.', sp. retamar
'Ginstergebüsch'. [DE 335. Eguilaz
482. ML 7085.
1708. Ar. ratl:
'Ein Gewicht' [aus gr. Xixpa; ZDMG LI,
298; de Lagarde, Gesammelte Abhand-
lungen 33, Anm. Dieser Entstehung
entsprechend, ist die Aussprache riß
nach den Arabern selbst die richtigere,
aber unter dem Einflüsse der beiden
ersten Konsonanten durch die andere
ratl aus dem Sprachgebrauche verdrängt,
FLEISCHER in BSGW XXXII, 130];
hieraus it. (dial.) rotolo 'Gewicht', siz.
ro<M?M 'Gewicht von 12 Unzen', sp. (alt)
arrate 'Gewicht von 4 Pfund', arrelde,
arrel, pg. arretih arratel, frz. arratel
'Gewicht von 460g'. [DE 201. Devic
DEt 35. Eguilaz 286. ML 7089.
1709. Ar. rauda:
'Garten', plr. rijäd, im Magrib singu-
larisch gebraucht als 'Blumenbeet' ; hier-
aus sp, arriates, arriatas 'erhöhte Beete
längs einer Gartenmauer'. [DE 201/202.
Eguilaz 287/288.
1710. Tk. rawak:
'Reinster Honig' [Köl^kian Kämüs 629 b];
hieraus rum. rävac 'Ausbruch (Wein)'.
1711. Pers. räi^änd :
'Rhabarber Rheum palmatum', tk. re-
wend; hieraus rum. revent; bulg. retven,
serb. rewed, russ. rewen 'dass.'.
1712. Ar. Räzl:
N. pr., ein arabischer Arzt Muhammad
ahu Bakr ihn Zakarija AR-RÄZI, der um
930 starb. Nach ihm wurde ein von
ihm eingeführtes Heilmittel frz. blanc-
Rhasis genannt und hieraus volksei y-
mologisch blanc raisin 'Bleiweiß'.
[FASZ in RomForsch III, 495.
1713. Ar. razza:
'Pflanzen, einsetzen', dazu VIII irtazza,
part. murtazz 'eingepflanzt, befestigt',
fem. murtazza; hieraus sp. mortaja
'Zapfenloch' [muesca Dicc Gast 1388 b
und 1395 c], frz. mortaise 'dass.'. [Devic
DEt 168.
1714. Ar. razza:
'Eisenband des Riegels, Fischband
frz. fiche ä gond] der Türangel';
hieraus mit ar. Art. sp. alguaza 'Tür-
137
[Ar. razzäkl.
angel' [Dicc Gast l!22c], frz. gäche
'Schließklappe'. [DE 131. Devic DEt 123,
1715. Ar. razzäkl :
'Art Weintraube mit langen, weißen
Kernen', ebenso tk. razaki [K^lökian
Kämüs 619b]; hieraus rum. razachie
'dicke weifse Traube'.
1716. Ar. ri'äs:
'Schwertknauf, -griff' [vgl. ra's, s. hier
Nr. 1701]; hieraus mit ar. Art. s^t.arriaz,
arrial 'Slichblatt des Degens', pg.aniaz
'Metallstück am Pferdeharnisch' [Con-
stancio Dicc 117 a]. [DE 202. Eguilaz
288. ML 7295.
1717. Ar. ribäs:
'Art Sauerampfer', auch ribäz [und pers.
ribäg]; hieraus mit Imäla [Ä>-e] mlat.
ribes, ribasium, ribesium, frz. ribes 'Jo-
hannisbeere'. [Devic DEt 193.
1718. Ar. ribät:
'Band, langes Slfick Stoff' [vom Vb.
rabata, s. hier Nr. 1410]; hieraus mit
Imäla [ä > e] sp. ribete, kat. ribet, pg.
ribete [Constancio Dicc 857 a] 'Saum,
Besatz'. [Eguilaz 483.
1719. Ar. ridf:
'Derjenige, der folgt oder nachkommt';
hieraus mit ar. Art. der Sternname
Arided, Arioph aus dem Schweife des
Cygiius. [Devic DEt 41.
1720. Ar. rigl:
'Fuß', vollständig ar-rigl al-jumnä 'der
rechte Fuß' sc. des Orions; hieraus der
Sternname Bigel k Orionis. [Ideler
Sternn 226. Devic DEt 193.
1721. Ar. rizk:
'Spenden, die Gott zum Leben gibt;
tägUches Brot, Ration'; hieraus sp. ar-
risco, riesgo 'Wagnis, Gefahr', risco
'Klippe', arriscador 'Olivensammler',
pg. risco 'Wagnis; Klippe', Vb. sp. pg.
riscar, arriscar 'in Gefahr kommen',
it. risico, frz. risqiie, rum. rizic 'Wag-
nis, Gefahr', Vb. it. risicare, frz. risquer
'wagen' ; dtsch. Risiko, engl. risk. [Devic
DEt 194/195. Jacob EMA 97. ML 7289
(< gr. {)iIiKÖv 'Klippe'?).
1722. Ar. riswa:
'Beslechungsgabe, Schmiergeld', tk. riä-
wet 'dass.'; hieraus rum. rupfet 'Be-
stechungsgelder'.
1723. Ar. rizma:
'Bündel oder Pack Kleider, Papierstoß' ;
hieraus it. risma 'ein Ries Papier', sp.
\>e,. resma,raztyia, VBi.raima, frz. rame;
engl, ream, ndl. 7'iem, dtsch. Eies [mit
Abfall der letzten Silbe des it. Grund-
worts], dän. riis, schwed. ris. Dazu
sp. pg. rima 'ein Haufen' (z. B. Kleider,
Lumpen), rimero 'Stoß, Schicht'. — Man
denke daran, daß das Baumwollpapier
bereits früh von den Arabern hergestellt
wurde, aber erst im XIII. Jhdt. lernten
es die Spanier unter Alfons X. kennen;
in Padua und Treviso in Italien wurde
das erste Papier erst um 1350 hergestellt.
[DE 333/335. Eguilaz 482. ML 7343.
1724. Mal. rötaii:
Eine Palme oder Strauch von der Gat-
tung Calamus, derRdhr liefert: Calamus
rotang L. und Verwandte ; hieraus engl.
raitan, dän. schwed. ndl. rotting; sp.
rota, frz. rotang, rotin 'dass.'. [MMM 46.
Devic DEt 198. JAOS XVIII, 97/99.
1725. Ar. rub':
Ein Viertel, fem. rni'a V'» der Masse
ivaiba, etwa 12 kg; hieraus mit ar. Art.
kat. sp. arroba 11,5 kg, pg. arroba
14,68 kg, Vb. sp. arrobarse 'außer sich
geraten', ec/jrt/' por arrobas 'übertreiben',
frz. arrobe "/4 quintal' [s. hier Nr. 1178],
prov. rup. Ebenso über das tk. rup
rum. rup '»/s Elle'. [DE 203. Devic
DEt 35. Eguilaz 289. ML 7345.
1726. Ar. rubb:
'Fruchtsaft, Obsthonig' [vielleicht selbst
aus dem Pers.] ; hieraus sp. rob, arrope,
kat. rop, arrdp, pg. robe, arrobe, frz. rob,
it. robbo, rob; ndl. rob, engl, rob 'Frucht-
saft mit Zucker und Honig'. [DE 204.
Devic DEt 196. Eguilaz 290. 484. ML
7346.
1727. Ar. rnh:
'Sagenhafter Vogel' [wohl über das Pers.
aus mal. ruivak 'großer Raubvogel'
Pijn 125 und MMM 47]; 'mit Bogen-
schützen besetzter Elefant oder Kamel',
auch Figur im Schachspiel; hieraus it.
rocco 'Turm im Schachspiel', Vb. arro-
care 'den König an die Stelle des Turmes
und umgekehrt setzen' [ein Verfahren,
dessen Einführung in das XVI. Jhdt.
fällt], sp. }-oque, enrocar, pg. roque, kat,
roch, frz. roc, roquer, prov. roc; engl.
7-ook, dtsch. Boche "Turm im Schach-
spiel', tochieren, rockieren. — [Nach
anderer Ableitung geht ar. ruh in der
Bedeutung 'Wagen' auf bengal. roih
zurück.] [DE 335. Devic DEt 196/198.
Eguilaz 485. ML 7366.
1728. Ar. rnkb:
'Reittier'; hieraus kat. ruc 'Esel' [viel-
leicht unter Einfluß von ar. ruh].
1729. Ar. rnmmäu:
'Granatapfel Punica granatum', Einheits-
nomen ruinmäna [so von den Arabern
nach den Römern benannt, wie ihn die
Römer nach den Puniern als malum
punicum bezeichneten]; hieraus pg.
romda, ronieira 'Granatapfel' (Frucht
und Baum). Da das Gegengewicht bei
Schnellwagen inForm einesGranatapfels
gebildet zu werden pflegte, erhielt die
Scimellwage dieBezeichnung: it.rotna7io,
Sskr. rtlpya.]
138
siz. rumanu auch 'Laufgewicht', prov.
sp. kat. pg. romana, sard. romana, frz.
roinaine, dtsch. römische Schnellwage.
(Devic DEL 196/197. Eguilaz 484/485. ML
734)9.
1730. Sskr. rüpya:
'Verarbeitetes Silber', ebenso rüpiya;
hieraus engl, rupee, frz. roiipie, dtsch.
Rupie, die Grundmünze des angloind.
Münzsystems, schon während der mu-
liammedanischen Herrschaft gebräuch-
lich. Von demselben Grundwoit kommt
russ. ruhl' , engl, roidtle, dtsch. Hubel.
[Hobson-Jobson 774/776. Gorjajew 303.
1731. Ar. rosäfa:
[Vom Vb. rasafa, s. hier Nr. 1704] Name
eines prächtigen Gartens bei Cördoba
während der arabischen Herrschaft;
hieraus sp. arrizafa 'königlicher Garten';
Besitzungen mit dem Namen Eizafa
gibt es noch in Sevilla und Granada.
[DE 203. Eguilaz ^289.
1732. Ar. ru»^:
Auch rasg [s. hier Nr. 1683], bei AVI-
CENNA 'Hand- oder Fußwurzel'; hieraus
it. rasga, mlat. der Anatomen rasceta
'Handwurzel', heutzutage wissenschaft-
lich carptis gr. Kapitöc;] genannt.
[HArHebrAn 198/201.
1733. Ar. ruzz:
'Reis Oryza sativa' [aus gr. öpuZa ZDMG
LI, 298; das gr. Wort stammt selbst
sicherlich aus dem Orient]; hieraus mit
ar. Art. sp. pg. arroz, sard. arrosu, kat.
arros 'Reis'. [DE 204. Eguilaz 200.
ML 6109 (oryza 3). Herrigs Archiv
CXXXV, 107.
1734. Hebr. sa'aqp:
'Schnappen'; hieraus it. ceffare 'schnap-
pen, haschen', ceffo 'Schnauze', siz.
acciaffari 'schnappen'; vielleicht li.gaffo
'Häscher'. [RÖNSCH in RomForsch
III, 460.
1735. Ar. sabb:
'Alaun'; hieraus mit ar. Art. sp. (alt)
axebe, enxebe,jebe, jepe 'dass.', siz. scerba
'Asche' [wenig gebräuchlich]. — Aus
sabb knbti 'ägyptischer Alaun' [zu kubti
s. hier Nr. 1222] wurde sp. mezacote
'Soda', it. tnarzacotto 'Glasur', frz. rnas-
&icot 'Bleigelb'. [DE 219. Eguilaz 312.
423. SEYBOLD in ZDMG LXVHI, 623.
ML 7677 a. GrSVociSic 245.
1736. Ar. sabag:
Auch sabag, die besondere Art glänzend
schwarzer Pechkohle, die dtsch. 'Gagat',
frz. jais, engl, jet heißt [KM II, 885:
haraz aswad 'schwarzer Schmuck'; wohl
aus pers. säbäh, ZDMG L, 613]; hieraus
mit ar. Art. sp. azabache, kat. acebeja,
pg. azeviche 'Gagat, Trauerschmuck',
sp. azabaches 'Gagatkette, die den Kin-
dern zum Schutze gegen den bösen Blick
umgehängt wird'. [DE 221. Eguilaz 315.
1737. Ar. sabaka:
'Netz' ; hieraus it. sciabica, siz. scidbicca,
sp. jabeca, jabega, kat. xabega, prov.
eisungo, frz. essaugue 'Art Netz'. [DE
352. EKuilaz 426. ZfromPh XXX, 319.
ML 7667.
1738. Ar. Sabal:
Magribinisch: 'Alse, Alose Clupea alosa
Guv.'; hieraus sp. sdbalo, frz. savalle,
pg.sayeZ'dass.', pg.savelha 'Art Anchovis'
[Constancio Dicc 876c]. [ML 7477.
1739. Kas.-tat. saban:
'Pflug' [vom Stamme saj) 'hauen,
schlagen' Vämbery TktEtWb S. 142,
Nr. 1531; also saban 'der untere feste
Teil eines Körpers, der in der Hand fest-
gehalten oder in die Erde eingeschlagen
wird'], dazu kumük. sabanci 'Ackers-
mann, Pflüger'; hieraus russ. saban
'zweiräderiger Pflug', sabanscik 'Pflüger'.
[Gorjajew 309.
1740. Ar. sabbäk:
'Kleines Schiff mit drei Masten und la-
teinischen Segeln', im Mittelmeere ge-
bräuchlich gewesen [vielleicht mit ar.
sabaka 'Netz', s. hier Nr. 1737, irgend-
wie verwandt]; hieraus mit Imäla
[ä <C e] sp. jabeque, pg. chaveco, (alt)
enxabeque 'maurisches Fischerfahrzeug',
it. sciabecco, frz. chebec 'kleines drei-
mastiges Kriegsschiff'', it. stambecco,
zambecco, frz. zambuche; dlr^ch. Schebecke
'schmales Kriegsschiff'. IDozy Oosl 28.
DE 352. Eguilaz 426. ZfromPh XXX,
318; XXXH, 44. ML 7668.
1741. Ar. sabbära:
'Aloe Aloe variegata'; hieraus aiz.gam-
mara, sard. sevada, und mit Beein-
flussung der Vokale durch das gleich-
bedeutende ar. sabira sp. zabila, zdbila,
zdbida, kat. cever 'Aloe'. — [Ableitung
von saepes ML 7496 ist also irrig].
[DE 35. WAGNER in Herrigs Archiv
CXXXV, 116.
1742. Hebr. sabbaö:
Der Ruhetag nach den sechs Wochen-
tagen; hieraus gr. ödßßaxov, lat. sab-
batum und it. sabbato, prov. sabda, sp.
pg. sdbado, [mit Einschiebung eines m
angeblich unter Einfluß von lat. septi-
mus] frz. samedi, rum. sämhätä; ähnlich
in den slav. Sprachen: VMSs.subota, serb,
subota, öech. poln. sobota, und in den
germ. Sprachen: dtsch. Samstag
[<^ Sampztag <^ Sambtac <^ Sambez-
<^ ahd. Sambaztac], mhd. sameztag. —
Die neuhebr. Aussprache sabbes ergab
jüd.-dtsch. Schabbes und russ. sabas
'Feierabend' > 'gut, fertig, genug!'.
Engl, sabbdth wird in England und
139
[Pers. säbbaü
Amerika, bes. in New-England, im
höheren Stile ähnlich für 'Sonntag' ge-
sagt, wie etwa im Dtsch. von 'ernster
Sabbathstille' gesprochen wird. — Aus
poln. sobota wird sobotka, plr. sobötki
'Feier am Tage vor St. Johannes', dazu
das Vb. sohotowac 'ausruhen, feiern'.
Aus szabas 'jüdischer Sabbath' wird poln.
szabasnik 'Art Ofen', szabasöwka 'kleiner
Leuchter', szabasowac 'feiern, d.h. nicht
arbeiten'. [KLUGE in Zeitschrift des
allgemeinen dtsch. Sprachvereins. Wis-
sensch. Beiheft Vin, 98. Karlowicz416
u. 417.
1743. Pers. §äbbüi:
'Levkoje Cheiranthus cheiri', tk. ebenso
se&&j<y [Kelekian Kämüs 719a ; aus pers.
sab 'Nacht' Horn NpEt S. 171, Nr. 775
und böi 'Geruch, Duft' ebenda S. 54,
Nr. 240]; hieraus rum. §iboui 'dass.'.
1744. Arain. saßkä:
'Holunder Sambucus'; hieraus gr. 0a|u-
ßÜKri, lat. sabacus, sambuca, frz. sam-
buque, russ. sambuk, samwik 'dass.'.
1745. Ar. sabr:
'Aloe' [s. hier Nr. 1741], ebenso tk. sabr,
sabyr [Kelekian Kämüs 755 a]; hieraus
rum. sabor, sabur; russ. sabur 'dass.'.
[Löbel EITAP 79. Gorjajew 369.
1746. Ar. sabüga:
'Maifiscii'; hieraus kat. sp. pg. saboga,
sard. saboga 'dass.'. [ML 7483. DE 338.
Eguilaz 488.
1747. Pers. säbzä:
'Gemüse' [von säbz 'grün'], ebenso tk.
sebze, dazu der auf ar. Weise gebildete
Plr. sebzetvat, vulg. zerzewat 'Gemüse';
hieraus Y\iva..zarzavat 'dass.', zarzavagiü
'Gemüsehändler'.
1748. Tk. sacak:
'Franse' [der herabhängende Teil eines
Kleides, vom Stamme sat, saö 'schleu-
dern, umherstreuen', Vämbery TktEtWb
S. 143, Nr. 1541]; hieraus rum. sägeac
'dass.'.
1749. Per.s. sädä:
Ebenso iV. sade 'einfach'; hieraus rum.
sadea 'rein, einfach'.
1750. Ar. sadaf:
'Perlmuschel', ebenso tk. sedef [Kelekian
Kämtis 758a]; hieraus rum. sidef, sedef
'dass.'; serb. sedef 'Perlmutter'.
1751. Hebr. säfal:
'Niedrig sein', nhebr. söfel 'niedrig', fig.
von Waren, der Lebenslage und der
Gesinnung gebraucht; hieraus jüd. -dtsch.
schofel 'ärmlich, erbärmlich' [z. B. beim
Fabeldichter PFEFFEL ,der schofle
Mann"], ebenso ndl. sjofel. [Ave-L IV,
475. Tendlau 176. Kluge 405.
1752. Ar. safaii:
'Was zum Glätten dient' [vom Vb. sa-
fana 'schälen']; hieraus dtsch. Safan
'weißes Fischbein Os sepiae'; nicht nur
aus der harten Rückenhaut gewisser
Fische, sondern aus Eidechsen und
Krokodilen gewonnen. [FLEISCHER in
BSGW XXI, 43.
17.Ö3. Ar. safat:
'Körbchen aus Palmblättern' [KM II,
934; Lammens Farük Nr. 1037; mit ar.
giwälik <C. pers. guwälä und kuffa
synonym; aus pers. säpäd, woraus auch
tk. sepet 'Korb'] ; hieraus sp. pg. azafate
'flache Schüssel, Tablett', kat. aqafata,
safata, sard. saffata 'Präsentierteller';
rum. sipet, sepet 'Koffer', russ. sapetka
'Korb'. [DE 222. Eguilaz 317. ML 7503.
17.54. Ar. bäflu:
[Offenbar stammverwandt mit Nr. 1752]
'Rückenarterie', augebhch wörtlich 'ver-
borgen', weil die so benannten Venen
nicht durch die Haut schimmern; nach
Avicennas Känun wurde im Latein der
Anatomen des MA. das jetzt noch ge-
brauchte Wort Vena Saphena hieraus
zur Bezeichnung oberflächlicher Venen
am Beine: Saphena magna, S. parva,
S. accessoria. — [Das Wort kommt also
nicht aus gr. aaqpriq 'deutlich'.] [HAr
HebrAn 212/215.
1755. Pers. säftälü;
'Pfirsich' [vgl. pers. älü 'Pflaume'], tk.
seftali 'dass.'; hieraus serb. seftelija,
septelija 'Pfirsich', russ. septala 'ge-
trocknete asiatische Pfirsiche'.
1756. Ar. säg:
'Holz von Tectonia grandis' [aus sskr.
säka, woraus andererseits malayäl.^efcÄ;«,
tamil. tekku wurde]; hieraus die wissen-
schaftliche Bezeichnung lignum sagali-
ntmi; aus der tam. Form wurde engl.
teak, dtsch. Teckholz und der botanische
Name Tectonia. [ZDMG L, 650. DeSacy
ChrAr 450/452. Hobson-Jobson 910/911.
1757. Hebr. säTaT:
'Hin- und herwanken, irren'; aus der
Partizipialform jüd. -dtsch. meschugge
'toll, unsinnig'.
1758. Pers. sägbän:
'Ehemaliger Soldat oder Amtsdiener, der
mit Polizeidienst betraut war' [aus säg
'Hund' Horn NpEt S. 164, Nr. 743, und
bän 'Wächter' ebenda S. 41, Nr. 176;
also 'Hundewächler', wie auch andere
Benennungen von Dienstgraden der
Janitscharen der Jagd entlehnt waren,
z. B. tu7-negi 'Kranichmann', sagarg y
'Rüdenmann'], ebenso tk. sejmen [mit
Wechsel der Labialen b > »« und Er-
weichung von g zu j wie in bej, s. hier
Nr. 282] ; hieraus rum. sehnen, plr. sei-
meni 'Söldnei'truppen'. [Löbel EITAP 84.
•Pers. äSgird.]
140
175!). Pers. säfjirrt:
'Schüler' [vgl. Horn NpEl S. ^201, Anm. 1
«ndMÜLLEH in\VZKMV,ü(i], tk. ebenso
iaffh-tl; liieraus bul^'. segar, Segir, Sa-
gertin, serb. segrt 'Lehrling'. [Mikl
yiElWb 337 b.
17G0. Tk. sa^ry:
'Kruppe oder Kreuz eines Tieres, Rücken-
baut'; hieraus frz. chagrin 'genarbtes
Leder', it. (dial. Venedig) sag) m 'Haut
des Haifisches', frz. sagre 'Haifisch', it.
zigrino 'geprefates Leder', sp. chagren
'gegerbte Pferde- oder Eselshaut' ; engL
shagreen, ndl. segrijnleer, nihd. zager,
dtsch. Chagrin. Vielleicht gehöit hier-
hin frz. chagrin 'Kummer'. [Hobson-
Jobson 818. Eguilaz 372. ML 7513.
MWiD 1 13 (wo auf die Ind. Stadt Sagar
zurückgegangen wnd; doch vgl.Kelekian
Kamas748a: sa^ry 'Kruppe' und 'Leder
daraus'),
1761. Mal. sägü:
'Mehlartiges Pflanzenmark' [Pijn ISSa;
die von Seiler DKiL IV, 332 angegebene
Bedeutung 'Brot' ist erst sekundär] aus
der Palme Metroxylon laeve Hart., die
überall im mal. Archipel und den
Philippinen, bes. aber auf den Molukken,
heimisch ist und für die Eingeborenen
dieselbe Bedeutung hat wie der Reis für
die Chinesen oder das Getreide für die
Europäer. Hieraus frz. sagou, der Baum
sagomer, sagoutier, sp. sagü; engl, sago,
dtsch. Sago; russ. sago. — [Den ersten
Sago brachte MARCO POLO i. J. 1295
nach Venedig, vgl. MP 445.] [MMM 48.
Devic DEt 2U0. Hobson-Jobsun 780/781.
17G2. Pers. sah:
'König, Herrscher' [Horn NpEt S. 170,
Nr. 772]; hieraus zur Bezeichnung des
Kaisers von Persien u.a. rum. §ah, ^ach;
russ. sah, bulg. serb. sah, öech. sach,
poln. stach; frz. chah; dtsch. Schah, engl.
shah. Aus dem beim Schachspiel üb-
lichen Ausruf: säh mät [s. hier Nr. 1443]
entstand allgemein der Name für dieses
Spiel: rum. sach, it. scacco, prov. escac,
frz. ^chec, gewöhnlich erhecs, sp. jaque
[nur im Zurufe jaque mate], pg. xaque;
ndl. schaakspel, eugl.chpss, disch. Schach,
Abschach [in Lessings Nathan II, 1];
russ. Sah, bulg. sah, cech. sach, poln.
szach; das 'Schachbrett' heißt danach
it. scacchiero, frz. Miiquier, sp. jaquel;
russ. Sahmaty; mhd. schdchzabel [< lat.
tabula], hieraus dial. Schachzagel, Schäf-
zagel [also volksetymologisch als 'Schafs-
schwanz' gedeutet, vgl. Andresen DVE
29]. Endlich wurde aus afrz. eschec zur
Bezeichnung eines 'Zahlscheins' [Vor-
schlag des Deutschen Allgemeinen
Sprachvereins] engl, check, frz. cheque.
dtsch. Scheck. Vgl. noch frz. dchec 'Miß-
erfolg, Schlappe'. — [Das Wort Schach
suchte als urgermanisch zu erweisen
M. MAY in Zeitschrift des Dtsch. Allg.
Sprachvereins (1895) X: Entgegnung.
Zum 5. Hefte. S. 1/4 ] [DE 352. Eguilaz
391. Kluge 4. 382. ML 7669. Gor-
jajew 419.
1763. Hebr. sähar:
'Im Lande umherziehen', nhebr. 'als
Händler herumziehen, hausieren'; hieraus
jüd.-dtsch. schachern 'geringfügige Gegen-
stände vorteilhaft eintauschen', dann
verallgemeinert 'handeln', Schacherjude
'ein solcher Händler'; ebenso ndl. scha-
cheren, schacheraar [Lenz, Der Jude
im Handel und Wandel. Münster 1894.
S. 12. Kluge 382.
1764. Pers. säüiu:
'Falke Falco peregrinus' [aus pers. sah
'König', s. hier Nr. 1762, also wörtlich
'der königliche' sc. Vogel], ebenso tk.;
hieraus bulg. sahin 'Falke'; rum. §oim
'dass.', fig. 'kühner Mensch'.
1765. Ar. sahn:
'Grofser Becher, Trinkschale', tk. sahan
'Teller'; hieraus rum. sahan 'tiefer Teller,
Schüssel' ; bulg. serb. sahan, poln. sagan
'Kochkessel', russ. (dial.) sagan 'große
Schüssel'. [Gorjajew 309. Mikl SlEtWb
287 a.
1766. Ar. sahrä':
'Wüste'; hieraus pg. safnra, gafara
'steiniges Gelände', pg. safaro, sp. za-
hareno 'störrisch, schwierig zu zähmen'
(vom Falken gesagt); frz. le sahara,
dtsch. «Samara 'die große nordafrikanische
Wüste'. [RomForsch IV, 365. DE 338.
Eguilaz 488 (teils andere Ableitungen).
ML 7517.
1767. Ar. sahrig:
'Teich' [aus gr. öOpiY^]; hieraus sp. ^a-
fareche, kul.safareig 'dass.', pa;. chafariz
'Springbrunnen' [Constancio Dicc 248c].
[DE 3.58/.3.59. Eguilaz 518.
1768. Pers. sähtürä:
'Fumaria officinalis Erdrauch' [aus pers.
säh, s. hier Nr. 1762, und tär 'feucht,
frisch, zart' Horn NpEt S. 85, Nr. 382],
ebenso tk. sahtere, sahtere [Kelekian
Kämüs 717a]; hieraus rum. safterea,
saftirea 'dass.'.
1769. Pers. sälitijän:
'Ziegenleder' [aus pers. säht 'hart, fest'
Horn NpEt S. 160, Nr. 723], ebenso tk.
sahtjan; hieraus rum. saftian, safian;
bulg. sajitijan, russ. safjan, poln. safjan ;
dtsch. Saffian. — [Das Wort bat mit der
ar. Stadt Scfl an der atlantischen Küste
nichts zu tun.] [Gorjajew 312. Mikl
SlEtWb 287 a. Sain 57. MWiD 95/96.
141
[Ar. sai'.
1770. Ar. sai':
'Ding, Sache'; so bezeichneten die ara-
bischen Mathematiker die Unbekannte
[vgl. die Definition bei F. Woepcke,
L'algöbred'Omar alkhayyäml. Paris 1851.
S. 4, Z. 14/15] und verwandten die Ab-
kürzung s, die von den Spaniern durch
X wiedergegeben wurde, da dieser Buch-
stabe im älteren Spanisch so aus-
gesprofhen wurde [vgl. Adolf Zauner,
Altspanisches Elementarbuch. ^. Heidel-
berg 19^1. S. 4ö, § 66]; daher wird die
unbekannte Größe in der Algebra mit
X bezeichnet [Etymologie von DE LA-
GARDE; neuerliche Anzweifelung ist
lautlich und historisch unberechtigt], —
Zu ar. saP gehört das dem. vulg. suaije,
suwaije; hieraus pg. chuS, xuS 'mager,
schlecht gekleidet'. [DE 254/"i55. Eguilaz
377.
1771. Ar. sä'id:
'Oberarm'; hieraus der Sternname
Scheut ß Pegasi. [Ideler Sternu 117.
1772. Ar. sä'id:
'Jagend, Jäger' [Part, praes. act. I. des
Vbs.fäcZa 'jagen, fischen'], auch 'fischend,
Fischer', fem. sä^ida; hieraus sp. zaida
'ein kleiner Kranich oder Reiher'. [ÜE
362. Eeruilaz 522.
1773. Ar. saifa:
'Sommer', dazu sä''ifa [ebenso von säfa
'im Sommer tuen' gebildet wie Nr. 1772
von säda] 'Heereszug während des
Sommers'; hieraus sp. acefa, pg. aceifa
'Erntezeit', Vb. ceifar 'ernten', sp. aceifa
'Sarazenenzug im Frühjahr'. [DE 34.
Eguilaz 18. ML 1799.
1774. Tk. saiga:
'Eine Antilope Antilope saiga Wagn. =
Colus tataricus Forst.'; hieraus russ.
saiga 'Antilope', saigak 'wilde Steppen-
ziege', bulg. saiga, poln. saiga, cech.
sajha; dtsch. Saigaantilope; frz. saiga.
1775. Ar. saili:
'Greis, Alter, Stammesoberhaupt' [vom
Vb. säha 'weiß oder alt sein']; hieraus
zur Bezeichnung der Beduinenhäuptlinge
sp. jeqiie, pg. xeque, frz. cheik, scheik;
dtsch. Scheich, engl, sheikh.
1776. Ar. sä'is:
'Reitknecht, Pferdewärter' [vomVb.säsa
'beherrschen, vorstehen', vgl. z. R. si-
jäsa 'Politik'; verwandt hiermit ist hebr.
SMS, aram. süsjä 'Pferd', also nach der
Lenkung oder Wartung bezeichnet wie
lat. jumentum nach dem Schirren, lat.
iungo; dagegen sind sskr. acvas, pers.
äsp aus dem Begriff der Schnelligkeit
entstanden und haben hiermit nichts zu
tun], ebenso tk. seis [Kelekian Kämüs
661 b], bes. auch 'Vorläufer', der vor dem
Wagen mit Stöcken die Fußgänger bei-
seite treibt; hieraus rum. seiz 'Reit-
knecht, Piqueur'.
1777. Pers. sä'i>häuä:
'Paekpferd, auf welches der Pferde-
knecht steigt' [aus ar. sfl'ts, s. hier
Nr. 1776, und pers. Mnä, s. hier Nr. 809],
ebenso tk. seissana, vulg. seksane 'Reise-
gepäck eines Fürsten' [üelekian KämOs
661 b]; hieraus rum. sacsana 'Last,
Bürde'.
1778. Tk. saja:
'Erheber der Schafsteuer' [vom Stamme
saTf, sag, saj 'zählen' Vämbery TktEtWb
S. 139, Nr. 150], saja cokasij 'eine Art
dicken Tuches'; hieraus rum. saia
'Sersche, dicker Wollstoff, bes. für
Mönchskutten', saiac 'dass.', saielu^ä,
it. saia, saio 'Wams, Soldatenmantel';
bulg. serb. saja 'Art Kleid'. [Sain 70.
Mikl SlEtWb 287 a.
1779. Pers. säjü:
'Schatten, Schutz' [Horn NpEt S. 154,
Nr. 695], ebenso tk. saje [aus 'schattiger
Ort' wird 'Hof, Stall']; hieraus rum. saia
'Stall', saigiü 'Stall-, Pferdeknecht'. Aus
pers. säjäbän 'Schattenwächter > Bal-
dachin, Schutzdach', tk. sajwan wurde
poln. sejwan 'eine Art Zelt'.
1780. Tk. sajka:
'Barke', von einer Form, wie sie im
XVII. und XVHI.Jhdt. von Türken und
Giiechen viel benutzt wurde; hieraus
bulg. serb. sajka, klruss. cajka 'Barke',
russ. saika 'Barke, hölzernes Wasser-
geschirr', serb. siki 'Waschtrog'; rum.
saicä 'tk. Barke'; ndl. saiek 'dass.'.
[Mikl SlEtWb 336 b.
1781. Hebr. sak:
'Hüflenschurz, grobes Gewand', auch
phöniz. sak [wohl aus ass. sakku 'Sack;
Büßergewand', ZAkkFW 67]; hieraus
gr. adKKO«;, lat. Saccus und die roman.
Formen it. sacco, sard. saccu, prov. frz.
kat. sac, sp. saco, pg. sacco, rum. sac;
engl, sack, ndl. zak, dtsch. Sack, dem.
engl, satchel. dtsch. Säckel 'Geldbeutel';
russ. sak 'Erdsack zum Schutz gegen
Kugeln, Netz', sakwa 'Fultersack der
Kavalleristen', prosak 'Seilerhahn', poln.
sak, sakwy 'Quersack', in der ursprüng-
lichen biblischen Bedeutung russ. sakkos,
bulg. serb. saA-os 'Pluviale, Oberkleid der
Bischöfe'. In fig. Bedeutung wird sp.
saqiiear, it. saccheggiare, frz. sacrager
'plündern'; dtsch. Sackmann 'Räuber'
[vgl. die gefürchteten Straßenräuber
Konstantinopels, ciaraldar, d. h. 'Sack-
männer', die ihre Opfer in Säcken in
den Bosporus warfen]; it. saccomanno
'Troßknechl; Plünderung', sp. sacomano
'Plünderung'. [IMi kl SlEtWb 287 b. ML
7459. 7490.
Ar. säk.]
142
1782. Ar. säk:
'Baumstamm' [KM II, 992, Z. 7], plr.
sük ; hieraus siz. zuvcii, it. zocco, sp. zoca,
kat. soca, mlat. socciis 'unterer Teil der
Baumstämme'. — [Begrifllich jedenfalls
besser passend als lat. soccus 'niederer,
leichter Schuh' StGllt I, 157.] [GrSVoci
Sic 251. Dagegen Fausto LASINIO in
GS AI III, 147.
1883. Ar. säka:
'Im Todeskampfe liegen' [KM II, 991,
Z. 3 V. u.], dazu subst. Infin. satik;
hieraus siz. assaccu, assacuni 'Todes-
kampf, assaccari 'Röcheln der Ster-
benden'. [GrSVociSic 227.
1784. Ar. säka:
'Nachtrab, Nachhut' [von der gleichen
Wurzel wie Nr. 1783; KM II, 992, Z. 13];
hieraus kat. sp. pg. zaga 'Nachhut, hin-
terer Teil einer Sache' [jetzt sp. gewöhn-
lich rezaga 'Nachtrab'], kat. pg. saga
'Nachhut in der ;ilten Miliz' [Constancio
Dicc 867 b], sp. d la zaga 'hinterher'.
[DE 359. Eguilaz 518/519.
1785. Ar. sakä':
'Krankheit, Unpäßlichkeit' [synonym mit
mard, KM II, 1067, Z. 14]; hieraus sp.
pg. achaque 'Kränklichkeit, Schwäche,
Fehler', auch 'Entschuldigung, heimliche
Anklage', kat. atxaque, xaquia 'dass.',
it. acf-iacco 'Leibesbeschwerde; Be-
schimpfung', dazu die Vba. sp. pg. achacar
'anklagen', it. acciaccare 'schwächen'.
[DE 35. Eguilaz 28/29. ML 7670 und
7671 (die natürlich zusammengehören,
da das zuletzt angeführte ar. Wort sakar
'anklagen' nicht existiert).
1786. Ar. sakana:
'Wohnen'; hieraus siz. zAccanu 'Um-
zäunung, in die die Hirten abends ihre
Herden füliren'. [GrSVociSic 249.
1787. Hebr. säxar:
'Sich berauschen'; hierzu a) lexar* 'ein
aus Obst und Honig hergestelltes be-
rauschendes Getränk bei den Hebräern';
hieraus gr. oiKepa, lat. sicera, it. sidro
'Obstwein', cidro 'dass.', rum. p'ghir;
frz. cidre, sp. cidro 'Apfelwein'; dtsch.
Cider, ndl. engl, cider;
b) iikkör 'betrunken'; hieraus jüd.-
dtsch. schicker 'betrunken, toll', an-
geschickert, heschickert 'betrunken' [Lenz
Eindr 12].
1788. Hebr. säkar:
'Schminken', dazu pi'el s7Z:J;er 'täuschen,
lügen', 5eÄ-gr 'Lüge' ; hieraus jüd. -dtsch.
Schakren 'Lügner', dtsch. Schäker
'Mensch, der Scherz treibt', Yh. schäkern.
[Kluge 383. O.WEISE inZfdWfV,255
(dagegen, aber wohl zu Unrecht).
1789. Hebr. säkas!
'Ekel empHnden', dazu pi'el sikkes 'ver-
unreinigen', hierzu fem. sikkeza, nhbr.
äiktsö 'die Unreine', ursprünglich zur
Bezeichnung eines christlichen Mäd-
chens, bes. eines Dienstmädchens: jüd.-
dtsch. Schicksei. Jetzt wird der Aus-
druck gerade umgekehrt als landläufige
Bezeichnung eines jüdischen Mädchens
benutzt. [Ave-L IV, 477. Kluge 390.
MWiD 47.
1790. Ar. sakf:
'Dach'; aus sakf fv's-sama' 'Dach am
Himmel' wurde mit Imäla [ä > e ^ »]
sp. zaquizami 'Rumpelkammer, kleine
elende Bude'. [DE 365. Eguilaz 526.
1791. Ar. säkija:
'Bewässerungsgraben, -kanal'; hieraus
mit ar. Art. und Imäla [ä > e] sp. pg.
acequia, pg. azequia; kat. cequia, ciquia,
siz. saya, sayuni 'Wassergraben, Be-
wässerungskanal'. [DE 34. Eguilaz 24/25.
ML 7594.
1792. Ar. sakika:
'Eine Seite des Kopfes' [vom Vb. sakka
'spalten'], 'einseitiges Kopfweh'; hieraus
sp. jaqueca, pg. xaqueca, enxaqueca
'dass., Migräne'. [DE 217. Eguilaz 512.
ML 7673.
1793. Ar. sakima:
'Halfter' ; hieraas sp. jäquima, pg. xd-
quema [Constancio Dicc 974a] 'dass.'.
[DE 353. Eguilaz 512.
1794. Pers. säkirlät:
'Mit Kermes oder Cochenille rot gefärbtes
Kleid' [aus ar. siklät > dtsch. Siklat,
'schwerer farbiger Seidenstoö', das selbst
aus lat. cyclas. gr. KUKXdi; stammt],
hieraus mlat. scarlatum 'Scharlach als
Stoß', it. scarlatto, afrz. escarlate, nfrz.
icarlate, sp. pg. escarlata ; engl, scarlet,
mhd. scharlät, ndl. scharlaken [mit An-
lehnung an laken 'Tuch'], dtsch. Schar-
lach; das letztere Wort auch zur Be-
zeichnung einer Krankheit, ebenso frz.
fihre scarlatine, russ. skarlatina, poln.
szkarlatyna, cech. Sarlatina. [Eguilaz
391. ML 7661. Gorjajew 322.
1795. Ar. sakk:
'Zweifel, Schwierigkeit', vulg. mit Art.
es-sekk; hieraus sp. (alt) enjeco, pg. en-
xeco 'Schwierigkeit, Schaden, Strafe'.
[DE 261. Eguilaz 390. ML 7686.
1796. Ar. sakkä':
'Wasserträger', ebenso tk. ['der gegen
Lohn Wasser transportiert' im Gegen-
satze zum sugu, sngy 'der auf eigene
Rechnung mit Wasser hausieren geht',
vgl. MO XVII, 142, Nr. 7]; hieraus mit
ar. Art. sp. azacdn 'Wasserträger; Ecken-
steher' [Dicc Gast 295bl, pg. oQacal
'Wasserträger und -Verkäufer'; rum.
saca 'Wasserkarren, -faß der Wasser-
143
[Ar. sakkat.
träger', sacagiu 'Wasserträger']. [DE
221/222. Eguilaz315. Löbel EITAP 79.
1797. Ar. sakkät:
'Althändler, Trödler'; aus sük as-
»akkätln 'Markt der Trödler' wurde sp.
zacatin 'Plätzchen oder Straße, wo Tröd-
ler wohnen', 'kleiner Platz', siz. zügatu
'Delikatessenhandlung; Ort von zweifel-
haftem Rufe'. [DE 356/358. Eguilaz
517. GrSVodSic 250.
1798. Tk. saklii:
[Vom Stamme jak, sak 'recht, wach;
wach sein, beobachten, hüten' Vämbery
TktEtWb S. 1 1 1, Nr. 122], Infin. saklamak
'verbergen, bewahren, schützen'; hieraus
russ. saklja 'Hütte der Bewohner im
Kaukasus'.
1799. Ar. sakr:
'Jagdfalke Falco sacer'; hieraus mlat.
sacer [die Form dieses Wortes ist viel-
leicht in Anlehnung an gr. lepal <^ iepö?
gewählt worden], mgr. odKpe, kat. sp.
pg. sacre, frz. sacre, it. sncro, pg. gafaro
'Falke'; dtsch. Sackerfalk, engl, saker,
sacre; russ. sokol, klruss. poln. sokol,
öech. sokol, serb. soko, bulg. soA-o^ 'Falke'.
— Die Jagd mit Falken erlebte im MA
im feudalen Europa eine hohe Blüte,
schrieb doch FRIEDRICH II. sogar ein
Buch de arte venandi cum avibus. Von
Deutschland und Byzanz verbreitete sich
dieser Sport zunächst in das östliche
Europa und dann bei den Völkern Asiens,
bes. an den mittelasiatischen Höfen und
bei den Nomaden der Steppe und den
Beduinen der Wüste. Bei den letzteren
ist sie in manchen Gegenden noch
heutigen Tages eine eifrig betriebene
Beschäftigung. [DE 33S. Eguilaz 488.
Suohlati, Die dtsch. Vogelnamen. Straß-
burg 1909. S. 333/334.
1800. Tk. saksy:
'Blumentopf, Porzellan vase' [Kel6kian
Kämüs 659a, mit Abbildung]; hieraus
rum. sacsie 'Blumentopf.
1801. Tk. sakyz:
'Mastix Pistacia lentiscus' |K616kian
KämOs 658 b]; hieraus rum.sadz 'dass.';
saciz de vioarä 'Kolophonium'.
1802. Pers. säl:
'Umschlagetuch' [ursprünglich wohl ein
Eigenname, denn IBN BATTÜTA spricht
IV, 109 von einer Stadt Säliät in Indien,
in der die Stoffe gemacht werden, die
ihren Namen tragen]; hieraus eT\g\.shawl,
ndl. sjaal, dtsch. Schal; russ. sal', bulg.
serb. sal, öech. Sdl, poln. szal; rum. ^al,
frz. chäle, kat. xal, sp. chal, per. xal,
chale, it. scialle. [Devic DEt 90. Eguilaz
372. 542.
1803. Ar. saläm:
'Gruß; Friede', bes. im Gruße as-saläm
'alaik 'der Friede sei mit dir!'; hieraus
sp. kat. zalema 'tiefer Bückling', sp. za-
lamerin 'Schmeichelei', zalamero 'Krie-
cher' sowie sp. zalamele [Dicc Gast
1989c| 'übertriebene Höflichkeit', siz.
salamilicchi, frz. salamalec, rum. sala-
malec 'dass., kriecherischer Gruß'. [DE
362. Devic DEt 200. GrSVociSic 244.
Eguilaz 522.
1804. Hebr. sälacp:
'Herausziehen'; hieraus jüd. -dtsch.
Schleef, Schalef 'ungeschliffener junger
Mann, Soldat' [nach Ave-L IV, 595 mit
der Grundbedeutung 'lang aufgeschos-
sener Bursche', aber wohl besser nach
Tendlau 72 mit Erinnerung an das
Zücken oder Ausziehen des Schwertes
wie Richter 8,10].
1805. Tk. salas:
'Behelfsmäßig eingerichteter Laden zum
Verkauf von Obst'; hieraus rum. säla^
'Wohnung, Quartier', serb. sala, bulg.
SalaS, Cech. saldS 'Villa', poln. sala.^z,
szalasz, russ. ialas 'Hütte oder Zelt aus
Zweigen oder Stroh'. [Gorjajew 418.
Mikl SlEtWb 287 b.
1806. Ar. saiät:
'Gebet'; hieraus sp. azalä 'Gebet der
Muslimen', azalato 'Andacht'. [DE 224.
Eguilaz 318.
1807. Pers. sälhhänä:
'Schlachthaus' [aus ar. salh, subst. Infin.
zu salaha 'abhäuten, schinden' und pers.
Mnä 'Haus', s. hier Nr. 809], ebenso tk.
salhane; hieraus bulg. salhana; rum.
zalhana, zahana 'Schlachthaus', zalha-
nagiü.
1808. Ar. salib:
'Kreuz'; hieraus vielleicht a) siz. scia-
libbia, scialibbisi 'Vergnügen, Festlich-
keit' [Tag, an dem man das Kreuz fei-
ert ¥] und b) .siz. salibba 'Wasserfurche',
nsalibbatu 'i)earbeitetes Gebäude mit ge-
neigten Stufen'. [GrSVoci 244 und 245.
1809. Tk. salkyin:
'Traube' [eigentlich 'das Herabhängende'
vom Stamme aal 'hin- und herbewegen,
schütteln, schwanken' Vämbery TktEtWb
S. 141, Nr. 152 IJ, und «war ak salJcym
['weiße Traube'] Robinia pseudacacia,
sary salkym ['gelbe Traube'] Cystisus
laburnum ; hieraus rum. salclm 'Akazie;
Schotendorn'.
1810. Ar. Säm:
'Syrien', auch Bezeichnung der .syrischen
Hauptstadt Dimisk as-Säm [s. hier Nr.
476], dazu Adj. tk. Samhj 'aus Syrien
stammend, Art Seide' ; hieraus rum. sa-
malagea 'Seidenstoff' [vgl. auch ar. siXml
Hebr. aämal.]
144
'hellgelber Stoff, mit dunkelfarbiger Sei-
de durchwebt']. [Löbel EITAP 82.
1811. Hebr. säiiial :
'Verhüllen'; hieraus jüd-dtsch. beschum-
meln 'betrügen' [eigentlich durch Ver-
hüllung des wahren Wertes einer Ware].
— [Nach Kluge 48 dagegen mit jüd.
Schmid <^ Samuel, hebr. semöi'el ver-
wandt; nach SCHRÖDER in GRM III,
175 germ. 'dem Baume die Sclmmmel,
d. h. die Rinde, abziehen, enthäuten';
beide Ableitungen weniger wahrschein-
lich.]
1812. Tk. saiiiau:
'Stroh', dazu samany 'strohfarben'; hier-
aus rum. samaniü 'strohgelb'.
1813. Hebr. sämar:
'Bewachen', hierzu nhebr. semirä
'Wache'; hieraus jüd.-dtsch. Schmiere
'Wache während des Diebstahls', Vb.
Schmiere stehen.
1814. Ar, saiind :
'Mehlblüle, feinstes Mehl' [aus gr.
aeiiibaXiq ZDMG LI, 298], ebenso tk.
simit 'Brezel'; hieraus rum. simit 'Bre-
zel', simigiü 'Brezelbäcker' ; serb. simit
'Brezel'; mit ar. Art. sp. acemite 'Mehl-
blüte'.
1815. Ar. samis:
'Stelle, wo die Sonne hinscheint' [von
sams, s. hier Nr. 1816]; hieraus mit ar.
Art. sp. ajimenez 'sonniger Ort, Söller'.
1816. Ar. sauis:
'Sonne', eine Ableitung hieraus ist siz.
assammarari 'die Wäsche einweichen'
[ursprünglich: sie der Sonne aussetzen].
— Ar. simäsa, im Magrib und in Spanien
mit Imäla siinesa gesprochen: 'Fenster';
hieraus mit ar. Art. sp. ajimiz 'Fenster
mit Doppelbogen, der in der Mitte durch
eine Säule gestützt wird' [in Andalusien].
[GrSVociSic 227. DE 219/220. Egui-
laz 77/78.
1817. Sskr. sanskrta:
Sc. bhäsha 'vollkommene' [nämlich
'Sprache'; von sanskr 'gut oder genü-
gend kochen', vgl. JRAS 1905, 353 f];
hieraus der Name der klassischen Spra-
che des alten Indiens, Sanskrit, im Ge-
gensatz zu der späteren Entwicklung,
dem Prakrit, aus präkrta 'natürlich, ver-
unfeinert'! [Hobson-Jobson 792/793.
1818. Ar. samt:
'Weg, rechter; Richtung', plr. sumüt,
simüt; hieraus mit ar. Art. it. azimut,
azimutto, frz. azimut; dtsch. Azimut
[oder meistens mit grundlos angefügtem
h:] Azimuth, engl, azimuth 'Bogen eines
Scheitelkreises'. — Aus samt ar-ru'üs
'Richtung der Köpfe' oder kurz as-samt
wurde mit Verschreibung von m zu ni
it. zenit, frz. engl. ndl. zenith, dtsch. Ze-
nit oder Zenith 'Scheitelpunkt' im Ge-
gensatz zu Nadir [s. hier Nr. 1565).
[Devic DEt 54. NALLINO in RSO VIII
(1919), 3(19 ff.
1819. Ar. samüm:
Name des äg. Wüstenwindes, aus ar.
simm 'Gift'. Während das Wort an Ort
und Stelle ungebräuchlich und durch
hamsin [s. hier Nr. 807] ersetzt ist, ist
es in alle europäischen Sprachen als
Fremdwort übergegangen : dtsch. Samum ;
frz. simoun.
1820. Tk. samnr:
'Zobel Maries zibellina'; hieraus rum.
samur 'dass.'; wahrscheinlich auch it.
cimarra, frz. simarre 'Schleppkleid der
Damen' [ursprünglich mit Pelz verbrämt,
wie noch jetzt :] sp. zamarra 'Pelzjacke'.
— [Diese Etymologie ist m. E. wahr-
scheinlicher als die übliche aus lat. syr-
ma, gr. aupina 'Schleppkleid, das zur Er-
höhung der Gestalt auf der Bühne ge-
tragen wurde'.]
1821. Tk. sau:
'Zahl' [vom Stamme sak, sag, san 'zäh-
len' Vämbery TktEtWb S. 139, Nr. 150];
hieraus bulg. sa?i 'Würde, Ehrenstelle',
russ. san 'Rang, AVürde'. Dazu das tk.
Vb. sanmak 'zählen, rechnen', part. nar-
rativi sanmys 'einer der gerechnet hat';
hieraus rum. sameq 'Kassenvervvalter'.
1822. Ar. sanä:
'Senesstaude Cassia oSicinalis', mit Imäla
[ä > e] sene' gesprochen; hieraus sp.
sen, senes, sena, pg. sene, senne, frz.
sene, it. sena, senna; ndl. seneblad, senne-
hlad, sene-, senilbonni, engl, senna,
dtsch. Sennesblatt oder -bäum. Im Tk.
wird neben sena noch sena-meki [Kele-
kian Kämüs 693a mit Abbildung; ei-
gentlich ar. Sana' niakkl 'mekkanischer
Sennes'] gebraucht; hieraus rum. sena-
mechi, senamichie 'Sennesstrauch'. [DE
340. Eguilaz 492. ML 7815.
1823. Ar. sanad:
'Stütze' [und zwar durch Zeugen oder
Gewährsmänner], tk. sened 'Dokumente,
Akten'; hieraus rum. sinet 'Dokument,
Vertrag'.
1824. Ar. sanbfik:
Auch sunbak [so in KM II, 972, Z. 1 :
zaurak saglr 'kleines B'>ot'], eine be-
sondere Art kleiner Fahrzeuge, die bes.
an der arabischen Küste üblich sind;
hieraus engl, sambook, dtsch. Sambuk,
pg. zambuco. — „Die Barken, von den
Arabern Sembuk genannt, sind kleine
Baggelows von 80 bis 180 Tonnen Ge-
halt. Während sie nach vorn in einen
spitzen Schiffsschnabel auslaufen, ist
das Hinterteil des Schiffes unverhältnis-
mäßig breit und hoch über dem Was-
145
[Ar. sandal.
ser erhoben, um das Gegengewicht zu
bilden gegen das dreieckige kolossale
Segel, welches an der Spitze des Mast-
baumes in einer Ausdehnung angebracht
ist, daß oftmals die Breite der Yard-
stangen die Länge des ganzen Schiffes
übertrifft." Freiher von Neimans, Das
rote Meer und die Küstenländer in ZD
MG XII, 420. Eine weitere Beschrei-
bung s. Charles Didier, Ein Aufenthalt
bei dem Groß-Scherif von Mekka. Au-
toris. dtsch. Ausgabe von Helene Lobe-
dan. Leipzig 1862. S. 117/118.
182.5. Ar. saudal:
'Indisches Farbholz' [aus pers. cändäl
<^ sskr. candana]; hieraus gr. öavbd\iov
'Holz von Pterocarpus sanlalina L.'.
It. sändalo, frz. sandale, bois de sandal,
sp. pg. sändalo; russ. sandal; engl, san-
dal, sandle, sanders, dtsch. Sandel(holz) .
[DE 339. Hobson-Jobson 789/790.
1826. Ar. saiidük:
Auch simdük [^m. \\, 1161, Z. 6 v. u.]
'Truhe, Kasten, Koffer' [wie der Gegen-
stand ist auch das Wort wahrscheinlich
ind. Ursprungs : ZDMG L, 651 ; noch jetzt
wird dieses Kernmöbel des kleinen ar.
Haushalts von Indien nach Südarabien
eingeführt; vgl. auch HÜBSCHMANN in
ZDMG XLVI, 267, Nr. 69], tk. ebenso
sandyk 'Kasten, Koffer'; hieraus rum.
sunduc 'Koffer'; bulg. Shudhk, serb. san-
duk, klruss. sunduk, russ. sunduk 'Kas-
ten, Koffer'. [Gorjajew354. MiklSlEtWb
288 a.
1827. Pers. sängärf:
'Mennig, Zinnober', hieraus ar. zingafr,
zungufr 'dass.' [KM II, 865], ebenso tk.
zingifre. Aus hieraus entstandenem gr.
TiYTÖßapi, Kivvdßapi, lat. cinnäbaris
wurde: it. cinabro, frz. cinabre, sp. pg.
cinabrio [Constancio Dicc 260 c], rum.
chinovar; engl, cinnabar, dtsch. Zinno-
ber, schwed. cinnober; russ. kinowar,
poln. cynober, cech. cinobr, serb. cinober,
bulg. kinowar.
1828. Ar. sanifa:
'Saum des Kleides' [KM II, 1163, Z. 6
v. u.]; hieraus mit oder ohne ar. Art.
sp. azanefa, zanefa, pg. sanefa 'Bett-
oder Türvorhang', siz. zinefra 'Bordüre,
Franse; Tür Vorhang, der als Schmuck
vom Türrahmen herabhängt'. [DE 224.
Eguilaz 319. GrSVociSic 251. ML 1.587.
1829. Ar. säiiija:
'Großer Schöpfeimer' [part. praes. act.
des Vbs. sanä 'schöpfen', fem. 'die
Schöpfende'] ; hieraus mit Imäla [ä, > e]
teils mit, teils ohne ar. Art. sp. acena
'Wassermühle', kat. cenia, sinia, pg.
acenha, azena, assania; it. (dial. Kala-
brien) sena, siz. senia 'Schöpfwerk, um
Lokotsch, Etyra olog . Wörterbuch .
mit mehreren Eimern an einem Bande
Wasser aus dem Brunnen zu ziehen'
[= noria, s. hier Nr. 1561]. [DE 33/34.
Eguilaz 24. ML 7582.
1830. Sskr. saiiiprija:
Ein Edelstein, der dem Diamanten an
Härte nahesteht; hieraus aram. sampir,
hebr. sapplr, ar. saflr; aus dem Semi-
tischen wurde gr. ödtT9eipoi;, lat. saj)-
phirus und die europäischen Formen
hz. Saphir, \i. zafßro; russ. sanfir; engl.
sapphire, dtsch. Saphir. — [Der Name
des bekaimten humoristisch-satirischen
Schriftstellers Mor. SAPHIR ( 1 795— 1 858)
kommt nicht hiervon, sondern ist hebr.
söcper 'Schreiber' zu secper 'Buch'.]
1831. Sskr. sankha:
Ebenso bind, sankh 'Muschel'; hieraus
angloind. engl, chank, chunk 'eine große
Art Muscheln, Turbinella rapa', die von
den Hindus sehr geschätzt, als Tempel-
horn oder in Stücken geschnitten als
Armband oder anderer Schmuck benutzt
oder zu Opferungen verwandt wird. Be-
sondei's im Golf von Manaar wird die
Fischerei nach dieser Muschel, die frü-
her wie die Perlenfischerei Regierungs-
monopol war, beirieben. Abnorme For-
men mit der Spiralöffnung nach rechts
wurden bis zu 100000 Rupien geschätzt.
[Hobson-Jobson 184/185.
1832. Tk. sauki:
Konjunktion 'als wenn' [aus san, Imper.
'zähle!', s. hier Nr. 1821, und der Kon-
junktion ki 'daß']; hieraus rum. sanche
'sozusagen, von sich aus'.
1833. Ar. saunäg':
'Kastagnettenschläger' [KM II, 1160, Z.
1 V. u.; aus pers. cänk], auch schon
vulg. 'Korb'; hieraus sp. cenacho, kat.
sma« 'Obstkorb'. [DE 251. Eguilaz 368.
ML 1601.
1834. Chin. sau-pan :
'Drei Bretter', wahrscheinlich Grund-
wort zu engl, sanpan, sanipan 'kleines
Brot', im ganzen östlichen Asien ver-
breitet. Frz. tamban aus dem entspre-
chenden anamilischen Worte. (Hobson-
Jobson 789.
1835. Siames. sa-pek:
Eine Münze in Tungking im Werte
eines halben Pfennigs [also etwa dass.
wie ein cash, s. hier Nr. 1102], eine
flache runde Kupfermünze, die, mit
einem viereckigen Loche versehen, auf
Schnüren gereiht wird und die einzige
Verkehrsmünze Chinas bildet; so wird
sie schon von arabischen Reisenden
zur Zeit Karls des Großen beschrieben.
Frz. sap&que, dtsch. Sapeke. [Hirth
ChinFW 199/^
10
Pers. säpsär.]
146
1836. Pers. säpsür:
[Wohl vom Vb. supärdän 'anvertrauen,
übergeben' Horn NpEt S. 154, Nr. ü97
und -sär 'Kopf ebenda S. 153, Nr. 690],
hieraus ar. simsär [ZDMG L, 643] 'Ver-
mittler, Makler' und it. Sensale, frz. cen-
sal 'levantischer Vermittler'; über tk.
symsar 'dass.' wurde rum. samsar 'Mak-
ler, serb. samsar 'dass.'.
1837. Ar. sa'rä':
'Distel; mit Büschen bewachsener, also
unbebauter Ort'; hieraus siz. sciara
'mit Lava bedecktes, daher unbebautes
Gelände' [Provinz Catauia], sp. jara
'wilder Rosmarin, kretische Ciste', pg.
jcara 'dass.', Ableitung sp. jaral, pg.
xa7-al 'mit jara bewachsener Ort'. [Gr
SVociSic 245. DE 353. Eguilaz 430.
ML 7674.
1838. Ar. saräb:
'Trank' [Vb. sariba 'trinken'], hieraus
mlat. siröpus, sirüpus, it. sciroppo, si-
roppo, frz. sirop, syrop, prov. isarop,
kat. aixarop, sp. jnrope, pg. xarope,
enxarope, rum. sirop, sirup; ndl. siroop,
stroop [in Südhmburg dial. sroep, vgL
GRM V, 171], dtsch. Sirup, engl, syrop,
syrup; russ. sirop, serb. sirup, äech.
syrup, poln. syrop. — Aus der gleich-
bedeutenden ar. Form surba, sarba
wurde zur Bezeichnung eines kühlenden
Trankes über tk. serbet 'Kühltrank' it.
sorbetto 'süßes Fruchteis' [mit Einwir-
kung von it. sorbire 'schlürfen'], frz.
Sorbet, sp. sorbete, pg, sorvete, rum. ger-
bet 'dicker Obstsaft'; ndl. sorbet, engl.
sherbet, shrub, dtsch. Sorbet, Scherbet
'ein aus Wasser, zerstoßenen Rosinen,
Zucker, Zitronensaft, Ambra und ähn-
lichen Zutaten gemischter Kühltrank'.
[DE 218 und 417. Eguilaz 495 und 513.
ML 7675 und 7711.
1839. Ar. sarabba:
'Grasreicher, aber baumloser Ort' (KM II,
1023, Z. 6 V. u.); hieraus siz. sciarabba
'Ufer eines Flusses'. [GrSVociSic 245.
1840. Ar. sarafa:
'Galerie, Geländer'; hieraus sp. ajarafe
'dass.; Gemarkung, höher gelegener Teil
einer Stadl', bes. Aljarafe de Sevilla.
[DE 218. Eguilaz 73/74.
1841. Pers. särähur:
'Stallknecht' [eigentlich 'Stallvorstand'
aus pers. sär 'Kopf Horn NpEt S. 160,
Nr. 726 und ähur 'Stall' ebenda S. 4,
Nr. 8], die dem Oberstallmeister mirähör
[s. hier Nr. 69 c] untergebene 2. Diener-
klasse, tk. salahor [offenbar mit der
Bezeichnung der 1. Dienerklasse ««YäÄiför
'WafYenpolierer' kontaminiert, vgl. FLEI-
SCHER in BSGW XX.XIV, 48] ; hieraus
rum. salahor 'Tagelöhner, Handlanger'.
1842. Pers. säräj:
'Palast' (Horn NpEt S. 161, Nr. 727],
'großes Haus, Hof, tk. ebenso seraj,
dazu Adj. serajly 'Höfling; was man
am Hofe macht'; hieraus rum. saraiü
'.Sultanspalast', serailie 'Blätterteig mit
Mandeln', it. serraglio, sp. serallo. pg.
seralho, frz. sdrail; engl, seraglio 'Palast
des Sultans; Harem', serai 'Karawan-
serei', dtsch. Serai, Serail 'Palast'. Vgl.
auch hier Nr. 1075
1843. Ar. saraiida:
'Sieb' [aus pers. zäränd, ZDMG XXXVIII,
115]; hieraus S[). zaranda, pg. ceranda,
kal.(alt) atsarü [Eguilaz 526/527. ML7596.
1844. Mal. !<ärang:
'Nest' [Pijn 127 a]; hieraus der Name
eines kleinen zur Familie der Cypsehden
gehörigen Vogels Salangan Collocalia
esculenta Gray, der durch sein aus
zähem Speichel verfertigtes, napfför-
miges, weißes Nest bekannt isi, das an
steilen Stellen und in Höhlen in der
Nähe des Meeres oft in großer Menge
sich findet. Nach China eingetührt,
werden die Salanganntsler in gekoch-
tem Zustande als wohlschmeckende und
nahrhafte Speise gegessen. Frz. salangune.
1845. Pers. säräpä:
'Ehrengewand, langer Schleier' [wörtlich
'von Kopf zu Füßen', vgl. Horn NpEt
S. 160, Nr. 726], hieraus gr. aäpamc, bei
Hesychius als 'weißes persisches Ge-
wand mit einem Purpurstreifen' erklärt;
russ. sarafan 'Kleid der russischen
Frauen aus dem Volke', bulg. serb.
sarafan, poln. serafan, szarafan ; dtsch,
Sarafan, aus dem Volksliede „Näh'
nicht, liebes Mütterlein, am roten Sara-
fan" bekannt.
1846. Pers. säräsär:
'Kopf an Kopf, tk. seraser 'eine Art
Brokat': hieraus rum. serasir 'dass.'.
[Löbel EITAP 88.
1847. Pers. säräskär:
'Haupt des Heeres' [eigentlich mit pers.
Genitivverbindung i : sär-i-üskär aus sä»-
'Haupt, Kopf und ar. 'askar 'Heer,
Soldat' <^ lat. exercitus mit vorgeschla-
genem 'ain und Metathesis von k und s
wie in ar. Iskandar <^ Alexander], tk.
seraakjer alter Titel des 'Generalissimus
der osmanischen Streitmacht'; hieraus
in gleicher Bedeutung rum. serascher,
seraschier, frz. sirasker, sSrasquier;
dtsch. Seraskier, engl, seraskier 'Kriegs-
minister'.
1848. Ar. saratäii:
'Krebs' [in zoologischem und patholo-
gischem Sinne] ; hieraus sp. zaratän
'Krebs (als Krankheit)'. [DE 366. Egui-
laz 527.
147
[Ind, saravara.
1849. Ind. saravara:
'Beinkleider' [wörtlich 'die Schenkel
bedeckend' aus zend. graona 'Ober-
schenkel' und Wurzel vr 'bedecken',
POTT in ZDMG XIII, 381/382], hieraus
pers. sälivär [mit Wechsel von r > l],
ar. sartväl, pli'. saräwll ; hieraus mlat.
saraballa, sarrabarrae 'Hose', kat. sara-
ymlls, pg. ceroiilas 'Unterhosen', sp.
zaraguelles 'Pluderhosen' [bei Valencia
üblich : sehr weite Beinkleider aus
weiter Leinwand, die in vielen Falten
bis auf die Knie reichen und fast aus-
sehen, als trügen die Leute gar keine
Hose, sondern nur ein Hemd], pg.
zarelos, sp. solares 'lange Beinkleider
bei den sp. und pg. Zigeunern' ; anglo-
ind. engl, shulivaurs 'weite Hose',
amerik. sherryvallies 'dicke Lederhosen,
die beim Reiten über die gewöhnlichen
Beinkleider gezogen werden', dtscb. (dial.
Danzig) Scharr iwarri 'lange Hose'; poln.
szarawary, russ. sarawary 'Pluderhose',
SaVwary 'tk. Hose', &ch. saravara, bulg.
salwari, serb. Salware. [üorjajew 419.
DE 365/366. Eguilaz 526. ML 7596 a.
1850. Pers. särbänd:
'Art Tanz und Gesang' [aus pers. sär
•Kopf, s. hier Nr. 1841 und band, Prä-
sensstamm zu bästän 'binden', s. hier
Nr. 212, ähnlich gebildet wie dästähänd
aus däst 'Hand', ein Tanz bei den Be-
duinen]; hieraus engl, saraband, sara-
bände; it. sarabanda, frz. sarabande,
sp. zarabanda, pg. sarabanda.
1851. Pers. särdär:
'Oberhaupt, Kommandeur' [aus pers. s«>
'Kopf, s. hier Nr. 1 841, und -dar 'habend'],
bind, sirdär 'dass.'; hieraus angloind.
sirdar 'Diener' in Bengalen. Sirdar
ist auch der offizielle Titel des Höchst-
komniandierenden der englischen Be-
satzungstruppen in Ägypten. Frz. serdar.
[Devic DEt 207.
1852. Ar. sarlf:
'Edel, vornehm', Titel, dei- den Nach-
kommen Muhammads, also Fätimas und
'Alis, gegeben wird ; ihr Abzeichen ist
der grüne Turban: frz. cMrif, engl.
sherif, dtscb. Scherif. Aus demselben
Grundwort sp. jarifo 'schön, schön ge-
kleidet'. [DE 355. Devic DEt 93. Eguilaz
431. ML 7676.
1853. Ar. sarill:
Auch asrafi [beide Wörter mit pers.
Endung], eine Goldmünze, einem Denar
gleich ; hieraus pg. xarafim 'eine Münze
in Ostindien mit wenig wechselndem
Werte, etwa 300 reis'. [Constancio
Dicc 974. DE 353/354.
1854. Ar. sarita:
'Seil, Schiffstau aus Haifa- oder Palmen-
faser'; hieraus sp. jareta 'Saum, Ein-
schlag', pg. xareta 'F'ischernetz', sp.
jaretas, pg. xaretas 'Netze, die vei'hin-
dern sollen, daiä die Seeleute über Bord
fallen'. [Constancio Dicc 974. DE 354.
Eguilaz 431.
1855. Sskr. särkarä:
'Sand- oder Körnerzucker', präkrt sak-
kara, peis. säkär; hieraus einerseits
gr. ödKxapov, lat. sacchartm, anderer-
seits ar. sukkar. Aus dei- letzteren
Form wurde: it. zucchero, sard. tuk-
karti, frz. sucre, sp. azncar, pg. agucar;
dtsch. Zucker, engl, sugar, ndl. suiker,
dän. siikker, schwed, socker; poln. cu-
kier, cech. cukr^ serb. cukra, cukara,
klruss. cukor, cukur. Dagegen stammen
aus dem Gr. die Formen russ. sahar,
bulg. zahar; rurn. zahär, zähar; aus
dem tk. Seker wurde bulg. seker, serb.
äecer. Vgl. ngr. odKxap; dtsch. Saccharin.
[DE 228. Eguilaz 325. ML 8058. Bern
SlEtVVb 131. Devic DEt 211/212.
1856. Ar. sarkl:
'Östlich' [Adj. zu sark 'Osten'] ; hieraus
a) ar. musarki, vulg. moserkt, eine Art
Leder, das in den östlichen Ländern
Nordafrikas, bes. Marokko, hergestellt
und zu feinen Stiefeln verwendet wurde;
mit dem häufigen Wechsel von m > h
sp. kat. borcegul, pg. borceguim, frz.
brodequin 'Halbstiefel', it. borzacchino.
[Die Ableilung von Eguilaz 348 aus
bagdädi 'bagdadisch' ist lautlich nicht
möghch.]
(b) Bezeichnung eines Windes, heut-
zutage 'Südwind' Mrklje; hieraus it.
scirocco, siz. sciloccu, sp. siroco, jaloque,
pg. xaroco, frz. siroc; engl. ndl. sirocco,
dtscb. Sirokko 'heißer Südwestwind'.
[Aus den europäischen Formen mit l
haben die Araber ihr saJük, saläk zurück-
genommen).
(c) Auf das ar. Grundwort sarki geht
auch sicherlich der aus byzantinischen
Quellen bekannte Name eines zwischen
Ägypten und Syrien zeltenden Beduinen-
stammes lapaKfivoi zurück; hieraus zur
Bezeichnung aller islamischen Völker
des Orients lat. Saraceni, Adj. saracenus
'sarazenisch', it. saracino 'Stechpuppe
oder hölzerner Mann, nach dem die
Reiter mit der Lanze stießen', saracenüo
'sarazenisch', saracwiffre 'seil warz werden
(Weintraube)', hz. sarrasin 'Buchweizen'
[nach de Candolle im XV. Jahrhundert
aus der Tartarei und Rufsland nach
Mittel- und Westeuropa eingeführt: Poly-
gonum fagopyrum], sarassine 'Gatter',
Sarrazin im Argot der Pariser Setzer
'Streikbrecher', sp. sarraccino 'Buch-
weizen', überall in der Bedeutung 'Sa-
10*
Tk. sarma]^.]
148
razene, sarazenisch'; engl, saroccn, sa-
racenie, dtsch. Sarazene, sarazenisch.
[Andere Ableitungen von ar. sarräg,
das aber nicht 'Reiter', sondern 'Sattler'
heißt, oder von särikln 'Diebe' sind
nicht annehmbar, vgl. Lettre de M. Silv.
de Sacy au rödacteur du Moniteur sur
l'etymologie du nom des Assassins. Im
Moniteur,' an 1809, no. 359, pg. 5/6,]
[DE 241/243. Devic DEt 72. Lammens
Rem. 57/58. Eguilaz 348. ML 7595.
1857. Tk. sarmak;
'Einwickeln', subst. Infin. sarma 'das
Eingewickelte' ; hieraus rum. sarma 'mit
Reis und Hackfleisch gefüllte Kraut-
klöße'.
1858. Pers. särpänäk:
[Zu sär 'Kopf, s. liier Nr. 1841J 'Weib-
licher Kopfschmuck'; hieraus russ. eer-
pjanka 'undichte Leinwand, Fliegen-
tuch, dünnes Gewebe', poln. s(i)erpianka
dass.'. [Gorjajew 318. Karlowicz 424.
1859. Ar. sarra:
'Krieg, Schlacht ; Streit, Schlägerei' [aus
Sarr 'böse, schlimm'] ; hieraus siz. sciar-
ra 'Prügelei, Rauferei'. [GrSVociSic 245.
1860. Ar. sarräf:
[Letzten Endes von ass. sarpii 'Silber',
eigentlich 'das Geläuterte' vom Vb'
surrupu 'läutern, schmelzen', hieraus syr.
sarräpä, ar. sairaf 'Geldwechsler', vgl.
ZAkkFW 59] 'Wechsler', tk. ebenso;
hieraus rum. zaraf 'Geldwechsler', za-
raflic, zäräße 'Wechselstube'; serb.
saraf, bulg. sarafin 'Wechsler'.
1861. Ar. sart:
'Bedingung', ebenso tk.; hieraus rum.
§art 'Gehörigkeit, Passendes'.
1862. MaL särnng:
'Behälter, bes. Scheide für den Kris;
Art Rock' [Pijn 127 ; vielleicht aus sskr.
särana]; hieraus engl, sarong, dtsch.
Sarong 'ein langer Rock, gewöhnlich
von buntem Seidenstoff oder Baumwolle',
das Hauptbekleidungsstück der Malayen
und Javanesen, ndl. saroeng. [Hobson-
Jobson 796.
1863. Tk. sary:
'Gelb' [aus der Wurzel sah 'trocken,
dürr', dazu causat. sakyr 'verdorren >
gelb', Vämbery TktEtWb S. 140, Nr. 151],
tat. 'Adler' ; hieraus russ. saryö 'Adler',
iaryga 'Geier'. [Gehört auch schwed.
sarga 'zerfleischen' hierhin V]
1864. Pers. säshäiiä:
'Karabiner mit sechs Kammern' [aus
pers. Ms 'sechs' Horn NpEt S. 173, Nr.
783 und Mnä 'Haus', s. hier Nr. 809],
ebenso tk. ses^ane [K61ekian Kämas
727 a] ; hieraus rum. ^i^anea 'lange tk.
Flinte, Luntengewehr'.
1865. Ar. säsija:
'Mütze' [vulg. ar. Adj. fem. zu §as
'Musseline', s. hier Nr. 1484]; hieraus
frz. chachia, [mit Imäla: ä ^ e] cMchia
'Mütze aus roter Wolle mit blauer
Troddel', eine Art Fes, wie die Levan-
tiner ihn tragen, it. cicia 'dass.'. [Devic
DEt 89. ML 7677.
1866. Tk. sasy:
'Schielend' [vom Stamme mt, sac
'schleudern, umherstreuen', Vämbery
TktEtWb S. 144, Nr. 154 I],- hieraus
rum. §a§iü 'dass.'.
1867. Hebr. sätän:
'Wiedersacher, Teufel' [mit ar. saifän
wurzelgleich, beides aus äthiop. sajefän,
s. Nöldeke, Neue Beiträge S. 47] ; in
alle europäischen Sprachen überge-
gangen, bes. durch Vermittlung des
neutestamentlichen gr. öaTaväq, auch
6 Zaxäv, lat. satanas; hieraus z. B.
russ. satana; dtsch. Satan, engl. satan\
frz. satan.
1868. Ar. sath:
'Dach, flaches Dach, Terrasse'; hieraus
siz. zaddacca 'Pflaster auf den Dächern'.
Aus dem Dem, sutaiha wurde mit oder
ohne ar. Art. sp. azotea, pg. agotea,
fofea 'Söller, Allan'. [DE 228. Eguilaz 325.
GrSVociSic 249.
1869. Sskr. sati:
'Gute Frau, treues Weib'. Dieses Wort
wird in den ind. Dialekten heutzutage
zur Bezeichnung der Frau benutzt, die
sich in höchster Erfüllung ihrer Treue
selbst auf dem Scheiterhaufen ihres
verstorbenen Gemahls dem Tode weiht.
Die Anwendung des Wortes auf den
selbstmörderischen Akt statt auf die
Person ist erst europäisch: engl, suttee,
dtsch. Satti 'freiwillige Witwenverbren-
nung'. Die Unsitte wurde im Jahre 1829
durch eine strenge Regulation for declar-
ing the practice of suttee or of burning
or burying alive the widows of Hindoos
illegal and punishable by the criminal
courts verboten, aber es dauerte sehr
lange, bis sie restlos verschwand, ja in
abgelegenen Teilen Indiens, wie Nepal,
soll sie noch jetzt vorkommen; so soll
sich um 1890 die Witwe von SIR JANG
BEHADUR, des Premierministers von
Nepal, mit der Leiche ihres Gemahls
auf dem Scheiterhaufen verbrannt haben
[Globus LXIX, 337]. Eine gute Schilde-
rung des Vorganges gibt ein Augen-
zeuge in Philipp van Mökern, Ostindien.
Seine Geschichte, CuHur und Bewohner.
Leipzig 1857. I, 326/332. Ausführlich
handelt über Suttee F. Max Müller,
Alte Zeiten — alte Freunde. Lebenser-
innerungen. Übersetzt von H. Groschke.
149
[Ar. satl.
Gotha 1901. S. 340 ff. Vgl. auch Journal
of the Anthropological Society of Bom-
bay 1894. III, 275/300 und Hobson-Job-
son 878/883.
1870. Ar. satl:
'Schöpfeimer', vulg. seil ; hieraus kat.
cetre, sp. cetre, acetre, celtre, pg. acetere
'dass.'. [DE 34. Eguilaz 27. ML 1852.
1871. Ar. satrang:
'Schach' [aus sskr. catutanga 'viergüe-
derig'. weil das altindische Schachspiel
vier Waffengattungen kennt: Wagen,
Reiter, Futivolk, Elefanten], auch si-
lrang \ hieraus kat. aixedres, sp. ajedrez,
pg. xadrez, enxadrez 'Schachspiel'. —
Aus ar. as-sitrang at-tämm 'das vollstän-
dige Schach' wurde über sp. ajedrez
atama volksetymologisch ajedrez de la
dama, frz. jeu de dames, dtsch. Dame-
spiel. [DE 219. Eguilaz 70. ML 7694.
1872. Ar. satrija:
'Satureia hortensis' [aus lat. satiireia] ;
hieraus mit ar. Art. sp. ajedrea 'Saturei'.
[DE 219. Eguilaz 75/76.
1873. Ar. sätixr:
'Großes Fleischermesser, mit dem das
Schlachtvieh zerlegt wird' [KM II, 925;
vgl. auch FISCHER in MSÖS II, 233];
über tk. satifr hieraus rum. satir 'dass.,
Hackmesser', Ableitung safira^; bulg.
satzr 'Hackmesser'. [Sain 58. Löbel
EITAP 83.
1874. Ar. saul:
Infin. des Vbs. säla 'sich auf jmd. stür-
zen' ; hieraus pg. agular o cäo 'den Hund
reizen, daß er sich auf jemand stürzt'
[wohl unter Einfluß der IV. kausativen
Form asäla 'auf jmd. hetzen', Constan-
cio Dicc 20c/21a]. [DE 40. Eguilaz
39/40 (mit anderer, unwahrscheinlicher
Etymologie).
1875. Ar. saut:
'Peitsche'; hieraus sp. azote, pg. agoiite,
kat. assot 'Peitsche', Geißel', siz. zotta
'dass.', Vb. sp. azotar, it. ciottare 'gei-
ßeln'. [DE 228. Eguilaz 325. ML 7628.
1876. Tk. saz:
'Schilf; hieraus bulg. saz 'Schilfrohr',
poln. sasina 'dass.'. [Mikl SlEtWb 289 a.
1877. Tk. sazan:
'Karpfen' [Kelekian Käniüs 658 a]; hier-
aus russ. sazan 'dass.' [vgl. auch ngr.
oaZdvi, Jannarakis Dtsch. -ngr. WB 456].
{Gorjajew SlO. Mikl SlEtWb 289 a.
1878. Chi«, se:
'Seide'; hierauf gehen die meisten Be-
nennungen der Seide in den verschie-
denen europäischen Sprachen zurück:
mlat. seta [mit lat. seta <^ saeta 'Borste,
Haar' lautlich zusammengefallen], it. seta,
sp. pg. prov. seda, frz. sok; dtsch. Sei-
de. Mit der Endpartikel or, deren sich
die Bewohner der nördlichen Provinzen
Chinas häufig bedienen, wurde se-or,
und so wurden daher im Altertum die
chinesischen Kaufleute bezeichnet: gr.
Zripeq, lat. Seres, das Land Serica, Adj.
serictis 'serisch, seiden', serica 'seidene
Kleider'; aus serica, sarica, sirica ent-
wickelte sich : frz. se7-ffe, sarge, prov.
serga, it. sargia, kat. sarja, sp. pg. sar-
ga, rum. sarecä 'Art Wollstoh', sp. jer-
go, pg. xergo 'großer Sack', sp. jergon,
pg. enxergäo 'Strohsack', sp. sirgo 'Flo-
rettseide', it. (dial. Calabrien) siricu 'Sei-
denwurm'; dtsch. Sarsche; russ. sarza,
bulg. sarza, Cech. sarse, poln. sarza,
szarsza 'Art wollener Stoff. Auf se-
ricum 'aus Seide gemacht' geht auch
durch Vermittlung des Afrz. das engl.
Silk 'Seide', ferner aslav. sell-ii 'Seide'
zurück ; hieraus Solk 'Seide', klruss. solk,
Abltg russ. selkowica, selkownik 'Maul-
beerbaum'. [Gorjajew 312. Mikl SlEt
Wh 312. ML 7848.
1879. Tk. sef'ertasy:
'Auf einander gelegte Porzellangeschirre,
die auf zwei Seiten verbunden sind und
in denen man Essen trägf [aus sefer
'Reise', ar. safnr, woraus auch dtsch.
Safari 'Reise- oder Kriegszug in den
Kolonien Afi ikas' über das gleichlautende
Kisuaheliwort entstanden ist, sowie tas,
s. hier Nr. 2044, vgl. Kelekian Kämüs
681 a] ; hieraus rum. seferta^ 'Essenträger,
Eß- oder Kochgeschirr'.
1880. Hebr. Sekel:
Ein Gewicht, ungefähr 19,37 g [vom Vb.
säkal 'wägen'; vgl. assyr. siklu, hier Nr.
1456 a], und später ein Geldstück im
Gewichte von 14,55 g Silber und im
Werte von 2,50 M; hieraus in gleicher
Bedeutung engl shekel. dtsch. Sekel und
unter Einfluß von gr. oikXoc, lat. sicltis,
auch ndl. sikhel.
1881. Hebr. Sclömö:
Statt der volleren Form SeJömön [vgi.
ar. Sulainiän, wie dieses Ablt^. aus hebr.
Mlönt = ar. saläm 'Friede'], N. pr., Name
eines jüd. Königs, der durch seine Weis-
heit berühmt und spiichwörtlich wurde,
daher dtsch. Adj. salomonisch [über die
lat. Form des Namens Salomon] 'weise'.
1882. Hebr. s^lö inö'il:
'Derjenige, der nichts taugt; Tauge-
nichts'; hieraus dtsch. Schlemiel, Schle-
mihl 'Pechvogel', bes. bekannt durch
CH AMISSOS , Peter Schlemihl', den
Schattenlosen. [Ablt. von TORCZYNER
in ZDMG L, 557 ; andere Ableitungen :
a) Eigenname Selümfel Num. 1. 6; II,
12, ein jüd. Fürst, so Ave-L IV, 470;
denselben Namen soll ein Rabbinerschüler
des XIV. Jahrhunderts in Ens in Öster-
Tk. semer.]
150
i"eich geführt haben, h) Aus Schlim-
massel mit Anlehnung an Gabriel oder
ähnhtlie Namen, c) Hebr. selümVel soll
als Ausruf 'Heil Gottes! = Gott behüte!'
auf die Person übertragen sein. Die
oben angegebene Etymologie scheint die
wahrscheinlichste zu sein.] (MDWiD
39/40.
18S3. Tk. seuier:
'Sattel' [aus ngr. öutudpi öafAdpi 'Pack-
satleP < ooYiudpiov, klassisch odYina;
vgl. it. soniaro 'riaumtier'] ; hiei aus rum.
saniai- 'Pack- oder SaumsatteP.
1884. Hel)r. semü'ä:
'Kunde, Erzählung, Gerücht'; hieraus
jüd.-dtsch. Schmu titachen 'sich einen
unerlaubten Gewinn verschaffen' [durch
schlaues oder trügerisches Geschwätz],
Schmie 'der so erzielte Gewinn'. Aus
dem plr. semuöQ wurde jüd.-dtsch.
Schmus Verschmitztes Gerede und An-
preisen', Vb. schmusen 'lange Redereien
machen', Schmuser 'betrügerischer
Schwätzer', beschmusen 'überreden'.
|Ave-L IV, 47iJ. Kluge 400 und 401.
1885. Hebr. seräqpini:
Plr. von säraq) [vom Vb. säracp 'verbren-
nen', also 'die Verbrennenden', d. h.
'Läuternde'], Name von Engeln im AT;
in der gleichen Bedeutung durch gr.
öepaqpeiia, lat. Seraphim in alle euro-
päischen Sprachen übergegangen, z. B.
russ. serafim; sp. serafin; dtsch. Seraf,
plr. Serafin.
1886. Tk. serid:
Od. serit 'Band, Tresse' [Kelekian Kä-
müs 726 a; aus ar. Hrit 'Strick aus
Palmbasl; Tresse, Franse'] ; hieraus rum.
^iret 'gedrehter Faden, Zwirnband'.
1887. Taui. shäti:
Im Pah chärli; hieraus angloind. chatty
'irdener, fast kegelförmiger Topf. [Hob-
son-Jobson 185.
1888. Tain, shiinittu:
Ebenso malayälam churutfu 'eine Rolle
(Tabak)'; hieraus angloind. engl, che-
root 'Zigarre', bes. eine solche, die an
beiden Enden abgestumpft ist, wie es
die indischen und die Manilazigarren
früher waren. [Hobson-Jobson 188/189.
1889. Chili, siao-ohnng':
'Kleine Sprossen'; hieraus dtsch. Sou-
chong, engl, souchong Name einer feinen
Teesorte. Andere Namen sind dtsch.
Pekko, engl, pekoe aus chin. pai-hao,
kantonesisch pdk-ho 'weißer Flaum';
Congou, engl, congou aus chin. kung-fu
'Arbeit', die zweite Qualität des schwar-
zen Tees, die von der dritten Pflückung
stammt; Oolnvg aus chin. wuhmg
'.schwarzer Drache'. [Birth Chin FW 209.
1890. Ar. sibar:
[Vom gleichen Stamme wie hier Nr.
1741] 'Aloi''; hieraus mit ar. Art. sp.
acibar, kat. aciber, pg. azevre, azevar,
ohne ar. Art. kat. cever, siz. zabarra
'dass.'. [DE 35. Eguilaz 29. ML 1893.
1891. Hebr. sibböl?ö:
'Flut, Strom'; im AT, Richter 12, 6 wird
das Wort als Beispiel für die Eigentüm-
lichkeit der Ephraimiten angeführt, statt
s ein s zu sprechen; an dieser Aus-
sprache des Worts wurden sie ebenso
erkannt, wie die Franzosen während der
sizilianischen Vesper an der Ausspra-
che des it. ciceri. Daher ergab sich die
Bedeutung: 'Erkennungswort, Losung',
z. B. dtsch. Schibbolet bei GOETHE
{Gampagne in Frankreich, 24.9. 1792):
„Weiß und schwarz Brot ist eigentlich
das Schibolet, das Feldgeschrei zwischen
Deutschen und Franzosen", ebenso ndl.
schibboleth, engl, shibboleih; dagegen
frz. schibboleth 'unüberwindbare Schwie-
rigkeit, schlüssiger Beweis'. [Devic DEt
204/205.
1892. Hebr. siddäx:
'Kuppler', auch 'Heiratsvermittler'; hier-
aus jüd -dtsch. Schadchon 'dass.', jetzt
Schadehen 'Heiratsvermittler iür jüd.
Partien'.
1893. Ar. siff:
'Leichtes, durchsichtiges Gewand' ; hier-
aus afrz. c/ii/fe 'leichter Stoff von schlech-
ter Beschaffenheit', mit romanischer
Endung frz. chiffon, it. chiffone 'Lumpen ;
dünner, durchsichtiger Stoff'; dtsch.
Chiffon 'dünner Stoff' ; Abltg. engL
chiffonnier [<C frz. chiffonnier 'Lumpen-
sammler'] 'Art kleiner Anrichte, hölzer-
nesGesteh mitRegalen'. [Devic DEt 94/95.
1894. Ar. sifr:
'Leer, Null' [Übersetzung von sskr.
sünya 'leer > Null', s. Gantor, Vorle-
sungen über Geschichte der Mathematik.
I. ^. S. 614 und 711]; hieraus zunächst
in der Bedeutung 'NuU' und erst später
in der neuen Bedeutung 'Zahlzeichen'
zahlreiche europäische Abkömmlinge: it.
'Null (alt), Geheimschrift', frz. Chif-
fre 'Geheimschrift', sp. pg. cifra 'Zahl-
zeichen', rum. cifrä, pifrä; sp. cero
'Null', frz. zero, it. zero{<^ zefro, zefiro,
noch bei LEONARDO PISANO um das
Jahr 1200: zephirum]; dtsch. Ziffer, ndl.
cijfer 'Zahlzeichen', engl, cipher, cypher
'Null, Zahlzeichen, Geheimschrilt'. —
Am vollständii-'sten findet sich die Ge-
schichte der Etymologie von Ziffer usvv.
unter Zurückweisung anderer Ablei-
tungen bei Fischer, Zur Berichtigung
einer Etymologie von K. VÖLLERS in
ZDMG LVII, 783/793.
151
[Ar. sifäk.
1895. Ar. sifäk:
'Darmhaut'; hieraus sp. cifac, dfaque
[Dicc Gast 533 c], pg. sifac 'Bauchfell'.
|DE 2ö7. Eguilaz 379.
1896. Ar. sign:
'Gefäntmis' [aus gr. aifvov, lat. signum,
(las selbst auf das Koptische zurückgeht;
man beachte, daß das ar. Wort im Koran
nuran Stellen vorkommt, die auf Ägypten
Bezug haben. Vgl. A. A. BEVAN in
'Agabnäma. A volume of oriental studies
dedicated to Edward Granville Browne.
Cambridge 1922. S. 71 J; hieraus pg.
sagena, se;a«a 'Gefängnis der gefangenen
Christen bei den Mauren'. [DE 338.
Eguilaz 489.
1897. Ar. siliäb:
Plr. suhüb 'Sternschnuppe'; hieraus mit
dem ar. Art. it. asuh. [N ALLING in
RSO Vlll. 3H9f.
1898. MaL sijämaiig:
'Ein Affe Hylobates syndactylus Wagn.'
[Pijii 147]; hieraus trz. engl, siamang,
dlsch. Siamang 'derselbe Langarmaffe'.
[Devic DEt 207. JAOS XVIII, 101/102.
1899. Ar. sikä':
'Schlauch für allerlei Flüssigkeiten, bes.
Wasser und Milch', gewöhnlich aus Tier-
häuten, insbesondere einem Ziegenfelle,
hergestellt [KM II, 942] ; hieraus mit ar.
Art. sp. azacän 'dass.; Krug, Gefäß'
[bicc Gast 29.T mit odre < lat. uter
'.Schlauch' synonym erklärt]. [DE 222.
Eguilaz 315/316.
1900. Ar. sikäja :
'Brunnen, Kanal zur VVasserzuführung' ;
hieraus mit ar. Art. sp. azacaya 'dass.'
[auch mit acequia als synonym erklärt,
s. iiier Nr. 1791]. [DE222. Eguilaz316.
1901. Ar. sikäl:
'Politur', subst. Inf. des ar. Vbs. sakdla
'polieren'; hieraus sp. acicalar 'schmin-
ken, sich herausputzen', pg. acicalar.
aqacalar 'polieren'. [Vielleicht hat auch
ein vulg. Vb. saikal 'polieren' eingewirkt.]
[DE 35/36. Eguilaz 29/30. ML 1936.
1902. Ar. sikbägr:
'Gehacktes Fleisch, in Essig trekocht;
mariniertes Fleisch' [KM II, 944, Z. 3:
aus pers. sikbä 'saure Speise'] ; sp. pg.
escabeche, pg. escaveche, it. (dial. Neapel,
Abruzzen) scapeccio 'Salzlake, mari-
nierter Fisch', Vb. sp. escabechar, frz. esca-
becher 'marinieren'. [DE 261. Eguilaz
390. ML 7909.
1903. Ar. sikka:
'Münze, Prägestock', där as-sikka 'Münz-
stätte'; hieraus durch Abkürzung it.
zeeca 'Münzstätte', sp. kat. zeca, seca:
Redensart sp. kat. de zeca en meca 'hin
und her' [wörtlich 'von der Zeca nach
Mekka', durch den Islam berühmt ge-
wordene Stadt in Higäz, Südwestarabien].
Abltg. it. zecchino 'eine Goldmünze', sp.
kat. cequi, pg. sequim, zequim, frz. s<;-
quin; dtsch. Zechine. [DE 251. Devic
DEt 206. Eguilaz 367. 369. 349. ML 7793.
1904. Ar. sikkiii:
'Messer'; hieraus siz. zicchinetta 'ein
Glücksspiel mit Karten' [wahrscheinlich
ursprünglich ein gefährliches, gegen die
Gesetze verstoßendes Spiel, bei dem das
Messer eine Rolle spielte]. [GrSVociSic
2.50.
1905. Ar. siklät:
[Aus gr. lat. cyclas, s. hier Nr. 1794]
'ßrokatstoff ; hieraus zur Bezeichnung
eines orientahschen Stoßes mit ar. Nuna-
tion -MW afrz. siglaton, prov. si«clat6,
sp.ciclatön. [Eguilaz 378/379. ML 7951.
1906. Ar. siläh:
'Waffe', ebenso tk. ; hieraus rum. seleaf
'Waffengurt'. — [Aus s(7ä/(-erf-rfm 'Waffe
des Glaubens' entstand der Eigenname
dtsch. Saladin.]
1907. Ar. silka:
Eine Pflanze Beta sicula [aus gr. aiKeXöq,
nach Theophrast so benannt, weil sie
aus Sizilien stamme]; hieraus sp. acelga
'Lauch', pg. acelga, celga 'weiße Bete',
siz. (alt) secla, (Messina) sicali, s^gali.
[DE 33. Mahn EtUnt 9.5/96. Eguilaz 21/22.
GrSVociSic 545/246. ML 7797.
1908. Tk. silte:
'Matratze ; langes, breites, mit Baumwolle
gefüttertes Polster, auf dem man bequem
sitzen kann' [Kelekian Kämüs 732b];
hieraus rum. saltea 'dass.'.
1909. Pers. sim§äd:
'Buchsbaum, Buxus sempervirens', tk.
cimsir 'dass.'; hieraus rum. citnpr
'Buchsbaum': serb. simsir, russ. samSit,
samsit 'dass.'.
1910 Pers. siiiisTr:
'Schwert' ; hieraus it. scimitarra, frz.
cimeterre, ciniiterre, sp. pg. cimitarra
'tk. Säbel' ; engl, scymitar, cimetar
'Säbel, Schwert'. [Oriente 1, 195, Anm,2.
1911. Ar. siadTj.i:
'Wassermelone' [ursprünglich al-batfiha
as-sindija 'die Melone aus Sind in
Indien']; hieraus kat. sindria, acendria,
sp. sandia 'dass.'; sp. sandio, pg. satv-
deu 'töricht'. [DE 339. Eguilaz 490.
ML 7934 a.
1912. Pers. singräb:
'Eichhörnchen, Sciurus cinereus', ebenso
tk. ; hieraus rum. singeap 'Feh, Marder-
pelz', singepiii 'aschgrau'.
1913. Tk. sini:
'Große Platte an Stelle eines Speisetisches'
[aus ar. Adj. sinl 'chinesisch, Porzellan',
zu t^in 'Sina, China']; hieraus rum.
»inte 'Kuchenpfanne, -form'.
Per<. sipilh.]
152
1914. Peis. sipäh;
'Heer, Lager' [Horn NpEt S. 155, Nr.
699; wohl mit pers. äsp 'Pferd' verwandt,
daher zuniu'list 'Reilerei'], dazu Adj.
sipähl 'zur Reiterei gehörig ; Reiter-
soldat' ; hieraus engl, seapoy, sepoy
'eingeborener Soldat in Indien' ; frz. spä-
ht, (alt) clpai/e 'eingeborener Kavallerist,
bes. in Algerien', sp. pg. espay, cipayo,
runi. spahi xpahiü 'dass.' [vgl. auch
ngr. OTiaxfi? MSOS XII, 239]. [DE 2(31.
Devic DEt 96 und 211.
1915. Ar. si'rä:
Name des Sternes Sirius [aus gr. aeipioq];
hieraus mit ar. Art. der Sternname
Äschere 'Sirius a Canis maioris'.
1916. Ar. sirra:
Ebenso tk. sin-et 'Schlauheit, Bosheit';
hieraus rum. §iret als Subst. 'Schlau-
berger', als Adj. 'schlau, pfiffig', Abltg.
firetenie 'Schlauheit, Pfiffigkeit'.
1917. Ar. sis:
'Stilett, Bratspieß' [vgl. MSOS II, 234,
Anm. 8], ebenso tk. ; hieraus rum. qi^
'Stockdegen'.
1918. Th. sis:
'Geschwulst' [Kelekian Kämas 741]; hier-
aus russ. siska 'Beule, Zapfen', cech.
siska, bulg. serb. sisarka 'Zapfen'.
1919. Ar. sitära:
'Vorhang, Pferdedecke; Mauer' [eigent-
lich 'alles, womit etwas bedeckt wird',
vom Vb. satara 'bedecken'] ; hieraus
sp, pg. acitara, sp. citara 'Mauer', pg.
(alt) 'Decke'. [DE 38/40. Eguilaz
34/36.
1920. Hebr. slim-inazol :
'Unglück, Pechvogel' [moderner Aus-
druck, s. H. L. Strack, Jüdisches Wörter-
buch. Leipzig 1916. S. 195; aus dtsch.
schlimm und nhebr. mazol 'Geschick,
Glücksstern', s. hier Nr. 1455]; hieraus
jüd.-dtsch. Schlimasel 'Unglück', Schlam-
massel, ganz modern Schlamastik 'Verle-
genheit, Unannehmlichkeit' ; mit slav.
Endung jüd.-dtsch. Schlimasalnik 'ein
Mensch, dem alles widerrät ; Pechvogel'
[Birnbaum Hebr. El 52 1. [SCHU-
CHARDT in ZromPh XXXI, 8. SPITZER
in Herrigs Archiv CXXXVIII, 159 und
234/236.
1921. Pers. sobän:
•Schäfer, Hirle' [Horn NpEt S. 171,
Nr. 776], tk. cohan \ hieraus rum. cioban
'dass.' und viele Ableitungen.
1922. Tk. sohbet:
'Unterhaltung, bes. abends' [ar. suhba]\
hieraus bulg. sobat, serb. sobet 'Gast-
mahl', [Mikl SlEtWb 312 b.
1923. Tk. soj:
'Art'; hieraus rum. soiu 'Art, Gattung,
öeschlecht'; serb. soj 'Rasse'.
1924. Tk. sonniu:
'Sdiwarzes Brot in runder Form' [Kele-
kian Kämas 775 b]; hieraus ruin. somon
'großes Stück Brot; Dickkopf'.
1925. Tk. sopa:
'Großer Knüppel, Prügel' [vom Stamme
sap 'hauen, schlagen', Vb. sapmak 'ein-
schlagen, einrammen', Vambery TktEt
Wb S. 142, Nr. 153 IJ ; hieraus lum. sopa;
bulg. serb. sopa 'dass.'. [Mikl SlEtWb
316 a. Löbel EITAP 86.
1926. Tk. sorgiig:
'Helmbusch, Perleiistrauß' [Kelekian
Kämüs 771b]; hieraus rum. surgucnt
1927. Hebr. söte:
'Dumm, töricht' [mit biblischem sätä
'abweichen, abirren' verwandt]; hieraus
sp. pg. zote 'Tölpel', frz. sot 'dumm',
Abltg. sottie 'unflätiges Narrenspiel',
sottise 'gemeine Beleidigung', it. zotico
'grob, ungeschliffen'; russ. (dial.) sut
'Spaßmacher, Possenreißer', slovenisch
S2itec 'dummer Mensch'; ndl. zot'Narv,
närrisch', engl, sot 'dumm, Tölpel',
dtsch. Schaute, Schote, mhd. sot, sote
'Narr', dtsch. Zote [früher^ vor dem
XVI. Jhdt. Zotte] 'unflätige Rede'. Aus
dem zugehörigen Abstraktum setüö,
modern ausgesprochen ätus, wurde jüd.-
dtsch. Stuß, z. B. rede keinen Stuß
'Unsinn', auch in der Bedeutung 'törich-
ter Aufwand'. [Da auf den Namen des
engl. Gelehrten Johannes DUNS SCO-
TUS, d. h. 'der Schotte', viele spottende
Wortspiele mit softus 'dumm' gemacht
wurden, wurde schließlich der Familien-
name zu engl, dunce, dtsch. Dtms
'dummer Mensch'.] [Seiler DKiL III, 96.
Kluge 445. 505.
1928. Sskr. sranianä:
'Bettelmönch, Asket' [eigentlich 'Selbst-
peiniger', vgl. sram 'defatigari !'], präkr.
samana ; hieraus tungusisch saman
'Geisterbeschwörer'; dieses Wort ist in
alle europäischen Sprachen zur Be-
zeichnung des ostasiatischen Zauberers
und Geisterbeschwörers übergegangen:
russ. saman, bulg. saman, öech. samän,
poln. szamcm; frz. chaman, samanien;
dtsch. Schamane, engl, shaman. Vgl.
Geschichten der Ost-Mongolen von
Ssanang Ssetzen Chuntaidschi. Aus dem
Mongolischen von Isaac Jacob Schmidt.
St. Petersburg 1829. S. 416; W.Schott,
Über den Doppelsinn des Wortes Scha-
mane und über den tungusischen Scha-
manen-Gultus am Hofe der Mandju-Kai-
ser. Berlin 1842. Auf altaischen Ur-
sprung soll tungus. sam < tk. kam
zurückgehen nach J. N6meth, Über den
Ursprung des Wortes saman in KSz
153
[Sskr. srgäla.
XIV, 240/249; mit lautgeschichtlichen
und kulturhistorischen Gründen zurück-
gewiesen von Joseph Schmidt, A persza
saman etymonja in Nyelvtudomänyi
Közlemenyek XLLV, 470/474.
1929. Sskr. srgäla:
T.anis aureus, Schakal', ebenso pers.
säyäl, tk. sakal, cakal; hieraus rum.
ceacal, it. sciacallo, afrz. jachal, frz.
chacal; engl, jackal, ndl. jakhals
[mit volkselyinologischer Umgestaltung],
dtsch. Schakal; russ. sakal, cakal, bulg.
serb. sakal, cech. sakal, poln. szakal
'Goldvvolt'.
1930. Sskr. sriig-avera;
'Ingwer, Zingiber olficinarum Roscoe'
[eigentlich 'horiiarlig' ; so sind die Wur-
zeln des braunen oder gemeinen Ing-
wers tatsächlich beschaffen]; mit Schwin-
den des vokalischen r wurde ar. zen-
§ehll, tk. zingifre sowie gr. Zi-fYißepn;,
lat. zingiber und hieraus: iL zenzovcro,
zenzero, gengioi-o, aprov. gingebre, frz.
gingembre, kat. gingebre, sp. gengibre,
agengibre, pg. gengibre, gengivre, rum.
ghimber, zingifil, zinzifil ; ndl. gemher,
engl, ginger, dtsch. Ingtver [mit Abwurf
des Anlautes wie bei den folgenden
Formen]; russ. imbir, inbir, klruss. im-
bir, poln. imbier, jembier, cech. zätcor,
serb. dzendzefil, dumbir [über ung.
gyönibir']. [Dozy Oost 40/41. Kluge
215/216. Bern SlEtWb 259.
1931. Tk. Staiubul:
N. pr., Name der europäischen Haupt-
stadt der Türkei, auch Istambul [aus
gr. eiq xäv -nöXiv]; hieraus serb. stambol,
russ. stambulka , dtsch. Stutnbulina
'schwarzer tk. Gehrock'. [Gorjajew 342.
Mikl SlEtWb 320 a.
1932. Ar. snbät :
'Schlaf, Ruhe, Lethargie' [vom Vb. sa-
bata 'ruhen', gleicher Wurzel wie Sabbat,
s, hier Nr. 1742], ebenso tk ; hieraus
poln. (alt) subet 'Zuflucht; Lethargie'.
[JVIikl SlEtWb 328 b. Karlowicz 422.
1933. Ar. siidd:
'Schleuse, Wehr an einem Flusse' [vom
Vb. sadda 'versperren']; hieraus mit
ar. Art. kat. assut, sp. azud 'dass.' ; aus
dem Einheitsnomen sudda wurde sp.
azuda, pg. aguda 'Wasseriad, Noria'.
[DE 229. Eguilaz 32ö.
1934. Ar. süf:
'Baumwollstoff', ebenso tk. sof; hieraus
rum. zof, sof 'Barchent'. — Das ar. Adj.
süft, also 'der in Baumwollkutte Ge-
kleidete' bezeichnete den Anhänger des
sog. Sufismus, einer Geistesrichtung im
Islam, die das Lebensziel des Menschen
in dem Streben nach mystischer Ver-
einigung mit Gott auf dem Wege der
Ekstase erblickt und besonders von den
Derwischorden gepflegt wird : frz. soufi,
was wir heutzutage etwa 'Theosoph'
nennen [Einwirkung von gr.aoqpöq 'weise'
braucht nicht ausgeschlossen zu sein,
wenn es auch nicht Grundwort ist];
engl. sofi.
1935. Ar. snffa:
'Ruhebank' [vom Vb. saffa 'in eine Reihe
stellen']; hieraus zur Bezeichnung eines
gepolsterten Sitzes lür mehrere Personen
it. sofä, frz. sofa, sopha, sp. pg. sofd,
rum. sofa; engl. ndl. sofa, dtsch. Sofa;
russ. sofa. [DE 340. Devic DEt 210.
Eguilaz 494. ML 2025.
1936. Ar. sufr:
'Messing' [von asfar 'gelb'; über die
Form des ar. Wortes vgl. FLEISCHER
u. DOZY in BSAW XX, 285]; hieraus
[oder aus einer westarabischen Form
sufar, die in Spanien gebräuchlich war]
mit ar. Art. sp. azofar, pg. agofar 'dass.'.
[DE 227. Eguilaz 323.
1937. Ar. sufra :
'Niedriger Speisetisch', ebenso tk. sofra
'dass.', eine manchnial ziemlich große,
runde Platte, die auf einen Schemel,
kürsi [s. hier Nr. 1 1 90], oder ein ent-
sprechendes einfaches Gestell gelegt,
erst unmittelbar vor dem Gebrauche in
das Zimmer gebracht wird und im orien-
talischen Haushalt als Eßtisch dient;
hiei aus rum. sofra 'dass.', sofragiü 'Ta-
feldecker, -diener', sofrageiie 'Speise-
zimiiier'.
1938. Tk. sug-iik:
'Wurst'; hieraus russ. sycug 'Magen-
wurst; der vom Schlünde in den Lab-
magen führende Kanal'.
1939. Ar. snka:
'Sporn' [eigentlich sauka 'Dorn'], plr.
sükät 'ein Paar Sporen'; hieraus mit
ar. Art. pg. agueate, acicate [Constancio
Dicc 15 c], liAl. asicats, sp. acica^c 'Sporn',
der statt des Sternchens oder Rädchens
ein dornförmiges Ende hat; ein Wider-
haken verhindert das zu iiefe Eindringen.
[DE 36/37. Eguilaz 30/31.
1940. Ar. sBkäta:
'Ausschuß'; hieraus mit Imala /« > e/
sp. zoquete 'Brocken Brot ; kleiner Mensch,
roher Mensch von langsamer Auffassung'.
1941. Ar. snkka:
'Spalte'; hieraus sp. chuca, chuque [Dicc
Gast 704 b] 'eine der vier Seiten des
Knöchels, die eine Höhlung hat (im
Tabaspiel)'. — [Eguilaz 377 hat eine
andere, nicht haltbare Ableitung.]
1942. Ar. snlaiiuäm:
'Gemisch von arseniger Säure und Queck-
silber, Arsenik' [SANGUINETTI in JAs
1866, I; Adj. zu Sulaiman, N. pr., =
Ar. sulliäm.]
154
Salomo, s. hier Nr. 1881, zu dessen
Form v(?l. NÖLDEKE in ZA XXX, 158];
hieraus sp. .w/mirf»i'Quecksiihersuhiimat',
kat. soliwnni, pj?. solhnäo; über tk. sü-
/(V"rwf>i 'Quecksiliiersublimat N Schminke'
wurde rum. ftiilii)ian 'Schminke', Vb.
mlenicui 'Mch schminken'. [Löbel EITAP
87. DE 340, Kguilaz 494.
1943. Ar. siilhäm:
'Mantel mit, Kapuze' [nur in Marokko
und angrenzenden Ländern, daher viel-
leicht berberischen Ursprungs; vgl. Dozy
Vötem 194/195]; hieraus sp. (alt) guJame
und mit Liquidenwectisel [l'^ rj sp.
zorame. zeramiie, cerome [Dicc Gast
1994 c und 5.53 b], psr. cerowp, cerame
Constancio Dicc '246a] 'Mantel, Über-
zieher'. [DE 3H8/369. Eguihiz 370.
ML 8441.
1944. Ar. snllaiii:
'Leiter'; hieraus pg. .reZwa 'die seitlichen
Bretter eines Leiterwagens, mit denen
das Heu oder Stroh festgehalten wird'
[DE 355; Constancio Dicc 974b].
1945. Ar. snitäu:
'Herrschaft > Herrscher' [vom aram.
Stamme snlat 'herrschen', nicht ur-
sprünglich ar.. sondern erst entlehnt];
hieraus zur Bezeichnung orientalischer
Herrscher, bes. der türkischen: it. sol-
dano, (moderner) snltano, sp. soldan,
Sultan, pg. soldäo. ruin. sultan, frz.
Sultan, (älter) soldan und soudan [die
letztere Form zur Bezeichnung der mo-
hammedanischen Herrscher von Ägypten ;
dagegen kommt le Soudan, dtsch. der
Sudan aus dem ar. biläd as-südän 'Land
der Schwarzen' ; süd ist Plr. von aswad
'schwarz'] ; engl. ndl. sultan, mhd. sol-
dan, dtsch. Sultan. — Ursprünglich ist
der Titel Sultan nur dem Kalifen von
Bagdad beigelegt, worden, aber gegen
Ende des X. Jhdts. wurden die 'Abbä-
siden ihrer weltlichen Macht beraubt
und auf geistliche Macht beschränkt;
Sultan wurde der Titel jedes mächtigen
Fürsten oder Emirs, der andere be-
herrschte, so daß sich schließlich der
ger ngste Duodezfürst so nannte. Vgl.
Becker, Bartholds Studien über Kalif
und Sultan in Isl VI, 3.50 ff. (Devic
DEt 212. ZDMG LXII, .5(i3/.564, 714
u. 715.
1946. Ar. snmmäk:
Eine Staude Bhus coriaria L. 'Essig-
baum' [vom Vb. samaka 'einen schönen
Wuchs haben' oder aus dem Aram.];
hieraus it. sommaco, prov. frz. sumac,
sp. zumaque, pg. summagre, rum. sumac;
russ. sumah; engl, sumac, sumach. shu-
mach, ndl. smalc, dtsch. Schmaclc, Su-
mach. — Die zu Pulver zerriebenen
Zweige und Blätter des Sumachhaumes
werden zum Gerben von Häuten und
zum Schwarzfärben benutzt. [DE 369.
Eguilaz 532. Devic DEt 212. ML 8450.
1947. Ar. siinbnl:
'Hyazinthe, Hyacinthus orientalis' [KM
II," 972, Z. 8]. 'ebenso t^. sümbül; hier-
aus serb. zumbul; rum. zambilä 'dass.',
frz. snmbxl, Bezeichnung einer pers.
Um belli tere.
1948. Tk. sniidnriiia:
Auch sondyrma 'offener Schuppen' [Ke-
lökian Kämas 775 b] ; hieraus rum.
^andrama 'Bretterbude, altes Gerümpel'.
1949. Ar. surad:
Ein in islamischen Märchen vorkommen-
der phantastischer Vogel, der den Sper-
lingen nachstellt |KM II, 1123, Z. 14/15],
dazu dual, suradäni, Obliquus sura-
daini; hieraus der Sternname Suradain
a und ß Sagittarii. [Devic DEt 44.
19.50. Tk. sürgün:
'Verbannung' [Kelekian Kämüs 698 a];
hieraus bulg. sjuvgjun; rum. snrgun,
surghiun 'dass.'.
1951. Ar. surku:
'Armband, Fußring mit Münzen als
Schmuck' [nicht klassisch-ar., wo es
saraka heißt]; hieraus mit ar. Art. sp.
ajorca, oljorca, pg. xorca 'Gold- oder
Siiberreiten mit Edelsteinen, die am
Fuß oder Arm getragen werden'. [DE
220. Eguilaz 78.
1952. Tk. sürnie:
'Schminke' [vom Stamme .stV, sür 'rei-
ben, streichen, schmieren', sürme 'Strich,
Linie' > 'Schminke', Vämb^ry TktEtWb
S. 147, Nr. 1.59 II]; hieraus bulg. serb.
cech. surma, russ. sur'ma 'Antimonium,
Spießglanz'.
1953. Pers. süriiä:
'Festflöte, Musikinstrument zwischen
Klarinette und Oboe' [aus pers. sü»-
'Fest, Gelage' Horn NpEt S. 166, Nr. 753
und näl, s. hier Nr. 1.541], ebenso tk.
surna, zurna [K61ekian Kämüs 650 a];
hieraus rum. surlä 'Querpfeife', snrlar
'Querpfeifer'; bulg. serb. surna, klruss.
surla, russ. znrna, surna 'Pfeife', öech.
.SM,rw« 'Posaune'. [Mikl SlEtWb 329a.
1954. Ar. surra:
'Geldbörse'; hieraus kat. snrro, sp. zur-
ron, pg. surräo 'Ledertasche der Schäfer'.
[Eguilaz 533. ML 2249.
1955. Ar. snrta:
'Polizeimann'; hieraus siz. scmia, (alt)
zurta 'Nachtwächter, Nachtwache; nächt-
licher Gesang'. [ZfromPh XXXV, 440.
GrSVociSic 245. ML 7717.
1956. Tk. sürii^ü:
Auch sürigi 'Postillon, Stallknecht'
(Kelekian Kämüs 699b]; hieraus rum.
155
[Ar. sQs.
surugiü 'dass., Postknechf, Ableitung
surugiesc, surugieste.
1957. Ar. süs:°
'Süßholz, Glycyrrhiza' [Dozy Suppl II,
119a; aus aram. süM < ass. süsti,
ZAkkFW .öS]; hierzu a) 'urük süs [Plr.
von 'irk 'Wurzel'] 'Wurzeln der Süs-
pflanze'; hieraus sp. orozuz, alcazuz,
pg. alcoQHZ 'Süßholz' ; b) rnhb as-süs
[s. hier Nr. 1726] 'Fruchtsaft des Sas';
hieraus sp. rabazuz 'Mus aus Süßholz'.
[DE 3^25/326. 327. Eguilaz 4()7. 476.
1958. Ar. süsäii:
'Lilie' [teils bläulich oder dunkelviolett,
teils weiß ; s. FLEISCHER u. DOZY in
BSAW' XX, 305; wie hehr, sösan wahr-
scheinlich aus äg. s-ss-n entlehnt ZDMG
XLVI, 117], Einheitsnomeii snsäna ; hier-
aus mit ar. Art. und Imäla /« ^ e/ sp.
azucena, pg. agiccena 'weiße Lilie', Ab-
leitung it. susino 'Lilienparfüm'. [DE
228. Eguilaz 325. ML 8480.
1959. Ar. siiwär:
'Hausrat', insbesondere mwäv al-'arün
'Brautausstattung'; hieraus mit ar. Art.
sp. ajuar, ajovar, kat. aixovar, aljurar,
pg. enxoval 'Mitgift'. [DE 221. Eguilaz
79/80. ML 7714a.
1960. Tk. sykmak:
'Diücken, quälen' [vom Stamme sok,
sik 'eng, dicht, drücken' Vämbery Tkt
EtWb S. 152, Nr. 164]; vom Stamme
f'-jk wurde rum. säcäi, s'icäi 'kritteln,
nörgeln, quälen'. Das tk. Kausativ lautet
sylcdyrmak, Imper. s!/fcrf//»-; hieraus rum.
sictir 'zum Teufel mit dir', ein Fluch,
dazu das Vb. sictiri 'zum Teufel jagen'.
— [Der osmanische Fluch k. e. ist ana-
syny sykaji/m 'cum matre eius coibo'
oder in ähnlicher Form, z. B. NO III,
^1 ; er ist wie bei den Türken so auch
bei den Völkern des südöstlichen Eu-
ropas trotz seiner Obszönität zur bana-
len Redensart in allen Lagen des täg-
lichen Lebens geworden.]
1961. Tk. syra:
'Reihe, Glied' [aus gr. ffeipctj ; hieraus
rum. fir 'dass.', ^irä 'Wirbelsäule'.
1962. Tk. syriiia:
'Filigran, Gold- oder Silberdraht' ; hier-
aus rum. s:\rma 'Drnht, bes. aus Gold
oder Silber'.
1962 a. Tk. tabak:
'Sohle' [vom Stamme tap 'unten, Grund,
Sohle', Vämbery TktEtWb S. 156, Nr.
1721; Kelekian Kämüs 787 a]; hieraus
mit Verlust des Endkonsonanten sp. taba
'Art Würfel zum Taba- oder Knöchel-
spiel'. Man beachte, daß bereits im
Mandschurischen taba ein technischer
Ausdruck im Knöchelspiel ist: 'Die
flachste Seite des Spielkuochens'; eben-
so kirgis. tawa, kalmük. ta. — [Andere
Ableitungen bei Eguilaz 497 und ML
8506.]
1963. Tk. taban:
'Brett' [vom gleichen Stamme wie Nr.
1962]; hieraus rum. taban 'Latte,
Diele'.
1964. Persj. täbär:
'Beil, Axt' [Horn NpEt S. 84, Nr. 374],
ebenso tk. tabar, tcber; hieraus russ.
topor 'Beil', topon'sce 'Stiel am Beile',
bulg. öech. topor, poln. topör 'Beil, Axt' ;
rum. topor 'dass.', topori^te 'Axtstiel'.
— [Dagegen kommt der Name Taba-
ristan, die Landschaft am Südufer des
Kaspischen Meeres, welche die pers.
Provinzen Gilän, Mäzändärän u. Ästärä-
bäd umfaßt, von dem einheimischen
Worte t(tbar 'Gebirge' und heißt mithin
'Gebirgsland', ZDMG XLVI, 186.] [Mikl
SlEtWi) 3.-.9a.
1965. Ar. tabäsir:
'Bamliuszucker', d. h. zuckerhaltige Kie-
selknollen, die an den Knoten der Bam-
busstänime abgeschieden werden [selbst
aus dem Ind. stammend, ZDMG L. 650,
und zwar von sskr. tavakhshira]; hiei-
aus pg. tabaxir 'Bambuszucker', t. dos
alfaiates [aus ar. al-liajjät 'der Schnei-
der'] 'Schneiderkreide', frz. tebachier,
tabaschir ; engl, tabasheer, dtsch. Taba-
schir. Über tk. tebesir 'Kreide' wurde
rum. tibi^ir 'dass ' [DE 345. Eguilaz
497. Löbel EITAP 95. Hobson-Jobsou
887. Lammens Rem 231.
1966. Ar. tabdil:
'Änderung' [subsl. Infin. von badala II
'ändern'], ebenso tk. tebdil 'verstohlen,
incognito'; hieraus rum. tiptil 'sachte,
verstohlen'.
1967. Ar. tabi'a:
'Natur, Gewohnheit', ebenso tk. tabiet;
hieraus rum. tabiet 'Vorliebe, Ange-
wöhnung', Adj. mit tk. Endung tabietUü
'bequemlich'.
1968 Ar. tabih:
'Gekocht', bes. 'gekochte Milch"; hieraus
pg. tabefe 'mit Mehl und Zucker ge-
kochte Schatmilch' [Constancio Dicc913;
DE 34.5. Eguilaz 4'.i8].
1969. Ar. ta'bija:
'Verschanzung, Bastei', ebenso tk. tabijet
'dass.' [Kelekian Kämüs 787; woraus
wieder ar. täbije entstand, vgl. SKAW
Wien ph. h. Gl. GV, 435], hieraus rum.
tabie 'I3astion, Wall und Graben'.
1970. Ar. tabik:
'Etwas aneinander Passendes'; hieraus
sp.pg. <aft«2Me 'Zwischenwand aus Steinen
und Lehm'. [DE 344. ML 8512. Eguilaz
498 [wo wohl mit Unrecht als Grund-
wort tasbik angegeben wird].
Ar. tabl.]
156
1971. Ar. tabl:
'Pauke' [vgl. hei HesycliiusTcißaXa 'Pauke'
bei lien Paitliern] ; hieraus mit ar. Art.
it. ataballo, taballo, sp. atabal, p^. ata-
bale, iiat. tabal, nifrz. attabal Tauke',
prov. iabalh 'GlockenschwcngeP; mit
siav. Endung hulg. fjuiiibelek, serb. ta-
lanibak; ru.«s. litaicra, litawry, pohi.
litau-ra 'Pauke'; mit lat. tynipanum
kontaminiert, wurde sp. titubol, frz. tim-
bale 'Pauke', rum. diblu, lUplä 'Geige'.
[DE :J07. Eguilaz :29.ö. ML 8513.
197:2. Polyues. tabn:
'Unverletzlich'; es können für den Be-
wohner Polynesiens gottgeweihte Gegen-
stände, Orte, Personen sein; hieraus
frz. tabou, engl, taboo [z. B. « tabooed
snbject of conrersnfion 'ein Gesprächs-
stoff, an den nicht gerührt werden darf],
dtsch. Tabu [z. B. halb scherzhaft 'das
ist mir tabu'].
1973. Tk.-tat. tabiui:
'Herde'; hieraus russ. tabun, poln. tabun
'Pferdeherde'. [Gorjajew .3.59. Mikl
SlEtWb 346 a.
1974. Tk. tabur:
'Heerlager, Abteilung, Bataillon' [vom
Stamme tap 'unten. Sohle, Spur >
nachspüren', vgl. cag, tapkur 'die zum
Beutemachen ausgeschickte Kolonne',
Vämhery TktEtWh S. 157, Nr. 17s! I];
hieraus rum. tabärä 'Heer, Heerlager';
russ. tabor 'Lager, Zigeuneringer', bulg.
serb. poln. klruss. tabor, cech. täbor
'Lager', selbst im Dtsch. Tabor 'ein
mehr oder weniger befestigtes Gebäude,
meisliens am Ende des Ortes liegend'
[in Österreich, bes. im Salzburgischen,
vffl. Taborcdpe]. [Mikl SlEtWb 346 a.
Löbel EITAP 90.
1975. Ar. täbüt:
'Kasten, Sarg' [aus äg. tht 'Arche', ZD
MG XLVI, 123, woraus auch hebr. tefiä,
aram. te^übä, nriit Dissimilation gr.
KißujTÖq 'Arche > Kasten'; die unhalt-
baren Ansichten der ar. Gelehrten über
dieser Wort und seine Erklärung s.
FLEISCHER in ßSAW XVIH, 310];
hieraus siz. tabbutu 'Sarg', sp. atahud,
ataiid 'dass.', wahrscheinlich auch frz.
bahnt, pg. bahü, bahul, sp baill, it. baute.
prov. baue; russ. batd 'Koffer, Kasten'
[wofür ML 1008 als Ausgan ^'spunkt
*ba-ut mit ,ganz unbekanntem" Etymon
ansetzt]. [GrSVociSic 247. DE" 214.
Eguilaz 299.
1976. Ar. tadkira:
'Pafä' [vom Vb. d'^ikara 'erinnern, er-
wähnen'], ebenso tk. tezkire 'dass., Doku-
ment'; hieraus frz. teskM, rum. te§-
cherea Tassierschein, Beglaubigungs-
schreiben'.
1977. Ar. tafar:
'Hinterer Sattelriemeii, Schwanzriemen';
hieraus mit ar. Art. sp. atafurra, ata-
harra, pg. ataful 'bunter Riemen, den
die Maultiere als Schwanzriemen tragen'.
[DE 208. Eguilaz 299.
1978. Hebr. täcpas:
'Ergreifen, gefangen nehmen', dazu täfüs
'Gefangener'; hieraus jüd.-dtsch. Toffis
'Gefangener', Doufes 'Gefängnis', auch
im it. Gergo tafüs 'Falle, Gefängnis'.
[Ascoli, Sludi orientali e linguistici 403.
1979. Berb. Tafilelt:
Auch Tafilet, N. pr., zu Marokko ge-
hörige Oase südlich des Atlas, in der
Lederindustrie heimisch ist; hieraus kat.
pg. tafilet, sp. tafilete 'feines Leder,
Saffian'.
1980. Ar. taforma:
'Art Adler' [vulg.-ar., wahrscheinlich aus
dem Berb.]; hieraus mit ar. Art. sp. ata-
horma 'Falke von aschgrauer Farbe mit
rotgefleckter Brust und gelben Beinen'.
[DE 209. Eguilaz 299. ML 8524.
1981. Pers. täftä:
'Zeugsloff' [eigentlich 'gewoben', part.
pass. von täftän 'weben, drehen, spinnen'
Horn NpEt S. 83, Nr. 372]; hieraus zur
Bezeichnung eines bestimmten Seiden-
stoffes rum. taftä, it. taffetä, frz. taffetas,
pg. tafetä, kat. tafeta, sp. iafetdn; engl.
taffeta, taffeti/, dtsch. Ta/fet, Taft, ndl.
taf; wohl auch poln. taftaj, Pferde-
decke'; ferner russ. tnfta, poln. tafta,
serb. tafet 'Taft'. [ML 8525. Gorjajew
361. Karlowicz 427 (mit tat. tahtuj als
Grundwort für das poln. W^ort).
1982. Tagalog:
N. pr., malayische Bevölkerung auf einem
Teile der Philippinen, die sich selbst
Tagalog nennen [aus der Partikel taga
'von . . . her' und ilog 'Flufa', also 'Fluß-
bewohner']; nach diesen Tagalen ist eine
sehr feine Strohsorte für Hüte Togal
benannt [Globus LXVII, 336].
1983. Tk. tagar:
'Ledersack, Gefäß': hieraus russ. tagar,
bulg. tagar, serb. dagara 'Koib' [vgl.
ngr. TCYCtpi, mlat. tagarra]. [Gorjajew
3.59. Mikl SlEtWb 346 a.
1984. Hebr. tähaö:
'Unten', modein ausgesprochen töfies,
von oberdtsch. Juden döhes, hieraus
jüd.-dtsch. Doches, Bokes 'Podex'.
1985. Ar. tahiu:
'Mehl', ebenso {k. tahyn 'dass., Sesani-
mehl' [Kelekian Kämüs 801a]; hieraus
rum. tahin 'Brei'.
1986. Ar. tahlil:
Subst. Infin. II zum Nomen allah 'Gott';
er bezeichnet das Aussprechen der For-
mel la iläha illä lläh 'es gibt keinen
157
[Pers. täht.
Gott außer Allah'. Auf Papier ge-
schrieben, diente sie als Amulett; in
der Folge wurden so ganze Koransuren,
ja selbst der ganze Koran oder andere
theologische Werke, in einen Behälter
eingeschlossen, getragen; auch die christ-
lichen Ritter aus der Zeit der Recon-
quista nahmen diese Sitte an und trugen
Reliquien oder Gebete in einem Amulett,
das tahlil hieß; dieser Ausdruck ging
dann auf das Band über, mit dem es
gehalten wurde, schließlich sogar auf
das andere Band, an dem das Schwert
hing; so entstand sp. taheli, tahaH, pg.
taly, talim 'Degenkoppel'. [Das Wort
ftama'il > Amulett hat gerade die um-
gekehrte Bedeutungsentwicklung ge-
nommen, s. hier Nr. 866 : [DE 346/347.
Eguilaz 500.
1987. Pers. täht:
'Thron', ebenso tk. taht; hieraus rum.
taht, taft 'Hauptstadt', bes. 'Sitz des
Unterpräfekten' [als Abkürzung aus tk.
pajita^t 'Hauptstadt', eigentlich 'Fuß
des Thrones' aus pers. pä 'Fuß'].
1988. Ar. tälulua:
'Mühle' [vom Vb tahana 'mahlen', vgl.
tahm hier Nr. l'J8ö]; hieraus mit ar.
Art. sp. atahona, tahona, pg atafona,
kat. tahona 'Mühle, Bäckerei', sp. taho-
nero 'Bäcker', Vb. atahoimr 'backen'.
[DE 208. Eguilaz 500.
1989. Berb. Tähiirt:
N. pr., Stadt in Marokko, an zwei Flüssen
gelegen, an deren Ufern wohl viele Falken
gehaust haben, die daher vulg.-ar. tä-
hurtl heißen; hieraus sp. pg. tagarote,
kat. iagnrot, taragot 'Steinfalk'. [DE 316.
Eguilaz 499. ML 8527.
1990. Chin. t'ai-fnng:
Zusammensetzung aus chin. Tai, Ab-
kürzung für Tai-wan, Namen der Insel
Formosa, und fung 'Wind', also eigent-
lich 'Formosawind' ; hieraus zur Bezeich-
nung eines Zyklons in den südchinesischen
Gewässern engl, typhoon, dtsch. Taifun,
Teifun; frz. typhon. Erst über ar. füfän
'heftiger Sturm' entstand pg. tufäo, to-
fano. — Auch die Ableitung aus tai
'groß' und fung 'Wind', also 'großer,
d. h. starker Wind', hat aus semantischen
Gründen manches für sich. [Hirth
ChinFW 210/212. Hobson-Jobson 947
bis 950 [mit Anführung anderer z. T.
lächerlicher Etymologien]. Lammens
Rem 242/243.
1991. Ar. taiffir:
'Kupfernes Becken, Schüssel'; hieraus
sp. ataifor 'tiefe Schüssel, runder Tisch';
aus der ar. Ableitung taifürljja 'Schüssel'
wurde sp. tafurea 'TrausportschilT für
Pferde', kat. tafarea 'flaches Brot', it.
tafferia 'Barktrog, Holzmulde'. [DE 345,
Eguilaz 299. ML 8532.
1992. Chiu. tai-ming:
'Großer Name', in jap. Aussprache un-
gefähr daimyö 'ein Lehensfürst im feu-
dalen Japan', auch Daimio geschrieben ;
im Gegensatze dazu hießen die Heer-
führer von geringerer Bedeutung, etwa
unsere alten Barone, shömyö 'kleiner
Mann'. Bis zu ihrem Fall i. J. 1868 gab
es etwa 300 Daimios. [Ghamb AUJap 95 f.
1993. Tk. tajaiimak:
Auch dajanmak 'dauern' [vom Stamme
tal-, tag, taj 'anrühren, hinzulegen, bis',
dajan 'sich anlehnen > dauern', Väm-
bery TktEtWb S. 159, Nr. 173 1]; hier-
aus rum. tiäinui 'dauern'.
1994. Ar. ta'jln:
'Zuweisung, tägliches Gehalt, Ration'
[Infin. II von 'ain 'Auge'], ebenso tk.;
hieraus bulg. tajtji 'Anteil', rum. tain
'Ration, Brotgeld'.
1995. Ar. tajjib:
'Gut', hieraus pi^. taibo (alt), tambo 'Ehe-
bett', tamhoeira 'Brautführerin'. [ML
8.531 a.
1996. Ar. täka:
'Fenster', daraus abü täka, vulg. bä täka
'Vater des Fensters', Bezeichnung des
spanischen Talers, weil die auf ihm
befindlichen Säulen des Herkules von
den Arabern irrtümlich für ein Fenster
angesehen wurden [dasselbe Bild mit
der hindurchflatternden Fahne hat be-
kanntlich zur Entstehung der Abkürzung
für den Dollar $ Anlaß gegeben] ; hier-
aus sp. pg. kat. jjrt^«c«, sp. patacön
'spanischer Taler'. [DE 326. Eguilaz 469.
1997. Ar. täkija:
Auch täkija 'üntermütze, d. h. weißes
Käppchen, das unter dem Turban ge-
tragen wird' [Dozy Velem 280 f.] ; hier-
aus sp. toca, it. tocco, frz. toque 'Barett,
Käppchen', siz. toccu 'weißes Käppchen,
das gewöhnlich die Köche tragen'; dtsch.
Tocke, Tockhut [für Damen, Modeaus-
druck]. Über tk. takije 'Mütze' wurde
rum. tichie, chitie 'Käppchen'. [Das
Entstehen von o in den rom. Formen
aus ar. ä erklärt sich aus der Nachbar-
schaft der emphatischen Laute t und k,
die schon im Ar. eine Verdumpfung der
Vokale hervorrufen.] [Löbel EITAP 95.
GrSVociSic 248. Lammens Rem 241.
1998. Ar. taklid:
'Nachahmung, Umhängen eines Schwer-
tes' [subst. Inf. II, bes. tk. teklid-i-sejf
die Zeremonie, bei der der neue Sultan
auf deu Thron in die 'Ejjübmoschee
geführt und dort mit dem Schwerte des
Gründers der osmanischen Dynastie,
ORHAN, gegürtet wird]; hieraus rum.
Ar. takwim.]
158
tacUt 'Gurt zum Hinablassen des Sarves
in das Grab; seidenes Kopf- oder Hals-
luch'.
1999. Ar. takwim:
'Richtige Ordnung' [subsl. Inf. H von
häma 'stehen'], 'Kalender'; hieraus it.
taccuiuo 'Notizbuch', (alt) 'Kalender'.
(ML 8667.]
2000. Tk. takym:
'Gesamtheit aller Teile; Bande' [vom
Stamme tak 'anrühren, hinzufügen',
öag. tahim, tokum 'ein aus mehreren
Teilen zusammengefügtes Ganze', Väm-
bery TktElWb S. 158, Nr. 173 Ij; hier-
aus ruiu. tadm mit vielen Bedeutungen,
z. B. 'vollständige Sammlung, Gedeck
bei Tische; Gelichter, Kerl, Dirne'.
2001. Ar. ta'lab:
'Fuchs', hierzu fiusä nt-taHab 'testiculi
vulpis', Bezeichnung für die stärkemehl-
haltigen Knollen einiger Orchisarten,
z. B. Orchis mascula, woraus sich schon
vulg.-ar. salilth bildete. Hieraus kat.
sp. frz. salej), rum. salep; engl, salep,
salop, ndl. salep, dtsch. Salep, Saleb,
offizinelle Bezeichnung einer Orchis.
[Dozy Oost 78/79. Hobson-Jobson 784.
2002. Hebr. tälä:
'Aufhängen', part. praes. act. töle 'auf-
hängend, Henker'; hieraus frz. (Argot)
tolle, /ö?c 'Henker', gaunerdtsch. Dollinger
'dass.'. fDRIESEN in Herrigs Archiv
GXXIII, 204.
2003. Ar. talak:
Ein Mineral 'Talk' [wohl pers. Ur-
sprungs]; hieraus li.talco, irz.talc, sp.
talque, sp. pg. talco, kat. talc; ndl. talk-
steen, dtsch. Talk, engl, talc; russ. talk.
[DE 347. Eguilaz 501. ML 8.536.
Lammens Rem 232.
2004. Ar. taläk:
'Ehescheidung' ; hieraus pg. talaca 'Schei-
dung'. [DE 347. Eguilaz .500.
2005. Tk. talan:
'Beute' [vom Stamme tal 'nackt, bloß,
leer; berauben', cag. talan, talkan'Ra.uh,
Beute', Vämbery TktEtWb S. 1 64, Nr. 178):
hieraus russ. (all) talan 'Glück, Schick-
sal', bulg. tala7i 'dass.', klruss. talan
'Glück', bestalana 'Unglück' und Ablei-
tungen. [Gorjajew 360. Mikl SIEtWb
346 b.
2006. Ar. talbis:
'Bekleidung' [subst. lufin. II von lahisa
'kleiden'], tk. ebenso telbis, vollständig
telbis-i-iblis [s. hier Nr. 892] 'Bekleidung
des Teufels'; hieraus durch Verkürzung
rum. tälpiz 'hinlerlistig'.
2007. Ar. tali'a:
'Späher', plr. falä'i\ vulg. taläji'; hier-
aus mit ai'. Art. kat. sp. pg. atalaya,
pg. atelaya 'Wartturm; Wache auf den
Feldern', siz. taliari 'beobachten', talel
'paß auf!'. [DE 209/210. Eguilaz 300.
GrSVociSic 247.
2008. Ar. ta'lim:
'Übung' [subst. Iniin. II von 'alima
'wissen, lernen'], ebenso tk. talim; hier-
aus rum. talim 'Verbeugung, Bückhng',
Vb. tallmuri 'sich verneigen'. [Löbel
EITAP 91 erkennt den Zusammenhang
nicht; es liegt offenbar Kontamination
mit dem häufigen tk. Worte teslim -<
ar. tnslim in der tk. Bedeutung 'freund-
liche Begrüßung' vor.]
20Ü9. Ar. tania':
'Begierde' ; hieraus siz. ntamari 'betäu-
ben, verblüöen'. [GrSVociSic 243.
2010. Ar. tamäiii:
'Vollständig, richtig', ebenso tk. temani :
hieraus rum. taman 'gerade, genau'.
2011. Ar. taiuaniiä:
'Gruß, bei dem die Finger geküßt und
an die Stirne gelegt werden', ebenso
tk. temenna; hieraus rum. temenea 'Ver-
beugung, Bückling'.
g()i9 Mal, tambäga:
Kupfer' [Pijn 68; aus sskr. tanuka, ei-
gentlich 'das dunkle Metall', also 'Kup-
fer'; vgl. A. A. E. Schleiermacher, De
l'influence de l'ecriture sur le langage
suivi de grammaires barmane et ma-
laie. Darmstadt 1835. S. 537, nicht
S. 835, wie POTT in ZKM IV, 265 an-
gibt]; hieraus zur Bezeichnung einer
Legierung von Kupfer (A^/i — 12 Teile)
und Zink (1 Teil) pg. tambaque, tambaca,
sp. tumbaga, frz. tombac, it. tombacco ;
engl, tomback, dtsch. Tombak ; russ. tom-
pak. — [Die Ableitung aus dem Namen
eines Engländers DOMBACK ist un-
bewiesen ; ebenso unwahrscheinlich ist
die Entstehung aus dem umgestellten
chin. pack-tang 'weißes Kupfer' > tong-
pack.] [Devii- DEt 221. Hobson-Jobson
829.
2013. Ar. tamr:
'Dattel', Einheitsnomen tamra\ hieraus
sp. pg. tamara 'Dattel' und Ableitungen.
— Aus tamr hindl 'ind. Dattel, Tama-
riscus indica' entstand it. tamarmdo,
frz. tamarin, sp. tamarindo, pg. tama-
rinho, rum. tamarinda; ndl. tamarmde,
engl, tamarind, dtsch. Tamarinde. Eine
lat. Ableitung aus tamr ist lat. tamaris-
CHS, woraus z. B. engl, tamarisk, dtsch.
Tamariske; kat. tamarit, sard. tamaritfu.
[DE 347. EguÜHZ 502. Devic DEt 214
u. 215. ML 85.53. Herrigs Archiv CXL.
240.
2014. Ind. tamtam:
Onomatopoetischer Ausdruck zur Be-
zeichnung des Trommellärms und ähn-
licher Geräusche: tarn, tamhattum, mal.
159
[Ar. tanbür.
tongtony und ähnlich in anderen ind.
Sprachen. Hieraus engl, tum-tom 'Ein-
geborenentrommeP, frz. tamtam 'Blech-
pauke, chin. Gong', dtsch. Tamtam in
übertragener Bedeutung 'marktschrei-
erische Reklame'. [Hobson-Jobson 929
u. 930.
2015. Ar. tanbür:
'Zither, Mandoline oder ein anderes
Saiteninstrument', vulg. tambür ; hieraus
sp. tamhor, it. tamburo, frz. tambour
'Trommel'. Mit Metathesis wurde mlat.
pandura, iL (alt) pandura, pandora ^
(neu) mandola, frz. pandore > mandore,
mandole, dtsch. Mandoline. Das ar. Wort
kommt selbst aus einem pers., aus dem
u. a. afrz. prov. tabor 'Trommel', prov.
'kleiner Sessel', frz. tabouret 'dass.',
prov. taborel, taborin 'Tamburin' und
viele Ableitungen geflossen sind. [DE
374. Eguilaz 301. ML 8516a.
2016. Berb. tängult:
'Kupfer'; hieraus pg. tanyul 'Kupfer aus
der Berberei'. [DE 348. Eguilaz 502.
2017. Gnzerati tänkh:
'Wasserbehälter'; hieraus engl, tank,
ritsch. Tank 'großer Behälter', z. B. für
Wasser oder Benzin. — [Die Ähnlich-
keit mit pg. tanque, it. sta(/no, frz. itang,
sp. estanque, mengl. stank aus lal. stag-
num 'Teich' ist zufällig. Das Wort
engl, tank, dtsch. Tank 'Kampfwagen',
das im Weltkriege entstanden ist, ist
nach seinem Erfinder entstanden.] [Hob-
son-Jobson 898/900.
2018. Ar. tunnin :
'Drache' ; hieraus mit ar. Art. der Slern-
name Etunin y Draconis. Aus räs
attanmn 'Kopf des Drachen' entstand
Rastaben 'derselbe Stern'. [Devic
DEt 42.
2019. Ar. taunür:
'Ofen, und zwar beweglicher Ofen' [vgl.
Assyr. iitiüru, Del HWB 711b; zur Ent-
stehung und Geschichte des Wortes vgl.
Rudolf Dvorak, Ein Beitrag zur Frage
über die Fremdwörter im Koran. Leip-
ziger Diss. München 1884]; hieraus mit
ar. Art. sp. atanor im MA 'Ofen der
Alchemisten', 'Brunnenröhre', frz. atha-
nor 'Alchemistenofen'. Über tk. tandyr
wurde rum. tandur 'Fußwärmer', d. h.
ein Tischchen, unter dem ein Gefäß mit
glühenden Kohlen aufgestellt ist [s. man-
gal hier Nr. 1392], frz. tandour 'dass.'.
Unmittelbar aus dem Ar. wurde siz.
tanniira 'kleiner Ofen, Kohlenbecken'.
Aus dem gleichlautenden hehr. Worte
wurde gaunerdtsch. Tanner 'Ofen'. [DE
SlOy-il-ä. Devic DEt 216. Lammens Rem
5234. Lammens Fartik 917.
2020. Ar. tautana:
'Metallischer Klang, Gepränge', ebenso
tk. tantana 'Pomp, Parade'; hieraus
rum. dandana 'Gepolter, Lärm, schlechte
Angelegenheit'.
2021. Tk. tapkur:
'Kleines Lederkoppel, das die Schabracke
des Pferdes festhält' [Kelekian Kämüs
787 b: iäiÄ;är]; hieraus rum. <«/'<wr 'dass.'.
2022. Pers. tär:
'Faden, Gewebe' [Horn NpEt S. 82,
Nr. 369], ebenso tk.; hieraus rum. tearä
'Zetteln' (Weberausdruck).
2023. Ar. taraf:
'Seite, Gegend', ebenso tk.; hieraus rum.
taraf a 'Schar, Bande'.
2024. Ar. taraha:
'Entfernen, beseitigen', dazu subst. Intin.
tarh 'Abzug'; hieraus it. prov. tara,
frz. tare, sp. pg. <a>-a, rum. dar«; dtsch.
Tara, engl, tare; russ. tara 'Abzug vom
Bruttogewicht', also 'Verpackungsge-
wicht'. [Zur Lautgestaltung beachte
man, daß das ar. tarh fast wie farak
gesprochen wird; Ableitung von fürah
scheint daher zweifelhaft, vgl. RUSKÄ
in Isl XII, 234-/235.] Hierhin gehört
auch it. tarocco, dtsch. Tarock 'ein Kar-
tenspiel'. [DE 313. Eguilaz 304. ML
8568. GrSVociSic 247.
2025. Ar. turahsakun:
'Wilde Zichorie'; hieraus la*. taraxacum
'Löwenzahn, Leontodon laraxacum', frz.
taraxacon; eng), taraxacum. [Devic DEt
216/il7. Lammens Rem 235.
2Ui6. Tk. tarak:
'Kamm' [vom Stamme tal, tar 'groß,
geräumig > erweitern, ausstreuen', c'ag.
tarak 'Kamm', eigentlich 'Zerstreuer',
Vämbery TktEtWb S. 162, Nr. 176 II];
hieraus rum. tarac, arac 'Reben- und
Weinpfahr, därac 'Wollkratze, Krempel'.
2027. Kas.-tat. tarakau:
'Schabe'; hieraus russ. tarukan, cech.
tarakan 'dass.', vielleicht auch poln.
karuczan. [Gorjajew 360. Mikl SiEt
Wl) 347 a.
2028. Ar, taran^nbin:
'Flüssige pers. Manna' [aus pers. türiin-
gubin: tär 'feucht, irisch' Hoin NpEt
S. 85, Nr. 382 und änguhin 'Honig' eben-
da 8.29, Nr. 124]; hieraus sp. terenia-
bin, frz. tireniabin \teremabin in Roma-
nia XXXV, 409; s. Behrens Beilr 264]
'dass.', fiz. tringibin. [DE 350. Devic
DEt 219/220. Eguilaz 505. Lammens
Rem 239.
2029. Pers. täräzQ:
'Wage', tk. ebenso terazi ; hieraus serb.
teresije, klruss. terezy, russ. tereza ' Wase' ;
rum. tirizie, terezie 'Wagscliale'. [Löbel
EITAP 94. Mikl SlEtWb 354 a.
Ar. Urb.]
160
2030. Ar. tarb:
'ümenlum, Netz', d. h. Faltungen (Dupli-
katuren) des Bauchfells (Peritonium) der
Wirbeltiere, also auch beim Menschen
[aus pers. därb 'tetf Horn NpEt ö. 97,
Nr. 43ö]; hieraus nilat. der Anatomen
zirbits, it. zirbo, sp. pg. zirbo, zerbo
'Leibesnetz', unmittelbar mit Metathesis
it, tn'ppn, frz. tripe, prov. kat. sp. pg.
tripj 'Eingeweide, Kaidaunen', it. (dial.
Piemont bis Neapel) tripa 'Bauch'.
[HArHebrAn 247/250. ML 8703.
2031. Ar. tarbüs:
'Roter Fez' [Dozy Vetem 220, 250, 289 ;
aus tk. ter 'Schweiß' und pers. püs,
Präsensstamm püsidän 'bedecken', s. hier
Nr. 1625, also 'Schweifskappe'] ; hieraus
frz. tarbouch, dlsch. Tarbusch, engl, tar-
boosh, tarbouche.
2032. Ar. tarfä':
'Tamariske, Tamarix gallica' ; hieraus in
gleicher Bedeutung sp. atarfe, taray.
[DE 212. 348. Eguilaz 305. ML 8578.
2033. Ar. iargumän:
'Ausleger, Dolmetscher' [Vb. targama
'dolmetschen' aus syr. targem 'erläutern',
vgl. targüm 'Erläuterung, Erklärung';
beachte assyr. ragämu 'sprechen', rigmu
'Wort', eigentlich 'schreien, rufen'; 'Ge-
schrei, Ruf, DelHWB 612 a, sowie assyr.
targumänu 'Dolmetsch', ebenda 713 a];
hieraus it. dragomanno, turcimanno [mit
Anlehnung au turco 'Türke'], prov.
drogoman, frz. drogoman, drogman,
trucheman, kat. sp. drogoman, trujaman,
pg. dragomano, trugimäo; engl, drogo-
man, druggerman, ndl. drogoman, drog-
man, dtsch. Dragoman, (älter) Dnitzel-
mann, Trutschelmann; russ. dragoman.
[DE 351. Eguilaz 508. ML 8580.
Kluge 96.
2034. Ar. tarhün :
'Kaisersalat, Bertram Arteraisia dracun-
culus' [aus gr. bpdKUJv] ; hieraus it. tar-
gone, mfrz. targon, frz. targon, estragon,
prov. draguneto, estargon, sp. taragona,
tarncontea, pg. estragäo, rum. tarhon;
engl, dragoon, dtsch. Dragun, Esdragon;
russ. dragun, estragon, bulg. estragon,
cech. dragön, estragon, poln. estragon,
draganek. — Der Esdragon ist wahr-
scheinlich zur Zeit der Kreuzzüge nach
Europa eingeführt worden, da er den
Alten unbekannt war. [DE 348. Eguilaz
392. Devic DEt 112/113. Lammens
Rem 108/109. [ML 8581. Gorjajew
95. 432.
2035. Hind. tärl:
'Palm wein vom Palmbaume tär''; hier-
aus engl, toddy 'der süße Saft gewisser
Palmen, gesüßter Branntwein mit heißem
Wasser'.
2036. Ar. tarlda:
'Transportschiff für Pferde, Schlepp-
schiff' ; hieraus it. prov. kat. sp. tarida
'Lastschiff'. Hiermit muß auch it. tar-
tana, frz. tartane, kat. sp. pg. tartana;
ndl. tartaan 'kleines Seefahrzeug' zu-
sammenhängen [das ML 8588 genannte
Grundwort ar. tarfaneh existiert wohl
nicht oder ist selbst, wenn es belegt
werden könnte, romanischen Ursprungs].
[DE 349. Eguilaz 503. ML 8582.
2037. Ar. ta'rif:
'Bekanntmachung' [subst. Inf, II vom
Vb. 'arafa 'wissen']; hieraus it. tariffa
'Warenverzeichnis', frz. tarif, sp. pg.
tarifo, rum. tarif, Vb. tarif a 'besteuern';
ndl. tarief, dtsch. Tarif, engl, tariff
'Warenverzeichnis, Preisliste'; russ. tarif,
cech. tarifa, poln. taryfa. [DE 348.
Eguilaz 503. ML 8583.
2038. Ar. tariha:
'Zwangsarbeit'; hieraus sp. tarea 'Arbeit,
Tagewerk', pg. tarefa 'Arbeit, die zu
einer bestimmten Zeit geleistet sein
muß'. [DE 348. Eguilaz 503.
2039. Ar. tarima:
'Bettstelle' oder tärima 'Holzhaus mit
hochgewölbtem Dach' [aus pers. tärim];
hieraus kat. sp. pg. tarima 'Fußschemel,
Tritt', pg. tarimba 'Pritsche'; rum. tärim
'Landstrich' [über tk. tarym 'Gewölbe'
wie die folgenden Wöiter], russ. terem
'Dachzimmer', (älter) 'Kemenate, Frauen-
gemach', klruss. terem, poln. trzem
'dass.', serb. trijem 'Halle'. [DE 348,
Eguilaz 503. ML 8584. Mikl SlEtWb 354.
2040. Tk. tarla:
'Saatfeld, bebautes Land' [vom Stamme
tal, tar, s. hier Nr. 2026; osm. taramak
'säen <^ ausstreuen'] ; hieraus rum. tarla
'dass., schmales Beet'.
2041. Ar. tartib:
'Anordnung', ebenso tk. tertib 'Anord-
nung, Plan'; hieraus rum. tertip 'Vor-
kehrung, Kunstgriff (bes. unehrlicher)',
Ableitung tertipciü.
2042. Sskr. tasara:
Ebenso hind. tasar 'Schiffchen des We-
bers' ; hieraus engl, tussah, tusseh, dtsch.
Tussaseide, eine Art geringwertiger Seide,
die von verschiedenen Seidenraupen,
z. B Antheraea paphia, hergestellt wird.
[Hobson-Jobson 945/946.
2043. Tk. tasnia:
'Riemen'; hieraus rnm. tasma 'Hutband';
russ. tasma 'Riemen', tesma 'Band', tes-
jomka 'schmales Zwirnband', öech. tas-
ma, poln. tasma, tasiemka 'dass.'.
2044. Pers. täst:
'Becken, Untertasse' [Horn NpEt S. 87,
Nr. 389], ins Arabische als täs, täsa
'Schälchen' übergegangen; hieraus it.
161
[Tk. Tatar.
tazza 'Trink schale', sard. taza, prov.
tassa, frz. fasse, sp. pg:. taza, rum. tas;
dtsch. Tasse, (dial. Bayern) Tatze; russ.
taz 'Becken', serb. tas, poln. tasa. [DE
349. Eguilaz 504. ML 8594.
2045. Tk. Tatar:
N. pr., Name einer grolsen Verzvveii^ung
des Türkenstammes; hieraus u. a. dtsch.
Taterkorn 'Buchweizen', Tatarennach-
richt 'falsche, voreilige Nachricht, Ente'
(so genannt, weil während des Krim-
krieges ein tatarischer iVIeldereiter vor-
zeitig die Nachricht vom Falle Sewasto-
pols nach Konstantinopel brachte] ; cech.
kh'üss. tatarka 'Buchweizen, Heidekorn';
rum. tärtäcii^a 'dass., Walzenkürbis',
tätar 'Tatare, Tatarenpferd', tätarcä
'Tatarenstute, Pelzmantel'; frz. tartare
im Schneiderargot von Paris 'Lehrling,
zweiter Geselle'. [Roth ViFr 43/44.
MWiD III.
2046. Ar. tatbika:
jSubst. Infin. II von tabitka 'bedecken'] ;
hieraus sp. pg. iabica 'eine Platte aus
Eisen oder Kupfer, um eine Öffnung
zuzudecken', sp. der leere Raum selbst,
also 'Hohlraum', Vb. tahicar 'zumauern'.
[DE 344.
2047. Tahitisch tatn:
Auch tatau 'Zeichen, Schrift. Malerei',
Vb. 'zeichnen, lesen, rechnen'; hieraus
engl, tattow, tattoo, dlsch. tatuieren, täto-
wieren; frz. tatouer. [Die Sitte des Täto-
wierens kam zu uns von-den Marquesas-
Inseln.]
2048. Ar. taur:
'Stier' [echt .semitisches Wort, also nur
zufällig mitlat. faMms lautlich zusammen-
fallend]; hieraus mit ar. Art. der Stern-
name Ataur 'Sternbild des Stieres Tau-
rus'. [Devic DEt 41/42.
2049. Ar. tanrTk:
Subst. Infin. des Vbs. waraka II vom
Subst. warak 'Blätter', nlso 'Blätterwerk' ;
hieraus mit oder ohne ar. Art. sp. atau-
rique, taurique 'maurische Stukkatur'.
[DE 214. Eguilaz 30ö.
2Ü.Ö0. Ar. taiisija:
Subst. Infin. des Vbs. wasä II 'färben,
schönmachen', also 'Färbung'; hieraus
sp. ataujia, pg. atauxia, fnuxia. mfrz.
tauchie, it. tausia 'Damaszierung mit
Gold oder Silber', dtsch. Vb. tauschieren.
[DE 214/215. Eguilaz .306. ML 8602 a.
2051. Tk. tawa:
'Bratpfanne; Schüssel, worin Pastetchen,
Kuchen usw. zubereitet werden' [Kelekian
Kamus 798a; 339a mit Abbildung];
hieraus rum. tavä 'Kuchenschüssel, Brat-
pfanne, Hackofen'; bulg. serb. tawa
'Pfanne'. [Sain 59. Löbel EITAP 93.
Mikl SlEtWb 347 h.
Lokotsch, Etymolog. Wörlerlmch.
2052. Tk. tawan:
'Zimmerdecke'; hieraus rum. tavan;
bulg. serb. tawan 'dass.'.
2053. Ar. tawäfur:
'Wiederholung', ebenso tk. 'öffentlicher
Lärm'; hieraus rum. täväturä 'wüster
Lärm'.
2054. Berb. tazabbügt:
'Wilder Ölbaum, Rhamnus lycioides';
hieraus zunächst ar. zanhüg, ferner sp.
acebuche, pg. azambtijo, zambujo 'dass.'.
[DE 32. Eguilaz 1.5/17 (der lat. acerbus
als Gdwt. vorschlägt; lautlich viel zu
schwierig).
2055. Tat. täzäk :
'Getrockneter Kuhmist', der zur Feuerung
benutzt wird; hieraus rusä. tizjak und
mit Assimilation an den Auslaut kizjak
'dass.'. [Gorjajew 139.
2056. Tk. tebsi:
'Metallplatte', die auf Füßen steht und
als Tisch dient [Kelekian Kämüs 341a];
hieraus rum. tipsie 'Präsentierteller,
Pfanne'; bulg. tepcija 'Tablett', bulg.
serb. tepsija 'Teller'. [Löbel EITAP 96.
Mikl SlEtWb 352 b.
2057. Aram. tCTar:
Dazu pa"el tagger 'handeln, Handel
treiben', taggär 'Kaufmann'; hieraus
durch Vermittlung der Juden ndl. tag-
gerijn, tangerijn 'Eisenhändler'.
2058. Tk. tejel :
'Hintei naht' [Kelekian Kamas 394b],
'Seidennaht in wattierten Röcken' ;
hienius rum. tighel 'Hinterstich, Stepp-
stich'. [Sain 60. Löbel EITAP 96.
2059. Tk. teker-ineker:
'Plötzlich' [Kelekian Kämüs 393 b; Dop-
pelausdruck, bei dem das zweite Glied
reduplizierend mit m anlautet, s. Ad.
Wahrmund, Prakt. Handbuch der osman.-
tk. Sprache. \ Gießen 1898. S. .58 oder
M. Horten, Kleine tk. Sprachlehre. Heidel-
berg 1916. S. 123; vgl. fr. pele-mele,
dtsch. Mischmasch]; hieraus rum. techer-
mecher 'dass.'.
2060. Tk. tel:
'Draht, Metallfaden'; hieraus bulg. tel,
serb. telej, telo 'Draht', rum. tel 'Eisen-
oder Kupferdraht'.
2060a. Siames. telapat:
'Palmblatt' [angeblich verwandt mit
mal. keläpa 'Kokosnuß' Pijn 179b]; nach
diesem von ihnen ständig gebrauchten
Abzeichen sind die buddhistischen Prie-
ster in Siaiii, mit dem heimischen Namen
phra genannt, bezeichnet: frz. talapoi.n,
engl, talapoin 'siamesischer Bonze'. [De-
vic DEt 233/234.
2061. Tk. telatin:
'Russisches Leder' [Kelekian Kämüs
11
Tk. temel.]
162
;{97aj', hieraus ruin. telctin Mass.,
Juclilenledcr'.
:2üG'2. Tk. temel:
'Grund, Fundament' [aus gr. öe|Lie\iov,
ZDMG LI, t296]; hieraus rum. temelie
'dass.', temem 'Grundlage'; serb. temelj,
bulg. temel 'Fundament'. [Löbel EITAP
!>4. Mikl SIEtWb 349h.
:20t)3. Tat. tomlik :
'Säbeirieuu'ii' ; hieraus in gleicher Be-
deutung: russ. temljak, poln. temlak,
temblak, serb. temnjak. [Gorjajew 363.
Mikl SIEtWb 349 b.
2064. Tk. teubel:
Taul', vulg. Aussprache tembel; hieraus
rum. tembel 'lässig, saumselig'.
2065. Tk. teneke:
'Blech'; hieraus rum. tinichea 'dass.',
tinichigiü 'Klempner': bulg. tenektja,
serb. tenece 'Blech'. [Russ. denga, den'ga
gehört jedenfalls zu tk. damga, s. hier
Nr. 478.] Mikl SIEtWb 350a. Bern
SIEtWb 183.
2066. Tk. tengere:
'Kessel' [letzten Endes vom Stamme tak
'figere' ZDMG XXIII, 271]; hieraus
rum. tingire 'dass., Kochtopf, Abltg.
tingiricä ; bulg. serb. tendzera 'Pfanne'.
2067. Tk. teukuefes:
'Asthma' [aus pers. täng 'eng' Horn NpEt
S. 89, Nr. 398 und ar. nefes 'Atem'],
vulg. tiknefes [Kelekian Kämüs 408a];
hieraus rum. tecnefes, ticnafes 'dass. ;
Engbrüstigkeit (bei Menschen), Herz-
schlächtigkeit (bei Pferden)'.
2068. Hebr. teqpillä:
'Gebet', aber auch schon im AT 'Gebets-
haus', vgl. Jes. 56, 7: „Mein Haus soll
ein Bethaus für alle Völker sein", nhebr.
tifla 'Kirche'; hieraus jüd.-dtsch. Difftel
'Kirche'; frz. (Argot) antiffe, entifle,
prov.ewi//Z<; 'Kirche'. DRIESEN in Herrigs
Archiv CXXIII, 204.
2069. Tk. tepingi:
Auch iebengü 'Breiler Sattelriemen'
[Kelekian Kämüs 342 b]; hieraus russ.
leben ki 'dass.', klruss. tybenky, poln.
tebienki 'Sattelklappe'. [Mikl SiEtWb
347 b.
2070. Hebr. terecpä:
'Zerrissenes Fleisch', daher 'unreine
Speise'; aus dem Subst. wurde das Adj.
'rituell ungenießbar', daraus 'uni-ein,
schlecht, ungerecht'; hieraus it. (Gergo)
tarif, taref 'stinkend' [vgl. G. J. Ascoli.
Studi orienlali e linguistici. Milano 1854.
S.402], prov. trefa, ^ra/'ans 'betrügerisch',
sp. trefe 'falsch, treulos, schwach', pg.
treto, trefego 'verschmitzt, arglistig';
jiddisch träif 'rituell ungenielabar', mit
slav. Endung träifnak 'Trefeesser, d. h.
•Jude' [Birnbaum HebrEl .52 und 53];
jüd.-dtsch. trefe 'unrein' [beim Kuh-
handel], übertragen durch und durch
trefe 'ein ungenießbarer Egoist', e trefe
mokon 'ein Ort, an dem keine Juden
wohnen durften'; poln. trefny 'unrein',
Vb. trefic. [ML 8662 glaubt die Etymo-
logie der roman. Formen als , wenig
wahrscheinlich" bezeichnen zu müssen,
da die rom. Sprachen sonst kaum hebr.
Wörter enthalten; doch beachte man
das üben von ASCOLI zitierte Gergo-
Avort oder etwa hier Nr. 659.]
2071. Tk. terhaua:
Auch tarhana: 'Speise aus Mehl und
Milch' ; hieraus rum. tarhana, trahana
'geriebener Teig'.
2072. Tk. terlik:
'Art Saffianpantoffeln ohne Absätze'
[eigentlich 'Schweißtuch, Schweißdecke'
aus tk. ter 'Schweiß' vom Stamme ter,
tir 'Nässe, Schweiß', Vämbery TktEtWb
S. 174, Nr. 187, und Suffix -lik zur Be-
zeichnung von Kleidungsstücken, s. hier
Nr. 704 und 924]; hieraus rum. terlic,
tirlic, plr. terltct 'Art Schuhe'.
2073. Tk. terzi:
'Schneider'; hieraus bulg. serb. terzija
'dass.'. [Mikl SIEtWb 355b.
2074. Ar. tib:
'Wohlgeruch'; hieraus siz. tibu 'Zucker-
werk aus Melil und Weinmo.st' [Speziali-
tät von Girgenti]. [GrSVociSic 248.
2075. Ar. tibr:
[vollständiger: • dahab at-tibr] 'Gold-
staub', wie er im afrikanischen Handel
üblich ist; hieraus frz. tiber und mit
ar. Art. atibar 'dass.', sp. tibar, oro de
tibar 'reines Gold'. [Devic DEt 220.
2076. Tk. tiftik:
'Wolle der Angoraziege, Scharpie' [Kele-
kian Kämüs 385 b]; hieraus rum. iiftie
'Leinwandfasern, Scharpie'; poln. tyftyk,
dywdyk 'Schabracke ; Art Gewebe'. [Löbel
EITAP 96. Mikl SIEtWb 369b. Karlo-
wicz 424.
2077. Ar. tiLism:
'Zauberbild' [aus gr. TeXeopa], vulg.-ar.
tilsam, pers. tilism, plr. tilismän ; hieraus
it. talismano, frz. sp. pg. talisman, sp. ta-
lisma, pg. talismao ; engl. ndl. talisman,
Aisch. lali^man ; russ. talisman. [Eguilaz
501. Lammens Rem 233. ML 8622.
2078. Tk. tilmac:
'Dolmetscher' [osm. veraltet dilmaö Kele-
kian Kämüs 600, vom Stamme til, dil
'schwatzen, reden, Zunge, Sprache', also
öag. tilmanc, altaisch tilmes, ujg. tilmedi
eigentlich 'der Sprecher' ^ 'Dolmetscher',
Vämbery TktEtWb S. 175, Nr. 188];
hieraus russ. tolmaö 'dass.', Vb. tolmacit',
poln. tlumacz, öech. tltimaö, klruss. Vb.
tlmaviti, tumaciti, bulg. thmaö, serb. toi-
163
[Tk. timar.
mac, tomac; rum. tälmaetü, Vb. talmäci;
mhd. tolmetsche, dtsch. Dolmetsch, Dol-
metscher. [Mikl SlEtWb 369a. Kluge
94. KSz XVII, 122. (Vgl. auch ZfAss
VI, 5ö: kleinasiatische Mitannisprache
talami 'Dolmetsch' im i. Jahitausend
V. Chr.).
2079. Tk. timar:
'Pflege'; hieraus bulg. serb. timar'A'ASS,''.
2080. Mal. tiugkal:
'Borax' [Pijn 63b; aus sskr. tankana],
hieraus pers. tängär, ar. tinkär, tinkäl;
liieraus span. atincar, pg. tincal, atincal,
frz. tincal, tinkal; engl, tincal, tinkal
'Rohborax (aus Persien, Indien oder
Tibet)'. [DE 216. Eguilaz 307/308.
Devic 220/221.
2081. Pers. tirkäs:
'Köcher' [aus ttr 'Pfeil' Horn Np S. 91,
Nr, 406 und käs, Präsensstamm zu
käsldän 'ziehen', ebenda S. 191, Nr. 859J,
mgr. TapKdaiov [vgl. C. MICHAELIS in
Eberls Jahrbuch XIII, 21211.]; hieraus
it. turcasso [mit volksetymologischer An-
lehnung an turco], afrz. tarcais, mtrz.
carcas, frz. carquois, it. carcasso 'Köcher',
sard. straccasciu 'Futteral für den Dudel-
sack', sp. carcaj 'Köcher'; mhd. türkis
'Köcher' [bei WOLFRAM VON ESCHEN-
BACH], — [Aus 'Pfeil' entwickelt sich
'pfeilgeschwind' im Namen des Flusses
Tigris, vgl. schon Dionys. Eusth. 994:
TiYpiv KttXoüai TO TÖEeuMa oi Mrjbol
und KZ VI, 2.53 ff.] [DE 250. ML 8571.
WuS VI, 132.
2082. Pers. tlzäb:
'Scheidewasser' [aus tez 'scharP Horn
NpEt S. 92, Nr. 408 und äb 'Wasser,
s. hier Nr. 5], tk. vulg. kezzab [Kelekian
Kämüs 420] ; hieraus rum. chezab 'Vi-
Iriolöl'.
2083. Ar. tob:
'Ziegel', Einheitsnomen ^öha; hieraus
mit ar. Art. sp. pg. adobe, pg. adobo,
adova, frz. adobe; engl, adobe 'an der
Sonne getrockneter Luftziegel'. [DE 46.
Eguilaz 58/59.
2084. Hebr. töß:
'Gut, tüchtig' ; hieraus gaunerdtsch. duft,
z. B. ein dufter Junge.
2085. Hebr. töhü:
'Wüstheit', ebenso böhü 'Leere'; töhü
wa-böhü 'wüst und leer' wird im AT
in der Schöpfungsgeschichte Gen. 1, 2
zur Kennzeichnung des Chaos gesagt;
der Ausdruck ist sprichwörtlich ge-
worden: dtsch. Tohuwabohu 'wüstes
Durcheinander', frz. tohu-bohu 'dass.,
Chaos'.
2086. Tk. toj:
'Hochzeit, Fest, Festmahl' [altes Wort
Kelekian Kämüs 825 b; vom Stamme
tok, toj 'dicht, fest, satt', Vämbery
TktEtWb S. 179, Nr. 193 I]; hieraus
mm. toiii 'Fülle, Glanzpunkt, Gewühl',
Vb toi 'schreien, lärmen'.
2087. Tk. tokmak:
'Schlägel, Klopfer' [Kelekian Kämüs 819 b,
vom Slamme tafc 'anrühren, hinzulügen',
tög 'sch.agen', Vämbery TktEtWb S. 160,
Nr. 173]; hieraus rum. tocmac; bulg.
serb. tokmak, russ. tokmac, tokmar 'dass.'.
[Löbel EITÄP 96. Mikl SlEtWb 358 a.
2088. Tk. toniruk:
'Baumstumpf, Gefängnis' [vom Stamme
tarn, tom 'lest, geschlossen y Kerker',
Vämbery TktEtWb S. 166, Nr. 179 II);
hieraus bulg. serb. tomruk, poln. temruk
'Fuüschelle'; v\\.m.tumurluk 'Gefängnis',
tumurug 'Pfahl, Klotz'. [Mikl SlEtWb
358 b. Löbel EITAP 97.
2089. Tk. top:
'Alles, was rund ist: Kugel, Paket, Bün-
del' [vom Stamme tob 'Haute, rund >
sammeln', Vämbery TktEtWb S. 178,
Nr. 192 I]; hieraus bulg. serb. top 'Ku-
gel'; rum. top 'Ries Papier'. Vom tk.
Ablativ topdan 'vom Haufen' kommt
rum. toptan im Ausdruck a .vinde cu
toptanul 'im großen verkaufen', top-
tangiü 'Großhändler'. [Sain 60. Löbel
EITAP 96. Mikl SlEtWb 359 a.
2090. Tk. topDz:
'Keule' [vom gleichen Stamme wie hier
Nr. 2089]; hieraus lum. topuz 'dass.'.
2091. Tk. torba:
'Sack', mit Metathesis [vgl. z. B. den
Namen der .alten tk. Hauptstadl in Klein-
asien Brusa und Bursa] tobra [Kelekian
Kämüs 814b und 809b]; hieraus rum.
torbä. tolbä 'Sack, Jagdtasche, Köcher';
bulg. serb. torba 'Tasche, Sack', klruss.
cech. poln. torba 'Sack', russ. ^orfea 'Korb'.
2092. Tk. torlak:
'Neuling, unerfahren, zügelloser Jüng-
ling' [Kelekian Kämüs 815 a; vom
Stamme tur, tor 'vorne, oben > er-
schatfen', Vämbery TktEtWb S. 185,
Nr. 197 IIJ; hieraus rum. turlac 'be-
trunken'.
2093. Tk. torluk:
'Kohlenmeiler' [Kelekian Kämüs 815 a;-
vom gleichen Stamme wie hier Nr. 2092,
eigentlich 'das Aufgestellte']; hieraus
rum. turluc 'dass.'.
2094. Tk. tozluk:
'Staubiger Ort; Stiefel, die man gegea
den Staub trägt, Gamaschen' [aus tk.
toz 'Staub' vom Stamme tir > tiz, toz
'brechen, zerstäuben', Vämbery TktEtWb
S. 177, Nr. 190 H, und Suffix -lik zur
Bezeichnung des Ortes oder der Beklei-
dung]; hieraus rum. tozluc, tuzluc 'Ga-
masche'.
11*
Tk. trampa.]
164
2095. Tk. traiupa :
'Tausch' [K61ekian Kämas 359 a; aus
it. tramuta]: hieraus bul}?. serb. trampa
'dass.-, Vli. seih. trampHi. [Mikl SlEt
\Vb 360 y
'JÜ96. Mal. trlpaiig:
'Seewalze, Holothuria edulis' [Pijn 6^ b];
liieraus en^l. tripnng ;aucli swallow aus
mal. suwälä 'dass.' Pijn 143 b], ndl.
tfipang, dtsch. Trepaiif/; trz. trijjan, tre-
pang. — Der Trepan;: wird in den in-
dischen Gewässern in großen Mengen
getischt, dann abgekocht, gedörrt und
nach China verkauft; die Chinesen halten
ihn für einen Leckerbissen. [Devic DEt
t>i>± JAOS XVIII, 110/111.
2097. Tk. tüg:
'Die lange, mit dem Rofsschweif gekrönte
Stange; Fahne" [von\ Stamme tük
'stecken, aufstecken', Vänibery TktElWb
S. 191, Nr. 203]; hieraus rum. tum
'Pferdeschweif'; serb. tiig; hz.toug, totic;
dtsch. Tug. [Ober die Einfülirung der
Roßschweife bei den Standarten vgl.
Franz Grässer, Historische Raritäten.
Leipzig 1814. S. 2ei/27 und Ottokar
V. SCHLECHT A-WSSEHRD in ZDMGXl.
549. Das Pferdehaar wurde gai ben-
weise in Zöpfchen zusammengedreht :
während der Emirülumera einen, der
Beglerbeg zwei und der Wezir drei
führen durften, gebührten dem Sultan
neun Roßsch weife. 1 [Devic DEt 221.
2098. Tk. tug:
Auch tue, tung 'Bronze'; hieraus bulg.
tue 'dass.', serb. tue 'dass., Messing,
Glockenspeise'; runi. tucm 'Gußmetall;
Vase aus solchem Metall', [Sain 60,
Mikl SlEtWb 364 b.
2099. Tk. tngla:
'Ziegel' [auslat, tegula ; vgl n^-r. TOÖßXov] ;
hieraus bulg. tugla, tuwi.a 'dass.',
2100. Tk. tugra:
'Hoheitszeichen des Sultans, das seinen
Namen und Titel enthält'; hieraus rum.
iura 'Namenszug des Sultans; Kopfseite
einer Münze', turäi 'Kopf- oder Schrift-
raten'. — Um 1600 autgekommen, be-
hält die Tugra ihre äußere Form stets
bei; nur der Name des Sultans und sein
Patronymikon werden geändert; doch
kann der Laie die verschiedenen Hoheits-
zeichen nicht unterscheiden. Die Tugra
wurde an den Kopf der kaiserhchen
Verfügungen und Patente gesetzt.
Näheres s. NO III, HO,
2101. Pers. tülä :
'Junger Hund' [tölä Horn NpEt S. 90,
Nr. 403], tk. ebenso tule 'Jagdhund';
hieraus mm. duläü 'Schäferhund, Kelten-
hund: frecher Kerl'.
2102. (Jag. tulb:
'Ledersack' [dass. wie tk. torba, s. hier
Nr. 2091, mit Liquidenwechsel], kas,-tat.
tuhlp 'Schafspelz'; hieraus russ. tuluji
'Art Kleid', klruss. toluh, poln. iutub
'das.s.'; schwed. tuhibb 'Pelzmantel',
tulubbkrage 'Pelzkragen'. [Gorjajew 380.
Mikl SlEtWb 365 a.
2103. Tk. tiilnni:
'Schlaucli, Dudelsack'; hieraus rum. iM-
lum; serb. tuluni, tulumina 'Schlauch',
russ. tiüiin 'Ledersack, pulnisi her Pelz'.
IGorjajew :;80. Mikl StEtWb 365h,
2104. Tk. tulnniba:
'Feuerspritze' [aus it. tromha], tuliiinbagi/
'Feuerwehrmann'; hieraus rum. titlunibä,
iulumbagiu 'dass.', .4bleilung tuhimbitu
'Klvstierpumpe',
2105. Tk. tamau:
'Zehntausend Einheiten; Nebel, Rauch'
[Kelekian KämOs 417b; vom Stamme
tarn, tum 'versammelt, vereint', cag.
ahnen 'Haufe, Menge, Fülle', Vämbery
TktEtWb S, 16.5, Nr. 179 I]; hieraus in
der ersten Bedeutung russ. t'ma 'un-
zählige Menge', in der zweiten Bedeu-
tung bulg. tunian, russ. tuman 'Nebel',
poln. tuinan 'Nebel, Staubwolke', klruss.
tuman 'Nebel', tumanec 'Staubwolke'.
[Mikl SlEtWb 349 b. 365 a.
2106; Ar. tumii:
'Ein Achtel; ein Hohlmaß', Einheits-
nomen tumna; hieraus sp. tomin, kat.
tomi 'Sechstelquentchen (beim Golde)',
mit ar. Art. sp. azumbre 'der 8. Teil einer
Arroba [s. liier Nr. 172-5] als Flüssigkeits-
maß'; >i\z. tumndnu 'ungefähr 10 1', als
Flächenmaß 4 munneddi; gesetzlich ab-
geschafft und durch den tumolo ersetzt,
ist der Ausdruck doch noch in ganz
Sizilien gebräuchlich. [DE 230/231.
Ettuilaz 327. 507. GrSVociSic-, 248.
2107. Tk. tupe:
'Kopfputz' [nicht osni., doch vgl, cag,
töpe, twpe 'Hügel, oberer Teil, Kopf-
scheitel', Vämbery TktEtWb S. 178,
Nr. 192 I]; hieraus frz. fowpet 'Unterlage
für die Frisur, Stirnbüschel > Frechheit',
sp. ttipe 'in die Höhe gerichtetes Büschel
Haare auf der Mitte der Stirn', lig.
'Kühnheit'. [Oriente 1, 196.
2108. Tat. tnrac:
'Fasan' [ebenso osm. durag]; hiei'aus
russ. tiirac 'kaukasisches Rebhuhn'.
2109. Tat. turak:
'Geronnene Milch, Käse'; hieraus russ.
tworog, twarog, bulg. ttmrog, cech. tva-
roh, klruss. twaroh, poln. twarog; mhd.
twarc, dtsch, Quark in der ursprüng-
lichen Bedeutung. [Mikl SlEtWb 366 a.
2110. Ar. tnrhad:
Eine ümbellifere, die als Purgiermittel
165
[Ar. turda.
schon bei Avicenna aufgeführt wird
[wahrscheinlich selbst aus dem Pers.J,
vulg.-ar. turhid; liieraus zur Bezeichnung
eines Purgiermittels mlat. turpethum,
kat. sp. pg. turbit, sp. tiirbiche, frz. tur-
bith] ndl. turbith, engl, furbüh, turpeth.
Frz. turbith rnineral ist ein Präparat
aus Quecksilbersulfat mit gleicher Wir-
kung. [DE 351. Pevic DEt 2^22. Eguilaz
.509. Dozy Oost 9(i. Lammens Rem
241/24-^.
2111. Ar. turda :
Eine Speise, die von FREYTAG definiert
wird als 'in frusta fiactus pauis, cui
iusculum caruis iiifunditur'; hieraus mit
ar. Art. pg. agorda 'Speise aus Brot-
stücken, Olivenöl, Essii;' und Lauch', oft
mit Eiern, Zucker und Butterangemacht.
[DE 40. Eguilaz 37.
2112. Pcrs. turfäudä:
Trühobst, Erstlinge', ebenso tk. turfan-
da; hieraus rum. trufanda 'dass.'.
2113. Temasek turik:
Temasek ist die Sprache der Tuareg
der Wüste Sahara und gehört dem
berberischen Zweige an: das angegebene
Wort ist t-urik zu trennen [vgl. z. B.
hier Nr. 1980 und 2054] und heifcU, "^Anti-
lope' [Barlh, Reisen V, 686]; hieraus
gr. öpuE, engl, oryx "^Antilope, Gems-
bock in Südafrika', dtsch. Oryxantilope.
2114. Tk. türk:
N. pr., Name eines über weite Teile
Asiens und Europas verbreiteten Volks-
stammes. Er geht auf den Staunri tür,
tör "^vorne, oben > hervorbringen" Väm-
bery TktEtWb S. 184, Nr. 197 1 zurück
'und bedeutet also 'Geschöpf, Mensch',
vgl. SCHOTT in ZDMG XXXIII, 538;
0. Franke, Beiträge aus chinesischen
Quellen zur Kenntnis der Türkvölker
und Skythen Zentralasiens. Berlin 1904.
S. 13; Beruh. .Munkäcsi, Die Bedeutung
des Namens der Türken in Körösi
Gsoma-Archivum I, 59/63 und H. C. v.
d. GABELENTZ in ZKM II, 70/75.
Dagegen wird das Wort wieder von
J. J. HESZ im Isl IX, 99/100 als 'Eisen-
hauben' oder 'Helme' gedeutet. Mit
Recht wird die letztere Deutung schon
von FRANKE als „bedenkhch" und die
erstere von SCHOTT als „gut begründet"
bezeichnet. Nach den Türken oder ihrem
Lande sind insbesondere bezeichnet:
a) Ein Edelstein it. turchinn, Adj. tur-
chino, frz. turquoise, sp. tiirquesa, pg.
turqtieza; ndl. turkoois, dtsch. Türkis,
engl, turquoise; er ist so benannt, weil
die Europäer ihn zuerst durch die Türken
erhielten, vgl. J. E. Polak, Der orien-
talische Türkis. In Österreichische Mo-
natsschrift für den Orient 1877, S. 1 75/177.
b) Der Truthahn heikit engl, turkey,
turkey-powt 'Puter' [bei den Türken heißt
er übrigens kaicuk rnisri od. hindi 'ägyp-
tische oder mdische Henne'].
c) 'Mais' : frz. bU de Turquie, it. gran
turco, dtsch. türkischer Weizen.
d) Man beachte noch dlach. türkischer
Flieder; frz. (Pariser Argot) ttn c 'Mai-
käfer' ; sp. turco ' Wütericti', frz. turquerie
'tk. Benehmen, Grausamkeit, Geiz; tk.
Nippsachen' [HerrigsArchivLXVIII, 12.3];
dtsch. türkenzen 'sich wie ein Türke
benehmen' [bei Fischart Garg. Neudruck
S. 72] ; Kümmeltürke, in Halle Bezeich-
nung der aus der Umgegend stammenden
Studenten, da um Halle herum sehr viel
Kümmel gebaut wird und 'Kümmel' das
burschikose Wt. lur die Nahrungsmittel
wurde, die solche Studenten von daheim
erhielten. Vgl. GOMBERT in ZfdWf HI,
316 und Klut;e, Deutsche Studenten-
sprache. Straßburi^ 1895, S.9. [ML 9003.
WuS IV, 126 ff.
2115. Ar. tnrinfls:
'Wolfsbobne, Lupine' [aus gr. öep|nö?];
hieraus sp. tramuz, atramuz, altramuz,
pg. tremogo 'dass.'. [DE 217. Eguilaz
2.52. ML 8793 a.
2116. Tk. tursnk:
'Sack für den Kumys, d. h. die saure
Stutenmilch' [vom Stamme tur, tuz
'Salz, gesäuert', osm. turs 'gesäuert',
Vämböry TktEtWb S. 185, Nr. 198];
hieraus russ. tursuk 'dass.'.
2117 Ar. turungr:
'Apfelsine', Einheitsnomen turunga;
hieraus sp. pg. toronja, kat. taronja
'Mittelding zwischen Zitrone und Apfel-
sine, dickschaliger und fleischiger als die
letztere'. — Aus ar. turungän 'Melisse'
wurde sp. torongil, kat. tarongina 'dass.'
[mit Imäla ä ^ e > i]. [DE 351.
Eguilaz 507.
2118. Ar. tut:
'Maulbeerbaum Moruni nigruui, album
oder fuscum', ebenso tk. tut; hieraus
russ. tutowoje derewo, bulg. serb.
dud:, rum. dud 'Maulbeerbaum', duda
'Maulbeere'.
2119. Pers. tüti:
'Papagei', ebenso tk. tuty, vulg. dndu
kusy [Kelekian Kämüs 584b] 'hübsche
Dame', bes. 'Armenierin'; hieraus rum.
dudue, duducä 'Jungfer. Fräulein''.
2120. Ar. tütijä' :
'Zink, Zinkoxyd' [vielleicht aus dem Ind.
ZDMG L, 650; vgl. auch gr. toutio;
früher bei den im Orient häufigen Augen-
erki ankungen benutzt], ebenso tk. ; hier-
aus rum. tutea 'Zinkoxyd', sp. pg. atutia,
kat. tutia, frz. tutie, tuthie 'dass.'; poln.
tucyja 'Art Zinkkalk'; eng], tntty 'Zink-
Tk. lütrui.J
166
oxyd' Tills Putzpulver benutzt]. -- Aus
pers. tütijäuäk 'luti;i ähnlich' [s. De Sacy
ChiAr III, 44:2; ebenda 4529/442 über
tütijä''] entstanden die Formen engl.
tuteudt) 'iml. Zink; Legierung aus Kupfer,
Nickel und Zink für Tisch bestecke'; Irz.
toutenafjue, tintenague, pg. tutenaga Mie-
seibe Legierung'. [DE '■217. Devic DEt
222/t2i23. Eguilaz 509. 309/:!l(). Lam-
mens Rem ti2!2. Mikl SlEtVVh 3G4b.
2121. Tk. tütüii:
'Rauch' [vom Stamme tok > tot 'fest,
dicht', nämlich 'feste, dichte Atmosphäre'
> 'Rauch', Vämbery TklEtWb S. 181,
Nr. 193 II], 'Tabak', dazu iütiingü 'Tabak-
händler'; hieraus rum. tutun 'Rauch,
Tabak', tutungiü 'Tabakhändler', ttitun-
gerie 'Tabakladen', tutunärit 'Tabak-
steuer'; russ. tjutjun 'Blättertabak,
Bauerntabak', poln. tutun 'Tabakpflanze,
Rauchtabak', bulg. iitjun, bulg. serb.
tutun, klruss. t'ut'wi. 'Tabak'.
2122. Mal. tnwan:
'Herr'fPiju 77a]; hieraus angloind. <Man,
iidl. toewan. in den englischen und hol-
ländischen Ansiedlungen des malayischen
Archipels zur Bezeichnung europäischer
Herren ebenso gebraucht wie ar. mhih
> engl, ftahih in Indien.
2123. Tk. tuz:
'Salz' [vom Stamme <Mr, tiiz 'Salz', Väm-
bery TktEtWb S. 186, Nr. 198]; hierzu
tk. ttizluk 'Salzsole' [Suffix -lik zur Be-
zeichnung einer Örtlichkeit], woraus
russ. tuzluk 'dass.' entstand, u. tk. tuzla
'Saline' [mit dem Suffix -la, das zur
Bezeichnung eines Ortes dient], woraus
rum. tuzla 'dass.' entnommen ist.
2124. Äg. tybi:
Gr. Tußi, kopt. tobe (sahid.), tobt (niem-
phit.), Monatsnarne, nämlich Januar. In
Ägypten soll es in diesem Monat das
Gemüse Gichoria endivia L. geben [s.
Sprengel, Geschichte der Botanik 1, 189],
daher der gr. Name ^vTÜßioi, Sgl. gvxußov;
hieraus lat. intibus, [u. über den Plr. des
Adj. *intibea] it. prov. kat. eiidivia, frz.
endive, pg. endivia, sp. endiva, endibia;
dtsch. Endivie, engl, endive. [Ar. htndab,
hindibä\ das manchmal als Grundwort
angeführt wird, ist selbst entweder dem
Gr. oder Lat. entlehnt und kann jeden-,
falls niclils mit Hind 'Indien' zu tun
haben,] [ML 4521. Kluge 112.
2125. Tyrus:
Lat. Form des gr. TOpoq, N. pr., Name
einer Stadt an der phönizischen Küste,
Umschreibung des phön. hebr. $ür, §ör,
d. h. 'Fels' [vgl. Richard Pietschmann,
Geschichte der Phönizier. Berlin 1889.
S. 61, bes. Anm. 2]; hieraus afrz. tire
'Art morgenländischer Stoff [ML 9025].
2126. Tk. uökur:
'Band, das um den Bund der Unterhose
läuft, um sie zu halten; Hosenband'
[Kelekian KämQs 177aj; hieraus bulg.
serb. uckur, poln. uczkur, oczkur, kir.
oökiir, russ. ockur, uökur. [Mikl SlEtWh
371 a.
2127. Ar. 'üd :
Eigentlich 'Holz', dann. 'Instrument aus
Holz' > 'Laute, Zitlier'; hieraus mit
verschmolzenem ar. Art. it. Uuto, liudo,
afrz. leüt, frz. luth. sp. laud, pg. alaude,
rum. lautä; ndl. luit, engl, lute, dtsch.
Laute; [über tk. lauta, ICi'uta Kelekian
KämQs 1073, das wie ngr. \aoöTa aus
dem Rum. kommt] bulg. lauta 'Geige',
serb. Icut 'Laute', klruss. lavuta 'Laute,
Geige; Dummkopf, l'utn'a, russ. Ijtitnja,
poln. lutnia, öech. loutna 'Laute'. — Wie
die Laute, das Begleitinstrument der
Lieheslieder, aus dem islamischen Orient
zu uns gekommen ist, so ist wahrschein-
lich der mittelalterliche Minnegesang
überhaupt orientahschen Ursprungs;
darüber vgl. Konrad BURDACH in
Sitzungsberichte der Preufs. Akademie
der Wiss. 1918. Nr. XLV, S. 994/1029
u. Nr. XLVHI, S. 1072/1098. [DE 60.
ML 388. Bern SlEtWb 696.
2128. Tat. üfti:
'Sack'; hieraus russ. juft', juhf', bulg.
juft, serh. juhta, 6ech. juchta, ^o\n. Jucht :
dtsch. Juften, Juchten 'ein fernes Leder',
ndl. juclit. [Gorjajew 432. Mikl SlEtWb
lOfia (wo ein wohl nicht existierendes
russ. juft' 'Paar' als Grundwort ange-
geben wird, da die Stücke paarweise ge-
gerbt würden • wohl kaum richtig).
2129. Tk. Ujgur:
N. pr., Name eines tk. Volksstammes im
östlichen Sibirien; hieraus frz. ogre,
sp. ogro 'Popanz' [Dicc Gast 1447 c mit
Ableitung von skandinav, Oegir, einem
Riesen der nordischen Mythologie]. —
ML 6048
2130. Tk. ulak:
'Läufer, Eilbote' [vom Stamme jol, ol.
ul 'gehen', Vämbery TktEtWb S. 134.
Nr. 145 I]; hieraus [wohl am wahrschein-
lichsten über ngr. oüXdKnt MSOS II, 239]
frz. laquois, it. lacM, sp. pg. lacayo
'Diener'; dtsch. Lakai. Unmittelbar
wurde übernommen rum. olac 'Schnell-
post', oläcar 'reitender Eilbote'.
2131. Ar. 'ulamä':
Plr. von '^alim 'Gelehrter' [part. psaes.
act. von 'alima 'wissen'], tk. ulema als
Sgl. gebraucht mit der Bedeutung:
'Rechtsgelehrter' [und zwar Imam,
Mufti oder Kadi, s. hier Nr. 905, 1493
und 9S4]; hieraus frz. ouUma, uUma,
sp. kat. ulema; Qi\%\,ulemn, dtsch. Ulema
167
[Ar. 'ulafa.
'^niuhaminedaiiischer Gelehrter'. [Devic
DEt 223. Eguilaz 510. MWiD 64.
2 1 32. Ar. 'ulüfa :
'Sold, Lohn', ehenso tk. illüfe 'Löhnung
der Soldaten'; hieraus rum. leafä 'Ge-
halt, Sold', lefegiü 'Söldner, besoldeter
Beamter' ; bulg. ulefe, lefe 'Gehalt, Pen-
sion', serb. ulewa 'Sold', poln. lafa 'Sold,
Lohn', klruss. lafa 'Sportel, Bestechung',
tachva 'schöne, gute Zeit', russ. lafa
'Gelingen, Glück, Nutzen'. [Gorjajew 180.
Mikl SlEtWb 159 a. Bern SlEtWb 683.
2133. Tk. ulDk:
'Rinne' [Kelekian Kämus 203 a]; hieraus
rum. uhic 'Falz, Nute; Rinne', ulucä
'Brett, Plr. Hecke'.
2134. Tk. ulus:
'Großer Stamm, Volk; Lager' [vom
Stamme al, ol, iil 'groß, hoch', Vämbery
TktEtWb S. 1], Nr. 11]; hieraus bulg.
ulus, klruss. ulus, russ. ulus 'Nomaden-
lager', poln. wlus 'Tatar'. [Gorjajew 387.
Mikl SlEtWb 372.
2135. Sskr. iipala:
'Stein'; hieraus gr. ÜJTtaXoq, öirdWioi;,
lat. opalus zur Bezeichnung eiiies be-
stimmten Edelsteins: milchweiß oder
bläulichgrau mit verschieden gefärbtem
Reflexe je nach dem Standpunkte de«
Beschauers. Frz. opale; engl, opal,
dtsch. Opnl. [Hobson-Jobson 640.
2136. Mal. üpas:
'Gift' [Pijn 20], insbesondere das von
den Malayen zur Vergiftung ihrer Pfeile
und ihres Krises benutzte tödlich wirkende
Gift üpas andar, engl, ujms antiar, vom
Baume Antiaris toxicaria [mal. pöhun
üpas 'Upasbaum', woraus engl, bohon
upas, frz. boun-upas^ btibon-upas 'Gift-
baum' entstanden ist]. Durch Ein-
schneiden der Rinde fließt aus ihr ein
milchiger Saft von Cremefarbe. Ein
weit kräftigeres Gift ist upas cettik aus
der Wurzelrinde von Cerbera oppositi-
folia» Während das erstere einen Büffel
in zwei Stunden tötet, genügt das letztere,
um das kräftigste Tier in einigen Augen-
blicken zu töten. Engl, iqms, frz. oupas,
upas. [MMM 38. Devic DEt 223. JAOS
XVIII, 112/115.
2137. Tk. Urgangr:
N. pr., Ort im Chanate Chiwa [Hiwa] in
Russisch-Turkestan, der im MA in Europa
unter dem Namen Organzi als wichtiger
Seidenmarkt bekannt war. Hieraus it.
organzino, afrz. orgasin, frz. organsin,
sp. pg. organsim 'zweimal gezwirnte
Keltenseide'; dtsch. Organsinseide'Gaz.e' .
engl, organzine 'Seidenfaden'; Vh. Trz.
organsiner 'doppelt zwirnen'. Auf dass.
Grundwort wird zurückgehen: engl, Or-
gandy, frz. organdi, dtsch. Organdi, Or-
gandin 'eine Art Mull ; ein glattes, feines
Baumwollengewebe dichter als Musselin'.
[Mfi 9082. Karabacek, Über einige Be-
nennungen mittelalterlicher Gewebe.
I. Wien 1882. S. 21/22.
2138. Ar. usailim:
Eine Vene des Handrückens [eigentlich
'die Fließende' oder 'diejenige, die fließen
läßt' von säla IV 'fließen lassen']; hieraus
über alaseilem und andere Entstellungen
schließlich im Latein der Anatomen
(Vena) Salvatella. [HArHebr An 210/211.
216/217.
2139. Ar. nsna:
'Moos, Flechte'; hieraus im Latein der
Bolaniker usnea 'eine Flechte der Familie
der Ascolichenes, z. B. Usnea barbata
'Bartflechte' und frz. usnde 'eine Flechte',
usn^e humaine 'Flechte, die auf den der
Luft ausgesetzten Schädeln der Toten
sprießt' ; man schrieb ihr früher außer-
ordentliche Heilkräfte zu. [Devic DEl 224;
2140. Tk. ustiira:
'Rasiermesser' ; hieraus serb. ustm 'dass.'.
[Mikl SlEtWb 372 b.
2141. Ar. n»4tuwän:
Auch satwän 'Säule; Vorhalle bei einem
Palaste oder Hause arabischer Bauart'
[aus gr. ffTod; nach Völlers allerdings
von pers. sutün, ustün 'Säule' ZDMG
L, 636] ; hieraus sp. zaguan 'Vorhalle'.
[DE 223. Eguilaz 520.
2142. Ar. utäj:
'Ein Gefäß zum Sublimiereii, aus zwei
Töpfen bestehend, von denen der eine
in den andern hineinragt, so daß sie ein
mehr oder minder langes Rohr bilden';
hieraus mit ar. Art. und Imäla [ä >• ej
sp. aludel, alludel,. frz. aludel 'dass.'.
[Devic DEt 28/29. Eguilaz 252.
2143. Ar. 'utärid:
'Quecksilber', ebenso tk. ntaryd ; hieraus
russ. rtut', klruss. ortut', rtut', poln. rt^6,
trt^c, cech. rtut 'dass.'. [Gorjajew 302.
Mikl SlEtWb 285a.
2144. Ar. 'ütmän:
N. pr., Name des dritten Kalifen und des
Begründers der türkischen Dynastie [Os-
man I. 1259—1326]; nach dem letzteren
ist das Volk der Osmanen, fi z. Ottomans,
benannt; nach ihnen heißt ein niedriges,
breites Sofa ohne Füße und Lehne frz.
Ottomane, dtsclj. Ottomane, engl. Otto-
man.
2145. Tk. ütü:
'Bügeleisen' [vom Stamme üt, üt 'vorbei-
gehen, vorausgehen', also ötülemek
eigentlich 'mit dem Eisen hin- u. her-
fahren' > 'bü;.'eln', Vämbery TktEtWb
S. 59, Nr. 65] : hieraus bulg. jutija, serb.
utija, russ. ul:/ug 'dass.', Vb. utjuzif'
'bügeln'.
Tk. üzengi.]
168
'2146. Tk. ÜKOiigri:
'Steigbügel' [telekian KämOs 187 a; vom
Stamme ös, iis, üz 'oben, hinauf, oag.
vzengi 'worauf man sich in (he Höhe
hebt' > 'Steigbügel'. Vämbery TktEtWb
S. 5ü, Nr. ti41]; liieraus seib. uzendjija,
buiiT. izingija, zjungiji 'dass.'. [Mikl
SlEtWb 373 b.
2147. Tk. iizüm:
'Weintraube' [vom gleichen Stamme wie
Nr. 2146, vgl. kirg. ösüm 'Gewächs'];
hieraus russ. izjum, klruss. ozum 'Rosine'.
[Gorjajew 121. Bern SlEtWb 441.
2148. lg. Tä-rä:
'Kahn der Sonne oder des Sonnengottes
Ra', auch barl; nach Herodot II, 96
nicht nur der hlg. Kahn, aut dem der
Gott der Sonne über den Himmel fährt,
sondern jedes große ägyptische Schiff:
gr. ßäpi?, lat. barca ; hieraus zur Bezeich-
nung eines gewöhnlich dreimastigen
Seglers it. barca, sp. pg. barca, Irz. bar-
que; engl, barque; dtsch. Barke. Aus
it. barcarolo 'Barkenfülirer' wurde it.
harcaruola 'einfaches Lied', engl, bar-
carolle, dtsch. Barkarole. In Anlehnung
an engl, brigantine 'Piratenschiff [<; frz.
brigand, it. brigante] wurde engl, bar-
quantine 'der Barke ähnliches Segelschiff'
gebildet. — [Abltg. aus nordischem börkr
'Boi ke' scheint unberechtigt trotz nord.
barkr 'Schiff'.]
2149. .>lal. vettila:-
Nach Hobson-Jobson 89/90 soll dieses
Wort 'einfaches, bloßes Blatt' bedeuten,
es ist also wohl mal. betul [Pijn 32 b]
'echt, wahr' und ist für den Malayen
das Blatt k. €., nämhch von Chavica
betle Miq , einer Kletterpflanze aus der
Familie der Fipeiaceen. Hieraus pg.
helle, betre, betel [Gonstancio Dicc 171c],
sp. betel, frz. betel: engl, betel, betle, dtsch.
Betel. — Man wickelt den Kern der
Frucht der Arekapalme Areca Catechu L.
[s. hier Nr. 17] in das Blatt der Chavica
betle, mit etwas Kalk gemischt, und
kaut dies als Narkotikum. Die Sitte des
Betelkauens ist in allen indischen und
malayischen Ländern weit vei breitet.
Vgl. L. Lewin, Über Areca catechu,
Chavica betle und das Betelkauen. Stutt-
gart 1889; über die sprachliche Seite
SCHMIDT in ZDMG LXVII, 6.53/659.
2150. Ar, wa'da:
'Versprechen', ebenso Ik. wade 'Zeit,
bestimmter Zeitpunkt'; hieraus runi.
vadea 'Termin, Zeitpunkt'.
21.M. Ar. TVädi:
'Flußtal, das nur zeitweilig während der
Regenpeiiode Wasser führt'; hieraus
engl, wadi, wady, dtsch. Wadi. Im Sp.
wurde aus ar. tcädl der erste Bestandteil
vieler Flußnamen, z. B. Guadalquivir
< al-wädi alkabir 'der große Fluß',
Guadiann <^ wädi anas (lat. 'Ente'),
Guadalete <^ u-adi Lekke.
2152. Kopt. wuhe:
'Wohnen' und sa 'trinken' sind die
Grundworte für ar. wäho, gr. oaoi?, lat.
oasis; hieraus u. a. frz. oasis, engl, oasis,
plr. oases, ndl. oase, dtsch. Oase [auch in
übertragenem Sinne „Oa.se des Lebens",
ein erquickender Ruhepunkt im mühe-
reichen Leben].
2153. Ar. waki<la:
'Zündholz oder Docht zum Anzünden';
hieraus mit, ar. Art. sp. alguaquida 'Zünd-
holz'; aus dem ar. dem. wukaid wurde
mit ar. Art. sp. aluquete, luquete. [DE
1 SO. Eguilaz 184.
2154. Ar. wakil:
'Sachwalter', tk. ebenso wekil 'Aufseher,
Verwalter'; hieraus rum. vechil 'Aufseher,
Gutsverwalter', vechilet 'Vollmacht'.
2155. Ar. walwala:
Subst. Infin. des Vbs. walwala 'Seufzer
oder Freudenschreie ausstoßen' [ebenso
onomatopoetisch wie das entsprechende
gr. 6\o\ij^uj]; hieraus mit ar. Art. sp.
älbörbola 'Freudenschrei'. [DE 72/73.
Eguilaz 116.
2156 Ar. waran:
Eine Eidechsenart in der Arabischen
Wüste in Afrika: Varanus arenarius
Dum. u. Bibr.; hieraus der lat. Name
varänns [von Cuvier durch falsche Ety-
mologie als monitor wiedelgegeben],
frz. varan, dtsch. TFaran- Eidechse, [durch
dieselbe volksetymologische Umgestal-
tung] Warneidechse.
2157. Ar. wars:
Eine sesamähnliche gelbe Pflanze aus
Jemen, aus der ein Waschwasser gegen
Sommersprossen und eine gelbe Farbe
bereitet werden; hieraus mit rom. Suffix
it. verzino 'Färbeholz. Brasilholz', it.
(dial. Venedig) vergelä 'fleischfarben'.
[ML 9159.
2158. Ar. was! :
'Testamentsvollstrecker'; hieraus mit ar.
Art. sp. pg. albacea 'dass.'. [DE 61.
Eguilaz 98.
2159. Tat. wataha:
'Menge, Schar, Volkshaufen, besonders
Fischergesellschaft an den Ufern des
Kaspisees'; hieraus russ. wataga 'Haufe,
Schar, klruss. watag 'Oberhaupt, Räu-
berhauptiiiann', vataha 'Masse, Haufe',
poln, wataha, icatacha 'Genossenschaft';
runi. tmtaf, väta^ 'Anführer; Autseher',
imtä§el 'Feldhüter, Nachtwächter'. [Mikl
SlEtWb 376a. Sain 60 (mit ar. watfas,
das nicht existiert, als Grundwort). Kar-
lowicz 427/428.
169
[Ar. wazir.
2160. Ar. wazir:
'Erster Minister, Regent' [vom Vb. wa-
zara 'tragen', weil der erste Minister
die Lasten trägt, die eigentlich dem
Herrscher aufgebürdet sind ; andere von
ar. Philologen gegebene Ableitungen
s. De Sacy ChrAr. I, i248; II, 298];
zur Bezeichnung des Ministerpräsidenten
an orientalischen Höfen in alle euro-
päischen Sprachen übergegangen: sp. pg.
kat. visir, sp. pg. vizir^ frz. vizir; ndl.
engl, vizier, dtsch. Wesir; russ. wizir.
Als Lehnwort findet es sich als sp. al-
vacil, alguazil 'Gerichtshäscher' [z. B.
los alguaciles de la Santa Inquisiciön],
pg. alvazir, alvazil 'Schöffenrichter', al-
f/uazil 'Gerichtsdiener', guazil 'Statt-
halter', frz. alguazil [aus dem Sp.],
nrgousin 'Stockmeister im Bagno', it.
aguzzino 'Sklavenaufseher'. — Über Ge-
schichte und heutige Verwendung des
Titels Wezir vgl. NO Hl, 61. [DE 129.
Devic DEt 18/19. 34/35. Lammens
Rem 13/14.
2161. Tk. Tveresi:
'Borg, Kredit' (von wermek 'geben' >
'verleihen' vom Stamme her, ver 'gebwi,
schenken' Vämbery TktEtWb S. 201,
Nr. 212]; hieraus rum. veresie 'dass.'.
2162. Ar. wiläja:
'Provinz' [von tvcilä 'regieren, verwalten',
daher ar. wäli 'Gouverneur' ^ frz. mli,
dtsch. Wali]; über tk. tvilajet hieraus
frz. vilayet, dtsch. Wilajet; angloind.
bilayut, hiUa'it Bezeichnung für 'Europa'
[daher bind, biläyati päni 'europäisches
Wasser', d. h. 'Sodawasser']. [Devic 22.5.
Hobson-Jobson 93/94.
2163. - Pers. wiräii:
'Leer, wüst' [Horn Np Et S. 243, Nr. 1087],
tk. ebenso; hieraus ruui. viran 'dass.,
unbebaut', z. B. loc virati 'Baustelle'.
2164. Tk. wisue:
'Weichselkirsche' [wie das dtsch. Wort aus
slaw. visnja, Mikl SlEtWb 392 b]; hieraus
rum. vifinä 'dass. Cerasus acida', visin
'Weichselbaum', f«p'naja, visinat 'Weich-
selgeist, Kirschwasser'.
2165. Ar. wizna:
'Wage', ebenso tk. wezne 'dass.'; hieraus
rum. vizinea 'Goldwage'.
2166. Chili. Wui-shaii:
N. pr., Gebirge in der chin. Provinz
Fukien, auf dessen Abhängen lange Zeit
der beste Tee gezogen wurde. Die lokale
Aussprache des ersten Bestandteiles [der
zweite heißt 'Gebirge', vgl. Tien-shaii
'Himmelsgebirge'] ist bohi und ging so
ins engl, bohea in der Bedeutung 'Tee'
über, z. B. Pope, Rape of tbe lock,
Canto IV, 156; heute ist engl, bohea
eine geringwertige Sorte schwarzen Tees.
Auch im botanischen Namen der Tee-
pflanze Thea bohea kommt das chin.
Grundwort wieder vor. [Hirth ChinFW
209.
2167. Tk. wnruiak:
'Sehlagen' [vom Stamme er, ür, ur
'Kraft, Stärke' Vämbery TktEtWb S. 33,
Nr. 36], auch urmak. Hierzu Imper. 3.
Sgl. urä\ 'er schlage!' [d. h. der Feind
'werde geschlagen']; hieraus russ. ura,
bulg. serb. ura, cech. hurra, poln. hura;
dtsch. hurrah, engl, hurra, hurrah ; dän.
schwed. hurra; frz. hourra [da mih-
tärische Ausdrücke zahlreich durcli slav.
Vermittlung aus dem Tk. gekommen sind
und die Verbreitung des Wortes deutlich
auf östliche Herkunft verweist, ist ein-
fache Zusammenstellung mit ähnlichen
Interjektionen wie z. B. hussa, engl, huzza
unbegründet]. — Aus dem Satze tk. urdu
bela 'Unglück oder Übles [tk. bela] schlug
nieder [d. h. kam plötzlich]' wurde rum.
urdubelea 'unversehens, unvermutet'
[Löbel EITAP 98 weist auf belä ugrady
hin, das aber lautlich schwieriger wäre].
2168. Ar. wussak:
'Ammoniak'; hieraus mit ar. .\rt. sp.
aguajaque 'Art Harz von weißer Farbe,
den der Fenchel ausscheidet' [Dicc Gast
87 c]. [DE 52. Eguilaz 69.
2169. Sskr. yögm:
'Indischer Büßer', der sich durch
Kasteiungen dem Nirwana [s. hier
Nr. 1573] nahebringen will, bei uns in
Europa meistens fälschlich Fakir [< ar.
fakir 'arm'] genannt. Dtsch. Jogi,
Dschagi; frz. djoguy ; engl. jogy.
2170. Jap. yoshiwara:
'Binsenfeld' [aus jap. yoshi 'Schilf und
hara 'Moor', also 'schilfiges Moor'], ur-
sprünglich der Name einer Stadt Moto-
Yoshivvara, aus der am Anfang des
XVII. Jhdts. eine Gesellschaft von Kur-
tisanen nach Yedo kam. Nach ihr wurde
jeweils der Stadlteil benannt, in dem
sie ihr Gewerbe ausübten. Nur im Munde
der Europäer und Amerikaner ist Yoshi-
wara ein Gattungsbegriff im Sinne von
'Bordellstadt' geworden; dagegen werden
Stadtteile dieser Art in andern Teilen
•Tapans von den Japanern nie so genannt.
[Cbamb AllJap 571/572. Globus LXX,
23/24.
2171. Tk. yskiiflja:
'Nachtmütze' [Kelekian KämCis 90; aus
it. scuffia, cuffia] ; hieraus russ. skiif'ja,
bulg. skufa, serb. skutvija, skowija,
poln, skofija, skofija, kofija 'Kappe';
rum. scufie 'Nachthaube'. [Gorjajew 327.
Mikl SlEtWb 304 b.
2172. Pers. 'ytr-i-§ähl:
'Königliches Parfüm' [aus ar. 'itr 'Par-
Ar. zabäd.]
170
fäm' und pers. säht, s. hier Nr. 1762;
Tielleichl ist auch ytyr tk. Wort mit der
Bedeutung 'Geranium'] oder 'Geraniunr,
so auch tk. (Kelekian KämOs 851 h] :
hieraus rum. indi-i^aim, andri^ea 'Ge-
ranium'.
2173. Ar. zabäd :
'Schaum'; hieraus mit Imäla [ä > ej
mlat. zibethum 'Zibetkatze' [so genannt,
weil sie. eine stark riechende schaum-
artige Flüssigkeit absondert], it zibetto,
frz. civette; ndl. civet, civetkat, dts<-h.
Zibetkatze, engl, civef. [Dozy Oost 31/32.
ML 95SÖ.
2174. Pers. zäbän:
'Zunge' [Horn NpEt. S. 144. Nr. 6.Ö0],
zäbänä 'Pfeifenzunge': ebenso tk.zywane
'Mundstück der Pfeife' [Kelekian Kämas
649 b]; hieraus luin. ghivanea 'dass '
[Löbel EITAP 49].
2175. Ar. zabat :
'Schlamm, Morast' ; hieraus mit Wechsel
der Labialen siz. zanimafo 'dass., Matsch'.
Vb. zammatiari 'im Schlamm planschen
[wie Schweine]'. [GrSVociSic 250.
2176. Ar. zabün:
Vulg. 'Unterjacke. Korsett', ebenso tk.
zebun 'Jäckchen, Mieder' ; hieraus rum.
zäbun 'wattierter Bauernkittel'; bulg. za-
bunce, serb. zubuii, klruss. zobuncac,
russ. zipun 'Jacke' [vielleicht geht das
ar. Grundwort selbst zuletzt auf ^r.gubba,
s. hier Nr. 737, zurück]. [Löbel EITAP
99. Mikl SlEtWb 404a.
2177. Pers. zäbün:
'Schwach', ebenso tk. zebun 'dass.,
energielos'; hieraus serb. zabun 'ver-
blüfft', Vb. zabuniti. [Mikl SlEtWb 399a.
2178. Ar. za'farän:
'Safran Memocylon tinctorium'; hieraus
it. zafferano, frz. Safran, sp. azafrän,
pg. agafräo, rum. safran, sofran, §ofran
'dass.', afrz. saffre 'mit goldenem Be-
sätze versehen', sard. tofferanu 'Safran';
dtscli. Safran, engl saffron, ndl. saff-
raan- russ. safran, poln. szafran, Cech.
serb. safran, bulg. serb. öafran. [DE 223.
Eguilaz 317. ML 9588. Mikl SlEtWb
336 a.
2179. Ar. za'frän:
'Hacke des Steuerruders'; hieraus teils
mit, teils ohne ar. Art. pg. agafräo, sp.
azafrän, prov. frz. safran 'Schege,
Steuerhacke'. [ML 1479.
2180. Ar. zäg:
'Vitriol'; hieraus mit ar. Art. u. Imäla
[ä y> e] sp. aceche, aciche, acige, pg.
azeche, frz. azeg [alchemistischer Aus-
druck] 'dass.'. [DE 32. Eguilaz 17.
Devic DEt 10.
2181. Berb, zagäja:
'Wurfspiefs, Bajonett' ; in gleicher Form
ins vulg. Ar. übergegangen [vgl. DE-
FREMERY in JAs (5) XLX, 89 f.] ; hier-
aus sp. pg. azagaya, pg. zagaia, it. za-
gaglia, frz. zagaye, zagaie; durch die
Portugiesen [s. Camöes Lusiadas Ganto I,
X6] wurde das Wort früh nach Südafrika
gebracht, und von hier gelangte es durch
die Kämpfe der Engländer mit den Ein-
geborenen in die engl. Zeitungssprache
ussegay 'Wurfspieß der Neger', Vb. to
assegay 'mit dem Wurfspieß durch-
bohren', dtsch. Hassagai, Assegai, ndl.
sagaai. — Genaue Beschreibung nebst
Abbildungen bringt F. A. K. von Specht,
Geschichte der Waffen. Berlin- Leipzig
1877. III, 61/62; 100/101 und öfter.
[Dozy Oost 77. Hobson-Jobson 38/39.
DE 223. Eguilaz 318. ML 9591. Fischer
in MSOS II, 236.
2182. Ar. zagal:
'Mutig, tapfer'; hieraus sp. pg. zagal
'starker und mutiger junger Mann, Schä-
ferbursche' [Constancio Dicc 975 aj.
[DE 359/:^60. Eguilaz 519/520. ML9589.
2183. Tk. zahire:
'Vorrat, Getreide' [aus ar. dahira 'Vor-
ritte, Proviant'] ; hieraus bulg. zajre,
zähere, serb. zajiira, zaira 'Lebensmit-
tel'; rum. zahirea, zaharea 'Kriegsvor-
rat. Proviant'. [Löbel EITAP 100. Mikl
SlElWb 399 b.
2184. Ar. zahma:
'Gedränge, Mühseligkeit'; hieraus mit
ar. Art. pg. azäfama 'Gedränge'; über
tk. zähmet 'Mühsal' wurde bulg. zagmet,
serb. zamet 'Ungelegenheit'. [DE 222.
Mikl SlEtWb 399 b.
2185. Ar. zahr:
'Orangenblüte' [vom Vb. zahura 'leuch-
ten, weiß schimmern'], plr. azhär; hier-
aus teils mit, teils ohne ar. Art. sp.
azahar 'dass.', zahor 'glänzende, weiße
Farbe', pg. azar branco 'Art Anemone',
Abltg. azareiro 'Kirschlorbeerbaum', it.
zaghera, siz. zagara 'Orangenblüle'. [DE
223/234. Eguilaz 318. ML 9594. Gr
SVociSic 249.
2186. Ar. zahr:
Dieses Wort, das in der klassischen
Sprache als 'Würfel' nicht vorkommt,
soll in der Vulgärsprache diese Bedeu-
tung haben, doch erscheint die Existenz
dieses vulgären Wortes nicht gesichert
zu sein. Auf dieses Grundwort wurde
die Gruppe hasard zurückgeführt, vgl.
DE 224. Eguilaz 319. Devic DEt 137
u. 138. Lammens Rem 133. ML 9595.
Belegt ist einwandfrei bereits in der
klassischen ar. Sprache das Vb. jasara
'würfeln', und auf eine Form dieses
Vbs., vielleicht jasar 'Gesellschaft, wel-
che würfelt', gehen folgende Formen
III
[Ar. zait.
der europäischen Sprachen zurück: sp.
pg. azar, frz. hasard, Vb. hasarder 'wa-
gen', it. azzardo 'Zufall', zaro, zara
'Würfelspiel mit drei Würfeln', (alt)
zaroso 'gewagt', rum. 'Spielwürfel';
mhd. hasehart 'Würfelspiel', dtsch. Ha-
sarf/(spiel), engl, hasard ; russ. azart.
[Vgl. auch ngr. Idpi 'Würfel'; der Voll-
ständigkeit Tialber sei angeführt, daß
man die Formen der vorliegenden Gruppe
auf den Namen einer palästinischen
Stadt Hezar, Hazart, wo das Würfelspiel
erfunden sein soll, zurückführen wollte;
ebenso unbegründet sind Ableitungen
aus tk. zär 'Würfel', das wohl selbst
erst entlehnt ist.]
2187. Ar. zait:
'ÖP; hieraus mit ar. Art. sp. pg. aceite
'Olivenöl'. Aus ar. zaitün 'Oliven', Ein-
heitsnomen zaitüna 'Olive' wurde mit
ar. Art. sp. aceituna, pg. azeitona 'Olive' :
über tk. zejtyn entstand serb. zejtin,
russ. zitin 'Baumöl'. [DE 32/33. Egui-
laz 20. ML 9611/12. Mikl SlEtWb
400 a.
2188. Ar. Zaitün:
N. pr., Name, mit dem im MA der große
chinesische Ausfuhrhafen Tseutung oder
Tswan-tschou-fu in Fokien [MP 408/410;
JB 246/247] bezeichnet wurde. Hier-
nach wurden gewisse Damaststoffe ar.
atlas zaitüm 'zaitunischer Satin' ge-
nannt; hieraus sp. aceituni, setuni, mfrz.
zatony, frz. satin, mit. zetani, it. zetani-
no, setino [mit Anlehnung an seta]; engl.
satin, dtsch. Satin. Vgl. ausführlich
Karabacek, Über einige Benennungen
mittelalterlicher Gewebe. I. Wien 1882.
S. 12/13. Hirth ChinFW 204/205 weist
darauf hin, daß in den Seidenfabriken
Kantons noch heutzutage derselbe Stoff,
den wir gewöhnlich als Seidenatlas be-
zeichnen, unter den Namen ssü-tuan,
kantonesisch szetün 'Seiden-Atlas' ver-
kauft wird. Es scheint, daß ar. Käufer
im Laufe der Jahrhunderte dieses un-
mittelbar eingeführte Wort mit dem
ähnlich klingenden Namen ihrer schon
vor Kanton berühmt gewordenen Han-
delskolonie Zaitiln verwechselt haben.
[Hobson-Jobson 797. DE 340. Eguilaz
20/21. ML 8962.
2189. Ar. zalläg:
'Art Barke' ; hieraus mit ar. Art. und
Liquidenwechsel [l > r] pg. azurracha,
zurracha 'Barke', deren man sich auf
dem Douro bedient; als Steuer wird ein
großes Ruder [espadelha genannt] be-
nutzt, gerudert wird mit zwei Rudern
an der Seite. [Eguilaz 327/328.
2190. Ar. zämila:
'Lasttier [vom Vb. satnala 'tragen'];
hieraus mit ar. Art. sp. acemila, Abltg.
azemilero 'Maultiertreiber', pg. azemola,
kat. asemhla 'Lasttier'. Aus ar. zammäl
'Treiber' wurde mit Imäla [ä > e/ i)g.
azemel 'Maultiertreiber'. Zur gleichen
Wurzel gehört ar. zamla. 'Familie und
Hausgerät eines Häuptlings'; hieraus
pg. nzemel 'Lager, Zeltstadt', frz. zniala,
srnala 'dass. (in Algerien)'. [DE 33.
Devic DEt 209. Eguilaz 22/23.
2191. Ar. zämir:
'Musiker' [part. praes. act. I des Vbs.
zamara 'pfeifen, blasen'], plr. zamara;
hieraus kat. sambra, pg. snnibra 'nächt-
liches Fest der Mauren, Freudengeschrei'.
[DE 363/364. Eguilaz 523/524.
2192. Ar. Zanäta:
N. pr., einer der fünf Stämme, die Afrika
eroberten und nach Spanien hinüber-
gingen [so nach Don Diego Hurtado de
Mendoza, Guerra de Granada contra los
moriscos IV, 5], vulg. mit Imäla Zeneta,
sp. Zenette; später lieferten sie den Ka-
lifen von Granada kühne Reiterei. Hier-
aus sp. jinete 'mit Lanze und Schild
bewaffneter maurischer Reiter', daher
sp. ginete 'kurze Lanze', frz. genette, it.
giunnetta 'Spazierstock', und sp. montar
ä la jineta 'mit kurzen Steigbügeln rei-
ten', jinetear 'ausreifen', pg. ginete, frz.
genet, it. ginnetto, gianetto, kat. janet
'Reitpferd', siz. giannettu 'Rennpferd'.
[DE 276/277. Devic DEt 127. Eguilaz
413. ML 9615.
2193. Ar. zanbll:-
'Korb', ebenso tk. zenihil 'dass.'; hier-
aus serb. zemhil, russ. zimhiV 'Körbchen',
rum. zamhil, zimhil 'Handkorb'. [Mikl
SlEtWb 401a. Löbel EITAP 100.
2194. Pers. zänglr:
'Kette', ebenso tk. zingir [vgl. dazu Horn
NpEt S. 149, Nr. 671 zindd,n 'Gefäng-
nis']; hieraus rum. zingir; bulg. zindzir,
serb. sindzir 'dass.'. [Mikl SlEtWb
403 b. Löbel EITAP 102.
2195. Ar. zänija:
'Proslituierte' [part. praes. act. I fem.
von zanä 'Unzucht treiben']; hieraus
pg. zoina 'Straßendirne' [Gonstancio Dicc
976 a]. [DE 368. Eguilaz 531.
2196. Ar. zanka:
'Enge Straße', vulg. zanäka; hieraus
mit ar. Art. pg. azinhaga 'enger Weg'.
[DE 227. Eguilaz 3;i3.
2197. Pers. zänpäräst :
'Mädchenjäger, Wollüstling' [aus pers.
sän 'Frau', Horn NpEt S. 148, Nr. 668,
und päräst 'Verehrer, verehrend', Prä-
sensstamm zu pärästidän, ebenda S. 66,
Nr. 298], ebenso tk. zenpare, vulg. mit
Assimilation des n zu m vor dem Labial
und Vokalharmonie zampara 'dass.,
Ar. z.ii l>.J
172
Schweiger'; hieran- ruui. zampara
'Schwelgerei', zamparagiü 'Zeciibruder,
WüstUiig', zamjHiraUc 'Schwelgerei'.
•iiys. Ar. zjirb:
'Waäserrinne', plr. zurüh; hieraus mit
ar. Art. pg. algeroz, aljaroz 'Dachrinne'
|ar. z y> 0 wie in zuräfa ^ girafa und
ar. b > '-|. [DE 125. Eguilaz 180.
^199. Ar. zarb:
'Hölzerner Pferch für Vieh' ; hieraus uiit
ar. Art. pg. ozerve, azerbe 'aus Zweigen
hergesteilte Wand zum Schutz der Üörr-
diele' [Constancio Dicc 1.50a]. (DE 227.
Eguilaz 322.
2-20Ü. Pors. zärbäf:
'Golddurchwirktes Gewebe, Brokat' [aus
pers. zär 'Gold', Horn NpEt S. 145.
Nr. 654, und bäftän 'weben' ebenda
S. 38, Nr. 168], ebenso tk. zerbaf ; hier-
aus rum. zarpa 'Brokat, Brokatkleid,
mit Gold durchwirkte Pferdedecke'. [Sain
61. Löbel EITAP 101.
2201. Ar. zarbatäna:
'Blasrohr zum Töten von Vögeln' [mit
adventivem r, auch ohne dieses: zaba-
iäna, aus dem Pers., das sicherlich auf
mal. semjntan 'langes Rohr mit enger
Öffnung, um Pfeile hindurehzublasen'
aus semjnt 'eng' Pijn 140a zurückgeht];
hieraus sp. zarbatäna, zerbatana, cebra-
tana, pg. sarabatana, saravatana, frz.
sarbacane [mit Anlelinung an canne
'Rohr'] 'Blasrohr', it. cerbottana '2 bis
3 m lange hohle Stange'. [Vgl. ngr.
rapaßoTdva]. [DE 251. Uevic DEt 203.
Eguilaz 367. ML 9600. Lammens Rem
214/215. GrSVociSic 2-50.
2202. Ar. zarf:
'Untertasse', aus Porzellan oder Metall,
in die man die Tasse fingän hineinstellt
(wie bei unseren Teegläsern), tk. ebenso
zarf; hieraus serb. zarf 'kleine Schale' ;
rum. zarf 'Untertasse, Untersatz, Näpf-
chen'.
2203. Ar. zarif:
'Anmutig, elegant', ebenso tk. ; hieraus
rum. zarif 'zart, anmutig'.
2204. Pers. zäriiikädä:
'Narcissus jonquilla' [aus pers. zärln
'golden', s. hier Nr. 2200, und kädä
'Haus', Horn NpEt S. 188, Nr. 844],
ebenso tk. wulc:;. zirimkada ; hieraus rum.
zarnncadea 'Narzisse'.
2205. Ar. zarkä':
Fem. zum Adj. azrak 'blau, blauäugig';
hieraus sp. pg. zarco 'blauäugig' [viel-
leicht durch Metathesis garzo, it. gazzo],
siz. zarcu 'blaß'. [DE 36f5. Eguilaz
527. ML 9601.
2206. Ar. za'rfir:
'Azarolapfelbaum, Crataegus azarolus
L.', eine Clrataegusart aus der Levante
[also un.sereni Rot- oder Weißdorn ver-
wandt], Einheitsnomen za'rüra 'Frucht
des Baumes', also 'eine Art Mispel';
hieraus mit ar. Art. und Dissimilation
fr ^ IJ sp. acerola, pg. azarola, azerola,
zarola, zerola, kat. atserola, frz. azerolle,
it. azzeruola, lazzeruola [mit angeleim-
tem Art.] 'Azarolapfel bzw. -bäum',
dtsch. Azarol(a.i>fe\). [DE 34. Devic
DEt 53/54. Eguilaz 25. ML 9603.
2207. Chiu. zat-liao:
'Chinesischer Lack'; hieraus sp. charol
'leuchtender dauerhafter Lack', Vb. cha-
rolar [Dicc Ca<f 696 c], pg. charäo, xa-
räo 'chin. Lack' [Constancio Dicc 974a].
[ZfromPh XXXV, 568. ML 9606.
2208. Ar. zauka:
'Quecksilbei ', vulg. Form von zuwak
[= zJbak aus pers. Mwä 'Quecksilber',
Horn NpEl S. 151, Nr. 683, vom Vb.
zistän 'leben', also etwa 'lebendig'];
hieraus mit ar. Art. pg. azougue, sp.
uzogue, kat. agogue, frz. assogue 'Queck-
silber; Schiff zum Transport von Queck-
silber', azoth 'Quecksilber' in der Sprache
der Alchen! ibten. Unmittelbar auf die
pers. Grundform [über tk. ziwe, giwe]
gehen bulg. zlwak, serb. ziiva 'Queck-
silber' zurück. [DE 228. Devic DEt
.H9. Eguilaz 324. ML 9607.
2209. Tk. zawally:
'Armsehg'; hieraus it. (dial. Piemoute)
zavalli 'armer Teufel'. [Oriente 1, 196.
2210. Hebr. zigß^l:
'Mist, Kot'; hieraus gaunerdtsch. Vb.
sefein 'cacare', besebeln 'betrügen'.
2211. Tk. zenlali:
'Art kleine Aprikose' [Kelekian Kämüs
643a, aus pers. zärdälü 'gelbe Pflaume':
zärd 'gelb' Horn NpEt S. 146, Nr. 656
und älü 'Pflaume'] ; hieraus serb. zer-
delija, klruss. ierdela, russ. zerdele, bulg;
zarzala 'Art Aprikose'. [Mikl SlEtWb
399 a.
2212. Tk. zewk:
'Vergnügen' [aus ar. dauk 'dass.']. a) Mit
Sufßx -Ii entsteht das Adj. zewkli; hier-
aus rum. zefliü 'spafäig'. b) Tk. zew-
klenmek 'sich über jemand lustig ma-
chen', dazu subst. Infin. zewklenme; hier-
aus rum. zefleme 'S|'ott, Verhöhnung'.
2213. Tk. zewzck:
'Leichtsinnig, Narr, Stutzer' [Kelekian
KämOs 651 aj; hieraus rum. zevzec 'blöd-
sinnig, Dummkopf, zevzelic'-\i\xmmh&\V .
2214. Ar. ziblb:
'Rosinen', Einheitsnomen zibiba; hier-
aus sp. acebibe, pg. acepipe 'Leckerei,
Naschwerk', Vb. pg. acepipar 'naschen',
siz. zibibbo 'Art Rosinen' ; dtsch. Zibebe
'getrocknete Weinbeere'. [DE 32. Egui-
laz 15. ML 9608.
[Ar. zidwär.
!^215. Ar. /idwär:
'Zitwerwurzel (ingwerartiges Gewürz)'
[aus pers. zädtvät'] ; hieraus sp. cedoaria,
pg. zeduaria, it. zettovario, frz. zedoaire,
nilat. zeduarium; russ. cytwar, klruss.
eetwar, cytwar, poln. cytwar, bulg. c«Y-
^^;ar; dtscii. Zitwer, engl, zedoary.
2216. Kas.-tat. ziget:
'Jüngling'; hieraus russ. rfi/^jf 'dass.',
Vb. dzigitowat' 'Rosse tummeln, Reiter-
stückchen ausführen' [von Kosaken und
kaukasischen Reitern gesagt]. [Goija-
jew 91.
2217. Pers. zijän:
'Schade' [Horn NpEt S. 150, Nr. ü?'.»],
tk. ebenso; hieraus bulg. zjan 'Nachteil,
Schaden', serb. zijan 'Schade', russ.
izjan 'dass., Mangel'. [Mikl SlEtWb
403 a. Bern SlEtWb 440.
2218. Ar. zijär:
'Nasenkneife', d. Ii. Instrument des Huf-
schmiedes, mit dem er die Nase eines
widerspenstigen Pferdes hält: hieraus
sp. acial, azial, uciar, pg. aziar 'dass.'.
[DE 35. Eguilaz 29.
2219. Ar. zikk:
'Weinschlauch', auch zakh; hieraus sp.
zaque 'kleiner Weinschlauch; Betrun-
kener'. [DE 365. Eguilaz 525.
2220. Tk. zil:
'Schallbecken', bes. als militärisches
Musikinstrument; hieraus bulg. zilu,
poln. zele, frz. zil 'dass.'. [Devic DEt
229. Mikl SlEtWb 403 a.
2221. Ar. zillgär:
'Grünspan'; hieran- mit ar. Art. pg.
azinhavre. azinhame 'dass.'. [DE 227.
Eguilaz 323.
2222. Ar. zir:
'Großer Krug' [der Gestalt nach dem
lat. doUum, gr. irOoi; gleich, ZDMG L,
631]; hieraus it. ziro 'dass.'.
222o. Pers. zör:
'Gewalt, Kraft' [Horn NpEt S. 149,
Nr. 674 bis], ebenso tk. ; hieraus bulg.
serb. zor 'Gewalt', serb. zoran 'gewal-
tig'; runi. zor 'Hast, Eile', Vb. zari
'treiben, zur Eile antreiben'. [Mikl Sl
EtWb 404 a. . Löl)el EITAP 102.
2224. Pers. zörbäz:
'Rebell' [aus zör, s. hier Nr. 2223, und
häz, Piäsensstamm zu bähtän 'spielen'
Horn NpEt S. 35, Nr. 150], ebenso tk.
zorba; hieraus rum. zorba, zurha 'Re-
bellion, Gezänk', zurbagiü 'Zänker, Auf-
rührer', zurhallc 'Aufstand', zurbalicgiu
'Meuterer, Aufständiger'.
2225. Ar. Zuäwa:
Auch Zawäwa, N. pr., Name eines Ka-
bylenstammes in Nordafrika, der den
Franzosen zuerst die Soldaten lieferte,
die man heute frz. zouaves, dtsch. Zua-
ven, nennt; es sind gewisse Regimenter
leichter Infanterie in einer tast ganz
orientalischen Uniform, die ursprünglich
aus eingeborenen Algeriern rekrutiert
wurden, heutzutage aber nur noch aus
Franzosen bestehen. [Devic DEt 230.
Eguilaz 5:!1.
2226. Ar. zuS)b:
'Männliches Glind'; hieraus siz. zubbu
'dass.'. [GrSVooiSic 251.
2227. Ar. zubja:
'Löwengrube; tiefer Graben voller Was-
ser, um Tiere zu fangen'; hieraus siz.
zübbiu 'Abgrund, Graben'. [GrSVoci
Sic 251.
222S. Ar. zufaizaf:
'Brustbeere' [wahrscheinlich aus gr. ti-
Zuqpov, lat. ziziphum] ; hieraus mit ar.
Art. sp. azilfaifa, azofeifa, pg. agofeifa
'dass.'. [DE 229. Eguilaz .323.
2229. Ar. znharl:
'Geomantiker' [von zuhra 'Planet Ve-
nus', welches ar. Wort über die Form
Azofra hinüber in der durch den Reim
bedingten Verunstaltung Alligafir auch
in Wolframs Parzival, Ausgabe von
Lachmann. ^. (1854), 782 Eingang ge-
funden hat, vgl. ZfdWf VIH, 149]; hier-
aus sp. zaliori 'Wahrsager'. [DE 361
u. 362.
2230. Pers. zulf:
'Haarlocke', ebenso tk. zi'df oder mit
Stützvokal zülüf; hieraus rum. zuluf
'Haarwickel, Locke'. — „Die Perser ra-
sieren sich wie alle Muhammedaner den
Kopf. Sie lassen jedoch hinter jedem
Ohre einen Haarschopf stehen, der lang
herabhängt und das Aussehen der alt-
ägyptischen Kinderlocke hat." Brugsch,
Reise nach Persien I, 157.
2231. Ar. zulla:
'Sonnendach' [von zill 'Schatten'] : hier-
aus kat. sp. pg told-o 'Zeltdach', toldillo
'Sonnendach, Markise' [mit eingescho-
benem d wie in sp. humilde <^ lat. hti-
milis]. [DE 351. Eguilaz 507 (wo als
Grundwort gr. öö\o<; angegeben wird).
2232. Ar. zürn :
Vulg. TrucIilsafV: hieraus sp. zumo
'Saft'. [ZfromPh .\XX1V, 568. Eguilaz
532 [mit gr. I\u)x6<; als Grundwort.] ML
9632.
2233. Pers. zniniirud:
'Smaragd' [vielleicht aus gr. oiudtpaYboQ,
wahrscheinlich beides aus dem Ind.],
ebenso tk. ziimriid [Kelekian Kämüs
646 b]; hieraus hu\^. zumrtui, russ. izum-
rud 'Smaragd'. [Gorjnjew 122. Mikl
SlEtWb 404 b. Bern SlEtWb 441.
2234. Ar. zmära:
'Giraffe, Cameloparilwlis giraffa' [sicher-
lich selbst ein Fremdwort und wie das
Ar. zurziil.
174
Tier aus Zentralafrika stainuiend]; hier-
aus it. i/iraffa, Irz. girafe, kat. sp. pg.
(firafa, runi. girafä; engl. ndl. giraffe,
dtsch. Giraffe [älteste Belege s. ZfdWf
Xi, 3041'.]; russ. i»ro/'. [ÜE 218. Egui-
laz 413. ML 9602.
2235. Ar. /nrzäl:
'Drossel', auch zurzür [KM II, 839,
Z. G V. u.] ; hieraus sp. pg. zorzal 'dass.'.
[DE 369. Eguilaz .531. ML 9629.
176
Sach- und Namensverzeichnis.
'Abbäs I. 4
'Äbbäs Pascha 507
Äbutilon 14
Adamsapfel 19
Ädenia venenata 20
Adhatoda 1161
Ägypten 1222
Ailantus glandulosa 1141
^Zc«Z(J 1021
Alcdntara 1057
.4Zei)^;o 792
Algarve 674
Alhambra 882
Aljarafe (de Sevilla) 1840
^/fco/jo/ 1227
Almagra 1349
Amber 78
Amocklaufen 71
Anakonda 74
Antiaris toxicaria 2136
Antilope saiga 1774
.4rafta 90
^rec« 1 7
Argali 96
Arrecife (Cördoba) 1704
^4ssassmeM 839
^<o« 132
'4«äö 133
Averroes 1084
^OTcmna 579. 893.
Bagdad 170
Bairam 183
Bakkam. 190
jBa/^is 203
Bartole 259
Baumwollpapier 1723
jBeÄen 176
Belsazar 1456 a
Beriberi 291
£ete sicula 1907
318. 2149
Boehmeria nivea 1697
Bolgar 351
Bougie 340
Brindisi 1657
Brundisium 1657
Brunfels 1570
Bungalo 214
Bürän 358
^Msa 376
Busbeck 544
Casuarina 1119
Casuarius galeatus 1119
Cagatai 639
Ca/a (Sizilien) 1036
Calamus rotang 1724
Camelopardalis giraffa
2234
Camphora 1100
Cannabis indica 839
Carrfoib 397
Ceratonia siliqua 1182
Cercopitheciis 1 422
«. Chamisso 1623. 1882.
Chavica belle 2149
Chedive 876
C/*mrt 841
Cochenille 1219
Collocalia esculenta 1844
Constantin VI. 1388
Corchorus capsularis 693
Crataegus azarolus 2206 '
Cypraea moneta 1 133
Daimio 1992
Dante 1305
Daudet (Alphonse) 1542
Z)eZ«&as 507
Dipus aegyptiaeus 936
Dollar (zeichen) 1996
Domback 2012
Dschiu-Dschitsu 963
Dumdum 477
Dmws Scotus 1927
Elixir 903
jBmM 1528
d'Entrecolles 1060
Equus onager 1233
Esdragon 2034
Euphorbia 567
Euphorbus 567
Eusebius 1389
jPeZ«s caracal 1081
Fe« 596
Floririda 1002
J'ooie (Samuel) 1542
Friedrieh II. 1799
i?'Ms^äjf 621
Gadämas 633
Gaeta 644
Galgant 795
GaZ^ant? 897. 1416
Garcinia mangostana 1395
Cra»«« 702
.Gecfco 707
Gehinnom 705
Generalife 99
GÄp«o 1222
(?*pif 716
öorfÄe 1891
öos:« 735
Öra/ 731
Guadalete 2151
Guadalquivir 2151
Guadiana 2151
Gm/i« 739
Guido V. Arezzo 552
Guingamp 722
(?mZ 741
Guttapercha 712
jffafcö 792
ifa^M» GiVai 800
i/am 1157
Harakiri 818
Harmelraute 829
Harün ar-Rasid 605
Hasan ibn Sabäh 839
Haschisch 839
Hedschra 863
Hildegard v. Bingen 795
Hobson-Jobson 835
Holothuria edulis 2096
ifw^fta 655
Hylobates syndactylus
1898
al Hwarizmi 631. 890
16« Baifär 45. 646
/fc«. Hurdädba 795
76« Smä 893
Imam 905
Jacques v. Beauvais 929
176
Jakoh \m .
Janfj Behadur liStilt
Janit scharen 954
Johannes Damascenus
1388
Jubii II. r)(i7
Juda 941)
JuUiin lOO-i
Jute li93
Kaffa lOüf)
Än/l^f« lüOn
Kala \m\
kaliktit 1031
Kamel! 653
i:ao/i« 1060
Kapha 851
A'nrZ rf. (?r. 605
Kam» 1144
A'rtsfcft fTunfsi 1108
Ä'äW* 1102
Kaschmir 1116
Kaspar 1059
Kathay 841
Kaurimuschel 1 1 33
Kimono 1177
King-te-chen 1 060
Ä'itet 841
iCoZJ 1198
A'onafc 120!2
Ä'omn 1250
Xo<«M 1214
Kretschmur 825
Kretschmer 825
AV«s 1163
Krumir 1220
Kuskus 1267
Landow 80
Lawsonia inerniis 867
Lazarus 1310
Leonfo/idon taraxacum
2025
Lingam. 1323
Ludloff 1385
Luffa cylindrica 1333 a
Mädhava 1342
Madras 1345
Magrib 674
Mahnivd IL 954
al Makkari f Ahmad) 9'
Malchus 1379
Mamluken 1384
al-Md'mün 1348
Mangal 1392
jMflw?: 1379
Monis javanicus 1649
1 Maria 1417
Mannderille (Joh)i) 1460a
Meerschaum 1416
JlffA-A:a 1903
Melia azederach 140
MÄ;r/rfo 1468
I Milchsack (persj 1074
Mrz'f Schaff y 69b
I Morqiane 1416
j ilfosW 1483
ifoswZ 1484
Mozaraber 1523
Muhammad abu Bakr ihn \
I Zuknrlja 1712
i Muhammad ihn Müsä 631 .
890
Muhammad ihn Rusd 1084
i ilf««sa paradisiaca 1526
! jI'/ms nialabaricus 1618
' Nanking 1554
Nipaceen 1572
Nirwana 1573
Noria 1561
Nuphar luteum 1570
Orchix mascula 2001
Ormuz 1596 j
Osman I. 2144
Panax ginseng 955
Parzival 592
Paulus Diaconus 552
Peking 1554
Pelusium 1647
Pertschabaum 712
P/e/fe^ 1751
Phymlis alkekengi 1016
I Piper cubeba 973
.Pogostemon patchouly lß03
Polospiel 434. 1666
Polygonum fragopyrum \
^ 1856 c i
i Portax pictus 1569
j P/-afc«Y 1817
Pteropus edulis 1038
Ptolemaeus (Claudius)
1348
Qualah 1021
ar-R&zi 1712
Rauwolf 776
ÄÄe« americana 1528
Ä^MS coriaria 1946
Ricksliaw 956
Roderich 1002
Rofischweif 2097
as-SädiU 1005
6'«/«« 1752
&V* 1769
Sa^o 1761
Saladin 1906
Salangan 1844
ä'ä/i*« 1802
Sambuk 1824
Sanskrit 1817
Sapeke 1835
Saphir (Moritz) 1830
Sa«« 1869
Schahname 1551
Schild laus 1219
Seinnopithecus nasalis
1001
Simia satyrus 15!t3
Äma 841'
Smj^s 641b
Sir dar 1851
Sohnisation 552
ö'<«7ja tenacissima 795
Sudan 1945
Sufisntus 1934
Suntach 1946
Tabaristan 1964
7'a/*7(?!! 606. 1979
Tagalen 1982
Tamerlan .508
Trmfc 2017
Tectonia 1756
TÄe« toÄert 2162
Tien-shan 2166
2V^/r^•s 2061
Tim,ur Leng 598
Trepang 2096
T7-uthahn 909. 1031. 1473.
2114
Tseu-tung 2188
r^i/ra 2100
Tulpe 544
Turbinella rapa 1831
r«rt^ 2114
TmVÄ;»« 609. 2114a
T(/n<s 2125
Urgang 2137
Usnea barhata 2139
Varanus arenarius 2156
Vasco de Gama 1031
Wui-shan 2166
X (Unbekannte) 1770
Yoshiwara 2170
Zanä^a 2192
143.
177
W Ortverzeichnisse.
Vorbemerkung.
In die Wortlisten sind alle überhaupt erwähnten Wörter aufj^enommen, nicht
etwa nur diejenigen, die aus den orientalischen Sprachen entlehnt sind. Die
Reihenfolge richtet sich nach dem lateinischen Alphabet, auch bei den in Um-
schrift gegebenen Wörtern der semitischen Sprachen; nur das Griechische und
Russische sind natürlich nach ihrem eigenen Alphabet geordnet, da sie in ihrer
Originalschrift aufgelührt werden. Im ganzen ist die Liste alphabetisch nach
Sprachen geordnet, um ein schnelles Nachschlagen zu ermöglichen.
Arabisch (Klassisch-
und vulgärarabisch)
ahjad 6
ahras 9
abü I
"abür 12
abütilün 14
ahüzina' 556
'^äda 16
'adä 1343
'^adala 18
'ad an 'zO
'adl 18
'äfiia 24
afiwi !25
'ahd 1 55 1
äMr 33
aklns 870 a
afimak .S5
ahmar 882
ahumr 848
'ä''ida 37
'ain 38. 402. 1994
'ajjük 41
'akär 43
akbar 121
"aMda 44
'akika 45
'äkir karhä 46
'akrab 47
'äla 559
'alaka 904
'alam 53
'a/^' 57
'a^iw 2131
'aZiwa 2008, 2131
'alkam 58
a?;i?Ä 59. 1986
alniäs 60
atnän 66
amara 907
'amära 67
aw?r 69
amma 905
ainmä 64
amrah 70
'amüd 72
'anäk 75
'nnbnr 78
'anöiÄ; 79
andül 80
OM/" 81
'ankabüt 83
"Antar 84
"anzarüt 86
'rör 87
W 138
89
'arablja 674
"amA; W2
'arata 93
'ar(^" 94
ctr</aZ 95
99
an?- 100
'rtris 1001
«/•/•« 100
arrih 106
'artanltä 109
'«rSs fll. 1959
a/-2a 114
'ajÄ 1 15
'asnr 123
asam 1442
"asara 116. 1434
asfar 1936
asir 118
'asÄ;ar 1307. 1847
asrafi 1853
'asw- 123
aswad 1945
aian 870c
'öiasa 129
öi^> 130
ff^Zffls 131
l;i4
"awwär 138
azädirah 140
'azala 1450
a^'ar 870 d
azdiraht 140
'a^t^ 143
'^«^r/« 144
a^mfc 2205
babagä 147
/;a(^a/a 153. 1966
badan 155
badingän 161
bädizahr 1605
fea(7;a« 1613
fcarfio 164
örtf^a 165
/;(J<7 166
bagdädl 170
baglja 171
öä^i.? 171
Z)«^/a 172
öft/iär 953
bahman 1 76
ftrt^r 177. 341
bahür 179
baitär 184
bakara 186
6ak/a 188
ftaU-ä; 189
bakkam 190
Lokotsch, Etymolog. Wörterbuch.
12
Arabisch.]
178
hciJcfa 1371
l)tt»"tiMS 365
dtÄ^»* 1541
balä^ li)4
2>t7« 368
di'nta 520
balad 196
6üs 369
Dimisk 476
bctlo^s 151
fcü^ 370
dirham .523
balät 200
busr 371
dirwa 488
ballä'a 204
hutunt B74
di.« 524
ballü'a 204
disär 525
ballür 205
<f(J'a 460
dubl) 535
fca//M< 206
dabarän 451
dö^Äö 543
bdniijci 210
dnii« 452
d«t/f 537
band» 211
ddbhäg 453
di(^« 538
io«^' 213
454
duhän 539
bannä^ 216
dafana 456
dukkän 542
baraka 222
dafara 457
düraicä 549
barania 1339
(fa/fa 538
dwrr 552
baras 224
dafana 456
durra 5.51
barai 225
dafira Abi
^lar'öi 226
dafna 5 1 5
/adi 613
barhäris 227
dagäg 458
fagära 568
bardu'a 228. 1630
dogana 1489
fug für 569
bardag 229
dß/i'/6 2075
fahhär 570
bardän 241
dnhnl 459
fä'ida 571
iardi 242
dahhäla 459
fafciÄ 572
iar<7a 243
dohira 2183
/flfc«- 573. 2169
iäWt^ 241
rfä'l 460
fakka 574. 57.5
bar IM 1339
dai'a 461
fnkkäk 575
barkük 247
da^if 463
dä'ira 464
fokküs .576
barnija 248
/■är592. 731
iarr 251
dcikal 465
falaha 580
barräda 249
dükara 1976
/■a^rtfca 577. 578
barrakän 250
daklka 466
fahisa 1491
barük 257
dakka 466
/a%' 579
Ms»7iÄ; 262
rfrth'i 471
/"a/ZäÄ 580
batärih 274
rfaZ/a 471
fa^i- 581. 1491
6äit;a"269
rfaWäZ 473
förtafc 582
to7 271
dainagän 474
fänid 583
fcaitrt 273
damgäna 474
fonika 584
fcflir 375
damniüs 480
fanka 584
bafrali 274
(?a'M 481
/«/'(T 585
&a« 276
da«a& 482
faraga 603
batta 56
rför 495
faras 586
baura 762c
rfä/ a 464. 502
/■«rd 587
fcä« 582
daraba 489. 1344
/■(/rd 588
bcizoga 277
davaga 485
farfara 589
bäzuhr 1605
daraka 487
farfijün 567
fcazr 279. 295
davänag 486
fargija 590
6a^^ 280
da rasa 1345
färis 591
ta^^rt 281
rfart 488
farkad 593
billäh 59 a
darbfhänaj 489
/«'s 597
iiwä' 309
darmaka 494
fasfasa 598
fcirfca 312
darünag 486
/"aNÄ« 599
bitäna 316
dasJsa 497
fr» ^(2 602
bittiha 319
d^'M 504
fatalta 916
bizzäf 320
d"MA; 2212
600
6fe 892
daur 501
/ai/a 601
buhür 343
datiu'&r 502
fattäta 601
ftwl; 347
däwa 504
fa^M'ä 602. 1493
bunduk 355
da'^wa .505
faicwära 585
büränija 358
d''6 513
/■jfc/i 572
6ur(i 360
dj/7ä 515
6U5
ÖMrp' 362
dijäta 516
A/ö^t 606
burfca 364
(iij; 518
/■»/i£f(2/t 608. 2202
flruza 609
fisfisa 598
fistik 1064
fitna 611
fulän 614
fulük(a) 831
fM>» 615
/■«»rfMfc 616. 617
furhijün 567
fuiga 618
fursa 619
fusiak 1664
fMs<!^Ä; 620
622
^fWr 623
gr«'ö" 626
gdbal <ö'il
gahara 631
gabbän 628
gabbär 629
gäbija 630
^a/>?' 631
gädämasi 633
^'a(/(i 634
ß'adt 635
<7«/f« 637
gaffäfa 637
^'a/'» 638
gahäz 640
^'aiö 641
^ötrfrt 642
<|rt/<rt 643
galiiba 648
galada 649
gäliba 646
gälija 647
^■ffZ/ä/j 648
</rt«(?ri 649
ganiä'a 651
gunial 653
gämi' 655
g<itut 656
ganill 658
ganiisa 749
ganam 666
^rt>i& 661
ganhija 662
gandür 663
ganib 664
gamma 665
ganna 99
^är 667. 1685
</öra 669. 1496
garaba 674
gurad 670
garafa 689
garäma 671
^aras 672
garb(t) 674
garbäl 673
^arf 676
^ar« 678
garlb 680
garid 681
garim 682
garmia 683
garnait 685
^a/-ra 687. 688
garräfa 689
garräh 690
^asä 692. 755
^(isi;a 692
^"'iss 716
(^oi-ci 1495
^f^iiä 1702
gnuhar 694
gauza' 695
(/rtw'j 1332
i^a^o? 698
^«cöi 699
gazära 700
gazira 696
gazwa 701
^'(;/8M<i 424
gTbü" 936
^Tär 715
^Ci/jö 736
^?/ös 716
(/jrfär 717
720
g^mn 723
girbäl 673
giwälik 1753
^M/>i 736
gnhba 737
^'«//ä 739
^üi 741
gnlgulän 744
746
^M»w 747
gum'a 748
gumaisä^ 749
^'itwi/ 750
guräb 754
^iMrij 1252
^Ms/a 755
^'i<«' 758
Äafcafc 761
linbar 763
habasl 765
762
ÄaW 766
hadara 1353
Äac?<^ 1464
haddn 767
^«rfid 768
hadija 769
Jjafakän 771
^n/«/a 770
hafara 1466
772
^o/i/" 773
[Arabisch.
ÄSf/a 775
hagar 1354
hugara 863
Tja^j^' 776. 777
hnggäm 778
Ä.a<7^ 868
h'tima 782
haimän 783
M'w 784
ÄazV 785
^'«y^ 644
hfjjät 786
^«fcA;' 789
Ää/ 790
^rtZä 791
Äa/aöi 792
Wa&a 801. 1357
^a/ä^ 794
hnlan^än 795
/ja//"«?' 796
^«/T/a 798
7ia%' 799
ÄßZ*w 800
/t«/A-a 801
halkünt 1684
Äa^^a 865
^llaka 802
haiük 803
^a^i*'« 762 f. 804
haniara 883
hnmila 866
hammäl 806
hamr 1359
^«'wäw 807
Ääwrt 784. 851
hnnaka 810
Äanö'"<Z 811
hanfara 813
hau gar 814
hanlja 815
hanzal 816
hnnzir 817
haraga 1500
haram 1457
haräm 819
harania 1499
fiaränn 821
harasa 1467
harba 823
/iar</ 825 •
Äanf 121
hartf 827
Äar«a 828
harmal 829
Äarr 830
harrä^ 1500
^nrtäka 831
^arrüb 832
harsüf 833
harün 834
Äasaw 835. 870
^asära 837
12*
Arabisch.]
180
haslra 836
fiasira 837
hasiS 838. 839
haSiäa al-hargüt 279
'liass 840
hassn 1465
hassäS 839
^atara 1501
655
Mit;- 842
5«// 843
J),attä 844
;ja«rt/ 888
haud 846
haudag 847
/(ajts 849
haialga 850
hawäla 974
/iat<'jf5' 1703
hawicän 851
haztn 854
hazlnn 855
Äaff 856
hedlw 876
^zrfwa 861. 862
higra 863
īra 864
/w7ä^ 865
himäla 866
k^/rf» 2013
hinuä^ 867
hinzlr 627
j^ü-t 8<i8
870
hizäna 871
^or/a 850
hnbärä 874
hiibäzä 875
hudür 877
jw/f- 772
Ätt/-ra 878
TjuA-ä: 144
hukka 879
/nt/ö« 881
1198
/(jt^wra 882
humra 883
7t»«7; 884
/»trr 886
hurrijff 886
^Msä 2001
^Mss 887
615
hutba 655. 1461 a
^«/«ä/ 888
huzämä 889
»ö?2s 892
iö?-vfc 894
ibnsam 10
ibrisuin 10
'j#rfa 896
'«/rT^ 897
«•/riz 898
i/ä/a 559
'^7ör 899
«X-^ji 9t)2
iX-.«7»- 903
'j^A-a 904
'<7'/a 612
imäm 905
imäna 66
imära 907
'imära 908
W 891
'iVÄ- 1957
isfanäg 126
isfanärija 912
isfinäg 126
is?öm 915
istiftäh 916
«sa"/-ä' 1522
iiM' 917
4»Mj<^ 918
Vfr 134. 920. 2172
Htrija 919
jfaf^ 948
jahüd 424
jaküt 9.'S0
jarbü' 936
jasakgi 939
jäsamün 942
jasara 2186
jasm 941
feä'a 970
ka'^ada 1370
fca&ä' 971
fca^xJft 972
A-flM6rt 973
kabäja 971
i-«fta^a 982
iaööi« 974
ifca&öär 978
ifcaöi;« 979. 980
Ä:a6Tr 981
ifcrtör 1372
ÄraiüZ 982
j-är/« 1006. 1139
fcfff^i 985
i-^i^i 984
kadim 986
fcärfir 987
Ä;öc?ös 988
A-aAä 990
A^rtfa^ 991
Ä'a/'ara 997. 1068
kafas 993
Ä;a/'/'a 994. 995
kätila 996
632. 997
kaftz 998
A;a/r 999. 1022
käfür 1100
A;«^«?'« 1002
ka'fihn 1002
ÄrrtÄA-rt/ur 1003
kahwa 1005
k'i^ 1006
A;«*/* 1007. 1173
kail 1 174 a
kä^iininnkäm 1010
katsänia 1011
kaitus 273
Ä-«)i;ö(i lol3
käkang 1016
ter« 1021
kala'a 1036
kalaba 1376
kalada 1505
fcatofa 1022
Ä-aZ«w 1023
Ä:ffZ6 1025
A-a/ö 1026
teZ» 1029
k^/ö 1030
Ä;fl?«»iffl 1032
A;a?tö' 1036
A-aWfli 1037
A;rt>Hä 1157
käma 1010. 1999
if«H!7 1044
kammün 1046
kand(l) 10.52
kandara 1051
kandil 1053
kantara 1057. 1506
kanz(lja) 1059
Ä;ar« 1181. 1507
A;ßm 1071. 1072
A-ar'^a 689
kaya'a 1250
karam 1083
karawän 1086
karawijä' 1087
kafija 1094
karlwija 1095
A;ar>« 1096
Ä-flrA-rti 1096 b
Ä:a»-n 1098
karräza 1101
karsana 1 103
A-a;YSs 1104
karuba 1252
Ära's 1105
A-äsa 1174
kas^a 1106
iW&ff 1108. 1118
Ä-asa/'a 1109
kasama 1187
kasara 1575
Ä;as(i 1110
kasdlr 1111
Ä-ßs/r 1575
A-as/s 1114
fcasr 1117
181
[Arabische
hassäb 1118
la'^aka 1308
maklüb 1376
Icata'a 1191. 1270
la'ana 1383
malaka 1384
katäm 1122
/a67i 1285
malgam 1378
häti'a 1124
iaö/srt 2006
mallüta 1380
Jfatifa 1125
Marfan 1286
mal'ün 1383
kätra 1127
lagania 657
mamlük 1384
katrän 1128
Za'iö 1289
mamtar 1387
kattära 1 loO
lailak 1319
tnanäh 1 389
katünä 279
laimün 1322
manäki' 1578
fcaMfcaö 1132
;aA;aw 1290
manära 1 463 a
kaum 747
ZaA:a< 1293
mandil 1391
Ä;aMs 1140
;ak' 1291
mansür 1399
fcaM-? 1508
ZaA;A:5i 1293
manzü 1401
kawwäd 1139
ZafciaÄ; 1294
mar'a 1403
fca^« 1147
Za'itfc 1308
marad 1404
fciör« 1171
ürtMs^a 1309
maräkk 1405
Ä;l^ä^ 1172
lazinia 1 326
maramma 1407
kijäfa 1173
läzwardi 1311
maras 1408
fci/äs 1 1 74
Ze&eA; 1313
marassa 1409
1174a
Zif 1318
marbüt 1410
kimijä^ 1157
Z»/«A; 1319
wjar^ 1 785
A-jM^är 1178
Zim 1320
mardaküs 1411
Lvi' 1181
lizma 1326
marfaka 1413
kiräd 1 1
lubän 1331
marfüd 1414
AnVö/ 1182
lühija'' 1333
»warf/ I i 15
kirba 1074
Zm/" 1333a
margän 1416
ma'rifa 1418
kirmizi 1219
luffah 1333 a
krs 1190
ZmA;«^ 1 334
marih 1419
Ais 1185
lukma 1335
markab 1420
A;isä' 1 186
markasitä 1374
kisnia 1187
mabrüni 1339
markät 1421
j;*fa 1191
ma'dan 1341
markaz 1 423
kubäba 973
mädda 1342
marmara 1424
fcMÖö« 1221
ma'di ja 1 343
niarra 1426
/ctöört/;; 1221
madraba 1 344
niarsam 1427
kubbäja 1221
madrasa 1 345
marsüin 1428
fcMÖf* 1222. 1735
magarra 1346
marsüm 1416
i;u(iäf 1224
magga 1347
martaba 1429
AjM^a 1225. 17.53
magistl 1348
tnas'ala 1432
kuM 1227
magra 1349
ma'sara 1434
kulkutär 1 236
niagrib 674
masgid 1435
fci^zL 1037. 1238
mahalla 1350
mashara 1436
.t«(wäs 1240
mafidar 1353
masih 1437
kumkum 1243
maligara 1354
niaslük 1438
kummija 1241
malijäs 1355
masraba 1439
kunja 1246
mnhlab 1356
niassa 1440
kui-'än 1250
mahlük 1357
md'süra 1442
kurba 121>2
nialüüt 1358
wJä^a 1443
kurbän 1208
mahmür 1359
mafar 1387
kurkum 1247
mahrag 1351
matmüra 1444
kurnia 1256
mahrama 1361
matr(a) 1445
iwr/-« 1257
mahfija 1 360
matraba 1 344
Icursa 1 258 *
mahzan 13ö2
mafrah 144B
Ä!?^)-si 1190
mai'a 1363
mairaka 1474
Ä;i«t 1260
maidän 1364
ma'tüf 1447
ÄJMriMW 1262
maimün 1365
maulä 1448
ibrtsör 1268
jna*s 1366
ma'ün 1 449
feMif»- 1269
mak'ad 1370
mausitn 1451
kttttaa 1270
makäm 1010
mautabän 1452
kutun(t) Tt"l
makbara 1372
watts 211
kuwiva 1273
maklla 1373
mazäd 1454
Ä;MÄa 1274
maAiA^i 1822
ma'^üi 1450
Arabisch.]
18!
mibrat 1460
midak-ka 1461
vii'iian 146^2
tnigfar 1463
mihadda 1464
niihassa 1465
mihfar 1466
Mi//i;'((/ 1502
mihräs 1467
mimbar 1461a
miwÄ 1462 a
niinära 1463 a
mingal 1465 a
mirassa 1466a
mirät 1467 a
tnirbat 1468 a
miskal 1472
mismas 247. 1471
mitraka 1 474
mitras 1475
mizrak 1476
mu'addin 1463 a. 1485
mu^ajjan 1486
mu'ämila 1487
mu'^arrif 1488
mudaggin 1489
wHffrf 1490
fwit/"«« 1491
wm/"« 1493
mugattä 1495
mtigäwara 1496
mugäwir 1496
muliädara 1353
muhadda 1464
tnuhajjar 1497
muhakk 1498
muharrig 1500
muhassa 1465
muhätara 1501
tnuhräz 1502
muhtasib 1503
mukaddam 1504
mukdllid 1505
mnJcantara 1506
mukän 1-507
mukäri 1507
muknwivä 1508
wmZA; 1509
mümija 1510
munädija 1511
munäi 1512
muntin 1513
muräbiti 1515
muräkihi 1410
murakkab 1517
murtadd 1508 a
mmädara 1509 a
musäßr lölOa
musallä 1511a
musamma!^ 1512 a
musarki 1856
mushaf 1513 a
nnisikär 1514a
»njtsfc 762 b
niuslim löl6a
mn.iluk l517a
musrif 1519
mustaka 1520
mustakl 1521
mustnri 1522
musta'^rtb 1523
niutawaggih 1525
211. 1.526
muzawwir 1526 a
na'äma 1528
nabara 1461
nabika 1529
w«rfä 1511
nafaka 1532
nafar 1533
na f ata 1534
nafha 1535
wäfi' 1536
nafir 1537
w«/"^ 1538
«öAa 1389
näht' ja 1540
nä'i'ö 1542
Mö'iöa 1289
na'ima 1528
nainüfar 1570
naka^a 1578
nakal 1545
MaM 1544
nakir 1546
nakkäl 1545
nakkära 1546
Ma7 1547
Mär 1463a
wa'^s 1558
nasa^a 1512
nasnga 1559
was«/ 1559
natrün 1567
nauba 1560
na'üra 1561
nawäla 1562
nazala 1401
nazar 1.564
nazir 1565
nazzär 1566
Mefes 2067
nenüfar 1570
msr 1575
mmM' 1579
nukä^a 1578
nuJcra 1579
Mür 1580
nusädir 1581
nuwwär 1582
nuzha 1583
raöäö 1675
rabad 1676
ra?)rti!a 1410. 1468a. 171*
radf 1680
radtZ 1681
rafada 1414
rä^i' 13
1684
1714
ra«;?/" 1682
räAa 1683.
ra/i^ 1685
rahts 1686
rö^i' 69
rahniän 1 687
raÄn 1688
raihän 1690
ra'ts 1691
ra'ja 1693
rakania 1694
raküba 1695
raw? 1698
ra's 1691. 1701
762 a
rasafa 1704
rasama 1427
»•as^ 1732
rasif 1704
rassa 1466 a
rassa'a 1706
ratam 1707
raiZ 1708
rauda 1709
razza 1713.
razzäki 1715
ri'äs 1716
Wöäs 1717
ri&5i 1718
r»te 1717
r/d/- 1719
W^7 95. 1720
rimäk 98
mwa 1722
rizfc 1721
rtÄm« 1723
rM&Ya-» 1725
rM?>i> 1726. 1957
rwA 1727
rMÄ;& 1728
rMwwän 1729
rusäfa 1731
rM.y(^ 1732
rM2:0 1733
safta^jf 1736
sahag 1736
sabaka 1737
sö&rt? 1738
sfl&rtte 1932
s«&ö 1735
srtfciäfc 1740
sabhära 1741
sabtra 1741
sa6r 1745
sabüga 1746
sörfa 1772
1716
i
sadaf 1750
sa'dän 1365
sadda 1903
säfa 1773
safan(a) 1752
safat 1753
sa/f« 1935
sä/iAi 1 754
safir 1830
söp' 1756
sagnda 1435
M/ia 1775
sahn 1765
sahrä' 1766
sahrtg 1767
irtf 1770
sä'jo! 1771
säV<^ 1772
^a?/a 1773
sa«Ä 1775
saikal 19U1
sairaf 1860
sä'js 1776. 1777
Saüän 1867
säfc 1782
säfca 1783. 1784
Sakä' 1785
sakala 1901
sakana 1786
safc/" 1790
säkija 1791
saiyfca 1792
saktina 1793
saArÄ; 1795
sakkä' 1 796
sflil-Ä-ft 1792
safcfcsi 1797
«fffcr 1799
sa^a 1368. 2138
sä/« 1874
salaha 1807
saläm 1803
salama 915
sa/fi« 1806
saZiö 1808
sa>w' 1512a
saniaka 1946
söm/ 1810
saniid 1814
sanns IS 15
sams 1815. 1816
sa»^^ 1818
samüm 1819
sawä' 1822
san5 1829
sanat^ 1823
sanärija 912
sanbük 1824
saiidal 1825
sanrfMÄ; 1826
«aw^' 392
san*/a 1828
183
sänija 1829
sannäg 1S33
sa'rä 1837
sarä& 1838
sarahha 1839
5«»-«/^« 1840
saraka 1951
saratän 1848
sarba 1838
sart^a 1439. 1838
san/- 121. 1852
S'irtft 1853
sar« 1886
sarifa 1854
sark(i) 1856
Sai-kije 1856 b
sarmüta 1 602
sarr(a) 1859
sarräf 1860
iari 1861
sarwäl 1849
sös 5 1484. 1865
säsd 1776
säsija 1865
satara 1919
sa^;» 1868
«aii 1870
safrang 1 87 1
sa!;ri;a 1872
sätür 1873
sattvän 2141
sawA; 1783
sauka 1939
sa««Z 1874
saj<< 1875
stört?- 1890
si'dän 1365
sjrfr 1529
sifnÄ; 1895
ifi/^' 1893
si/r 1894
si^n 1896
S'/täö 1897
sijäsa 1776
sjfcS' 1899
s/fcöja 1900
s4-ä/ 1901
sikö<ji 1902
s*fcfca 1903
sikkin 1904
s«Ä;te< 1794. 1905
s«7äÄ 1906
se7A;a 1907
stwSZ 902
simäsa 1816
s/ww 1819
simsär 1836
sin 807
sinä'a 495
sindlja 1911
stM» 1913
siV 1428
[Arabisch.
siVä 1915
sirra 1916
sjs 1917
si/Äm 1919
snhät 1932
südän 1945
S!£rf(i 1933
sü/'fi; 934
SM/"fa 1935
sufr 1936
Sit/^m 1937
s'm^'ö' 587
suhba 1922
sm/c 1511
süka 1939
sukäta 1940
sukka 1941
sukkar 1855
sulaimäni 1942
sulhäm 1943
sullam 1944
sultän 1945
summäk 1946
sunbük 1824
sunbiil 1947
smidük 1826
surad 1949
surba 1838
surka 1951
surra 1954
SMrirt 1955
SMS 1957
süsän 1958
suwär 1959
«aftflfea 2046
tabäsir 1965
iaöffii 1966
tabVa 917
iafci'a 1967
iaftFÄ 1968
ia'fci;« 1969
fäfti^e 1969
irtöii: 1970
ifaW 1971
iäÖM^ 1975
tadkira 1976
iaī'- 1977
ta forma 1980
tahatia 1988
ifrtÄm 1985
iaWi/ 1986
toÄrlr; 1500
tähüna 1988
tahurtl 1989
'taifür(lja) 1991
<ä'tr 1575
iajijVfe 1995
jfdfc 397
jtdjta 1996
iäkja 1997
i!aA;/td 1998
Assyrisch.]
184
takwlm 1999
'ta'lab 12001
talak "lOO'A
taläk 2U04
'talbls ;200ü
taira 5>007
ta'lim !2008
tama' !2009
/awäm 2010
tamannä "iOll
towr 2013
fawiwr 483. 2015
tannln 2018
tannür 2019
tantana 2020
teraf 2023
ia;-«Ä« 2024
tarahsakün 2025
taranguhvn 2028
<ar6 1344. 2030
terÖMS 2031
iarfä' 2032
targama 2033
targumän 2033
ia>7i 2024
torÄM» 2034
iarfrfa 2036
taV?/' 2037
tarllta 2038
tarirna 2039
iarsl' 170ß
iartifo 2041
^ösr«; 2044
tasannug 579
tasblk 1970
iasßm 2008
te^6lÄ;a 2046
iawr 2048
tausija 2050
tawätur 2053
<ay»n 1994
ßft 2074
i«ör 2075
tilasm 2077
2083
.^MÖ 1344
tumn 2106
fMria«? 2110
turbid 2110
turda 2111
türm äs 2115
turung(än) 2117
2118
*M<y(J' 2120
1585 2127
«?;ya 1590
M^a/a 2132
usaiUin 2138
Msna 2139
«ts^Mwä« 2141
utäl 2142
«fär/rf 2143
wa'c^a 2150
wädi 2151
M'a(;Ä 1525
wäha 2152
waklda 2153
wafeZ 2154
ioaZ(? 2162
«•d^; 2162
ivalläh 59 a
walwala 2155
waraka 2049
toaran 2156
M'ars 2157
«oasä 2050
tvasala 1484
?t>as» 2158
wataba 1452
wazara 2160
loazlr 2160
wiläja 2162
wizna 2165
wussäk 2168
safedf? 2173
2ö&fli 2175
zabatäna 2201
zabün 2176
za'farän 2178
za'frän 2179
«ö^l 2180
zagäja 2181
0ac^aZ 2182
zahma 2184
sn/tr 2185. 2186
zahura 2185
2:ai^ 2187
^afcA; 2219
zalam 762 c
0oZ%' 2189
zamala 2190
zamara 2191
ä'öwiVa 2190
««»wir 2191
zanda 2190
zammäl 2190
Äa«ä 2195
^a>i(?fca 2196
«awfei^ 2193
zanbüg 2054
zänija 2195
zawÄ-a 2196
zärand 1843
2ar& 2198. 2199
zarbatäna 2201
farf 2202
fartf 2203
zarkün 141
«aVür 2206
zawjja 2208
zehgebil 1930
2208
2214
zidivär 2215
^;jar 2218
0«A;A; 2219
^«7^ 2231
1827
zingär 2221
slr 2222
ämW 2226
2?<ö;a 2227
znfaizaf 2228
Äit/ta>-t 2229
SM^tra 2229
^M«a 2231
«MW 2232
zungufr 1827
s^Mräfrt 2234
s^wr^ä/ 2235
zurzür 2235
ÄMi^^aÄ; 2208.
Assyrisch
(oder akkadisch).
a&M 1
admu 19
argamannu 97
asäru 127
etränu 1128
giparu 121
guhlu 1227
Jiarübu 832
fearfw 988
kamünu 1046
kapru 992
1105
tew 1185
kupritu 1171
ÄrwprM 727. 1171
fcjii'sit 1190
lakalaka 1294
manü 1456 a. 1462 a
menieni 1386
»igstf 1366
muskenu 1470
napfu 1538
pahäru 570
paräsu 1456a
jiarsH 1456 a
parzillu 259
rab-sakü 1679
ragämu 2033
rasäpu 1704
rigmu 2033
sakälu 1456 a
saA-i-M 1781
185
[Bulgarisch.
sakü 1679
sarpu 1860
'siklu 1456 a. 1880
sukennu 1470
surrupu 1860
süsu 1957
targumänu 2033
tinüru 2019.
Bulgrarisch.
2
a/!OM 25
«(/«Z 136
ahcija 117
«/lg/- 36
ajgzr 40
48
aZa; 51
alelidja 793
allilujn 793
almaz 60
aZijw 61
«m 64
amanet 66
ambar 11
anii 64
anterija 84
nraba 90
aramija 821
arap(in) 89
arnpka 89 e
arkan 102
armagan 103
arnautin 104
arslan 107
arsin 108
128
a</aÄ 131
awarija 138
ait^er 142
&oJ 166
badem 154
badiawa 160
badihawa 160
badzeica 625
Z>afca 169
bayr(anica) 1349
bag%n 1349
&aj6afc 181
iö/Zr 348
irtiraÄ; 182
bakalija 189
fcaÄ's/s 178
bakzr 193
buldahin 170
6a^Ä;on 197
balsani 293
6«Zte 207
hat•as^k 258
OuTduiC Ciöyj
öuifid 445
bct?'6 245
cntufd 442
öfiysuJc 254
chfddJc 397
husYHct 264
Otts ^Ou
CtdCld 4ÖO
hüSfHctJc ^65
dcfdijd 455
UdvUtC •±00
ddfHdslcifid 476
otitry ovo
ddfHdst 476
hfl^zicd 306
ddtHyu 478
hß^'oh,ft 990
ildtrlld '±iu
hacih 9Qi.
OffSlfC ^ij'i
ddfivddzijd 505
bzÖJc'ij^ci 377
Hfttir-i'ln Rli'S
li/tJ/U/tJit' 0\jO
hivjuzct' 609
d€ll 0\j\j
his€r 371
dslijd 506
^97
dt/Hl? üUO
00) (l o^o
dßTilc 484
/ ?y f/- 327
düiZ ^vo
OOSiCti IDOi
d^vwis 496
hnnfnn '-?^9
l)o^ct 376
d iiH ijd 521
Uli/Uli tv XUX 1
dit^ßJc 522
I}itÖ?^€y 337
OUUCllCl Oöö
diwdil 526
biiy(z 339
d'iwdHC 509
Jyttjtt'i'* 346
öf izcfifi 527
t>Ht( ftry« O'it?
dj67iyiih6z 660
himciik 354
djtiJxjdyt 542
i^o^a/wa 530
hutjct 357
ciovijd *)Oa
btiViHd 363
doK'iJßst 532
^79
c^Mrf 2118
hiizd 368
itnu ti/v O'jyj
hiizdoffdH 333
duyniß 540
dxihdfi 539
fi'ith'ni'i ^4.9
(tlt/l-tt/t tJ7^
An A«/v M 9 1 7 ö
Cdjrdn LiX. lo
diildp 529
CdJ 415
duly€t'('iii) 553
CtivfUtO ooo
dufUßt i 547
cdvddJc 397
diiscJc 533
ödHS 404
dus'yytdyif'iiij 5o4
Ct^fCdfl Oö-i
dzdfH 650
dZtO O^l
c^fvidd d}t 652
dziyß v 719
XayrJnh ^Q7
C(>fdltfC Out
dzoh 641
C€ryd 412
rl-TJnn 470
C€SfHd 402
7 ^ ' Fii-n
CylBHClZ^ ÖOU
tfiko st(^€ 1110
nifflih
€SQul 943
(,*/ »*(-( *±.ir±
csty'dyoti 2034
cizYilfi 431
ClZ'biH 431
Jdjdd Oll
cohd7i(iyi) 433
'fd)'fo7'(iJdJ 569
fßfcdzd 603
C07'dp 439
fevedzß 603
JorZ^a 440
/■frz 595
cordok 397
^/ 605
Jo^ra 442
^/(//s 607
cugun 436
^/c?ian 608
cw/Ä:a 437
;^5tftn 621
Bulgarisch.]
186
fitilj 600
fodul(in) 613
fudul(hi) 613
furma 885
fustan 621
fiita 622
gajda 643
gajtan 644
i/ar^a 1090
«^n^f^a 1059
geenna 705
gemija 709
gerdan 675
gircew 1091
grabe z 821
^/•rt/^ 760
i?7<9?f/ 1232
740
i^M/fe 730
gumruk 751
haher 763
hadzija III
hajda(te) 779
Äa/cfwi 781
hajicar 851
hajwer 851
Äofc 789
ÄaZe 791
Äa/«;a 797
halina 797
Äa/Ä-a 801
hanial(in) 806
Äa« 808
handzar 814
harem 819
harman 869
hamiz 846
hazna 855
heniglica 1228
heruqwica 1228
/j/c 860
;?orfirt 850
hubaw 873
htihost 873
hurnia 885
;«M?a 622
iör«l 894
tc 860
icoglan 895
«7c(;'a 561
isop 566
izingija 2146
Jagmurluk 924
jfaÄoiii 930
j'awa 923
jatnurluk 924
jamcarni 954
japundze 934
>rtr 935
>ar;Ȁ: 937
jasak 939
jasmin 942
.;'as/ÄÄ- 940
jastagan 944
j«<nÄ; 945
jepanca 934
/esafc 939
■;Mfc)7<'7 959
>/i 2128
yjtÄ; 964
^■«Zar 965
jupka 737
jurgan 961
jurgus 967
jiitija 2145
Jcabanina 947
kacul(a) 1019
Ä;arf?/e 1125
fcarf/j« 984
kad%na 989
Ärarfö;- 987
Äraft-^; 993
kahwe 1005
fcatÄ; 1014
Ä;ais 1015
Ä;a;maA; 1009
A^o/ä/ä 1012
kalabadan 1275
kalabahk 645
Ä;nZf//'a< 1022
ykaZfli 1021
kalamfir 1085
kalaimz 1276
kahhrtna 1028
I kaldznm 1028
! 1023
' Ära/fa 798
kalgun 795
Ä;aZ/Ä-o 1031
! fcff/i-an 1034
I Ä-a/^rtfc 1039
j kalpaiv 1027
I Ä-a/?,p 1030
[ kamcik 1042
I kamdzija 1042
I kamfora 1100
j kamila 653
kamis 1047
j kamuha 1043
I ÄrawBs 1047
! fca/fai 1048
kansa 1056
I kanza 1056
' kapak 1061
kapan 1062
j kapari 978
j kaplan 1066
I fear 1069
t fcaro 1070
karafa 689
karagroS 1070
karakol 1078
karanifil 1085
karandas 1076
fcaraM^ 1078
karawid 1078
iarrfas 1089
karpuz 824
fcasfffc 1118
kasap(in) 1118
kasapnica 1118
kästen 1110
Ä;a« 1121
toran 1128
Ä-a?ir 1131
kaicak 1134
kawal 1135
kaicaz(in) 1140
kawga 696
kazak 1143
kazan 1144
Äia^jfc 1146
Ä;e&ap 972
Ä;*^/' 1007
kehlibar 1004
ivi/- 1007
1152
Ä,-eZ»w 1176
kemer 1041
kepetieg 1159
kerpic 1184
kerwan 11)75
kesija 1185
kilim 1176
kimnon 1046
kimur 1200
kinowar 1827
1180
kiradzija 1181
ÄrjrfC 1183
kirija 1181
kirliw 1180
kirpic 1184
kitnjka 841
ÄoZan 1195
ifcoZcrtfc 1196
koms'ja 12Ul
komsu 1201
Ä;owayfc 1202
konop 1248
fco/jca 1203
Ä;o>- 1207
fcorfcac 1279
korsum 1259
Ä:ose 1210
kositro 1111
kosHrzn 1111
Ärosiefc 1211
fco^*-*: 1213
ÄrosaÄ; 1265
fcos« 732
187
[Bulgarisch.
kosk 732
kowet
kowrig 1282
kuhe 1221
kubur 1223
kufta 1226
kula 1238
kuliat 1231
kumbara 1244
kumur 1200
kuinurica 1200
kuprija 1205
/fcMri!)uM 1208
kurka 1255
kuskun 1266
kustek 1211
kusur 1268
ÄTMiafc 1265
Ä;Mse 732
kutija 1271
kuwet 1273
fciMa 867
fcarw^s 1219
iafewi 1327
Zaf 1287
lag^m 1288
JlaÄ; 1295
lakordija 1297
/a/a 1299
Za/^ 1300
Zo?o 1299
?ai<^« 2127
lazur 1311
ie/-*; 2132
1290
Z«ä:p 1292
Zfl 1306
leweri(t) 1316
Zt/ifM 1290
ZiZafc 1319
Ii man 1321
/iH/ow 1322
liwan 1331
Zoöorfa 1284
Zoöi^i 1327
üofcMm 1684
Zm/o! 1336
^M^aÄ; 1319
modern 1341
magaza 1362
niagazin 1362
mahala 1350
mahmuren 1359
mahrama 1361
majasil 1368
majmuna 1365
matigal 1392
mastrapa 1439
medzit 1435
megdan 1364
mehana 1369
mehlem 1378
mender 1464 a
mengusi 1396
merdzan 1416
mesirjak 1473
meteris 1475
meze(lik) 1453
mihljuzni 1491
mjusterija 1522
wjiizewei-in 1626 a
mokawa 1508
wor 1482
mosama 1512 a
murekep 1517
muselina 1484
muzrac 1476
mtir/e 1527
wa(;'a 199
rmzda 1527
nadzak 1539
nalbantin 1549
nahn 1547
nisatir 1581
orZfj/a 1584
orfiaA; 1587
ofca 1590
ordija 1594
orman 1595
or<aÄ; 1598
1610
pajwan 1612
/ja^a 1615
papagal Iii
para 1626
parSa 1628
parmakhk 1636
2msinma 261
^asa 1640
pazar 278
]}eksimit 1642
pence 1620
pendier 1648
percem 1629
percin 1629
perde 1630
perigel 1635
pernic 1657
perwaz 1638
peskir 1660
peskis 1663
p«d 1653
ytta 1654
pitice 1654
postal 1667
pilimar 1616
raslan 107
rewen 1711
niiw 108
sahan 1765
sahttjan 1769
sa«(7« 1774
so/a 1778
saAm- 1781
salhana 1807
sarafan 1845
saraßn 1860
sarza 1878
sa<ar 1873
sa» 1876
njurgjun 1950
s^■^tfa 2171
so6a< 1922
soioZ 1799
S02>a 1^25
spanak 126
surma 952
Sur na 1953
s^nd^k 1826
SrtdÄr 380
sag er l in 1759
laA 1762
sahin 1764
sahmatna d^ska 1443
sahmaina igra 1443
s"o;l'a 1780
saA.-«/ 1929
s«Z 1802
saZf/s 1805
salwari 1849
Sanian 1928
s«im 380
segur 1759
set/sr 1759
sVÄ;er 1855
sisarka 1918
tabak(hana) 453
^a&or 1974
tagar 1983
^o/iM 1994
iöten 2005
^at^a 2051
tatvan 2052
if/ 2060
^em<;^ 2062
tendzera 2066
tenekija 2065
tepcija 2056
tepsija 2056
terzija 2073
<es«e 498
«»war 2079
titjun 2 121
tjumbelek 1971
tteac 2078
tokmak 2087
^owiritA; 2088
<o/> 2089
iopor 1964
forfca 2091
Deutsch.]
188
trampa 2095
tuö 2098
tugla 2094
tuman 545. 2105
tnrban 544
tutun 2121
Uiula 2099
<«v//-o(7 2109
^iwia 545
uchir 2126
wZf/-«» 2132
tilus 2134
u>-a 2167
zahun 131
zabunce 2176
zagwet 2184
sahar 1855
zähere 2183
Äff;>e 2183
zalicaivam 1292
zarzala 2211
zijafet 516
2riiM 2220
zindzir 2194
^iM^aÄ- 2208
«;aw 2217
zjungiji 2146
2223
zimrud 2233
zemadan 652
zilet(ka) 951
zupan 737.
Deutsch
(einschl. alt- u. mittel-
hochdeutsch, jüdisch- u.
gaunerdeutsch, jiddisch)
ahd. = althochdeutsch
mhd. = mittelhochdeutsch
j. -= jiddisch, jüdisch-
u. gaunerdeutsch
St. = Sternname.
Abessinier 765
Abschach 1762
^6« 1
4ö<<'z 1
Äbtissin 1
Acarnar St. 33
acheln j. 42
Achelputz j. 42
Achernar St. 33
Achltischemali St. 902
Adamsapfel 19
Adniiral 69 a
admirät inhd. 69 a
^/ft; 1063
Agger- Agger 30
.4^Äa 28
.4?awrtc St. 75
Albatros 1)88
Alchabor St. 12
Alchimie 1157
Aldebaran St. 451
Aleppin 792
Algebar St. 629
Algebra 631
Algedi St. 035
Algenib St. 664
Algomeiza St. 749
^Z^^oZ St. 741
Algorab St. 754
Alhabor St. 12
Alhajoth St. 41
Alhidade 896
Alizarin 116
Alkakandschi 1016
^ZA-«?i 1029
^/fro/io? 1227
Alkoran 1250
Alkoven 1221
^/^«/t 59
Alleluja 793
alligaßr mhd. 2229
Abnagest 1348
Almanach 1389
Almemor j. 1461 a
Alphard St. 587
Alpherath St. 586
Alpheraz St. 586
Alpheta St. 574
^/<«/r St. 1575
St. 75
Amalgam 1378
arnalgamieren 1378
Atnber 78
Amen 68
.4»iocA: 71
Amulett 866
Anakonda 74
Anatolien 76
angeschickert j. 1787 b
Anilin 1568
Antimon 918
Aprikose 247
Araber 89 c
Arabeske 89 d
v4r/rfftf St. 1719
.4r?V>- 112
^riojoTi St. 1719
^rnujii«? 104
^rrai; 92
Arschitie 108
^rsewa^ 495
Artischocke 833
Asangue St. 392
Äschere St. 1915
Aschkenasi 120
A schlauch 119
Assegai 2181
I ^toir St. 1574
St. 2048
^^/rts 131
^^0« 132
ausbaldowern j. 145
^yw/c St. 41
Äzarolapfel 2206
Azimut(h) 18l8
aewr 1311
Babirussa 148
Babusche 16^5
Bäffchen 165
Bajadere 1530
Bakschisch 178
.ßa/s j. 184 a
Balalaika 198
Baldachin 170
ßnWafc 170
Baldower j. 145
.B,JÄ,-ort 197
Ballasrubin 151
Balsam 293
Balsamine 293
Bambus 209
Banane 211
Banianen 290
Bantamhuhn 217
barchät mhd. 250
Barchent 250
Barkarole 2148
.Barfce 2148
Barock 364
Barthel 255
Baschibosuk 266
Baschlik 260
ßassffl 1640
Baten Kaitos St. 273
£f/<iÄr 270
fca<t'A;en 270
£a^ar 278
Beduine 164
Beelzebub 145
iy*-»/ 282
Beglerbeg 282
Behenioth 283
Behenwurzel 176
Beilerbei 282
Benettiasch St. 1558
bengalisch 289
Benzin 1332
Benzoe 1332
7iew0o/ 1332
Berberisbeere 227
Berherize 227
Berberstaude 227
Bergamotte 282
Bergamottknöpfe 282
jSfrÄ-</M 250
ßes j. 184 a
beschicken j. 1787 b
I beschmusen j. 1884
I beschummeln j. 1811
189
[Deutsch.
besehein j. 2210
Beteigetize St. 695
Betel 2149
betucht j. 267
Betuchter j. 267
Betuecliter j. 267
Bezoar 1605
Bisam 293
ii/Mse 1647
Boback 181
ßüc/i^r j. 180
Bombasin 16 17
Bonze 331
Borax 356
Boretsch 13
Borretsch 13
£os j. 184 a
Bronze 1657
Burnus 365
Burrich 13
5?<sa 376
Buxkin 324
CaZmw 1029
Chabrus j. 764
Chagrin 1760
Chamsin 807
C/jan 808
Chawer j. 764
Chawernse j. 764
Chedive 876
j. 858
Chemie 1157
Cherub(in) 1165
C7««/fon 1893
Chonta j. 805
1787 a
CoM^o?« r^Ve.» 1889
cupfer-houm ahd. 727
Dalai-Lama 1302
DriZ/e*- j. 468
Da//os j. 468
Damast 476
damaszieren 476
Damesinel 1871
Da?« 504
dawnen j. 505
St. 482
Denebola St. 482
Derwisch 496
Dey 460
dibbern j. 514
D//f<eZ j. 2068
D/f/(27«/ 521
Diwan 526
Doc/j^s j. 1984
Doto j. 1984
Dollinger j. 2002
Dolman 530
Dolmetsch(er) 2078
I>oM/"es j. 1978
Dragoman 2033
Dragun 2034
Dro^ffi 549
Drutzelmann 2033
Dschagi 2169
Dschiggetai 639
Dschiu- Dschitsu 963
Dschungel 933
Dschunke 753
D.scĻfe 693
Dm«;- 502
D?^W»e St. 535
dudeln 536
Dudelsack 536
rfM/^i j. 2084
Dtigong 541
Dumdum 476
Dmws 1927
i7r/en 20
557
einpaschen 1641
pA;mö mhd. 1221
elegant 864
FJemi(harz) 1304
Elixir 903
Elmuahin 1486
Elmuharifa 1488
Emir 69 a
^nrfte/i 909
Endivie 2124
js;/(»7 81
eppetisse mhd. 1
Erdschocke 833
Esdragon 2034
i;<a«w St. 2018
Facardin St. 593
Fämurgän mhd. 1416
/^afc^r 573
/'är*s mhd. 591
Feimurgan mhd. 1416
Fe//ac-/j 580
i?'fZMÄ;e 831
F er man 594
Feiwa^j 602
Fea: 596
flöten (gehen) j. 1643
Fomalhaut St. 615
Frefssack 1679
i^'ries 898
mhd. 1100
ö«/« 864
GaZan 864
^ra/an« 864
Galanterie 864
Galgant 795
Galniei 1149
Gamaschen 633
Gambit 661
ganfen j. 659
Gannef \. 659
Garaf 1182
Ö«seZ 698
(?««<Z 653
Gauner 932
GawaZ 714
C?a^« 702. 1147
Gazelle 699
Gebenek 1159
Geöer 632
Ge^'Ä-o 707
Gehenna 705
Geischa 706
Gelsemin 942
genieren 705
Geseier j. 713
Geseires j. 713
G/ftwr 632
Gjf/-scÄ 760
Gingang 722
Ginggang 722
Ginghum 722
Ginseng 955
Geps 716
G^-ff/f* 2234
Golgatha 743
6ro«ö' 558
Graz 731
Groffelsnagel 1085
Großmogul 1494
Gu'tape' cha 712
Gy^Js 716
Hadschi 111
Haferei 138
Hniduck 781
ifa/«Z} 59 d
Haifagras 796
Harakiri 818
iJf/r^w 819
Hasard(spiel) 2186
Haschisch 839
hasehart mhd. 2186
Hassagai 2181
Havarie 138
Hedschra 863
helmbarte mhd. 823
Dorrfe 1594
Hosanna 872
ÄMr« 848
hurra(h) 2167
Imam 905
iM«^/cÄ 909
JweZ/^o 909
Ingwer 1930
Intarsia 1706
Islam 915
/so^ 566
e7rtcA:e 929
jakohienern 929
Jakobiner 929
Dentsch.]
190
Janitschar 954
Jasmin 942
Jatagan 944
janker j. 928
Jauner j. 932
Jelsomin 942
Jerboa 936
jiddisch 949
Joghurt 9ü0
Jo</j 2J69
Jonen j. 932
Joner j. 932
Jb/)j[)e 737
Jroükoz 1113
jMfcf/ 959
jubeln 959
Jubiläum 959
Juchten 2128
JweZe 949
Jw/Ye« 2128
junen j. 932
Jwfe 693
Äafta?e 977
iCrtöajg 993
iCa^eZ 766
Zaö(//e 979
^Tad« 984
ifßtZjne 989
i:fl/f 992
Kaffee 4005
^^//fe;- 992
Ka filier j. 1150
Kaftan 774
Kaj>'put(öl) 1142
Kakadu 1Ü17
Kolbehasit St. 1026
Kalbelazguar St. 1025
Kalbolacrab St. 1026
kalekutischer Hahn 1031
kalemine mhd. 1149
Kalender 1024
Kalenter 1024
kalfatern 1022
Kaliber 1030
ifaZ//" 798
A'rtZiX-o 1031
Kalium 1029
ifaZ/e j. 1035
ifaZo«^ 1038
Ar<?jjrtfc 1039
Kamel 653
Kamelie 653
Kamelhaut 653
Kamelot(t) 653
Kampfer 1100
Kandare 1051
kandieren 1052
Kandis fzuckerj 1052
Kantschu(k) 1042
iCao/in 1060
Kap(p)ern 978
ifapocÄ- 1067
kapore(s) j. 1068
1068
A'ar«i*(' 1004
Karaffe 689
Karakal 1081
ifa>-rt< 1182
Karawane 1075
Karatvanserai 1075
Karbatsche 1279
1087
Karett(schildkröte) 1073
harmin 1219
Äaro6<; 832
Aantie 832
Za/w 1087
ÄrtsacÄ; 1143
ka sacke mhd. 1143
iTäsf/j 1102
Kaschemme ]. 1129
Kaschmir 1116
Kasimir 1116
Kasperle 1059
kaspern J. 1059
Kassiber 1168
üfa.wär 1119
kasugele mhd. 1143
Katesberger j. 845
Katschäume j. 1129
Kat(t)un 1272
Katzoff ]. 1107
Kauri(mtixchel) 1133
K'iviar 851
Af/ü« 1176
Keschengannef j. 659
ifessfZ j'. 1166
ÄÄaiti 787
ZvV/'er 727
AiVs j. 1185
Kimono 1177
iC/osfc 732
je*«»)«« 1187
KitUchen) j. 1190
Ai^^eZ 1272
Klabautermann 1022
AZMf< j. 1154
knassen j. 1050
Änasi j. 1050
AocTiafe St. 1132
kochem j. 788
kochemer Loschen j. 788
A'o/f«- 1225
ATo/t/ j. 1194
A^ofroH 1170
Kolkothar 1236
Komitadschi 781
Konditor 1052
Aopefce 1204
Köpernick 1159
Aojsm 1169
Aoran 1250
Korund 1263
Kosack 1143
koscher j. 1112
Ko^sebares 1119
Ao<rm 1214
kotzen j. 1264
Ao2:e j. 1113
AVfi/ii M. P/f^/f« 1218
Ar»s 1163
iTMÖefce 973
Kukurutz 1230
A«*;«^ 1233
A?<^t 1198
Kümmel 1046
Kümmelblättchen 721
Kümmeltürke 2114
Kumys 1242
AM^jjse/ 1291
kusuckel mhd. 1143
Kutscher 1209
iacÄ: 1295
Lakai 2130
Lama 1302
Landauer 180
Lärche 114
Laskare 1307
Lasur 1311
lasurblau 1311
Laute 2127
Lazarett 1310
Af&(?rt j. 1312
Leviathan 1325
Z/7a 1319
Limonade 1322
Liinone 1322
io/-a 1337
Lor<> 1017
Aorj 1337
/oi^fty« ahd. 1329
Luffa(schwamm) 1338 a
JUacheier 1497
Madapolam 1342
Magazin 1362
Maharadscha 1692
Mah-Jong 1338 a
Mamluk 1384
Mammon 1386
Mammut 1385
M'indarin 1400
Mandoline 2015
Mandarin 1400
Mango 1393
Mangrove 1394
Manguxte 1395
Manichäer 1397
Jlf«MM« 1398
manna ahd. 1398
Marabu 1410
Marienkäfer 1417
Markab St. 1420
Markasit 1374
191
[Deutsch.
Maroquin 1406
Marzipan 1452
Maske 1436
massieren 1440
Matratze 1446
matt 1443
Jlfa^ze 1441
Mansche j. 1483
mauscheln j. 1483
mausetot 1524
mausstill 1524
Meerkatze 1422
Meeritchaum 1416
Melkiten 1379
Menetekel 1456 a
merikazza ahd. 1422
meschugge j. 1757
Messias 1437
wfes J. 1402
Miesmacher 1402
Mießnik j. 1402
m-arfo 1468
Minarett I4ü3 a
mogeln j. 1479
JioAäV 1497
JWo/ir 1497
J/ojVe 1497
JlfoÄ;/ka 1005
ilfoZ/a 1448
ifo/ocÄ 1379
Jfoos j. 1477
Monsun 1451
Moschee 1435
Moschus 1515 a
Moses (und die Propheten)
Uli
Moslem 1516 a
Jtfoi^e 1520
Muezzin 1485
Mtf^i 1493
Jlf;(Ä-cr 1507
M««// 1381
Mumie 1510
Müsch 1515 a
Muselmann 1516 a
Muskat 1515 a
Muskete 1520
Muslim 1516 a
Musseline 1484
JfM<Äe 1520
3^a&ofe 1542
Nadir 1565
Nankint'gJ 1554
Naphtha 1538
J^a/-(/e 1548
Natron 1567
JV^afscfe 1530
Neschires j. 127
iST/if/r/M 1569
Nirwana 1573
Nischan 1574
Ortfse 2152
Odaliske 1586
Oo;h//.9 (^ree; 1889
0/j«Z 2135
Orange 1555
Orang-Utang 1593
Organdi(n) 2137
Oryxantilope 2113
Osmanen 2144
Ottomane 2l44
Padischa 1604
Pa^rorfe 373
Palankin 1(139
Fallasch 1615
Pangolin 1649
Papua 1669
Paputsche 1625
Paradies 1631
P«ria 1627
Parteibonze 331
Pasc/;« 1640
paschen 1641
Pascher 1641
Pass« 1652
Patschuli 1603
PeMo r'Pee; 1889
PeH 1634
Perfcrti 1632
Petuntze 1609
Pharao 1650
P/mj-o 1650
Philister l644
PjA-?^^ 1655
P/srt«^ 1659
^j/rt«? j. 1643
Pleitegeier j. 1643
Polo( spiel) 1666
Pomeranze 1555
Praue, 1651
Prinzmetall 1657
Punsch 1619
Pyjama 1606
Pyramide 1457
Qm«;-/,- 2109
Quetsche 476
Itahhi(ner) 1678
Radscha 1692
Eahailukum 1684
1693
PrtA-e«e 1683
Pafcf« 1683
PamtV 1697
Rasalague St. 1703
Basal gethi St. 1702
Kasalgeuse St. 695
PrtS ylZ/iop/j St. 1703
Pas Alhayue St. 1703
Pftsse 17U1
Bastaben St. 2018
Razalageihi St. 1702
PazÄta 701
Realgar 1685
Rebach j. 1(377
Pfftöes j. 1677
Rebochim j. 1677
P«es 1723
P/^fZ St. 1720
PiSiÄ'o 1721
PocÄe 1727
rochieren 1727
rockieren 1727
römische Schnellwage 1729'
Pi«ö«-; 1730
Rupie 1730
Ruppsack 1679
Saccharin 1855
ÄicÄ; 1781
SäcAreZ 1781
Sacker falk 1799
Sackmann 1781
&'a/^«n 1752
Äa/"«/-« 1879
Ärt/'/jaw 1769
SaA/-«w 2178
Sa^o 1761
Sahara 1766
Sniga(antilope) 1774
Salangan 1844
Äa^pft 2001
Sa/t;p 2001
Äa/i««- 1567
Salniter 1567
salomonisch 1881
Sambuk 1824
sambaztac ahd. 1742
sameztag nihd. 1742
Samatag 1742
Samum 1819
Sandel(holz) 1825
Sapeke 1835
Sarafan 1845
Sarazene 1856 c
Sarsche 1878
Sarong 1862
Safa«' 1867
Äa<m 2188
S(,/rt 1869
Schabbes j. 1742
Schabbesgoj j. 728
Schabracke 395
Schach 1762
Schacherjude 1763
schachern j. 1763
schachtnott 1443
schachzabel mhd. 1762
Schachzngel 1762
Schäfzngel 1762
si-haqgün mhd. 434
Sc-Äa/i 1762
Schakal 1929
Englisch.]
192
Schäker 1788
schäk-ern 1788
Schakren j 17i>8
Schal 1802
Schalet ]. 1804
Schalotte 119
Schamane 1928
Schanifott 653
schamponieren 417
Schanze 1059
Scharlach 1794
scharlät iiilid. 1794
Scharriic'arri 1849
Schasmin 942
Schauhe 737
Schaum pun 417
Sc/iaii/e j. 1927
Äc/iea« St. 1771
Schebecke 1740
Scheck 1762
Scheich 1775
Schellack 1295
«■cAer/f 1852
Schibbolet 1891
schicker ]. 1787 b
Schicksei' j. 1789
Schikane 434
Schin(hiindchen ) 420
Schlamastik j. 1920
Schlammassel j. 1920
SfA/t«/' j. 1804
Schlemiel 1882
Schlemihl 1882
Schlimasdlnik j. 1920
Schlimasel j. 1920
Schmuck 1946
Schmiere (stehen) j. 1813
Schmu (machen) j. 1884
.Sc/if/i?iZ j. 1811
ÄcÄ»««« j. 1884
schmusen j. 1884
Schmuser j. 1884
Schoberbartel j. 259
schofel j. 1751
Äf/io^e j. 1927
Schübe mhd. 737
Schuhjack 1679
SefeZ^os j. 184 a
sf/"eZ« j. 2210
1878
Äeyfce^ 1880
Sennes(blatt) 1822
Sera f( in) 1885
Serai(l) 1842
Seraskier 1847
Siamang 1898
siklätün mhd. 1794
Ä/-oÄ;Ä;o 1856
ÄtrMp 1838
soW^?i mhd 1945
Äo/'a 1935
Son(n)e(nJbos j. 184 a
Sorfoei 1838
Sorgweizen 551
so</'<'; mhd. 1927
Souchong (Tee) 1889
Spinat 126
Stambulina 1931
Ströhzicher 1004
S<)«iS j. 1927
Sm^^xh 194.^^
Sumach 1946
Suradain St. 1949
Tabaschir 1965
To&m 133
Trtfcor 1974
Trtt^f 1972
Tabnrett 483
Tw/f^i 1981
rrt/-^ 1981
TagaK Stroh) 1982
Taz/Mw 1990
Talisman 2077
TaZfc 2003
Tamarinde 2013
Tamariske 2013
Tamtam 2014
Tarife 2017
Tanner j. 20 19
T«m 2024
Tarbusch 2031
Trtrty 2037
tärkis mhd. 2081
^rtroc^• 2024
2044
Tatarennachricht 2045
Taterkorn 2045
tätowieren 2047
tatuieren 2047
Ta^ze 2044
tanschieren 2050
Teckholz 1756
7V^ 415
Teekessel j. 1166
Teerjacke 929
re/f»M 1990
TheodoUth 896
Tintenkuli 1198
Tocfce 1997
To/fts j. 1978
Tohuwabohu 2085
tolmetsche mhd. 2078
Tombak 2012
Trabant 490
^»•«■/■e j. 2070
Trepang 2096
Trutschelmann 2033
Tm^ 2097
Tm/^jc 544
Turban 544
tilrkenzen 2114
rwrifcw 2114
türkischer Flieder 2114d
türkischer Weizen 2114
Tussa(seide) 2042
«wart mhd. 2109
17;an 1588
;7/«nÄ;a 1588
2131
väris mhd. 591
Feranrfa 223
verknaxen j. 1050
verkolen j. 1194
Vermiesen j. 1402
TFa^??: 2151
TTa/i 2162
TFa«e 273
Waran(eidechse) 2156
Warneidech.te 2156
wegpaschen j. 1641
^Ff-s/r 2160
Tr«7oyfi 2162
Wismiith 918
Tsop 566
zager mhd. 1760
Zamlott 653
Zec/i/M« 1903
Zedrach 140
Zenit(h) 1818
2214
Zibetkatze 2173
Z«/f<?r 1894
Zinnober 1827
Z«Y<<.-er 2215
1^27
J^Möt^en 2225
Zucker 1855
Zwetsche 476.
Englisch (euischl. angel-
sächsisch u. angloindisch).
^&io^ 1
aööo^ ags. 1
abcaree 7
abkarg 7
aboogerdan 11
achar 15
Adam's apple 19
adau)lut 18
admiral 69 a
adoöe 2083
agar-agar 30
ag-boat 27
agdaun 27
agun-boat 27
ailant(h)us 1141
alang- alang 54
albairos(s) 988
alcaide 1006
i
im
[Englisch.
alcalde 1006
bamboo 209
alcatif 1125
banana 211
alchemise 1157
bandicoot 1618
alchemy 1157
bandicoy 297
alchimy 1157
6a na 213
alcohoi 1227
banian-trce 290
aZcotJc 1221
bankshall 215
alemhic 79
bantam 217
aZ/aZ/a 598
banteng 218
algebra 631
hanting 218
algorism 890
barberry 227
algorithm 890
barcarnlle 2148
rt?i«Z/ 1029
barchani 250
alkanet 867
bargeer 244
alkoran 1250
barquantine 2148
alleluia(h) 793
barque 2148
almanae 1389
bashihazouk 266
amadavat 34
hasicnl (vein) 261
amalgatn(afe) 1378
basilicnn 261
amber 78
fcaiia 296
amice 1520
&a«/cfc 270
amo(c)k 71
irt«// 270
nmuck 71
baza(a)r 278
amulet 866
bedouin 164
aniZe 1568
fteeif't' 299
fmna 73
ftee^;«/» 302
untimoyiy 918
beegum 300
a^je 1063
301
apricot 247
begum 300
araft 89 c
behadoor 175
«recrt 17
behawdur 175
arrack 92
behemoth 283
arsenal 495 ■
beiramee 183
artichoke 833
fec/Za? 287
Aryan 112
benamee 1550
aryanize 112
imt?y 297
assegay 2181
feen^?«/ r/t^rÄ«; 289
aio« 131
benjamin 1332
avadavat 34
benjoin 1332
average 138
berberine 227
a!/aÄ 139
bergamot 282
azimuth 1818
beriberi 292
rt2«>f 1311
bezoitr 1605
bhang 213
baba(log) 146
bheesty 304
babirus{s)a 148
bigarry 301
ftaioo 150
Way«« 2162
baboon 1365
2162
badgeer 158
ftmrfi/ 297
badjoe 185
bismuth 918
Jö/to 165
blachonq 195. 286
bahandur 175
WoM2t' 1647
bahaudur 175
feotfteri/ 1624
6<>;oo 185
feo/iea 2166
balachan 286
bohon-upas 2136
balachong 195
bolgar 351
balcony 197
bombasine 1617
Baldacca 170
bombazine 1617
bald achin 170
ftoMze 331
baldaquin 170
borage 13
6a?m 293
borax 356
balsamine 293
! 6oi/ 298
I/Okotsch, Btyiuolog. Wörterbncl».
brid(/eman 335
brigantine 2148
bronze 1657
bruang 336
' ftMfifc 192
buckram 250
i bucksheesh 178
i buckskin 324
I budlee 153
i ftwfto 165
I buggalow 172
! bulgar 351
I ftwnrf 212
I bungalow 214
I burra-beebee 246
! burr-tree 290
] buxees 178
j byramee 183
byrampaut 183
i cabale 9Ti
j caia,<t 993
1 cabaya 971
I caftZe 766
I carf« 984
j m/f er 997
i co^re 997
! ca^Zrt 996
' ca/<o« 774
I ca'ique 1014
i cajeput 1142
j cajuput 1142
I caladium 1153
I calam,in 1149
: (■a^ff/'a 798
i calender 1024
j ca//ftßr 1030
I cöiiöre 1030
I CaZ/co 1031
caZtpfc 798
caliver 1030
camel 653
camphor 1100
campong 1045
capers 978
far«/fe 689
cara< 1182
Caravan 1075
caraway 1087
carboy 1074
carmine 1219
carnac 1251
caroi» 832
casÄ 1102
cashmere 1116
I cassock 1143
cassowary 1119
casuarina 1119
cau^ee 984
cariar 851
coze? 984
cÄanfe 1831
Englisch]
194
charpoy 381
chaUti 'l F87
fhecl- 1762
checkniaie 1443
cheechfc 419
chcenar i'lb
cheese 430
cÄeroo< 1888
chei'ub 1165
fÄfss 1762
chicane(ry) 434
chiffonnier 1893
chimistry 1157
cÄtwa 421
ching-ching 422
chop(-suey) 418
cÄunA- 1831
1787 a
cimetar 1910
cinnabar 1827
1894
cicei! 217 H
cochatoo 1017
cocoon 1170
co/fee 1005
co/fer 1225
co/frf^ 997
colcoihar 123G
Compound 1045
congou (tea) 1889
cooUcoy 1235
coo^^^ 1198
coprnh 1169
corjiac 1251
corundutti 1 263
cossack 1143
co^<o>i 1272
cowry 1133
crease 1163
rreese 1163
cr^s 1163
crore 1099
rt^fcefe 973
cumin 1046
cummerbund 1041
tMr/"y 1093
cusbah 1108
micÄa 983
cypher 1894
dagoba 511
dalailama 1302
damascene 476
damask (plutn) 476
dammar 475
liö^e 465
dau-hungalow 214
demi-john 474
dervish 496
dewatin 526
dÄOM 504
dAoK' 504
diniity 521
divati 52(i
dragnmnn 2033
dragoon 2034
dniggerman 2033
drugs 649
duin-diim 477
rfuncc 1927
durbar 491
durian 550
durwaim 490
512
eZ/a;ir 903
emperor 1468
j .»Mrfjpe 2124
fakeer 673
/afriV 573
felucca 831
feiwrt 602
first chop 418
j /V-fß^e 898
f/a/"oZ ags. 974
5»«^« 864
g alger 795
galingale 795
garry 679
gamal 714
gazelle 699
gazette 1059
pecco 707
^reci-o 707
geisha 706
gekko 101
gharry 679
i^Ä^e 804
giaour 632
gillifiower 1085
ginger 1930
gingham 722
ginseng 955
^fpsy 1222
^rtVa/fe 2234
godown 703
golgotha 743
^on^ 558
gonoff 659
I Grail 731
Gr^o< J/ogriiZ 1494
gueber 632
guebre 632
guicowar 636
gutta-percha 712
I gymkhana 710
hackery 416
! Äarf^ee 777
j /frti;» 777
halleluiah 793
I haramzadeh 820
I harem 819
I Äa^arrf 2186
I htgira 863
I hobson-johson 835
I ÄoöÄ;« 879
I Äor(/e 1594
j ÄoMrt 848
I howdah 847
! Äotw/fr 847
hubble-bubble 879
hubshee 765
Äu^M^a 804
hummaul 806
hurra(h) 2167
hysso2) 566
j *»n«m 905
I twa« 905
i islam(ism) 915-
^TacÄ; 929
iac-Ä-«; 1929
929
janizary 954
jennyrickshaw 956
I jerboa 936
i 949
j 2169
' ,iuliflower 1085
I jungle 933
! ;m«ä; 753
j ^u<e 693
I Äa&;/?,» 979-
^ Ä-afto« 774
■ ÄraÄaw 1001
ifl^Ve 984
' Äraion^ 1038
' kampong 1045
kamsin 807
' kandy (sugar) 1052:
1 ÄraoZm 1060
• MaA-ee 787
khamsin 807
I kharkee 787
I Marifct 787
1 Merf»;;« 876
i khitmutgar 862
Ä;mfo6 1043
kingcob 1043
ÄiJoÄA- 732
j Ärts-wef 1187
kitmutgar 862
I ^o/-a;i 1250
I fco<OM> 1214
1 fcM^an 1233
I kutniss 1242
I Ä:u<c^ia 983
Jacf/fc; 1296
ladanum 1286-
lalang 54
/«mo 1302
195
I Englisch.
landau 80
lascar 1307
lazaret(to) 1310
lazar-house 13 lO
lazarlike 1310
lazarly 1310
fewort 1322
letiathan 1325
Wae 1319
Ungarn 1323
loofah 1333 a
/oo;-y 1337
fa)0<Cy; 1338
/(>r«/ 1337
lute 2127
madapollam 1342
madias 1345
magazine 1362
maharajah 1692
mah-djong 1338 a
mahout 1352
mamnluke 1384
mamelttke 1384
manihmk 1384
mammon 1386
»«ammuife 1385
manatee 541
mandarin 1400
mangis 1395
mangle 1394
mango 1393
mangosteen 1395
mangrove 1394
marigustin 1395
wafwn« 1398
marabou 1410
marcasite 1374
marchpane 1452
/»/rtsfc 1436
masque 1436
mattrexs 1446
meerschauin 1416
Messiah 1437
mikado 1468
minarct 1463 a
J/0(/J*« (Great) 1494
mohair 1497
moZ/a 1448
moloch(ize) 1379
wionsoow 1451
moolah 1448
tnoonshee 1512
mordechi 1478
mordishee 1478
morocco 1406
mosÄ; 1435
moslem 1516 a
mosque 1435
»woxa 1480
moxibustion 1480
/»McÄ; 71
tnueddin 1485
muezzin 1485
ww/"<i 1493
»>M/Ky 1493
»wuZi 1381. 1460 a
mullagatawny 1460 a
mulligatawny 1460 a
mulmul 1381
munimy 1510
mun/rfe 1400
»iMSÄ; 1515 a
muskate 1615a
musket 1520
mnsliman 1516 a
muslin 1484
tnusulman 1516 a
»oÄo6 1542
j nadir 1565
1 «ante«« 1554
I nankin 1554
narrf 1548
nargeela 1556
I narghile 1556
i nargileh 1556
I natron 1567
I nautch 1530
I »let'Z 1568
nilghau 1569
nifjadites 1572
nirvana 1573
nort/ 1337
MM/-;/ 1337
nylghau 1569
oas*s 2152
1 odalisk 1586
odali^que 1586
o/ZaÄ 1591
oo/m«(/ 1889
oordoo 1594
OjoaZ 2135
orange 1555
orang-utan 1593
1 Organdy 2137
or ganzine 2137
! ort/a; 2113
; Ottoman 2144
ijarf«?y 503
pagoda 373
payode 373
2)ajamas 1606
palache 1615
palankeen 1639
palanquin 1639
palkee 1639
pangoUn 1649
pantun 1623
papoua 1669
j pnradise 1631
I parao 1651
, pariah 1627
j parriar 1627
I pasha 1640
patchouU 1603
j9fÄ;o«! 1889
pengolin 1649
' Percival 592
! pergunnah 1633
1 ^ert 1634
: pharaoh 1650
I /)tcM/ 1655
I pigeon 422
I pikul 1655
; p«ZaM 1656
i pilaw 1656
' pillau 1656
I pillaw 1656
' Po% 1017
j /)oZo 1666
popingay 147
^•«M 1651
^/•ow 1651
/>McÄra 983. 1614
punch 1619
punkah 1622
Pyjamas 1606
pyjamma 1606
pyramid 1457
rabbi(n) 1678
race 1701
racÄ; 92
racket 1683
raja(h) 1692
rami(e) 1697
ra«an 1724
1 realgar 1685
! re«»i 1723
i rickshaw 956
I risÄ; 1721
ro6 1726
rocket 1683
rooÄ; 1727
} rowWe 1730
royal vein 261
rwpee 1730
I ryo« 1693
sabhalh 1742
sacÄ; 1781
sacre 1799
sa/f/-OM 2178
sa(/o 1761
saÄJÖ 2122
saÄ;er 1799
saZep 2001
sa/op 2001
sambook 1824
samp m 1834
sandal 1825
Sanders 1825
sandle 1825
18*
fVanzösisch.]
196
nanpa^i 1834
«a/iA' 2017
achour 123
.tappiinwood 190
taraxaaim 2025
adargue 487
sapphire 1830
tarbooKh 2031
adigtge 468
sarahand(e) 1851t
tarbonche 2031
ad^ne 20
saracen(ic) 1856 c
<a>-e 2024
arficü 768
sa rotig 1862
<ffr»7f 2037
adig4ge 468
sata7t 1867
<a«oo 2047
adtpe 513
satchel 1781
<fl«o?r 2047
admiral 69 a
«n<j» 2188
<;^a 415
arfo5e 2083
sawney 503
<eaA; 1756
af(f)ion 25
scaWf^ 1794
tea-totaller 415
rt/"r(<e 897
scymitar 1910
terjack 929
«orfdy 2035
aigrefin 121
seapoy 1914
ailant(h)e 1141
senna 1822
tomback 2012
akharnar 33
»•e^o;/ 1914
tom tom 2014
alambic 79
seraglio 1842
tripang 2096
alambique 79
swrtt 1842
fM«n 2122
alancabuth 83
seraskler 1847
fw/Zp 544
a^feam 224
shabrack 395
turban 544
albatros 988
shagreen 1760
«wröitÄ 2110
a^feor« 224
sÄrtÄ 1762
^ttrfcey 2114
a/feo#!»? 374
shaman 1928
turpeth 2110
alboucor 343
Shampoo 417
turqiioise 2114
aZcörfe 984
sÄa«-i 1802
«im-a/i 2042
a?c«W 1029
1775
^Msse/t 2042
nlcarraza 1101
ÄÄeA-eZ 1880
tutenag 2120
alchimie 1157
sÄgZ^ttr 1295
«M«.y 2120
a^coÄo; 1227
.^Äfrfte^ 1838
typhoon 1990
alcoran 1250
sÄerj/ 18ö2
«/rdt'<: 1221
sherryvallies 1849
uOiJlan 1588
aldibaran 451
shihboleth 1891
ulema 2131
aWe'e 461
•s-ferwi 1838
2136
a^^pme 792
shulwaurs 1849
upas-antiar 2136
alezan 870
shuniach 1946
aZ/'o 796
siamang 1898
veranda(h) 223
al fange 814
st7fc 1878
vizier 2160
ai^er 591
sirdar 1851
«?<7aZj 1029
sirocco 1856
?/;arf 273
algarade 669
so/"« 1935
wac?» 2151
alghbre 631
so^ 1934
jfttrf*/ 2151
algorisnie afz. 890
so< 1927
algorithme 890
souchong 1889
yataghan 944
alguazil 2160
stowÄ: 2017
yellow amber 1004
alhagi 776
MMpar 1855
f//dd?:sÄ 949
alhandal 816
Sultan 1945
aliboron 313
sumac(h) 1946
zedoary 2216
alicate 1293
.su</ee 1869
1818.
alidade 896
swallow 2096
alisari(ne) 116
.s«/ro/> 1838
^yrup 1838
1) rftuzosiscil (einschl. alt-
französisch).
alizier 1366
alkSkenge 1016
alUluia 793
tabasheer 1965
Ahbaye 1
almadie 1343
coööa/ 133
a<>6^ 1
almageste 1348
/«6oo 1972
abhesse 1
almagra 1349
<a/feto 1981
afte d'Äbraham dial. 8
almanac 1389
tö/^fiy 1981
abelmosc(h) 762 b
almargen 1416
/«/fy 503
ofeiY G
almhie 1462 a
talapoin 2060 a
abricot 247
almicantarat 1506
(ioic 2003
abutilon 14
almoude 1490
talisman 2077
acarne 686
almucantarat 1506
tamarind 2013
achars 16
a/wMrfe 1490
tamarisk 2013
achernar 33
alphanesse 582
197
[Französisch.
alphanette 582
alphinic 683
alquifoux 1227
aludel 2142
alvarde 242
amalgame 1378
aman 66
amhre 78
amhrette 762 b
nmiral 69 a
amire afz. 69 a
amuUte 866
amulette 866
anafin 1537
andouille 355
angrec 82
«wii 1568
<iw<t/f(; 20ö8
antimoine 918
arabe(sque) 89
«ra^ 92
arcawne 867
archine 108
argali 96
argousin 2160
aWeie 100
ar»m 112
armadie 1343
armoise(ur) 1596
armo(i)sin 1596
«rra^e? 1708
arrofee 1725
arsenal 495
artichaut 833
ar^iei 95
assassin 839
assogue 2208
»thanor 2019
a^fcar 2075
a«a6a? 1971
ffM&^e 874
aubergine 161
«MCTtöe afz. 1221
uufage afz. 586. 777
auferrant afz. 586
aw/fe 796
au^n afz. 605
auforget 884
«M^r^ 135
aumasor afz. 1399
aumucelle afz. 1520
utimusse afz. 1520
nuqueton afz. 1272
avarie 138
avicenniie 893
ayan 38
azidarac 140
««ciT 2180
memine 29
uzeroUe 2206
azimut 1818
rtso^A 2208
«0My 1311
babiroussu 148
babouche 1625
bacasse 171
bachibouzouck 266
1 badamier 154
I badiane 162
j badigeon 156
I fca/tMf 1975
[ bakchich 178
balais 151
balale'ika 198
balcon 197
I baldequin 170
bambou 209
! banane 211
I bananier 211
bangue 213
bantam 217
baragouin 256
I barbacane 197
I bardache afz. 229
] barde(au) 228
i ftarc^of 228
, baroque 364
I barque 2148
i barracan 250
I basane(r) afz. 316
^ basane 316
I basanier 316
! basiUqtie (vemej 262
6«iftrt 280
Baudas afz. 170
^ haudequin 170
bäume 293
bazar 278
bidegar 157
bedouin 164
behudour 175
bihemoth 283
behen 176
fo^iiaZ 287
belzibuth 145
benzin 1332
berbiris 227
bergamotn 282
i^ie^ 2149
beygam 300
I i^^oar 1605
; bigarade 303
: bigaradier 303
I bismuth 918
öjzef 320
blanc-raisin 1712
blanc-Rhasis 1712
ftZoMS« 1647
boback 181
; &oe 298
rfe^ öoes 298
j boeuf-garde 11
I bombasin 1617
j i>o«2;e 331
1 borax 356
I bosan 376
1 botargue 274
boucassin 324
i fcoM^ 298
; bougie 340
bougran 342
i boun-upas 2136
bouqueraut afz. 342
bouquin 347
bouracan 250
i bournotcs 365
1 bourrache 13
j boutargue 274
i bouza 376
j brodequin 1856
! bronce 1657
I bronze 1657
I brouhaha 256
bubon-upas 2136
: biirnous 365
! cöörti^ 977
I caban 971
j cabas 993
766
cacatoes 1017
cacatois 1017
cachemire 1116
cad% 984
carft 984
carfi'e 985
cafurd 997
ca/-^ 1005
cafetan 774
caftan Iii
ca'ic 1014
<;aÜ3('M«?^ 1014
cajeput 1142
caladion 1153
j calafuter 1022
I calambac 1155
calambart 1155
calamine 1149
ca^? 1036
calefater 1022
aalender 1024
calfeutrer 1022
calibre 1030
calicot 1031
calife 798
calpan 1039
caliou dial.
calioun 1033
camelia 653
camelot 653. 806
camocan 1043
caiiiphre 1100
catnpon 1045
candi(sxicre) 1052
crtMrf/r 1052
Französisch.)
19S
eangiar 814
lanqitc 104'!
caolin 1060
eapoc 1067
capoqiiier 1067
cäpres 978
carflW 1004
caraf(f)e 689
caragtieuse 1079
carambolier 1084
cara/ 1182
cararane 1075
earavans6rail 1075
carcan 1096 b
carcas nifz. 2081
car^i 1073
carmaniine 1161
carmentine 1161
carniin 1219
carquois 2081
carthame 1262
caroube 832
earouge 832
earri 1087
casaque 1143
casauba 1108
casba(h) 1108
casoar 1119
casuarine 1119
cauris 1133
caviar 851
cMratier 303
censal 1836
chabraque 395
cÄaca? 1929
chachia 1865
chagrin 1760
fÄöÄ 1762
1802
chalemine afz. 1149
chamau 1928
chameau 653
chanipac 390
charahia 674
charchan afz. 1096 h
cÄeftec 1740
cA^f/jia 1865
cīl- 1775
cÄ^gM« 1762
chercant afz. 1096 b
cÄ^ri/ 1852
chh-ubin 1165
chervis 1095
chevilles 980
chicanc 434
chicoter 434
cÄ»7f« afz. 1893
chijfon(nier) 1893
cÄ?';fre 1894
chimie 1157
chiroui 1095
rirfr«" 1787 a
I cimeterre 1910
! cimiterre 1910
cinabre 1827
cipaye 1914
«wf«« 2173
cocon 1170
co/fre 1226
co/"re afz. 1225
coÄmi 1227
colcoihar 1236
comitadji 781
coo/« 11'. 8
CoroM 1250
corindon 1263
cornac 1251
co/OM 1272
cotran afz. 1128
cotdeuvre 10 30
COM?« 1198
couUcoy 1235
coupole 1221
courge potiron 623
couscous 1267
coufssecouche 1267
crammsi 1219
cravach", 1279
«•i'ss 1169
cubibe 973
cumin 1046
damars dial. 476
damas 476
damasquiner 476
damasser 476
dainejeanne 474
Oew dames 1871
dammarine 475
dainoisine 476
da>-se 495
darsine 495
c?a«<e 465
rfat'i'rf 503
davU 503
davier 503
rfai>/< afz. 503
demoisine 476
derviche 496
460
: rfmrfe 909
! dindon 909
dirhem 523
diran 526
djengle 933
djoguy 2169
djungle 933
dol(i)man 530
doronic 486
douane. 526
douar 502
dougong 541
dourion 650
drabant 490
I drogfojman 2033
drogue 649
durion 650
I ^6«s 892
I ecatlate 1794
I Schalotte 119
: ^cZ/^-cfs; 1762
ichiquier 1762
. ecume de mer 1416
: erfttY/i; 768
, ef(f)endi 557
I igyptien 1222
I ^/e//a 1304
I cZ(7«?;)ar 629
1 ilixir 903
endive 2124
! enüi^e 2068
i epinnrd 126
escabecher 1902
escarlate afz. 1794
eschalogne afz. 119
escherviz afz. 1095
1 espinard afz. 126
espinoche afz. 126
essaugue 1737
estragon 2034
^^an()r 2017
eyaZi-^ 559
! fabregue 761
fagarfe) 568
fagarier 568
/a/fciV 573
/■a/gwe 801
i fanegue 584
fanfaron 589
faquin 573
faquir 573
fardeau 588
] farfoulier dial. Ö89
fargette 884
fargina dial. 884
fargue 801
fauque 801
f<fct 596
^eZ/afe 580
felouque 831
/erce afz. 595
ferrant afz. 586
602
/V<i;a 602
/•ea; 596
I ^«"rgie afz. 595
/iZa« 606
firman 594
fomalhaut 615
j fondique afz. 616
fori?e< 884
I /'ou 605
' /'oM^aÄ 622
frtse 898
199
[Französisch.
fustaiyne afz. 621
futaine 621
gaban 971
gaharit 1030
gabeile 974
gäühe 1714
gaife 994
gaüan 741
lyaZa 864
galanga 795
galange afz. 795
galant(erie) 864
galanthomme 864
gatnache>! 633
ganse 1056
garatnaches dial. 633
garbin 674
garde-boeuf 11
garingal afz. 795
garo(u) 1155
^awp? 1002
<7a«e 702. 1147
gazelle 699
5rö2:p«<> 1059
gecko 701
gehene afz. 705
gShenne 705
gene(r) 705
genetCte) 2192
genette 685
gengeli 744
gerbo(ise) 936
gJiazel 698
giaour 632
giberne 641
</«7c< 9.t1
GtV?«-« 951
gingembre 1930
^tV«/"«' 2234
.9jVo/?*' 1085
giroflee 1085
gnacarS 1546
godemetim afz. 633
golgotha 743
gomtne gutte 712
pon^ 558
gouape 1002
goudon 703
goudron 1128
gouge 728
goujat 728
$fOM?e 741
goum 747
goumhie 750
gourbi(l) 1252
gourgandine 677
Graa? 731
grubeau 673
grabeler 673
Gr^ai 731
gulbre 632
guerite 828
jugeoline 744
guingam(p) 722
^Mzew afz, 949
nUllrUJl ILCO
guTtiCHB 750
Jul^p 742
glittet- p€Tch(i 712
JUpC löi
gypsc 716
jupoTt 73 <
Icnhtilt» Q7Q
lidhßlzßliyi' 762 c
Kddt uO^
hcLchichc 839
iCQdXTlt oOO
nudtii luo
Kdlldlb iUOO
fCdipuCfC xUOt?
halleharde 823
n/UffljJUiiy LKfrcKJ
JidTdßvic 768
tCdTh OUO
JictfCfH 819
KnuJl OUO
ItCLftYlCllB 829
Jchun( d)J(if 814
JldSQ-TCifCT) 2186
fcnedtvt o to
fciosQtiB 732
Ji^gif^ 263
JiciduQiiß 781
JcfOi4fftif 1220
ivtvUt\ flß (JOX
hß^ifi^ 867
^ä'uo^^'U/?? Iii ob
JioQtictofi 1272
Iddi € lOlU
flu/ II- C XU
ledfit p(yiij(iyt€- 1314
Hos<xfi7i(if h) 872
Idtiddu 80
Ictfigit 1141
flOUft O'iO
Idfiiurn 1 oou
JiOHfrG 2167
IdQHdis 2130
Iiottspillß?" 755
IdQUB 1295
Hotissc 755
IdSCClT lijyJ i
Jiysopc 566
Iduvi 1337
Idzdivc dial. 1310
idZdrvl XO LK)
icogldTi' S9o
tTHdrytf dt) 90o
IchßcJiß 1313
itHClHf dt ) 905
leotfCKte i^oo
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(rufr alz. 1
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jdCQSSd} ' 929
liifl07%( IBf ) 1322
jdchdl afz. 1929
JdTnJ)€ttB 662
locotctH 1684
jambohme GM
loJioc atz. 1308
jdtyiDoitcj' 004
frWa- XOUO
^dTi'if^olo'tigtic 654
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jdfit b os( ij 6 ()'_) 654
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jdtftlo'fig€ 654r
7^//fc 91 97
fr WC/fr 6 (
jctfftT'osddc 654
jd7%Titssdit*€ 954
ti%ClOiiSSB il IZ. i 1 O
juunfj^ f/iv / Oda
ffidCdbvB ( ddfisc) 1372
jdvdc 670
fHdCdO 1340
^ctt'doTi 670
THdCdVB'tlX 1340
jdtfß 688
THdchdhcc 1375
jdstyiiHf t ) 942
ffiddd poldtH^^ € ) 1342
javari(s) 627
madrdque 1344
jazerant afz, 697
madrds 1345
jonqtie 753
magdsm 1362
yw&t7^ 959
magtielet 1356
jubiler' 959
tnahdleh 1356
Französisch.]
2m
mahalep 135ti
maharadja 1692
mahari 1"560
mahonfnje 144!)
maimon 1365
malamoque 1384
malcuss dial. 1379
mamlouk 1381
manimouth 1385
inandole 2016
mandore 2015
mangliev 1394
mangoustan 1395
mangue 1393
manguier 1393
«irtiime 1398
mardbout 141U
marcassite 1374
Marion 1417
marionnette 1417
tnaroquin 1406
marotte 1417
mascarade 1436
masque 1436
massepain 1452
masser 1440
massicot 1735
»lai! 1443
matasse 476
matassin 1525
matelas 1446
mater 1443
materas 1446
maugrebin 674
milangine 161
melchites 1379
meranghie 161 •
meschin(e) afz. 1470
mesquin 1470
Messie 1437
migerat afz. 1476
mimonet 1365
minaret 1463 a
miqueht 1469
(grand) Mogol 1494
moirS 1497
moirer 1497
»MoZoc/? 1379
momie 1510
momine 1365
>noMa 1365
morceau d' Adam 19
mortaise 1713
mort-de-chien 1478
mosquee 1435
mosquete afz. 1435
moucayarde 1497
moucre 1507
mousquet 1520
mousseline 1484
mousson 1451
mudzzin 1485
' mufti 1493
mumie 1-^10
musc(adin) 1515 a
1 musulman 1516 a
I muzerat afz. 1476
j naftai 1542
1 nacaire afz. 1546
j nacre 1546
nadir 1565
('e^aw de^ ««/^'t; 1535
! nankin 1554
naphte 1538
narguilS 1556
j natron 1567
nenutar 1570
nichan 1574
i nilgaut 1569
1 m'pa 1572
Moria 1561
noyer des Indes 1161
i niique 1579
! nylghaut 1569
I oasts 2152
i odali(s)que 1586
I of^re 2129
! ohbanfe) 1331
; oZ/e 1591
j ojjaZe 2135
) orange 1555
! orang-outang 1593
organdi 2137
07-gansin(er) 2137
or gasin afz. 2137
o.sawne 872
osenaie 872
Ottomane 2144
Ottomans 2144
1 owaie 273
ouUma 2131
I oupas 2136
' pacha 1640
; pachalik 559
i palache 1615
I palanquin 1639
! pandore 2015
pangoUn 1649
pantoun 1623
i papagai afz. 147
papegai 147
papeyaut afz. 147
papou 1669
, Papouasie 1669
päque(s) 1652
paradis 1631
I paria 1627
' parvis 1631
' pastique 319. 1664
patchouli 1603
: penid 583
percal(ine) 1632
Percival 592
jo^rt 1B34
perkal 1632
pitunsi 1609
pdttmze 1609
pharaon 1650
^fe^ci 596
pikotil 1655
j)i7a^ 1656
2)«7aM 1656
pisang 1659
pistache 1664
pomme d'Adam 19
potiron 623
poutargue 274
pr(a)o 1651
Pyramide 1457
quintal 1178
rabacher 1675
rahbin 1678
racc 1701
rachette 1683
racfc 92
j »:ad/a 1692
I rata 1693
I rainpostan 1696
, rai's 1691
I ramboutan 1696
j ra»«e 1723
i raquette 1683
j rasette 1683
I rasquette 1683
I razzia 701
j refcec 1675
1 rche-We afz. 1675
I recamer 1694
! r^ct/ 1704
r^ts 1691
i W6es 1717
j riquiqui 92
risque(r) 1721
ro6 1726
I roc 1727
; romaine 1729
! roqner 1727
' rotang 1724
I ro^m 1724
, roupi 1730
j «ac 1781
I saccager 1781
i sacre 1799
sa/T";-^ afz. 2178
Safran 2178. 2179
i sagou(ier) 1761
I sagoutier 1761
I sagfre 1760
I Sahara 1766
: sa»ö'a 1774
201
[Griechisch.
sainfoin ulhayi 77H
mlamalec 18<i.')
salangane 1844
><alep 2001
samanien 1928
sambuque 1744
samedi 1742
sampac 390
mndal(e) 1825
Miplque 1835
Saphir 1830
Sarabande 1850
sarabacane 2201
.sar^re 1878
mrrasin(e) 185tj
mrrazin 1856 i*
.va^an 1867
srt<«M 2188
savalle 1738
savale 379
i-carlatine (fdvrej 1794
■schabraque 395
«cÄ«fc 1775
schibboleth 1891
s^n^ 1822
seqnin 1903
s^ra«7 1842
s^rasker 1847
sSrasquier 1847
serdar 1851
ser^'e 1878
siamang 1898
siglaton atz. 1905
simarre 1820
•ssmoMti 1819
«iroc 1856
s«V02? 1838
A-m«to 2190
w/Vx 1935
.sotV 1878
soldan 1945
sopha 1935
.sorfcci! 1838
sorg(h)o 551
so<0«v) 1927
.so«ise 1927
sondan 1945
C/«; Soudan 1945
soM/? 1934
spoÄf 1914
s-Mcr« 1855
' Sultan 1945
«Mmac 1946
aumbul 1947
»yrop 1838
tabaschir 1965
tabis(er) 133
fabor afz. 2015
<«fcoM 1972
tabouret 483. 2015
Art/f 1981
j talapoin 2(i60a
I <a?c 2003
1 talisman 2017
i tamarin 2013
tamban 1834
tambour 483. 2015
tambourin 183
tamtant 2014
tandour 2019
I taraxacon 2025
tarbonch 2031
I tarcais afz. 2081
j tere 2024
<ar(7<; 487
^«r^'o» 2034
irtr«/ 2037
tartane 2036
tartare 2045
iasse 2044
<a<OM«- 2047
I tauchte 2050
tibachier 1965
tMniabin 2028
««>sfc<5r,^ 1976
415
<i6er 2075
timbale 1971
tintenague 2120
iiVe afz. 2125
tire-paille 1004
<orf<i8 1330
tohii-bohu 2085
<ö/e 2002
i ioZZe 2002
tolleban afz. 544
<omöac 2012
<02Me 1997
foMc 2097
I <0M5r 2097
} iOMi?e< 2107
j toutenague 2120
I trabant 490
: tr^pang 2096
j tringibin 2028
I tripan 2096
i «r»pe 2030
trucheman 203')
1 iMZjpe 544
' turban 544
I <Mr6rtÄ 2110
' <Mn; 2114 d
1 turquerie 2114
i ('fcZ^ rfc; Turquie 2114
I turquoise 2114
I tut(h)ie 2120
! «.v/'Äon 1990
I «t^ema 2131
j<pas 2136
' MSM^e 2139
ra^t 2162
I earau 2156
I Veratide 223
vierge 695
i oilayet 2162
I »iz»»- 2160
I yatagan 941
ys(s)ope 566
i zagaie 2181
} zagaye 2181
I zambuche 1740
! zatony mfz. 2188
I zidoaire 2215
1818
' ;s^ro 1894
st7 2220
zinzoHn 744
j «maZa 2190
; zouares 2225.
' Griechisch (alt-, mittel-
[ u. neugriechisch).
i äßßaq I
ÄKapva 686
dXXnXoüia 793
dXM€vx»aKd 1389
' ä|Lir|v 68
I dvoKapa 1546
dpaßööTO? 89 e
äpiaaXa 829
"ApuouZa 1596
dpruTiKÖ 833
daKctpioq 1307
aöO^vxriq 557
i ßdXoaiiov 293
Bapaßßä? 220
Bap9oXo|iaioi; 255
ßoipiq 2148
BeeXCeßoüX 145
BeXi'aX 287
BeXiap 287
ßippo? ."i65
ßpovTfiaiov 1657
rdZa 702
TaiETavöv 644
ToiTcivi 644
Ycdvva 705
Y^V^pov 12Ü5
yia0ou|j.i 942
roXTOÖd 748
Ypäxoq 760
TÜi+;0(; 716
bdKTuXo? 465
baiudöKrivov 47(>
bimto? 521
bpdKiuv 2034
bpaxiiii^ 523
Griechisch.]
202
^ßevo? o
?Xeq)a(; 605
^VTÜßlOl
JvTußov 2I!24
^E^pKriTOV i:iü7
l(p6\K\ov 831
Capaßoxdva i2"2(»l
Zidpi 2186
üiTfißepi? 1930
Z:{Z:u<pov 2228
lwn6q 2232
Zujqpöpoi; 898
öe^eXlov 2062
Oepuö? 2115
ööXog 2231
lotaian 942
ifepaE 1799
'Ivbia 909
ivbiKÖq 909
'loüba; 949
Kaßdbi 971
KaßdXXti? 653
Kaßidpiov 851
Kobue'a 1149
Kabpia 1149
Kdbot; 988
KOioapeia 1011
KaXdi 1021
KdXa^o? 1023
KaXaqpaxeiv 1022
KaXacpdrriq 1022
Kafir)X.iov 653
Kd|ar|^o? 653
Ka^n^uJfn 653
KavbrjXri 1053
Kdvvaßi; 1248
Kandpf) 978
Koniön 998
Kdinrapiq 978
Kdpov 1087
KapouuqpiX 1085
KapoünqjouX 1085
KapiToüaia 824
KopuöcpuXXov 1085
KaaalTepoq IUI
KdöTpov 1117
KaxöoöXa 1019
Kocpoupd 1100
Kduia 993
KevTr|vdpi 1178
Kepaße 1004
K^paue 1004
Kepdxiov 1182
K€cpaXiKri 1172
Kexpi^irdpi 1004
Kfivaoi; 1050
KfiTioq 1063
Kißtuxöq 1975
kIkko^ 434
Kivvdßapi 1827
KO|Ll^^pKlOV 751
I Kopßavd? 1208
I KouvbüOpa 1245
j KÖqpivoq 1225
1 KUKXdq 1794
j KOvta 445
I KÜinivov 1046
1 Kutrdpiöffot 727
i XaToüm 1288
Xaribv 1288
Xdbavov 1286
XdCapcxq 1311
XaCoüpiov 1311
XaKdvn 1290
XooOxa 2127
1 Xißavoc 1331
j XiMdvi 1321
I Xi|Liriv 1321
Xixpa 1708
I Xiiv 1313
i XouKOU^äq 1684
I XouXdK 1319
I iLiOTÖpi 1456
I ^d^:a, naza 1441
! ^dXaT^a 1378
j naXXiuxfi 1380
: MdXxo? 1379
I nandxpa 1352
|najAmuvä((;) 1386
j i^avbriXiov 1391
I \xavlr]p 1388
: ndvva 1398
! MopYapixric; 1416
I ndööu) 1440
I lidxaioq 1443
I |i6YdXn 0OvxaEiq 1348
i MeöOia? 1437
j fidxaEa 476
i mmi) 136.")
j ^vd 1462 a
! jiobiö; 1490
: laoipdaiov 1467 a
i MoXöx 1379
! vdpboc; 1548
! vdcpöa 1588
i VTi'Jiev&i'iq 213
j vixpov 1Ö67
j Ei^piov 903
öaffi^ 2152
I ößpuCov (xpu0iov) 1657
, 6XoXüruu 2155
I ÖTrdXXioq 2135
i öpvZa 1733
I öpuE 2113
I oöfKia 1590
i oöXdKHc 2130
i öcppüi; 898
i TTaKoöpio^ 569
naXXoK(<; 203
iraMßdKiov 1617
udiißaE 1617
iravboxciov 616
TiaEniuabi 1642
uapdbeiöoi; 16 51
irdox« 1652
TtÖxa 16ö4
TTlöoq 2222
iriöxdKiov 620
iroXdiraTaE 1615
TtovxiKÖv 355
irpoaKÜvnaii; 1214
TtxepuYOCpöpoq 1004
iTupaiiic; 1457
I f)aßßi 1678
i ixxTla 1701
' adßßaxov 1742
j oatudpiov 1883
' aaldvi 1877
I adKKoq 1781
odxpe 1799
I adKxapov 1855
i aayidpi 1883
i ffajußÜKri 1744
! oavbdXiov 1825
I odircpeipoq 1830
I odpami; 1845
j laxdv 1867
i öaxavdq 1867
1 oeipd 1961
ffeipioq 1915
! aeuibaXii; 1814
! öepa(pe(|i 1885
i Ifipe? 1878
oiYvov 1896
i aiKeXöq 1907
' a(Kepa 1787 a
! oixXoi; 1880
! o|ndpafbo<; 2233
! aTTaxn? 1914
I oxWi 918
I axod 2141
i oüpifE 1 767
i oöpua 1820
j öujudpi 1883
i xdßaXa 1971
I xaydpi 1983
I xapKdaiov 2081
I xdXeö^a 2077
i xCuKavKeiv 434
I xSuKÖviov 434
j xSuKavioiripiov 434
! TiTTäßapi 1827
tItpK 2081
xoOßXov 2099
Touxla 2120
TpoxiöKOq 549
Tußi 2124
TOpoq 2125
\
[Hebräiäch.
öctKivöoc; 930
öoaujTTo? 566
qpapadj 1650
(pdpr\c, 591
q)apq)iövi 567
<p6\\K 581. 1491
(poaaärov 621
(pouoxdvi 621
<puXaKTr|piov 866
cpuTÜXi 600
xmnaXi 86()
XoXKdvöri 1236
xdXKttvao? 1236
Xapoüßa 832
XdpTn? 1104
Xndjv 1272
d[)naXo<; 2135
Ouoavvd 872.
Hebräisch.
uyäla 145
äbäm 19
abonaj 21
äxal 42
ämen 68
asirüö 127
ashenaz 120
ört'«; 145
bähal 180
Äa^wr 180
hajib 145
hakbük 187
Järwx 256
iarze/ 259
iätoÄ 267
bdtü"}!, 267
heheinä 283
6eZi 287
1461a
ftg.tgw 293
böhü 2085
tZäßär 514
rf«/ 468
dallü^ 468
Z)a!<j»b 503
dibb§r 514
^sgr 127
esöß 566
öfäß»» 716
^äw«ß 659
ge 705
gezera 713
^f/wg^ 721
<7öi 728
i^öqpgr 727
göräl 731
gulgöl^b 743
Aäßar 764
j^ße/- 764
AäTaT 77V
haxäm 788
Äa/äZ 793
I hatta' 845
I ^ßra 857
j Miele 858
I ÄösTa 87i:
I H^ri 12
>'a; 287
jaklfir 928
iäwaÄ 932
jäSa 872
jößei 959
kabbäla 977
fcab 988
A-a/f 990
kähäl 1000
Ä;a«ä 1035
kammön 1046
i^nas 1050
Ä;äq)ar 992
kappära 1068
i^saß 1107
Ä-äse?" 1112
] käsln 1113
I Äräöaß 1168
fcäfön 1126
I käza? 1059
j fcgbgm 1149
kelatp 1154
I ierwß 1165
I kesil 1166
! Äreöißä 1168
i kippfr 1068
I kisse 1190
fco/ 1194
köcper 992
ÄJorMn 1208
i^« 1264
läSön 788
; /eß 1312
I le^önä 1331
Zew«» 1315
lücjäQän 1325
mab 1490
mäfal 1479
I maggäl 1479
I »i«M-fßfö 1375
i mamzer 1388
j ma«ä 1398
j wä'ös 1402
j mai-'e 1412
I massa 1441
j mazol 1920
! mazzäl 1455
^ we'is 1402
j rng/gx 1379
mifdal 1461a
mö'cf Uli
mötal 1479
»nüö 1524
«erd 1548
Mfö^r 1567
pardes 1631
p(Ss<ife 1641
pelefä 1643
p^sah 1652
pjigTgä 203
räßrtÄ 1677
ratö 1678
ra^säkeh 1679
rahmänl 1687
räkarrt 1694
I sa'aqp 1734
j saötoa 1742
I *'äT«T 1757
' sähar 1763
I safc 1781
! ^äkal 1880
söfcar 1788
i Mxar 1787
! sä/fca« 1789
M/aq? 1804
sdma/ 1811
sämar 1813
sdqpaZ 1761
sapptr l83i)
I sän/cp 1885
säö« iy27
sätän 1867
sgfcfZ 1880
semlra 1813
1 IfwiM^ä 1884
! secper 1830
I serä9m 1885
sibhöl^b 1891
I strfrfäx 18'32
' söcpe/ 1751
i söq)er 1830
i sölan 1958
I sö<e 1927
! süs 1776
«(SÄad 1984
<äiö 2002
iä^ias 1978
ießd 1975
I tef^illa 2068
; Jere(pä 2070
<öß 208 i
: iöÄft 2085
i 3!?ßf/ -'210.
Italienisch (einschl. Dia-
lekten, sizilianisch u. sar-
disch).
dial. = dialektisch
sard. = sardisch
siz. = sizilianisch
abadessa 1
Italienisch. I
204
(ibate 1
ar^^rtHM siz. 49J
beduino 1 64
abhadia 1
assaccari siz. 1783
belgioina 1 332
abbate 1
assaccu(ni) siz. 1783
belgiui 1332
uboifino 1471
assammarari siz. 1816
belzebu 145
accanzari siz. lOöl'
assagsinar 839
betzuar 1605
acciaccarc 1785
assassino 839
belzuino 1332
ncciacco 17^5
asMft 1897
benzoino 1332
acciaffari siz. 1734
afaöa^/o 1971
bergamotta 282
affarari siz. 585
attaciatu siz. 122
bernusso 365
attaciu siz. 129
bezzoar(re) 1605
iiggianciare 1056
ajip'ß 135
biddaca siz. 204
aguzzino 2160
avania 8 r2
6*sca 314
(*«rfff rfjrti 779
avarla 138
bismutta 9 8
(ilabarda 82'i
azimut(to) 1818
320
alamari 67
azzardo 2186
borrace 13. 356
idbagia 277
azzeruola 2206
borragine 13
(ilbagioso 211
azzuolo 1311
borrana 13
albercocro 247
azzurro 1311
borzacchino 185t) .
albergese 247
bottarga 274
nlbicocco 247
habbaluci siz. 1625
brenusu dial. 365
alcanna 867
babbuccia 1625
brenuzio 365
alchenna 867
babuino 1365
hricco 894
olchimia 1157
bäcara siz. 186
bronzo 1657
«7coo? 1227
badananai 21
brünia dial. 248
alfana 586
badessa 1
bncJierame 342
«//■«t« 867
badia 1
budelä dial. 338
«s/^do 605
bagascia 171
fctt^ia 340
alfiere 591
baggianu siz. 277
bunaca siz. 1578
iilßno 605
balascio 151
burgiu siz. 362
(flgebra 631
balasso 151
burnia siz. 248
alguarismo 890
balata siz. 200
frttsa siz. 369
ulidado 896
balcone 197
butana siz. 316
nlma.gesto 1348
baldacchino 170
buttaraca siz. 274
almanacco 1389
Baldacco 170
butteriga sard. 375
almansore 1399
ia«o<?a 206
buttei'o 375
almiragUo 69 a
balsamo 293
almirarite 69 a
balsimo 293
cabala 977
ambra 78
bambagia 1617
cacamme 788
ammascari siz. 1436
&omM 209
cadofulu siz. 988
ammatula siz. 271
banano 211
caduffu sard. 988
ammiraglio 09a
baraba dial. 220
cop 1005
amoscino 476. 1471
bco acane 250
caffetano 774
«mMowi 1497
baracundia 256
co//d iHtO
amuleto 866
baraonda 256
cafisn siz. 998
annadarari siz. 1566
barbacane 197
cafura llDO
annadaru siz. 1566
barbagianni Iii
cahue 1005
antimonio 918
barbau dial. 220
caicco 1014
arabesco 89 d
öarca 2148
caicai siz. 1014
arancici 1555
barcarolo 2148
caßtu siz. 1006
uftnesino 1596
barcaruola 2148
m/« 1036
armora 829
barda 22^
calafafare 1022
arracamari siz. 1694
barda<cia 229
calaminaria 1149
«rrassare dial. 93
barocco 364
calibro 10 jO
arrassu siz. 93
baruccabä dial. 256
caZiyfo 798
arredo 1689
basana 316
camalä dial. 806
arrt" 106
fioM^e 1975
camalo dial. 806
arrocare 1727
bazar 278
camasinu sard. 1362
arrosu sard. 17.13
bazza 281
cambellotto 653
arsenale 494
bazzana 316
camiddu siz. 653
artanüa siz. 109
feazzar 278
cammeU(in)o 653
articiocco 833
bazzarare 278
cammellotto 653
arzand 494
bazzariotu siz. 278
camojardo 1497
[Italienisch.
cämolu dial. 1Ü44
camolado dial. 1044
camula siz. 1044
canacca dial. siz. 810
canciarru siz. 814
cand\ (succhero) 1052
candire 1052
canfora IlOO
cangiaro 814
cantoro 1178
cantaru .siz. 1178
canzirri siz. 817
caparra 978
cappari 978
carahe 1004
caraffa 689
carato llS'^i
caravana 1075
caravanserraglio 1075
cur ca SSO 2081
carciofo 833
carmesino 1219
carminio 1219
carovana 1075
carrabba siz. 689
earraca i?3l
carruba 832
carwi 1087
casacca 1143
casimiro 1116
castiä dial. 855
cassara siz. 837
cässaru siz. 1117
cassdta siz. 1106
cassero 1117
casuario 1119
catrane 1128
catussu siz. 988
caviale 851
eaviaro 851
vavicchia 980
caviglia 980
cavizzu dial. 998
ceffare 1734
ce/fo 1734
cerbotfana 2201
c7tt/fo«e 1893
chimica 1157
chiosco 732
«d 415
ciabatta 379
ciaera siz. 715
c/aa 1865
«rfro 1787a
«/ra 1894
«/o^a dial. 424
cj/m dial. 424
«ywi dial. 424
cimarra 1820
cinabro 1827
ciotola 442
ciottare 1875
I cofano 1225
I co/fa 1225
j cowi'no 1046
I cotowe 1272
cremisino 1219
crumiro 1220
(la)Cuba 1221
CMÖ6a siz. 1221
cubbäita siz. 1221
cubebe 973
cüncumo siz. 1243
cupola 1221
curcuma 1247
curino siz. 715
ciisoM.s-7/ siz. 1267
I
I damaschino 47 <>
j damasco 476
] damasto 476
I damigiana 474
! dammusu siz. 480
I c?a/ii<? 1305
I darsena 495
dattero 465
I ddisa siz. 524
I dica siz. 518
dimito 521
divano 526
doana 526
dogana 526
dragomanno 2033
rfro^rt 549
j duriano 550
I ef?t>a 863
elis(s)ire 903
I endivia 2124
ermesino 1596
facchinu 573
fachiro 573
/■a/ca 801
j fanfano 589
I fanfarone 589
I /"arc siz. 585
faraone 1650
I fardaggio 588
. /■a;-tio 588
^ farfalla 589
I farfante siz. 589
I farfareddu siz. 589
/"ar/aro 689
I färfaru siz. 589
farfogliare 589
/ö<a morgana 1416
feluca 831
filano siz 614
fllucca 831
filussi dial. 581
fondaco 616
fonteco dial. 616
fantego 616
j fora ('a harra) siz. 251
/br/ a 878
I freggia 898
j /"re^to 898
] frustagno 621
fünnacu siz. 616
furra siz. 878
1 fustagno 621
j fustanella 621
i gabbano 971
! i?aftf//f/. 974
I gabelloto .siz. 974
I f/ff/fa siz. sard. 994
i p^a^To 1734
I gaglioffo 659
I ^a«/«« siz. 1006
j ^rt?« 864
I galanga 765
j galante 864
galantnomo 864
' gnliggi siz. 799
I 828
j galöfano siz. 1085
i galufn dial. 659
j gammara siz. 1741
I gancio 1056
1 gnnzirri siz. 817
' garheUara 673
j garbellafura. 673
i garbino 674
I garbula siz. 673
i garifu siz. 827
j garitta siz. 828
I garofano 1085
i garrusu siz. III
I gassina siz. 836
I gassira siz. 8.36
I gazzarra 700
[ gazzella 699
I gazzettn 1059
i gazzo 2205
gazzurrv 700
1 gebbia siz. 630. 736
' gellamina 1149
I gelsomino 942
i gengiovo 1930
j (;er/"a siz. 676
; ge^minu 942
I p'esso 716
f/ÄeWo 1222
ghiazzerino 697
ghimberluccu dial. 924
ghingano 722
^taco 929
giamberlucco 924
gianetto 2192
gianfutre dial. 424
giannetta 2192
! giannettu siz. 2192
giannizzero 954
^riara 688
giarda 670
Italienisch.)
206
giarra siz. 688
</iaurro 632
giberna 641
gilt 9öl
ginnetfo 2192
ffiraffa 2234
gitibba 737
giub,-tta 737
giucca dial. 739
giucco dial. siz. 739
gittdio 949
(7«tt/"a dial. 739
giulebbe 742
giulebbo 742
giulecco 951
giuleppo 742
giunca 753
yiunco 753
yiuppa 737
ffiitppone 737
gnacchero 1546
gomena 750
granturco 2114c
guajassa siz. 171
guappa dial. 1002
guingano 722
gumina 750
guttaperca 712
indaco 9 9
hüarsia(re) 1706
islamismo 915
Jamberluccii dial. 924
jippimi siz. 737
labarda 823
/rtc-c« 1295
/accÄe 2130
/a/ia siz. 24
lambiccare 79
lambiccio 79
lanibicco 79
/an/"« 1535
laparderi siz. 823
laparduni siz. 823
/a^is lazzuli 1311
larice 114
lazzaretto 1310
lazzarone 1310
lazzeruola 2ii06
lazzuli(lapis) 1311
Ze/ffli siz. 1313
libeccio 1313
i?7ac 1319
Hmbiccio 79
limone 1322
limuni siz. 1322
Usciardo 1581
K«rfo 2127
«M<o 2127
1329
inoaseMK siz. 1362
macadaru siz. 1353
macaluba 1376
, macalubi siz. 1376
' maciilucco siz. 1357
maccabh dial. 1375
maccit siz. 1358
macra dial. 1349
rnadd(i)H siz. 1342
: tuafjia 1355
majfioso 1855
»»a/5a siz. 1355
I mafiuftu siz. 1355
j magasenu siz. 1362
i magasinu sard. 1362
magazzino 1362
: maimone 1365
i malase(nu) siz. 1362
! malco dial. 1379
malfusso 1414
mammalucco 1384
mammone 1365
mandola 2015
inanna 1398
manne dial. 1398
i mantarru siz. 1387
maona 1449
i marascia siz. 1409
! mareassita 1374
! marfuso dial. 1414
; marfusti sard. 1414
margiu siz. 1415
I marignano 161
I marionetta 1417
! marmaruca siz. 1424
i marzacvtto 1735
{ marzapane 1452
I mascarä dial. 1436
I manchem 1436
mutaccu siz. 1461
matafaluga sard. 7621
mataffu siz. 1461
I matasep dial. 1503
; matassa 476
t matassaru siz. 476
materassa 1446
maierasso 1446
' matraca 1474
j mattaccino 1525
' mattare 1443
j »wa«o 1443
«ja«a dial. 1441
I mäzzara siz. 1434
I melangola 161
I melanzana 161
meschino 147U
i meschita 1435
j michelaccio 1469
I tnilinciana siz. 161
j millufia siz. 24
minciarru siz. 1346
minima siz. 1513
1 mmaria siz. 1419
j mocajardo 1497
I mocajarro 1497
I monsone 1451
j »Moro 1482
morso d'Adamo 19
moschea 1435
moschetto 1520
moscino 476
! mugavero 1476
j mummia 1510
ntunneddi siz. 2106
murabitu siz. 1410
»jMsa siz. 1526
muschio 1515a
musciaru siz. 1354
tnusco 1515a
munsolina 1484
mussolo 1484
muasone 1451
I WM.s^ica siz. 1521
nacß siz. 1678
I naccaro 1546
I macchera 1546
I nadaru siz. 1666
i nadtro 1565
I naffata siz. 1534
{ nanfa(acqua) 1535
nanfara siz. 813
I nanfia(acqua) siz. 1536
! nenufar 1570
I noria siz. 1561
; nsalibbatu siz. 1808
ntamari siz. 2009
WMara siz. 1582
«MC« 1579
! nwro 1337
! odalisca 1.586
I oZiAawo 1331
orrfa 1594
organzino 2137
ormesino 1596
opa^c 273
o»o«o 273
pagodo 373
palamaro 1616
I palascio 1615
pandora 2015
panduro 2015
papagallo 147
paradiso 1631
parao 1651
pasra sard. 1652
pasimata 1642
pasqua(le) 1 652
I petonciano 161
piddttnia siz. 155
pilosso dial. 581
I piramide 1457
207
r Italienisch.
pist-acchio 1664
pomo d'Ädamo 19
pomo di paradiso 19
quintale 1178
rabesco 89d
raccamu siz. 1694
racchetta 1683
raisi siz. 1691
rancio 1555
ras^ff 1732
razza 1701
riticu siz. 1680
ribeba 1675
ribeca 1675
ricamare 1694
Hsalgado 1685
risicare 1721
risico 1721
risigallo 1685
risma 1723
risogello 1685
ro^r^o; 1726
rocchetta 1683
rocco 1727
romana sard. 1729
romano 1729
roioZo dial. 1708
fötulu siz. 1708
rumanu siz. 1729
sabbato 1742
suboga sard. 1746
saccheggiare 1781
söcco 1781
.«rtccu sard. 1781
sacomanno 1781
sacro 1799
saffata sard. 1753
sagrin dial. 1760
sata 1778
aaio 1778
salamiltcchi siz. 1803
salibba siz. 1808
salnitro 1567
nandalo 1825
mrabanda 1850
saracenico 1856c
saracinare 1856c
saracino 1856c
sargia 1878
sasinä dial. 839
«öya siz. 1791
sayuni siz. 1791
sbaragliare 225
sbaragltno 225
sbaraglio 225
scacchiero 1762
scacco 1443. 1762
scalogno 119
scansia 1059
scapeccio dial. 1902
scarlotto 1794
scerba siz. 1735
sciabecco 1740
sciabica 1737
sciäbicca siz. 1737
sciacallo 1929
! scialibbia siz. 1808
I scüilibbisi siz. 1808
sciai/e 1802
sciara siz. 1837
seiarabba siz. 1839
sciar}-a siz. 1859
sciloccu siz. 1856
scimiiarra 1910
1 sciorta siz. 1965
scirocco 1856
sciroppo 1838
sicali siz. 1907
««■Z« siz. 1907
««'^'fli* siz. 1907
se«a 1822. 1829
sen»ö siz. 1829
senna 1822
Sensale 1836
serraglio 1842
I sffa 1878
se««o 2188
sevada sard. 1741
sirfro 17ö7a
sirico 141
smcM dial. 1878
siroppo 1838
so/d 1935
soldano 1945
somaro 1883
' sommaco 1946
! sorbetto 1838
I sor^o 551
I spinace 126
! sia^cMO 2017
j stambecco 1740
straccasciu sard. 2081
sultano 1945
j sMSjwo 1958
j «aftaZZo 1971
j tabbutu siz. 1975
! <aö» 133
j taccuino 1999
1 iö/fe<(i 1981
i <a/f«7« 1991
<o/"ws dial. 1978
<a/co 2003
/aZ^ siz. 2007
<aZi"ar» siz. 2007
talismano 2077
tamarindo 2013
tamarütu sard. 2013
tamburo 483. 2015
tannura siz. 2019
<arff 2024
! <are/" dial. 2070
targone 2034
tarida 2036
<ort7 dial. 2070
tor«7fa 2037
tarocco 2024
tarsia 1706
tarsiare 1706
tartana 2036
tausia 2060
ia«« sard. 2044
te^s:« 2044
415
^er^ana 49.:i
Wfrw siz. 2074
timone 547
tirzanä siz. 495
i «occo 1997
ioccM siz. 1997
tofferanu sard. 2178
I tombacco 2012
trabante 490
<r*a siz. 919
«r»pa dial. 2030
trtppa 2030
tuccaru siz. 1855
tulipano 544
tumminu siz. 2106
tumolo 2106
turbante 544
turcasso 2081
turchina 2114
turchino 2114
turcimanno 2033
wZano 1588
varcoccu siz. 247
»a>'da siz. 228
varvaianni siz. 147
j Veranda 223
j vergelä dial. 2157
' vernicalc dial. 248
: vernicato dial. 248
I vernigau dial. 248
verzino 2157
vuttaraca siz. 274
zabbara siz. 1890
j zabbina siz. 628
I adccanM siz. 1786
! zaddacca siz. 1868
i zaff'erano 2178
«a/^ro 1830
zayaglia 2181
zagara siz. 2185
zägatu siz. 1797
I zayhera 2185
zambecco 1740
i zammatiari siz. 217S
zammatb siz. 2175
zara 2186
' zarbinata siz. 628
Katalan isch.l
208
zarcii siz. 220;")
zarda 670
zaro(so) 2186
zamlli dial. 2209
zecca 1903
zecchino 1903
zenit 1818
zenzero 1930
ztnzovero 1930
rerda 670
^«•0 1894
zetan(ino) 2188
zettovario 2215
«iirf<o 2173
zibibbo siz. 2214
zicchineffo siz. 1904
zigrino 1760
zinefra 1828
3»röo 2030
«iro 2222
aocco 1782
zotico 1927
^of<« siz 1875
zübhiu siz. 2227
zubbu siz. 2226
zuchero 1855
succu siz. 1782
^Mrto siz. 1955
Katalanisch.
Abadejo 1
abadesa 1
acebeja 1736
acendria 1911
«ci&<?/- 1890
aeafata 1753
a^ogue 2208
afalegar 802
aixarop 1838
aixedres 1871
aixovar 1959
aZard 89
alarde 94
alberginera 161
albiideca 319
alburnia 248
alcabot 1139
alcaceria 1011
a/carfMf 988
aleofoll 1227
aZcor 1(172
alcova 1221
alcunya 1246
alfäbrega 76
a^^ftwe-^" 582
aZ/'oZ&^s 881
öZjMi 736
aljuvar 1959
almanach 1389
almarrnixa 1466a
aliHutfacli 1446
■ ahne sc 1515a
almibar 1460
I almibarado 146U
[ almibarar 1460
alinogaden 1504
i almogaver 1496
1 almoixe}-if 1519
I aZwM< 149Ü
i amalgama 1378
* amoscarse 1436
anaß.1 1537
I anxub 736
' «n?,'»7 1568
: anzelot 86
i arancel 1428
I arcabot 1139
I arwaZa. 829
i arrabal 1676
i arraix 1691
I arraval 1676
I arroba 1725
i arrop 1726
i arros 1733
! artanita 109
j asembla 2190
I asicats 1939
i assoü 1875
1 assM< 1933
j atsarä 1843
i aUeroUi 2206
■ atxaque 1785
aM^e 135
I ozmZ 1311
; ('de, t'ny bades 271
j halaix 151
: bara(;o 1458
1 ■barana 223
: barbacana 197
1 barragan 250
beana 316
I benjugi 1332
j beozar 1605
j borcegui 1856
! carföf 1224
! cadi(sos) 984
i caduf(ol) 988
j c-«/?Ä 998
j cameil 653
! carbassa 689
; ca<M/"oü 988
' cayado 1006
! c^Hia 1829
! cf(?M/ 1903
j cdqiiia 1791
crtre 1870
I cever 1741. 1890
j ciquia 1791
. damajana 474
I darqa 485
I dmc^t 909
i dragoman 2033
endivia 2124
espinac 126
I falca bin
j fanfarö 589
fulano 614
grafa 994
gandul(lo) 66^i
gayf.er 643
gessami 942
gingebre 1930
p'«/)^ 737
girafa 2234
girofle 1085
«Mrf»o^ 909
2192
jonch 753
1 yMÄ«< 949
llebeig 1313
7<tOT<5 1322
madeixa 476
■mahona 1449
I manä 1398
i mandil 1391
i mandonguilla 355
I maquila 1373
i maravedi 1515
[ marcasita 1374
I marfega(ssa) 1413
marfus 1414
I marietta 1417
! inariposa 1417
j warioi« 1380
I maroma 1339
marquesita 1374
mnrras 1426
matafaluga 762 f
; matdläs 1446
matar 1443
matraca 1474
matutxe 1525
I maymon 1365
! mesqui 1470
momia 1510
morabati 1515
moradux 1411
mosdrabe 1523
WMsc 15.5a
musti 1493
nadir 1565
nargili 1556
naronja 1565
nenufar 1570
i
209
[Kleinrussisch.
pasqua 1652
pataca 1996
rabaguet 1675
rabi 1678
raima 1723
ramlla 1698
r^ctf« 1695
ribet 1718
rocÄ 1727
romana 1729
ro;> 1726
rMC 1728
sac 1781
^acre 1799
safareig 1767
safata 1753
sap-« 1784
sa^ep 20ül
sambra 2191
saraguells 1849
1878
•sa>vd 1954
seca 1903
senall 1833
sindria 1911
s*Mia 1829
sisclati 1905
soca 1782
solimani 1942
*o6aZ 1971
«a/«rea 1991
to/'efa 1981
ia^/f< 1979
tagarot 1989
tahona 1988
te?c 2003
tamarit 2013
taragot 1989
iar<rfa 2036
tarongina 2117
taronja 2117
tartana 2036
ioWo 2231
<ow/ 2106
^r«>a 2030
trujaman 2033
<Mr&«Y 2110
iMiia 2120
ulema 2131
v«sjV 2160
Xabega 1737
xa^ 1802
xaquia 1785
Äa^rt 1784
zalema 1803
zayato 10u6
«eca 1903.
Lokotsch, Etymolog.
Kleinrussisch.
cuha(na) 435
^ier 32
öunta 445
ajjfa 39
cynhal 814
almaz 60
Cf/srwy 431
altyn 61
chabar 763
anibar 77
cÄaZa; 864
amin 68
cÄan 808
arkan 102
chazajin 850
arnaut(ka) 104
chiipawyj 873
c/jyt; 860
öachmat 128
c%c 860
bahatyr 175
bahof 1 '-!49
d,emen 547
bairah 345
dochan 539
169
dolonian 530
balabaika 198
dusman 554
balahan 1607
dzerha 412
öa/C« 207
bamaha 1617
fajfurka 569
barakan 250
fajfuroivyj 569
harchat 250
/?wf?i(t 608
barys 258
/ö<a 622
basmacnik 265
/b^yt« 622
basmak 265
fudulija 613
basztan 332
fyndzan 608
helmes 305
bestalana 2005
gajda 643
beztnin 272
garbuz 824
371
gafda Qlb
bohatyr 175
goroch 760
borsuk 254
grabant 490
bronza 1657
bugay 339
hajdamaka 780
buhaj 339
hajtan 644
few/jiV 348
AaÄ: 789
hulanyj 350
halinaz 60
&M?a^ 1672
haramija 821
biimaha 1617
Äarfta 90
ÖMser 371
hazna 855
busloman 1516a
hemija 709
biizdygan 333
im&j>' 1930
imbrycek 894
mrfi/^- 909
»> 32
Jan dar 954
janycar' 954
jarminka 924
iaroÄ; 113
kabala 974
Aöftpf/a 977
kaban 975
kacan 1192
i-af^rtH 774
Ä;rt>ia 1008
Ä;aiMi 1014
kalawiir 1078
Ära^ita 1040
A-ar^te 828
katnazej 1362
Cetwar S215
CMÄror 1855
cukur 1855
cytwar 2215
Ja&öM 433
Jac^ra 380
öagun -136
co/te 1780
calma 388
887
cöMw 436
c«Ks 404
cawun 436
öekan 384
öekman 406
cekmen 406
J«-(^aA; 397
co6o« 379
447
I cugun 436
Wörterbuch.
Latein.]
210
kanci/k 1042
kapkan 1064
karbad 1274
kardocha 833
karman 1097
karmazijn 1219
Ä;rtr(/J 1070
kawa 1005
kaivun 1138
kazan 1144
A-e«<aZ* 972
kepen' 1159
kepen'ak 1159
Ä;27jm 1176
i-ofcwr 1223
Ä-oÖ2ra 1206
kohzar' 1206
A-o/?; 1005
komys 1047
Aowf/^ 1242
kormannik 1096
Äros 1209
kosewoj 1209
koucan 1197
koupak 1039
Äro^i/r 1217
Ä;M6Mr 1223
A;M/"er 1225
A;m?oä; 1194
kumyz 1242
Teuren 1253
kuriian 1254
A-M^as 1212
A(/r 1277
kyrpyc 1184
A-ysa 1185
kysnec 1189
kytaj(ha) 841
lachwa 2132
?arfan 1286
/V« 2132
(a/jsa 1296
lawiita 2127
Te^'««' 1316
WeA 1294
levence 1316
?o6orfa 1284
lochana 1290
?oAsa 1296
losa(k) 55
rt<rA-ö 1336
Z'Min'a 2127
lyman 1321
hjmen 1321
fymon 1322
magazyn 1362
majdan 1364
mesty 1459
morgoryi 1351
mohoryäyty 1351
mohryf 1351
»/!M;^/<; 1492
tmisat 1432
nasatyr 1582
necar 954
obezjana 556
ocAwr 2126
o^(?r 40
opanöa 934
orda 1594
orocÄ 760
or^wr 2143
OÄwm 2147
ozdygan 333
pai(ka) 1610
papiiha 147
polutabent 133
postroma 261
/•<M<' 2143
soA;of 1799
sukmana 406
sunduk 1826
SMrZo 1953
saier 380
sWA; 1878
«a&or 1974
<aZan 2005
tatarka 2045
2039
iere^y 2029
tlmaciti 2078
io?z<Z) 2102
tumaciti 2078
tuman(ec) 2105
t'ut'un 2121
tyben'ky 2069
twaroch 2109
M?Ms 2134
watag 2159
wataha 2159
w'mA 964
zakabalyty 974
zobuncac 2176
ie6 641
iercZe^a 2211.
Latein (einschl.
mittellatein).
abarca 24
«feöas 1
abbntia 1
abhatlssa 1
abelmoschus 762 b
Aegidius 951
aegyptus 1222
alambicum 79
alchanna 867
algorismus 890
algorithmus 890
alleluia 793
ahnageshim 1348
almutium 1520
amaracum 1411
amen 68
amolimentum 866
amuletum 866
angraecum 82
angrecum 82
antiaris 85
antimonium 918
ascalonia (cepa) 119
augurium 1589
avicennia 893
halascius 151
balsatnum 293
bambagium 1617
Barabbas 220
ftarca 2148
harracanus 250
basilica (vena) 262
bezoar 1605
birrus 365
bisamutn 293
bombacium 1617
borrago 13
bronzium 1657
brundisinum Caes) 1657
brunitius 1657
buccina 347
burgns 362
burrus 365
cabacius 993
cabacus 993
caJaZZa 974
caballus 653
cabassmm 993
cadus 988
caladium 1153
calamina 1149
camelinum 653
camelotum 653
camelus 653
camphora 1100
candela 1053
cannabis 1248
capparis 978
capsa 993
capulum 766
carabe 1004
carcannum 1096 b
careum 1087
carratus 1182
carthamus 1262
earuba 832
carumba 832
Castrum 1117
cavilla 980
census 1050
centenarius 1178
cephalica (vena) 1172
cer Villa 1095
ciccum 434
cimiabaris 1827
cintra 1057
commercium 751
cophinus 1225
cribellum 673
cromm 1247
cummum 1046
cuppa 1225
cnpresstis 727
ci/c^as 1794. 1905
cywa 445
t«/^oZa 442
dactylus 465
damascenus 476
datura 512
rfoimm 2222
doronicum 486
ebenus 3
elephantus 605
ermisinus 1596
exercitus 1307. 1847
fossatum 621
fregium 898
gabulum 974
gaitanum 644
galanga 795
^«Z/a (mucata) 647
^««a 1059
gehenna 705
yelseviinum 942
genius 723
gerboa 936
5'?fcrt 641
gypsiim 716
harmala 829
hosanna 872
hysopum 566
jMrfm 909
Indicum 909
intibus 2124
jesminium 942
jubilaeum 959
jubilare 959
judaeus 949
julapium 742
211
ladanum 1286
Za>'ia; 114
lazulum 1311
Maccabaeus 1375
Machabaeorum (chorea)
1372
magalia 1562
magarisium 1351
Malchus 1379
manichaei 1397
mantile 1391
mapalia 1562
mataxa 476
maurus 1482
melota 1380
»wiwa 1462 a
modium 1490
morus 1482
mi«sa 211. 1526
muscattis 1516 a
muscum 1515 a
naphtha 1538
wj^er 1568
nitrum 1567
nucha 1579
nuphar 1570
Oasts 2152
obryzum 1657
olibanum 1331
opalus 2135
Pacorus 569
pallaca 203
pandura 2015
paradisum 1631
pascha(Ks) 1652
pastinaca 912
pelusia 1647
penidium 583
jp?M^e« 887
pomarancia 1555
pontica (niix) 355
pyramis 1457
quintale 1178
racha 1683
rasceta 1732
ribasium 1717
ribes(ium) 1717
sabacus 1744
sabbatum 1742
saccharuDi 1855
Saccus 1781
sagalinum (lignns) 1756
salvatella (vena) 2138
sambuca 1744
saphena (vena) 11 bi
[Malayisch.
sapphirus 1830
saraballa 1849
Saraceni 1856 c
sarrabarrae 1849
satanas 1867
satureia 1872
scarlatum 1794
Seraphim 1885
Äeres 1878
sericus 1878
seto 1878
sicera 1787 a
siclus 1880
Signum 1896
s/nws 641 b
Sir opus 1838
sirupus 1838
soccus 1782
stagnum 2017
stibium 918
syrma 1820
tagarra 1983
tamariscus 2013
taraxacum 2025
tauriis 2048
«e^rw/a 2099
trochiscus 549
turpethum 2110
uncia 1590
usnea 2139
varanus 2156
Zeduarium 2215
zibethum 2173
zingiber 1930
»iVftMs 2030
ziziphum 2228.
Malayisch.
«car 15
ae^Ofr 30
agong 558
agung 753
alang 54
ämuk 71
ancar 85
anggrek 82
antjar 85
148
bädak 152
ifä^'M 185
&(l;tJ 185
I baläian 195
I öawöjf 209
bangsal 215
banting 218
fc<?«fc 270
14*
Niederländisch.]
212
beläöan 286
pügciK 568
balsetn 293
bgtul 2149
p^HQcjö^i'^ii^ 1649
bamboe(s) 209
^futvcttv^ 336
pcf'&hii 1651
bctfiaau 211
pcvcoJi 712
barkan 250
CditipöJcd 390
pikul 1655
(ge)batikd 270
ptsuHg 1659
bazaar 278
^ö/tHttt' 475
pöhii7i 2136
bedotvijn 164
düjong 541
pyöJiü 1651
Je/" 165
Ulli t OKf\J
bc'lfken 165
bergatnot 282
syuyiQ 558
rambut 1696
bezoar 1605
f(it}ihntci'ti 1696
borax 356
•y^YYlf 1697
&7'0ws 1657
ff(lhä'f*tC 1155
rötan 1724
^cLftihSlciH 654
Tüdfig 336
cabaal dll
gdmhu 654
T'MSÖE 148
cabbala 211
gG,vü 115 D
vHWük 1727
cachemir 1116
g^dOHQ 703
caftan 774
^eÄrofc 707
Sctgü 1761
calico 1031
712
s&vct'iig 1844
casuaris 1119
ginggüfig 722
scLvutig 1862
caviar 851
^0>i^ 558
sempitCan) 2201
cheilek 858
giding 1649
siJüttKzng 1898
cWer 1787 a
giXttg 753
ci/Z'er 1894
tamhäga 2012
civet(kat) 2173
tingkal 2080
tfipciyig 2096
c'iCT'ct4ifyi(x 1247
kahäu 1001
tuä 1017
tiffrfeZ 465
jttyT« 1235
^wwcf^i 2122
cl(ltH<XSC6&7'Bfl 476
l'nhnh 1017
i/pas 2136
d/dtudst 476
JcctJcot ItlVd 1017
kälong 1038
JcuTHpofiff 1045
w«j7a 2149
ddtHdstpi'uiii 476
dervis 496
fca^oA; 1067
Niederländisch.
(^^t/ 460
fcära 1073
docvid'i'i 550
Jcctfambil 1084
^beltnosch 762 b
dTdgo^udti 2033
Jcctsuwüfi 1119
dhvikoos 247
dt*ogy)idfi 2033
Tc&yu 1141
a&i 1
Jcäyupütih 1142
acatoen 1272
emier 69 a
kelädi 1153
(idcttHsctppßl 19
kilang 1021
üdtHivtxcil 69 a.
/■^ZoeÄ; 831
kelüpu 2060a.
ctlchitnic 1157
fhVfHdfi 594
MUmbak 1155
(ildt!b(zt'(i7i 451
/V'zVs 898
kSfuiTiwyiting 1161
alkohol 1227
kefis 1163
alkoof 1221
ffdfif 659
külit 123Ö
dinbe^" 78
güHfief 659
cttixbcvbloctyi 762 b
gdzel 699
lampü 1314
GtnßoßTi 25
^a^ei 1059
längit 1141
CLniok 71
^eÄ;Ä;o 707
lewpüjcing 1314
umulct 866
gefnber 1930
lontar 1330
anijl 1568
geuffßn 659
lüri 1337
arak 92
gingayn 722
arsenaal 495
gingang 722
'iftcttiggu 1393
artisjok 833
giraffe 2234
tnanggi 1394
aiZas 131
gong 558
THCi'Hggts(tci) 1395
avarij 138
gonggotig 558
mias 1593
avBrij 138
as:««»" 1311
gutta'psrcha 712
nipa 1572
halleluja 793
nüri 1337
haalhaboos 146
harem 819
Drang 1593
baldakijn 170
haverij 138
balleboos 145
hegira 863
213
[Polnisch.
horde 1594
houri 848
jakhals 1929
janitsaar 954
jasmijn 942
jatagan 944
^OMÄ; 753
Jucht 2128
Jcabaai 971
Ä;a6eZ 766
A-arfj 984
fcaücÄ; 1014
kakatoe 1017
Ä'ftfcetoe 1017
kalefaten 1022
kalfaten 1022
Ä;ö;i<>/" 798
kalkoen 1031
kalkoensclie hen 1031
kamfer 1100
kandij 1052
kapoeres 1068
kapores 1068
Ä;«j50< 1068
Äjarflf 689
karavaan 1075
karbats(en) 1279
Ärare« 1073
karmezijn 1219
karmijn 1219
karmozijn 1219
karwats 1279
karwij 1087
kasuaris 11 19
Äratoen 1126. 1272
kauscher 1112
fceosifc 732
kirris 1163
fcY 1190
klavaatshanimer 1022
koeskoes 1267
Ä;o/f«e 1005
fco^rtfc 1039
koniijn 1046
koscher 1112
kotsen 1264
Ä;r»s 1163
«a& 1295
lamoen 1322
lawaai 1315
lazaret 1310
lazarij 1310
lazarus 1310
lazarushuis 1310
lazuur 1311
lemoen 1322
lip-lap 419
teÄ 2127
magazijn 1362
mameloek 1384
mango 1393
marokijn 1406
marsepein 1452
masker (ade) 1436
matras 1446
meerschuim 1416
minaret 1463 a
monsoen 1451
nioskee 1435
mousselien 1484
mummie 1510
Witte 1520
naftoö 1542
w«/e 1536
nanking 1554
Mom" 1337
Oase 2152
odalisk 1586
opsjorren 687
orang-oetang 1593
oranje 1555
papoea 1669
pacha 1640
pasch 1652
pisang 1659
rabbifjn) 1678
rj'em 1723
/•o6 1726
ro««w5' 1724
saffraan 2178
sagaai 2181
sa/eÄ; 1780
saZej) 2001
saroeng 1862
schaak(spel) 1762
schabrak 395
schacheraar 1762
schacheren 1762
Schariaken 17'J4
schellak 1295
schibboleth 1891
segrijn(leer) 1760
sene (blad, -boom) 1822
senil(boom) 1822
senneblad 1822
s*M-e? 1880
sirocco 1856
siroop 1838
sJaaZ 1802
s/o/"eZ 1751
sjorklamp 687
sjorren 687
sjorring 687
sjortauw 687
swa^" 1946
sofa 1935
sor&f< 1838
spinazie 126
stroop 1838
suiker 1855
Sultan 1945
tabijn 133
taf 1981
taggerijn 2057
talisman 2077
talksteen 2003
tamarinde 2013
tangerijn 2057
teHef 2037
tartaan 2036
i^ee 415
toewan 2122
trabant 490
tripang 2096
tulband 544
«mZ/> 544
<Mr&j7/j 2110
turkoois 2114
Vizier 2160
saifc 1781
2fem'<7t 1818
so« 1927.
Polnisch.
A.damaszek 476
adziamski 29
aleluja 793
alkiermes 1219
ambar 11
amen 68
ar&Ms: 824
arkan 102
arszyn 108
asaul 943
asawula 943
otfas 131
babusza 1625
bachmat(y) 128
bachor 180
bachur 180
baczmag 265
badawja 164
öarfja 159
badjan 162
ftöi-aZie 189
balaban 1607
balagula 145 d
bafamucic 199
balamut 199
baldachin 170
balkon 197
balsani 293
Z»af<a 207
Polnisch.]
214
(na) balykti 208
baragola 145d
barakan 250
haran 219
barasnik 258
barasznik 258
barchan 250
bastramy 261
ias^/(/Ä; 260
fcasa;- 278
* bedew 164
b§dzwim 1332
benzoes 1332
bezestan 280
bezmian 272
biczak 311
hisurman 1516 a
^>o&a^• 181
bohatyr IIb
boraks 356
borsuk 254
borysz(nik) 258
bronz 1657
6mö/v/L- 337
bugaj 339
buhaj 339
bujurdan 346
butany 350
iM?a< 1672
bunczuczny 354
bunczuk 354
&MrÄ;a 221
burnus 365
bursztyn 1004
ftwara 376
buzdygan 333
cizma 431
cukier 1855
cybuch 447
cynober 1827
cytwar 2215
czaban 433
czaj(nik) 415
czambul 394
czakan 384
czaprak 395
c2aM*'0 404
czekmeti 406
czobot 379
czugun 436
czyzma 431
chaba 2
chabanina 975
c/irtft«»- 763
chalat 864
cÄan 808
chandziar 814
chawrus(nikj 764
chorqgiew 1228
daktyl 465
damascena 476
damaszka 476
daraban 490
demeszek 476
dervisz 496
rfiw; 509
dolman 530
rfrrtft 490
draganek 2034
duchan 539
dyma 521
tf2/!<j%Ä: 2076
dziryt 681
dzuma 445
estragon 2034
falagi 518
farfura 569
farfurka 569
/"rtrys 591
filizanka 608
firman 594
ftizanka 608
/•o^ifca 622
/Mi« 622
gabela 974
gajda 643
galgan(t) 795
garbuz 824
gazeta 1059
giaur 632
^rocÄ 760
Äa6a 2
;ia;<?a 779
hajdamak 780
liajde(sz) 112
hamal 806
haracz 825
harbuz 824
harem 819
hazuka 1143
ÄMm 2167
iczoglan 895
imbar 11
imbier 1930
imbryczek 894
itnbryk 890
m<£«/fc 909
Jabtko Ädamotve 19
janiczar 954
ya>" 935
yarZyÄ- 937
jarmuluk 924
jaruga 935
Jasmin 942
jas(s)yr 118
jatagan 944
909
jembier 1930
jesawul 943
jubileusz 959
>c/i< 2128
7MÄ;j 964
jttpa 737
kabala 977
kaban 975
Ä;a6a^ 971
kaczan 1192
Ä:a(ft 984
fcarfy 984
kafenauz 1005
kaftan Iii.
kaik 1014
kalauz 1276
Ä;a/efca 1040
kaleta 828
Ä;afÄ;aw 1034
kalkun(t) 1031
kamcha 1043
kamfora 1100
katnlot 653
kanczug 1042
kanczuk 1042
kanfora 1100
kaparki 978
kapary 978
kapinaz 1005
kapkan 1064
karabacz 1279
karaczan 2027
karafka 689
karawana 1075
karbacz 1279
karhona 1208
karbuz 824
karczma(rz) 825
karczoch 833
kardasz 1089
fcary 1070
Ä:a<MM 1272
ÄsttM^a 1005
kawak 1134
kawiar 851
kawon 1138
kazan 1144
kazna 855
kazmirek 1116
1158
Ä:teca 1148
ÄltVce 1148
He;/ 1007
kiermes 1219
fcfesa 1185
fctYiw 1176
kindzal 814
HosÄ; 732
Hr 1277
khmazyn 1219
215
[Portugiesisch.
kiszmisz 1188
munia 1365
hitajCka) 041
muslin 1484
hlohuk 1039
muzulmanin 1516 a
kmin(ek) 1046
kohluk 1039
nadziak 1539
kohza 1206
nankin 1554
koczowac 725. 1209
nargile 1556
koczujqcy 1209
kocztij§cy 725
oc«Ä;Mr 2126
Äjo^ja 2171
orfa 1584
kolczan 1197
o^*V?' 40
ÄToJ/?aÄ; 1039
oifco 1590
kom(i)§ga 709
o^a< 1
Ä;OW82: 1242
oponcza 934
komysz 1047
oranz 1555
koncerz 814
o^aÄ; 1599
kopeniak 1159
korhacz 1279
padyszach 160 i
kordelas 1088
pagoda 373
korman 1097
pagörek 348
Ä:osÄ 1209
^)<y 1610
koszer(owac) 1112
/jaioJfc 1608
kozak 1143
patasik 1615
kozera 1217
palasz 1615
Ä;oÄV'- 1217
papuga 147
fcw/r 1225
piznto 293
kukurydza 1230
pq;MÄ; 1608
Ä;Mrafc 1194
postol(y) 1667
kutan 1233
przezmian 272
kumyz 1242
kuren 1253
rahin 1678
kurhan 1 254
rachmany 1687
kurtka 1261
rochmanny 1687
kuszak 1265
r^ec 2143
ÄMtes 1212
rumak 98
ladan 1286
safjan 1769
^afa 2132
sagan 1765
lakier(ou'ac) 1295
sa/pa 1774
lazary 1310
sakfwy) 1781
Zasiwr 1311
salasz 1805
^föiorfa 1284
saletra 1567
Z«7aÄ; 1319
saria 1878
liman 1321
sasina 1876
limona 1322
sejwan 1779
Utawra 1971
serafan 1845
{ofeorfa 1284
sierpianka 1858
loszak 55
skarbonka 1208
ZMZA;a 1336
skarhuszka 1208
Znima 2127
sfco^y« 2171
so&o<a 1742
majdan 1364
sobotka 1742
mamzer 1388
sobotowac 1742
mamzer 1388
soJfcoi 1799
tnanich 1397
sMiei 1932
maskarada 1436
sukmana 406
maslok 1438
syrop 1838
materac 1446
szabas(nik) 1742
meczet 1435
szabasowac 1742
Mesiasz 1437
szahasotvka 1742
meszty 1459
s^acÄ 1762
muchair 1497
szafran 2178
s^ataZ 1929
S2a[ 1802
szalasz 1805
szaman 1928
szarafan 1845
szarawary 1849
szarsza 1878
szatra 380
szkarlatyna 1794
szkofija 2171
szpinak 126
*a6»M 133
<a&or 1974
faiMn 1973
««/"teCi; 1981
<a/KMi 1981
«ary^ 2037
iasa 2044
tasiemka 2043
teswa 2043
tehienki 2069
temblak 2063
temlak 2063
temruk 2088
tlumacz 2078
<oftm 133
<opc5r 1964
iorfta 2091
«r^^c 2070
ürefwy 2070
«/■^c 2143
^r«ew 2039
«Mcy/a 2120
tulipan 544
(M^MÖ 2102
tuman 545. 2105
«M<MM 2121
ij^ard^r 2109
2076
uczkur 2126
«?a>i('fca^ 1588
wata(c)ha 2159
««»rMS 2134
ysop 566
«e^e 2220
iena 705
zenowac 705
ii/tZ 949.
Portugiesisch.
^fcatZa 152
abbade 1
abbadessa 1
abbadia 1
abelmosc(h)o 762 b
acafelar 999
I aceifa 1773
Portugiesisch.]
216
aceite 2187
albarran(a) 251
alefriz 588
acelffa 1907
albernoz 365
«//"ace 840
acenha 1829
albogue 347
alfarinha 840
acepipar 2214
alboque 347
alfaga 840
acepipe 2214
alboquoque 247
alfadia 770
acequia 1791
albornoz 365
alfageme 778. 814
ace/er^ 1870
albricoque 247
a^/'aja 775
achacar 1785
albudega 319
alfajata 786
achatjue 1785
albufeira 340
alfajate 786
aciralar 1901
alcabella 979
alfambar(eiro) 883
acicate 1939
alcachofra 833
alfandega 616
acitara 1919
alcagarias 1011
alfanegue 582
agacal 1796
alcagova 1108
al fange 814
agacalar 1901
alcaguz 1957
alfaqueque 575
agafräo 2178. 2179
alcadefe 1224
alfagut 572
agofar 1936
alcadroz 988
alfaraz 586
öfo/'e«7e 2228
fl?cfff(T.r 991
alfarroha 832
agorda 2111
alcahaz 993
alfarrobeiro 832
agotea 1868
aZc«Zi 1029
alfazema 889
agoute 1875
alcamonia 1046
alfega, 597
«fjtcar 1855
alcamunia 1046
a^/'eire 785
agucate 1939
alcanavy 1248
■ alfeizar 26
acucena 1958
alcaneve 1248
«^/■^/oa 804
a^uda 1933
alcandora(rse) 1051
alfeloeiro 804
agular 1874
alcanfor 1100
alfenim 583
arfat7 471
alcaparra 978
alferce 597
adarga 487
a^cör 1071
aZ^^res: 591
adarme 523
alcaraväo 1086
aZ^Z 605
adarve 488
alcaravia 1087
a/^w 605
adelfa 515
alcaria 1094
alfinete 865
adiba 513
alcarraza 1101
aZ/ir 605
fl<f j^e 513
alcatea 1124
aZfoöre 878
rtrfo^e 2083
alcateia 1124
alfombra 883
acfoio 2083
alcatif(a) 1125
alfora 830
arfoy« 2083
alcatra 1127
a?/-or6a 881
aduana 526
alcaträo 1128
aZZ-oröe 878
adufa 538
alcatrate 1127
alforfas 881
adtifefiro) 537
alcatruz 988
alforfiäo 567
afagar 802
alcavala 974
alforge 884
a/a^o 802
alcavale 979
alforjar 884
a/brfca 881
alcayotar 1139
alforra 830
agonila 1241
agumia 1241
alcayote 1139
alforvas 881
alcäzar 1117
alfostico 620
(ijaez(ar) 640
alcoceifa 1109
alfoufre 878
alabarda 823
aZcofa 1225
aZ/"02; 846. 849
alacral 47
a^cofoZ 1227
algälia 647
alacräo 47
aZcofor 1227
alganame 666
alamar 67
a^co/ioZ 1227
algara 669
alambar 78
alcoräo 1250
algaravio 674
alanibel 811
alcorga 1258
algarradas 1260
alambre 78
alcorce 1258
algarroba 832
alardo 94
alcova 1221
algarve 674
alarido 100
alcoveto 1139
algazarra 700
alarve 89
alcovitar 1139
algeb(r)ista 631
a?««rfe 2127
alcovüei7'o 1139
algebra 631
alazäo 870
alcouce 1109
aZö-ej-o^ 2198
albacea 2158
alcribis 988
algibeira 641
albafar 179
alcunha 1246
algive 736
albafor 179. 343
aZ(im 461
algodäo 1272
albarda 228
aldebara(n) Abi
algoz(aria) 735
albarräa 251
aldrava 452
algravia 674
albarrada 249
alecrim 902
alguazil 2160
alguidar 717
alhadla 770
alhaima 782
alhaja(s) 11h
alhondega 616
aljama 651
aljaroz 2198
aljava 626
aljaveira 641
a;joA>-e 694
aljuhe 636
alkekengi 1016
a«e// 868
almacen 1362
almazem 1362
almadia 1343
almadraque(xa) 1446
abnadrava 1344
almafariz 1467
almäfega 1413
almafra 1463
almagra 1349
almagre 1349
almanach 1389
almanjarra 1346
almarge(m) 1415
almarracha 1466 a
almatrixa 1446
almeja 1347
ahnenara 1463 a
almicantarat 1506
almirante 69 a
almires 1467
almiscar 1515 a
almiscre 1515 a
almocadem 1504
almöcavar 1372
almocella 1511a
almocreve 1507
alnioeda 1511
almofaga 1465
almofada 1464
almofala 1464
almofariz 1467
almofate 1502
almofrez 1502
almogävar 1496
almoqueire 1507
almotacel 1503
almoxarife 1519
almoxatre 1581
almucella 1520
almude 1490
alparca 243
alpargata 243
alqueire 1174 a
alqueria 1096
alquicel 1186
alquicer 1186
alquiis 1174
alquifol 1227
alquilar 1181
217
alquiU 1181
alquiler 1181
alquimia 1157
alquirivia 1095
alvanel 216
alvara 226
alvaraz 224
almzil 2160
alvazir 2160
alveitar 184
alverca 312
alvigaras 315
alvigareiro 315
alxaima 782
anialgama 1378
amarello 70
ambar 78
ameija 1347
anteijoa 1347
ameixa 476. 1471
ameja 1347
amexa 1471
amiralh 69 a
amouco 71
amuleto 866
anadel 1566
anafega 1529
anafil 1537
anafim 1537
anaqtiel(erl.a) 1545
andaime 520
andaimo 520
anfiäo 25
aw*7 1568
annadem 1566
ante 1305
antimonio 918
aruca 92
aranzel 1428
araque 92
areca 17
ar^e? 95
argola(r) 746
argoläo 746
argolinha (jogo de) 746
armadia 1343
armazem 1362
arrubal(de) 1676
arracif 1704
arrafecar 1686
arrais 1691
«rra^eZ 1708
arravalde 1676
arreceife 1704
arrefem 1688
arr^o 1689
arre<t7 1708
arriaz 1716
arrieiro 106
arriscar 1721
arrizafa 1731
arr-oba 1725
[Portugiesisch.
arrobe 1726
ffrro« 1733
arsenal 495
arzolla 1309
assania 1H29
assassino 839
a^a 844
atabale 1971
aiafaZ 1977
atafera 457
atafona 1288
atalaya 2007
atauxia 2050
a^e 844
a<e?a(/a 2007
aitM^m 2120
««i^'e 135
avania 852
avel(l)orios 205
azäfania 2184
azafate 1753
azagaya 2181
azambujo 2054
a«ar 2185. 2186
azarcao 141
azareiro 2185
a£a?-o?rt 2206
««ec/i«? 2180
azeitona 2187
azemel 2190
azemola 2190
a2«na 1829
azeqiiia 1791
a^erie 2199
azerola 2206
as^e^w 2199
azevar 1890
azeviche 1736
azevre 1890
a««flr 2218
azinhaga 2196
azinhame 2221
azinhavre 2221
azougue 2208
özmZ 1311
azurracha 2189.
badana 316
badanal 21
badea 319
badejo 1
badiana 162
bafari \11
bagaxa 171
öa;ii< 1975
6«;»«/ 1975
bailadera 1530
balache 151
balais 151
balcäo 197
baldequino 170
ia^rf/o 271
Portugiesisch.]
218
baldo 271
cajado 1006
damasquillo -176
balsamo 293
calafetar 1022
danafil 1537
bambu 209
crt^a«»» 1021
döM^e 1305
banana 211
calamina 1149
darga 485
bangue 213
califa 79 S
dervtche 496
baraga 1408
catnelo 653
dervis 496
barago 1408
candil 1052
dta/'a 516
barafunda 256
cänfora 1100
doronico 486
baraUia(r) 22b
carabeli 1084
dragomano 2033
baralho 225
carambola 1084
5ara2a 1408
caravana 1Ü75
e?cÄe 57
barbacäa 197
caravansard 1075
elixir 903
6a/ra 2148
carmesim 1219
cwa 1528
ftarrfa 228
carmim 1219
endivia 2124
barragatia 250
cartama 1262
enxabeque 1740
barroca 364
cartamo 1262
enxaqueca 1792
barroco 364
casaca 1143
enxadrez 1871
bate(g)a 269
bazar 278
casimira 1116
enxarope 1838
casuar 1119
enxeco 1795
bedem 155
catatüa 1017
enxergäo 1878
beduin(o) 164
caurü 1133
enxoval 1959
beijoim 1332
caurim 1133
enxovia 736
892
cavial 851
escabeche 1902
ie/oto 206
caviar 851
escarlata 1794
berengena 161
cavilha 980
escaveche 1902
bergamota 282
ceifar 1773
espatj 1914
beringala 161
ceZ^a 1907
espinafre 126
bernegal 248
Cframe 1943
estragäo 2034.
-2149
ceranda 1843
2149
cerome 1943
/a/aca 578
fceire 2149
ceroulas 1849
/ate 801
bezoar 1605
cÄa 415
fa/wo 831
blasnio 293
chafariz 1767
fanfarräo 589
bodoque 855
c^iaZe 1802
fanga 584
ioZcia 206
cÄaräo 2207
faquino 61S
feo^ote 206
chaveco 1740
farda(gem) 588
borax 356
cherivia 1095
/arf/eZ 588
borceguin 1856
cÄoca 887
/"arrfo 588
borragem 13
cÄofO 887
faronejar 834
bugeira 340
cÄMca 1941
/ato 844
Bugia (lumes de) 340
cÄwe 1770
fatexa 888
ftw^r/o 340
chuque 1941
/aita 601
&Mna 340
c«/ra 1894
festuc 1664
&M3a 376
cimitarra 1910
forrar 886
cinabrio 1827
/'orvo 886
cabaga 689
cipago 1914
foto 622
caöaZa 977
«Yam 1919
fouveiro 874
cabaya 971
co/'o 1225
/■»•isco 898
cabaz 993
colcothar 1236
/möo 614
cabilda 979
cominho 1046
fulano 614
cabilla 979
cor«7 1133
/"mZm« 581
cacatou llil7
cornaca 1251
fustä(o) 621
cacarete 1117
co^äo 1272
cadi 984
cris(ada) 1163
fira&6oo 971
cadimo 986
crizada 1163
^raieZ^a 974
cado« 988
cubeba 973
^afeiWa 979
ca/^^ 1005
gafara 1766
643
crf^/a 996
fafaro 1799
galanga 795
ca/re 997
fo^m 1868
gancho 1056
caftan ^ili
gulame 1943
gandaia 663
cahiz 998
ganhäo 666
catara 1102
damascado 476
garrafa 689
J
219
[Portugiesisch.
garrama 671
lazareto 1310
mosdrdbe 1523
aarrido 678
lazarino 1310
mosefo 1513 a
aazella 699
lazeira 1310
moslemita 1515 a
gazeta 1059
?jma 1320
mosqnita 1516 a
qaziva 701
/imao 1322
mouco 1379
gazua 701
limoeiro 1322
mougäo 1451
gengibre 1930
liscarim 1309
mozärabe 1523
qenqivre 1930
?ofeoc 1308
muchachim 1525
gergelim 744
ZoocÄ 1308
wM/f/ 1493
^'mo 716
Zo?«-o 1337
mumi(nh)a 1510
^fifcäo 737
murga 1520
gineta 685
niacio 1437
niurselina 1484
^wrfe 2192
magaroca 1442
nmsselina 1484
ff^rafa 2234
madeixa 476
muzdrabe 1523
girofre 1085
madrago 1446
gol(ilh)a 746
malha 1562
nababo 1542
gomia 1241
malsim 1382
ndcar 1546
gorgii^ 711
malsinar 1382
nadir 1565
guadamecl 633
mameluco 1384
nochatro 1581
guadamecim 633
wan<i 1398
nom 1561
guazil 2160
manchil 1465 a
wore 1337
guingäo 722
mandarim 1400
MMca 1579
gümena 750
mandil 1391
^Mmi ?c»w<? 1304
mannä 1398
odiä 769
gurguz 711
maquia 1373
ojald 59 c
guttapercha 712
marabuto 1410
olibano 1331
maravedi 1515
orang-otang 1593
hallabarda 823
maravediin 1515
organsitn 2137
harem 819
marcasita 1374
oxald 59 c
harmala 829
marfim 605
hejira 863
marfuz 1414
naqoda 373
mariposa 1417
paparaz 762 a
indigo 909
marlota 1380
parao 1651
maroma 1339
parau 1651
Jaco 929
marquezita 1374
pascoa 1652
yaes 640
marrano 1412
jort^a 276
jaleco 951
marräo 1412. 1499
pataca 1996
janizaro 954
marroquim 1406
pateca 319
jarra 688
matracca 1474
patinho 276
jasmim 942
mäscara 1436
^a^o 276
jazeräo 697
masmorra 1444
peparrds 762 a
jazerina 697
massapäo 1452
Pyramide 1457
javali 627
matalahuga 762 f
jorräo 687
matalauva 762 f
quilate 1182
^orro ^/jäo (/c^ 687
matam07-ra 1444
quintal 1178
jubäo 737
matar 1443
quirate 1182
judeu 949
ma<e 1443
julepo 742
mazmorra 1444
rdbadan 481
jMwco 753
mesquinho 1470
rabadäo 481
mesquita 1435
rafci« 1678
«aca 1295
mezqtcinho 1470
rafece 1686
Zacäo 1291
mirac 1405
rafez 1686
lacayo 2130
mocadao 1504
raÄ, 92
lacräo 47
mogafo 1513 a
ra(sjqueta 1683
tocre 1295
mofatra 1501
raza 1701
lambel 811
mofi^/ 1493
razma 1723
lamhique 79
gräo) Mogur 1494
recamar 1694
langarote 86
mollita 1516 a
recamo 1694
laqueca 45
mono 1365
»vcife 1704
laranja 1555
nionfäo 1451
r^cot'a 1694
larifo 114
WOMO 1365
recovar 1695
lascar(ini) 1307
mor(d)exim 1478
recoveiro 1695
Proveuzalisch.]
220
refegar 1686
<aZ»w 1986
«a^/aZ 2182
refein 1688
talisman 2077
zanibra 2191
regaifa 1682
talismcto 2077
zambuco 1824
regueifa 1682
ia/y 1986
zambujo 2054
resalgar 1685
tamara 2013
zaragat(o)a 279
resma 1723
tamarinho 2013
zarcäo 141
retama 1707
tambaca 2012
2;arco 2205
1701
tambaque 2012
zarelos 1849
»•(öpi'e 1718
tambo(eira) 1995
zarola 2206
rima 1723
tambor(ete) 483
zarra 688
rimero 1723
tamboril 483
zeduario 2215
riscar 1721
tamborim 483
zequim 1903
risco 1721
«angwe 2017
0er6o 2030
roZ^e 1726
tem 2024
^^>^)0 2030
romäa 1729
taracena 495
zirzelim 744
romana 1729
torefa 2038
«ojwa 2195
romeiza 1729
<ar«/a 2037
zorro 687
roque 1727
tarim(b)a 2039
zorzal 2235
rosalgar 1685
tartana 2036
zote 1927
tauxia 2050
zurracha 2189.
«a6a(?o 1742
to^a 2044
sahoga 1746
tercena 495
Prorenzalisch
sacco 1781
ioWo 2231
sac;-e 1799
torbante 544
(alt- u. neuprovenzalisch).
safara 1766
toronja 2117
A.badesa 1
safaro 1766
trabante 490
abadia 1
sfl/?o 638
tref(eg)o 2070
a&as 1
sa^ft 1784
tremoQO 2115
alababala 59b
sagena 1896
iWjsff 2030
aldbre 89
salitre 1567
trugimäo 2053
albuesca 319
sdndalo 1825
iw/ao 1990
alcaot 1139
sandeu 1911
tuUpa(n) 544
alcarazas 1101
sanefa 1828
^MrW< 2110
alcavot 1139
sarabanda 1850
turqueze 2114
ffZco^o 1272
sarahatana 2201
tutenaga 2120
alcuba 1221
sai-avatana 2201
alferan 586
sarpr« 1878
valhame Dios 59 a
a?/i 605
save.l(ha) 1738
varanda 223
almasor 1399
set^a 1878
2160
almatrac 1446
sejana 1896
««Ä^/r 2160
alquana 867
sen(n)e 1822
amaluc 144
sequim 1903
icadrez 1871
amiralhs 69a
seraUio 1842
a;aZ 1802
amiran 69a
sz/ac 1895
xalota 119
amirat 69a
so/^ä 1935
xaque 1762
anafil 1537
soldäo 1945
xaqueca 1792
ansesi 839
solimäo 1942
xäquema 1793
anzelot 86
sorvete 1838
xara(l) 1837
arabe 89
summagre 1946
xarafim 121. 1853
arcabot 1139
surräo 1954
a:a>-äo 2207
archichaut 833
xareta 1 854
armana 1389
tabaxir 1965
xaroco 1856
arquichaut 833
iaöefe 1968
xarope 1838
arr« 106
<aii 133
aje^ma 1944
asMst 839
tabica(r) 2046
rcegite 1775
aubieco 319
iaö/g'jte 1970
xerafim 121
aubricot 249
«afrfd 1981
a:e/5^o 1878
aw/ie 796
tofi/rf 1979
xorca 1951
aw/io 796
tagarote 1989
OTM^ 1770
as^itr 1811
^a^öo 1995
teZaca 2004
sag'« 1784
bagassa 171
teZco 2003
zagaia 2181
balais 151
221
[Rumänisch.
bahne 293
jensemii y^iz
acadea 44
harbacana 197
julep 742
acaret 43
barban 220
juzieu 949
acmac 35
baroau ZJU
aagf 10
baue 1975
laoecn lolo
adicä 466
bernigau 248
7„ -J,,^ 1 DI fl
iau7e loiu
aferim 23
bezana 316
lanajil iOo r
bogia o4U
7Vm^m 1 QOO
limon loiiii
afion 25
borrage 13
butareii 623
madaisa 476
ageamiü 29
madraque 1344
agemiü 29
calefatar 1022
maimon 1365
7^ „ 00
camalo 806
marrego 1413
a^ja 28
camels 653
massapan 1452
agia(Uc) III
carcan 1096 b
agiü III
catran 1128
matar 1443
agvrlic ol
cuoeoa vio
mesqui 1470
ahtinamea 1551
musc 1515 a
<ioana o^o
ai'aM 38
draguneto 2034
nuca 1579
a«a>' oyy
urogoman ^Uoo
ataa t <y
papagat 147
aidamac <öU
eisung 0 1"3"
pasca 1652
aidem t i\)
elamhic 79
, ^1£!KO
pasgua IboiJ
aidep 779
endivia HA'i
potrei dJo
alabndura 52
enttfle 2068
putaro 623
7 7 KAU
alabala oyb
escac 1762
alagea 50
escalonna Ii»
quintal 1178
™7™7™ r^A
escaravi 1095
aZo/M 51
espinar 126
rabey vbio
alambic 79
estargon 2034
roc 1727
~7^^«7 1007
alcool LÜi
romana 1 <
alcove 1221
jaraei Ooo
aletn 53
ferran 586
aliman 66
fersa 595
saoaa Ltta
ali^veri^ 63
festuc 1664
sac 1781
alla(c)h 59
/bZ 605
Safran 2179
aZma 562
fustani 621
sanafil 1537
altingic 61
„ , J„ 1 QTQ
seaa lo/ö
alva(gtu) oU4
gabela 974
ser^a 18 /0
alvi^ä 804
pio/ »94
sumac lyib
awa 64
ganche 1056
aman 66
ganaato obo
taoaln iy<l
arnanaea bo
gandun 663
• ^ 7 /„7 \ 0 AI R
tabor(el) JUlo
amanet 66
ganso 1056
taoortn Mio
ambar 77
garatnacha 633
tara <sUis4
»ku7ii4^ 7Q
amora 10
garbin 674
tarida 2036
ambru 78
garrova 832
tassa 2044
amiral 69a
gileco 951
trafans 2070
anadol 76
gingebre 1930
trefa liOtv
anghinar 563
angtrlic 31
gtrojie lOöO
tripa 2030
gougeo 728
aM<e/'ei« 84
anieriü 84
ßuniänisch«
arab 89
isarop 1838
2
araba(giü) 90
abager( ie) 2
arababura 52
Ctttf OUtt*€ 4:ö4r
ctbagiu 2
jaque 929
abäioarä 2
aralic 88
jarra 688
abälufä 2
ara^ 89
jaussemin 942
abanos 3
amr 882
jazeran 697
abitir 5
aräpesc 89(1
jazerenc 697
abra^ 9
a>-Z)/M 823
Rumänisch.]
222
arcan 102
arecinire 825
areciii 825
argalic 31
arman 869
arnäut 104
arpagic 105
arseval 495
arga 755
arpc 124
arp'« 108
artirisire 110
arsyz 87
asasin 839
asmaciuc 125
asmafuc 125
asmonie 942
aster 122
atärdisi 110
131
aiZa2 131
at^aei 37
at'/ie 137
azu7'(iü) 1311
baba(cä) 146
babaie 146
babalic 146
fca6a|( 201
i^acaZ 189
baclava 191
fcacpg 178
fca^ra 168
bageacä 167
ftaÄmei 128
bairac(dar) 182
bairani 183
bajacä 167
balama(le) 173
balamut 199
6«?6rtj 201
balcäz 203
balctz 203
feaZcon 197
bttlgiü 201
bali(e)mez 201
baisam 293
bam(b)ä 210
bamie 210
bananä 211
baraban(ä) 1607
bardac(ä) 230
barem 245
barim 245
iasar 278
6«se« 280
basma 264
tejCcU 260
ha^ca 263
bapbnzuc 266
öff^/w 260
öazar 278
fcrtsea 280
bacälia 189
bäcämä 189
bäcan 190
bäcan(esä) 189
bädäran 163
bädäü 159
bäere 174
iazV« 174
iaZ^ac 207
iaZtoi? 207
bärägan 252
bäsmälu^ä 264
bätaciu 268
bätälea^ 268
becher 284
becriü 285
fee^i/i«- 244
6ei7«"c 282
ft«M 282
fc<fZr«;rt 194
6eZa/c« 194
benghni 288
ftero!' 226
&er&eZ«f 291
ö^rcc/ie« 222
beregatä 326
bergamot 282
berilic 285
berlic 311
beterme 317
bidinea 156
bimba^a 307
bina(giü) 309
binigiü 308
öintg 308
fejsrj're 295
6oa2 323
boccea(lic) 325
bocceangiü 325
boccegiü 325
bocluc 329
bog acta 322
bogacm 322
bogasier 324
bogasiü 324
feC/5^«2: 323
boiaigiü) 328
boiangiü 328
&o«i< 327
fto^&oZ 330
ftoZo/ia« 1607
bolohäni 330. 1607
bolovan 1607
bondoc 355
borangic 367
boranfä 13
bostan(giü) 332
bozan 376
buchte 329
buclugni 329
budahalä 338
buduhald 338
budulac 338
budnla^ 338
buhaiü 339
buhur(dan) 342
buhurgiü 343
bulgär(e) 352
bulgäriü 351
bulgur 352
buluba§a 353
5m?mc 330
bumbac 1617
bunduc 355
burghiü 363
bursuc 254
burungiuc 367
but(urä) 372
buturo§ 372
buturugä 372
buzdugati 333
cabaz(lic) 880
cabul(ipsi) 982
cacom 1020
cacum 1020
cadaif 1125
cac?//«; 984
cadinä 989
cafaltic 1005
co/^as 993
ca/'e/'a; 1005
ca/Kan 774
caic(giü) 1014
co«7e^ 1173
caimac(i) 1009
caimacam 1010
cais(ä) 1012
caisiü 1012
calabalic 645
calangiü 1021
caldarim(giü) 1028
calem(giü) 1023
calembec 1155
caZ/a 798
calfatare 1022
calfätui 1022
ca?«c 1040
caZi/ 798
caKö 1030
ca^ip 1030
caZp 1027
calpac 1039
calpuzan(ie) 1027
calup(ciü) 1030
camfora 1100
cana^ 1048
cttw^e 1056
capac 1061
capan(gä) 1062
capanliü 1062
capcanä 1062. 1064
capi^te 1158
223
[Rumänisch.
caraghios 1079
carat 1182
caraulä 1078
caravanä 1075
caroß 1085
cm'pus 824
carpuz 824
casap 1118
ca§caval 1115
crt< 1121
ca^«?/ 1125
cataramä 1058
catifea 1125
catifeluß 1125
cattr(ä) 1131
catram 1128
cauc(giü) 1137
crtt'a/' 772
caraZ 1135
cazac(hiü) 1143
cazan 1144
cazma 1145
cäciidä 1019
cäläciä 1040
cäläf(at) 720
cäläuz 1276
cawo 867
cänealä 867
cäptu^ealä 1065
cäptufi 1065
cärbäciü 1279
cärcäiac 1280
cärdä§ie 1089
cärmiz 1219
cäsäjne 1118
cä§lä(riej 1281
cäträni 1128
cäväfie 772
cäzänärie 1144
ce«caZ 1929
ceacär 386
ceac^irt 385
ceadiriü 380
ceadir 380
cea/a 990
cea?;- 383
cealma 388
ceam 389
ceawac 391
cea/)dn 394
ceapraz(arj 396
ceaprazärie 396
cearceaf 691
cearcliü 398
ceardac 397
cear^af 691
ceat-piat 403
cecmegea 405
celebiü 407
ernffc 391
cepchen 409
cercelar 410
cercevea 411
cerchiü 399
cfrdac 397
cerevi^ 413
cerp'a 412
cervi§ 413
cÄffca 971
cÄ^Z-öt 972
chef(liü) 1007
c^ip/oj 1007
1152
cÄeZ6«j 1025
cÄe^öe 1025
chelbo^ 1035
chelemet 1032
chelfäni 995
chelfänealä 995
chenar 1049
chepeneag 1159
chepeng 1160
cherem 1083
cherestea 1162
cherestegiü 1162
chertic 1164
chervanä 1075
cherväsärie 1075
che^chet 1167
cfee^aft 2082
chiabur 981
chibi'U(elnifä) 1171
cī/<m 1226
chi/teluß 1226
chihaiü 1123
chihli(m)bar 1004
chihrimbar 1004
cÄz7a 1174 a
chilefmenea 1175
chilim 1176
chilipir(giü) 1156
chitnion 1046
chimir 1040
chindie 901
chinovar 1827
cÄ*or 1207
chiosc(ar) 732
chiostec 1211
chiriä 1181
chirigiü 1181
chisea 1105
chttaiü 841
c/jiVa 1191
cÄrt/e 1997
cÄ/j?i5 1249
cÄjM^a/ 1232
chiulhan 1234
«■«Mg 404
ct«'«c 448
«•/■»•n 1894
cj7«V 408
cimbisträ 759
cimzir 1909
cinghiel 392 a
cinturä 442
cioarec(i) 401
«oi 432
cioban 1921
ciobotä 379
ciochina 449
ciocirlan 386
ciocirlie 386
giohodar 435
«oZac 437
cioltar 443
ciomag 438
ciorap 439
ciorha(giü) 440
ciorbtiliß 440
cirac(lic) 426
ciripie 450
ci^mea 402
cÄ 428
citarea 428
citurä 442
ciubuc 447
ciufnt 424
ciuhä 739
ciulama 444
ciumä 445
ciurechi 441
ciurtcc 446
c»f«j 427
c«V«i 429
cizmä 431
cintarCgiu) 1178
ciräu 46
ctre« 46
cobeß 1136
cofcwr 1223
c(^Z)M2; 1206
cofcaa 1206
cocean 1192
CO/"« 1225
cogeamite 1193
co/rtw 1195
colceag 1196
coto<c 1199
coma§ 1240
co«ac 1202
conäcar(ie) 1202
condur 1245
copceä 1203
cositoriü 1111
co§cogea 1193
covatä 1136
covaß 1136
covrig(a) 1282
covrigar 1282
cor 1217
cubaniß 971
atca 1229
«Jn 1238
CM?t<c 1239
CMtnaj 1240
curama 682
Rumänisch.]
224
airbmi 1208
ctirma 1278
ctirmalfä) 885
aisur 1268
aitä 1121
aitie 1271
cutiiifä 1271
cutivarä 1271
dadacä 455
rfaf?ä 455
daerea 464
daicä 462
dairea 464
(fafoc 469
dalcauc 472
dam(h)la 479
dandana 2020
danga 478
rfora 2024
darsetiä 495
c?at'a 505
däinui 1993
därac 2016
degeahä 625
rfeZ/w 506
derbeder 492
derbedeü 492
derebant 490
defvis 496
desghin 527
505
d?5?a 1971
c?2ca 466
dichi^ 517
dimie 521
c?«p?a 1971
direchie 522
disghin 527
divan 526
doica 462
doldora 531
dorobant 490
dovleac 555
dovlecel 555
(?raw 523
tfrec 522
rfM<?Ca>> 2118
dudiic(ä) 2119
dughiana 542
duium 528
dulama 530
dulap 529
dulämifä 530
duläpärie 529
didäü 2101
dulgherfie) 553
du^man(cä) 554
du^manie 554
<iu§mea 534
^cpaea 917
erfec- 948
e/"caf/e; 962
eglindi 560
eglinge 660
e^6e< 56
e/c»M 561
elcovan 952
eZe 950
elixir 903
emanet 66
endri^aim 920
endri^ea 2172
enibahur 953
e/>iec 859
falangä 578
farfara 589
farfurie 569
farfurioarä 569
farfuriu^ä 569
feregea 603
ferfin 567
/•«fm 567
ferman 594
fermenea 604
fes 596
filaliü 606
/iZcie^ 607
^Zeri 624
filigean 608
filingen 608
^sitc- 620. 1664
fisticä 1664
^fec 610
/is«c 610
/?< 611
/i<«7 600
/■o<('«pa 622
franfia 612
frenghie 612
fudul(ache) 613
fudidie 613
fundac 616
funduc 617
fursant 619
gabara 976
garofil 1085
garoufä 1085
gazelä 699
gäitan 644
geabä 625
^eam 650
geamalä 653
geamantan 652
geambara 400
geaniba^ 660
geamgiü 650
geamiä 655
geaniie 655
geamlic 650
geampara 400
geantä 393
^ertr 668
^eZep 648
gentuli'lä 393
gerac 690
geremea 683
^fri<^ 681
get-beget 634
gevrea 414
708
ghe7-dap 724
gherden 675
i^Äer^e/' 1091
gherghir 1092
ghermesit 684
^Aidi 718
ghidu§(ie) 718
ghigilic 704
ghimber 1930
ghimie 709
ghtocciu 756
^/«"o^ff; 729
ghiordan 675
(cu)ghiuturä 734.
ghiozdan 758
ghiuden 726
ghiulea 730
ghiulgiuUü 745
ghiurghiuliu 745
ghiviziü 757
ghizdan 758
^'m 723
^irafa 2234
giubea 737
giugiuli 738
ghimbu^ 752
giuvaer(giü) 694
giuvaericä 694
giuvanea 2174
girbaciü 1279
habar 763
haber 763
feac 789
hahani 788
haidamac 780
haiduc 781
haimana 783
haimäni 783
hain(ic) 784
ÄaZ 790
/laZaZ 794
ÄaZai 864
Äa/ca 801
halima 800
ÄaZya 804
halvifä 804
hamal(%c) 806
hambar 77
Äan 808. 809
hanget' 814
Äa;) 762
1215
haraba(giü) 90
haram 819
harap 89
hafämba§ 821
harem 819
hasa 1147
Äai 128. 843
hati§erif 843
Äa«r 842
havalea 974
havrä 857
haviiz 846
haz(liü) 856
hazna 855
hegira 863
herghelie 826
860
hindic 812
H< 844
Äo^'e 850
hursuz 891
huzmet 861
huzur 877
iäbangiü 921
iaba^a 945
iabrci^ 9
«öca 927
«ac?e^ 922
idhnie 926
iama 923
iambras 9
iamurluc 924
ianicer 954
iasmin 942
iasomie 942
«atac 945
iatagan 944
iaurgiü 960
«awri 960
iavaq 946
iava^a 945
«6Hc 894
ibripm 10
ibri^in 10
«cfef« 900
«edec 948
950
ieniceri 954
iglija 957
ihnelnta 926
iZic 951
imam 905
imamea 906
imbrohor 69c
imineü 931
imurluc 924
indri^aia 920
indri§aim 920. 2172
iorgan(giü) 961
iorgovan 97
ipingea 934
225
irmilic 958
irmuluc 924
»ja?« 59c
iumet 748
iure^ 967
iuru^ 967
iuzlue 968
?ac 1295
Zaf 1287
lafagiü 1287
1288
lalanghifä 1301
Z«Zä 1299
Mea 1300
lambä 1303
langavie 969
ZaMia 2127
läniie 1322
lamm 1322
Zmfa 2132
lefegiü 2132
le^(in) 1306
levent 1316
Ubadea 1317
Ztc/iea 1292
lichium 1328
lighian 1290
?«Z«ac 1294. 1319
liliachiu 1319
Umau 1321
Upcan 1324
Zoöarf« 1284
Zo&orfa 1284
locma 1335
luchium 1328
lucuni 1328
lucumä 1684
lulachiü 1319
Zm?«« 1336
mn! 64
macar 1456
macara 1371
mar-«!' 1370
madem 1341
magaza 1362
magazin 1362
mahal 806
mahala(giü) 1350
mahmicr(ie) 1359
waza 1367
maidan 1364
maimu^ä 1365
malotea 1380
mamelegiü 1487
mmneluc 1384
manä 1398
mandanea 1390
mangal 1392
marabut 1410
marafet 1418
[Rumänisch.
maramä 1361
maraz 1404
marola 1430
marpiciü 1425
martac 1458
marulä 1430
mascaraltc 1436
maslag 1438
masala 2432
■ma^ala(giü) 1432. 1433
1443
matrapazUc 1445
mattif 1447
mazdrac 1476
mazil(ie) 1450
märgean 1416
märgicä 1416
mäscarä 1436
mascäriciü 1436
mätasä 476
mehenghiü 1498
meid an 1364
meleag 1509
menzil 1401
merchez 1423
■meremet(i) 1407
mertepea 1429
meschin 1470
mestß) 1459
>wep 1459
me^inä 1469a
meterez 1475
mezat 1454
mezea 1453
mezelic 1453
»iez«7 1401
miambal 344
mic^unea 310
minarea 1463a
minaret 1463a
mindir(igiü) 1464a
mintean 1571
miraz 1467a
mirazenie 1467a
mirigte 1403
/««««7 1401
mtrzac 69b
mofluz(i) 1491
mofluzUc 1491
moft(angiü) 1492
moftangiorcä 1492
woZrt 1448
moloz 1481
momi^a 1365
»wo/nJe! 1510
momue 1510
mormagiu 1482
mosc(u^or) 1515a
ntosor(a§) 1442
mo^ea 1435
moqmoalä 1518
moqmol 1518
Lokotsch, Etymolog. Wörterbuch.
15
Rumänisch.]
226
tnucalitßic) 1505
mucara 1508
mui'zin 1485
muftiü 1493
iiiumie 1510
munger(ie) 1510
niungiü 1510
murdar(ie) 1516
imirdarlic 1516
niurdäri 1516
murecef 1517
musafir 1510 a
museal 1514 a
muselinä 1484
musluc 1517 a
musulman 1516 a
musama 1512a
mu^chia 1472
mxi^teriü \b22,
nahdbßa) 1542
nacafa 1532
nacaradä 1546
nadir 1565
nafea 1531
naft(a) 1538
naliiea 1540
«aÄi 1544
waiöa 1289
naingiü 1541
waij< 1541
namas 1552
namea 1551
norghilea 1556
Jiar^ 1557
naz(uri) 1563
nazar 1564
näfratnä 1361
wa/8M< 1577
nälban 1549
näran^ä 1555
nästräpa 1439
«awi 1577
Me/"er 1533
M«<M 1541
nene(acä) 1553
neiiei^or 1553
nenufär 1570
ni^ter 1576
no/ioi 1577
nufär 1570
nur(liÜ) 1580
oachie^ 925
oarda 1594
ora 1590
ocälujä 1590
orfac 1584
odaliscä 1586
odäia^ 1584
odäidiü 1584
odäijä 1584
odogactu 1585
o^eac 1587
o^'M»- 1589
o/ac 2130
o/a^ 559
ö/acar 2130
orrf« 1594
ord«e 1594
oria 1597
ortoc 1598
oiac 1599
o<M06tV 1600
pacea 1601
paciaurä 1602
padi^a(c)h 1604
pafta 165
pagodä 373
paiantä 1611
paic 1608
pa/a 1615
pahnac 1636
^?a/o^' 1615
pambria 1617
pangea 1621
pajjucßj 1625
2>ar« 1626
paradis 1631
paraleü 1626
parmac(lic) 1636
pastramä 261
^Jasi» 1652
pälämar 1616
pärälujä 1626
pätlägea 161
pehlivan(ie) 1607
i^eZie« 1645
j>e/<»c 1646
pemheü 1617
perciun(at) 1629
perrfaf 1637
i>errfea 1630
perdeluß 1630
i^er^Äe/ 1635
peruzea 609
2)ervaz 1638
pesmet 1642
pe^ches 1663
peschir 1660
pesim 1662
1662
pestimun 1674
pezevenche 1658
pezevenchm 1658
pezevencl'ic 1658
^f'c«"« 1653
i>jf^/c 1670
^tVaf 1656
pivgea 1620
pingelui 1620
pisicä 1661
/)?7ar 1654
pitä(rie) 1654
pla^ca 1665
plea^ca 1665
podrom 321
podnim 321
poturi 1668
punciü 1619
pu^(chiü) 1673
pii§läü 1673
rachier 92
rachiü 92
ra/< 1689
rahagiü 1684
rahat(licnm) 1684
rata 1693
razachie 1715
razzia 701
rarac 1710
renchiü 1700
renghiü 1700
revent 1711
nsic 1721
rizilic 1681
rindea 1699
rwp 1725
r»if/W« 1722
«aio/- 1745
sa6!<r 1745
sac- 1796
! saca(gni) 1796
saciÄ 1801
sacsana 1777
sacsie 1800
sarfea 1749
sa/ia« 1769
safran 2178
I sa/^ea 916
I safterea 1768
saftian 1769
saftirea 1768
sahan 1765
sa^'a 1778
saia(giü) 1779
saieluß 1778
salahor 1841
salamalec 1803
salcim 1809
saZe^j 2001
saZim 1908
samalagea 1810
samaniu 1812
samar 1883
sa>«e| 1821
samsar 1836
sam?tr 1820
sanche 1832
samm 1842
Srtr^ca 1878
sarma 1857
satara 1509 a
satir(a^) 1873
sägeac 1748
säla^ 1805
schinibea 913
schingiü 914
scuße 2171
1750
seferta§ 1879
seftea 916
Seimen 1758
«622; 1776
se^mf 1906
senamechi 1822
senamichie 1822
s#^(?!! 1753
serailie 1842
serasc}i(i)er 1847
serasir 1846
sfran^ia 612
sirf/r 1960
1750
simigiü 1814
s«>w*« 1814
1823
singepiü 1912
swie 1913
1753
s»yoj9 1838
sirup 1838
simhätä 1742
shigeap 1912
strma 1962
«0/" 1934
so/rt 1935
sofra(giü) 1937
sofragerie 1937
so/r«>! 2178
so«M 1923
somon 1924
sojort 1925
spahi(ü) 1914
spanac 126
sucman 406
sulemeni 1942
suliman 1942
Sultan 1945
sumac 1946
suman 406
sunduc 1826
surghiiin 1950
surgucm 1926
surgun 1950
surlar 1953
smW« 1953
surugiü 1956.
jarcJ7i 1762
jaiac 1778
sai'ca 1780
saZ 1802
^alitru 1567
qandrama 1948
227
|a>-< 1861
gagtM 1866
jeröe^ 1838
§ihoiü 1743
«■/•('rt^ 1961
pVeif 1886. 1916
siretenie 1916
^i^anea 1864
qofran 2178
joiw 1764
|MÖea 737
taban 1963
iafcara 1974
iaö/e 1969
tahiet(liu) 1967
taburel 483
<a«m 2000
<«c/;i 1998
1987
^«/■^rt 1981
««/■tor 2021
«a^u« 1985
to7i< 1987
<am 1994
talcln(uri) 2008
talnie^ balme§ 201
taman 2010
tamarinda 2013
iawrfMr 2019
tarabä 489
«nrac 2026
^ara/a 2023
tarapana 489
tarhana 2071
tarhon 2034
iarif(a) 2037
tariw 2039
<ar?a 2004
<as 2044
tasma 2043
tavan 2052
iai^a 2051
tabäcar 453
täbäcärie 453
täbäci 453
<aZ/wa« 2078
tälmaclü 2078
irt/2M2 2006
tärähoiü 489
täräbiifä 489
tärtäcu^ä 2045
tätar(cä) 2045
täräturä 2053
<eanc 484
<eam 2022
techer-mecher 2059
tecnefes 2067
tejghea 499
tejgheiar 499
<ti 2060
[Rumänisch.
telal(ic) 473
teläläü 473
teleleicä 473
ie^e^m 2061
<em6eZ 2064
temeiü 2062
temelie 2062
temenea 2011
tencurel 484
terezie 2029
«eWic 2072
tertip(ciü) 2041
iesi^a 498
testemal 500
testimal 500
te^cherea 1976
tejghea 499
tibi^ir 1965
iicfe/e 1997
ticnafes 2067
««•/•^/c 2976
2058
timbelechiü 546
timbelegiü 546
tingire 2066
tingirtcä 2066
tinkh(ea) 2065
tinkhigiü 2065
i</)sie 2056
1966
tirizie 2029
2072
tofca 483
tvbosar 483
iocwöc 2087
toi 2086
<or« 2086
<o76a 2091
top 2089
topor(igte) 1964
toptan(giu) 2089
to/?M3 2090
torfca 2091
to«?Mc 2094
irabant 490
trahuna 2071
trufanda 2112
tecjM 2098
mfi« 2097
tulbent 544
tul(i)pan 544
tulum 2103
tulumbägiü 2104
tulumbä 2104
tulumbi^ä 2104
<Mrö. 2100
«Mro» 2100
turban 544
fMrZ«c 2092
«jtr^Mc 2093
/Miea 2120
tutun(ärU) 2121
16*
Russisch.]
228
tutungtü 2121
Uizla 2123
tuzluc 2094
Hfra 1894
]ighir 1787 a
timhisfrä 769
w^an 1588
uluc 1592. 2133
ulucä 213H
urdubelea 2167
MrsMS 891
varfea 2150
mi«/" 2159
w«ag 2159
vätä§el 2159
v€chil(et) 2154
veresie 2161
viran 2163
visin(a) 2164
vi^inap 2164
vifinat 2164
vizinea 2165.
zahana 1807
zdharea 2183
zahär 1855
zahirea 2183
zaif(lic) 463
zalhana(gm) 1807
zamhil 2193
zamhilä 1947
zampara(giü) 2197
zamparoUc 2197
zapciü 454
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230
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232
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papxisa 1625
septelija 1755
zubicn 2176
parce 1628
sjH 1780
zumbul 1947
235
[Skandinavisch.
zemija 709
äiff 384
zdet 9Ö1
ziwa 2308
zulle 730.
SkandinaTisch.
Dänisch.
Adatnsäble 19
daddel 465
^/ 605
filsben 605
gingang 722
gongon 558
gutta-perka 712
hurra 2167
jonke 753
kasuar 1119
kavring 1282
krahask 1279
kumnien 1046
lazaret 1310
maske 1436
papegöie 147
pisang 1659
rai; 1004
r»-s 1723
rotting 1724
sukker 1855.
Schwedisch.
Adamsaepple 19
aprikos ü47
bärnsten 1004
cacatu 1017
cinnober 1827
(^ae^ei 465
gasell 6j9
gingang 72
558
gonggong 558
gutta-perchn 712
hurra 2167
jowÄ: 753
kakadu 1017
kautscliu(k) 1042
karavan 1075
karbas 1279
kasuar 1119
Ä:r»s 1163
kummin 1046
lasarett 1310
marsipan 1452
wasfc 1436
papegoja 147
pisang 1659
ris 1723
rotting 1724
sarga 1863
socker 1Ö55
tuhibb(krage) 2102
Veranda 223.
Spanisch.
^«f« dial. 115
aar«7 dial. 99
1
abada 152
■ abadeja 1
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-abalorio 205
abarca 243
abarraz 762
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acafelar 999
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aceUhe 2214
acebuche 2054
aceche 2180
acedaraque 140
ffce/'«;/"« 1773
ace/^e 2187
aceituna 2187
aceituni 2188
acelga 1907
acemila 2190
acemilero 2190
acemite 1814
acena 1829
acequia 1791
acerola 2206
acrfr«- 1870
achacar 1785
achaque 1785
«aW 2218
aciar 2218
«c/öar 1890
acicalar 1901
acicate 1939
aciche 838. 2180
ac?(7e 2180
acitara 1919
adafina 456
aduhala 459
adalid 471
adalil dial. 471
adaraja 485
adarga 487
adargama 494
adarve 488
adazal 525
addebaran 451
adefina 456
adela 473
adelfa 515
ac?<;/o 473
adenie 520
aderetne 523
adiafa 516
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arfobe 2083
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arfor 501
adraja 485
aduana 526
aduar 502
adufa 538
adufe 537
agengibre 1930
oguajaque 2168
aguanafa 1535
ahorrar 886
ajarafe 1840
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ajedrea 1872
ajedrez(atama) 1871
ajimenez 1815
ajimiz 1816
ajonjoU 744
ajorca 1951
ajovar 1959
ajuar 1959
alabarda 823
alabega 761
alacena 871
alacran 4:1
alafia 24
alahilca 904
alamar 67
alambar 78
alambique 79
alambre 78
alameda 1364
alamud 72
alancel 1428
alaqueca 45
alarbe 89
alarde 94
aZaWf^o 59 d. 100
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albacea 2158
albaheca 761
«Zöate 226
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albanal 204
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albani(r) 216
albanil(esco) 216
alhaqida 188
albaran 226
albarazo 224
ffife«r(/a 228
albardän 241
a/fcarrfi dial. 242
albardin 242
albaricoque 247
albarrada 249
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albarrana 251
albarraz 762
albayaldar 6
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Spanisch.]
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alcandora 1053. 1054
alfaja IIb
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alhorre 830
alcazar 1117
älferichc 579
aZÄö^ 846
237
[Spanisch.
alhucema 889
alimtado 970
alica(n)tes 1298
alidada 896
alifar 170
alimara 907
alisari 116
aljaha 626
aljahera 641
aljama 651
aljamia 29
aljaraz 672
aljarges 672
aZ/cJf«»- 694
aljoßfafr) 637
aljonjoli 744
aljorca 1951
aljorses 672
aljuha 737
alloza 1309
aiÜMdd 2142
ahnacen 1362
almadana 1462
almadin 1341
almadena 1462
almndia 1343
almadina 1462
almadraba 1344
dlmadraque 1446
almagacen 1362
alniagesto 1348
almagra 1349
almagre 1349
ahnanaque 1389
almarada 1502
almarcha 1415
almarraja 1466a
almarraza 1466a
alniarrega 1413
almazarra 1434
almea 1363
almeja 1347
almena 1462a
almenarf a ) 1463.1
alinez(o) 1366
almibar 1460
almibarado 1460
almibarar 1460
almicantarad 1506
almirez 1467
almizcle 1515 a
almocadhi 1504
almocaf(r)e 1466
almocela 1511a
almocrafe 1581
almocrehe 1507
almofar 1463
almofre 1463
almogava 1496
almogävar 1496
almohada 1464
almohaza 1465
almojarife 1519
almojarra 1439
almojatre 1581
alnirineda 1511
almoraduj 1411
ahnotacen 1503
almozal(l)a 1511 a
almucio 1520
almud 1490
almuecin 1485
almuidano 1485
aloque(ro) 803
aloqueria 803
alpargata 243
alpicoz 576
alquequenge 1016
alqueria 1096
alquez 1174
alquifol 1227
aquilar 1181
alquile(r) 1181
alquhnia 1157
alquitara 1130
alqmtrdn 1128
altramuz 2115
alubia 1333
«Zmc^cZ 2142
aluquete 2153
aZfaci/ 2160
amacena 476
amalgama 1378
amapola 762 d
amargaza 829
amarillo 70
mnbar 78
amoscarse 1436
amuco 71
amtileto 866
amusco 1515 a
anacal(o) 1545
anadel 1566
«w«/?/ 1537
anafre 130
anatron 1567
anazea 1583
andamio 520
annafe 130
ante(ado) 1305
antimonio 918
anzarote 86
afiacal 1545
anacea 1583
anaciar 1583
anafil 1537
öw«7 1568
«/Itr 1568
arac 92
arambel 811
arancel 1428
arfceZW dial. 204
arhollön 204
arcaditz 988
areZ 673
ar/i? 605
arpfeZ 95
argolla 746
ar?";'« 101
armadia 1343
armajal 1415
armocafre 1466
arrabal(de) 1676
arrabil 1675
arracadas 1260
arracife 1704
arraez 1691
ffrm^s 1704
arraihan 1690
a/-r«i'e 1708
arrayan 1690
arrecife 1704
arrehen 1688
arrel(de) 1708
«rreo 1689
arreqntfn) 92
arria(l) 1716
arriaz 1716
arriatas 1709
arriates 1709
arriero 106
arriscador 1721
arriscar 1721
arrisco 1721
arroba(rse) 1725
arrope 1726
arroz 1733
arsenal 495
artanita 109
asesino 839
ate 844
atabal 1971
atafarra 1977
afaharra 1977
atahona(r) 1988
atahorma 1980
ato/iMrf 1975
ffto«7or 1991
atalaya 2007
atambor 483
j atanor 2019
! ataracea(rj 1706
atarazana 495
atarazanal 495
aterf«; 2032
a«a«^rf 1975
ntaujia 2050
ataur/qne 2049
«ft^e 130
atramuz 2115
«iMfia 2120
««('/e 135
averia 138
azabaclie 1736
a;ja6-({/i 1796. 1899
azacaya 1900
Spanisch.]
238
(izafata 1753
azafrän 2178. 2179
azagaya 2181
azahar 2185
azalä 1806
azalato 1806
azanefa 1828
airar 2186
azarcdn 141
azaro(te) 8ü
ffzm/ 2218
azofar 1936
azofeifa 2228
rt;?o^??<e 2208
azotar 1875
rt0O«e 1875
azotea 1868
flSMcar 1855
azucena 1958
azud(a) 1933
azufaifa 2228
ffSM^ 1311
babuche 1625
iadrt 152
badana 316
badea 319
badian(a) 162
bagasa 171
daA«H 177
baladi 196
balaja 151
balajo 151
6aZc(5n 197
fcflWa 271
(de,en) balde 271
baldequhi 170
fea/rfio 271
balsamo 293
bambu 209
banana 211
bandujo 273
bandullo 273
bango 213
barahunda 256
baraja(do) 225
barajar 225
baranda 223
barbacana 197
fcarca 2148
fcarrfa 228
bar da ja 229
bardaje 229
ftarrfo 228
barragän 250
barroco 364
6a<a 273
batafalu(g)a 762f
fta«; 1975
fca^a 281
fca^ar 278
beduino 164
bellen 176
capazo 993
fte/Zo<a 206
carabe 1004
benjui 1332
caravana 1075
berengena 161
carcaj 2081
bergamota 282
carcajadu 1003
bernegnl 248
carey 1073
iete^ 2149
carmesi 1219
2149
carmin 1219
bezaar 1605
carAie 1098
bezoar 1605
cartama 1262
bismuto 918
cartaz 1104
bocadn 324
carvt 1087
bocarän 342
casaca 1143
bodoqiie 355
Casimir 0 1116
borcegui 1856
casoar 1119
borraj 356
casuel Ii 19
borraja 13
cauris 1133
foo^or 375
rZa; Cam 1002
bronce 1657
cayado 1006
('rfe^ ÖMces 368
cebratana 2201
bujera 340
cedoaria 2215
ftMj7a 340
ceZire 1870
hurd(all)o 360
cenacho 1833
fcwÄ 368
ce^M» 1903
iws;« 376
cero 1894
cerome 1943
cäbala 977
ceire 1870
cabaza 971
dclatön 1905
cabial 851
t'irfro 1787 a
caiz7a 979
«/ac 1895
ca?>Zo 766
dfiique 1895
cacatua 1017
ct/ra 1894
caa^ 1114
dmitarra 1910
cat?* 984
dnabrio 1827
cadin 986
dnzolino 744
ca(Zoso 988
dpayo 1914
caduf(ol) dial. 988
citara 1919
cafe 1005
co/a 1225
c<J/?^a 996
cofe 1225
ca/'re 997
colcotar 1236
caftow 774
comino 1046
caÄii: ti98
corbacho 1279
caimacdn 1010
corindön 1263
cajeput 1142
corma 1256
ca^a 1036
cornaca 1251
calabaza 689
corundo 1263
caladio 1153
cozcucho 1267
ealafat(e)ar 1022
cris 1163
cnlamina 1149
cubeba 973
Calatciijud 47
culbano 1225
ca?/6o 1030
cumia 1241
caZ/öre 1030
aircuma 1247
ca?//'« 798
camello 653
c/trt 416
camelote 653
chagren 1760
camocän 1043
cÄaZ 1802
cawJMC(?n 1043
chaleco 951
candil 1053
chamerluco 924
cando ( azi'icar) 1052
c/iaroZ 2207
cdnfora 1100
charro 688
canivete 662
c/i»co 434
capacho 993
chirivid 1095
239
choza 887
gacela 699
ehupa 737
gaceta 1059
Afa/a 994
dafina 456
643
damajuana 474
damosco 476
gaitero 643
^a/a 864
dante 1305
galanga 795
<iar^« 485
galano 864
ddtil 465
galante 864
derviche 496
galdpago 168
desmasalado 1455
^rrf^eio 1030
doi'onica 486
galima 665
dragoman 2033
gamarza 829
^iroya 549
ganibito 661
gancho 1056
ebano 3
gandaya 663
«ZcÄe 57
gandul(ear) 663
e^smj 1304
gandnlcra 663
g?«.r«V 903
ganibete 662
endibia 2124
ganan 666
endico 909
garbillo 673
cndiva 2124
garbino 674
enganchar 1056
S-ar/ia 828
enganche 1056
garrafa 689
enjaezar 640
garrama 671
enjebe 1735
garrido 678
enjeco 1795
garroba 832
enrocar 1727
1147
escabechar 1902
(/e algalia 647
escabeche 1902
gayato 1006
escalona 119
S'eco 707
escarlata 1794
gengibre 1930
esparto 796
gerhasia 936
espay 1914
^'erio 936
espitiaca 126
gileco 951
estanque 2017
gineta 685
^m«<(? 2192
falagar dial. 802
ging 011 722
fato 577. 578. 801
^iVafrt 2234
falquear bll
falua 831
<^i>o/?e 1085
ö'jYawo 1222
fanega 584
gonyo 558
fanfarrön 589
gorguz 711
faquin 573
gorromazos 633
farda(<)o) 588
guadamecl 633
guarismo 890
gümena 750
fardfilljo 588
farfullar 589
gimila 1241
/■a(^s;^« 844
gutapercha 712
/5;e;« 606
/oZms 581
habet- ia 138
fomahant(e) 615
haciiio 854
fonda 616
halagar 802
/•mco 898
haloque 831
fulanilla 614
hären 819
fulanüa. 614
'harma(ga) 829
fulano 614
harön 834
fundago 616
haronear 834
fustan 621
haronia 834
Äas^a 844
gabdn 971
hegira 863
gabela 974
/^o^>^;ro 874
[Spanisch.
horda 1594
Äorro 886
848
indigo 909
jfaftaZi 627
jabalina 627
jabato 627
jadec« 1737
>6f^a 1737
jabeqiie 1740
iaco 929
Jafz 640
jaleco 951
jaloqne 1856 •
jambete 662
jaque(l) 1762
jaqueca 1792
jäquima 1793
j/araf'i!; 1837
jareta(s) 1854
Jart'/o 1852
jarope 1838
Jan a 688
Jasmin 942
jazarina 697
j/e&e 1735
jenlzaro 954
1735
jeque 1775
jergo(n) 1878
jinete(ar) 2192
>rro 687
737
jMrfeo 949
julepe 742
junco 753
Iciosco 732
«aca 1295
lacayo 2130
laceria 1310
ZacfJrt Ii: 91
?atre 1295
ianrfo öO
towrf 2127
lazar(et)o 1310
lazdrar 1310
Zeftefce 1313
fe/^ 1318
lelilies 59 d
levante 1316
leviafdn 1325
Z(7ßf 1319
K«ia 1320
1322
Zoro 1337
Zm/« 1333 a
luquete 1334. 2153
«ac(5)i 1291
Wm?»» dial. 1333
Spanisch.]
nuicahro 1372
madeja 476
magnchi 1362
niahaleb 1356
niahari 1360
mahona 1449
malecön 1421
nialsinfar) 1382
wa«ö 1398
mancfr 1388
mandil 1391
mantel 1391
mantilla 1391
maquila 1373
marahotin. 1515
ninrabü 1410
mdraga 1413
maravedi 1515
marbete l468a
marcasita 1374
marchamar 1427
marcham(er)o 1427
marfaga 1413
marfil 605
marfuz 1414
niargomar 1694
marica 1417
mariposa 1417
mariquita 1417
marlota 1380
niaroma 1339
marquesita 1374
marrana 1499
marrano 1412. 1499
marras 1426
martava dial. 1429
mascara 1436
mascarada 1436
niatachin 1525
matafaluga 762 f
matar 1443
jwrtie 1443
matraca 1474
mazapän 1452
mazmorra 1444
mazorca 1442
m^ca ('rfe 2;eca en^ IJ
menjui 1332
mesquino 1470
mezacote 1735
mezquino 1470
mezquita 1435
micatele 1469
miquelita 1469
wo/"«« 1493
mogate 1495
moharra 823
moharrache 1500
mohatra 1501
moheda 642
wo^oÄ; 1379
woZoto 1380
240
momia 1510
momio 1510
niona 1365
wono 1365
monzon 1451
morabito 1410
moronia 358
mortaja 1713
mosquita 1515 a
mozdrabe 1523
muare 1497
muceta 1520
mudejar 1489
wwer 1497
wm/'^»' 1493
>H«i/ey 1448
musca 1515 a
musco 1515 a
muselina 1484
muzärdbe 1523
nabab(o) 1542
näcar(a) 1546
nadir 1565
na/'a 1535
nafta 1538
naguela 1562
Mtt/pe 1289
namaz(i) 1552
naranja 1555
narguila 1556
we/« 1535
nenufar 1570
nesga 1559
iioque 1578
noria 1561
m<ca 1579
odalisca 1586
o^ro 2129
o/a/ä 59 c
olibano 1331
oltnocantarat 1506
orangutan 1593
orrfo 1594
organsim 2137
orozuz 1957
Ofc-ero 874
palanquim 1639
palanqiiin 1639
papagayo 147
paraiso 1631
parao 1651
pascua 1652
pato 276
pataca 1996
patacön 1996
;)a<o 276
percal(ina) 1632
per/ 1634
petonce 1609
32
piräiiiide 1457
pistacho 1664
ponche 1619
proa 1651
quer m es 1219
g'Mi/a^f 1182
qiUntal 1178
3M«2!a 1186
rabadän 481
rabazuz 1957
rdbeca 1675
rabel 1675
rafe/ 1678
ra/isÄ 1686
rahez 1686
rambla 1698
raqueta 1683
rasa 1701
razma 1723
rfie? 1675
recamar 1694
recanio 1694
recua 1695
rehen 1688
rejalgar 1685
res 1701
resma 1723
retamafr) 1707
rezaga 1784
r»6e«e 1718
riesgo 1721
»•/ma 1723
rimero 1723
riscar 1721
risco 1721
rofe 1726
romana 1729
rogwe 1727
roto 1724
sdbado 1742
säbalo 1738
saboga 1746
saco(mano) 1781
sacre 1799
sa^/f 1761
sa?ep 2001
salitre 1567
sdndalo 1825
sandia 1911
sandio 1911
saquear 1781
sarga 1878
sarracino 1856 c
See« 1903
setia 1878
sewrav» 1822
senes 1822 _
serafin 1885
seraWo 1842
setuni 2188
sirgo 1878
sjVoco 1856
sofd 1935
solares 1849
soldan 1945
solimdn 1942
KOrbetc 1838
Sultan 1945
«afca 1962
tofc« 133
tabica(r) 2046
iahique 1970
toburete 483
tafetdn 1981
<a;?Zeie 600. 1979
tafurea 1991
tagarnina 686
tagarote 1989
^öTirrK 1966
«aÄe« 1986
tahona 1988
tahonero 1988
toZco 2003
talisma(n) 2077
^aZ^we 2003
tamara 2013
tamarindo 2013
«flHifcor 483. 2015
tamhoril 483
tamborin 483
tanqul 2016
tora 2024
taracea(r) 1706
taracontea 2034
taragona 2034
toröy 2032
torfa 2038
tarida 2036
tort'fa 2037
tarima 2039
^ar/a 487
tartana 2036
tauriqne 2049
/asa 2044
415
tereniahin 2028
20 /5
«miaZ 1971
ioco 1997
«oZrfo 2231
towiM 2106
torhändolo 544
torhante 544
iorongil 2117
toronja 2117
trabante 490
tramnz 2115
*re/"e 2070
*r»/)a 2030
trujaman 2033
Lokotsch, Etymolog.
241
tulipa(n) 544
tumbaga 2012
twp^ 2107
turbiche 2110
f?^r6/< 2110
iwrco 2114
turquesa 2114
ulema 2131
väl(g)ame Dios 59 a
värgame Dios 59a
varomes dial. 1339
t;mr 2160
t>js«V 2160
j/eso 716
zäbida 1741
zabila 1741
zacatin 1797
zafareche 767
za/fo 638
2a^a 1784
zagal 2182
zaguan 2141
zahanoria 912
zahareno 1766
zahor 2185
saÄoH 2229
zaWa 1772
zalameU 1803
zalameria 1803
zalamero 1803
zdlema 1803
zatnarra 1820
zanefa 1828
zapata 379
zaque 2219
zaquizaml 1790
zarabanda 1850
zaragatana 279
zaraguelles 1849
zaranda 1843
zaratän 1848
zarbatana 2201
^arco 2105
^eca 1903
s'eca Crfe m meca) 1902
zeramne 1943
zerbatana 2201
serfto 2030
2*Vfeo 20301
zocodover 47
zoquete 1940
zorame 1943
zorzal 2235
«oie 1927
zumaque 1946
«Mwo 2232
zurrön 1954
zutano 614.
Wörterbuch.
[Syrisch.
Syriseh
(nebst aramäisch),
a&a 1. 220
abräsöm 10
abnsüm 10
'akar karkä 46
andül 80
'atränä 1128
&ar 220. 255
rfefc/ö 465
diX'/ä 465
gulgaltä 743
harübä 832
/cafsä 993
kammönä 1046
Ä:ffprä 992
/täNct 1105
fcrt.^am 1262
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/ce/-«; 1150
fcmö 1374
tesä 1185
fcMÄ/ä 1227
kurtemO, 1262
maisä 1366
makkasitä 1374
malka 1379
mämönä 1386
wme 1456a
meskhiä 1470
naptä 1538
1548
n«<rä 1567
pahhärä 570
parzelä 259
/•esojj 1704
safcfcä 1744
saZa/ 1945
satnplr 1830
sarräpä 18b0
ksä 1957
SMs;a 1776
«a^/j/er 2057
ifi>M<ä 1975
fej/ar 2057
<fA:e; 1456a.
Tschechisch.
Adamavo jablko 19
ow«i 68
aprikoza 247
16
Tschechisch.]
242
urtiäok 833
Janiöar 954
maslok 1438
(itlas 131
jnsmln 942
inas!ak 1438
(tvarie 138
jatagan 944
matrace 1446
jeptiska 1
mesita 1435
babäk 181
jubileum 959
muSelin 1484
bajbak 181
>(fÄta 2128
bilalajka 198
nankyn 1554
bdlamut 199
habanc 971
baldachyn 170
^ftfca« 971
0/)a< 1
^>rt^^•d;^ 197
ifca/-r 1100
baisam 293
kaftan 774
pahorek 348
balzam 293
haliko 1031
jorttos 1615
hnran 219
karnelot 653
papiiS 1625
barchaii 250
kanuß 1047
postola 1667
6rt5ar 278
kancuch 1042
heran 219
karidik 1055
rabin 1678
borax 35ö
kaparky 978
y^Mi 2143
irona^ 1657
kapary 978
6«<5a 376
karabac 1279
«ffJÄa 1774
karafina 689
saWs 1805
c/u/n 808
karavana 1075
salnytr 1567
c/iocÄo? 1019
Ära>*«w 1208
sanytr 1567
cinobr 1827
kartoun 1272
sars(; 1878
cMÄ;r 1855
My« 1005
sofcoifrt 1742
CO? 415
kaviar 851
.soto? 1799
cakan 384
kavon 1138
sMfcoto 1742
caprak 395
kazimir 1116
surma 1952. 1953
cVöa« 972
kertnazin 1219
syrup 1838
66mA,' 447
/Joöifi- 1039
Söcfe 1762
1046
safmri 2178
<Z«Ä-//// 465
Ä;o?>?MÄ: 1039
srtfcaZ 1929
daktyloimik 465
ytoöza 1206
srf/ 1802
damascenka 476
A;ocoi'a<i 725. 1209
saniän 1928
damasek 476
fcocowiy 725. 1209
saravara 1849
rfa<Ze 465
korcir 814
sarlatina 1794
datlovnik 465
Ä^ort^ 1088
sis^"« 1918
dervis 496
korouhev 1228
spinat 126
dohan 539
kozyf 1217
dolman 530
Ä;Mfr 1225
«dior 1974
doloman 530
kukufice 1230
tarakan 2027
dropdn 2034
kumac 1240
iart/'a 2037
(ÜMdj/ 536
kurtka 1261
tasma 2043
dyvan 526
tatarka 2045
ladan 1286
tlumac 2078
estragon 2034
lak(ovaU) 1295
<or&a 2091
Za^ay- 1310
tulipan 544
galgdn 795
lazur 1311
i-rarofe 2109
ZeM- 1294
halina 797
Z*^iaM(;c' 1290
wZ(in 1588
hardtn 819
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hazuka 1143
limon 1322
</so^ 566
Äracfe 760
Zo&oc?« 1284
Äwrra 2167
ZoM<«a 2127
«azijor 1930
?ttZÄ:a 1336
949
indianka 909
iupan 737.
1
i^o^ 566
maskarada 1436
Nachwort.
Dies diem doeet! Daher würde das vorliegende Wörterbuch in vielen
Teilen ein anderes Aussehen haben, wenn ich das Manuskript nicht bereits
vor 14 Monaten, sondern erst heute abgeschlossen hätte. Manche Inkon-
sequenzen in der Umschrift, z. B. der hebräischen Segolatformen, die aller-
dings die sachliche und lautliche Erörterung und Belehrung in keiner Weise
stören, wären vermieden, manche Nummern (Nr. 80, 1221, 1881, 2149)
ganz weggelassen, andere (Nr. 11, 589, 653, 716, 1603) anders gefaßt,
wieder andere (Nr. 1209, 1452, 2060a) wesenthcli erweitert und viele neuen
Nummern hinzugefügt worden. Aber es ist ja nach einem Ausspruche des
französischen Lexikographen Littre das unbestrittene Vorrecht aller Wörter-
bücher, Lücken und Fehler aufzuweisen. Die geschätzten Leser bitte ich
jedenfalls, mir ihre darauf bezüglichen Beobachtungen und Bemerkungen
freundlichst zukommen zu lassen, damit eine etwaige zweite Auflage bereits
ein vollkommeneres Aussehen aufweisen kann.
Hier möchte ich auch der verehrlichen Winterschen Universitäts-
buchhandlung für die würdige Ausstattung des Buches und den Angestellten
ihrer Darmstädter Druckerei für die sorgrältige Ausführung des schwierigen
Druckes meinen Dank aussprechen. Sie alle haben zu ihrem Teile dazu
beigetragen, daß viele Punkte der etymologischen Forschung in weiteste
Kreise der sprachlich Interessierten verbreitet, andere noch fragliche Punkte,
wie ich lebhaft hoffe, einer neuen Diskussion entgegengeführt werden können.
Köln-Klettenberg, 2. März 1927.
Dr. Karl Lokotsch.
C. F. Winterache Bachdnickerei.
an Lokotsch
Etyinolouisrhes Wörterbuch der (MiropäiscluMi (ircrinaiiisolion,
roinaiiischcn iiikI sliivisclu'ii) »örtor oricntalischoii Ur-
spruii^'s. 1927. XXI, 243 S. br. 13M 12. go, geb. DM 15.10.
Max Niedermatiu — Alfred Senn — Anton Salys (A.Drender f)
Wörterbuch der litauischen Schriftspraclie (Litauisch —
Deutsch). I. Bd. A— K (Lfg. 1—8) 1922. XII, 548 S. br.
DM 14.85, seb. DM 18.70.
II. Bd. erscheint in Lieferungen. Subskriptionspreis Lfg.
9—14 je n.M 1.1. 5, Lfg. 15 DM 2.65, Lfg. 16 DM 6.30.
Hans Sie^rt:
(iriediisches in der Kirchenisprachc. 1950. 234 S. geb.
DM 10.00.
Max Vasiiier
Russisches etym<»Ioaisehes Wörterbuch (Erscheint in Liefe-
rungen). Lfg.'i (1950) XXXVIII, 64 S. br. DM 7.50. Lfg. 2
1950. 80 S. br. DM 6.30, Lfg. 3. DM 0.30.
Alois Walde
Lateinisches etymolog'isches Wörterbuch. 3. neu bearbeitete
Aufl. von /. B. Hofmann. Bd. I: A — L (Lfg. — -11) 1938.
XXXIV, 872 S. br. DM 22.—, geb. DM 25.30
Bd. II: Lfg. 12 DM. 1.65, Lfg. 13 DM 2.50, Lfg. 14 DM 3.85,
Lfg. 15 DM 3.85, Lfg. 16 DM 4.65. Lfg. 17 DM 4.65.
Walther Wüst
Vergleichendes und etymologisches Wörterbuch des Ait-Indo»-
arischen (Altindischcn). 1935. Lfg. i — 3. 208 S. DM 9.90.
(Je Lfg. DM 3.30)
Ernst Gamillscheg ROMANISTIK
Etymologisclies Wörterbuch der französischen Sprache. 1927.
XXVI, 896 S. br. DM 42.90. geb. DM 48.40.
Hermann Gröhler
über Ursprung und Bedeutung der französischen Ortsnamen.
I. vergr. II. Romanische, Germanische Namen. Namen
verschied. Ursprungs. 1933. XV, 491 S. br. DM 26.40, geb.
DM 29.70.
August Kühler
Die romanischen und deutschen Örtlichkeitsnamen GraubUn-
dens. 1926. XII, 252 S. br. DM 13.90, geb. DM 16.10.
Wilhelm Meyer-Lübke
Romanisches etymologisches Wörterbuch. 3. Aufl. 1935.
XXXIII, 1204 S. In Lieferungen DM 59.40, br. DM 63.80,
geb. DM 69.30.
M. Raynouard
Lexique Roman ou Dictionnaire de la langue des troubadours
compar^e avec les autres langues de l'Europe Latine. R6im-
pression de Toriginal publice ä Paris 1836—1845. 6 Teile in
5 Bänden. 2989 S. Nur Gesamtpreis br. DM 148.50, geb,
DM 170.50.
Ernst Härder ORIENTALISTIK
Deutsch-arabisches Handwörterbuch. 1903. VIII, 804 S. br
DM 19.80, geb. DM 22.10.
Carl Bezold
Babylonisch-Assyrisches Glossar. 1926. VII, 343 S. 4" br.
DM 25.75, geb. DM 30.15.
Wörterbücher
GERMANISTIK — ANGLISTIK
Richard Cleasby-Giidbrand Vigfusson
An Icelandic-Erig'lish Dictionary. In Vorbereitung. Erscheint
1951-
C. W. M. Grein
Sprachschatz der angelsächsischen Dichter. 1912. VI, 897 S.
br. DM 24.20, geb. DM 28.60.
Ferdinand Holthausen
Altcng'lisches etymolos;isches Wörterbuch. 1934. XXVIII,
428 S., br. DM 19.25, geb. DM 22. — .
Gotisches etymolosisches Wörterbuch. 1934. XXIV, 428 S.,
br. DM 4.15, geb. DM 6.05.
Altfriesisches Wörterbuch. 1925. XVIII, 152 S., br. DM 7.45,
geb. DM 9.90.
Franz Jelinek
Mittelhochdeutsches Wörterbuch zu den deutschen Sprach-
denkmälern Böhmens und der mähr. Städte Brünn, Iglau
und Olmütz (XIII.— XVI. Jhdt.). 191 1. XXV, 1028 S. br.
DM 22. — , geb. DM 26.40.
Karl Lokotsch
Etymologisches Wörterbuch der amerikanischen (indiani-
schen) Wörter im Deutschen. Mit steter Berücksichtigung
der engl., span. und franz. Formen. 1926. 72 S. br. DM 3.50,
geb. DM 4.60.
PA. M. Palmer
Der Einfluß der neuen Welt auf den deutschen Wortschatz
1692 — 1800. 1933. 166 S. br. DM 8.25, geb. DM 10.45.
Ph. M. Palmer
Neuweltwörter im Deutschen. 1939. 174 S. br. DM 10.60,
geb. DM 12.80.
M. M. A. Schröer
Englisches Handwörterbuch. Mitbearb. und herausgegeben
von P. L. Jaeger. Lfg. i — 6. 1937 — 40. Je DM 2.50, Lfg. 7.
1949. DM 8.60. Lfg. 8. 1951. DM 7.20.
INDOGERMANISTIK
Erich Berneker
Slavisches etymologisches Wörterbuch. Bd. I A — L. 2. un-
veränderte Aufl. 1924. 760 S. br. DM 21.50, geb. DM 24.75.
Bd. II, Lfg. I br. DM 1.65.
£mile Boisacq
Dictionnaire etymologique de la langue grecquc. Augment^e
d'un Index par Helmut Rix. 4. Aufl. 1950. XXXII, 1256 S.
br. DM 46.20, geb. DM 51.70. Index allein (132 S.) br.
DM II.— .
Hans Krähe
Lexikon altillyrischer Personennamen. 1929. VIII, 174 S.
br. DM 10.40.
A . Leskien
Litauisches Lesebuch. 1919. XX, 312 S. br. DM 6.60, geb.
DM 8.80.